Lektion 06-1-2010
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<strong>Lektion</strong> <strong>06</strong>-1-<strong>2010</strong><br />
Sabbat, 30. Januar <strong>2010</strong><br />
Was Christus in seinem Leben auf dieser Erde verkörperte, sollte jeder Christ sein. Er ist unser Vorbild,<br />
nicht nur in seiner fleckenlosen Reinheit, sondern in seiner Geduld, Freundlichkeit und seiner<br />
einladenden Art und Weise. Was Wahrheit und Pflicht anbelangte, war Er fest wie ein Fels, war unveränderlich<br />
freundlich und zuvorkommend. Sein Leben war eine vollkommene Illustration echter<br />
Höflichkeit. Er hatte immer einen freundlichen Blick und ein Wort des Trostes lag für den Bedürftigen<br />
und Bedrückten jederzeit auf seinen Lippen.<br />
Seine Gegenwart erzeugte eine reinere Atmosphäre im Heim, und sein Leben wirkte wie «Hefe» inmitten<br />
der Gesellschaft. Harmlos und unbefleckt wandelte Er unter den Gedankenlosen, den Unhöflichen,<br />
den Ungebildeten, mitten unter den ungerechten Zöllnern, Samaritern, den heidnischen Soldaten,<br />
den groben Bauern und der gemischten Menge. Er sprach hier und dort ein Wort der Sympathie,<br />
wenn Er müde, beladene und unter schweren Lasten gebeugte Menschen sah. Er half ihre Bürden zu<br />
tragen und wiederholte ihnen die <strong>Lektion</strong>en, die Er von der Natur über die Liebe, Freundlichkeit und<br />
Güte Gottes gelernt hatte.<br />
Manuscript Releases, vol. 2, S.108<br />
Gott hat für jeden ein Vergnügen vorgesehen, das sich Arme und Reiche gleichermassen leisten können.<br />
Es ist das Vergnügen, reine Gedanken zu hegen, selbstlos zu handeln, mitfühlende Worte zu<br />
sprechen und Gutes zu tun. Aus denen, die einen solchen Dienst verrichten, strahlt Christi Licht hervor,<br />
welches die mit Sorgen beladenen, verdunkelten Gemüter erhellt.<br />
Sonntag, 31. Januar <strong>2010</strong><br />
Zeugnisse für die Gemeinde, Band 9, S.58<br />
Hass kann die Böswilligkeit unserer Feinde nie aufheben, aber Liebe und Freundlichkeit erzeugen<br />
wiederum Liebe und Freundlichkeit. Obgleich Gott getreu Tugend belohnt und Schuld bestraft, hält<br />
Er doch seine Segnungen nicht von den Bösen zurück, obwohl sie täglich seinen Namen entehren.<br />
„Er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte<br />
und Ungerechte“ (Matthäus 5:45b), und verleiht so beiden irdischen Wohlstand. Wenn schon ein<br />
heiliger Gott den Rebellierenden und Götzenanbetern eine solche Zuvorkommendheit und Wohltat<br />
erzeigt, wie notwendig ist es dann, dass ein irrender Mensch seinen Mitmenschen aus demselben<br />
Geist Gutes tut. Anstatt die, welche ihm etwas zu leide tun, zu verdammen, ist es seine Pflicht, sie<br />
von ihrem bösen Weg abzubringen, und zwar mit der gleichen Liebenswürdigkeit, mit der Christus<br />
die behandelte, die Ihn verfolgten. Jesus lehrte seine Nachfolger, dass sie einen christlichen Anstand<br />
all denen gegenüber walten lassen sollten, die unter ihrem Einfluss standen, dass sie im Ausüben der<br />
Barmherzigkeit nicht vergesslich sein sollten, und wenn sie um eine Gefälligkeit gebeten wurden, sie<br />
ein grösseres Wohlwollen und Entgegenkommen, als das der Weltmenschen, zeigen sollten. Die<br />
Kinder Gottes sollen den himmlischen Geist offenbaren. Ihre Handlungsprinzipien sollen nicht von<br />
