BERUFSSTART PLUS - Berufsstart in Thüringen

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BERUFSSTART PLUS - Berufsstart in Thüringen

BERUFSSTARTsichertÜbergänge inAusbildungMIT DEM PROJEKT BERUFS-START WURDE EIN NEUERBAUSTEIN DES ÜBER-GANGSSYSTEMS FÜRJUGENDLICHE INAUSBILDUNG ODER ARBEITGESCHAFFEN, DER EINENNAHTLOSEN ÜBERGANGVON DER SCHULE INAUSBILDUNG ODER ARBEITERMÖGLICHEN SOLL.ALLE JUGENDLICHEN SOL-LEN BEIM VERLASSEN DERSCHULE EINEN BETRIEB-LICHEN AUSBILDUNGS-PLATZ ODER EINE AUSBIL-DUNG AN EINER BERUFS-BILDENDEN SCHULESICHER HABEN, ERSATZ-WEISE EINE AUßER-BETRIEBLICHE AUSBIL-DUNG ODER BERUFSVOR-BEREITUNG, WENN EINEINTENSIVE INDIVIDUELLEFÖRDERUNG NÖTIG IST.Die BERUFSSTART-Philosophie:! Bereits ab der 7. Klasse beginntdie praxisorientierte Berufswahlvorbereitungin vielfältigenBerufsfeldern. Kompetenzdiagnosenund Berufsorientierungsbausteinewerden inBildungseinrichtungen undBetrieben eingesetzt.$ Bildungsbegleiterinnen und-begleiter der Kammern unterstützenden Prozess bis zum erfolgreichenÜbergang in Ausbildungoder Arbeit. Sie wertendie Ergebnisse der Kompetenzdiagnosenund der Orientierungsbausteinegemeinsammit den Schülerinnen undSchülern, ihren Lehrkräftenund Eltern kontinuierlich aus.Berufsziele werden konkretisiert,die dazu notwendigenschulischen Leistungen verdeutlichtund berufliche Eingliederungsstrategiendifferenziert.% Die prozessuale Beratung(Coaching) durch die Bildungsbegleitungergänzt dieBemühungen der Agenturenfür Arbeit. Die Schülerinnenund Schüler kommen dort mitklar entwickelten Berufsvorstellungenund differenzierterenBeurteilungen in den Beratungsprozess.Damit kann sichdie Berufsberatung stärker aufdie Ausbildungsvermittlungkonzentrieren.Q Die Betriebe erhalten durchdie betrieblichen Bausteine einAngebot zur Auswahl und Beurteilungvon Ausbildungsplatzbewerbern,das weitausdifferenzierter und Kosten sparenderist als die Auswahl nachschriftlichen Bewerbungenund Tests. Über dieses erweiterteDienstleistungsangebotder Kammern sollen verstärktauch Betriebe zur Ausbildungmotiviert werden, die bishernicht ausbilden.W Auch Jugendliche mit schlechterenStartchancen können inden betrieblichen Bausteinenihre Stärken und Entwicklungspotenzialeunter Beweisstellen.E Durch die Bildungsbegleitungkönnen die unterschiedlichstenAktivitäten und Angeboteder Wirtschaft zur Unterstützungdes Übergangs Schule –Beruf zu einem auf das jeweiligeSchulprogramm abgestimmtenDienstleistungsangebotgebündelt werden. Dies erleichtertdie Kooperation zwischenSchule und Wirtschaftspartnern.Die Verzahnung derAktivitäten von Schulen, Kammernund der Agenturen fürArbeit optimiert ihre Wirkung.2


Nach Abschluss der vierjährigenModellphase wird nunmehrBERUFSSTART PLUS alsschwerpunktmäßig gefördertesProjekt des Freistaates Thüringenzur arbeitsmarktorientierten Berufswahlvorbereitungvon 2007bis 2009 zunächst für weitere zweiSchuljahre fortgesetzt.BERUFSSTART PLUS setzt aufdie bereits in BERUFSSTARTentwickelten und erprobten Qualitätsstandards:! Kompetenzfeststellung,$ langfristig und frühzeitig einsetzend,% breites Berufsfeldangebot,Q Einsatz von Orientierungsbausteinen,W wirtschaftsnähe des Trägers,E Einbindung der Betriebe (betrieblichesPraktikum),R externe pädagogische Begleitung,T qualifiziertes Ausbildungspersonal,U Sicherung von begleitendenAngeboten,I enge Kooperation mit der Berufsberatungder Agentur fürArbeit.Neue Schwerpunkte desProjektes sind:Dienstleistungen für Betriebe:BERUFSSTART PLUS unterstütztBetriebe bei der Gewinnunggeeigneter Fachkräfte.Dienstleistungen für Schulen:Die Bildungsbegleiterinnen und-begleiter unterstützen die Schulenbei der Weiterentwicklung ihrerSchulkonzepte zu den SchwerpunktenBerufsorientierung undBerufswahlvorbereitung.Kooperation mit der Berufsberatung:Die Kooperation von BERUFS-START PLUS mit der Berufsberatungwird stetig optimiert. Einabgestimmtes Schnittstellenpapierbeschreibt die spezifischen Aufgabenvon Berufsberatung und Bildungsbegleitung.Mit BERUFS-START PLUS kann die Berufsberatungihre Ziele und Aufgaben inZusammenarbeit mit der Bildungsbegleitungder Kammernnoch intensiver als bisher erfüllen.Was ist neuam ProjektBERUFSSTARTPLUS?BERUFSSTART PLUSVERSTÄRKT DEN DIENST-LEISTUNGSCHARAKTERDES PROJEKTES GEGEN-ÜBER DEN SCHULEN UNDDEN BETRIEBEN.Geplant ist die Ausweitung desProjektes auf weitere Regionen inThüringen. Pro IHK bzw. HWKwerden künftig durchschnittlich1500 bis 1700 Schülerinnen undSchüler betreut. BERUFSSTARTPLUS wird in etwa 110 Schulendurchgeführt. 20 Bildungsbegleiterinnenund -begleiter unterstützendie Schülerinnen und Schülerbei ihrem Berufsorientierungsprozess.3


