Broschüre (3.5 MB) - Haus der Zukunft

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Broschüre (3.5 MB) - Haus der Zukunft

Haus der ZukAktuelle ErgebnisseHaus der Zukunfterweiterte Neuauflage 2007


unftImpressumEigentümer, Herausgeber und Medieninhaber:Bundesministerium für Verkehr,Innovation und Technologie (BMVIT)Renngasse 5, 1010 WienFür den Inhalt verantwortlich:Abteilung für Energie- und UmwelttechnologienLeitung: DI Michael PaulaRedaktion, Layout und Produktion:Projektfabrik Waldhör KEGWähringer Straße 121/3A-1180 WienFotos und Abbildungen:aus den ProjektenDruck:AV+Astoria Druckzentrum GmbHFaradaygasse 6A-1030 Wien3. aktualisierte Auflage


VorwortDer Klimaschutz ist eine unserer vordergründigenpolitischen Herausforderungen.Die Steigerung der Energieeffizienzim Neubau und in der Sanierung ist einBereich, in dem es herzeigbare Erfolgegibt. Österreich ist einer der Pioniere imBereich intelligenter Gebäudekonzepte,nicht zuletzt dank des impulsgebendenForschungsprogramms "Haus derZukunft". Verglichen mit dem 70-erJahre Standard verbraucht ein neuesPassivhaus nur mehr 10% der Energiebei gleicher Nutzfläche. Im Bereich derthermisch-energetischen Sanierung könnenEinsparungen von bis zu 90% erzieltwerden. Das bedeutet, dass im selbenAusmaß weniger Treibhausgase in dieAtmosphäre gelangen. Würde in allenBereichen eine vergleichbare Entwicklungstattfinden, wäre das Erreichen derKyoto-Ziele um einiges leichter.Passivhäuser sind zweifelsohne „Häuserder Zukunft“. Sie erfüllen die Kriteriender Energieeffizienz und der Nutzungerneuerbarer Energiequellen – insbesondereder Solarenergie - in außergewöhnlichhohem Maß. Die Gebäude, die imRahmen des Programms „Haus derZukunft“ als Demonstrationsgebäudegefördert wurden und von denen Sieeine Auswahl der Besten im BereichSanierung und Neubau in dieser Broschürefinden, erfüllen aber noch höhereErwartungen: Sie zeigen Energieeffizienzüber den gesamten Lebenszyklus,die Baumaterialien wurden unter demAspekt der Ressourcenschonung ausgewähltund oft kamen nachwachsendeRohstoffe zum Einsatz. Die BewohnerInnenund NutzerInnen dürfen sich übereinen sehr hohen Komfort und eine starkeAnpassung an ihre Bedürfnisse freuen- und das bei Kosten, die mit denErrichtungskosten von konventionellenGebäuden durchaus vergleichbar sind.Insbesondere zum letzten Aspekt wurdenumfangreiche sozio-ökonomischeUntersuchungen durchgeführt.Die hohe Qualität und die Vielfalt derHaus der Zukunft“ - Forschungsprojekteliegt im überdurchschnittlichen Engagementund in der hohen Kooperationsbereitschaftvon Unternehmen, Planer-Innen und ForscherInnen begründet. Esist entscheidend, das Thema im Sinneeiner starken Bewusstseinsbildung breitzu kommunizieren, diese Broschüre solldazu beitragen.Werner FaymannBundesminister für Verkehr,Innovation und TechnologieWien, März 20071Haus der Zukunft


Demonstrationsgebäude "Haus am Mühlweg" – Passivwohnhaus in Holzmischbauweise, Wien, 21. BezirkHaus der Zukunft 2


InhaltsverzeichnisImpulsprogramm "Nachhaltig Wirtschaften"...................................................................4Programmlinie "Haus der Zukunft"..................................................................................5Innovative BaukonzepteChristophorusHaus.........................................................................................................6Passivhaus-Kindergarten Ziersdorf..................................................................................8Schiestlhaus am Hochschwab......................................................................................10Utendorfgasse, Wien 14...............................................................................................12Ökologisches Gemeindezentrum Ludesch...................................................................14SOL4 Büro- und Seminarzentrum Eichkogel................................................................16"einfach: wohnen" - Solarcity Linz Pichling....................................................................18S-House: Planen und Bauen für die Zukunft..................................................................20Lehm-Passivbürohaus Tattendorf.................................................................................22SanierungsprojektePassivhaus-Schulsanierung Schwanenstadt.................................................................24Haus Zeggele in Silz.....................................................................................................25Technologie- und KomponentenentwicklungenVIP: Entwicklung von Vakuumisolationspaneelen.........................................................26Biofaserlehm-Platte......................................................................................................28GREENoneTEC Fassadenkollektoren............................................................................30INTERNORM ed[it]ion 4 - Vetro-Design Fenster............................................................32BegleitprojekteFilm "Bauen mit Hausverstand – Das Haus der Zukunft"...........................................34Film Baudokumentation........................................................................................34Passivhaus Objektdatenbank........................................................................................35Informationsplattform "Haus der Zukunft"....................................................................35Forschungsforum Nachhaltig Wirtschaften...................................................................35Transfer von Forschungsergebnissen aus "Haus der Zukunft"......................................363 Haus der Zukunft


ChristophorusHausDas höchst aktive PassivhausDas multifunktionale Betriebs- und Verwaltungsgebäudewurde nach modernsten Erkenntnissen inPassivhausstandard und nachhaltiger Holzbauweiseerrichtet.Das ChristophorusHaus dient als Bürogebäude fürdie Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft MIVAund deren Beschaffungsbetrieb BBM sowie alsLogistik-, Kultur- und Veranstaltungszentrum und istder erste dreigeschoßige Holzrundbau in Passivhaus-Bauweisein Österreich. Die wichtigsten Zielsetzungenbei der Planung und Umsetzung diesesinnovativen Gebäudes waren die Reduzierung desEnergieverbrauchs und die Verwendung von Bauteilenaus nachwachsenden Rohstoffen.In einem ganzheitlichen Planungsprozess habenExperten aus den unterschiedlichsten Bereicheneng zusammengearbeitet. Die MitarbeiterInnendes BBM konnten ihr spezielles Know-How imBereich Ökologie und Energiewirtschaft einbringen,das sie sich als Dienstleister bei Projekten derEntwicklungszusammenarbeit in den Ländern desSüdens erworben haben. Ein Energietechnikteamder ARGE Erneuerbare Energie (AEE INTEC) war inden gesamten Planungsprozess integriert undkonnte durch Modellierung und Simulationen in derdynamischen Umgebung TRNSYS die Architekturund Bauweise entscheidend mitgestalten.Im Herbst 2003 wurde das ChristophorusHausnach nur neun Monaten Bauzeit fertiggestellt.Zur Eröffnung des Gebäudes erfolgte bereits dieZertifizierung durch die Passivhaus Dienstleistungsges.m.b.H.Darmstadt. Folgende Passivhaus-Wertewurden erreicht:> Heizwärmebedarf: 14 kWh/m 2 a> Drucktestluftwechsel bei 50 Pa: 0,40 h -1> Primärenergiebedarf gesamt (Heizung, Warmwasserbereitung,Lüftung, Hilfsstrom, regenerativeKühlung): 49 kWh/m 2 aDie Gesamtnutzfläche des Hauses beträgt2.096 m 2 . Es ist in vieler Hinsicht ein Prototyp, derneue Maßstäbe setzt. Die Konstruktion besteht zueinem hohen Anteil aus Holz- und Holzwerkstoffen.Das Gebäude wurde aus ca. 90 vorgefertigten Elementenhergestellt. Rund 175 m 3 Vollholz undBrettschichtholz sowie über 7.000 m 2 Holzwerkstoffplattenwurden verarbeitet. Für die Wärmedämmungkamen ausschließlich ökologischeDämmstoffe (Hanf, Zellulose und Steinwolle) zumEinsatz. In die Gebäudehülle wurde eine 33 m 2große Solarfassade integriert.Für Wärme und Kühlung sorgen 8 x 100 m Duplex-Erdsonden. Bei Heizbetrieb dienen diese als Wärmequellefür eine Wärmepumpe. Im Sommer wirddasselbe System als Wärmesenke ohne Einsatzvon Energie genutzt. Die Verteilung im Haus erfolgtüber 560 m 2 Heiz- und Kühldecken bzw. Fußbodenelementen.Der Strombedarf für die Wärmepumpewird von einer netzgekoppelten 9,8 kWp-Photovoltaikanlagebereitgestellt. Die Frischluftversorgungregeln zwei getrennt kontrollierte Be- und Entlüftungsanlagenmit Wärmetauscher.Ein eigenes Wasserkonzept führt zuerheblichen Einsparungen beimTrinkwasserverbrauch. Grauwasserund Regenwasserwerden über eine Pflanzenkläranlagegereinigtund als Brauchwasser fürWC-Spülung, Autowaschanlageund Bewässerung genutzt.Für die Warmwasserbereitungwurde eine 6 m 2 großeSolaranlage installiert.Haus der Zukunft 6