gleichem Charakter, wie der engstirnige, egoistische Geist der Welt, sein. Vollkommenheit allein<br />
kann der Norm des Himmels entsprechen. So wie Gott in seiner hohen Sphäre vollkommen ist, so<br />
sollten es seine Kinder in der einfachen Umgebung sein. Christus richtet die folgenden Worte, die<br />
den Massstab eines christlichen Charakters festsetzen, an seine Nachfolger: „Darum sollt ihr vollkommen<br />
sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ (Matthäus 5:48)<br />
Pamphlet: Redemption: or the Teachings of Christ, the Anointed One, S.76-77<br />
1<br />
Wenn der Gläubige, sich all seiner Übertretungen bewusst, Glauben in Gott übt und glaubt, dass er<br />
Vergebung erhalten hat, weil Christus als sein Opfer gestorben ist, wird er von einer solchen Dankbarkeit<br />
zu Gott erfüllt sein, dass sein Mitgefühl die erreichen wird, welche wie er selber, gesündigt<br />
und Vergebung nötig haben. Stolz findet in seinem Herzen keinen Platz. Ein solcher Glaube wird ein<br />
Todesstoss für einen rechthaberischen Geist sein.<br />
Ein Blick auf die Güte und Barmherzigkeit Gottes wird zur Busse führen. Es wird der Wunsch da<br />
sein, den gleichen Geist zu besitzen. Derjenige, welcher diesen Geist empfängt, wird einen Scharfblick<br />
entwickeln, das Gute im Charakter der Andern zu sehen. Er wird die lieben, welche Zärtlichkeit<br />
und Erbarmen brauchen und die Vergebung nötig haben. Er nimmt in Jesus einen Sünden vergebenden<br />
Heiland wahr und betrachtet mit Hoffnung und Vertrauen die Vergebung, die über seine Sünden<br />
geschrieben ist. Er wünscht, dass dasselbe Werk auch für seine Mitmenschen getan wird. Wahrer<br />
Glaube bringt die Seele zum Mitfühlen. Derjenige, der Christi Geist besitzt, wird nie müde werden,<br />
zu vergeben.<br />
The Home Missionary, 1. Februar 1892<br />
In dem winzigsten Insekt ist ebenso wie im König der Lüfte die Vollkommenheit der Werke Gottes<br />
klar zu erkennen. Das Kind, das an Christus glaubt, ist in seinen Augen genauso wertvoll wie die<br />
Engel, die seinen Thron umgeben. „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel<br />
vollkommen ist.“ (Matthäus 5:48) Gleichwie Gott in seinem Bereich vollkommen ist, so sollte<br />
auch der Mensch in seinem Wirkungskreis vollkommen sein. Was ihm an Arbeit auch immer in die<br />
Hände fällt, erledige er sorgfältig und schnell. Treue und Redlichkeit im Geringsten, die Erfüllung<br />
kleiner Pflichten und kleine Liebesdienste erfreuen und erhellen den Lebensweg. Und wenn unser<br />
Werk auf Erden beendet ist, wird jede einzelne gewissenhaft erfüllte kleine Pflicht vor Gott wie ein<br />
kostbarer Edelstein bewertet werden.<br />
Zeugnisse für die Gemeinde, Band 4, S.642<br />
Montag, 1. Februar <strong>2010</strong><br />
Der stolze Pharisäer dachte, dass er Jesus genügend geehrt hätte, indem er Ihn in sein Haus eingeladen<br />
hat. Und in seiner eignen Meinung hatte er vernachlässigt, Ihm die gebührende Ehre für einen<br />
solch hohen Gast zu erweisen, einem, der ihm ein Wunder der Barmherzigkeit erwiesen hatte. Jesus<br />
ermutigte Menschen, deren Taten mit Herzlichkeit vollbracht wurden, wie es die Frau bewies, deren<br />
Liebe und Dankbarkeit sich in ihrer einzigartigen Tat zeigte. Jesus äusserte sich lobend über sie mit<br />