BERUFSSTARTPLUS fürSchülerinnenund SchülerBERUFSSTART PLUSCOACHT SCHÜLERINNENUND SCHÜLER VON 110THÜRINGER REGEL- UNDGESAMTSCHULEN VON DERSIEBTEN KLASSENSTUFE ANBIS HIN ZUM VERLASSENDER SCHULE HINSICHTLICHIHRER BERUFSORIENTIE-RUNG UND BERUFSWAHL-VORBEREITUNG.In Klassenstufe 7… wird zum Schuljahresbeginn inElternabenden über das Projektinformiert. Anschließend findetein Informationsgespräch in jederKlasse statt. In einem Erstgesprächwerden die bisherigen Berufswünschethematisiert.Zunächst findet ein Berufseignungstestim Rahmen des Unterrichtesstatt. Danach folgt die eintägigeKompetenzfeststellung beieinem Bildungsträger.Anschließend nehmen die Schülerinnenund Schüler an einem einwöchigenberufsfeldbezogenenOrientierungsbaustein bei einemBildungsträger teil. Sie lernen Tätigkeitenaus verschiedenen Ausbildungsberufenkennen und absolviereninnerhalb des Bausteinsein Projekt, durch das sie mit denverschiedenen für den Beruf typischenTechniken, Arbeitsschrittenund Werkstoffen in Berührungkommen.Die Ergebnisse der Kompetenzfeststellungund der berufsfeldbezogenenOrientierungsbausteinewerden mit den Schülerinnen undSchülern individuell ausgewertet,bei Interesse auch gemeinsam mitden Eltern.Die Lehrerinnen und Lehrer erhaltenaus den Ergebnissen Anregungen,um Beispiele aus der beruflichenAnwendung in ihre Fächeraufzunehmen und die Schülerinnenund Schüler individuellzu fördern.In Klassenstufe 8… wird zunächst ein zweiter einwöchigerberufsfeldbezogener Orientierungsbausteindurchgeführt.Nach Möglichkeit sollen dieSchülerinnen und Schüler ein weiteresBerufsfeld ausprobieren, umeine frühzeitige Festlegung aufmehr oder weniger zufällig zustandegekommene Berufswünsche zuvermeiden.In der Berufsorientierungsphasesollen die Jugendlichen verschiedeneBerufsperspektiven verfolgenkönnen, zu denen vorher Eignungund Interesse geprüft wordensind. Es ist daher auch wichtig,herauszufinden, welches Berufsfeldnicht in Frage kommt.Die Schülerinnen und Schüler sollenmöglichst auch ein für sie neuesBerufsfeld testen, das bishernicht zu den Wunschberufen gehörte.So sollen Mädchen gezieltan gewerblich-technische oder dieinformationstechnische Berufe herangeführtwerden. Jungen sollenauch Berufe erproben können, dietraditionell überwiegend vonFrauen ausgeübt werden.Anschließend absolvieren dieSchülerinnen und Schüler mindestenseinen, gegebenenfalls zweiberufsbildbezogene betrieblicheBausteine.Die Schülerinnen und Schüler solleneinen Eindruck vom betrieblichenAlltag in dem jeweiligen Berufbekommen, verschiedene Tätigkeitendes Berufes ausprobierenund mit Mitarbeiterinnen oderMitarbeitern in Kontakt kommen,die an der Berufsausbildung beteiligtsind.4


Diese können einschätzen, ob siedie Schülerinnen und Schüler alsfür den jeweiligen Ausbildungsberufgeeignet ansehen. Sie könnenihnen wichtige Tipps für die Berufswahlentscheidunggeben.Wenn es gut läuft, kann mit demBaustein die Bewerbung um eineAusbildungsstelle angebahnt werden.Dies erhöht die Chancen, dennder Betrieb lernt seine künftigenNachwuchskräfte bereits frühzeitigkennen und kann die jeweiligenStärken und Entwicklungspotenzialenach dem Baustein besserbeurteilen als bei anderen Jugendlichen,die nur eine schriftlicheBewerbung an den Betrieb schicken.Vorteile für die Betriebe bestehendarin, dass der Aufwand für dieAuswahl und Beurteilung fremderBewerberinnen und Bewerber geringerwird. Die Gefahr, Fehlentscheidungengetroffen zu haben,die zum Nichtantreten oder zumfrühzeitigen Abbruch der Ausbildungführen können, verringertsich erheblich.Durch die frühzeitige Kontaktanbahnungsollen auch Betriebe zurBeteiligung an Ausbildung ermutigtwerden, die bisher nicht odernur wenig ausgebildet haben.In den Klassenstufen 9 und 10(Schulentlassjahre) …… werden die vorangegangenenBemühungen intensiviert.Die Schülerinnen und Schüler, diein ihrer Berufswahlentscheidungnoch nicht gefestigt sind, könneneinen dritten berufsfeldbezogenenOrientierungsbaustein bei einemBildungsträger absolvieren.Es wird eine Phase der intensivenBewerbung um Ausbildungsstellenbei möglichst vielen Betrieben geben.Die Schülerinnen und Schülerführen einen oder mehrere weitereeinwöchige betriebliche Bausteinedurch. Im Schulentlassjahr stehendie betrieblichen Bausteine für dieSchülerinnen und Schüler auchunter dem Vorzeichen, sich in Betriebenzu bewähren, in denen siesich um eine Ausbildungsstelle beworbenhaben.Die betrieblichen Bausteine sindeine Art „Probeausbildung“. DieBetriebe können die Bewerberinnenund Bewerber aus BERUFS-START eine oder zwei Wochenlang mit Ausbildungsaufgaben betrauenund daran zum Beispiel beobachten,wie sie an die Arbeit herangehen,Schwierigkeiten bewältigenund sich in den Betrieb einfügen.Sie erhalten dadurch eindeutlicheres Bild über die Stärkenund Schwächen der Jugendlichen,als wenn sie sich nur die Bewerbungsunterlagenund Zeugnisseansehen würden. So haben auchdie Jugendlichen eine Chance, dieaufgrund ihrer schulischen Leistungengar nicht erst in die engereWahl kämen.Die Jugendlichen sollten sichdurchaus mehrere Betriebe ansehenund auch noch weitere Berufeerproben. Je flexibler ihre Berufswünschesind, desto größer ist fürdie Jugendlichen die Aussicht,auch einen Ausbildungsplatz zufinden.Wer bereits seinen Betrieb gefundenhat, kann auch die weiterenBausteine absolvieren, wenn einesichere Aussicht zur Übernahmebesteht. Die Betriebe könnennachvollziehen, wie sich ihre künftigenAuszubildenden weiter entwickelnund die Empfehlungenaus der betrieblichen Praxis umsetzen.Hinzu kommen noch weitere Angeboteder Schulen oder Bildungsträger,zum Beispiel Internet-Kurseoder Bewerbungstraining.Ab März wird eine intensive Akquisevon Ausbildungsplätzen fürdie bis dahin noch nicht versorgtenBewerberinnen und Bewerberdurchgeführt, damit der Übergangin Ausbildung zu Beginn desnächsten Ausbildungsjahres gelingenkann. Die Bildungsbegleitungunterstützt die Jugendlichendurch Bewerbungsmanagement.Dies ist eine Gemeinschaftsaufgabe,an der sich neben den Schülerinnenund Schülern und ihrenEltern auch die Schulen beteiligen.Die Berufsberatung vermittelt verstärktAusbildungsplätze. Die Ressourcender Kammern und Ausbildungsverbünde(Ausbildungsberatung,Ausbildungsplatzentwicklungusw.) werden intensiveingebunden. Es werden Initiativenund Kampagnen im Rahmendes Ausbildungspaktes initiiertund unterstützt.5


