Seniorenzeitung vom März 2011

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Seniorenzeitung vom März 2011

Deutschland – Kroatien – Österreich – DeutschlandButzbach – Vilshofen – Rijeka – StariGrad (Hvar) – Dubrovnik – Split – Trogir – Klagenfurt –Mauterndorf – Augsburg – ButzbachAm Sonntag, 1.8.2010, wollen meine FliegerkameradinClaudia und ich nach Kroatien fliegen. Die persönlicheWetterberatung am Freitag ergibt, dass eine Front imAnzug ist, die eine Alpenüberquerung auf Tage unmöglichmachen könnte. Sehr schnell werden wir uns einig: wirfliegen am Samstag. Also wird die halbe Nacht vorbereitetund gepackt. Bei einer Zuladung im Gepäckraum unsererBugrad-Turbo-Dimona (115 PS) von 12 kg muss man (frau)sehr genau überlegen, was man einpackt. Was braucht manunbedingt? „Rei in der Tube“ und pflegeleichte Wäscheund Kleidung. Außerdem Kartenmaterial, ein Netbook mitdem Flugplanungsprogramm, eine Minimalausstattung anHilfsmitteln wie Allzweck-Werkzeug, Hämmerchen zumEinschlagen von Heringen, an denen die Maschine vertäutwird, eine kleine Buddel Motoröl, eine Persenning.Am Samstag scharen sich die fleißigen Heinzelmännchender Butzbacher Technik um unsere Maschine und checkensie gründlich durch. Gegen 14:00 Uhr UTC (koordinierteWeltzeit) flattern wir in Richtung Vilshofen an der DonauBerge zum Greifen nahlos. Dort wird die Dimona am Donauufer verankert undversorgt. Die Männer auf dem Tower empfehlen uns einePension im Ort. Der Besitzer holt uns am Flugplatz ab,was uns einen Gepäckmarsch erspart. Zum Abendessensitzen wir im Wolferstetter Keller und genießen bayrischeSchmankerln. Nach dem Frühstück am nächsten Morgenwerden wir zum Flugplatz gefahren. Der Morgennebelhat sich verzogen. Das Flugwetter wird gut. Wir putzen,checken, beladen und betanken die Maschine, verzollen(Kroatien ist noch nicht in der EU und unterliegt nicht dem ElektroQualität und Servicevom FachmannRuppelHausanschrift Telefon Fax E-Mail Internet OpatijaSchengener Abkommen), geben den Flugplan auf, holenWetter und NOTAMS (Notice to Airmen; Anordnungenund Informationen über unsere Flugstrecke) ein, bezahlenLandegebühr und Sprit – und ab geht die Post.In der Nähe von Bad Füssing überfliegen wir die deutschösterreichischeGrenze. Die Route führt vorbei an MondundAttersee, Wolfgangsee, Ried /Kirchheim. Die Kette derAlpen liegt in ihrer ganzen Pracht vor uns. Rechts sieht manden Dachstein (fast 10.000 ft hoch). Weiter geht es nachNiederöblarn, von dort aus nach Süden über die NiederenTauern (bis zu 8.500 ft). Wir steigen auf 7.500, später auf9.500 ft. Was für eine Aussicht! Man meint, die Gipfelberühren zu können. Wie schön! Uns beide überkommteine große Ruhe, aber auch ein Hochgefühl ob der Gewaltigkeitdes Panoramas, das sich uns bietet. Wie großeWattebäuschchen hängen vereinzelte Cumuli teils unter,teils über uns am Himmel, die den fast surrealen Eindrucknoch verstärken. Wir schwelgen!Die Kontrollzone von Ljubljana in Slowenien müssen wirumfliegen. Die Lotsen von Ljubljana Information reichen unsdirekt an den Tower von Rijeka weiter. Nach Überfliegender Küstenberge muss ich relativ schnell Höhe abbauen.Der Airport liegt auf der Insel Krk. Gegenüber, auf deranderen Seite der Bucht, erstreckt sich die Stadt Rijeka.Wir müssen erst durch den Zoll, betanken, entladen undversorgen dann die Maschine. Ein sehr ritterlicher Kroate,der kein Wort Englisch spricht, hilft beim Festmachen derMaschine und trägt unser