Hunde- haltung - Gemeinde Flurlingen

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Hunde- haltung - Gemeinde Flurlingen

Die wichtigstenInhalte der neuenHundegesetzgebung– Betonung des Präventionsgedankens(Informations kampagnen, Anleitungvon Kindern im korrekten Umgang mitHunden, direkte Instruktion derHalter innen und Halter zum sicherenFühren von Hunden);– Strengere Voraussetzungen für dasHalten von Hunden (Haftpflichtversicherungfür alle Hunde, obligatorischeAusbildung für grosse oder massigeHunde geboren nach dem31. Dezember 2010; Verbot der Haltungund Zucht von Hunden mit erhöhtemGefährdungspotential undBewilligungspflicht für am 1. Januar2010 bereits bestehende Haltungensolcher Hunde);– Klare Vorgaben zum sicheren Halten,Führen und Beaufsichtigen desHundes (Führungsanweisung, Zutrittsverbote,Orte mit Leinenpflicht, u.a.);– Ergänzungen zur Meldepflicht beiBissvorfällen und übermässigemAggressionsverhalten;– Registrierungspflichten, jährlicheAbgabe für Hunde mit Kantonsbeitrag,Strafbestimmungen;– Klärung der Zuständigkeiten derGemeinde und des Veterinäramtssowie ihrer Zusammenarbeit.Hundegesetz und Hundeverordnung sind zufinden unter: www.veta.zh.ch > Hunde01 Hundehaltung im Kanton Zürich 0402 Administrative Pflichten zur Hundehaltung 0503 Hundeausbildung 09Checkliste:Was Hundehalterinnen und Hundehalterbeachten müssen 1604 Das sichere und verantwortungsbewussteHalten, Führen und Beaufsichtigen von Hunden 1905 Kampfhundeverbot: Rassen mit erhöhtemGefahren potential 2406 Wenn es trotz aller Vorsichtsmassnahmenzu einem Vorfall kommt 27Weitere Informationen 29Stichwortverzeichnis 30Informationen der Gemeinde 310203KtZH_GDva_Bro_Hunde_rz_01.indd 2-3 24.01.10 00:05


01Hundehaltung imKanton ZürichWerden Hunde Die sichere Hundehaltung steht wegen tragischer Vorfälle mitverantwortungsbewusstgeführt undHunden, bei denen insbesondere Kinder betroffen sind, immerwird die Aufsichtspflichtumfassend politischen Diskussion, zu verschiedenen neuen und strengerenwieder im Fokus des öffentlichen Interesses. Dies hat zu einereingehalten, dientdies nicht nur dergesetzlichen Vorgaben beim Bund und schliesslich zum ErlassSicherheit von des neuen Hundegesetzes im Kanton Zürich geführt. So hat dasMensch und Tier, Zürcher Stimmvolk im November 2008 einem auf die Präventionsondern ist auchAusdruck eines ausgerichteten Hundegesetz zugestimmt, das zusammen mitrespektvollen gesellschaftlichenUm-vorgegebenen Präventionsmassnahmen gehört eine umfassen-der Hundeverordnung am 1. Januar 2010 in Kraft tritt. Mit zu dengangs.de Information der über 50 000 Hundehalterinnen und Hundehalterim Kanton Zürich über die korrekte Hundehaltung.Diese Broschüre richtet sich an die Hundehalterinnen und Hundehalterim Kanton Zürich und erläutert umfassend die gesetzlichenPflichten von Bund und Kanton hinsichtlich eines sicherenund verantwortungsbewussten Umgangs mit Hunden.Sie bezweckt eine korrekte und umfassend verantwortungsbewussteHundehaltung durch gut informierte Personen und trägtdazu bei, Sicherheitsrisiken durch Hunde zu minimieren und derHundehaltung wieder breitere Akzeptanz in der Gesellschaft zuverschaffen.Zudem soll das Verständnis der Hundehalterinnen und Hundehalterfür die Notwendigkeit verschiedener gesetzlicher Vorgabenzu Hunden gefördert werden. So ist zum Beispiel beiBegegnungen von Hunden mit Menschen immer zu bedenken,dass viele Personen schon beim Anblick eines Hundes Angstempfinden.Die Broschüre enthält keine Tierschutzbestimmungen, es sei denn,diese dienen auch dem sicheren Führen von Hunden (Angabenzum Tierschutz vgl. unter «Weitere Informationen», S. 29).Identifikaton und Registrierung(Art. 16-18 Eidg.Tierseuchenverordnung)Wichtige Angaben, die