Klasse 7 Klasse 8 Klasse 9 Klasse 10Kompetenzfeststellung/Berufsneigungstest (1 Tag)berufsfeldbezogenerOrientierungsbaustein 2ggf. berufsfeldbezogenerOrientierungsbausteinberufsfeldbezogenerOrientierungsbaustein 1berufsfeldbezogenerbetrieblicher Bausteinbetrieblicher Bausteinzur Vertiefungbetrieblicher Bausteinzur Vertiefungggf. berufsfeldbezogenerbetrieblicher Bausteinbetrieblicher Bausteinzur VertiefungRetestIndividuelle Auswertungdurch BildungsbegleitungIndividuelle Auswertungdurch BildungsbegleitungIndividuelle Auswertungdurch BildungsbegleitungIndividuelle Auswertungdurch BildungsbegleitungReflexion mit Lehrkräften Reflexion mit Lehrkräften Beratung und Vermittlung durchdie Agentur für ArbeitReflexion mit ElternReflexion mit ElternUnterstützende Angebote fürFlankierende Angebote zur Erweiterung des Berufswahlspektrumsunversorgte Bewerber/innenBeratung und Vermittlung durchdie Agentur für ArbeitUnterstützende Angebote fürunversorgte Bewerber/innenMehrwert von BERUFSSTART PLUSBERUFSSTART PLUS kann keineAusbildungsplätze herbeizaubern,aber Wege öffnen, um diesesZiel leichter erreichen zu können:g Durch das Projekt erfahren dieJugendlichen viel über ihreStärken und ihr Entwicklungspotenzial,so dass sie sich gezielterbewerben können.g Sie können bereits erste beruflicheKompetenzen erwerben,die für ihren späteren Berufwichtig sind.g Die beruflichen Perspektivenwerden daraufhin überprüft,ob sie im regionalen Ausbildungs-und Arbeitsmarkt verwirklichtwerden können.Lehrkräfte und Bildungsbegleitungunterstützen die Schülerinnenund Schüler bei der Suchenach Alternativen.g Durch BERUFSSTART PLUSwerden langfristige Kontaktezu späteren Ausbildungsbetriebengeknüpft. Die Betriebekönnen die Entwicklung ihrerkünftigen Nachwuchskräftelangfristig mit verfolgen undihnen bereits während derSchulzeit wichtige Anregungengeben.g Die Bildungsbegleitung derKammern und Ausbildungsverbündekönnen auf vielfältigeBetriebskontakte zurückgreifenund gezielt Tipps fürErfolg versprechende Bewerbungengeben.g Schülerinnen und Schüler werdendurch die Bildungsbegleitungin ihrem individuellenBerufswahlprozess unterstützt.6


Zur Kompetenzfeststellung wirddas Verfahren eines Assessmentcentersmit folgenden Tests angewandt:e Wissenstest:Die Schülerinnen und Schülerzeigen in einem schriftlichenTest ihre Kenntnisse in den Bereichen„Allgemeinwissen“,mathematisches Wissen“ und„sprachliches Wissen“r Fachpraktische Übung:Die Schülerinnen und Schülerführen eine klassische Aufgabeaus dem gewählten Berufsfelddurch.t Präsentation:Das Ergebnis der fachpraktischenÜbung wird vor einemFachpublikum vorgestellt.u Teamübung:Die Schülerinnen und Schülerstellen im Rahmen einer Gruppenübungihre Teamfähigkeitunter Beweis.Neben den praktischen Leistungenwird auch die Arbeits- undHerangehensweise der Schülerinnenund Schüler von einem Beobachterteameingeschätzt. Ausden ermittelten Stärken undSchwächen werden erste Annahmenabgeleitet, ob zu denWunschberufen der Schülerinnenund Schüler die erforderlichen Potenzialevorhanden sind bzw. welcheBerufsfelder darüber hinausnoch für die spätere Ausbildung inFrage kommen.Die Eignungsdiagnose–Selbst- & Fremdeinschätzungvon beruflichenPotenzialenDURCH DIE KOMPETENZFEST-STELLUNG ZU BEGINN DESPROJEKTES KÖNNEN DIESCHÜLERINNEN UNDSCHÜLER EIGENE FÄHIG-KEITEN UND FERTIGKEITENBESSER EINSCHÄTZEN UNDSICH GEZIELTER ORIENTIEREN.SO KÖNNEN FRÜHZEITIGREALISTISCHE BERUFLICHEZIELE ENTWICKELT UNDINTERESSEN GEFÖRDERTWERDEN.i Interview:In einem persönlichen Gesprächwerden weitere relevanteInformationen zur Berufswahlund zur eigenen Personerfasst.7