Gepäck. Er macht uns mit Händenund Füßen verständlich, dass eine reine Frauencrewungewöhnlich sei. Als im Gebäude eine Dame meint, unsals Passagiere abfertigen zu müssen, erklärt er ihr, wir seien„Gospod - e Pilote“ (Damen Piloten), worauf sie sofort vonuns ablässt.Ein sehr gut deutsch sprechender Taxifahrer bringt uns zumHotel Neboder in Rijeka, ganz in der Nähe der Altstadt.Er rät uns, mit dem Bus nach Opatija, einem der ältestenFremdenverkehrsorte Kroatiens, zu fahren. Dort verbringenwir einen schönen Nachmittag. Das Bad in der Adria hebenwir uns für die Insel Hvar auf.Nach dem Frühstück am nächsten Morgen holt uns unserTaxifahrer ab, um uns zurück zum Flughafen zu fahren. Wirbezahlen die Landegebühr, holen Wetter und NOTAMs,geben unseren Flugplan auf. Das Abfertigungspersonalnotiert unsere Personaldaten gewissenhaft auf einem8


Schmierzettel. Bei brütender Hitze checken und beladenwir die Dimona, und um 9:44 UTC sind wir in der Luft. Wirhaben uns für empfohlene Durchflugrouten für den Sichtflugentschieden, die aus 1.000 ft (300 m) Höhe Traumausblickeauf viele der kroatischen Inseln bieten. Der Flug führtüber die Inseln Cres, Rab, Pag, Dugi, Zirje, vorbei an denKontrollzonen von Zadar und Split. Wir sind ganz bezaubertvon der Schönheit dieser Inselwelt: es gibt mehr als1.200 Inseln. Wir sehen tausende von einsamen Buchten,kleine Strände, Städtchen mit durch Molen geschütztenHäfen, die einer Vielzahl von Booten jeder Größenordnungden sprichwörtlichen sicheren Hafen bieten. Oft siehtman Kreuzfahrtschiffe auf Reede, die sich vermutlich dieschönsten Orte zum Anlegen ausgesucht haben. Ob dieseReisenden aber schönere Blicke auf Kroatien erleben, alswir, möchte ich bezweifeln.Auf der Insel Hvar müssen wir das Küstengebirge überliegenund dann Höhe abbauen. Der Flugplatz ist leicht auszumachen:eine rotbraune steppenartige Fläche inmitteneiner grünen Landschaft. Es ist eine urige Angelegenheit:eine windschiefe Hütte, ein Wohnwagen und sonst nichts.Der Betreiber chauffiert uns die 50 m zum „Flugplatzgebäude“.Wir beschließen, die nächsten Tage in Stari Grad(kroatisch für Alte Stadt) zu verbringen. 2008 wurde die seitder Antike landwirtschaftlich genutzte Ebene östlich derStadt Stari Grad in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbesaufgenommen. Die Insel Hvar ist bekannt für den Anbauvon Lavendel und die Herstellung der daraus gewonnenenProdukte (z. B. Lavendelöl).Bei der Zimmervermittlung erkläre ich auf Englisch, waswir suchen, worauf uns ein junger Mann in blütenreinemdeutsch (geboren und aufgewachsen in Oberhausen)antwortet. Befragt, auf welchem Wege wir auf die Inselgekommen seien, erklärt Claudia ihm, dass wir mit einenPrivatflugzeug angereist seien. Als wir einen Tag später inder Zimmervermittlung unsere Unterkunft bezahlen wollen,werden wir mit dem Ausruf „Sie sind die Pilotinnen!?“ begrüßt.Der Kollege sei tags zuvor sehr „excited“ gewesenund habe allen erzählt, er habe zwei Pilotinnen kennengelernt.Hunger! Wir lustwandeln nicht lange in der malerischenAltstadt mit ihren engen Gässchen, sondern genehmigenuns in einem kleinen Restaurant Oliven, Brot mit Olivenölund Wasser. Und dann geht es zum Strand. Wir finden einekleine befestigte Strandanlage, wo mit Algen bewachseneTreppchen ins glasklare Wasser führen. Wegen der vielenkleineren und größeren Steine, rund geschliffen wie Kiesel,muss man aufpassen, wo man hintritt. Wir genießendas erste Bad im kühlen Wasser