presseheft - Eclipse Filmverleih

eclipse.film.de

presseheft - Eclipse Filmverleih

URSULA STRAUSS JOHANNES KRISCH ORSOLYA TÓTH PÉTER VÉGH

EIN FILM VON ELISABETH SCHARANG

ECLIPSE FILMVERLEIH PRÄSENTIERT EINE KOPRODUKTION DER EPO FILM WIEN, MYTHBERG FILMS BUDAPEST, FILM LINE PRODUKTIONS MÜNCHEN

IN ZUSAMMENARBEIT MIT ORF/FILM FERNSEHEN-ABKOMMEN GEFÖRDERT VON ÖSTERREICHISCHES FILMINSTITUT, FILMFONDS WIEN, LAND NIEDERÖSTERREICH, MMKA UNGARN,

OKM UNGARN KOFINANZIERUNG ERNST JAVOR/FRANKSTAHL, MEDIAFONDS2 MÜNCHEN IM WELTVERTRIEB VON BETA FILM DREHBUCH SILKE HASSLER, PETER TURRINI

CO-AUTORIN ELISABETH SCHARANG CASTING CARMEN LOLEY, MARKUS SCHLEINZER KAMERA JEAN-CLAUDE LARRIEU TON WILLIAM EDOUARD FRANCK

MASKE MONIKA FISCHER-VORAUER KOSTÜM MARGIT SALZINGER SZENENBILD ALEXANDRA MARINGER SCHNITT ALARICH LENZ MUSIK THOMAS JARMER TONSCHNITT JOHANNES KONECNY

TONMISCHUNG RALPH THIEKÖTTER PRODUKTIONSLEITUNG BERNHARD SCHMATZ HERSTELLUNGSLEITUNG DIETER POCHLATKO KOPRODUZENTEN JÓZSEF BERGER, ARNO ORTMAIR

PRODUZENTEN DIETER POCHLATKO, NIKOLAUS WISIAK REGIE ELISABETH SCHARANG

WWW.VIELLEICHT- IN-EINEM- ANDEREN-LEBEN.AT NACH DEM THEATERSTÜCK »JEDEM DAS SEINE« VON SILKE HASSLER UND PETER TURRINI © THOMAS SESSLER VERLAG GMBH WIEN WWW.ECLIPSE-FILM.DE

E C L I P S E

F I L M V E R L E I H


Eclipse Filmverleih

präsentiert

ein Film von Elisabeth Scharang

nach dem Theaterstück »Jedem das Seine« von Silke Hassler & Peter Turrini

© Thomas Sessler Verlag GmbH Wien

KINOSTART 21.06.2012

Österreich / Deutschland / Ungarn, 35 mm, Farbe, 96 Min.

epo-film - Wien mit Mythberg Films - Budapest und Film-Line Productions - München