Orientierungsbausteine–Kennenlernenvon BerufsfeldernundErwerb ersterberuflicherKompetenzenDIE ORIENTIERUNGSBAU-STEINE GEBEN EINENÜBERBLICK ÜBER DIEVERSCHIEDENEN BERUFEUND TÄTIGKEITEN, BIETENMÖGLICHKEITEN DERPRAKTISCHEN ANWEN-DUNG UND FÖRDERN DIEMOTIVATION ZUM LERNENIN DIESEM BERUFSFELD.DIE QUALIFIZIERUNGS-INHALTE BEZIEHEN SICHAUCH AUF SELBST-STÄNDIGES LERNEN UNDARBEITEN, AUF ARBEITS-SCHUTZ, ENERGIE- UNDUMWELTFRAGEN SOWIEAUF SOZIALE UND WIRT-SCHAFTLICHE ASPEKTE DESARBEITSLEBENS.Angelehnt an die Vorgaben derQualifizierungsbausteine für dieBerufsvorbereitung (§§ 50-52BBiG) wurden 26 Orientierungsbausteinefür 11 Berufsfelder entwickelt:g Agrarwirtschaftg Bautechnikg Drucktechnikg Elektrotechnikg Ernährung und Hauswirtschaftg Farbtechnik und Raumgestaltungg Gesundheit und Sozialesg Körperpflegeg Holztechnikg Metalltechnikg Wirtschaft und VerwaltungOrientierungsbausteine unterscheidensich von herkömmlichenPraktika dadurch, dass die Schülerinnenund Schüler – auf dem vonihnen leistbaren Niveau – Projekteund Übungsstücke aus dem ausgewähltenBerufsfeld durchführen.Die Schülerinnen und Schülerkönnen daraus ableiten,g ob die entsprechenden Berufsfeldervon ihrem Tätigkeitsspektrumher für sie interessantsind,g ob sie hinsichtlich der vorhandenenKompetenzen und Potenzialefür dieses Berufsfeldgeeignet sind undg welche Anforderungen seitensder Wirtschaft gestellt werden.Erwünschter Effekt ist, dass dieJugendlichen auf diese Weise neueImpulse und zusätzliche Lernmotivationerhalten, um schulischesLernen intensiver und zielgerichteterauf das spätere beruflicheLernen ausrichten zu können.In allen Bausteinen werden Rückmeldungenund Einschätzungenzu den eingesetzten und erworbenenKompetenzen ermittelt, sodass im Laufe von zwei Jahren erkennbarist, wie sich Stärken undSchwächen entwickelt haben.Die Lehrerinnen und Lehrer nehmenAufgabenstellungen aus derberuflichen Praxis in ihren Unterrichtauf. Sie bekommen Anhaltspunktefür eine differenzierte individuelleFörderung.8


Gemeinsam mit den Betriebenwird ein Wochenablaufplan entwickelt,in dem sicher gestellt ist,dass verschiedene Tätigkeitsschwerpunktedes Berufes abgedecktund verschiedene Abteilungendes Betriebes kennen gelerntwerden. Die Schülerinnen undSchüler sollen Gelegenheit bekommen,bereits während derOrientierungsbausteine oder vorhervorhandene Kompetenzeneinzubringen.In Klassenstufe 8 dienen die betrieblichenBausteine den Schülerinnenund Schülern zur Orientierungin den für sie in Frage kommendenAusbildungsberufen. Siesollen betriebliche Ausbildungsrealitätund die Vielfalt betrieblicherTätigkeiten des jeweiligenBerufes kennen lernen und sichdavon überzeugen, ob der Berufihren Interessen, Fähigkeiten undStärken entspricht.In der 9. und 10. Klasse vertiefensie ihren Einblick in den betrieblichenAusbildungs- und Arbeitsalltag.Durch die betrieblichen Bausteinesollen Ausbildungsverträge gezieltangebahnt werden. Die Jugendlichensollen für sich und ihre Fähigkeitenwerben und den Betriebüberzeugen, dass sie als Auszubildendeeine gute Wahl sind.Durch einen strukturierten Ablaufder Praktikumswoche (Probelehre)und eine systematische Auswertungerhalten die Betriebe einwesentlich differenzierteres Bildim Vergleich zur Auswahl nachTests und Zeugnissen. Sie könnenKosten und Aufwand für langwierigeAuswahlverfahren einsparen.Ein weiteres Ziel besteht darin,Betriebe, die bislang noch nichtausgebildet haben, dazu zu motivieren,nach einem positiven persönlichenKontakt mit den Bewerberinnenund Bewerbern, eineneue Stelle zu schaffen.BetrieblicheOrientierungsbausteinezurVorbereitungdes Übergangsin einAusbildungsverhältnisDIE BETRIEBLICHEN BAU-STEINE DIENEN DERERPROBUNG VON KOMPE-TENZEN UND POTENZIALENIM BETRIEB, GEBEN EIN-BLICKE IN BETRIEBLICHETÄTIGKEITEN BEZOGEN AUFDEN JEWEILIGEN WUNSCH-BERUF, ERMÖGLICHEN DASKENNENLERNEN BETRIEB-LICHER ARBEITS- UNDKOMMUNIKATIONSSTRUK-TUREN (PÜNKTLICHKEIT,HIERARCHIEN) UND SOL-LEN BEI DEN BETRIEBENEINEN ERSTEN EINDRUCKHINTERLASSEN, OB DIEJUGENDLICHEN FÜR EINEAUSBILDUNG IN FRAGEKÄMEN.9


g Die Eingliederungs- und Bildungspläneermöglichen derBerufsberatung, differenzierteVermittlungsvorschläge zu machen.BildungsbegleitungalsSchnittstellezwischenSchule,Betrieben undBerufsberatungDIE BILDUNGSBEGLEITUNGVERSTEHT SICH ALSCOACHING.SIE UNTERSTÜTZT DIEJUGENDLICHEN DABEI,EIGENSTÄNDIGE UNDVERANTWORTLICHE BERUFS-WAHLENTSCHEIDUNGEN ZUTREFFEN.SIE GIBT INFORMATIONENUND ANREGUNGEN, DAMITDIE SCHÜLERINNEN UNDSCHÜLER IHRE STÄRKENUND ENTWICKLUNGSPOTEN-ZIALE ERKENNEN, SICH ÜBERBERUFLICHE MÖGLICH-KEITEN INFORMIEREN UNDIHRE WUNSCHBERUFESOWIE DARÜBER HINAUS-GEHENDE BERUFE IMRAHMEN DER MÖGLICHKEI-TEN DES PROJEKTS PRAK-TISCH ERPROBEN.Der Auftrag der Bildungsbegleitungbesteht darin, den Berufsorientierungsprozessab Klasse 7 biszum Übergang in Ausbildung (bestandeneProbezeit) zu begleiten.In Gesprächen mit den Schülerinnenund Schülern wertet sie dieErgebnisse von Kompetenzfeststellungund Orientierungsbausteinenin Bezug auf geeignete beruflichePerspektiven aus. Sie regtan, neue Berufe kennen zu lernenund entwickelt mit den Schülerinnenund Schülern Strategien, wiesie ihre beruflichen Perspektivenerreichen können.Gemeinsam mit den Schülerinnenund Schülern entwickelt sie denindividuellen Eingliederungsplan,in dem alle Initiativen der Berufsorientierungund Berufswahlvorbereitungwährend der Schulzeiterfasst und dokumentiert werden.Diese Informationen dienen alsGrundlage für Vereinbarung vonweiteren Schritten zwischen Schülerinnenund Schülern, Lehrkräften,Bildungsbegleitung und weiterenBeteiligten.Die Schule kann gezielt bezogenauf den angestrebten Beruf fördern.Begleitende berufliche Qualifizierungsangeboteinnerhalbund außerhalb der Schule unterstützendie Bereitschaft zur Aufnahmeeiner Berufsausbildung.Die Bildungsbegleitung ist dasVerbindungsglied zwischen Schulen,Betrieben und Berufsberatung:g Die Schule hat die Möglichkeit,über die BildungsbegleitungKooperationsaktivitätenmit der Wirtschaft zu managen.Weiterhin profitiert sievon der berufspädagogischenKompetenz der Bildungsbegleitung.g Die Bildungsbegleitung ist Ansprechpartnerfür Betriebe hinsichtlichbetrieblicher Bausteineund Unterstützung beimöglichen Konflikten mit denJugendlichen.10