Innovative BaukonzepteInnovationen> hoher Anteil an Baumaterialien aus nachwachsendenRohstoffen> Einsatz neu entwickelter ökologischer Massivholz-Passivhausfenster> optimiertes Energiekonzept basierend auf dynamischerGebäude- und Anlagensimulation> innovatives Kühl- und Lüftungskonzept mit neuentwickelter bzw. angepasster Technik> Wassernutzungskonzept für eine nachhaltigeRessourcennutzung> optimierte TageslichtführungFertigstellung:2003 in Stadl-Paura, OberösterreichKontaktBBM Beschaffungsbetrieb der MIVADir. Franz X. KumpfmüllerMiva-Gasse 3A-4651 Stadl-PauraTel.: +43 (0)7245/28636 0bbm@miva.atwww.miva.atArchitektenDI Arch. Albert P. Böhm, LinzMag. Arch. Helmut Frohnwieser, LinzProjektpartnerAEE Intec Arbeitsgemeinschaft ErneuerbareEnergie, GleisdorfHolzbau Obermayr GmbH, SchwanenstadtJosko Fenster und Türen GmbH, KopfingEnergiesysteme Schloßgangl GmbH & Co KG,SteyrEcoSan Club, Wien / WasserkonzeptEBP-Eduard B. Preisack, Perg / Bauleitung


Passivhaus-Kindergarten ZiersdorfErster öffentlicher Passivhauskindergarten Österreichs, errichtet nachökologischen und energietechnisch optimierten GrundsätzenNach Analyse der Rahmenbedingungen und Ausschreibungvon Varianten kam folgendes Baukonzeptzur Ausführung:Eingang, Verwaltung und Gemeinschaftsräume deskompakten Gebäudes sind nach Nord-Westen ausgerichtet,ein Vorplatz dient als halböffentlicherRaum. Die Gruppenräume sind entsprechend demNutzungszeitraum nach Süd-Osten orientiert undüber eine Terasse mit großem Vordach direkt mitdem Garten verbunden. Die Garderobenbereiche,auch als erweiterte Spielfläche nutzbar, erschließenjeweils zwei Gruppenräume, deren differenzierteGestaltung auf die kindlichen Bedürfnisse abgestimmtist. Die Lichtführung passiert durch die tiefenFenster in der "dicken Wand" (hier befinden sichSitznischen), zusätzliche Oberlichten ermöglichenabwechslungsreiche Aus- und Einblicke.Zielsetzung dieses Bauprojekts war es, ein öffentlichesGebäude mit spezifischen NutzerInnenanforderungenin Passivhaus-Technik und vorwiegendmit lokal verfügbaren Baustoffen zu errichten. VonBeginn an wurde die örtliche Bevölkerung in dasgeplante Vorhaben miteinbezogen. KontroversielleDiskussionen innerhalb der Gemeinde Ziersdorf trugendazu bei, Informationen weiterzugeben undbestehende Vorurteile abzubauen.Das Konzept eines Kindergartens in Passivhausbauweisestellt spezifische Herausforderungen anPlanung und Umsetzung:> Pädagogische Anforderungen stehen teilweiseim Widerspruch zur optimalen Passivhaus-Planung (hell/dunkel, hohe/niedrige Bereiche).> Bei der Wärmebedarfsberechnung mussten dieeingeschränkten Nutzungszeiten und hohe Personenabwärmein der Hauptnutzungszeit berücksichtigtwerden.> Durch die unterschiedliche Nutzung diverserRäume (multifunktionale Räume, Bewegungsräume,Nebenräume) entstanden spezifischeAnforderungen an Heizleistung und Frischluftbedarfsowie an das Raumklima (Raumluftfeuchte,CO 2 -Konzentration, thermische Behaglichkeit).Die Außenwände sind in Leichtbauweise mitLehmputz und 36 cm Zellulosedämmung ausgeführt.Eine Südwand wurde mit einer 47 cm starkenStrohdämmung ausgestattet. Bei den Zwischenwändenwurde Schafwolle als Dämmstoff verwendet.Das Dach wurde mit einem Akustikputz versehenund ebenfalls mit Zellulose gedämmt. Die verwendetenPassivhausfenster bestehen aus einerHolzkonstruktion (massiver Holzkern mit Faserlex-Dämmmaterial) und einer Aluschale.Die Lüftung erfolgt über eine zentrale Lüftungsanlagemit Speicherplatten als Wärmetauscher (93 %Wärmerückgewinnung und 40 % Feuchterückgewinnung).Die Zuluft wird mit Hilfe eines Einfamilienhaus-tauglichenPelletsofen (2-10 kW) nacherwärmt,der auch den Eingangsbereich mit Strahlungswärmeversorgt.Das Warmwasser wird mit Hilfe eines 8 m 2 großenSolarkollektors und 500 Liter fassenden Schichtspeichersaufbereitet.Haus der Zukunft 8


Innovative BaukonzepteInnovationen> integraler Planungsprozess> hohe Anforderungen durch spezifische Nutzer-Innenbedürfnisse> Passivhausstandard:Heizwärmebedarf: 14,3 kWh/m 2 Jahr (gedecktdurch Einfamilienhaus-tauglichen Pelletsofen)Drucktestluftwechsel bei 50 Pa: 0,37 h -1U-Werte: Außenwand 0,10 W/m 2 K,Dach 0,09 W/m 2 K, Gesamtfenster 0,79 W/m 2 KFertigstellung:2004 in Ziersdorf, NiederösterreichKontaktah3 architekten zt gmbhGeschäftsführer DI Johannes KislingerHauptplatz 3A-3580 HornTel.: +43 (0)2982/20800office@ah3.atwww.ah3.atProjektpartnerIBO Österreichisches Institut für Baubiologieund -ökologie, WienTB Käferhaus GmbH, WienTV-DokumentationÜber den "Passivhaus-Kindergarten Ziersdorf"wurde im Film "Bauen mit Hausverstand– Das Haus der Zukunft" berichtet.Weitere Infos zur DVD auf Seite 34.Auszeichnungen:> Beste Platzierung bei der ersten, österreichischenGebäudebewertung TQB (Total Quality Building),das vom Österreichischen Ökologieinstitut für dasbmvit entwickelt wurde (www.argetq.at). DerPassivhauskindergarten Ziersdorf bekam dieBewertung 4,54 von der bestmöglichen 5.> Ökomanagement Klimapreis 2006, verliehen durchdie NÖ Landesregierung.> Anerkennung im Rahmen des Staatspreises fürArchitektur und Nachhaltigkeit vom Lebensministerium2006> Nominierung für den Holzbaupreis 2004.9Haus der Zukunft


Schiestlhaus am HochschwabEnergieautarker alpiner Stützpunkt in PassivhausbauweiseDas Schiestlhaus des Österreichischen Touristenclubs(ÖTK) liegt auf 2154 m am Gipfelplateau desHochschwab. Das 120 Jahre alte Gebäude, das ineinem sehr schlechten Zustand ist, sollte durcheinen Neubau ersetzt werden. Geplant wurde einDemonstrationsprojekt für solares und ökologischesBauen in alpinen Insellagen, bei dem nachhaltigeTechnologien und ein intelligentes Raumkonzeptunter extremen Bedingungen getestetwurden. Das Schiestlhaus ist die erste Schutzhüttein Passivhausbauweise in Österreich. Die hiererprobten Lösungen können in der Folge mit geringenModifikationen im gesamten Bereich gemäßigteralpiner Lagen angewendet werden.Der Entwurf erfolgte nach den Grundsätzen dessolaren Bauens. Das in dieser Höhe besonders günstigeStrahlungsangebot der Sonne wird aktivgenutzt. Schutzhütten stellen in Bezug auf dieGebäudenutzung eine Sonderform dar, da dieAnzahl der NutzerInnen, abhängig von Jahreszeit,Wochentag, Saison und Wetter, stark schwankt.Daher wurde ein flexibles Gebäudekonzept entwickeltund das Haus in verschiedene Klimazonenunterteilt. Rund um eine ständig beheizbare Kernzone(Küche, Gaststube, Personalräume) sind weitereRaumzonen angeordnet, die je nach Bedarf andas Lüftungssystem angeschlossen werden können.So kann der "aktive" Bereich der Schutzhütte jenach Anforderung wachsen und auch wiederschrumpfen.Für die Konstruktion wurde der Baustoff Holzgewählt, da er den extremen Anforderungen (Belastungenaus Wind- und Schneelasten, geringeTransport- und Montagekosten) optimal gerechtwird. Maßgenauigkeit, Vorfertigung von Elementen,kurze Bauzeit und Passivhausqualität warenmit dem Holzbausystem gut erreichbar.Die extreme Lage und die Konzeption der Schutzhütteerforderten ein übergreifendes Gesamtkonzeptfür die Energieversorgung und die Haustechnik.Aufgrund der eingesetzten Passivhaustechnologien,der thermischen Nutzungszonen und desEinsatzes von kontrollierter Be- und Entlüftung (Lüftungsgerätemit hocheffizienten Wärmerückgewinnungssystemen)kann die Raumheizung des Hausesbei Vollbelegung thermisch autark betriebenwerden.Die Südfassade wurde als Energie-Fassadensystemausgebildet, wobei 46 m 2 für die thermischeEnergiegewinnung mittels fassadenintegriertenSolarkollektoren vorgesehen sind. Eine 7,5 kWp-Photovoltaikanlage mit einer Gesamtfläche von68 m 2 deckt bei durchschnittlicher Sonnenscheindauermehr als 60 % des jährlichen elektrischenEnergiebedarfs. Den Rest liefert ein rapsölbetriebenesBlockheizkraftwerk.Da keine Quellen zur Verfügung stehen, wird dasgesamte Brauch- und Trinkwasser aus Niederschlägengesammelt. Das Regenwasser wird gespeichertund in einer eigenen Anlage gereinigt und zuTrinkwasser aufbereitet. Alle Abwässer werdenüber eine mehrstufige, vollbiologische Abwasserreinigungsanlagemit UV-Entkeimung aufbereitet.Die festen Reststoffe werden mit den regelmäßigenVersorgungsflügen ins Tal entsorgt.Haus der Zukunft 10