dieTierarztpraxis erheben undder zentralen HundedatenbankANIS (Animal Identity AG)melden muss:Name, Geschlecht, Geburtsdatum,Mikrochip-Nummer, Rasse oderRassetyp, Fellfarbe und Abstammung(Elterntiere) des Hundes.Name und Adresse des Züchterssowie Name und Adresse der Halterinoder des Halters zum Zeitpunktder Kennzeichnung,Datum der Kennzeichnung.Kosten in derTierarztpraxis:Für den Mikrochip und dieANIS-Registrierung: CHF 60 bis 100.Für den Heimtierpass: CHF 25.Hunderassenlistewww.veta.zh.ch > HundeReisen mit Hundenwww.tiererichtighalten.ch > Hunde >Mit Hund und Katze über die Grenze02AdministrativePflichtenbei derHundehaltungHunde müssen identifizierbar seinJeder Hund muss spätestens im Alter von 3 Monatenoder vor der Abgabe aus der Geburtsstätte mit einemMikrochip gekennzeichnet sein. Der Mikrochip weistungefähr die Grösse eines Reiskorns auf und darf nurvon Tierärztinnen und Tierärzten unter die Haut gesetztwerden. Diese sind gesetzlich verpflichtet, denRassetyp eines Hundes gemäss den Abstammungspapierenund den äusseren Merkmalen des Hundesnach der gesamtschweizerisch einheitlichen Einteilungzu erfassen und umfassende Daten zum Hundsowie zur Halterin oder zum Halter zu erheben.Für Hunde, die vor dem 1. Januar 2007 geboren sind,werden gut leserliche Tätowierungsnummern innerhalbder Schweiz akzeptiert. Beim Grenzübertritt, derimmer nur mit einem sogenannten Heimtierpass undden je nach Land notwendigen Impfungen und Gesundheitszeugnissenerlaubt ist, sind Tätowierungennur noch bis Mitte 2011 zulässig.Beim Import ist zu beachten, dass der Hund innerhalbvon 10 Tagen in der Tierarztpraxis vorzustellen ist, wodie Chipnummer oder die Tätowierung verifiziert und dienotwendigen Daten, insbesondere auch der Rassetyp,erhoben und an die ANIS weitergeleitet werden.0405KtZH_GDva_Bro_Hunde_rz_01.indd 4-5 24.01.10 00:05


Eckwertedes Welpenkurses:4 praktische Lektionen à mind.50 Min. an 4 verschiedenen Tagenzwischen der 8. und 16. Lebenswochedes Welpen (sensible Phase).Kursbesuch bei einer Ausbilderinoder einem Ausbilder mit Bewilligungdes Veterinäramts.Lernzieledes Kurses für die Welpenförderung(§ 8 Hundeverordnung):Der Aufbau der Bindung des Hundeszur Halterin oder zum Halter.Die Förderung von erwünschtemVerhalten des Welpen.Die Sozialisation mit Menschenund Artgenossen sowie dieGewöhnung an die Umwelt.Die Anwendung tiergerechterErziehungsmethoden.Das Wahrnehmen und Umsetzender Pflichten als Halterin oderals Halter.Die Lernziele der Welpenförderungbzw. der anderen Kurse könnenfür Nutzhunde (z.B. Diensthunde,Jagdhunde) dem jeweiligenEinsatzzweck der Hunde ange -passt werden.Die WelpenförderungDer Welpenkurs umfasst mindestens 4 Übungslektionen,welche die Züchterin oder der Züchter resp. dieHalterin oder der Halter mit dem Hund zwischen der8. und 16. Lebenswoche zu besuchen hat (der Welpedarf frühestens im Alter von 56 Tagen, also in der8. Lebenswoche von der Mutterhündin getrennt werden).Der Kurs ist bis zur 16. Lebenswoche zu absolvieren,da danach die für Sozialisierung und Umweltgewöhnungsensible Entwicklungsphase beendet ist.Aufzuchtsfehler, mangelhafte Sozialisierung oder ungenügendeUmweltgewöhnung sind im fortgeschrittenenAlter nur schwer oder gar nicht mehr zu korrigieren.Die Welpenförderung zielt deshalb darauf ab,Grundsteine der tiergerechten Entwicklung und Erziehungeines Hundes zu legen. Indem die Halterin oderder Halter lernt, die Bedürfnisse des eigenen Hundeszu erkennen und angemessen darauf zu reagieren,werden erwünschte Verhaltensweisen des Hundesgefördert bzw. unerwünschte verhindert. Der Besuchder Welpenförderung hat weiter zum Ziel, dass dieHalterin oder der Halter unter geschulter Anleitunglernt, erste adäquate Erziehungsschritte