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Abfallwirtschaft unterstütztIndustrieIn eine ähnliche Richtung argumentierteMag. Georg Rebernig, als Geschäftsführerdes UmweltbundesamtesMitveranstalter der Tagung. Seiner Ansichtnach kann sich die Abfallwirtschaftals wichtiger Mitspieler positionieren.Und zwar indem sie als Lieferant von„Brennstoffen aus Abfällen“ mit CO 2 -neutralem Kohlenstoffanteil Industrieanlagenin Zukunft unterstützen kann,indem diese in ihren EmissionsbilanzenEmissionen einsparen, wenn sie derartaufbereitete Abfälle verbrennen. AuchMag. Rebernig verwies auf die in denletzten Jahren unternommenen großenAnstrengungen der Abfallwirtschaft,um die Emissionen von Treibhausgasenzu reduzieren. Rebernig sieht in dernächsten Zukunft einen großen Diskussionsbedarfzur unmissverständlichen Definitionder Begriffe „Biomasse“ und„biogener Kohlenstoffanteil“. Das Umweltbundesamtmisst dieser Frage auchvor dem Hintergrund des Einklangsmit internationalen Bilanzierungsregelnentsprechend große Bedeutung bei.Europaweit einheitlicheBegriffsdefinitionenFür die Berichtspflicht nach demKyoto-Protokoll und für das Monitoringim Rahmen der EU-Emissionshandelsrichtliniemüssen dieselben Begriffsdefinitionenund Berechnungsmethodenzur Anwendung gelangen. Alles anderewürde den Aufwand in Unternehmenund Behörden unzumutbar erhöhen.Um sinnvoll einen Emissionshandelzu betreiben, müssenalle Teilnehmer nach dengleichen Prinzipien verfahren.Unmissverständlich machte erdarüber hinaus auch klar, dassdie Verbrennung von schadstoffhaltigenAbfällen – völlig unabhängigvom Biomasseanteil – ausschließlichin Anlagen mit effektiver Rauchgas- undAbwasserreinigung erfolgen dürfen. Allesandere wäre kontraproduktiv undwürde einen Rückschritt gegenüber derumweltpolitischen Entwicklung der vergangenenJahre bedeuten.BranchenspezifischeEmissionserhebungenvorgestellt„Über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Entsorgungswirtschaft informierten sichim Rahmen der VÖEB-Veranstaltung zu aktuellen Fragen rund um „Abfallwirtschaftund Klimaschutz“.Um sinnvoll einenEmissionshandel zubetreiben, müssen alleTeilnehmer nach dengleichen Prinzipienverfahren.“Im Rahmen eines Vortrags präsentierteDr. Siegmund Böhmer vom Umweltbundesamteine wenige Tage vorder Veranstaltung abgeschlossene Studiezur Erhebung der Emissionen für Abfallverbrennerund Mitverbrenner. Darausgeht hervor, dass im Bereich der Mitverbrennungvor allem die Sektoren Zement-,Zellstoff- und Papierindustrie, kalorischeKraftwerke, Holz verarbeitendeIndustrie, Ziegelindustrie und Lebensmittelindustrierelevant sind. Die dabeieingesetzten Brennstoffe reichen vonPetrolkoks über Altreifen, Kunststoffabfälle,Altöle, Klärschlamm, Tiermehl bishin zu Holzabfällen und flüssiger Biomasse.Dr. Böhmer forderte vor allem dieAufrechterhaltung wesentlicher Umweltschutzkriterienbei der Festlegungdes Begriffes Biomasse bzw. biogenerAnteil. Es dürfe keinesfalls zu einer Unterwanderungvon bisher gültigen Umweltschutzzielenkommen.Dies betrifft vorallem die nach wie voraufrechtzuerhaltendestoffliche Verwertungvor der thermischenVerwertung und dasklare Bekenntnis, dassschadstoffbelastete Abfälle ausschließlichin Anlagen mit effektiver RauchgasundAbwasserreinigung zur Verbrennunggelangen dürfen. Nur diese Voraussetzungenkönnen Wettbewerbsverzerrungenverhindern.Emissionsbilanzen –wo, wie, was?Mit dem Thema Emissionsbilanzenund wie diese erstellt werden beschäftigtesich DI Manfred Ritter vomUmweltbundesamt. Er gab dem Auditoriumeinen umfangreichen Überblick imZusammenhang mit den internationalenund EU-Bilanzregeln, den anzuwendendenNormen, den Anforderungen desEmissionshandels, den Verantwortlichkeitenim Monitoring und Reporting-Prozess. Darüber hinaus lieferte er detaillierteInformationen über das Berichtsformatund die darin wiederzugebendenInformationen.Er appellierte an die Tagungsteilnehmer,sich in ihren Bilanzerstellungenstrengstens an die Regeln zu halten. Allesandere würde zu unliebsamen Überraschungenführen. Insofern plädierte erauch für eine möglichst rasche Beschäftigungmit der Materie im Jahr 2004, bevor2005 der Startschuss für den europaweitenCO 2 -Emissionshandel fallen wird.Beitrag der Abfallwirtschaftzum KlimaschutzMit dem Beitrag der Abfallwirtschaftzum Klimaschutz beschäftigte sichUniv.-Prof. Dr. Albert Hackl von der TUWien. Er erinnerte die Teilnehmer daran,dass im Jahr 1997 das Kyoto-Protokoll ineinem rechtlich verbindlichen Rahmenein konkretes Reduktionsziel für sechsTreibhausgase bzw. Gasgruppen formulierthat. Für die Abfallwirtschaft sind dabeidrei Formulierungen von Bedeutung:• Die Begrenzung und/oder Reduktionvon Methanemissionen durch Rückgewinnungund Nutzung im Bereichder Abfallwirtschaft sowie bei Gewinnung,Beförderung und Verteilungvon Energie;• die Erarbeitung, Umsetzung, Veröffentlichungund regelmäßige Aktua-Fortsetzung auf Seite 4VÖEB Magazin | 3Foto: VÖEB


