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03.05.2011 Verkehrssicherheit für Fußgänger

14.05.2009 | Presseforum 2009

Verkehrssicherheit für Fußgänger

1. Wie sicher sind Zebrastreifen?

2. Dialog-Display w irkt

1. Wie sicher sind Zebrastreifen?

2. Dialog-Display w irkt

1. Wie sicher sind Zebrastreifen?

Im Jahr 2007 verunglückten laut amtlicher Statistik 5.713 Personen an Zebrastreifen (Fußgängerüberw egen), 21 davon tödlich.

Sind Zebrastreifen also besonders unsicher und sind andere Querungsanlagen w ie einfache Mittelinseln oder Fußgängerampeln

möglicherw eise sicherer? Um dieser Frage nachzugehen, hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) eine vergleichende

Sicherheitsbew ertung von 335 unterschiedlichen Querungsanlagen (Mittelinseln, Zebrastreifen mit und ohne Mittelinseln und

Fußgängerampeln) in den Städten Hannover, Karlsruhe und Stuttgart durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen, dass richtig geplante und ausgestattete Zebrastreifen eine – unabhängig von der Kraftfahrzeugbelastung

– vergleichbare Sicherheit bieten können, w ie Fußgängerampeln. Erforderlich sind dazu:

Gute Erkennbarkeit durch auffällige Beschilderung und Markierung.

Gute Sichtbeziehungen auf den Zebrastreifen und die Wartefläche (insbesondere durch effektives Freihalten von am

Fahrbahnrand parkenden Fahrzeugen).

Einhaltung der zulässigen Geschw indigkeit.

Zusätzliche Beleuchtung.

Barrierefreie Gestaltung.

Mittelinseln erhöhen zusätzlich die Sicherheit von Zebrastreifen und sollten, w o immer es möglich ist, auch eingesetzt w erden.

Allerdings haben die Unfallforscher auch festgestellt, dass w enn auch nur eine der oben genannten Kriterien nicht eingehalten

w erden konnte, die „Unsicherheit“ von Fußgängerüberw egen zunahm. Deshalb sollte dann auf die Anlage von Zebrastreifen

verzichtet w erden. Nicht nur bei der Neuanlage von Zebrastreifen müssen diese Kriterien unbedingt eingehalten w erden. Auch

alle bestehenden Anlagen sind daraufhin zu überprüfen; insbesondere w enn es hier vermehrt zu kritischen Situationen oder

sogar zu Unfällen kommt.

Eine Unfallanalyse von 162 Berliner Zebrastreifen ergab ähnliche Ergebnisse. Insgesamt w urden in den Jahren 2003 bis 2005

zw ei Unfälle mit Getöteten, 18 Unfälle mit Schw erverletzten und 114 Unfälle mit Leichtverletzten aufgenommen. An 91

Zebrastreifen geschahen in den drei Jahren keine Unfälle mit Personenschaden und an w eiteren 54 Zebrastreifen geschahen

jew eils nur ein oder zw ei Unfälle mit Personenschaden in den drei Jahren. Das Unfallgeschehen konzentrierte sich damit auf

lediglich 10 Prozent der Zebrastreifen in Berlin, bei denen die Anlageform das Unfallgeschehen mit beeinflusst. Einige dieser

Anlagen sind jedoch bereits zum Zeitpunkt der Untersuchung durch Ampeln ersetzt oder durch ergänzende Maßnahmen

hinsichtlich der Verkehrssicherheit verbessert w orden.

Fazit auch dieser Untersuchung: Zebrastreifen können, w enn sie richtig angelegt w erden, durchaus sicher betrieben w erden,

vor allem dann, w enn sie mit einer Mittelinsel kombiniert sind. Sollten allerdings vermehrt Unfälle auftreten, muss die

Unfallkommission vor Ort prüfen, w elches die beste „Querungshilfe“ an dieser Stelle ist.

2. Dialog-Display w irkt

Autofahrer halten sich in der Stadt eher an eine Geschw indigkeitsbegrenzung, w enn ein sogenanntes Dialog-Display sie mit

einem freundlichen „Danke“ belohnt oder einem dezenten „Langsam“ ermahnt. Das ist die Quintessenz einer Untersuchung, die die

Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin durchgeführt hat.