der Adria, liegen dannauf Plastikliegen in der schon schwächer werdenden,Am Hafen in Stari Grad auf der Insel Hvaraber noch immer warmenSonne. Der Rückweg in dieStadt entlang der Bucht undvorbei an hunderten Bootenjeglicher Kategorie undPreisklasse zeigt immer wiederpittoreske Ausblicke aufden Hafen und die Altstadt.In einem kleinen InnenhofRoter Lohweg 27 · ButzbachTelefon 06033-9285585fahrzeuglackierung-weil@t-online.deessen wir umgeben von blühenden Bäumen und PflanzenMeeresfrüchte mit dalmatinischer Garnitur (Kartoffel-/Mangoldgemüse) und trinken einheimischen Weißwein.Eigentlich hätten wir die nötige Bettschwere, aber auseinem der Gässchen dringt Blasmusik an unsere Ohren.Eine einheimische Kapelle (einschließlich Tuba) gibt einPlatzkonzert. Das lassen wir uns nicht entgehen. Danachhaben wir allerdings nicht einmal mehr Lust auf einenSchluck Wein auf unserer Terrasse, sondern verfügen unsdirektemang ins Bett.Es folgt ein fauler Tag. Wir nehmen unseren Frühstückskaffeein einer kleinen Bar und verzehren dazu ein HörnchenQueranflug auf die Landebahn12 von LDDU Dubrovnik(Landebahn am rechten oberen Bildrand zu sehen)aus einer nahe gelegenen Bäckerei. Dann pilgern wir zueinem Strand an der Südseite der Bucht, wo wir ausgiebigbaden und uns vorsichtig sonnen (die Sonne ist so intensiv,dass man nach kurzer Zeit in den Schatten ausweicht, woes allerdings recht kühl ist, weil immer ein leichter Windweht). An diesem Abend essen wir auf der Terrasse vorunserer Unterkunft Brot, dalmatinischen Schinken, Käseaus Pag und Früchte und trinken dazu einheimischen, sehrleckeren Wein.Für den nächsten Tag haben wir einen Bootsausflug nachBol auf der Insel Brac gebucht. Die Fahrt dauert 1 ½Stunden. Die Route führt uns vorbei an hunderten kleinenBuchten. An einigen sind einsame Badende, teils auchhüllenlos, auszumachen. Es muss herrlich sein, ein eigenesBoot zu haben und in solchen kleinen Buchten zu ankern,wo man völlig ungestört ist.In der Nähe von Bol liegt die kleine Halbinsel Zlatni Rat,das „goldene Horn“, ein berühmter sichelförmiger Strand,den man mit dem Taxiboot oder einem kleinen Bähnchenerreicht. Dort gibt es ausreichend Liegen und Sonnenschirme(gegen eine angemessene Gebühr zu benutzen),aber man darf sich auch mit einer Luftmatratze oder einemHandtuch dazwischen platzieren. Das Wasser ist herrlichund der Strand besteht aus feinem Kies.Zurück in Stari Grad suchen wir uns ein Restaurant in derAltstadt und feiern unseren letzten Abend auf der Insel.Abreisetag. Früh aufstehen, packen, dann pilgern wir9


Dubrovnik mit der vorgelagerten Insel Lokrumhinunter ins Städtchen. Kaffee und ein Hörnchen in einerBar, dann mit dem Taxi zu unserer Maschine. Wir zahlendie Lande- und Abstellgebühr und tanken Super-Benzinaus einem Kanister. Es ist schon recht heiß, als ich auf derholprigen Piste in Richtung Dubrovnik starte.Wir müssen das Küstengebirge (an dieser Stelle 1.982 fthoch) überfliegen und deshalb tüchtig steigen. Der Flugführt uns wiederum über empfohlene Routen über die InselnKorc v ula und Mljet.Im Endanflug auf die Landebahn von Dubrovnik werde ichaufgefordert, abzudrehen, weil ein Airliner Vorrang hat.Während wir unsere Maschine versorgen, wird vomFollow-me eine gerade gelandete Turboprop-Maschineder französischen Landstreitkräfte auf einen Abstellplatzuns gegenüber geleitet. Die Maschine stellt mit dem Heckzu uns ab. Der Abgasstrahl bläst uns kleine Kieselsteinevom Vorfeld um die