Fortsetzung von Seite 3lisierung von nationalen/regionalenProgrammen, in denen Maßnahmenzur Abschwächung der Klimaänderungensowie Maßnahmen zur Erleichterungeiner angemessenen Anpassungan die Klimaänderung vorgesehensind, und• die Tatsache, dass der Bereich derAbfallwirtschaft auf die Entsorgungfester Abfälle an Land, Abwasserbehandlung,Müllverbrennung undSonstiges konkretisiert wurde.Vor diesem Hintergrund, so Prof.Hackl weiter, konnte der Bereich der Abfallwirtschaftin den Jahren von 1990 bis2000 eine Treibhausgase-Reduktion vonrund 15 % erreichen. Die Gründe dafürliegen vor allem in der Vorbereitung aufdie Deponie-VO, in den gegenüber demJahr 1990 inzwischen in Betrieb befindlichenVerbrennungskapazitäten sowieim seit 1990 deutlich verringerten Anfallvon Restmüll.Aktualisierung derKlimastrategie-ZielwertenotwendigProf. Hackl wies darauf hin, dassdie Prognose für das Jahr 2010 zwar eineweitere Reduktion um insgesamtrund 21 % aufweist, dieser Erwartungswertjedoch nicht genügt, um den ursprünglichvorgegebenen Zielwert vonrund 41 % ab 1990 zuerreichen. Er wies in„Eine große Anzahl vonMaßnahmen seitens derAbfallwirtschaft hatbereits zu einem deutlichenAbsinken der Treibhausgasemissionengeführt.diesem Zusammenhangauf die jüngstenÄnderungen in den BilanzierungsformenfürTreibhausgasemissionenaus Abfallverbrennungsanlagenhin. Daraus geht hervor,dass bis Ende 2002 alle CO 2 -Emissionsmassenströme,die aus Kaminen derMVAs ausgetreten sind, im Bereich derAbfallwirtschaft anfallend bilanziertwurden. Die von den MVAs durch dieStromerzeugung und Abwärmenutzungvermiedenen CO 2 -Emissionen aus derBereitstellung der äquivalenten Mengean Strom und/oder Abwärme aus fossilbetriebenen Kesselanlagen reduziertenindirekt die Bilanzen der MaßnahmenbereicheEnergieaufbringung undRaumwärme. Aufgrund eines Hinweisesdes Bonner EU-Klimasekretariats hat sichdie Zuordnung der Emissionen nun abergeändert. Jene Emissionen aus MVAs,die aus einer Stromerzeugung resultie-Der Tagungsband mit allen Referaten undPräsentationen kann beim VÖEB bestelltwerden (siehe Ende dieses Artikels).ren, werden nicht dem MaßnahmenbereichAbfallwirtschaft, sondern dem BereichEnergieaufbringung zugeordnet.Gleiches gilt bei der Auskopplung vonFernwärme, deren Anteile dem BereichRaumwärme zugeordnet werden. Nurder Rest sowie der Eigenverbrauch verbleibenin der Bereichsbilanz der Abfallwirtschaft.Diese Bilanzierungsform steht imGegensatz zur bisher in Österreich angewandtenSystematik. Danach warenMVAs als Behandlungs- und Beseitigungsanlagen,nicht jedoch als Verwertungsanlagenzur StromundWärmeproduktion“klassifiziert. Nach der neuenSystematik sind abernicht mehr der Hauptzweckeiner Anlage, sonderndie von ihr erzeugtenProdukte als bestimmendeKriterien zu verwenden. Vor diesem Hintergrundist eine Aktualisierung der Zielwertein Österreich unerlässlich.Beiträge der Abfallwirtschaftzum KlimaschutzEinen Gesamtüberblick hinsichtlichder Maßnahmen der Abfallwirtschaftzum Klimaschutz gab im AnschlussDr. Karl-Heinz Gruber vom Verbund.Auch er wies einleitend daraufhin, dass der Abfallwirtschaft in der Klimastrategieder relativ höchste Beitragzur Erreichung des Kyoto-Emissionszieleszugeordnet wird. Soweit die guteNachricht. Die schlechte Nachricht isthingegen, dass insgesamt betrachtet derAbstand zwischen den tatsächlichenTreibhausgasemissionen und dem Kyoto-Zielin Österreich permanent weiteransteigt.Rund 49 Millionen TonnenAbfälle pro JahrAusführlich widmete sich DI Gruberauch der aktuellen Ausgangssituation.In diesem Zusammenhang lautetesein Befund, dass der Anfall an Abfällenin Österreich nach wie vor steigt – undsich daran auch in Zukunft nichts Wesentlichesändern wird. Derzeit fallen inÖsterreich jährlich rund 49 Mio. Tonnenan Abfällen an.Klimarelevante Emissionenin der AbfallwirtschaftGruber beschäftigte sich in seinemVortrag mit den klimarelevantenEmissionen aus abfallwirtschaftlichenProzessen. Dazu zählen die Methanbildungdurch die Deponierung sowieEmissionen aus der Abwasserbehandlungund der thermischen Abfallbehandlung.Methan stellt mit 97,5 % allerTreibhausgasemissionen des Sektors„Abfallwirtschaft“ den Löwenanteil dar,rund 2 % stammen aus der thermischenAbfallbehandlung, rund 0,5 % aus derAbwasserbehandlung.85%der Methanemissionenund somit rund 83 % der Gesamtemissionendes Sektors Abfallwirtschaftsind der Deponierung von Abfällenmit abbaubaren organischen Anteilenzuzuordnen. Derzeit betragen dieklimarelevanten Emissionen 5,33 Mio.Tonnen CO 2 -Äquivalent (gegenüber 6,26Mio. Tonnen im Jahr 1990). Das Emissionsziel2010 laut Klimastrategie beläuftsich auf 3,7 Mio.Tonnen CO 2 -Äquivalent.Maßnahmen zurEmissionsreduktion:MBA und thermischeAbfallbehandlungAusführlich widmete sich DI Gruberim Zusammenhang mit den Möglichkeitender Emissionsreduktionen derKlimarelevanz von mechanisch-biologischerund thermischer Abfallbehandlung.Derzeit existieren in Österreich15 mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlagenmit einer jährlichenGesamtkapazität von rund 635.000Tonnen. Im Bereich der thermischenAbfallverbrennung (Monoverbrennung)bestehen derzeit Kapazitäten im Ausmaßvon rund 1,755 Mio. Tonnen, die4 | VÖEB Magazin