Überhöhte Geschw indigkeit ist eine der Hauptunfallursachen nicht nur im Berliner Stadtverkehr, w o im Jahr 2008 eine

umfangreiche Untersuchung zum Geschw indigkeitsverhalten an Dialogdisplays durchgeführt w urde. Wie w ichtig die Einhaltung

der vorgeschriebenen Geschw indigkeiten ist, zeigt folgendes Rechenbeispiel: Die Gefahr, dass ein Fußgänger im Falle eine

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Kollision mit einem Kfz bei 30 km/h getötet w ird, liegt statistisch bei 18 Prozent. Sie verdoppelt sich bei einer Erhöhung um 10 km/h

nahezu und vervierfacht sich bei 50 km/h.

Bislang w ar die Wirkung von Dialog-Displays in der Fachw elt nicht unumstritten. Deshalb hat die Unfallforschung der Versicherer

(UDV) in einer aufw endigen Untersuchung mit über 9,4 Millionen Geschw indigkeitsmessw erten die Wirkung von insgesamt acht

Dialog-Displays an vier verschiedenen Berliner Standorten auf das Geschw indigkeitsverhalten von motorisierten

Verkehrsteilnehmern hin untersucht. Neben den reinen Geschw indigkeitsmessungen w urden zusätzlich an zw ei Standorten

Fußgänger zu ihrer Wahrnehmung des Fahrverhaltens der Kraftfahrer und ihrem Sicherheitsgefühl beim Überqueren der Straße

befragt.

Die w ichtigsten Ergebnisse der Untersuchung sind:

Bei Einsatz des Dialog-Displays an den untersuchten Standorten w urden deutliche und anhaltende Verhaltensänderungen bei

den Kraftfahrern beobachtet. Je nach Einsatzort verringerte sich in der Untersuchungsphase die Durchschnittsgeschw indigkeit

um 1,8 bis 6 km/h.

Der prozentuale Anteil der Fahrer, die die vorgeschriebene Höchstgeschw indigkeit überschritt, verringerte sich deutlich um 43

bis 64 Prozent.

Die Geschw indigkeitsrückgänge fallen in den sicherheitsrelevanten oberen Geschw indigkeitsbereichen besonders deutlich aus.

Die befragten Fußgänger nahmen deutliche Unterschiede des Fahrverhaltens der Kraftfahrer und eine spürbare Erhöhung der

eigenen Sicherheit beim Einsatz des Dialog-Displays w ahr.

Das Sicherheitsgefühl der befragten Passanten an den Querungsstellen (Zebrastreifen, Inseln, Ampeln) erhöhte sich und die

Fußgänger-Kraftfahrer-Interaktion w urde als sicherer erlebt.

Ein w eiteres Ergebnis ist, dass Dialog-Displays nur w irken, solange sie aktiv sind. Nach Abbau der Geräte kehren die

Verkehrsteilnehmer w ieder zu ihrem ursprünglichen Verhalten zurück. Zum Einsatz sollten Dialog-Displays nach Ansicht der

Unfallforschung der Versicherer (UDV) vor allem im innerörtlichen Bereich zur Sicherung von sensiblen Stellen w ie

Fußgängerüberw egen, Schulen, Senioreneinrichtungen oder Kitas kommen. Auch dies ist Praxis in Berlin. Dialog-Displays kommen

überw iegend außerhalb des Hauptverkehrsstraßennetzes zum Einsatz und ergänzen dort die Maßnahmen der Polizei.

Hamburg, am 14. Mai 2009

Copyright 2002-2009 by GDV Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

Titel: Verkehrssicherheit für Fußgänger

URL:

http://www.gdv.de/Presse/Archiv_der_Presseveranstaltungen/Presseveranstaltungen_2009/Presseforum_SuU_2009/inhaltsseite25785.html

Datum/Zeit: Dienstag, 03.05.2011, 08:20:49 Uhr

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gdv.de/…/inhaltsseite25785.html 2/2

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