Ohren. Wir müssen unser Seitenruderfesthalten, damit nichts passiert. Die jungen Militärs ausRennes sind sehr freundlich, zumal ich sie auf französischauf das Problem anspreche. Sie planen, am Samstag um10.00 Uhr abzufliegen. Also werden wir um 9.00 Uhr dasein, um möglichst weg zu sein, wenn die Franzosen denMotor anlassen.Mit dem Shuttlebus fahren wir nach Dubrovnik. Auf demWeg dorthin kann man schon so manchen Blick auf diewunderschöne Altstadt erhaschen.Die Stadt ist proppevoll! Bei der Zimmervermittlung habenwir – wie meistens – Glück: es gibt ein Privatzimmer imVorort Lapad, zu erreichen mit dem Bus. Der Vermieter holtuns an der Bushaltestelle ab.Danach fahren wir mit dem Bus zurück zur Altstadt. Wir sindhalb verhungert, und eine Pizzeria verführt uns zu einem vielzu opulenten Snack. Also sparen wir uns das Abendessen,bummeln durch die Stadt, die wegen ihrer engen Gassenwunderbar schattig und kühl ist. Die Spuren des Krieges(1991 -1995), in dem Dubrovnik schlimme Zerstörungenerlitten hatte, sind fast nicht mehr auszumachen.Am nächsten Morgen ist der Himmel bedeckt, es nieselt.Wir beschließen, gleich den obligatorischen Rundgang aufder Stadtmauer zu machen. Kaum oben angekommen,lichtet sich die Wolkendecke. Die Sonne brennt ziemlichunbarmherzig auf uns herab. Die Aussicht auf die Stadt, denHafen, die vorgelagerte Otok (Insel) Lokrum ist grandios.Wir sind sehr froh, dass immer wieder kleine Stände dasind, die Erfrischungen und etwas Schatten bieten.Danach erkunden wir die engen Straßen der Altstadt. Diegleiche Absicht haben tausende anderer Touristen. Wennman nicht gerade mit einem Kleinflugzeug anreist und aufstabiles Wetter angewiesen ist, sollte man sich nicht unbedingtden August für einen Besuch der Stadt aussuchen.Trotzdem ist Dubrovnik ein Erlebnis.Ein Dinner in einer Parallelstraße zum Stradun (der Haupt-Flaniermeile) beschließt unseren Tag.Am Abreisetag gönnen wir uns für die Fahrt zum Airport einTaxi. Wir sind vor den Französischen Militärs dort. Allerdingsbraucht bei uns die Abfertigung zu lange. Die Franzosensind vor uns startbereit. Aber wir stehen unserer Dimona,die an riesigen Betonblöcken vertäut ist, bei, als sie denMotor anlassen. Claudia und ich halten jeweils eine Flächefest. Die Franzosen sind so nett, ihre Maschine sofort nachdem Anlassen so zu drehen, dass die Dimona nicht mehrangeblasen wird. Geschafft!Um 8.58 UTC hebt Claudia ab. Unser Traum, über die Altstadtvon Dubrovnik abfliegen zu können, geht leider nichtin Erfüllung, da Dubrovnik im Anflugsektor liegt.Auf dem Weg nach Split fliegen wir über die Insel Šipan,die Halbinsel Pelješak, vorbei an der äußersten östlichenSpitze der Insel Hvar.Nach 1½ Stunden Flugzeit liegt Split vor uns. Auf demAirport herrscht Hochbetrieb. Wir müssen 25 Minuten langWarteschleifen fliegen. Als wir endlich in die Platzrundeeinfliegen dürfen, fragt der Tower, ob wir den anfliegendenAirbus in Sicht haben. Haben wir. Also wird der Anflugverlängert, der Airbus rauscht in gebührendem Abstandan uns vorbei. Wegen der Wirbelschleppen holt Claudiabis hinter Trogir aus.Das Follow-me-Fahrzeug, das auf uns gewartet hat, rastlos. Offensichtlich hat der keine Ahnung, dass ein Motorseglerabhebt, wenn er zu schnell rollt. Auf den Vorfeldstehen links zahlreiche Airliner am Terminal, und rechtssteht ein Airbus A 319 der German Wings, der auf demWeg zur Startbahn ist. Ich denke: „Hoffentlich gibt der nichtGas!“ – in diesem Moment rollt der Airbus an. Wir sind in30 oder 50 Metern Abstand direkt hinter der Maschine. Derrechte Flügel unserer Dimona hebt sich in die Luft. Dannhebt unsere Maschine in dieser abartigen Position vomVOLKER MATTHÄUSuZum Bahnhof 1935510 Butzbach/Nieder-WeiselTelefon (0 60 33) 92 00 73Fax (0 60 33) 92 00 80Mobil (01 71) 3 56 31 23E-Mail vmatthaeus@t-online.deWir zimmernmit Hand und VerstandMonika Tetzner beim Vorflug-Check in Dubrovnik10