Innovative BaukonzepteInnovationen> erste Schutzhütte in Passivhausqualität> flexibles Gebäudekonzept mit unterschiedlichenKlimazonen> hocheffizientes Belüftungssystem> autarke Energieversorgung> ausschließlich Regenwassernutzung> AbwasserreinigungsanlageFertigstellung:2005 auf dem Hochschwab, SteiermarkKontaktpos architekten ZT KEGArch. Fritz OettlTel.: +43 (0)1/4095265office@pos-architekten.atwww.schiestlhaus.atwww.pos-architekten.atBauträgerÖTK Österreichischer Touristenclub, WienProjektideeDI Marie RezacProjektpartnerTreberspurg & Partner Architekten ZT GmbH,WienBüro für Energiebewußtes Bauen Stieldorf,WienTechnisches Büro Hofbauer, WienTechnisches Büro e+c Wimmer, VöcklabruckKonstruktiver Holzbau Salzer, HohenbergATB Becker, AbsamIBO, Österreichisches Institut für Baubiologieund -ökologie, WienTV-DokumentationenDas Pilotprojekt wurde im Film "Bauen mitHausverstand – Das Haus der Zukunft" sowiein der Baudokumentation "S-House undSchiestlhaus" präsentiert. Weitere Infos zuden DVDs auf Seite 34.11Haus der Zukunft


Utendorfgasse, Wien 14: KostengünstigePassivhaustechnologie im sozialen WohnbauZertifizierter, mehrgeschoßiger Passivwohnbau mit 39 WohneinheitenFoto: Bruno KlomfarGrundlage für dieses Bauvorhaben war ein Forschungsprojekt,in dem die zentralen Fragestellungenzur Einführung des Passivhausstandards imsozialen Wohnbau untersucht wurden. Mit der Realisierungtechnologischer Neuentwicklungen wirdderen praktische Tragfähigkeit unter Beweisgestellt.Die zentrale Innovation des Projekts "Utendorfgasse"besteht in der Umsetzung aller Anforderungendes Passivhausstandards bei extrem niedrigenBaukosten. Diese liegen bei ca. 1.055 Euro/m 2 , dieMehrkosten durch die Passivhaustechnik betragen41,31 Euro/m 2 . Im internationalen Vergleich gehörtdieser Wiener Wohnbau zu den Projekten mit denniedrigsten Errichtungskosten.Durch einen integralen Planungsprozess, bei demsieben Büros unterschiedlicher fachlicher Ausrichtungbeteiligt waren, gelang es, die Anforderungendes sozialen Wohnbaus (Kostengünstigkeit) mitinnovativer Bautechnologie optimal zu verknüpfen.Das Zusammenwirken und der Einfluss verschiedenerRahmenbedingungen wie Wohnungsbelegung,NutzerInnenverhalten, Klima und Ausfall der Energieversorgungwurden berücksichtigt.Der mehrgeschoßige soziale Wohnbau umfasst 39,auf drei Baukörper verteilte, Wohnungen. Alle Wohnungenverfügen je nach Lage und Typ über südseitigausgerichtete Balkone, Loggien oder Terrassen.Alle Häuser sind in Nordsüd-Ausrichtungerbaut, verfügen über eine Liftanlage und sindunterirdisch mit einer Tiefgarage verbunden. Dieam Dach der Baukörper montierte zentraleLüftungsanlage verursacht im Gegensatz zu dezentralenAnlagen keinen Platzverlust in den Wohnungenund ist in Summe auch deutlich günstiger.Trotzdem sind Raumtemperatur und Belüftungindividuell und stufenlos regelbar. Die Passivwohnhausanlagewird einen Heizwärmebedarf von14,5 kWh/m 2 a nicht überschreiten. Durch die Verwendungvon energieeffizienten Anlagenkomponentenund energiesparenden Haushaltsgerätenwird ein Gesamtprimärenergiebedarf von nur118 kWh/m 2 erreicht.Das deutsche Passivhaus Institut als unabhängigeStelle hat dem Passivwohnbau in der Utendorfgassedas Zertifikat "qualitätsgeprüftes Passivhaus"verliehen.Das große Interesse an Wohnungen im Passivhausprojektzeigt, dass diese neue Technologie auch amMarkt angenommen wird. Die PassivwohnanlageUtendorfgasse stellt ein wissenschaftlich abgesichertesPionierprojekt dar, von dessen Erkenntnissenkünftige Wohnbauten zehren werden.Foto: Bruno KlomfarHaus der Zukunft 12


Innovative BaukonzepteInnovationen> Mehrkosten der Ausführung in Passivhausqualitätnur ca. 4 % infolge Optimierung der Baukomponentenund Einsatz von integraler Planung undGebäudesimulation> NutzerInnenkomfort: persönliche Einschulung,NutzerInnenhandbuch, Nachbetreuung> hohe thermische Qualität der Gebäudehülle> hocheffiziente Lüftungstechnik: semizentraleLüftungsanlage> Passivhausstandard:Heizwärmebedarf: 14,5 kWh/m 2 aHeizlast: 10 W/m 2Drucktestluftwechsel bei 50 Pa: 0,6/h -1Bezug durch die BewohnerInnen:November 2006KontaktSchöberl & Pöll OEGDI Helmut SchöberlYbbsstraße 6/30A-1020 WienTel.: +43 (0)1/7264566office@schoeberlpoell.atwww.schoeberlpoell.atBauträgerHeimat Österreich gemeinnützige WohnungsundSiedlungsgesellschaft m.b.H.ProjektpartnerTU Wien - Zentrum für Bauphysik undBauakustikArchitekturbüro DI Franz Kuzmichebök Ingenieurbüro für Energieberatung,Haustechnik und ökologische Konzepte GbRVasko & Partner GebäudetechnikWerkraum ZT OEGTV-DokumentationIn der ORF-Sendung "Gut Beraten Österreich"wurde im November 2006 ein Beitrag zumThema Passivhäuser, speziell zur PassivwohnanlageUtendorfgasse, gesendet.Mit freundlicher Genehmigung des ORF kannder Kurzfilm auf www.HAUSderZukunft.atangesehen werden.13Haus der ZukunftFoto: Bruno Klomfar