VERLEIH

ECLIPSE FILMVERLEIH

Kratzerstr. 27, 80638 München

Tel 089 - 200 78 125 • Fax 089 - 157 87 41

presse@eclipse-film.de

www.eclipse-film.de

www.vielleicht-in-einem-anderen-leben.at


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BESETZUNG

Traudl Fasching........................................URSULA STRAUSS

Stefan Fasching......................................JOHANNES KRISCH

Lou Gandolf.........................................................PÉTER VÉGH

Zsuzsa Breuer.................................................ORSOLYA TÓTH

Poldi Schrabacher..................................FRANZISKA SINGER

Werner Springenschmied.................AUGUST SCHMÖLZER

Elias Rotenberg....................................RAFAEL GOLDWASER

Raphael Glasberg.....................................THOMAS FRÄNZEL

Anton Hochgatterer.......................................RAINER EGGER

Viktor Heller..................................................LÁSZLÓ NÁDASI

Hannah König.................................................ILDIKÓ DOBOS

Jakob König.........................................KÁLMÁN KOBLICSKA

Ferdinand von Hammersfeld..............JOACHIM BISSMEIER

Berta von Hammersfeld..............................ELFRIEDE IRRALL

SS Oberscharführer Hans Schöndorf.....ALEXANDER MEILE

Dorfpfarrer.....................................................GÜNTER TOLAR

Hitlerjunge Edi Kropfitsch..............................MARIO FÜRST


STAB

Regie...............................................ELISABETH SCHARANG

Drehbuch.......................SILKE HASSLER, PETER TURRINI

Co-Autorin......................................ELISABETH SCHARANG

Casting.............CARMEN LOLEY, MARKUS SCHLEINZER

Casting Ungarn...............................................VERA VARJASI

Kamera..........................................JEAN-CLAUDE LARRIEU

Ton........................................WILLIAM EDOUARD FRANCK

Schnitt.............................................................ALARICH LENZ

Szenenbild....................................ALEXANDRA MARINGER

Kostüm.................................................MARGIT SALZINGER

Maske....................................MONIKA FISCHER-VORAUER

Musik........................................................THOMAS JARMER

Tonschnitt..........................................JOHANNES KONECNY

Tonmischung........................................RALPH THIEKÖTTER

Produktionsleitung...........................BERNHARD SCHMATZ

Produzenten.....DIETER POCHLATKO, NIKOLAUS WISIAK

Co-Produzenten..........JÓZSEF BERGER, ARNO ORTMAIR

Kinofilm, 96 Minuten | 35 mm, Farbe, Deutsch/Ungarisch

Drehzeit: September – Oktober 2009 | Fertigstellung Juni 2010

Drehort: Passendorf / NÖ

Fotografien | Alfons Kowatsch, Dave Jerrett

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Eine Operette wird zu einem Widerstandslied,

ein Topf Suppe zum Hochverrat und

ein kleines Dorf zeigt seine mörderische Seite.

Mit schwarzem Humor und einem außergewöhnlichen Schauspielerensemble

erzählt der Film von einer Gruppe ungarischer Juden, die in einem österreichischen

Dorf stranden.

Ihr Auftauchen öffnet bei den Einwohnern nicht nur die Ventile für Volkszorn,

sondern weckt auch die Sehnsucht nach einem Leben, in dem Liebe und Musik

ihren Platz haben.

»In den vier Tagen, in denen die Geschichte spielt,

wird über das Schicksal aller Beteiligten neu verhandelt.

Wie immer in Krisenzeiten geht es darum,

auf welche Seite man sich stellt.«

ELISABETH SCHARANG Regisseurin

SYNOPSIS

April 1945: In den letzten Tagen des Krieges lagert eine Gruppe von zwanzig

ungarischen Juden auf ihrem Todesmarsch Richtung KZ Mauthausen in einem

Heustadel am Rande eines kleinen Dorfes. Der Weitermarsch verzögert sich, da

die Befehlskette der SS reißt.

In dieser Situation entwickelt der Häftling Lou Gandolf, ein Opernsänger aus

Budapest, die absurde Idee, mit seinen LeidensgenossInnen die Operette »Wiener

Blut« einzustudieren.

Er will das Mitgefühl der Bäuerin Traudl Fasching rühren – für einen Topf Erdäpfelsuppe

und ein Stück Brot.

Für das Ehepaar Fasching wird die Begegnung mit den Fremden zu einer Chance

für ihre zerrüttete Ehe.

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HISTORISCHER HINTERGRUND

von »Vielleicht in einem anderen Leben«

Die Todesmärsche ungarisch-jüdischer Zwangsarbeiterinnen und

Zwangsarbeiter durch Österreich

Etwa ein Zehntel aller im Zweiten Weltkrieg ermordeten europäischen Juden

stammt aus Ungarn: 600.000 Frauen, Männer und Kinder.

Mehr als zehn Prozent von ihnen sterben zwischen 1944 und 45 als Zwangsarbeiter.

In den letzten Kriegswochen im Jahr 1945 kommt es zu einer beispiellosen Tragödie,

deren Aufarbeitung bis heute andauert: Tausende jüdische Zwangsarbeiter

und Zwangsarbeiterinnen werden auf sogenannten »Todesmärschen« durch die

österreichische Provinz getrieben, bewacht von Leuten des Volkssturms und Teilen

der SS. Ziel ist das Konzentrationslager Mauthausen in der Nähe von Linz.

In diesen letzten Kriegstagen kann man sich nicht länger auf den »Befehlsnotstand«

berufen.

Das grausame und brutale Verhalten von Teilen des Volkssturms und der ländlichen

Bevölkerung ist beispiellos und kostet hunderten entkräfteten Juden bis

hinein in die ersten Friedenstage Anfang Mai 1945 das Leben.

Die Okkupation Ungarns

Trotz Einführung sogenannter »Judengesetze« ist Ungarn bis Anfang 1944 relativ

sicher für die jüdische Bevölkerung. Das ändert sich schlagartig mit dem Einmarsch

der Armee am 19. März 1944.

Unmittelbar nach der Okkupation Ungarns setzt die Deportation ungarischer

Frauen, Männer und Kinder ein. Zwischen dem 14. Mai und dem 9. Juli 1944 werden

unter dem SS-Sondereinsatzkommando Ungarn (SEK) unter der Leitung von Adolf

Eichmann mehr als 430.000 ungarische Juden, antifaschistische Intellektuelle,

Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verhaftet und verschleppt.