den Worten: „Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt;<br />
wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.“ (Lukas 7:47)<br />
Die Augen Simeons wurden betreffs seiner Vernachlässigung und seinem Unglauben geöffnet. Er<br />
war berührt von der Freundlichkeit Jesu, dass dieser ihn nicht vor allen Gästen öffentlich gerügt hatte.<br />
Er erkannte, dass Jesus nicht wünschte, seine Schuld, seinen Mangel an Dankbarkeit vor andern<br />
an den Pranger zu stellen, sondern ihn davon überzeugte, was es heisst, das Herz für Jesu erbarmende<br />
Liebenswürdigkeit zu öffnen. Strenge Zurechtweisung hätte Simons Herz für Busse verschlossen.<br />
Aber Jesu Beispiel von Geduld überzeugte ihn seines Fehlers und Er gewann Simeons Herz. Er begriff<br />
die Grösse seiner Schuld und wurde zu einem demütigen, sich selbst aufopfernden Mann.<br />
Wenn wir uns der vollen Schuld Jesu gegenüber bewusst werden, verbinden uns engere Banden mit<br />
Ihm und unsere Liebe zu Ihm wird sich in all unseren Taten ausdrücken. Jesus wird sich an jedes<br />
gute Werk seiner Kinder erinnern. Der sich selbst Aufopfernde und Gütige wird in Jesu Gedächtnis<br />
verbleiben und belohnt werden. Keine Tat der Hingabe an seine Sache wird bei Ihm vergessen.<br />
Signs of the Times, 9. Oktober 1879<br />
Web Seite: www.adventverlag.ch/egw/
Christus lehrte uns beten: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“<br />
(Matthäus 6:12) Aber es ist sogar für diejenigen, die vorgeben Jesu Nachfolger zu sein schwer<br />
zu vergeben, so wie Er uns vergab. Der wahre Geist um Vergebung zu gewähren, kommt zu wenig<br />
zum Ausdruck, so dass dessen Kraft und Schönheit aus den Augen verloren gegangen sind. Wir haben<br />
nur einen unklaren Begriff, von der grossen Barmherzigkeit und Liebenswürdigkeit Gottes. Er ist<br />
voll Mitleid und Vergebung, und Er vergibt gerne, wenn wir wirklich bedauern und unsere Sünden<br />
bekennen. Aber wenn die Botschaft von Gottes vergebender Liebe von einem Herzen kommt, welches<br />
darin Erfahrung gemacht hat, und zu denen geht, die sie noch nicht erfahren haben, ist es, als<br />
wenn man in Gleichnissen spräche. Wir müssen die Liebe und Sympathie, die sich in Christi Leben<br />
ausdrückten, in unserm Charakter widerspiegeln.<br />
The Watchman, 13. Oktober 1908<br />
Dienstag, 2. Februar <strong>2010</strong><br />
Jene, die vorgeben Nachfolger Christi zu sein, aber Worte und Benehmen rau, unfreundlich und unhöflich<br />
sind, haben nichts von Jesus gelernt. Ein prahlender, übertreibender und Fehler suchender<br />
Mensch ist kein Christ; denn ein solcher zu sein heisst Christus ähnlich zu sein. Das Benehmen einiger<br />
so genannter Christen mangelt derart an Freundlichkeit und Höflichkeit, dass man von ihrem<br />
Guten noch böse spricht. Man mag an ihrer Ehrlichkeit nicht zweifeln, ihre Rechtschaffenheit nicht<br />
in Frage stellen, aber ihre guten Seiten werden den Mangel an Freundlichkeit und Höflichkeit nicht<br />
wettmachen. Der Christ muss sowohl sympathisch als auch wahrhaftig sein, erbarmungsvoll und<br />
anständig, wie auch aufrichtig und ehrlich.<br />
Freundliche Worte sind wie Tau und sanfter Regen für die Seele. Die Schrift sagt von Christus, dass<br />
stets Worte voller Gnade auf seinen Lippen lagen, damit Er „wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu<br />