Kapazitäts-Prognose für das Jahr 2010sieht ein Anwachsen auf 2,255 Mio. Tonnenpro Jahr vor. Im Bereich der Mitverbrennungexistieren derzeit Kapazitätenim Ausmaß von 811.000 Tonnen pro Jahr.Dies macht in Summe für das Jahr 2004Kapazitäten in der Größenordnung vonrund 3 Mio. Tonnen aus.Interessant die Ausführungenvon DI Gruber zur Klimarelevanz im Bereichder thermischen Abfallbehandlung.Zwar entstehen durch die Verbrennungeiner Tonne Restmüll CO 2 -Emissionenin der Höhe von 0,8 bis 0,9 Tonnen,davon sind jedoch lediglich 45 % oderrund 0,4 Tonnen pro Tonne Restmüllwirklich klimawirksam. Die übrigen55 % sind klimaneutral. Dies allerdingsnoch ohne Berücksichtigung von Substitutionseffekten.Zählt man diese hinzu,dann kommt es (gerechnet am Beispieleiner MVA mit einer Jahreskapazität von80.000 Tonnen) sogar zu einer Vermeidungvon rund 1,8 Tonnen CO 2 -Äquivalentenpro Tonne Restmüll. Die Substitutionerfolgt vor allem durch die Einsparungfossiler Energieträger durch dieAuskoppelung von Fernwärme und Prozessdampfbzw. auch durch die Vermeidungder Bildung von Deponiegasen.Thermische Abfallbehandlungmit höchstemReduktionspotenzialIn seiner Zusammenfassung wiesDI Gruber nochmals darauf hin, dass seitensder Abfallwirtschaft bereits einegroße Anzahl von Maßnahmen gesetztwurde, die zu einem deutlichen Absinkender Treibhausgasemissionen geführthaben. Er ist weiters davon überzeugt,dass sich dieser Trend weiter fortsetzenwird. Dabei weisen die mechanisch-biologischeund die thermische Behandlungvon Abfällen, hier vor allem in Anlagenmit Strom- und Wärmenutzung, dashöchste Reduktionspotenzial auf. Dementsprechendwerden die auf letztereTechnik abgestimmten Kapazitäten gegenwärtigauch massiv ausgebaut.Die Veranstalter VÖEB und Umweltbundesamthaben mit der Veranstaltung„Abfallwirtschaft und Klimaschutz“einmal mehr unter Beweis gestellt,dass sie eine aktive DiskussionsundArbeitsplattform darstellen. Fürnähere Details und zur Anforderung vonTagungsunterlagen wenden Sie sich bittean den VÖEB, Frau DI Brigitte Bichler,unter Tel. 01/713 02 53 bzw. unterwww.voeb.at.■Recht:Neuerungen imAbfallrecht§Auch das Jahr 2004 bringt ein – leider – nur allzu gewohntes Bild:viele Neuerungen und Veränderungen in den für die Entsorgungswirtschaftrelevanten Gesetzesmaterien. Derzeit sind vor allem vierbedeutsame Veränderungen im Verordnungsrecht zum Abfallwirtschaftsgesetzim Gange: die Abfallverzeichnisverordnung, die Abfallnachweisverordnung2003, die Novellierung der Deponieverordnungund der Entwurf eines Emissionszertifikategesetzes. VÖEB-RechtsexperteDr. Christian Onz hat die wichtigsten Aspekte in der folgenden Übersichtfür unsere Leser zusammengefasst.Die AbfallverzeichnisverordnungIn dieser Verordnung wird dasEuropäische Abfallverzeichnis in dasösterreichische Recht umgesetzt. Nebender Auflistung sämtlicher Abfallartenfinden sich Abfallcodes und Kriterien fürdie entsprechende Zuordnung der Abfälle.Weiters werden bestimmte, in derAuflistung mit einem Sternchen verseheneAbfälle als gefährliche Abfälle ebensobezeichnet wie bestimmte Aushubmaterialienund Abfälle, die mit gefährlichenStoffen so vermengt sind, dasseine gefahrenrelevante Eigenschaft aufsie zutrifft. Ebenso wie in der Abfalllisteder EU existieren auch Spiegeleinträge,aus denen sich ergibt, dass ein bestimmternicht gefährlicher Abfall unter besonderenVoraussetzungen gefährlichsein kann.Die Verordnung tritt mit 1.1.2004in Kraft. Ab 1.1.2005 sind bei allen Aufzeichnungen,Meldungen oder Ausstufungendie Codes und Bezeichnungender Verordnung zu verwenden. Bis dahingilt – gemäß Anlage 5 zur Verordnung– die ÖNORM S 2100 mit den indieser Anlage enthaltenen Modifikationenbzw. Ergänzungen. Bis 1.1.2005 sindauch alle dem Abfallrecht unterliegendenAnlagengenehmigungen und alleBerechtigungen zur Sammlung oder Behandlungvon Abfällen im Wege einesvon Amts wegen zu erlassenden Feststellungsbescheidesunter Zugrundelegungdes neuen Verzeichnisses anzupassen(§ 78 Abs 1 AWG 2002). Dabei gehtes ausschließlich um die Übersetzung derbisherigen Bezeichnungen in das neueVerzeichnis, nicht hingegen um eineAusweitung oder Einschränkung desUmfangs des Konsenses bzw. der Berechtigung.Die Erlassung der Abfallverzeichnisverordnungist besonders zu begrüßen,da damit der gemeinschaftsrechtlichenVorgabe endlich entsprochenund vermehrt Rechtssicherheit geschaffenwird.Abfallnachweisverordnung2003Ebenso bedeutsam ist die Erlassungder mit der Abfallverzeichnisverordnunguntrennbar verknüpften Abfallnachweisverordnung2003. Sie ersetztmit Wirkung 1.1.2004 die bereitsaus dem Jahr 1991 stammende Abfallnachweisverordnung.Im Rahmen derAllgemeinen Aufzeichnungspflicht fälltauf, dass zwar grundsätzlich für übernommenebzw. übergebene Abfälle keineZuordnung zu einem Verwertungsbzw.Beseitigungsverfahren mehr erforderlichist. Jedoch sind „für die im Betriebanfallenden Abfälle“ aus der Sichtdes Übernehmers bzw. für Abfälle, dieeinem Verwertungs- bzw. Beseitigungs-Fortsetzung auf Seite 6VÖEB Magazin | 5