Wer nicht sofort in ein Konzentrationslager überstellt wird, kommt in der Landund

Forstwirtschaft, in Industrie- und Gewerbebetrieben, sowie in der Bauwirtschaft

als Zwangsarbeiter zum Einsatz.

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Die Evakuierung

Als sich im Frühjahr 1945 die Rote Armee bedrohlich der österreichischen Grenze

nähert, sollen die ungarischen Häftlinge, die im Arbeitseinsatz sind, und jene

aus den Konzentrationslagern in Frontnähe in Lager im Reichsinneren überstellt

werden, um die Befreiung durch sowjetische Truppen zu verhindern.

Reichsführer-SS Heinrich Himmler erteilt den Befehl zur »ordentlichen« Evakuierung,

die das Leben der Häftlinge nach Möglichkeit schonen soll. Dieser Befehl gibt

den Verantwortlichen die Möglichkeit zur willkürlichen Interpretation. So kommt

es, dass Menschen, die zu schwach sind, um an der Rückführung teilzunehmen,

selten zurück gelassen, sondern ermordet werden.

Organisiert werden diese Transporte von den Gauleitern, die auch den Großteil

des Bewachungspersonals zur Verfügung stellen. Die Transportleitung obliegt

der SS. Begleitet werden die Häftlinge von Angehörigen des Volkssturms, von

Hitlerjungen und der örtlichen Gendarmerie.

Die durch den vorangegangenen Arbeitseinsatz bereits stark geschwächten

Gefangenen legen zu Fuß am Tag bis zu 40 km zurück, müssen in der Regel bei

winterlichen Temperaturen im Freien übernachten und werden nur selten mit

Nahrungsmittel versorgt. Die Wachmannschaften erhalten den strikten Befehl,

sowohl Flüchtige als auch Marschunfähige zu liquidieren, und so kommt es zu

zahlreichen Erschießungen und Massakern.

Vor allem ab Mitte April 1945, also in den letzten Kriegstagen, als die rechtzeitige

Evakuierung von Arbeiterinnen und Arbeitern aufgrund des Vormarsches der

sowjetischen Truppen fraglich wird, fallen hunderte Menschen der Brutalität und

Grausamkeit des Volkssturms, der SS und Teilen der Bevölkerung zum Opfer, die

ihren Blutzoll fordern, bevor sie als Verlierer aus diesem Krieg gehen.

Literatur

GMEINER, Christian [Hg.]: Mobiles Erinnern. Gedenken: Todesmarsch ungarisch-jüdischer Zwangsarbeiter 1944-45; Krems, 2005

LITSCHAUER, Maria Theresia: 6/44-5/45. Ungarisch-Jüdische ZwangsarbeiterInnen; Wien, 2006

REITLINGER, Gerhard: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939-1945; Berlin, 1992

KEIL, Martha; LAPPIN, Eleonore [Hg.]: Studien zur Geschichte der Juden in Österreich, Bd. 2.,

Ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in Österreich 1944/45; Bodenheim/Mainz 1997

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PRODUZENTENSTATEMENT

VON DIETER POCHLATKO

Die Herstellung dieses Kinospielfilmes lag mir besonders am Herzen, da ich bereits

vor einigen Jahren zu den Todesmärschen der ungarischen Juden über den

steirischen Präbichl nach Mauthausen die überaus erfolgreiche Filmdokumentation

»Alles Schweigen« produziert habe, welche u. a. mit dem Volksbildungspreis

1998 ausgezeichnet wurde.

Es war für mich ein besonderer Anreiz, mit den österreichischen Literaten Silke

Hassler und Peter Turrini einen europäischen Kinofilmstoff zu entwickeln. Nachdem

ich gemeinsam mit dem leider so früh verstorbenen Dietmar Pflegerl (Stadttheater

Klagenfurt) sowie mit Silke Hassler und Peter Turrini eine enge kreative

Freundschaft aufgebaut habe, fand ich in dem Theaterstück »Jedem das Seine«

den richtigen Stoff für einen großen europäischen Kinofilm.

Die Bewältigung unserer schwierigen Vergangenheit um 1945 ist international immer

noch ein wichtiges Filmthema. Mit Elisabeth Scharang als Co-Autorin und Regisseurin

sowie der erstklassigen internationalen Besetzung ist schließlich ein Filmkunstwerk

entstanden, dem weltweit großes Interesse entgegengebracht wird.

Mit Mythberg Films Budapest (József Berger) und Film-Line München (Arno Ortmair)

konnte ich erfolgreiche Koproduktionspartner zur Realisierung dieses Vorhabens

gewinnen.