selbstständigumzusetzen, die anschliessend im darauf folgendenJunghundekurs vertieft und erweitert werden.Der JunghundekursDer Junghundekurs umfasst mindestens 10 Übungslektionen,welche die Hundehalterin oder der Haltermit dem Hund bis zu dessen 18. Lebensmonat zubesuchen hat. Wird ein Hund beispielsweise mit 12Monaten übernommen, ist sobald wie möglich mitdem Junghundekurs zu beginnen, damit er termingerechtabsolviert werden kann. Im Junghundekurssollen insbesondere die Förderung der Sozialkompetenzim Umgang mit Menschen und Artgenossenund die Erziehung des Hundes erlernt werden. Unterder fachlichen Anleitung einer Ausbilderin oder einesAusbilders werden zum Beispiel folgende Lerninhaltevermittelt: Wie bringe ich meinem Hund bei, dass erkorrekt und ohne zu ziehen an der Leine geht und keineMenschen oder Tiere belästigt? Wie erreiche ich,dass mein Hund kommt, wenn ich ihn rufe, auch wenner durch etwas abgelenkt wird? Welche Kommandosmuss mein Hund beherrschen und wie kann ich ihmdiese beibringen? Welche Situationen, z.B. starkbefahrene Strassen, können eine Gefahr für meinenHund darstellen und in welchen Situationen muss ichbesonders vorsichtig sein, dass mein Hund keine Gefahrfür andere darstellt?Wann ist ein Erziehungskurs zubesuchen?Der Erziehungskurs ist nicht mit allen Hunden derRassetypenliste I zu besuchen, sondern nur in folgendenFällen:a) wenn der Hund bei der Übernahme zwischen 16Wochen und 18 Monaten alt war und keine belegbareWelpenförderung im Kanton Zürich oder anderswobesucht hat;b) wenn der Hund bei der Übernahme oder beim Zuzugin den Kanton Zürich zwischen 18 Monatenund 8 Jahren alt war;c) wenn der Hund im fraglichen Alter im Kanton Zürichgehalten worden ist, aber weder eine Welpenförderungnoch einen Junghundekurs besuchthat.Eckwertedes Junghundekurs:10 praktische Lektionen à mind.50 Min. an 10 verschiedenen Tagen.Lektionen teilweise innerhalb undteilweise ausserhalb des Übungsgeländes.Durchführung bis zum 18. Lebensmonatdes Hundes.Kursbesuch bei einer Ausbilderinoder einem Ausbilder mit Bewilligungdes Veterinäramts.Lernzieledes Junghundekurses(§ 9 Hundeverordnung):Das Erreichen eines Grundgehorsamsdes Hundes.Das korrekte Anbinden und Führendes Hundes an der Leine.Das tiergerechte und sichere Führendes Hundes in der Umwelt sowiebei Begegnungen mit Menschen,Artgenossen und anderen Tieren,insbesondere Wildtieren.Eine dem Entwicklungsstand desHundes angemessene Weiterführungund Vertiefung der Lernziele derWelpenförderung.Die Umsetzung der für ein sicheresFühren des Hundes bedeutsamenGrundsätze im Zusammenleben mitdem Hund.Eckwertedes Erziehungskurses:10 praktische Lektionen à mind.50 Min. an mind. 5 verschiedenenTagen. Doppelte Stundenzahl, wennKurse trotz Obligatorium nichtbesucht wurden (vgl. nebenstehendZiff. c).Lektionen teils innerhalb undteils ausserhalb des Übungsgeländes.Innerhalb eines Jahres nachÜbernahme oder Zuzug in denKanton.Kursbesuch bei einer Ausbilderinoder einem Ausbilder mit Bewilligungdes Veterinäramts.Lernzieledes Erziehungskurses(§ 10 Hundeverordnung):Die der Reife und dem Ausbildungsstanddes Hundes angemesseneVertiefung der Inhalte des Junghundekurses.14 15KtZH_GDva_Bro_Hunde_rz_01.indd 14-15 24.01.10 00:05