Ston auf der Insel Pelješaclast (erbaut von 295 bis 305n. Chr.), der als Alterssitz desrömischen Kaisers Diokletiandiente, zurückzuführen. Erwar der einzige römische Kaiser,der freiwillig aus dem Amtschied. Die Innenstadt vonSplit mitsamt dem Diokletianspalastwurde 1979 von derUNESCO zum Weltkulturerbeerklärt. Wir bummeln durchdie Stadt, und sehen schließlichauf der Strandpromenadeden vorbei schlenderndenMenschen zu. Während derRückfahrt mit der Fähre beobachtenwir am FlughafenSplit den Landeversuch einerAir France-Maschine, diebeim ersten Mal durchstartenJoachim J. W. LummelRechtsanwaltund NotarEhe- und FamilienrechtVertragsrechtStraßenverkehrsrechtGrundstücksrechtWohnungseigentumsrecht11Boden ab. Claudia stemmt sich ins Ruder und gibt Gas,und innerhalb von Sekunden sind wir aus dem Bereich desTriebwerkstrahls heraus und die Dimona steht wieder aufihren drei Rädern, und die sind auch noch alle dran.Nach dem Abstellen zeigt sich, dass wir mit der linkenFläche Bodenberührung hatten. Lack und Grundierungsind auf einer doppelt-handtellergroßen Fläche abgerieben.Wir sind der Meinung, dass wir die Maschine weiter fliegenkönnen, was uns die Technik aus Butzbach später auchbestätigt Uns sitzt der Schreck in den Gliedern. Der AirportManager besichtigt den Schaden, und wir müssen eineUnfallmeldung machen, wie sie bei allen Luftfahrtunfällenvorgeschrieben ist.Der Airport Manager hatte uns empfohlen, in Trogir zuübernachten. Die Zimmervermittlung vermietet uns einkleines Zimmer direkt in der Altstadt. Wir haben nur einpaar Schritte zurückzulegen und sind „mitten drin“.Trogir zählt seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO.Eine private Stadtführung mit Milan, der ein abenteuerlichesDeutsch spricht, vermittelt sehr viel Wissenswertes überdiese schöne Stadt, die einen Besuch lohnt.Wir nehmen unser Abendessen, diesmal einheimischeSpezialitäten, in einer kleinen Konoba in einem gepflegtenInnenhof ein und beenden den aufregenden Tag mit einemSlibowitz.Sonntag. Wir stehen früh auf, trinken auf dem Platz vor derKirche einen Kaffee und gehen dann zum Bootsanlegerauf der vorgelagerten Insel C v iovo, wo wir die Fähre nachSplit nehmen wollen. 1½ Stunden Bootsfahrt, die uns nichtlang werden.Die Ursprünge der Stadt Split sind auf den Diokletianspamussund beim zweiten Versuch die gesamte Länge derPiste ausnutzt und dann zurück rollen muss. Da war ClaudiasLandung doch viel, viel besser.Den Abend beschließen wir in einer Konoba mit dem bezeichnendenNamen „The End“. Nachdem an den letztenbeiden Tagen eine Alpenüberquerung wetterbedingt unmöglichgewesen wäre, soll es am nächsten Tag wieder inRichtung Heimat gehen.Wir nehmen einen frühen Bus zum Airport, nehmen unsZeit für ein kleines Frühstück, zahlen die Landegebühr,lassen uns NOTAMs und Wetter ausdrucken, checken dieDimona, tanken – und dann geht es los. Wir fliegen vorbeian Sibenik, von dort eine kurze Strecke in nördlicher Richtungins Landesinnere, lassen diesmal die Kontrollzone vonZadar links