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ÜBER DIE DREHARBEITEN

VON REGISSEURIN ELISABETH SCHARANG

»Über Dreharbeiten am Ende der Welt gleich ums Eck« oder

»Ich weiß nicht, ob ich lache oder weine«

////// THEMA. »NICHT SCHON WIEDER ...

... ein Film, der in der Nazizeit spielt.«

Sagen Sie das auch bei einem Film über Goethe? Oder bei einer Geschichte, die

am französischen Hof spielt? Oder die McCarthy-Ära thematisiert?

Zeitgeschichtliche Themen zu verfilmen hat mit der Neugierde für sich selbst und

seiner Herkunft zu tun. Man kann nur Lehren aus dem ziehen, was man nicht vergisst

– singt Andre Heller über Leon Wolke aus dem zweiten Wiener Hieb.

////// METHODE. EIN CLASH VOR UND HINTER DER KAMERA

Budapest im Sommer 2009. Eine alte Schauspielerin singt den Refrain aus der

Operette »Wiener Blut«. Sie kennt den Inhalt der deutschsprachigen Zeilen nicht.

Sie ist Ungarin. Sie singt das Stück als ein Requiem. Es berührt mich.

Das Casting in Budapest war meine Initialzündung für die Umsetzung dieses

Films.

Eine Operette, die geschrieben wurde, um ein Stück heile Welt darzustellen, in

die kalte Kriegszeit zu verpflanzen und neu zu codieren, ist ein spannender Ausgangspunkt

für eine Geschichte.

Dazu kamen reale Umstände, mit denen ich arbeiten wollte: Ein Sprachen- und

Kulturclash vor und hinter der Kamera.

Der Mischmasch aus Österreichisch, Ungarisch, Französisch und Jiddisch im

Film wie auch am Set hat einer eigenen Form der Kommunikation bedurft.

Wie versteht man einander, ohne die Sprache des anderen zu sprechen?

Und wie übersetzt man Humor?

Wie funktioniert Alltagsfaschismus und wie stellt man Vorurteile bloß?

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DREHORT. VOM STILLSTAND DER ZEIT

Wir haben in einem kleinen, vergessenen Ort im Weinviertel gedreht, gerade einmal

zwanzig Einwohner. Passendorf ist für drei Monate zum begehbaren Filmset mutiert

und seine Bewohner sind FilmdarstellerInnen und InformantInnen geworden.

»Ich kann mich erinnern, wie sie die Juden damals im 45-er Jahr durchs Dorf getrieben

haben«, erzählt die alte Bäuerin. »Ich war 12 oder 13 Jahre.«

Die ungarischen Juden, viele kamen aus Budapest, sie waren auf ihrem Todesmarsch

Richtung Mauthausen, hätten teils bessere Kleidung getragen als die

hiesige ländliche Bevölkerung, wenn auch stark verschmutzt.

»Die Frauen mit Kostüm und viele Männer hatten Hüte auf«, erinnert sich die Alte.

Nun geht wieder eine Gruppe Fremder auf der einzigen Straße durch das Dorf:

zwanzig ungarische SchauspielerInnen mit dem gelben Stern an ihrer Kleidung.

Stünden nicht die grünen Plastikmistkübel und ein alter Ford im Hof, könnte man

schwören, die Uhren sind im Jahr 1945 stehen geblieben.

Die Angst vor den Fremden, deren Sprache und Kultur man nicht versteht, hängt

wie zäher Nebel über dem Land.

////// SCHAUSPIELERINNEN. GRENZGÄNGERINNEN

Im Film ist das Auftauchen der Fremden ein Impuls, der im Hause Fasching verhärtete

Fronten in Bewegung bringt.

Die Geschichte einer fast erloschenen Liebe und der unausgesprochenen Trauer

über den Tod des Sohnes bekommt über das Auftauchen der jüdischen Häftlinge

eine Bühne.

Ursula Strauss als Traudl Fasching hat die Härte ihrer Figur bis in die Fingerspitzen

eingearbeitet. Wenn diese Härte im Lauf der Geschichte rissig wird, fasst ihr

Spiel einem direkt ans Herz.

Gemeinsam mit ihrem Filmehemann Johannes Krisch - ein akribischer Arbeiter,

der alles gibt, wenn man einander vertraut - ging sie während der Dreharbeiten

mehr als nur einmal an ihre Grenzen und darüber hinaus.

Die Konsequenz: Die Unmittelbarkeit der Szenen lässt den Atem stocken.

Wir haben in den intensiven Proben in dem uralten Holzstadel in Passendorf

Wochen vor Drehbeginn die Nuancen und den Handlungsspielraum der Figuren

genau festgelegt.

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Es waren Proben mit einem 25-köpfigen Ensemble.