reden.“ (Jesaja 50:4b) Und der HERR gebietet uns: „Eure Rede sei allezeit freundlich“ (Kolosser<br />
4:6a), „damit es Segen bringe denen, die es hören.“ (Epheser 4:29d)<br />
Einige, mit denen ihr in Kontakt kommt, mögen rau und unhöflich sein. Aber deshalb solltet ihr<br />
selbst nicht weniger höflich sein. Derjenige, der wünscht respektvoll behandelt zu werden, muss<br />
vorsichtig sein und nicht unnötig respektlos dem anderen begegnen. Diese Regel sollte beim Dümmsten,<br />
dem Stümperhaftesten beachtet werden. Ihr wisst nicht was Gott mit diesen anscheinend «nichts<br />
versprechenden» Personen vorhat. Oft hat Gott gerade solche Menschen berufen, sein Werk zu tun.<br />
Der am Herzen arbeitende Geist Gottes kann jede Begabung für gute Taten wecken. Der HERR sah<br />
in diesen rauen, unbehauenen Steinen kostbares Material, das der Prüfung von Sturm, Hitze und<br />
Druck standhalten kann. Gott sieht nicht, wie der Mensch sieht. Er urteilt nicht nach dem äusserlichen<br />
Erscheinen, sondern Er erforscht das Herz und richtet gerecht.<br />
Wahre Höflichkeit, verbunden mit Wahrhaftigkeit Gerechtigkeit macht das Leben nicht nur nützlich,<br />
sondern auch schön und wohltuend. Freundliche Worte, angenehme Blicke und ein fröhliches Wesen<br />
umgeben den Christen mit Anmut und bewirken, dass sein Einfluss fast unwiderstehlich ist. Im «sichselbst»<br />
vergessen, im Licht, im Frieden und im Glück, welches er ständig andern zukommen lässt,<br />
findet er selbst wahre Freude.<br />
Lasst uns selbst ständig darauf bedacht sein, andere glücklich zu machen, ihre Lasten durch Taten der<br />
Freundlichkeit und selbstloser Liebe zu erleichtern. Lasst das unfreundliche Wort unausgesprochen;<br />
habt anstelle des egoistischen Nichtbeachtens des Glücks anderer liebevolles Mitgefühl. Diese rücksichtsvollen<br />
Gefälligkeiten, die zu Hause beginnen und sich weit über den Familienkreis ausbreiten,<br />
gehen so weit, dass sie zum Glück des Lebens anderer beitragen. Aber die Vernachlässigung dieser<br />
verursacht keinen kleinen Anteil an der Misere des Lebens unserer Nächsten.<br />
Signs of the Times, 16. Juli 1902<br />
2<br />
Freundliche Worte, ein lieber Blick, ein liebes Gesicht, lösen eine fast unwiderstehliche Anziehungskraft<br />
rund um den Christen aus. Es ist die Religion Christi im Herzen, die bewirkt, dass die Worte<br />
lieb sind, das Benehmen gewinnend ist, selbst denen gegenüber, die minderbemittelt und einfachen<br />
Geistes sind. Im Vergessen des eigenen «Ichs», im Licht von Friede und Glück, das er auf andere<br />
überträgt, sieht man die wahre Grösse eines Menschen. Dies ist der Weg, anerkannt zu werden. Es<br />
kostet nicht viel, sich lieb und freundlich zu geben. Und derjenige, der diesen Weg einschlägt, wird<br />
sich nicht beklagen müssen, die Ehre nicht zu erhalten, die ihm gebührt. Biblische Wahrheiten müssen<br />
in das Alltagsleben integriert werden.<br />
Signs of the Times, 8. September 1890<br />
Mittwoch, 3. Februar <strong>2010</strong><br />
Wir sollen nicht an die Belohnung, sondern an unseren Dienst denken. Die in diesem Sinn verrichtete<br />
Liebestat wird ja ohnehin ihren Lohn finden. „Dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's<br />
vergelten.“ Da nun in Wahrheit Gott selbst unser grosser Lohn ist, in dem jegliche andere Belohnung<br />