liegen. Nach Passieren der Inseln Pag und Rabdrehen wir nach Norden ab.Laut Wetterbericht sollten wir keine Probleme bei derAlpenüberquerung haben. Sollten! Beim Verlassen derKüstenregion bilden sich erste größere Kumuluswolken.Wir passieren die Grenze nach Slowenien. Die Wolkentürmen sich immer höher. Ich steige auf 6.500, 8.500,10.500, 12.500 ft. Bei 13.000 ft sehen wir ein, dass dieWolken zu mächtig sind, um von uns überflogen werdenzu können. Auf Rückfrage teilt uns der Lotse mit, dass dieWetterbedingungen in Klagenfurt, unserem Zielflugplatz,gut seien. Das hilft uns aber im Moment nicht weiter, dennnachlassende Leistung zeigt an, dass wir es mit einer beginnendenVergaservereisung zu tun haben. Also bauenwir in der Kontrollzone von Ljubljana mit Zustimmung desLotsen Höhe ab und fliegen abweichend von der geplantenRoute bei Jesenice in das Sava-Tal ein. Die Berge amSüdrand des Tals, die Julischen Alpen, sind bis zu 9.000ft hoch, am Nordrand, die Karawanken, immerhin 7.000 ft.Trogir, beim Anflug auf den Flughafen Split§Otfried SchwarzRechtsanwalt und NotarFachanwalt für ArbeitsrechtSchlichter der RA-Kammer FfmArbeitsrechtEhe-, Familien- und ErbrechtMiet- und PachtrechtStraf- und OrdnungswidrigkeitenrechtImmobiliarrechtKanzleianschrift: Badborngasse 1 A (gegenüber Limesgalerie), 35510 ButzbachTelefon (0 60 33) 9 80 09-0 · Fax (0 60 33) 9 80 09-15


„Claudia Winkler und Monika Tetzner vor der D-KOMH inMauterndorf (Kärnten)“Die südlichen Gipfel hüllen sich in Wolken, man sieht nurschroffe Bergflanken, die dann in den Wolken verschwinden.Die Bergkette im Norden ist zwar überwiegend frei,aber die Lücke zwischen Gipfeln und Wolkenuntergrenzelässt ein Durchhuschen nicht zu. Wir beschließen, noch5 Minuten geradeaus zu fliegen. Wenn sich bis dahin keineMöglichkeit ergibt, den Gebirgskamm, der zwischen unsund Österreich liegt, zu überwinden, werden wir umdrehenund in Ljubljana landen.Plötzlich sehen wir – kurz vor der Grenze zu Italien - rechtsden Wurzenpass (3.594 ft), der frei ist. Die Wolkenuntergrenzeist dort ein klein wenig höher, als in der Umgebung.Das ist unserer! Wir sind drüber und in Österreich. Bis nachKlagenfurt ist es ein Klacks. Wie vorhergesagt, ist dasWetter dort ausgezeichnet. Nach 3 Stunden und 2 Minutenlanden wir in Klagenfurt.Auftanken, eine Kleinigkeit essen, Landegebühr bezahlen.Inzwischen hat Hubert, ein Butzbacher Fliegerkamerad, derin Kärnten lebt und in Mauterndorf, dem höchstgelegenenFlugplatz Österreichs (3.642 ft), fliegt, angerufen. Er ist derMeinung, die Strecke nach Mauterndorf sei fliegbar, wennwir den Tälern folgen. Darin haben wir ja nun Übung. AlsoFlugplan für das Verlassen der Kontrollzone von LOWKKlagenfurt und heidewitzka! ab nach Mauterndorf. Auchdiesmal liegen die Wolken auf den Gipfeln auf. Wien Informationlässt uns nach eigenem Ermessen steigen. Wirfliegen in 6.000 ft durch die Täler. Wien möchte, dass wirden Beginn des Sinkfluges nach Mauterndorf melden,aber aufgrund unserer geringen Flughöhe haben wir denFunkkontakt zu Wien verloren. Also melden wir uns inMauterndorf zur Landung. Wir landen auf dem wunderschönenGrasplatz. Die Freude ist groß: wir sind die erstenButzbacher Kameraden, die Hubert besuchen. Inzwischenhat Wien Information schon in Mauterndorf angerufen unddie Bestätigung erhalten, dass wir sicher gelandet sind.Wir versorgen die Maschine, hangarieren und fahren mitHubert nach Ebene Reichenau, wo er mit seinem Hund Baldurein