Bei den Dreharbeiten war der Freiraum für unvorhergesehene Momente, die einem

Film Leben einhauchen, da. Ich saß oft als erste Zuschauerin vor dem Monitor

und mir sind die Tränen herunter gelaufen; ich wusste nicht mehr, ob ich

weine oder lache.

Der Tod und das Leben stehen in dieser Geschichte jeden Moment nebeneinander.

Es gibt so komische Szenen, dass ich oft laut auflachen musste. Und die schmerzhaften

Momente erwischen einen dann umso intensiver.

////// KAMERA. LUST AM SCHAUEN

Was die Bildsprache des Films betrifft, so ist das in drei Worte zu fassen:

Jean-Claude Larrieu.

Er war und ist DoP bei allen Filmen von Isabel Coixet (Mein Leben ohne mich, Elegy

– Die Kunst zu lieben etc.) und ich beobachte die Zusammenarbeit der beiden

seit Jahren. Warum Larrieu tatsächlich in unser Projekt eingestiegen ist, wäre ein

Film für sich, den ich jetzt nicht erzählen werde. Nur so viel: Das Risiko, mit einem

französischen Starkameramann zu arbeiten, dessen Sprache ich nicht spreche

(als anständiger Franzose spricht J.-C. Larrieu schlecht Englisch) und der es mit

einem, im Vergleich, bescheiden finanzierten Projekt zu tun hat, war groß.

Wir beide haben diese Entscheidung keine Sekunde bereut.

Larrieus unbändige Lust am Schauen gepaart mit seiner großen Erfahrung hat

die Zusammenarbeit von Beginn an zu der Wichtigsten in meiner bisherigen Filmlaufbahn

gemacht. Ein großer Glücksfall, wenn auch kein Zufall.

Sowohl bei J.-C. Larrieu als auch bei der Zusage von Orsi Tóth (Women without

men, Delta) für die Rolle der Zsuzsa Breuer, einer textarmen, aber so wichtigen

Rolle neben dem Operettensänger Lou Gandolf, galt: Ich wurde gecastet, nicht

umgekehrt.

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DREHBUCH. RADIKALE EINGRIFFE

Von der Bühne in den Film. Die Drehbucharbeit war ein langer und reibungsvoller

Prozess. Zuerst gab es ein Theaterstück und am Ende einen Film, in dem dreiviertel

der Szenen nur mehr am Rande mit dem Ausgangsmaterial zu tun hatten. Der

starke Fokus auf das Ehepaar Fasching war neu, der Verlauf der Geschichte stark

verändert, die Stimmlage des Films liegt deutlich anders als die des Stücks. Und

die Arbeit am Buch war bis zum Ende des Drehs nicht abgeschlossen.

Die Schlusssequenz habe ich während der letzten Drehtage neu geschrieben,

weil sie mir als das einzig mögliche Ende erschien.

Mein radikaler Umgang mit dem Drehbuch ist für Peter Turrini und Silke Hassler

bestimmt nicht einfach gewesen.

Ab einem gewissen Zeitpunkt schreibt eine Geschichte ihre eigenen Gesetze und

es kann auf Geschmack und Vorlieben keine Rücksicht mehr genommen werden.

Entweder eine Szene funktioniert oder sie funktioniert nicht – dann wird sie gestrichen

oder neu formuliert.

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ELISABETH SCHARANG

REGIE

Geboren 1969, lebt und arbeitet als Drehbuchautorin, Filmemacherin und Radiomoderatorin

in Wien.

Die Autodidaktin ist seit dreizehn Jahren als Dokumentarfilmerin durch alle Genres

und Kontinente unterwegs; oft selbst mit der Kamera in der Hand. Die Kinodokumentation

»Tintenfischalarm«, ein eigenwilliges Portrait von Alex, einer/s

Intersexuellen, feierte 2005 seine Weltpremiere auf der Berlinale und wurde seither

auf über 30 internationalen Filmfestivals gezeigt.

Nach zwei erfolgreichen Fernsehfilmen ist »VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN

LEBEN« der erste Kinospielfilm der Regisseurin.

Filmographie (Auswahl)

2009 VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN

2007 FRANZ FUCHS – EIN PATRIOT (TV-Film)

2007 MEINE LIEBE REPUBLIK

2006 TINTENFISCHALARM

2005 MEIN MÖRDER (TV-Film)

2000 NORMALE ZEITEN

1997 DIE TAGE DER KOMMUNE (TV-Doku)

Auszeichnungen (Auswahl)

2008 Romy Beste Regie für »Franz Fuchs - Ein Patriot«

2008 Erich Neuberg Preis für »Franz Fuchs - Ein Patriot«

2006 FIPA d´Argent Preis der Jury für »Franz Fuchs - Ein Patriot«

2006 FIPA d´Or für den besten Fernsehfilm »Mein Mörder«

2006 Romy Bestes Drehbuch gemeinsam mit Michael Scharang für »Mein Mörder«

2006 ZOOM Festival Bester Film »Mein Mörder«

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URSULA STRAUSS

TRAUDL FASCHING

Geboren am 25. April 1974 in Melk/Niederösterreich.