Fortsetzung von Seite 5verfahren unterzogen werden sollen,aus der Sicht des Übergebers sehr wohldie Bezug habenden R- bzw. D-Nummernanzugeben. Gleiches gilt im Rahmender Begleitscheine, die für gefährlicheAbfälle auszustellen sind. Da eineverbindliche Zuordnung der Behandlungsanlagennicht existiert, werden diein der Entsorgungskette Tätigen teilweiseüberfordert sein, diese Zuordnungrichtig vorzunehmen. Auch ist gemeinschaftsrechtlichaußerhalb des Begleitscheinsbei der Verbringung von gefährlichenAbfällen keine Notwendigkeit zueiner solchen Zuordnung zu erkennen.Schließlich steigt auch der Aufwand fürdie Entsorgungswirtschaft, wobei derVerordnungsgeber diesen Bedenken bedauerlicherweisenicht gefolgt ist. DieAbfallnachweisverordnung 2003 bringtauch Neuerungen für vereinfachte Aufzeichnungenund im Begleitscheinsystem,insbesondere den Entfall der Mindestschwellenfür die Begleitscheinpflicht.Der Begleitschein NEU ist einFormular im Format A4 und vom Unternehmenselbst zu erstellen. Der Übergebererhält eine Kopie des Begleitscheins(kein Durchschreibeverfahren mehr). Einvom Vordruck abweichendes Transportpapierkann als Begleitschein verwendetwerden, sofern sichergestellt ist, dass derÜbernehmer die Begleitscheindatenelektronisch meldet und das Transportpapiersowohl die Bezeichnung Begleitscheinund die vorgegebenen Inhalteenthält (z. B. Lieferschein = Begleitschein).Bestehende Begleitscheine dürfennoch bis zum 31.3.2004 verwendetwerden. Die Abfallverzeichnisverordnungwurde am 23. Dezember 2003 imBGBl. Nr. 570 und die Abfallnachweisverordnungam 30. Dezember 2003 imBGBl. Nr. 618 veröffentlicht.Novellierung der DeponieverordnungEbenfalls von großer Bedeutungfür die heimische Entsorgungswirtschaftist eine „kleine“ Novellierung der Deponieverordnung.Dabei geht es im Wesentlichenum die Berichtigung einzelnerGrenzwerte in den Anhängen undum die Regelung des Brennwertes vonAbfällen aus der biologischen Vorbehandlung.Ergänzend werden erstmalsfür diese Abfälle Stabilitätsparametereingeführt. Schließlich wird klargestellt,dass ein mechanischer Vorbehandlungsschrittnicht mehr zwingend BestandteilFoto: VÖEBVÖEB-Rechtsberater Dr. Christian Onzeiner biologischen Vorbehandlung seinmuss (die MBA mutiert also zur MA). Dervorliegende Novellenentwurf (FassungDezember 2003) wird weiters die Möglichkeitder Ablagerung von Abfällenaus Altlasten in Abweichung von der5-%-TOC-Begrenzung vorsehen, soferndiese in einem eigenen Kompartimenterfolgt. Diese Ausnahmemöglichkeitwird mit 31.12.2008 befristet und soll dieSanierung von Altlasten im Lichte hiefürfehlender thermischer Kapazitäten ermöglichen.Entwurf eines EmissionszertifikategesetzesDer vor kurzem vorgestellte Entwurfeines Emissionszertifikategesetzeserfasst entsprechend den Vorgaben derRichtlinie 2003/87 vom 13.10.2003 auchthermische Abfallbehandlungsanlagen.Allerdings mit Ausnahme solcher, die derVerbrennung gefährlicher Abfälle odervon Siedlungsabfällen dienen. Die Anlagendürfen ab 1.1.2005 nur betriebenwerden, wenn die Emission von Treibhausgasenvon der zuständigen Behördegenehmigt wurde (Genehmigung zurEmission von Treibhausgasen). Diese Genehmigungwar von den Inhabern bestehenderAnlagen bis spätestens 31.7.2003zu beantragen. Entscheidend ist die Erarbeitungdes so genannten „NationalenZuteilungsplans“, aus dem sich dieZuteilung der Zertifikate auf Tätigkeitenbzw. Anlagen ergeben wird. Für dieerste Periode (2005–2007) wird der Planspätestens am 31.3.2004 veröffentlichtund der EU-Kommission übermittelt.Neuanlagen können nur dann Berücksichtigungfinden, wenn sie spätestensam 29.2.2004 erstinstanzlich genehmigtsind. Es bleibt in diesem Zusammenhangzu hoffen, dass das Segment der thermischenAbfallbehandlung, das ganz ent-scheidend zum Klimaschutz beiträgt,durch das bevorstehende Gesetz unddessen Administrierung nicht über Gebührbelastet wird.Zum Abschluss dieses Berichtes istauch ein bedeutsames Erkenntnisdes Verfassungsgerichtshofes vom9.10.2003 zu erwähnen. Darin hat derVfGH die Rechtsgrundlage für jene Verordnungen,durch die das Deponierungsverbotum bis zu 5 Jahre aufgeschobenwerden kann, als verfassungswidrigaufgehoben. Der Grund liegt darin,dass die Erstreckungsvoraussetzungendeponiespezifisch ausgestaltet sindund dem Deponiebetreiber daher dasRecht zustehen muss, eine Erstreckungim Bescheidweg zu erzwingen, was ihmbei einer Verordnung nicht möglich ist.Da dieses Erkenntnis zum AWG 1990 ergangenist, hat es auf die bestehenden(Tirol, Kärnten) bzw. zu erwartenden(Wien) Verordnungen keine unmittelbareAuswirkung. Es sind aber Folgeanfechtungenzu den inhaltsgleichen Bestimmungendes AWG 2002 zu erwartenbzw. bereits anhängig. Da dann auchdiese Bestimmungen aufzuheben seinwerden, erhebt sich die Frage