Ökologisches Gemeindezentrum LudeschRealisierung eines nachhaltigen öffentlichen Bauprojekts ohnewesentliche MehrkostenDie Errichtung des neuen Verwaltungs- und Kommunikationszentrumsder Gemeinde zeigt, wie ökologiebezogeneKriterien in die Ausschreibungöffentlicher Gebäude integriert werden können,ohne dass dabei wesentliche Mehrkosten entstehen.Das Projekt demonstriert erfolgreich Schritte inRichtung ökoeffizientes Bauen und einer nachhaltigenWirtschaftsweise in Österreich. Es bildet dasbisher fehlende Zentrum dieser ländlichen Gemeindeund verleiht ihr zugleich Identität. Das neueGemeindezentrum mit Gemeindeamt bietet außerdemeine Bücherei, eine Spielgruppe, Seminar-, Veranstaltungs-und Vereinsräume, ein Café sowieGeschäfts- und Büroflächen.Aspekte der Sozial- und Raumverträglichkeit sowieder Nachhaltigkeit wurden in Planung und Bau miteinbezogen.Sowohl bei der Wahl der Baustoffe, alsauch bei der Energieversorgung des Gebäudekomplexeswurde konsequent auf Umweltverträglichkeitgeachtet. Durch den Verzicht auf Umweltgifte(PVC, lösemittelhaltige Farben, Lacke und Kleber,formaldehydhaltige Werkstoffe, Schwermetalle inFarben) und Einsatz von gesunden und natürlichenBaustoffen wurden Behaglichkeit und gesundeRaumluft für die NutzerInnen geschaffen. SämtlicheHandwerker haben sich bei der Auftragserteilungdazu verpflichtet, die strengen Öko-Kriterien zuerfüllen. Dieses Ziel wurde durch ein bauökologischesControlling sichergestellt – von der Baustofflieferungbis zum fertigen Gebäude.Das Gemeindezentrum wurde mit unbehandelterWeißtanne aus der Region errichtet. Die Weißtanneliefert ein sehr witterungsbeständiges Holz, welchessowohl an der Fassade wie auch in der Konstruktionund im Innenausbau konsequent eingesetztwurde. Zur Isolierung der Außenwand setztendie Planer auf Zellulose, bei den Fensterbänken,Decken und Zwischenwänden kam Schafwolle zumEinsatz. Schafwolle kann bis zu 33 % des Eigengewichtsan Feuchtigkeit aufnehmen und bei Bedarfwieder abgeben. Somit sind ein optimaler Feuchtigkeitsaustauschund ein angenehmes Raumklimagewährleistet. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei diesemNaturprodukt mit 0,04 W/m 2 K extrem niedrig.Außerdem ist Schafwolle in der Lage, schädlicheSubstanzen aus der Luft zu filtern.In die Überdachung integrierte transluzente Photovoltaik-Module(350 m 2 ) sorgen für die Stromerzeugungund bieten gleichzeitig Schutz vor zu starkerSonneneinstrahlung bzw. Regen auf dem Dorfplatz.Die Photovoltaikanlage erzeugt jährlich ca. 16.000kWh Solarstrom. Die Wärmeversorgung erfolgtüber Fernwärme aus einem zentralen Biomasse-Heizwerk. Die Wärmeverteilung kann bedarfsorientiertfür unterschiedliche Heizzonen und für die Einzelräumereguliert werden. Für Raumheizung bzw.-kühlung sorgt ein Lüftungssystem, das mit einerErd-Wärmepumpe kombiniert ist. Gleichzeitig wirddadurch der gesamte Komplex mit Frischluft versorgt.Das Gemeindezentrum benötigt 15 kWh/m 2pro Jahr an Heizenergie.Die Vorteile dieses Projekts liegen nicht nur in funktionellenund ökologischen Aspekten, sondern auchin der Stärkung regionaler Wirtschaftsstrukturen.Durch intelligenten Einsatz ökologischer Materialienkonnten Synergien zwischen optimaler Funktionalitätund der Vermeidung von Umwelt- und Entsorgungsproblemenrealisiert werden. Das Ergebnis istein Gebäudekonzept auf dem Stand der Technik.Das Bauvorhaben konnte mit Mehrkosten für dieökologische Materialwahl von nur ca. 1,9 % umgesetztwerden.Haus der Zukunft 14


Innovative BaukonzepteInnovationen> Holzbau-Konstruktion aus Weißtanne aus demgemeindeeigenen Wald> Konstruktiver statt chemischer Holzschutz> Genereller Verzicht auf giftige oder umweltschädlicheBaumaterialien> Multifunktionale Fotovoltaikanlage zurÜberdachung des Dorfplatzes> Anschluss an Biomasse-Nahwärmenetz> Passives Kühlen mit Grundwasser> Diagonalschalung statt OSB (oriented strand board- Platte aus ausgerichteten Spänen)> Schafwolle für Akustik und als Stopfwolle> Heizwärmebedarf: gemäß PHPP: 13,80 kWh/m 2 a> Bodenverbrauch: Minimierung der versiegeltenFläche> Hohe Lebens- und Arbeitsqualität durch gesundesRaumklimaKontaktGemeinde LudeschBauamtPatrick WucherRaiffeisenstraße 566713 LudeschTel.: +43 (0) 5550/2221-209gemeinde@ludesch.atwww.ludesch.atArchitektenArchitekturbüro Hermann Kaufmann ZT GmbH,SchwarzachProjektpartnerUmweltverband Vorarlberg, DornbirnSYNERGY consulting & engineering GmbH,DornbirnIBO Österreich, Fa. Spektrum, DornbirnBüro für Bauphysik, DI Bernhard Weithas, HardÖkoberatung Gebhard Bertsch, LudeschFertigstellung:2005 in Ludesch, VorarlbergAuszeichnung:Dem Projekt wurde der Staatspreis für Architekturund Nachhaltigkeit 2006 vom Lebensministeriumverliehen.15Haus der Zukunft


SOL4 Büro- und Seminarzentrum EichkogelBeispiel für nachhaltiges Bauen, Arbeiten und LebenDer gesamte Innenausbau ist ökologisch optimiert,ausschließlich schadstofffreie und lösungsmittelarmeFarben, Ausbauplatten, etc. fanden Verwendung.Dazu wurde die Hilfe eines erfahrenen Baubiologenund -chemikers herangezogen.Beim SOL4 handelt es sich um ein Büro- und Seminarzentrum,das gleichzeitig ein Kompetenzzentrumfür ökologisches Planen, Bauen und Arbeitenin der Zukunft ist. In gebäudetechnischer Hinsichtwurden alle relevanten Erkenntnisse der Passivhausbauweiseder letzten Jahre berücksichtigt. Dietragenden Wände und Decken wurden neu entwickelt.Zum Einsatz kamen – erstmals im Hochbau– zementfreier Beton bzw. neue, speicheroptimierteZiegel mit 20 cm Wandstärke. Die Fassadendämmungdes Erdgeschoßes wurde mit Mineralschaumdämmplattenin großen Schichtdicken realisiert.Das Obergeschoß wurde mit einer vorgesetztenStroh-Holz-Fertigteilkonstruktion versehen, auf welcheran allen vier Gebäudeseiten Photovoltaikpaneeleintegriert sind. Dabei wurde der Prototypeiner "CLIP-ON" Fassade entwickelt, die es erlaubt,Fertigteile (in diesem Fall mit Stroh gedämmt) rationellzu montieren.Technische Daten:Heizwärmebedarf.


Innovative BaukonzepteInnovationen> Jährlicher Heizenergiebedarf kann durch integriertePV-Anlage und Wärmepumpe gedeckt werden> Sanfte Kühlung im Sommerbetrieb bei geringstemtechnischen und energetischen Aufwand> Einsatz von großformatigen Lehmziegeln fürInnenwände> Strohgedämmte Fertigteile als CLIP-ON Fassadehinter der PV-Anlage> Leichte Trennbarkeit und Wiederverwendbarkeitder eingesetzten Baustoffe> Umgesetztes Konzept von Work-Life-Balance> Ausgereiftes Haustechnikkonzept, das auf denGrundsätzen von Schlankheit, Effizienz undeinfacher Bedien- und Wartbarkeit beruht> Integrales SchulungskonzeptKontaktSOLAR4YOU Consulting GesmbHBüro- und Seminarzentrum EichkogelGuntramsdorfer Str. 103A-2340 MödlingTel.: +43 (0)2236/8002-8000info@solar4you.atwww.sol4.infoProjektpartnerWienerberger Ziegelindustrie GmbHBaumit Baustoffe GmbHSTO Dämmstoffe GmbHKnauf Bausysteme GmbHDonau-Universität KremsVÖZ (Verband der österreichischenZiegelwerke)IBO (Österr. Institut für Baubiologieund -ökologie)ÖKOBAU-Cluster NÖTV-DokumentationDas Pilotprojekt wurde im Film"Bauen mit Hausverstand – Das Hausder Zukunft" dokumentiert.Weitere Infos zur DVD auf Seite 34.Alle Fotos: Thomas KirschnerFertigstellung:Jänner 2005 in Mödling,Niederösterreich17Haus der Zukunft


"einfach: wohnen"Solarcity Linz PichlingFünf Niedrigenergiehäuser, ein Passivhaus und ein Fastpassivhaus als Demonstrationsobjektemit insgesamt 93 WohnungenZielsetzung dieses Projekts war es, innovativeTechnologien in ein ganzheitliches architektonischesGesamtkonzept zu integrieren. Die Mehrzahlder neu gebauten Wohnungen befindet sich in denfünf Niedrigenergiehäusern, die ohne Mehrkosten(im Vergleich zur konventionellen Bauweise) errichtetwurden. Zusätzlich wurde ein Passivhaus mitfünf Wohneinheiten und ein "Fast-Passivhaus" alsPilotobjekt mit zehn Wohneinheiten errichtet.Die Ausführungsvarianten dieser drei Bauten mitunterschiedlichen Kombinationen von Gebäudehülleund Haustechnik geben Aufschluss über die Eignungder eingesetzten Technologien für die Wohnbaupraxis,speziell im sozialen Wohnbau.Bei Räumen mit größeren Tiefen wurden tageslichtumlenkendeElemente mit einer Füllung aus transparenterWärmedämmung eingesetzt. Neben einerwesentlich besseren Ausleuchtung der rückwärtigenRaumbereiche und damit verbundenen Kunstlicht-Stromeinsparungenerreicht man mit diesemSystem auch höhere Nettoenergiegewinne als mitanderen Wärmeschutzverglasungen.In einem Durchgang wurden Vakuumdämmplattenangebracht, die bei gleicher Dicke eine fünf-bisachtfacheWärmedämmwirkung haben als herkömmlicheDämmungen.Zur Verbesserung des Sonnenschutzes wurden inden obersten zwei Geschoßen eines Gebäudeselektrochrome Verglasungen eingebaut. Diese werdendurch kurzfristiges Anlegen einer geringenelektrischen Spannung bis zu 3 Volt blau verfärbtund der g-Wert (Gesamtenergie-Durchlassgrad) von44 % auf 12 % reduziert.Das Projekt "einfach: wohnen" ist mit hoher Beispielwirkungangelegt; es soll dazu beitragen, dieAkzeptanz von Niedrigenergie- und Passivhäusernbei BauträgerInnen und potentiellen NutzerInnen zuerhöhen. Neben der Evaluierung der technischenKennwerte werden im Rahmen von sozialwissenschaftlichenBegleitstudien auch die NutzerInnenerfahrungenuntersucht. Die BewohnerInnen werdenprofessionell informiert und laufend betreut.Ziel dieser Maßnahmen ist es, eine hohe Wohnzufriedenheitund niedrige Energieverbrauchswertezu erreichen.Durch eine neu entwickelte Heizungsumwälzpumpe,die mit einem drehzahlgeregelten Drehstrom-Synchronmotor und Permanentmagnet-Rotor bis zurelativ hohen Drehzahlen von 4000 U/min arbeitet,kann der Stromverbrauch um mehr als 60 % reduziertwerden.Haus der Zukunft 18