Sie absolviert eine Ausbildung zur Kindergärtnerin, danach studiert sie Schauspiel

am Wiener Volkstheater (1993 - 1996). Sie spielt zahlreiche Rollen am Theater in der

Josefstadt, am Ensembletheater, am Theater in der Drachengasse und am Volkstheater.

Im Kino spielt sie unter anderem in »Gelbe Kirschen« (Regie: Leopold Lummerstorfer,

2000), »Böse Zellen« (Regie: Barbara Albert, 2003), »Crash Test Dummies«

(Regie: Jörg Kalt, 2005), »Kotsch« (Regie: Helmut Köpping, 2006), »Fallen«

(Regie: Barbara Albert, 2006) und zuletzt in »Revanche« (Regie: Götz Spielmann,

2007).

2008 ging die Polizei-Fernsehserie »Schnell ermittelt«, in der sie die Hauptrolle

spielt, auf Sendung.

Ausbildung – 1993 Matura an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in

Amstetten, 1993 - 1996 Studium an der Schauspielschule Volkstheater

Filmographie (Auswahl)

Theater (Auswahl)

2009 VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN Stadttheater Klagenfurt

2009 MEIN BESTER FEIND

Sommerspiele Melk

2008 REVANCHE

Theater in der Josefstadt

2006 KRANKHEIT DER JUGEND

Ensembletheater Wien

2005 FALLEN

2004 KOTSCH

Auszeichnungen

2003 BÖSE ZELLEN

Spezialpreis der Jury bei der Diagonale 2008

2001 GELBE KIRSCHEN

2010 Romy als beliebteste

Seriendarstellerin für »Schnell ermittelt«

TV (Auswahl)

2007 – 2010 SCHNELL ERMITTELT

2010 WILLKOMMEN IN WIEN

2009 AUFSCHNEIDER

2008 LIVE IS LIFE

2007 EIN HALBES LEBEN

2006 NOVOTNY & MAROUDI

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JOHANNES KRISCH

STEFAN FASCHING

Geboren 1967 in Wien.

Seit 1989 ist er Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. Er arbeitete mit Regisseuren

wie Claus Peymann, Jürgen Flimm, Hans Neuenfels, Ruth Berghaus,

Leander Haussmann, Karlheinz Hackl, Paulus Manker und Philip Tiedemann zusammen.

Krisch spielte weiters bei den Salzburger Festspielen und am Landestheater

Liechtenstein.

Neben seiner Bühnenarbeit übernimmt er immer wieder auch Rollen in Film und

Fernsehen, unter anderem in »Andreas Hofer – Die Freiheit des Adlers« (Regie:

Xaver Schwarzenberger, 2001), »Conny und die verschwundene Frau« (Regie:

Reinhard Schwabenitzky, 2005) und »Schön, dass es dich gibt« (Regie: Reinhard

Schwabenitzky, 2005). Die Rolle des Alex in Revanche (Regie: Götz Spielmann,

2007) ist seine erste Hauptrolle in einem Kinofilm.

Filmographie (Auswahl)

2010 KOTTAN

2010 DIE VATERLOSEN

2009 VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN

2008 BÖSES ERWACHEN

2007 REVANCHE

TV (Auswahl)

2010 TATORT

2010 BAUERNOPFER

2008 SCHNELL ERMITTELT

2007 DER SCHWARZE LÖWE

2002 SOKO KITZBÜHEL

Theater (Auswahl)

seit 1989 Ensemblemitglied des Burgtheaters

Landestheater Liechtenstein

Salzburger Festspiele 1996/2000/2001/2005

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ORSOLYA TÓTH

ZSUZSA BREUER

Geboren 1981 in Ungarn.

Ausbildung – Abgeschlossenes Schauspielstudium an der University of Film

and Theatre in Budapest

Filmographie (Auswahl)

2009 VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN

2009 SUMMER OF 1953

2009 LOURDES

2008 DELTA

2005 MY SINGLES

2004 COLOSSAL SENSATION

2001 PLEASANT DAYS

PÉTER VÉGH

LOU GANDOLF

Geboren 1960 in Budapest.

Ausbildung – Abgeschlossenes Studium an der Hochschule für Theater- und

Filmkunst. Bis 1999 war er Ensemblemitglied des Nationaltheaters, seitdem ist

er freier Schauspieler.