Mit BERUFSSTART PLUS kanndie Berufsberatung durch die engeZusammenarbeit mit der Bildungsbegleitungder Kammern ihreZiele und Aufgaben noch intensiverals bisher erfüllen.Beide stellen das Projekt gemeinsamin den Klassen 7 und bei Elternabendenvor und erläutern ihrejeweiligen, sich gegenseitig ergänzendenAufgaben.Die Berufsberatung übernimmtdie Fallverantwortung im Prozessder Berufsorientierung, Berufsberatungund Ausbildungsvermittlung.Die Bildungsbegleitung verstehtsich als individuelle Prozessbegleitung(Coaching), um die Jugendlichenbei ihrer Entscheidungsfindungund ihren Integrationsbemühungenzu unterstützen.Auf der Grundlage der im Berufswahlpassdokumentierten Ergebnissevon BERUFSSTART PLUSwerden mit den Jugendlichen Berufszieleentwickelt. Die Berufsberatunggibt Informationen zu Berufen,Aufstiegsmöglichkeitenund Bildungsgängen sowie zumregionalen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.Sie vermittelt in offeneAusbildungsstellen.Schülerinnen und Schüler mit derPrognose „unversorgt“ werdendurch die Berufsberatung und dieBildungsbegleitung besonders betreut.Kooperationmit derBerufsberatungDIE BERUFSBERATUNG DERAGENTUR FÜR ARBEIT ISTFALLVERANTWORTLICH.DIE BILDUNGSBEGLEITUNGUNTERSTÜTZT DEN PRO-ZESS DER BERUFSWAHL-VORBEREITUNG DURCHINDIVIDUELLE PROZESS-BEGLEITUNG.11


BERUFSSTARTPLUSfür BetriebeALLE AUSBILDUNGS-WILLIGEN UND AUSBIL-DUNGSFÄHIGEN JUGEND-LICHEN SOLLEN DIECHANCE AUF EINEBETRIEBLICHE AUSBIL-DUNG BEKOMMEN.UM DIES ZU ERREICHEN,SOLLEN IN BERUFSSTARTPLUS GEZIELT DIENSTLEIS-TUNGEN FÜR BETRIEBEENTWICKELT UND ANGEBO-TEN WERDEN, DIE DIESEFÜR DIE AUFNAHME VONJUGENDLICHEN AUSBERUFSSTART PLUSMOTIVIEREN KÖNNEN.Ausbildungsplätze sind Mangelware– und das umso mehr für Jugendliche,die aus unterschiedlichenGründen zu den Benachteiligtenauf dem Ausbildungs- undArbeitsmarkt zählen. Diese sindbeim Übergang von Schule inAusbildung auf die besondere Unterstützungder Schule und Bildungsbegleitungangewiesen.Daher besteht ein Schwerpunktvon BERUFSSTART PLUS darin,Dienstleistungen für Betriebeanzubieten, um diese dazu zu motivieren,auch Jugendliche miteher praktischer Begabung in eineAusbildung zu übernehmen undsie dabei zu unterstützen, künftigauszubilden, sofern sie dies nochnicht getan haben.Auf Wunsch können Berufsberatungund Bildungsbegleitung denBetrieben künftig eine Vorauswahlvon Bewerberinnen und Bewerbernanbieten, deren BE-RUFSSTART-Ergebnisse eine hoheÜbereinstimmung mit den betrieblichenAnforderungsprofilenerkennen lassen.Spezielle Praktika für Unentschlosseneoder sich neu orientierendeJugendliche in den Klassen9 und 10 sollen den Einstieg in dieAusbildung erleichtern.Zur Erschließung zusätzlicherAusbildungsplätze können denBetrieben Förder- und Unterstützungsangeboteder Kammern undder Agentur für Arbeit bereitgestelltwerden (externes Ausbildungsmanagement,AusbildungsbegleitendeHilfen, KooperativeAusbildung).12


BERUFSSTART PLUS setzt aufdie Kompetenz der Schulen hinsichtlichder individuellen Förderungder Schülerinnen und Schüler.Mit dem Projekt sollen denSchulen zusätzliche, ergänzendeDienstleistungen angeboten werden,die über deren reguläre Arbeithinausgehen, und sie sollendadurch bei der Umsetzung derBerufsorientierung und Berufswahlvorbereitungunterstützt werden.g Leistungen können imEinzelnen sein:Beratung und Unterstützungbei der Erstellung eines Schulkonzepteszur Vermittlung vonBerufswahlkompetenz.Die Bildungsbegleiter und -begleiterinnenerarbeiten gemeinsammit den Lehrkräftenein Konzept zur Vermittlungvon Berufswahlkompetenzbzw. unterstützen sie dabei,BERUFSSTART PLUS in daseigene Konzept zu integrieren.g Begleitende praxisnaheFortbildungsangebote fürLehrkräfte.Themen könnten Beobachterschulungen,wirtschaftsnaheInhalte, Unterrichtsmethoden– offener Unterricht, etc. sein.BERUFSSTARTPLUSfür SchulenDIE BILDUNGSBEGLEITUNGARBEITET ENG MIT DENBERUFSSTARTSCHULENZUSAMMEN. DADURCHENTSTEHEN SYNERGIE-EFFEKTE DER VERSCHIEDE-NEN KOMPETENZEN, DIEDEN ÜBERGANG DERSCHÜLERINNEN UNDSCHÜLER IN AUSBILDUNGODER WEITERE PERSPEKTI-VEN SICHER STELLEN.g Unterstützung bei der Entwicklungvon schulischenFörderangeboten.Dies könnten Angebote zumLernen lernen, Vermittlungvon Sozialkompetenz, Angebotefür Lese- und RechtschreibschwacheKinder sein.13