Innovative BaukonzepteInnovationen> Vakuumdämmung> Transparente Wärmedämmung> Elektrochrome Verglasungen> Heizungsumwälzpumpen mit niedrigstemStromverbrauch> Licht- und jahreszeitlich gesteuerte JalousieanlageKontaktEBS Wohnungsgesellschaft mbH LinzGeschäftsführer Kurt Bach, MBAZiegeleistraße 37A-4020 LinzTel.: +43 (0)70/652411info@ebs-linz.atwww.ebs-linz.atFertigstellung:1. Bauabschnitt5 Reihenhäuser und 24 WohnungenFertigstellung Dezember 2003ArchitektenTreberspurg & Partner, WienProjektpartnerIngenieurbüro DI Hofbauer, Wien2. Bauabschnitt63 WohnungenFertigstellung Juni 200519Haus der Zukunft


S-HOUSE: Planen und Bauen für die ZukunftPassivhaus als Büro- und Ausstellungsgebäude in Holz-StrohballenbauweiseDas S-House in Böheimkirchen, Niederösterreich,ist ein zweigeschoßiges Passivhaus in Holz-Strohballenbauweise.Es dient der Gruppe AngepassteTechnologie (GrAT) als Büro- und Ausstellungszentrumund demonstriert nachhaltiges Bauen sowiedie Nutzungsmöglichkeiten regionaler, nachwachsenderRohstoffe.Der Baustoff Stroh hat hohe Wärmedämmwirkungund ausgezeichnete baubiologische Eigenschaften.Die innovative Konstruktion des S-Houses ermöglichtdie Kombination dieses regionalen, nachwachsendenRohstoffs mit der Passivhaustechnologie.So können die Voraussetzungen für den Passivhausstandard(Wärmebrückenfreiheit und Luftdichtheitder Gebäudehülle) ohne Einsatz ökologischbedenklicher und energieintensiver Dämmstoffeerfüllt werden. Damit wird das S-House allenAnsprüchen des nachhaltigen, ökologischen Bauensgerecht. Weitere Zielsetzungen sind die leichte Wiederverwendbarkeitder eingesetzten Materialienund Komponenten. Die Konstruktionen wurdennach bauphysikalischen Kriterien optimiert und bietenSicherheit und hohen BenutzerInnenkomfort.Im Mittelpunkt der Dauerausstellung im Zentrum fürAngepasste Technologie steht das Gebäude selbst.Anhand der umgesetzten Innovationen werden diePrinzipien nachhaltigen Bauens und die Vielfalt undFunktionalität nachwachsender Rohstoffe demonstriert.Neben den Strohballenwänden wurden auchWandaufbauten mit anderen Dämmstoffen (Hanf,Flachs, Schafwolle, Zellulose) in den Bau integriert.Es werden unterschiedliche ökologische Oberflächenmaterialien(Lehmputze, Holzverschalungen,Textilien) und Oberflächenbehandlungsmittel (natürlicheLacke, Wachse, Lasuren) gezeigt und das innovativeHaustechnikkonzept erklärt. Im S-House wirdpraxisnah vermittelt, dass ökologisches Bauen aufhöchstem Niveau realisierbar und darüber hinauswirtschaftlich ist.Die Langzeitfunktionalität der innovativen Konstruktionenund Bauprodukte wird im S-House laufendüberprüft. Das dafür vorgesehene Messkonzeptumfasst die Messung und Dokumentation der wichtigstenbauphysikalischen und raumklimatischenParameter.Mit dem S-House wurde das Faktor-10 Konzept imBaubereich umgesetzt. Die Reduktion des Energieverbrauchsauf ein Zehntel im Vergleich zum heutigenStand der Technik wurde durch den Einsatz derPassivhaustechnologie erreicht. Durch die Verwendungheimischer, nachwachsender Rohstoffe verringertsich der Ressourcenverbrauch ebenfallsbeträchtlich. Der Vergleich einer Strohwandkonstruktionmit einem konventionellen Wandaufbauhat gezeigt, dass die Strohwand um den Faktor 10besser abschneidet. Der Energieverbrauch ist sogarum den Faktor 20 geringer.Regelmäßige Führungen und Praxisworkshops rundendie Informationsangebote ab und haben zu zahlreichenweiteren Strohbauten geführt.Haus der Zukunft 20


Innovative BaukonzepteInnovationen> Ressourceneffizienz – das Faktor 10-Haus> Passivhaustechnologie in Kombination mitmoderner Strohballenbauweise> vorwiegende Verwendung regionaler nachwachsenderRohstoffe als Baumaterial> Messkonzept zur Überprüfung der Langzeitfunktionalitätder Konstruktionen> Informationszentrum und Ausstellungsort> Demonstrationsobjekt für nachwachsendeRohstoffe im BauwesenFertigstellung:2005 in Böheimkirchen, NiederösterreichKontaktGrAT – Gruppe Angepasste TechnologieDr. Robert WimmerTechnische Universität WienWiedner Hauptstraße 8-10A-1040 WienTel.: +43 (0)1/58801 49523contact@grat.tuwien.ac.atwww.s-house.atArchitektMag. Georg Scheicher, AdnetFilm: Baudokumentation"S-House" der Programmlinie"Haus der Zukunft" (Seite 34)Auszeichnungen:Ausgezeichnet wurde das S-House mit dem Global100 ECO-TECH Award (EXPO 2005, Japan), mit demStaatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit 2006,mit dem Dr. Erwin Pröll Zukunftspreis - Meilenstein2006, dem R.I.O. Award 2006 sowie dem EnergyGlobe Vienna.Das Projekt wurde auch von EU-LIFE und demLand Niederösterreich unterstützt.21Haus der Zukunft


Lehm-Passivbürohaus TattendorfLehm-Bürogebäude in PassivhausstandardDas Bürogebäude bei Baden, Niederösterreich, istein Passivhaus unter Einsatz von Lehm-Baumodulen,das ganzheitlich nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit,Baubiologie und Energieeffizienz errichtetwurde. Lehm wirkt sich positiv auf das Innenraumklimaeines Gebäudes aus, in Verbindung mit demPassivhauskonzept kann Lehm seine ausgleichendenEigenschaften besonders gut zur Geltung bringen.Ziel des Projekts war es, ein Demonstrationsgebäudezu errichten, das aus standardisierten Bauteilenbesteht, um in der Folge die industrielle Serienfertigungvon Lehm-Passivhausmodulen zuermöglichen.Die Lehm-Passivhaus-Bauelemente wurden ausden nachwachsenden Rohstoffen Holz, Stroh, Hanf,Flachs und Schafwolle, ergänzt durch den BaustoffLehm, hergestellt. Der Aufbau der Wand-, BodenundDeckenelemente erfolgte aus einer Holzrahmenkonstruktion,optimiert für Wärmedämmungmit Stroh. Dabei wurde der Stroh/Flachs-Dämmkernmitsamt dem tragenden Konstruktionsholzrahmenin Lehm eingeschlossen. Diese Technik schützt dieDämmstoffe beim Transport und bei der Montageoptimal vor Feuchte. Die Lehm-Innenoberflächenbestehen aus Biofaser-Lehm, sind frei von allen bauchemischenStabilisierungszusätzen und wurdennur mit Hilfe von Hanffasern biotechnisch stabilisiert.Dadurch bleibt der positive Einfluss von natürlichemLehm auf das Raumklima erhalten. Auch dieAußenoberflächen wurden in Biofaserlehmtechnikerrichtet und sind ohne Anstrich und ohne chemischeStabilisierung witterungsbeständig.Die lückenlose Umhüllung der bis zu 8 x 3,2 Metergroßen Bauteile mit Hanffaser-Lehmbaustoffenbewirkt eine permanente kapillare Entfeuchtungdes Dämmstoffs in der Wand und wirkt zugleich alsLuftdichtheitsebene, Dampfbremse, Windbremseund Feuchtepuffer. Die Trocknung erfolgt im Werkohne Fremdenergie. Aus diesen vorgefertigten Baumodulenwurde in Tattendorf ein Lehm-Passivbürohauserrichtet, das die energieeffiziente Passivhaustechnikmit dem Einsatz von Lehm-Baumodulen verbindet.Außerdem ist das Konzept "Lehm-Passivhaus"eine praktisch abfallfreie Bautechnik.Haus der Zukunft 22