Er hat an allen namhaften ungarischen Bühnen zahlreiche Charakterrollen, wie

z. B. den Don Carlos in Schillers gleichnamigem Stück, den Petrucchio (Der

Widerspenstigen Zähmung/ Shakespeare), oder Su Fu (Der Gute Mann von Sezuan/

Brecht) gespielt. Weiters führt er immer wieder Regie und unterrichtet

Schauspielschüler. Seine populärste Rolle war als Synchronstimme für Cliff Barnes

in der Seifenoper Dallas.

Filmographie (Auswahl)

2009 VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN

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AUGUST SCHMÖLZER / Werner Springenschmied

Geboren 1958 in Graz.

Ausbildung – Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende

Kunst in Graz, Rollenstudium am HB Studio mit Herbert Berghoff in New York

Filmographie (Auswahl)

2009 VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN

2004 OKTOBERFEST

2003 DER UNTERGANG

2002 NACKTSCHNECKEN

TV (Auswahl)

2010 TATORT

2009 SOKO DONAU

2008 JOHANNA KÖCHIN AUS LEIDENSCHAFT

2005-2008 DIE LANDÄRZTIN

2002 AUGUST DER GLÜCKLICHE

RAINER EGGER / Dorfgendarm Anton Hochgatterer

Filmographie (Auswahl)

2009 VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN

2003 WELCOME HOME

2001 VOLLGAS

2000 DIE GOTTESANBETERIN

1997 DER UNFISCH

1997 HASENJAGD

1992 HALBE WELT

1986 PARADISE GMBH

FRANZISKA SINGER / Poldi Schrabacher

Geboren 1986 in Wien.

Ausbildung – Schauspielschule Krauss – Diplom Juni 2007

Filmographie (Auswahl)

2010 WIE MAN LEBEN SOLL

2009 VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN

Theater (Auswahl)

Schauspielhaus Graz

Festspiele Reichenau

Kammerspiele München

Theater in der Josefstadt

TV (Auswahl)

2009 SCHNELL ERMITTELT

2008 KOMMISSAR REX

2006 MUTIG IN DIE NEUEN ZEITEN

2004 TRAUTMANN

2001 ANDREAS HOFER

TV

2010 ASCHENPUTTEL

Theater

Theater in der Josefstadt

Schuberttheater Wien


PETER TURRINI / Buch

Geboren 1944 in St. Margarethen im Lavanttal (Kärnten), Schriftsteller, vor allem

Dramatiker und Drehbuchautor, zunächst Werbetexter. Seine ersten provokanten

sozialkritischen Stücke, »Rozznjogd« (1971) und »Sauschlachten« (1972),

gerieten zu Theaterskandalen. Seine mit Wilhelm Pevny verfasste »Alpensaga«

(6-teilige Fernsehserie, 1976-80; Regie: Dieter Berner), eine kritische Bestandsaufnahme

der Geschichte des österreichischen Bauernstands von der Jahrhundertwende

bis nach 1945, löste heftige Kontroversen aus.

Auch von der 4-teiligen Fernsehserie »Arbeitersaga« (mit Rudi Palla und Dieter

Berner) wurden 1988-90 nur 3 Teile gesendet. Turrini kehrte 1980 mit dem Einakter

»Josef und Maria« zur Bühne zurück und geriet mit Stücken wie »Die Bürger«

(1981), »Die Minderleister« (1988) und »Tod und Teufel« (1990) neuerlich in den

Ruf eines »Skandalautors«. Turrini zählt zu den bedeutendsten Bühnenautoren

deutscher Sprache.

Werkliste (Auswahl)

JEDEM DAS SEINE (mit Silke Hassler)

BEI EINBRUCH DER DUNKELHEIT

ICH LIEBE DIESES LAND

JOSEF UND MARIA

TOD UND TEUFEL

DIE LIEBE IN MADAGASKAR

GRILLPARZER IM PORNOLADEN

ALPENGLÜHEN

MEIN ÖSTERREICH

DIE MINDERLEISTER

DIE ALPENSAGA

DER BAUER UND DER MILLIONÄR

ROZZNJOGD

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SILKE HASSLER / Buch

Geboren 1969 in Klagenfurt. Studium der Literaturwissenschaft in Wien und London,

lebt in Retz. Sie schrieb das Libretto für die Tango-Oper »Azrael« von Dirk

D’Ase und für die Kammeroper »Endlich Schluss« von Wolfram Wagner.