Erfolge undEntwicklungsperspektivenDAS PROJEKT BERUFSSTARTHAT SICH IN DER PRAXISBEWÄHRT.DIE SCHÜLERINNEN UNDSCHÜLER SIND BESSER ALSZUVOR IN DER LAGE, IHREAUSBILDUNGSSUCHE NACHINDIVIDUELLEN INTERES-SEN UND FÄHIGKEITENAUSZURICHTEN.DIE SCHULEN HABEN IHREAKTIVITÄTEN BEZOGEN AUFBERUFSORIENTIERENDEUND -VORBEREITENDEINHALTE ERHEBLICHAUSGEWEITET.Dies sind die wichtigsten Projekterfolge:ÜbergangsquotenInsgesamt 54,2 Prozent derBERUFSSTART-Schülerinnenund Schüler sind am Ende derSchulzeit in eine Ausbildung eingemündet.Von den Abgängerinnenund Abgängern mit Hauptschulabschlusswaren dies 32,5ProzentMit dem Projekt ist es gelungen,die Lernmotivation und die Leistungsbereitschaftder Schülerinnenund Schüler deutlich zu erhöhen.Erreicht wurde, dass der Anteilderjenigen, die im Anschlussan die Klassenstufe 9 den Realschulabschlusserreichen möchten– durch Verbleib an der Schuleoder durch den anschließendenBesuch einer Berufsfachschule –deutlich höher ist als im Jahr vorBERUFSSTART und im Vergleichzu den Thüringer Schülerinnenund Schülern insgesamt.Ein weiterer Erfolg besteht darin,dass die Verbleibsquote in Ausbildungwesentlich höher ist als imThüringer Durchschnitt. Nur 6,4Prozent der BERUFSSTART-Schülerinnen und Schüler habennach vier Monaten den Ausbildungsvertragwieder gelöst. DieBERUFSSTART-Schülerinnenund Schüler bewerben sich in einemfür sie geeigneten Berufsfeldund sind über Anforderungen imAusbildungsberuf informiert. Sowird vermieden, dass sie aufgrundvon falschen Erwartungen dieAusbildung bereits frühzeitig beenden.BildungsbegleitungDie Bildungsbegleitung hat sichals wichtiger Partner bei der Berufsorientierungbewährt. Sowohldie Lehrkräfte als auch die Schülerinnenund Schüler schätzen dieseals Ansprechpartner zu allen Fragender beruflichen Orientierungund Berufsvorbereitung – ergänzendzu den Aufgaben der Berufsberatung.Das Resultat ihrer Arbeitbestand darin, dass sich dieJugendlichen durch die Arbeit derBildungsbegleitung und derenPräsenz über mehrere Schuljahrehinweg stärker mit dem ThemaBerufsorientierung auseinandersetzenals in den vergangenenSchuljahren. Ein weiterer wesentlicherEffekt besteht in der Bereitstellungvon Dienstleistungen fürdie Schulen. Die Bildungsbegleitungübernimmt für die Schuleneinen erheblichen Anteil an Organisationsaufwandfür die Berufsorientierung,was zusätzliche Aktivitätenin anderen Bereichen erleichtert.KompetenzfeststellungDie Kompetenzfeststellung erweistsich nach den Aussagen derLehrkräfte und der Schülerinnenund Schüler als geeignetes Instrument,um allererste Aussagen überberufliche Interessen, Stärken undvorhandene Sozialkompetenzenzu machen. Mehr als die Hälfteder beteiligten Schulen reflektiertdie Ergebnisse im Unterricht odernutzt diese für die weitere individuelleFörderung der Jugendlichen.Somit ist die Kompetenz-14


feststellung zum Bestandteil derschulischen Arbeit geworden. Einwesentliches Ergebnis der Kompetenzfeststellungist die erste Motivationder Schülerinnen undSchüler zur Auseinandersetzungmit beruflichen Fragen.OrientierungsbausteineDie Orientierungsbausteine sindnach Einschätzung der Schülerinnenund Schüler ein geeignetes Instrumentum festzustellen, welchesBerufsfeld zu den Fähigkeitenund Neigungen der Jugendlichenpasst. Bei mehr als der Hälfte derJugendlichen haben der erste undder zweite Orientierungsbausteindie Berufswahlentscheidung in dieeine oder die andere Richtung beeinflusst.Auch die Bildungsträger beurteilenden Nutzen der Orientierungsbausteineals überwiegendpositiv. Der überwiegende Teilgibt an, dass der Schwierigkeitsgradder Aufgaben für die Schülerinnenund Schüler „genau richtig“war. Auch der betriebliche Bezugder Bausteine ist vorhanden.Der weitaus größte Teil der Ausbilderinnenund Ausbilder gibt an,dass die Bausteine einen Ausschnittdes Aufgabenspektrumsdes jeweiligen Berufsbildes abbilden.Betriebliche BausteineAn den betrieblichen Bausteinenschätzen die Schülerinnen undSchüler vor allem, dass sie verschiedeneAufgabenfelder des Berufsbildeskennen lernen, unterschiedlicheArbeitsabläufe gezeigtbekommen und zur eigenständigenLösung berufsbezogener Aufgabenangeregt werden. Das Zutrauender Betriebe in die Leistungender Jugendlichen wächst offensichtlichmit zunehmenderProjektdauer. Schülergruppen, diebereits mehrere Jahre im Projektsind, haben in der Regel häufigerin verschiedenen Aufgabenfelderndes Berufsbildes mitgearbeitet, alsdiejenigen, die erst ein Jahr imProjekt sind.Sowohl Schulen als auch Bildungsbegleitungbeurteilen alswichtige Effekte der betrieblichenBausteine, dass die Betriebe sichein besseres Bild von den Bewerberinnenund Bewerbern machenkönnen als dies in den üblichenBewerbungsverfahren der Fall ist.Weiterhin könnten sich dieBERUFSSTART-Schülerinnenund Schüler besser einbringen alsdie üblichen Praktikanten. Alsschwierig erweist sich offenbar, dieBetriebe im Vorfeld der betrieblichenBausteine mit einzubeziehen.So konnten die Bildungsbegleiterinnenund -begleiter Ziele undInhalte des Bausteines noch nichtimmer vorher mit dem Betrieb besprechen.ÜbergangsmanagementDie Bildungsbegleiterinnen und -begleiter haben in der letzten Phasevor Ende des Schuljahres vor allemBewerbungsadressen an dieunversorgten Schülerinnen undSchüler weitergegeben und diesegezielt an die Berufsberatung vermittelt.Künftig wird das Übergangsmanagementnoch ausgebautund zusätzliche Praktikazwecks Ausbildungsanbahnungund gezieltes Bewerbungstrainingangeboten.Weitere Informationen über dieProjekterfolge in: Eckhardt, Christoph,u. a. (2007): Berufsstart –Vertiefte wirtschaftsnahe Berufsvorbereitungwährend der Schulzeit.Abschlussbericht der wissenschaftlichenBegleitung für die vierjährigeModellphase 2003 bis 2007 (s.www.berufsstart-thueringen.de).15