Innovative BaukonzepteInnovationen> Errichtung eines Lehm-Passivbürohauses mitstandardisierten Bauteilen> Lehm-Innenoberflächen frei von bauchemischenStabilisierungszusätzen> Abfallfreie Bautechnik> Vorwiegende Nutzung von nachwachsendenRohstoffen wie Holz, Stroh, Hanf, Flachs undSchafwolle> Demonstrationsprojekt für Passivhaustechnologieunter Nutzung von Lehm-BaumodulenFertigstellung:Juni 2005 in Tattendorf, NiederösterreichKontaktnatur&lehm Lehmbaustoffe GmbHRoland MeingastOberwaltersdorfer Straße 2cA-2523 TattendorfTel.: +43 (0) 2253/81 0 30info@lehm.atwww.lehm.atArchitektenArchitekturbüro Reinberg, WienProjektpartner:Arch. Dr. Bernhard Oberrauch, BozenBüro Dr. K.H. Hollinsky & Partner Ziviltechnikergesellschaftm.b.H., WienLongin Holzbau GmbH, DobersbergProf. DI Dr. Klaus Krec, TU WienFranz u. Andreas ZöchbauerAkad. Malerin Irena Racek, SitzendorfIng. Büro Holz & Solar Waxmann, TraiskirchenTechnisches Büro Käferhaus GmbH, LangenzersdorfDI Dr.Walter FelberMag. Michael Öllinger, GrafenbergWWF Tirol, InnsbruckG. W. Wittmann & Associates, Civil & StructuralConsulting Engineers, AustraliaUniversität der Bundeswehr MünchenTechnisches Büro DI Leiler, WienGotschy Optotechnik, AdnetManagementbüro für Forschung und Entwicklung,DornbirnTV-DokumentationDas Demonstrationsprojekt "Lehm-PassivbürohausTattendorf" wurde im Film "Bauen mit Hausverstand– Das Haus der Zukunft" dokumentiert.Weitere Infos zur DVD auf Seite 34.23Haus der Zukunft


Passivhaus-Schulsanierung SchwanenstadtGeneralsanierung einer Schule um den energetischen Faktor 10mit vorgefertigten Holzwandelementen und KomfortlüftungBasis dieses Sanierungsprojekts ist das Forschungsprojekt"Erste Passivhaus – Schulsanierung"zur Sanierung und Zubau der beiden Schulenin Schwanenstadt, das ebenfalls im Rahmen derProgrammlinie "Haus der Zukunft" gefördert wurde.Darauf aufbauend setzt dieses Demonstrationsprojektalle Aspekte eines nachhaltigen und ökologischenGesamtsanierungskonzepts unter Einbindungzukunftweisender Sanierungsmethoden in diePraxis um.Bei verschwindend geringem Energiebedarf undSteigerung der Nutzungsqualität wird gleichzeitighöchste Luftqualität, Komfort und Behaglichkeiterzielt.Die ökologische Sanierung erfolgt weitestgehendmit nachwachsenden Rohstoffen und mit höchstemVorfertigungsgrad. Vakuumdämmung wird inden Problemzonen der Altbausanierung eingesetzt.Die Sanierung erfolgt ohne wesentliche Beeinträchtigungdes Schulbetriebs.KontaktLang consultingIng. Günter LangLinzer Straße 280/6A-1140 WienTel.: +43 (0)650/900 20 40guenter.lang@gmx.atwww.passivehouse.at, www.igpassivhaus.atBauträger/ProjektleitungNeue HeimatStadterneuerungsgesellschaft mbH, LinzArchitektenArch. DI Heinz Christian Plöderl,PAUAT-Architekten, WelsProjektpartnerObermayr Holzkonstruktionen GesmbH,SchwanenstadtLANG consulting, Wienplanungsteam e-plus, Eggteamgmi.Ingenieure für Energieeffizienz undKomfort, WienInnovationen> Verbesserung der Tageslichtqualität mitReduktion des Stromverbrauchs> Konzentrationssteigerung durch permanenteFrischluftzufuhr> Pädagogische Auswirkung der Sanierungsmaßnahme> Sanierung ohne wesentliche Beeinträchtigungdes Schulbetriebs durch Einsatz von vorgesetztenFassadenelementen> Reduktion der Heizkosten um über 90 %> Mehrkosten für Passivhausstandard (ca. 8 %),Tages- und Kunstlichtmanagement undökologische Maßnahmen (ca. 5 %),in Summe knapp 13 %Fertigstellung:September 2007 in Aigen, SalzburgHaus der Zukunft 24


Haus Zeggele in SilzSanierungsprojekteEnergietechnische Sanierung eines historisch erhaltenswerten WohngebäudesDas "Haus Zeggele" in Silz setzt erstmals ein energietechnischesGesamtkonzept in Abstimmung mitden Vorgaben des Denkmal- und Ortsbildschutzesund im Sinne der Dorferneuerung um. So verbindetdas Energiekonzept die Vorgaben der Erhaltung derhistorischen Bausubstanz und des Erscheinungsbildsmit den energietechnischen Verbesserungsmöglichkeiten.Dabei werden alle neu zu errichtenden Bauteile aufNiedrigenergiehaus-Standard gedämmt. Die historischeBausubstanz wird außen nicht verändert. EineVerbesserung der thermischen Qualität wird imObergeschoß im Bereich des Fachwerks durch eineInnendämmung, im Westen durch den vorgesetztenGlas-Verbindungstrakt und im Untergeschoßdurch begeleitende Bauteiltemperierungen erreicht.Im Untergeschoß ist eine Innendämmung aufgrundder Gewölbeausbildung nicht realisierbar.Der Heizwärmebedarf des sanierten Objekts konntedurch die energetischen Optimierungsmaßnahmenum 60 % verringert werden und liegt nun bei rund115 kWh/m 2 a. Eine weitere Verbesserung ist aufgrundder nicht gedämmten Fassade im Untergeschoßnicht möglich.Die Energiegewinnung erfolgt neben einem Holzvergaserkesselmit Pufferspeicher durch einenKachelofen sowie durch eine 10 m 2 Solaranlage, dievorwiegend für Warmwasserbereitung eingesetztwird.Innovationen> Realisierung eines energietechnischen Gesamtkonzeptesunter Einhaltung der Vorgaben desDenkmal- und Ortsbildschutzes> Erhaltung der historischen Bausubstanz> Dämmung von neu zu errichtenden Bauteilenauf Niedrigenergiehaus-Standard> Verringerung des Heizwärmebedarfs um 60 %> Verbesserung der thermischen Hülle durchInnendämmung, durch vorgesetzten Glas-Verbindungstrakt sowie durch begleitendeBauteiltemperierungenKontaktDaniel HeißTrankhütte 288A-6426 RoppenTel.: +43 (0)660/5209 190danielheiss@aon.atIm Mai 2007 Umzug ins "Haus Zeggele",A-6424 Silz, Turmgasse 2ProjektpartnerEnergie Tirol, InnsbruckBauforschung – Denkmalpflege – Revitalisierung,InnsbruckAmt der Tiroler Landesregierung, AbteilungBodenordnung/Dorferneuerung, InnsbruckGemeinde SilzFertigstellung:Mai 2007 in Silz, Tirol25Haus der Zukunft


VIP: Entwicklung von Vakuumisolationspaneelenund Einsatz in der PraxisEntwicklung von praxistauglichenBausystemen für den Einsatzvon Vakuumdämmung im HochbauMehr als 800.000 Eigenheime in Österreich wurdenin der Nachkriegszeit errichtet und weisen aufgrundeiner schlechten Wärmedämmung häufigeinen Heizenergieverbrauch von mehr als 200kWh/m 2 a auf. Mittlerweile kommen auch in derSanierung Wärmedämmstärken von 16 cm undmehr zum Einsatz, was aus Platzgründen nichtimmer realisierbar ist. Die Vakuumdämmung hatsich in diesem Bereich in den letzten Jahren immermehr zur Lösung des Problems entwickelt.Die neuen Vakuumisolationspaneele (VIP) dämmenum ein Vielfaches besser, als herkömmlicheDämmmaterialien und eröffnen durch die sehr kleinenerforderlichen Schichtdicken den PlanerInnenvöllig neue Möglichkeiten. Bisher sind Versuche,die Vakuumdämmung im Hochbau zur Reduktionder Wandstärken einzusetzen aber an der Möglichkeit,das Material an der Bauteiloberfläche zu befestigen,gescheitert.Foto: AndreIm Rahmen dieses Projekts wurde ein neuesSystem zur mechanischen Befestigung von Vakuumdämmplattenentwickelt, das sowohl im Neubauals auch in der Sanierung unabhängig von derGebäudegröße und Form zum Einsatz kommenkann. Dieses System aus VIP und Befestigung isteinfach in der Verwendung (Vorfertigung, geringerTransport- und Montageaufwand) und weist ausgezeichnetebauphysikalische Eigenschaften auf.Passivhaus- und praxistauglicheSanierungssysteme für Dach- undWandbauteile unter Verwendung vonHochleistungswärmedämmsystemenAufbauend auf die Ergebnisse aus dem obengenannten Projekt lag es nahe, die innovativenneuen Entwicklungen einem Praxistest zu unterziehen.Ein Reihenhaus, das im Salzburger StadtteilAigen in den 60er Jahren errichtet wurde, konntevollständig mit Vakuumdämmung eingekleidet undgedämmt werden.Durch das Aufbringen von Vakuumisolationspaneelenan der Wand sowie durch das Anbringen vonhochdämmenden und dichten VIP-PUR Mischsystemenim Bereich der Terrasse und des Dachessowie durch den Einsatz von innovativen Glaselementenwurde dieses Gebäude auf den Standardeines Niedrigenergiehauses gebracht. Für die Befestigungder Vakuumisolationspaneele wurde erstmalsein mechanisches Befestigungssystem verwendet.Der Einsatz von Vakuumdämmung und Aluminiumkaschierten PUR Dämmelementen machte es möglich,die vorhandene 5 cm dicke EPS-Dämmungdurch eine Hochleistungsdämmung zu ersetzen,die nicht dicker ist als die frühere Dämmung.Dadurch wurde – trotz Erreichen des Niedrigenergiehausstandards– das Erscheinungsbild der Fassadenicht gestört.Haus der Zukunft 26