Für ihre Theaterstücke »Kleine Nachtmusik« (UA: Landestheater Niederösterreich,

April 2007) und »Qualifikationsspiel« (UA: Neue Bühne Villach, November 2007)

wurde sie 2005 mit dem „Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich für Literatur“

ausgezeichnet. 2008 bekam sie den »Förderungspreis für Literatur des Landes

Kärnten«. Als Auftragswerk des Stadttheaters Klagenfurt schrieb sie (gemeinsam

mit Peter Turrini) die Volksoperette »JEDEM DAS SEINE« (UA: März 2007), die

unter dem Titel »VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN« verfilmt wurde.

Aufführungen ihrer Stücke in Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Slowakei

und Polen. Im Frühsommer 2007 war sie »Author in Residence« an der University

of New Mexico.

Im März 2011 wird die Komödie »Lustgarantie« an der Neuen Bühne Villach ur-

aufgeführt, im Mai 2011 ihr Stück »Total glücklich« am Theater in der Josefstadt.

Werkliste

TOTAL GLÜCKLICH

LUSTGARANTIE

JEDEM DAS SEINE (mit Peter Turrini)

QUALIFIKATIONSSPIEL

KLEINE NACHTMUSIK

ENDLICH SCHLUSS

AZRAEL

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JEAN-CLAUDE LARRIEU / Kamera

Filmographie (Auswahl)

2009 Vielleicht in einem anderen Leben

2009 Die Schachspielerin

2008 Elegy oder die Kunst zu lieben (Elegy)

2006 Paris, je t´aime

2005 Das geheime Leben der Worte (La vida secreta de las palabras)

2004 Havanna Blues

2003 Mein Leben ohne mich (Mi vida sin me / My Life Without Me)

THOMAS JARMER / Musik

Geboren 1979 in Eisenstadt.

Seit 1996 Teil der Band »GARISH« (Gesang, Text, Multiinstrumentalist)

2001 Abschluss des Studiums Graphik Design, Illustration & Typographie

an der NDU (New Design University – seinerzeit Designzentrum Pöchlarn)

Arbeitet als Komponist, Musiker, Autor und freischaffender Graphikdesigner

in Wien und dem Burgenland.

Veröffentlichungen

2010 GARISH | WENN DIR DAS MEINE LIEBE NICHT BEWEIST (schoenwetter Schallplatten)

2007 GARISH | PARADE (Universal/schoenwetter Schallplatten)

2005 POLMAN REISEN | POLMAN REISEN (schoenwetter Schallplatten)

2004 GARISH | ABSENDER AUF ACHSE (Pate Records/schoenwetter Schallplatten)

2002 GARISH | WO DIE NACHT ERZÄHLT VOM TAG (Pate Records)

2000 GARISH | AMAUROSE PUR (PAM Records)

Filmmusik

2009 VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN Original Soundtrack / Playbacks

2006 GARISH | TINTENFISCHALARM Original Soundtrack (schoenwetter Schallplatten)

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EPO-FILM

Dokumentarfilm Produktionen (Auswahl)

FEENKREISE | 2011 (in Produktion) Regie - Barbara Fally-Puskás

MAXIMILIAN SCHELL – EIN SEHNSÜCHTIGER REBELL | 2010 Regie - Sissi Isabelle Hüetlin

DER FALL BRIEFBOMBEN | 2007 Regie - Elisabeth Scharang

SCHLURF – IM SWING GEGEN DEN GLEICHSCHRITT | 2007 Regie - Monica Ladurner

TOP SECRET – DIE GESCHICHTE DER SPIONAGE | 2006 Regie - Leopold Schmelzer

Kino Produktionen (Auswahl)

ATMEN | 2011 (in Produktion) Regie - Karl Markovics

VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN | 2009 Regie - Elisabeth Scharang

KLIMT | 2004/2005 Regie - Raoúl Ruiz

DER BOCKERER IV – Prager Frühling | 2003 Regie - Franz Antel

BELLARIA – so lange wir leben! | 2001 Regie - Douglas Wolfsperger

MEINE SCHWESTER MARIA | 2001 Dokumentar-Spielfilm, Regie - Maximilian Schell

TV-MOVIE-Produktionen (Auswahl)

DAS MÄDCHEN AUF DEM MEERESGRUND | 2011 (in Produktion) Regie - Ben Verbong

GELIEBTER JOHANN GELIEBTE ANNA | 2009 Regie - Julian Pölsler

FRANZ FUCHS – Ein Patriot | 2007 Spieldokumentation über den Briefbombenleger

Franz Fuchs, Regie - Elisabeth Scharang

MARGARETE STEIFF | 2005 Regie - Xaver Schwarzenberger

DIE SCHWABENKINDER | 2002 Regie - Jo Baier

DIE WASSERFÄLLE VON SLUNJ | 2001 Regie - Peter Patzak

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