uriges kleines Bauernhaus bewohnt. Wir verbringeneinen sehr gemütlichen und zünftigen Abend mit von Hubertzubereiteten Leckereien. Todmüde fallen wir danach in dieJana Dietz06033/749593Fußpege bei Ihnen zu Hauseauch für Diabetiker · HühneraugenentfernungGutscheine erhältlichrot karierten Betten. Der einzige Laut, den man hört, istdas Plätschern einer kleinen Quelle … Wir hören ihn nichtlange, sondern schlafen tief und traumlos.Als wir aufwachen, geht Hubert gerade zur Jagd. Wir sollenuns Zeit lassen. Die umliegenden Berge liegen in Wolken –aber es wird noch …. Nach einem ausführlichen Frühstück,fahren wir mit Hubert wieder nach Mauterndorf. Inzwischenhaben sich die Wolken gehoben. Die Alpen-Experten sagenuns eine tolle Alpenüberquerung voraus. Nach dem Startmüssen wir tüchtig Höhe aufnehmen. Die umliegendenBerge sind sehr hoch, über 7.000 ft. Wir müssen in RichtungBerchtesgaden über die Radstädter Tauern (8.800 ft) undvorbei an den Salzburger Kalkalpen (9.649 ft). Auch heutesind die Wolken höher, als vorhergesagt. Wir müssen öftersden Kurs wechseln, um bauschige Cumuli zu umfliegen.Bei 13.000 ft fragt Salzburg Radar: „Mädels, wie hoch wolltIhr denn noch?“. Da unser Vergaser wieder vereisen will,ziehen wir vor, weiter um die Wolken herum zu kurven undnicht höher zu steigen. Der Ausblick auf die Berge unteruns ist unbeschreiblich.Das mag der Grund für Bergsteiger sein, die einen gefährlichenAufstieg unternehmen: die Aussicht! Ich habe seltenso etwas Gewaltiges und unglaublich Schönes gesehen.Man kommt sich ganz klein und unbedeutend vor. Wir werdenhinterher feststellen, dass unsere Fotos dem Erlebtenin keiner Weise gerecht werden. Es ist phantastisch!Als ich in einiger Entfernung in nordöstlicher Richtung SalzburgAirport sehe, bin ich sicher, dass wir nicht umkehrenmüssen, sondern unseren Flug wie geplant mit einer Stationin Augsburg nach Butzbach fortsetzen können. Schließlichliegt links unter uns der Königssee. Linkerhand der Watzmann(8.901 ft) hüllt sein Haupt in Wolken. Dann werdendie Berge, die zwischen uns und dem Chiemgau liegen,niedriger.Dann liegt derChiemsee vor uns.Wir unterfliegenden kontrolliertenL u f t r a u m v o nMünchen, lassenden Flugplatz vonOberschleißheimrechts liegen, überfliegendann denKönigssee und Watzmann in WolkenFlugplatz Dachau,wo ich 2001 einenfabrikneuen Motorseglerder Marke „Falke“ bei Scheibe Flugzeugbau abgeholthatte, und werden schließlich angewiesen, einem Düsen-Hubschrauber in gebührendem Abstand auf die Landebahnvon Augsburg zu folgen. Augsburger Weißwürste sindbesser, als die Münchner – das weiß ich schon lange. Hierbestätigt sich das erneut in der Flugplatz-Gaststätte. Fehltnur noch ein frisch gezapftes Weißbier. Aber da müssenwir uns noch bis zum Abend gedulden.Vorbei geht es an Donauwörth, Nördlingen, Dinkelsbühl,Walldürn, Mainbullau und Aschaffenburg. In der Ferne istschon das Kraftwerk in Großkrotzenburg zu sehen. Dasist schon Heimat; hier brauchen wir keine Karte mehr. Wirkennen sozusagen jeden Baum. Als wir dann kurz vor demFunkfeuer Metro einen anderen Butzbacher Flieger imFunk hören, können wir es kaum erwarten, in Butzbach zulanden, wo uns unsere Männer und zahlreiche ButzbacherFliegerkameraden schon erwarten.Es war eine tolle Tour, wenn auch nicht ohne Herausforderungen,aber auch mit vielen Highlights. Mal sehen, wohines uns nächstes Jahr treibt …..Monika Tetzner12

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