Die drei Säulender Berufsorientierungin ThüringenDIE 1991 AUF LANDESEBENEGEGRÜNDETE LANDESARBEITSGE-MEINSCHAFT SCHULE WIRTSCHAFT(LAG) WURDE VON DEN THÜRIN-GER ARBEITGEBER- UND WIRT-SCHAFTSVERBÄNDEN INITIIERT.SIE VERSTEHT SICH ALS PLATT-FORM FÜR DISKUSSIONEN, WIEZ.B. ZUM THEMA „ANFORDE-RUNGEN DER WIRTSCHAFT ANSCHULABGÄNGER“. SIE WILLDEN DIALOG ZWISCHEN UNTER-NEHMEN UND SCHULEN FÖR-DERN. WICHTIGE INITIATIVENDER LAG SINDg DIE FLÄCHENDECKENDE EIN-FÜHRUNG DES BERUFS-WAHLPASSES ZUR DOKU-MENTATION DER ERGEBNISSEDES BERUFSWAHLPROZES-SES DER SCHÜLERINNENUND SCHÜLER,g DIE DOKUMENTATION DERBEMÜHUNGEN DER SCHU-LEN UM BERUFSWAHLORI-ENTIERUNG DURCH DAS Q-SIEGEL UND DESSEN KÜNF-TIGE INTEGRATION IN DENENTWICKLUNGSPROZESSZUR EIGENVERANTWORTLI-CHEN SCHULE.ZUSAMMEN MIT DEM PROJEKTBERUFSSTART UND WEITERENPRAXISORIENTIERTEN BERUFS-WAHLVORBEREITENDEN MAß-NAHMEN ZUR INDIVIDUELLENUNTERSTÜTZUNG UND BEGLEI-TUNG DER JUGENDLICHEN INDER SCHULE BILDEN DIESE DIESO GENANNTEN „DREI SÄULENDER BERUFSWAHLORIENTIE-RUNG IN THÜRINGEN“.Das Q-Siegel berufswahl- undausbildungsfreundliche SchuleDie Idee des Siegels berufswahlundausbildungsfreundliche Schuleentstand 1999 im RegionalnetzwerkOstwestfalen der „Initiativefür Beschäftigung“ und wird inzwischenfederführend von derBertelsmann-Stiftung für alleBundesländer betreut. Das Berufswahl-SiegelKonzept wird bundesweitin 16 verschiedenen regionalenNetzwerken umgesetzt. Mitdem Siegel werden Schulen ausgezeichnet,die den Kriterien des jeweiligenNetzwerks entsprechen.Das SIEGEL berufswahl- undausbildungsfreundliche Schule hatzum Zielg „die berufliche Orientierungvon Schülern zu verbessern,g die Zusammenarbeit vonSchulen mit ihren externenPartnern auszubauen,g Transparenz nach innen undaußen zu schaffen,g den Wettbewerb um Ideen undQualität anzuregen und damitg die Qualität der Berufswahlorientierungan Schulen zu erhöhensowieg einen möglichen Einstieg indie Qualitätsentwicklung vonSchulen aufzuzeigen.“Schulen können sich um das Siegelbewerben und werden dannbei einem „Audit“-Besuch genauerdurch eine Jury geprüft und gegebenenfallszertifiziert.www.netzwerk-berufswahl-siegel.deDie Kriterienkataloge zur Bewertungder Zertifizierung werden vonden Netzwerken selbst aufgestellt.Kernbestandteile sind in der Regel:g Integration ökonomischer Themenin das Unterrichtsangebot,g Projektangebote zum ThemaÖkonomie,g Beschreibung der Praktikumskonzeption,g Einbindung von externen Akteuren,g Nutzung außerschulischer Informationsangeboteund dieQualifikation der Lehrkräfte.(Wust/Butz; S,1).In Thüringen gehören dem NetzwerkBerufswahl-Siegel das ThüringerKultusministerium, Unternehmen,die Arbeitsgemeinschaftender Thüringer Handwerkskammernund der Thüringer IndustrieundHandelskammern, der Verbandder Wirtschaft Thüringens,die Regionaldirektion der Agenturfür Arbeit, die LandesarbeitsgemeinschaftSCHULE- WIRT-SCHAFT Thüringen, freie Bildungsträgerund Schulen an. DasThüringer Netzwerk schreibt als erstesBundesland das Siegel flächendeckendaus und gibt ihm den Namen„Q-Siegel: Qualitätssiegel BerufswahlfreundlicheSchule.“Von den an BERUFSSTART beteiligtenSchulen sind mittlerweilesechs mit dem Q-Siegel für berufswahlfreundlicheSchulen ausgezeichnetworden.16