Checkliste:WasHundehalterinnenund HundehalterbeachtenmüssenGenerell:– Allgemeine Pflicht, den Hund sicherund ver antwortungsbewusst zu halten,zu führen und beauf sichtigen.– Orte mit Zutrittsverbot oder generellerLeinenpflicht beachten.– Kot korrekt beseitigen.– Lärmbelästigung vermeiden.– Hundeabgabe und Haftpflichtversicherungjährlich begleichen.– Namens- oder Adressänderungbei der ANIS und der Gemeinde innert10 Tagen melden.Haftpflichtversicherung mit mind. CHF 1 Mio. Deckung für alleHunde unabhängig von ihrer Grösse und Rasse abschliessen.Kurs theoretischer Sachkundenachweis für die Hundehaltungabsolvieren, wenn es sich um die erste Übernahme eines Hundeshandelt.Sicher stellen, dass der Hund einen Mikrochip trägt und bei derRegistrierungsstelle ANIS gemeldet ist.Sicher stellen, dass der Hund nicht der Rassetypen liste II angehört(Übernahme verboten ab 1.1.2010).Anmelden als neue Halterin oder neuer Halter innert 10 Tagenbei der ANIS unter Angabe der Mikrochip-Nummer des Hundes.Anmelden des Hundes innert 10 Tagen bei der Gemeinde undHundeabgabe entrichten.Absolvieren des praktischen Sachkundenachweises innerhalbeines Jahres nach Übernahme des Hundes.Zusätzlich für grosse oder massige Hunde, die nach dem31. Dezember 2010 geboren sind (deckt auch praktischenSach kunde nachweis ab) 1 :– Besuch des Kurses für die Welpenförderung zwischender 12. und 16. Lebenswoche des Hundes.– Besuch des Junghundekurses bis zum Alter von18 Monaten.– Besuch des Erziehungskurses innerhalb eines Jahres,wenn der Hund im Alter zwischen 18 Monaten und8 Jahren übernommen worden ist.Für Hunde der Rassetypenliste II, die am 1. Januar 2010nachweislich schon im Kanton Zürich gehalten wurden:– Einreichen des Gesuchs für die Haltebewilligung beimVeterinäramt bis spätestens 31. März 2010.Zusätzliche Meldepflichten beachten.Bevorein HundangeschafftwirdWenn einHund übernommenworden ist1) Welche Rassetypenzu den grossen odermassigen Hunden zählen(ca. 50% aller Hunde),hält die Hunderassenlistefest (vgl. www.veta.zh.ch> Hunde).Abgabe oder Tod des Hundes bei der ANIS und der Gemeindeinnert 10 Tagen melden.Wenn einHund abgegebenwordenoder gestorbenistKtZH_GDva_Bro_Hunde_rz_01.indd 16-17 24.01.10 00:05


Achtung:Achten Sie darauf, dassSie die Kursbestätigung beijedem Kurs erhalten.Bestätigungsvorlagen findenSie unter www.veta.zh.ch >Hunde > Ausbildung.Reichen Sie eine Kopie gleichbei der Gemeinde ein undbewahren Sie das Originalsorgfältig auf, da sie es auchspäter vorweisen müssen.Alle erforderlichen Hundeausbildungenhat jeweils die registrierteHal terin oder der registrierte Haltermit dem Hund zu absolvieren. DieseAufgabe kann nicht an ein Familienmitgliedoder an eine Drittpersondelegiert werden. Sind zwei Personenals Halterin oder Halter beider ANIS registriert, so haben beidedie notwendigen Ausbildungen mitdem Hund zu besuchen, da sie beidedie Halterverantwortung tragen.Anrechnung andererAusbildungen:Kurse, die ausserkantonal besuchtwerden, Erziehungskurse für Jagdhundeoder andere Nutzhunde -kurse können anerkannt werden,wenn sie den Lernzielen der Welpenförderung, des Junghundekursesoder des Erziehungskursesent sprechen und wenn sie bei einerPerson mit kantonaler Bewilligungbesucht wurden.Beispielfür Strafbestimmungen(§ 23 Hundeverordnung):Keine oder ungenügende praktischeHundeausbildung:bis max. CHF 5 000 Busse.Wer prüft den Nachweis derHundeausbildungen ab 2011? Undwas sind Folgen bei Mängeln?Hundehalterinnen und -halter sind verpflichtet, dieBestätigung über jeden besuchten Kurs innert einesMonats bei der Wohngemeinde einzureichen. Die Gemeindensind nach dem Hundegesetz verpflichtet,das termingerechte Vorliegen der Bestätigung zu prüfenund werden damit 2011 beginnen. Sie sind zudemberechtigt, für kleine Hunde das Vorliegen des Sachkundenachweisesgemäss der Tierschutzverordnungzu prüfen.Das Veterinäramt und die Polizei werden zudem beiBeissvorfällen und Meldungen über auffälliges Aggressionsverhaltendie verschiedenen Nachweise zurAusbildung verlangen.Liegen die notwendigen Ausbildungsnachweise nichtvor, wird die Halterin oder der Halter von der Gemeindebehördegemahnt, unter Fristansetzung verwarntund hat die Gebühren für den Verwaltungsaufwandsowie Bussen