eingeschlossen liegt, empfangen wir Ihn und freuen uns seiner nur dann, wenn wir in sein Wesen<br />
hineinwachsen. Gleiches nur kann Gleiches würdigen. In dem Mass, wie wir uns Gott zum Dienst an<br />
der Menschheit weihen, schenkt Er sich auch uns.<br />
Es kann niemand sein Herz und sein Leben dem Segensstrom Gottes aufschliessen und ihn andern<br />
zugute kommen lassen, ohne selbst reichen Segen zu empfangen. Hänge und Ebenen, die den zum<br />
Meer eilenden Bergwassern ein Bett bieten, büssen dadurch nichts ein. Was sie darangegeben haben,<br />
erhalten sie hundertfältig wieder. Denn der Strom, der ruhig seines Weges zieht, lässt Gedeihen und<br />
Fruchtbarkeit zurück. Das Gras an seinen Ufern steht saftig grün, die Bäume strotzen vor Kraft, Blumen<br />
blühen in Hülle und Fülle. Wenn die unbarmherzige Sommersonne Wiesen und Felder verbrannt<br />
hat, bezeichnet ein grüner Streifen den Lauf des Flusses. Und die Erde, die ihr Antlitz durchfurchen<br />
liess, der Berge Reichtum in das Meer zu leiten, wird mit frischem Wuchs und mit Schönheit<br />
angetan und zeugt so von der Belohnung, die Gott in Gnaden allen gewährt, welche für die Welt ein<br />
«Flussbett» seiner Himmelsgüter sein wollen.<br />
Das ist der Segen aller, die den Armen Barmherzigkeit erweisen. Der Prophet Jesaja spricht: „Brich<br />
dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt<br />
siehst, so kleide ihn und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen<br />
wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit<br />
wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschliessen. Dann wirst<br />
du rufen, und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich...<br />
Und der Herr wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken.<br />
Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser<br />
fehlt.“ (Jesaja 58:7.8.9.11.)<br />
Das Werk der Wohltätigkeit hat doppelten Segen. Wer dem Bedürftigen gibt, segnet andere, empfängt<br />
aber selber noch grösseren Segen. Die Gnade Christi entwickelt im Menschen Wesenszüge, die<br />
der Selbstsucht völlig entgegengesetzt sind und das Leben verschönern, veredeln und bereichern.<br />
Stille Werke der Güte werden Herzen zusammenschmieden und sie zum Herzen dessen ziehen, aus<br />
dem alle gute Regung entspringt. Die kleinen Aufmerksamkeiten, die unauffälligen Liebes- und Opfertaten,<br />
die sich wie Blumendüfte sanft übers Leben breiten, tragen gar viel zum Segen und Glück<br />
unseres Tages bei. Schliesslich wird sich zeigen, dass die Selbstverleugnung zum Besten und zum<br />
Glücke anderer, auch wenn sie unwesentlich und unbeachtet scheint, im Himmel als Zeichen unserer<br />
Verbindung mit dem König der Herrlichkeit anerkannt wird, der reich war, aber um unsertwillen arm<br />
wurde.<br />
Das Werk der Barmherzigkeit mag ganz in der Stille ausgerichtet worden sein, der gesegnete Einfluss<br />
auf den Täter ist jedoch nicht zu verbergen. Wirken wir von ganzem Herzen als Nachfolger Christi,<br />
dann wird unser Herz in innigem Einklang mit Gott stehen. Der Geist Gottes wird auf unseren Geist<br />
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einwirken, und heilige Ausgeglichenheit der Seele wird der Ausklang der göttlichen Bezeugung in<br />