nach demweiteren rechtlichen Schicksal dieserVerordnungen. Informell verlautet ausdem BMLFUW, dass eine Nachfolgeregelungzum gegebenen Zeitpunkt angedachtwird. Dabei wird aber weniger einbescheidförmiges Verfahren, sondernein neues Verordnungsrecht, das freilichnicht auf die einzelne Deponie bezogensein kann, in Aussicht gestellt. Es bleibtabzuwarten, ob die Beschüttung der Deponienbis 31.12.2008 weiterhin an eherrestriktive Bedingungen geknüpft seinwird oder ob es den daran interessiertenBundesländern ermöglicht wird, das Deponiesegmentim Übergangszeitraumstärker als bisher zu öffnen. ■Sie haben die Möglichkeit, Ihr Wissen rundum Deponie-VO, Abfallnachweis-VO, Abfallverzeichnis-VO,ALSAG und vieles mehrzu erweitern. VÖEB-Rechtsberater Dr.Christian Onz wird alle dargestelltenNeuerungen im Umweltrecht umfassenderläutern. Und zwar im Rahmen eines Seminarsam 27. Jänner 2004 im Haus derIndustrie, Urban-Saal, Schwarzenbergplatz4, 1030 Wien.• Kosten für VÖEB-Mitglieder:Euro 160,– + 20 % MwSt.• Kosten für Nicht-Mitglieder:Euro 240,– + 20 % MwSt.Anmeldung bitte vor dem Seminarterminunter voeb@voeb.at.6 | VÖEB Magazin


VÖEBSONDERBEILAGEMagazinMAGAZIN DES VERBANDES ÖSTERREICHISCHER ENTSORGUNGSBETRIEBE Nr. 22 / 10. Jahrgang / Jänner 2004Behandlungs- undVerwertungskapazitätenin ÖsterreichDer heimische Abfallberg wächst. Soweit der nüchterneBefund. Rund 49 Mio. Tonnen Abfälle fallen pro Jahr inÖsterreich an. Und trotz aller Maßnahmen in Vermeidung,Sammlung und Verwertung stieg vor allem derAnteil an „Abfällen in Haushalten und ähnlichen Einrichtungen“zwischen 1996 und 1999 um beachtliche 12 %.Was aber tun mit diesen Mengen vor dem Hintergrundder seit 1. Jänner 2004 gültigen Deponie-VO? Gefragtsind Kapazitäten zur Vorbehandlung des Abfalls. Dennnur vorbehandelte Abfälle dürfen künftig auf Deponienabgelagert werden. Zwei Möglichkeiten stehen dabeizur Verfügung: die mechanisch-biologische Abfallbehandlungund die thermische Abfallbehandlung in entsprechendenEinrichtungen (Monoverbrennung). Einenweiteren wichtigen Beitrag zu den Behandlungskapazitätenleistet die Mitverbrennung von heizwertreichenAbfällen in Industrieanlagen. Wie der aktuelle Ist-Zustandbei den Behandlungs- und Verwertungskapazitätenbeschaffen ist und welche Kapazitäten in Zukunftzur Verfügung stehen werden, darüber informieren wirSie im Rahmen dieser Sonderbeilage.VÖEB Magazin


Pricing ab Beginn des heurigen Jahres,mit der Umsetzung der Deponie-VO undden daraus entstehenden notwendigenBehandlungsaktivitäten sowie aufgrundder Erhöhung der Mineralölsteuer aufDiesel. Fast schon nicht mehr ins Gewichtfällt in diesem Zusammenhang auch dieErhöhung der Energieabgabe auf alleEnergiearten.Kostensteigerung bis zu 40 %In seiner Presseaussendung wiesder VÖEB darauf hin, dass er mit einerKostensteigerung in den Bereichen Abfallsammlung,Abfallbehandlung und-entsorgung in der Höhe von rund 40 %rechne. Kostensteigerungen, die sowohlWirtschaftsbetriebe als auch Kommunenbetreffen werden. Konkret rechnet derVÖEB mit einer Steigerung der SammelundTransportkosten im Nahverkehr vonrund 5 %, im Streckengeschäft von bis zu25 %. Insgesamt rechnen Vertreter desVÖEB aus dem Titel des Road Pricing mitBelastungen für die gesamte Branche inHöhe von 16 Mio. Euro ohne Fremdfrächterbzw. von 25 Mio. Euro mitFremdfrächtern.Im Zusammenhang mit der Deponie-VOwies der Verband in seiner Aussendungdarauf hin, dass die zum Teilhohen Investitionen in die notwendigenBehandlungskosten – vor allem im Bereichder mechanisch-biologischen undder thermischen Abfallbehandlung –ebenfalls Kostensteigerungen mit sichbringen werden. Und die Erhöhung derMineralölsteuer um 3,5 Cent je LiterDiesel bedeute eine Erhöhung der Aufwendungenfür Treibstoffe um rund7 %. Auch diese Kostensteigerung werdein die Kalkulationsansätze der AbfallundEntsorgungswirtschaft einfließenmüssen.Umfangreiche ReaktionenDas – nicht nur mediale – Echo aufdiese Aussendung war enorm. An die100 Presseberichte in allen Medienbereichenmachten deutlich, welch sensiblesThema vonseiten des VÖEB angesprochenwurde. Dabei waren die Berichteim Großen und Ganzen neutral und erfülltensomit den vom VÖEB beabsichtigtenZweck der umfassenden Vorinformationder heimischen Wirtschaft undÖffentlichkeit vor möglichen Kostensteigerungenim Jahr 2004. Aufgrund derSensibilität dieses Themas – und wohlauch aufgrund der in vielen anderen Lebensbereichenin jüngster Vergangenheitebenfalls gestiegenen Kosten – kames natürlich auch zu einigen kritischenKommentaren, die jedoch deutlich inder Minderheit blieben. Aber auch kritischeKommentare erfüllten ihren Zweck.Führten doch auch sie dazu, dass dergesamte Themenbereich einer intensivenDiskussion unterzogen wurde undman sich in vielen Unternehmen und Gemeindenerstmals offensiv mit diesemThema auseinander gesetzt hat. Womitdas eingangs bereits erwähnte Ziel desVerbandes eindeutig erreicht wurde: dieeigene Branche und darüber hinausdie breite Öffentlichkeit rechtzeitig vorIn-Kraft-Treten dieser Kostenerhöhungenüber die anstehenden Veränderungenzu informieren, eine umfassendeDiskussion zur Vorbereitung auf dieseKostenerhöhungen einzuleiten unddarüber hinaus einmal mehr die großeBedeutung einer modernen, leistungsfähigenAbfallwirtschaft in unseremWirtschaftssystem zu dokumentieren. ■VÖEB Magazin | 13