Technologie- und KomponentenentwicklungInnovationenInnovationen Technologieprojekt:> Entwicklung eines neuen mechanischen Befestigungssystemsfür VIP und PUR-Platten für denEinsatz bei vertikalen Bauelementen> Dachsystem aus VIP und PUR-Platten(3D-Dachsystem)> Konstruktion eines hochwärmedämmenden Wandelementsaus nachwachsendem Rohstoff undeines 3D-Dachsystems> Erprobung innovativer Technologien im Projekt"Lichtlabor"Innovationen Demonstrationsprojekt:> Einsatz von VIP zur Sanierung eines Reihenhausesaus den 60er-Jahren auf Niedrigenergiehausstandard> Mechanische Befestigung der VIP-Elemente> Erhaltung des Erscheinungsbilds des Gebäudestrotz SanierungsmaßnahmenFertigstellung:Dezember 2006KontaktGruppe Blitzblau AustriaOtmar Essl, Anton FerleAu 17A-5311 Loibichl-MondseeTel.: +43 (0)699 11339140office@blitzblau.atwww.blitzblau.atProjektpartner TechnologieprojektSynthesa Chemie, PergHolzbau Auer, AbtenauProjektpartnerDemonstrationsprojektBauherrFamilie Annemarie und Marek Andre,SalzburgDagn GesmbH & Co. KG, KössenFirmengruppe Synthesa, Fries-Burgholzer,Glemadur, PergKuster Harald Sanitär, SalzburgIng. Hutterer Anton Bauunternehmung,StraßwalchenGlas & Rahmen Gesellschaft mbH,EbenauEJOT Austria GmbH, VoitsbergVaku-Isotherm GmbH, RossauAPU AG, DeutschlandVillas Austria GmbH, FürnitzFoto: Andre27Haus der Zukunft


Biofaserlehm-PlatteEntwicklung einer Lehmbauplatte mit Holzträgerkomponenteund malfertiger OberflächeLehm gewinnt als ökologischer Baustoff zunehmendan Bedeutung. Lehmbaustoffe zeichnen sichvor allem durch ihren positiven Einfluss auf dasInnenraumklima aus. Im Rahmen der Programmlinie"Haus der Zukunft" wurden verschiedene Projektezur Förderung der Forschung im BereichBauen mit Lehm unterstützt bzw. Demonstrationsvorhabenin diesem Bereich gefördert.Da ökologische Holzwerkstoffe im Bausektor eineimmer größere Rolle spielen, lag die Entwicklungeiner Holz/Lehm-Trockenbauplatte nahe, die imTrockenbau unkompliziert eingesetzt werden kann.Die Technik besteht aus einer Trägerplatte aus Holzwerkstoffen,die mit BioFaserLehm so beschichtetwird, dass nach der Trocknung eine malfertigeOberfläche entsteht. Die Anwendung der Lehmbauplatteim Trockenbau ist dadurch sehr einfach,vergleichbar mit dem Einsatz von üblicherweiseverwendeten Gips-Werkstoffplatten. Die BioFaser-Lehm-Beschichtung hat zusätzlich einen äußerstpositiven Einfluss auf das Raumklima.Die technischen Herausforderungen lagen in derEntwicklung und Erprobung eines optimalen Lehm-Biofaserwerkstoffs und einer Holz-Grundträgerstruktur,welche den Belastungen durch die einseitigeBeschichtung mit dem Lehmwerkstoff BioFaserLehmund den im eingebauten Zustand auftretendenBelastungen gerecht wird. Darüber hinausbeschäftigte sich dieses Projekt mit der Prototypenentwicklungeiner Auftrags- und Kalibriermaschine,die beim Endprodukt die malfertige Oberflächeherstellen kann. Weiters wurden unterschiedlicheTrocknungszeiten und -temperaturenfür den Baustoff Lehm erprobt.Die im Zuge des Projekts entwickelte Lehmbauplattehebt sich von bisher verfügbaren vergleichbarenProdukten insbesondere dadurch ab, dass esnicht erforderlich ist, vor der Fertigbearbeitung einePutzschicht aufzubringen. Die Lehmbauplatte kannals statisch wirksames Element eingesetzt werdenund soll darüber hinaus auch elektromagnetischeFelder abschirmen.Haus der Zukunft 28


Technologie- und KomponentenentwicklungInnovationen> Entwicklung einer Holz/Lehm-Trockenbauplatte> Malfertige Oberfläche, einfache Anwendung> Einsatz dieser im Innenausbau und in derSanierung> Selbstbaueignung der Lehmbauplatte> Möglichkeit des Exports der innovativenEntwicklungKontaktHolzbau Willibald Longin GmbHIng. Erich LonginSiedlungsgasse 4A-3843 DobersbergTel.: +43 (0) 2843/2243-13erich@longin.atwww.longin.atProjektpartnernatur&lehm Lehmbaustoffe GmbH,Tattendorf29Haus der Zukunft


GREENoneTEC FassadenkollektorenThermische Sonnenkollektoren zur FassadenintegrationIm Rahmen des Forschungsprojekts "Fassadenintegrationvon thermischen Solaranlagen" der ARGEErneuerbare Energie (AEE Intec) wurden in Zusammenarbeitmit mehreren Solarkollektor-Herstellerndie systemischen und bauphysikalischen Grundlagenfür die Integration von Solarkollektoren in dieGebäudefassade erarbeitet.Foto: Sepp KollmannDie Firma GREENoneTEC Solar-Industrie hat aufbauendauf den Ergebnissen aus diesem Projektdie erforderliche Technik und Komponenten für dieFertigung von thermischen Flachkollektoren ohneHinterlüftung entwickelt und produziert diesen Kollektortypin Serie.Dieser integrierte Fassadenkollektor stellt gegenüberherkömmlichen dachaufgebauten oder -integriertenSystemen eine Verbesserung im Hinblickauf Ressourcen- und Energieeffizienz dar, da verschiedeneFunktionen (solare Warmwasserbereitungund Raumheizung, Wärmedämmung, Fassadengestaltung,etc.) mit nur einem Bauteil erfülltwerden. Durch die gemeinsame Nutzung von Bauteilenkönnen damit auch Kosteneinsparungenerzielt werden. Ein weiterer Vorteil des Fassadenkollektorsliegt in der gleichmäßigen Einstrahlungüber das ganze Jahr.Die Kollektorfassade ist eine Rahmenkonstruktion,die aus mehreren vorgefertigten thermischen Sonnenkollektorenbesteht. Die Kollektorfläche kannunabhängig von der übrigen Fassadengestaltungohne thermische Hinterlüftung in die Fassade integriertwerden.In der bisherigen Praxis mussten die Kollektoren inEinzelteilen vor Ort montiert werden. Um eine einfacheund günstige Montage von fertigen Kollektorenzu ermöglichen, wurde von GREENoneTEC einneues Montagesystem entwickelt. Die Befestigungan der Mauer wird mit einem speziellen T-Profil ausgeführt.Darauf wird der erste Kollektor gesetzt, dieProfile in die Nut eingehakt und am Mauerwerkbefestigt. Mit diesem System können beliebig vieleKollektorfelder über- und nebeneinander montiertwerden.Die Verschaltung der Absorber erfolgt sofort bei derMontage mit Hilfe von Edelstahl-Wellrohrschläuchen.Der Kollektor ist so konstruiert, dass beiReparaturarbeiten jedes einzelne Kollektormodulzugänglich ist.Die Glashalteleisten werden in zwei Teilen ausgeführt,wobei die untere zur Befestigung des Glasesdient und die obere nur zur Optik. Die Leisten sindin allen RAL-Farben erhältlich und werden erst zumSchluss montiert. Von besonderem Vorteil ist, dassalle Glasdeckleisten die gleiche Breite aufweisen.So wird ein ästhetisch attraktives Design der Solarelementegewährleistet.Diese innovative Kollektortechnik eignet sichsowohl für Neubauten als auch für Altbausanierungen.Haus der Zukunft 30