zu tragen. Werden die notwendigenAusbildungen trotzdem verweigert, so ist das Veterinäramtwegen erhöhter Gefährdung verpflichtet,sichernde Massnahmen wie z.B. Leinen- und Maulkorbpflicht,Einzellektionen zur Korrektur des Verhaltensoder Auflagen anzuordnen, welche Personenden Hund führen dürfen.Das sichere undverantwortungsbewussteHalten,Führen undBeaufsichtigenOb der Hund frei, bei Fussoder an der Leine zu gehenhat, hängt nicht nur vonder konkreten Situation, sondernoft vom Alter, dem aktuellenAusbildungsstand undvom Appell des Hundes ab. Ermuss jederzeit abrufbar seinund angeleint werden können.Insbesondere wenn derHund nicht mehr in Sichtweiteist, ist keine Kontrolleüber das Tier mehr gegeben.04von HundenHalterinnen und Halter sind verpflichtet, den Hundtäglich entsprechend seinem Bedürfnis im Freien auszuführen.Für gesunde und erwachsene Hunde gilt inder Regel, dass sie mehrmals täglich ausgeführt werdensollen, davon mindestens einmal eine volle Stunde.Grundsätzlich sollen sich Hunde dabei auch unangeleintbewegen können. Da in der heutigen Umweltsehr viele Begegnungen mit Menschen, insbesondereauch mit Kindern und anderen Hunden auf engemRaum stattfinden, muss ein sicheres und respektvollesMiteinander gewährleistet sein. GesetzlicheVorgaben, behördliche Anordnungen und ein verantwortungsbewusstesVerhalten sind von allen Halterinnenund Haltern jederzeit einzuhalten. Auch mit gutsozialisierten, umweltgewohnten und -erzogenen Hunden– ob gross oder klein – kann es zu Vorfällen kommen,wenn unvorhergesehene Situationen beim HundAngst auslösen oder wenn der Hund einem bedrohlichenReiz (z.B. durch ihm unverständliches Verhalteneines Kindes oder von Drittpersonen) nicht auswei-18 19KtZH_GDva_Bro_Hunde_rz_01.indd 18-19 24.01.10 00:05


§ 9 Hundegesetz1 Hunde sind so zu halten, zuführen und zu beaufsichtigen,dass siea) weder Mensch noch Tier gefährden,belästigen oder in derbestimmungsgemässen undsicheren Nutzung des frei zugänglichenRaumes beeinträchtigen,b) die Umwelt nicht gefährden.2 In Wäldern und an Waldrändernsowie bei Dunkelheit im Freiensind Hunde in Sichtweite aufkurzer Distanz zu halten.3 Es ist verboten, Hunde:a) auf Menschen und Tiere zuhetzen,b) absichtlich zu reizen,c) im frei zugänglichen Raum unbeaufsichtigtlaufen zu lassen.4 Von den Verboten gemäss Abs. 3ausgenommen sind die rechtmässigeVerteidigung, der pflichtgemässeEinsatz von Hundenim öffentlichen Dienst und die inanderen Erlassen vorgesehenenFälle.5 Wer mit der Aufsicht über einenHund betraut ist, greift mit allenzu Gebote stehenden Mittelnein, wenn der Hund einen Menschenoder ein Tier angreiftoder hetzt.Die verschiedenen Kantonehaben unterschiedliche Hundegesetze.Verbringt ein Hundehalter mitseinem Hund z. B. seinen Urlaub ineinem anderen Kanton, so geltendie dortigen Bestimmungen, wiebeispielsweise eine generelle Leinenpflichtfür alle Hunde im KantonSchwyz oder eine Maulkorbpflicht fürbestimmte Hunderassen im KantonGenf. Informieren Sie sich unter:www.tierimrecht.org > Rechtliches >Hunde-Recht.Der verantwortungsvolle Umgangbeim Führen des Hundes sowiedie allgemeinen Aufsichtspflichtensind selbstverständlich überalleinzuhalten.chen kann. Durch ausreichende Beaufsichtigung undvorausschauendes Führen des Hundes können undmüssen gefährliche Vorfälle vermieden werden.Allgemeine PflichtenEine Gefährdung einer Person durch einen Hund liegtvor, wenn es zu einer Bissverletzung kommen oder diePerson durch direkte Einwirkung des Hundes verletztwerden kann (z.B. Sturzverletzung). Als Gefährdungssituationgilt auch die Veranlassung zur Selbstgefährdungvon Personen durch das Verhalten des Hundes(z.B. wenn die Person auf die befahrene Strasse ausweicht),unabhängig davon, ob es im