Intern:Bildung machtden MeisterNach diesem Motto gestalten die Unternehmen der heimischen Entsorgungswirtschaft– und vor allem die VÖEB-Mitgliedsbetriebe – ihreSchulungsaktivitäten. Entsprechend umfangreich präsentiert sich Jahrfür Jahr das Angebot der VÖEB-VIF-Zack-Seminare. Das war 2003 sound gilt in unverändertem Ausmaß für das Jahr 2004. Der nachfolgendeBericht fasst die Seminare und Veranstaltungen des zweiten Halbjahrs2003 zusammen und gibt einen vorläufigen Ausblick in das ersteHalbjahr 2004.VIF zackWissen mit PfiffZwölf Veranstaltungenim zweiten Halbjahr 2003Auf ein besonders „dichtes“ Programmkann der Verband im zweitenHalbjahr 2003 zurückblicken. Insgesamtzwölf Veranstaltungen – elf Seminareund eine große Kooperationsveranstaltungmit dem Umweltbundesamt – standenauf dem Programm. Die Themenpalettewar dabei wie immer breit gefächert.So fanden sich unter den VIF-Zack-Seminaren ein Kanaldichtheitsprüfungskurs,ein Seminar zur ADR-Novelle,zwei Praxistage zum Thema „ADR-Gefahrgutkontrolledurch die Exekutive“,ein Seminar in Kooperation mit demARC zum Thema „Monitoring-Kurs –Aufspüren radioaktiver Quellen in derIndustrie“ genauso wie ein ÖWAV-VÖEB-Kanalreinigungskurs oder die„Klassiker“ Kostenkalkulation in derEntsorgungswirtschaft (drei Veranstaltungen),ein Fahrtechniktraining fürLkw-Fahrer im ÖAMTC-FahrsicherheitszentrumSaalfelden und eine Fortbildungsveranstaltungfür Gefahrgutbeauftragte.Aus dem Veranstaltungsprogrammdes letzten Herbstes sticht abernatürlich besonders die im Wiener Hausder Industrie in Kooperation mit demUmweltbundesamt durchgeführte Veranstaltungunter dem Titel „Abfallwirtschaftund Klimaschutz“ heraus. AusführlicheInformationen zu dieser Veranstaltungfinden Sie in der Titelgeschichteder Ihnen vorliegenden Ausgabe.Nach wie vor werden die Seminar-und Veranstaltungsangebote desVerbandes von den Mitgliedsbetriebenund der heimischen Entsorgungswirtschaftintensiv nachgefragt. Entsprechendbeachtlich ist auch einmal mehrdie Teilnehmerzahl: Exakt 337 Teilnehmerinnenund Teilnehmer konnten vomVÖEB und seinen Kooperationspartnernbei den diversen Veranstaltungen begrüßtwerden. Wenn man bedenkt, dassmanche Seminare aufgrund der Naturihres Themas nur ausgesprochen geringeTeilnehmerzahlen haben können, gewinntdiese Zahl umso mehr an Gewicht.Themen 2004: Mischungzwischen Bewährtemund NeuemDas vorläufige Programm der VIF-Zack-Seminare im ersten Halbjahr 2004sieht neben einigen altbewährten Seminarangebotenauch neue Themen vor,mit denen auf aktuelle Entwicklungen inder Entsorgungswirtschaft bzw. auf allgemeineVeränderungen bei den wirtschaftlichenRahmenbedingungen eingegangenwird. So finden neben einemweiteren Kanaldichtheitsprüfungskurs(insgesamt bereits der 7. in Kooperationmit dem ÖWAV) und je einem weiterenTermin zur Ausbildung zum Gefahrgutbeauftragtenund einem Fortbildungskursfür die Kanalreinigung auch Seminaremit dem VÖEB-Rechtsberater Dr.Christian Onz zum Thema „Neuerungenzum Umweltrecht“ statt. Dabei stehenmehrere brandaktuelle Themen, wiez. B. die Novelle zur Deponie-VO, die Abfallnachweis-VO,die Abfallverzeichnis-VO oder die Novellierung des ALSAG imMittelpunkt.Ähnliches gilt für das Seminar„Bilanzanalyse, Kennzahlen (Rating fürBASEL II) und Kapitalflussrechnung“.BASEL II bzw. das darauf basierende Rating-Systemhat enorme Auswirkungenauf die Rahmenbedingungen und dieKosten künftiger Fremdfinanzierungenüber Banken. Die Kenntnis der dafür angewandtenKennzahlensysteme kanndaher nur dringend empfohlen werden.Mit Mag. Korcak hat der VÖEB wiedereinen bereits bestens bekannten und inder Entsorgungswirtschaft erfahrenenReferenten engagiert.Vorläufiges Seminarangebotim Detail● Neuerungen zum Umweltrecht –Rechtsseminar mitRA Dr. Christian Onz• Erste Vollzugserfahrungen mit demAWG 2002 (Anlagenrecht, Erlaubnisrecht)• Novelle zur Deponie-VO• Abfallnachweis-Verordnung (AVNO),Abfallverzeichnis-Verordnung(AVVO)• Novellierung des ALSAG durch dasBudgetbegleitgesetz 2003, BGBl.71/2003• Tiermaterialiengesetz• Emissionszertifikategesetz• Judikatur des Verfassungsgerichtshofesmit abfallrechtlicher Relevanz• Judikatur des EuGH mit abfallrechtlicherRelevanzVortragender: RA Dr. Christian OnzTermin 1: 15. Jänner 2004 in SalzburgTermin 2: 27. Jänner 2004 in WienPreis: Euro 160,– + 20% USt. für VÖEB-Mitglieder, Euro 240,– + 20 % USt. fürNicht-Mitglieder● 7. Kanaldichtheitsprüfungskurs(Kooperation mit dem ÖWAV)• Grundlagen Kanal• Rechtliche Grundlagen• Sicherheit und Gesundheitsschutz• ÖNORMEN und deren praktische Anwendung14 | VÖEB Magazin