uns sein.<br />
Das bessere Leben, S.68-70<br />
Donnerstag, 4. Februar <strong>2010</strong><br />
«Pflicht», strenge Pflicht, hat eine Zwillingsschwester und die heisst «Freundlichkeit». Wenn Pflicht<br />
und Freundlichkeit miteinander verbunden sind, ist das von entscheidendem Vorteil. Ist aber die<br />
Pflicht von Freundlichkeit und zartfühlender Liebe getrennt, wird viel Schaden daraus entstehen.<br />
Man kann viele Menschen nur durch Freundlichkeit und Liebe gewinnen.<br />
Zeugnisse für die Gemeinde, Band 3, S.118<br />
Es sollte in unserem Leben das Ziel sein, Freundlichkeit mit Anmut um uns herum zu zeigen.<br />
Freundliche Worte sind nie verloren. Jesus zeichnet sie auf, als wären sie zu Ihm selbst gesprochen.<br />
Säe die Saat der Freundlichkeit, Liebe und des innigen Mitgefühls, so wird sie aufgehen und Frucht<br />
tragen (MS 33, 1911). (Bibelkommentar, S.433)<br />
SDA Biblecommentary, vol.6, S.1118<br />
Derjenige, der den Geist Christi in sich aufnimmt wird durch diesen freundliche Worte aussprechen<br />
und ihn im feinen Benehmen spürbar machen. Um den Plan der Erlösung zu verwirklichen, bedarf es<br />
des Schleifens was sich hart und eckig im Temperament zeigt, auszugleichen was grob und scharf im<br />
Benehmen ist. Äusserliche Umwandlung wird von einem inneren Wechsel zeugen. Die Wahrheit<br />
heiligt und verfeinert den Charakter. Im Herzen aufgenommen wird sie mit verborgenen Kräften<br />
arbeiten, den Empfänger umzuwandeln. Aber jene, die vorgeben der Wahrheit zu folgen, jedoch<br />
gleichzeitig rau und unfreundlich in Worten und Benehmen sind, haben nicht von Jesus gelernt. All<br />
diese Äusserungen zeigen, dass sie immer noch Diener des Bösen sind. Keiner kann ein Christ sein,<br />
ohne den Geist Christi zu besitzen, Bescheidenheit, Freundlichkeit und Feinheit im Benehmen zu<br />
zeigen.<br />
Review and Herald, 1. September 1885<br />
Die Religion von Jesus Christus ist ein System von wahrer himmlischer Höflichkeit, und sie führt zu<br />
einer praktischen Zurschaustellung von Zartgefühl, Freundlichkeit und liebevollem Benehmen. Derjenige,<br />
der Frömmigkeit besitzt, wird dazu die aufgeführten Qualitäten einsetzen und so eine Sprosse<br />
höher auf der Leiter steigen. Je höher er die Leiter erklimmt, je mehr offenbart sich die Gnade Gottes<br />
in seinem Leben, in seinem Fühlen und in seinen Prinzipien. Er fährt fort, mehr und mehr zu lernen,<br />
um bei Gott Annahme zu finden, denn der einzige Weg, das Erbe des Himmels zu erhalten, ist im<br />
Charakter Christus ähnlich zu werden. Das ganze Programm, welches der Barmherzigkeit zu gute<br />
kommt ist das Temperament zu besänftigen, wenn es harsch ist und zu verfeinern, was im Benehmen<br />
grob ist. Die innere Umwandlung äussert sich in äusserlichen Taten. Der Geist Gottes arbeitet mit<br />
Kraft und doch gnadenvoll an der Umwandlung des Charakters. Die Religion Christi wird sich nie in<br />
groben und unhöflichen Taten ausdrücken. Höflichkeit findet sich als eine Tugend in der Bibel. Die<br />
Tugend von geschwisterlicher Freundlichkeit charakterisierte das Leben Christi. Nie wurde auf Erden<br />
solch eine Höflichkeit offenbart, als in Christus und wir können diesen Wert nicht überschätzen.<br />
Manuscript Releases 13, 1884<br />
3<br />
Web Seite: www.adventverlag.ch/egw/