betreffenden Fallzu einer Verletzung kommt.Eine Belästigung liegt vor, wenn z.B. ein Hund fremdePersonen anbellt. Auch wenn Hunde auf fremdePersonen zugehen und um Futter oder Streicheleinheitenbetteln, insbesondere wenn sie dabei die Kleidungvon Personen mit Speichel oder Dreck verunreinigen,kann das von den betreffenden Personen alsBelästigung empfunden werden.Die bestimmungsgemässe und sichere Nutzungdes frei zugänglichen Raums ist beeinträchtigt, wennz.B. ein Hund von einem nicht abgegrenzten Grundstückauf den Radweg läuft und Radfahrer anbelltoder verfolgt. Ein geläufiger Fall ist der, dass Personenbeim Passieren eines Grundstücks lieber Umwegein Kauf nehmen als Belästigungen durch «bekannte»Hunde zu erdulden.Eine Umweltgefährdung liegt vor, wenn Hunde durchHerumstreunen, Jagen oder Wildern andere Tierartenwie z.B. Katzen, Vögel oder Wild hetzen, verletzen odergar töten. Der Hundehalter muss zusätzlich die JagdundWaldgesetzgebung beachten sowie die Leinenpflichtin Wildschon- oder Naturschutzgebieten.Unter das Verbot Hunde unbeaufsichtigt laufen zulassen fällt nicht nur das eigentliche Streunenlassen,sondern beispielsweise auch der Hofhund, der sichohne Aufsicht im frei zugänglichen Raum (Vorplatz,Zufahrt, angrenzende Wiese etc.) aufhält (z.B. für eineVersäuberungstour).Zutrittsverbote sind begründetPersonen und insbesondere Kinder in Bewegung, oftverstärkt durch Rufen, Anfeuerung, Bälle oder anderebewegte Objekte, sind einem erhöhten Risiko für Vorfällemit Hunden ausgesetzt. Zutrittsverbote wirkenhier präventiv.In städtischen Gebieten mit vielfältigen Nutzungsansprüchenwerden die Behörden z.B. für einige ParkanlagenZutrittsverbote oder in einigen Fällen auch nurLeinenzwang ausschildern (vgl. unten). Im Gegenzugkönnen sie auch hundefreundliche Zonen bezeichnen,in denen Auslauf, Spiel und Spass mit Hundengrundsätzlich Vorrang haben und die von Personenmit Angst vor Hunden gemieden werden können.Vielerorts werden Zutrittsverbote in Naturschutzgebietennotwendig sein.Generelle Leinenpflicht unterbestimmten BedingungenAn belebten und viel frequentierten Orten sowie in Gebäudenist das Vorfallsrisiko mit Hunden grösser. Hundejeglicher Grösse sind deswegen an kurzer Leine zuführen. Wie vorhergehend bereits festgehalten sindHunde, auch gut erzogene, nicht «verkehrssicher».Deshalb ist die Leine bei viel Verkehr notwendig.Weiss die Halterin oder der Halter, dass der Hund z.B.aufgrund von Schmerzen gemäss behördlicher Abklärungbissig ist oder Menschen bzw. andere Hundedurch Krankheiten gefährden könnte, müssen die notwendigenVorsichtsmassnahmen wie das Führen ander Leine oder gar das Tragen eines Maulkorbs (vgl.unten) getroffen werden.§ 10 HundegesetzEs ist verboten, Hunde mitzuführenoder freizulassen:a) in Friedhöfen,b) in Badeanstalten,c) auf Pausenplätzen von Schulhausanlagen,d) auf Spiel- oder Sportfeldern,e) an Orten, die von den zuständigenBehörden entsprechend signalisiertwurden.§ 11 Hundegesetz1 Hunde sind anzuleinen:a) in öffentlich zugänglichen Gebäuden,b) an verkehrsreichen Strassen,c) in öffentlichen Verkehrsmitteln, anBahnhöfen und an Haltestellen,d) an Orten, die von den zuständigenBehörden entsprechend signalisiertwurden.2 Hunde sind im öffentlich zugänglichenRaum anzuleinen, wenna) sie läufig sind,b) sie bissig sind,c) sie eine ansteckende Krankheithaben,d) die zuständige Behörde esanordnet.Als öffentlicher oder auch frei zugänglicherRaum gelten nicht nur öffentliche Grundstücke,sondern auch private Areale, die ohne weitereszugänglich sind. Dazu gehören auch der nichtabgegrenzte Garten, das Treppenhaus in einemMehrfamilienhaus, der Vorplatz des Wohnhauses,der Hofplatz oder der Parkplatz. Ausgenommenist der private Raum, wenn der Privatgrunddurch einen ausbruchsicheren Zaun abgegrenztund mit einem Hinweisschild versehen ist.20 21KtZH_GDva_Bro_Hunde_rz_01.indd 20-21 24.01.10 00:05