• Messtechnik: Prüfen mit Luft undWasser• Praktische Übungen: Gerätetechnik,Kanalprüfungen, Schacht-/BehälterprüfungDatum: 3. bis 5. März 2004Ort: RHV Tennengau-Nord, 5081 AnifPreis: Euro 590,– + 20% USt. für VÖEB-/ÖWAV-Mitglieder, Euro 700,– + 20 %USt. für Nicht-Mitglieder● Bilanzanalyse, Kennzahlen(Rating für BASEL II) undKapitalflussrechnung• Kapitalflussrechnung• Strukturierung der Gewinn- und Verlustrechnung• Kennzahlensysteme, Kennzahlennach dem Basel-II-Rating• Fallstudie: Bilanzanalyse eines in derWiener Zeitung offengelegten Jahresabschlussesanhand eines standardisiertenUnternehmensanalysetoolsVortragender: Mag. Thomas KorcakDatum: 19. März 2004Ort: Rosenberger Ansfelden-Süd (A1),OÖPreis: Euro 280,– + 20% USt. für VÖEB-Mitglieder, Euro 360,– + 20% USt. fürNicht-Mitglieder● Ausbildung zum Gefahrgutbeauftragten(gem. § 11 GGBG)Alle Unternehmen, die gefährliche Gütertransportieren, verladen oder entladen,müssen aufgrund des Gefahrgutbeförderungsgesetzes(GGBG) übermindestens einen Gefahrgutbeauftragtenverfügen.Vortragende: Dr. Herbert Grundtner,Karl Wammerl, Martin MalitsDatum: 23. bis 26. Februar 2004Ort: 2325 Velm/Himberg, NÖPreis: Euro 790,– + 20% USt. für VÖEB-Mitglieder, Euro 890,– + 20 % USt. fürNicht-Mitglieder● 8. Fortbildungskurs für dieKanalreinigung (Kooperationmit dem ÖWAV)• Rechtliche Grundlagen und ÖNOR-MEN• Zweck der Kanalreinigung• Wartung und Pflege des Kanalnetzes• Sicherheit und Gesundheitsschutz• Praktische Übungen: Fahrzeugtechnikund ReinigungspraxisDatum: 17. bis 19. Mai 2004Ort: Klärwerk der Innsbrucker KommunalbetriebeAGPreis: Euro 523,24 + 20% USt. für VÖEB-/ÖWAV-Mitglieder, Euro 595,92 + 20 %USt. für Nicht-Mitglieder■Mitgliederpräsentation:Vom Holzzum AbfallDas Familienunternehmen Lindner – Recyclingtech GmbH stellt eineösterreichische Erfolgsstory dar. Vom kleinen Maschinen- und Anlagenproduzentenfür die Holzindustrie der Nachkriegszeit entwickelte sichdas Unternehmen zu einem inzwischen weltweit tätigen und anerkanntenHightech-Betrieb in der Abfall- und Entsorgungswirtschaftund bereichert damit die Erfolgsgeschichte der heimischen Abfallwirtschaftum ein weiteres, innovatives Kapitel.Die Anfänge lagen im HolzAls das Unternehmen „MaschinenfabrikLindner“ im Jahr 1948 in Spittal/Drauvon Josef Lindner gegründetwurde, konnte niemand ahnen, welcheErfolgsgeschichte damit begründet wurde.Man produzierte zunächst Maschinenund Anlagen für die Holzindustrie,um 20 Jahre später mit der Produktionvon Holz-Zerkleinerungsmaschinen zubeginnen. Zwar dauerte es danach nocheine ganze Weile, bis man in der AbfallwirtschaftFuß fasste, aber das Thema„Zerkleinerung“ bestimmte auch weiterhindie Entwicklung des Unternehmens.Ehrgeizige VisionenGeschäftsführer DI Manuel Lindner undGeschäftsführer Manfred LindnerEines der zentralen Motive für dieständige Weiterentwicklung der FirmaLindner war mit Sicherheit der Ehrgeiz,die „optimale Zerkleinerungsmaschine“herzustellen. Eine Vision, der sich auchdie heutige Generation der Familie Lindnernoch verbunden fühlt.„In diesem ständigen Strebennach der optimalen Lösung steckt unsereLiebe zur Technik, zur Detailarbeit inder Planung und zur Präzision in derAusführung. Eigenschaften, die wir unsüber Jahrzehnte bewahrt haben und dieauch die Arbeit für unsere Kunden bestimmen“,fasst einer der beiden Geschäftsführer,Manfred Lindner, zusammen.Angetrieben von dieser ständigenSuche nach technischer Perfektionentwickelte Lindner eigene, revolutionierendeEntwicklungen, die das Unternehmenweit über die Grenzen Österreichsbekannt machten. Wie erfolgreichdiese Entwicklung war, belegen einigeKennzahlen: Derzeit beschäftigt das Unternehmen85 Mitarbeiterinnen undMitarbeiter und erwirtschaftet einenUmsatz von 17,3 Mio. Euro (2002). Alleinzwischen 1999 und 2002 stieg der Umsatzum über 100 %! Die Internationalitätwird durch elf Partner in Europa sowieeigene Repräsentanzen in den USAund in Tokio deutlich. „Inzwischen“, berichtetGeschäftsführer DI Manuel Lindnernicht ohne Stolz, „sind weltweitbereits über 1.000 Maschinen bzw. Anlagenvon Lindner – Recyclingtech imEinsatz.“ Daraus erklärt sich auch derbeachtliche Exportanteil von 90 %.Umfangreiche ProduktpaletteHeute ist man natürlich weit überdie „optimale Zerkleinerungsmaschine“hinaus tätig. Neben Ein- und Zwei-Fortsetzung auf Seite 16Foto: Lindner – RecyclingtechVÖEB Magazin | 15