Technologie- und KomponentenentwicklungInnovationenDer integrierte Fassadenkollektor erfüllt verschiedeneFunktionen in nur einem Bauteil:> Funktion als thermischer Flachkollektor> Verbesserung der Wärmedämmung des Gebäudes> Witterungsschutz der Fassade durch die Kollektorverglasung> attraktives Gestaltungselement der FassadeKontaktGREENoneTEC Solarindustrie GmbHEnergieplatz 1, Industriepark St.Veit/GlanA-9300 St.Veit/GlanTel.: +43 (0)4212/28136-0info@greenonetec.comwww.greenonetec.comProjektpartnerAEE Intec, ARGE Erneuerbare Energie,Gleisdorf31Haus der Zukunft


INTERNORM ed[it]ion 4 - Vetro-Design FensterModernes rahmenloses Ganzglasfenster mit integriertem SonnenschutzDas EDITION 4 Vetro-Design Fenster ist innen inverschiedenen Holzarten sowie außen in unzähligenhochwitterungsbeständigen HIREST-Farbenerhältlich, die der Fassade jeden gewünschten Ausdruckverleihen. Das Fenster kann bis zu einerHöhe von 3 m und einem Flügelgewicht bis 130 kgproblemlos gefertigt werden.Die integrierten Sonnenschutzsysteme erhöhenauch den Wärme- und Schallschutz (Schalldämmung43 dB serienmäßig) der EDITION 4 Vetro-Design Fenster und Fenstertüren. Zwischen denScheiben ist der Sonnenschutz – vor Wind, Wetterund Verschmutzung geschützt – angebracht. Dieäußere Scheibe kann trotzdem problemlos geöffnetwerden – ein weiterer Pluspunkt, der die EDITION4 Vetro-Design Produkte deutlich von herkömmlichenStufenglas-Fenstern unterscheidet.Das EDITION 4 Vetro-Design Fenster von INTERN-ORM, das auf dem Prinzip des bewährten InternormHolz/Aluminium-Verbundfensters EDITION 4basiert, wird nicht nur den hohen Anforderungen imSanierungsbereich bestens gerecht, es überzeugtauch durch die moderne "rahmenlose" Glasoptik.In einem Fenster werden vier entscheidende Vorteilevereint: erhöhter Wärme- und Schallschutzsowie Sonnen- und Sichtschutz.Innen schafft EDITION 4 Vetro-Design durch daswarme Holz ein behagliches, angenehmes Wohngefühl,während außen die am Fensterrahmenbefestigten Aluminium-Vorsatzschalen jeder Witterungtrotzen. Dabei sind den individuellen Gestaltungswünschen– egal ob bei Neubau oder Altbausanierung- fast keine Grenzen gesetzt.EDITION 4 Vetro-Design geht ganz mit dem Trendzur umweltbewussten Niedrigenergie- und Passivhaus-Bauweise.Durch den Einsatz einer dreifach-Wärmeschutzverglasung sind alle Fenstergrößenund Modelle auch in Passivhaus zertifizierterAusführung erhältlich.Der ausgezeichnete Wärmedämmwert vonEDITION 4 Vetro-Design (U-Wert bis 0,8 W/m 2 K)trägt zur Verbesserung der Energiebilanz desGebäudes bei und hilft die Heizkosten zu senken.Bereits in der Standardausführung wird der sensationelleWärmedämmwert von 1,0 W/m 2 K erreicht.(Zum Vergleich - handelsübliche Fenstersystemeweisen einen Wärmedämmwert zwischen 1,3 und1,5 W/m 2 K auf.)Haus der Zukunft 32


Technologie- und KomponentenentwicklungInnovationen> optimaler Wärmeschutz> hoher Schallschutz> integrierter und daher geschützter Sonnen- undSichtschutz> moderne, "rahmenlose" GlasoptikKontaktInternorm-Fenster International GmbHDI Thomas WalluschnigGanglgutstr. 131A-4050 TraunTel.: +43 (0)7229/770-3188thomas.walluschnig@internorm.comwww.internorm.atAuszeichnungen:Internorm wurde für dieses innovative Fenstersystemmit dem Innovationspreis ENERGIE-GENIE2007 vom Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft,Umwelt und Wasserwirtschaft und vomLand OÖ ausgezeichnetProjektpartnerSchöberl & Pöll OEG, Wien33Haus der Zukunft


Film "Bauen mit Hausverstand –Das Haus der Zukunft"Dokumentation über ambitionierte PilotprojekteDie Fernseh-Dokumentation begleitet ambitionierte Pilotprojektevom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung. Zwei Jahre langbesuchten die Dokumentarfilmer Claudia Hefner und Peter Giczydrei innovative Pilotprojekte aus der Programmlinie "Haus derZukunft" während ihrer Errichtung:• Die weltweit erste alpine Schutzhütte in Passivbauweise - dasSchiestlhaus am Hochschwab,• ein Lehm-Passivbürohaus bei Baden und• das größte Passivbürohaus Österreichs - SOL4 in Mödling.Gezeigt werden die abenteuerlichen Entstehungsgeschichtendieser Pilotprojekte. Dabei werden die Prinzipien des Passivhauseserklärt und neue Technologien vorgestellt.Ende 2005 wurde diese informative und spannende Dokumentationmehrmals in 3sat ausgestrahlt. Wegen dem großen Interessestrahlte in Folge ORF 2 die Dokumentation in einem ModernTimes Spezial aus.Zu bestellen unter: www.HAUSderZukunft.at/publikationenFilm BaudokumentationSeit Kurzem ist eine weitere DVD erhältlich, die ausführlicheBaudokumentationen zu den Demonstrationsprojekten• Schiestlhaus am Hochschwab (Passivschutzhütte in 2154 mSeehöhe) und• S-House in Böheimkirchen (ein auf Nachhaltigkeit und Ökologieausgerichtetes Gebäude in Passivhausbauweise mitStrohballendämmung)beinhaltet, sowie die Fernsehdokumentation• "Lust auf Lehm - Die Renaissance eines vergessenen Baustoffs".Nähere Informationen unter: www.HAUSderZukunft.atHaus der Zukunft 34


Transfer von Forschungsergebnissenaus "Haus der Zukunft"Eine Aktivität des Forschungsprogramms "Haus der Zukunft" ist, die vielfältigen Forschungsergebnisse,Erfahrungen und Erkenntnisse aus "Haus der Zukunft" adäquat zu verbreiten. Dafür wird fachspezifischesKnow-how - z.B. in den Bereichen Komfortlüftung, Hochbauplanung, Solarwärmenutzung im mehrgeschoßigenWohnbau, Strohballenbau - zielgruppenorientiert aufbereitet.Unter www.HAUSderZukunft.at/publikationen finden Sie weitere Informationen zu:> Leitfaden und Ratingtool für innovative, nachhaltige Bauprojekte (IMMORATE)> Fachartikel zum Thema "Nachhaltiges Bauen und Sanieren" (Architektur- und Bauforum)> Passivhaus Schulungsunterlagen> Informationen zu nachwachsenden Rohstoffen: www.nawaro.com> Lehrunterlagen zum Thema Komfortlüftungsausbildung für Installateure> Online-Referenz für ökologisch bewertete Passivhaus-geeignete Baukonstruktionen> Buch "Wohnen im ökologischen Haus der Zukunft" über NutzerInnenzufriedenheit> Qualitätskriterienkatalog zu „Solarenergienutzung in Mehrgeschoßwohnbauten"> Lehrveranstaltungsunterlagen zum Thema Hochbauplaner der ZukunftLandkarte Österreichs mit 23 Demonstrationsgebäuden "Haus der Zukunft" (deutsch/englisch)Auf dieser Karte finden Sie richtungsweisende Beispiele von Neubauten und Sanierungen, die auf Basisneuester Forschungsarbeiten aus der Programmlinie "Haus der Zukunft" durchgeführt wurden. DieseGebäude entsprechen höchsten Effizienzkriterien und verwenden bevorzugt nachwachsende Bau- undDämmstoffe. www.HAUSderZukunft.at/projekteHaus der Zukunft 36


KontakteInitiative und Programmverantwortung:BMVIT - Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien(Leitung: DI Michael Paula)Ansprechperson für „Haus der Zukunft“:Mag. Hannes BauerTel: +43 (0)1 71162 65 2918E-Mail: hannes.bauer@bmvit.gv.atProgrammabwicklung:FFG Österreichische ForschungsförderungsgesellschaftKontakt:Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Dipl.-Energiewirt (FH) Robert FreundTel: +43 (0)57755 5042E-Mail: robert.freund@ffg.atArbeitsgruppe „Haus der Zukunft“:Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT)Kontakt:Dr. Herbert GreisbergerTel: +43 (0)1 315 63 93 -13E-Mail: office@hausderzukunft.at


www.HAUSderZukunft.at

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