§ 12 HundegesetzHunde müssen einen Maulkorbtragen, wenn siea) bissig sind,b) die zuständige Behörde esanordnet.Ein Maulkorb, der korrekt sitztund an den der Hund ausreichendund mit der richtigen Vorgehensweisegewöhnt wurde, stellt keineBelastung für einen Hund dar.Nähere Informationen zur richtigenMaulkorbform und dem Angewöhnen:www.veta.zh.ch > Hunde >Anforderungen an Hundehaltung§ 13 Hundegesetz1 Wer einen Hund ausführt, mussihn so beaufsichtigen, dassKulturland und Freizeitflächennicht durch Kot verschmutztwerden.2 Kot ist in Siedlungs- und Landwirtschaftsgebietensowie aufStrassen und Wegen korrekt zubeseitigen.§ 14 HundegesetzHunde sind so zu beaufsichtigen,dass Dritte nicht durch andauerndesGebell oder Geheul belästigtwerden.MaulkorbpflichtDas Tragen eines Maulkorbs ist notwendig, wenn derHund als bissig bekannt ist oder die Behörden dieseben deswegen angeordnet haben. Für Hunde derRassetypenliste II, die von ausserkantonal wohnhaftenPersonen und bei Ferienaufenthalten ausgeführtwerden, ist der Maulkorb wie auch das Führen an derLeine Pflicht. Die Maulkorbpflicht gilt im öffentlich zugänglichenRaum und dient der Sicherheit von Menschenund Hunden sowie anderen Tieren.Auch wegen Reisen ins Ausland ist es zu empfehlen,dass jeder Hund an das Tragen eines Maulkorbs gewöhntwird. In manchen europäischen Ländern bestehtz.B. eine Maulkorbpflicht für Hunde in Städtenoder in öffentlichen Verkehrsmitteln, unabhängig vonder Rasse oder Grösse des Hundes. Informationendazu gibt es bei der jeweils zuständigen Veterinärbehördeim Ausland.Beeinträchtigung der UmweltvermeidenUnbeseitigter Hundekot ist nicht nur eine Geruchsbelästigungund ganz grundsätzlich unhygienisch,sondern verschmutzt auch das Futter für Wiederkäuerund Pferde. Zudem kann es zur Übertragung vonparasitären Erkrankungen kommen. Holzstecken undSpielzeuge (z.B. Bälle oder Kongs) sollen in landwirtschaftlichenFlächen nicht liegen bleiben. Sie könnenMaschinen beschädigen und aufwändige Reparaturennötig machen.Hunde sind so zu erziehen, dass sie nicht andauerndbellen oder heulen. Ist Trennungsangst die Ursache,so ist mit einer Fachperson abzuklären, wie das Verhaltenam besten korrigiert werden kann.Führen vonHunden durchKinder undandere DrittpersonenBesondere Vorsicht ist beim Führen von Hundendurch Kinder und Jugendliche geboten. Überlässtdie Hundehalterin oder der Hundehalter denHund einer anderen Person, muss sie oder ersicherstellen, dass diese den Hund kräftemässigkontrollieren und in jeder Situation so zurückhaltenkann, dass der Hund keine Gefährdung fürMenschen und andere Tiere darstellt. Minderjährigemüssen zudem über die notwendige Reifeverfügen, um mit dem Hund vernunftgemässumgehen zu können. Schon auf kurzen Spaziergängenkann es zu Situationen kommen, dieDrittpersonen oder auch den Hund gefährden,selbst wenn dieser korrekt geführt wird. Kommtes zum Beispiel zu einer Rauferei mit einemanderen Hund, ist ein Kind in der Regel aufgrundseiner fehlenden Reife und auch rein kräftemässigüberfordert. Ausserdem kann es durchfalsches Eingreifen selbst verletzt werden. Einersolchen Gefährdung sollten Kinder nicht ausgesetztwerden. Das Veterinäramt empfiehlt dahereindringlich, dass Kinder Hunde nur in Begleitungvon Erwachsenen ausführen.Grundsätzlich liegt die Verantwortung für Schäden,die der Hund anrichtet, bei der Hundehalterinoder dem Hundehalter. Weil sie oder er denCharakter des Hundes am besten kennt, musssie oder er die Drittperson vorgängig über daskorrekte Führen des Hundes instruieren und aufdiese Weise nach Möglichkeit sicher stellen,dass diese den Hund sicher führen kann. Wirdder Hund einer Drittperson nur kurz überlassen(sogenannte Hilfsperson) und kommt es zu einemVorfall, so wird grundsätzlich die Hundehalterinoder der Hundehalter haftpflichtig.22 23KtZH_GDva_Bro_Hunde_rz_01.indd 22-23 24.01.10 00:05