Fortsetzung von Seite 15wellenzerkleinerern bietet Lindner –Recyclingtech inzwischen alles, waseine erfolgreiche Recyclinganlageausmacht. So gehören Förderanlagenim Baukastensystem ebenso zurAngebotspalette wie Trenn- undSiebtechnik, Silierung, Trocknungoder Pelletierung. GeschäftsführerManfred Lindner kennt seine Kundenund ihre Anforderungen genau.„Unsere 50-jährige Erfahrung beider Entwicklung von Zerkleinerungslösungenkommt uns inzwischenfür die Abfallwirtschaft extrem zugute.“DI Manuel Lindner setzt fort, dass„wir zwar nicht billig sind, aber im bestenSinn des Wortes ‚preis-wert‘. Dennunsere Produkte sind nicht nur praxisgerechtentwickelt, sondern orientierensich auch im Betrieb an den Bedürfnissender täglichen Praxis. Und die Bedürfnissedieser Praxis sind geringer Verschleiß,lange Einsatzzeiten, leichte Wartung mitgroßer Zeitersparnis und generell einehohe Verfügbarkeit. Unsere Produktesind einfach, ausdauernd, robust, Kostensparend, wirtschaftlich und nicht zuletztauch innovativ. Das ist Qualität, an derwir täglich arbeiten.“Modernste 3-D-CAD-TechnologieBevor die Zerkleinerungsmaschinenund -anlagen auf rund 2.500 m 2 Produktionsflächehergestellt werden, erfolgtihre Planung und Entwicklung unterEinsatz modernster 3-D-CAD-Technologieim eigenen Haus. In diesem Klimader perfekten Abstimmung zwischenEntwicklung und Produktion reifennicht nur revolutionierende Ideen, sondernes ist darüber hinaus auch einschnelles Reagieren auf immer flexiblereMärkte möglich. Neben der 3-D-CAD-Datenerstellung pflegt man im HauseLindner ganz selbstverständlich den Umgangmit allen neuen Informations- undKommunikationstechnologien.„Auf diese Art und Weise könnenwir für unsere Kunden optimale Problemlösersein“, fasst Manfred Lindnerdie Philosophie seines Hauses zusammen.IMPRESSUMEigentümer, Herausgeber und Verleger:Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe,Mag. Daisy Schulze-Bauer, Lothringerstraße 12,1030 Wien, Telefon: 01/713 02 53, www.voeb.atKonzeption und Text: communication mattersLayout und Grafik: JoHeinDesignDruck: Grasl Druck & Neue Medien16 | VÖEB MagazinFirmengebäude der Lindner – Recyclingtechin Spittal/Drau (Kärnten)Mehr als nur zerkleinernZwar ist man bei Lindner – Recyclingtechstolz auf sein weltweit einmaligesKnow-how im Bereich der Zerkleinerung,möchte aber darauf nicht reduziertwerden. „Denn“, so DI ManuelLindner, „zu einer Recyclinganlagegehört viel mehr als Zerkleinerungsmaschinen.“Lindner – Recyclingtech bietetAnlagenlösungen für die Ersatzbrennstoffaufbereitungfür Hausmüll, eineZerkleinerungsanlage für wertstofflicheAufbereitung, Folienzerkleinerungsanlagenund mobile Reifenzerkleinerungsanlagen.Wobei man beim Bau von Zerkleinerungsanlagenvor keiner Abfallfraktionund keinem Wertstoff Haltmacht: Von Papier, Textilien und Reifenüber Ersatzbrennstoffe, Kabel- und Elektronikschrottbis hin zu Holz, Hausmüllund Industrie- sowie Gewerbeabfällenreicht die Palette.Großprojekte in ItalienErst unlängst konnte Lindner –Recyclingtech zwei Großprojekte in Italienan Land ziehen: die Errichtung einerAufbereitungsanlage für Hausmüll inVerona und eine Pilotanlage für denReifenhersteller Pirelli zur Zerkleinerungvon Kunststoffabfällen und Gummi.Projekte in ÖsterreichFoto: Lindner – RecyclingtechAuch in Österreich wurde durchdie Firma Häusle in Vbg. kürzlich eineEBS-Aufbereitungslinie bestehend auseiner Grobvorzerkleinerung (JUPITER)bzw. einer Nachzerkleinerung (KOMET)mit einer Jahresleistung von ca. 40.000Tonnen in Betrieb genommen. Weitersliefert Lindner für die MBA Liezen inKooperation mit den Firmen „Thöni“und „Alpine Mayreder“ die Komponentenfür die mechanische Aufbereitungder Siedlungsabfälle. Für die EBS-AufbereitungsanlageRetznei der Firma„Thermo Team“ (ein Tochterunternehmender Firmen „Lafarge“ und„Saubermacher“) plante und errichtetedie Lindner – RecyclingtechGmbH als Generalunternehmer diegesamte Großanlage inklusive StahlundHallenbau.Neueste Innovation:JUPITER GrobzerkleinererStolz präsentieren beide Geschäftsführerden revolutionärenund zukunftsweisenden GrobzerkleinererJUPITER. Er ist ein langsamlaufender innovativer Einwellengrobzerkleinerer,der vorwiegend zur Vorzerkleinerungvon nicht vorbehandeltemMaterial, das mit Störstoffen durchsetztist, eingesetzt wird. Der JUPITER verfügtüber eine zum Patent angemeldete Störstoffklappe,die für Reinigungs- undWartungstätigkeiten hydraulisch nachinnen oder außen ausgeschwenkt werdenkann, womit ein ungehinderter Zugangzum Rotor und zum Schneideraumgewährleistet wird. Alle in den Schneideraumgelangenden Störstoffe könnenauf diese Art und Weise einfach und problemlosentnommen werden. Lindnerstellt auch mit dieser jüngsten Entwicklungseine Innovationskraft eindrucksvollunter Beweis.Der JUPITER Grobzerkleinerer istbereits bei verschiedenen Anwendernwie z. B. EntsorgungsunternehmenHäusle (Vbg.), EntsorgungsunternehmenSaubermacher Graz und EntsorgungsunternehmenSaubermacherWien im Einsatz. „Der langsam laufendeund störstoffunempfindliche GrobzerkleinererJUPITER ist die ideale Zerkleinerungslösungfür unser Haus“, erklärtIng. Reischl (Projektleitung SplittinganlagenSaubermacher Wien/Graz).„Wirglauben mit der Fa. Lindner – Recyclingtecheinen verlässlichen und kompetentenPartner gefunden zu haben, der unsbei Projektierung, Inbetriebnahme undAfter Sales Service mit Rat und Tat zurSeite steht.“■Lindner – Recyclingtech GmbHVillacher Straße 48A-9800 Spittal/DrauTel.: 0043/4762/2742–0Fax: 0043/4762/2742–32E-Mail:office@lindner-recyclingtech.comInternet:www.lindner-recyclingtech.com

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