Achtung:Situationen mithohemVorfallsrisikoHäufig ereignen sich Vorfälle bei der Begegnung von Hundenmit sich schnell bewegenden Personen wie Joggern, Velofahrern,Skatern oder spielenden Kindern. Solche Situationen könnendazu führen, dass Hunde die Personen verfolgen, beissenoder zu einem Sturz beitragen. Wer den Hund führt, muss diesemRisiko vorausschauend Rechnung tragen, indem der Hundunverzüglich zurückgerufen, angeleint oder sicher «bei Fuss»geführt wird.Kleinkinder sind gar nicht und ältere Kinder nicht ausreichendin der Lage, die Signale eines Hundes zu erkennen und zu verstehen.Dadurch birgt eine Begegnung von Hund und Kind immerein Vorfallsrisiko, auch wenn der Hund gut sozialisiert underzogen wurde. Wer den Hund führt, muss in Anwesenheit vonKindern immer besonders vorsichtig sein. Situationen, in denensich ein Kind dem Hund trotz Drohsignalen nähert, sind sofortzu unterbinden. Besondere Vorsicht ist auch geboten, wenndas Kind sich zum fressenden oder im Hundekorb liegendenHund begibt.06Wenn es trotzaller Vorsichtsmassnahmenzu einem VorfallkommtMit jedem Hund kann es zu einem Vorfall kommen,unabhängig davon, ob der Hund gut oder schlecht erzogenist und ob er gut geführt wird. Meist liegt beiden gemeldeten Vorfällen aber eine Aufsichtspflichtverletzungder Hundehalterin, des Hundehalters oderder mit der Aufsicht betrauten Person vor. Das Zielder Meldepflicht ist es, durch Abklärung der Fälle geeigneteMassnahmen treffen und Aufklärung betreibenzu können, damit die Anzahl der schweren Vorfällemit Hunden verringert wird.2627KtZH_GDva_Bro_Hunde_rz_01.indd 26-27 24.01.10 00:05


StichwortverzeichnisAllgemeine Pflichten S. 16, 20Animal Identity Service AG (ANIS) S. 5, 6Ausbildungsanforderungen S. 11, 13, 17Beaufsichtigung S. 20, 23Erziehungskurs S. 13, 15GefährdungspotentialS. 2, 24 ff.Gemeindezuständigkeit S. 6 f., 18, 31Haftpflicht, Haftpflichtversicherung S. 8, 23Haltebewilligung S. 25Hunde, gross oder massig S. 2, 9 f., 13Hundeabgabe («Hundesteuer») S. 2, 7Hundeausbildung S. 9 ff., 18Hundegesetz (kantonal) S. 2, 4, 7, 20 ff., 24HundetrainerS. 10 ff.Hundeverordnung (kantonal) S. 4Identifikation S. 5 f.Junghundekurs S. 12, 13, 15Kampfhunde, Kampfhundeverbot S. 24 ff.Kantonsbeitrag S. 2, 7Kinder S. 2, 23Kurs Junghunde S. 12, 13, 15Kurs WelpenS. 12 ff.Leinenpflicht S. 21Massnahmen S. 8, 18, 28Maulkorbpflicht S. 22Meldepflicht bei Vorfällen S. 28Mikrochip S. 5Mischlingstiere S. 12, 24 f.Prävention S. 2, 4 ff., 9, 28Rassetypenliste I S. 12Rassetypenliste IIS. 22, 24 ff.Registrierung, Registrierungspflicht S. 5, 6Sachkundenachweis, theoretisch S. 10 ff.Sachkundenachweis, praktischS. 10 ff.Tätowierung S. 5Tierschutzgesetz, Tierschutzverordnung S. 10, 18Trainer, Ausbilder S. 10VorfallsrisikoS. 19 ff., 23, 26 ff.Welpenkurs, WelpenförderungS. 12 ff.Zutrittsverbote S. 21Februar 2010Herausgegeben vom Veterinäramt des Kantons ZürichGestaltung: feurer network ag, ZürichDruck: Druckerei Feldegg AG, SchwerzenbachKlimaneutral gedruckt© 2010Gemeindezuständig für dasHundewesenWebadresseMeldungen undAusbildungsnachweiserichten anÖffnungszeitenAbklärung vonVerstössenAbgaben undGebührenDiversesInformationenderGemeindeDie spezifischen Angaben zu Ihrer Wohngemeinde findenSie auch in der beiliegenden Gemeindeinformation oder auf derbetreffenden Gemeindewebsseite.3031KtZH_GDva_Bro_Hunde_rz_01.indd 30-31 24.01.10 00:05


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