Der Thüringer BerufswahlpassDer Thüringer Berufswahlpass istein persönliches Arbeitsinstrumentund Begleiter im Prozess der Berufswahlvorbereitungfür alle Schülerinnenund Schüler der Klassen 7der Regelschulen, Gymnasien undFörderzentren. Alle Informationenund Dokumente, die für die Berufswahlorientierungrelevant sind,können in diesem Ordner aufbewahrtwerden. Ebenso wie an allenanderen Schulen wird er auch vonden an BERUFSSTART teilnehmendenKlassen verwendet.Der Berufswahlpass gliedert sich indrei Teile:Im Kapitel Angebote zur Berufsorientierungwerden Informationenund Ansprechpartner der Schule,der Agentur für Arbeit, kooperierenderInstitutionen und Unternehmen,Empfehlungen für Praktikumsbetriebesowie Angebote weitererPartner in Thüringen aufgeführt.Das Kapitel Mein Weg zur Berufswahlenthält eine Vielzahl von Arbeitshilfen,mit denen sich die Schülerinnenund Schüler eine Einschätzungihrer Fähigkeiten und Stärkenerarbeiten können (u. a. ein persönlichesStärkenprofil, Fremdeinschätzungendurch Lehrkräfte, Eltern,Betriebe). Weiterhin sind Instrumentezur Lernplanung und zurVorbereitung, Durchführung undAuswertung von Schülerbetriebspraktikaenthalten.Im Kapitel Dokumentation werdenalle Leistungen und Praxiserfahrungenaufgenommen. Im Verzeichnisder persönlichen Arbeitenund Aufgaben stellen die Schülerinnenund Schüler ihre eigenenLeistungen dar, die ihren Lernprozesszeigen und etwas über ihre Fähigkeitenund Stärken aussagen.Dazu gehöreng Berichte aus dem Unterricht,g Berichte über Aktivitäten in derSchule,g Berichte über Aktivitäten außerhalbder Schule,g Unterlagen zum persönlichenProfil (hier hinein gehören auchdie Ergebnisse der Kompetenzdiagnosenund Orientierungsbausteinesowie die Eingliederungsvereinbarungenaus demProjekt BERUFSSTART),g Dokumentation der Bewerbungsunterlagen.Im Verzeichnis der erworbenen Bescheinigungenwerden schließlichNachweise über erworbene Qualifikationengesammelt, die auch inAuszügen als Anlagen zu Bewerbungenbenutzt werden können,zum Beispiel auch die Zertifikateüber die Teilnahme an BERUFS-START.Der Thüringer Berufswahlpass gehtauf eine Initiative verschiedenerBundesländer im Rahmen des ProgrammsSchule – Wirtschaft – Arbeitslebendes Bundesministeriumsfür Bildung und Forschung zurückund trägt den Wünschen der WirtschaftRechnung, die systematischeund gezielte Berufswahlvorbereitungder Schülerinnen und Schülerzu unterstützen.Der neue Thüringer Berufswahlpasswird durch eine Berufswahlbroschürefür die Lehrerinnen undLehrer ergänzt. Auf der Grundlageder Fächerübergreifenden Empfehlungenmit Lehrplancharakterzum Thema Berufswahlvorbereitungwurde eine Broschüre erstellt,die Methoden und Verfahren vorstelltund mit guten Beispielen ausder schulischen Praxis belegt.Der Berufswahlpass wird herausgegebenvon der LandesarbeitsgemeinschaftSchule – WirtschaftThüringen gemeinsam mit demThüringer Kultusministerium. DieBroschüre Berufswahlvorbereitung– Methoden, Projekte, Partner“ isteine Veröffentlichung des ThüringerInstituts für Lehrerfortbildung,Lehrplanentwicklung und Medienin Zusammenarbeit mit dem ThüringerKultusministerium und derLandesarbeitsgemeinschaft Schule– Wirtschaft. Die Inhalte und Arbeitsmaterialiendes Berufswahlpassesund die Broschüre Berufswahlorientierungstehen auf der Internetseiteder LandesarbeitsgemeinschaftSchule – Wirtschaft – Arbeitslebenzum Download bereit.Landesarbeitsgemeinschaft Schule –Wirtschaft ThüringenMagdeburger Allee 4 • 99086 ErfurtTelefon (0361) 60155-3 30 • Telefax (0361) 60155-399E-Mail: schule-wirtschaft@bwtw.dewww.schule-wirtschaft-thueringen.deThüringer BerufswahlpassVerlag KLEINHAMPEL • ISBN 3-933956-09-9Thüringer Institut für Lehrerfortbildung,Lehrplanentwicklung und Medien ThiLLMHeinrich-Heine-Allee 2-4 • 99438 Bad BerkaTelefon (036458) 56-0 • Telefax (036458) 56-3 00E-Mail: poststelle@thillm.thueringen.dewww.thillm.th.schule.deBroschüre BerufswahlvorbereitungSchutzgebühr: 8,00 Euro • ISSN: 0944-870517


AdressenHandwerkskammerSüdthüringenRosa-Luxemburg-Str. 7-998527 SuhlHerr Dr. DreßlerFon (03681) 37 02 00Fax (03681) 37 02 90Gunter.Dressler@hwk-suedthueringen.dewww.hwk-suedthueringen.deIndustrie- und HandelskammerSüdthüringenHauptstraße 3398529 SuhlHerr MeyFon (03681) 36 21 52Fax (03681) 36 21 00mey@suhl.ihk.dewww.suhl.ihk.deHandwerkskammerOstthüringenHandwerksstraße 507545 GeraHerr HetterleFon (0365) 82 25-0Fax (0365) 82 25-1 99hetterle@hwk-gera.dewww.hwk-gera.deIndustrie- und HandelskammerOstthüringen zu GeraGaswerkstraße 2307546 GeraFrau WeidhaasFon (0365) 85 53-0Fax (0365) 85 53-1 00weidhaas@gera.ihk.dewww.gera.ihk.deHandwerkskammer ErfurtFischmarkt 1399084 ErfurtHerr MeierFon (0361) 6 70 72 70Fax (0361) 6 42 28 96bmeier@hwk-erfurt.dewww.hwk-erfurt.deIndustrie- und HandelskammerErfurtArnstädter Straße 3499096 ErfurtHerr FahlbuschFon (0361) 34 84-1 67Fax (0361) 34 85-9 68fahlbusch@erfurt.ihk.dewww.erfurt.ihk.de18


ProjektpartnerAgentur für Arbeit AltenburgFabrikstraße 30 • 04600 AltenburgFon (01801) 55 51 11Fax (03447) 58 06 55Altenburg@arbeitsagentur.deAgentur für Arbeit GeraReichsstraße 15 • 07545 GeraFon (01801) 55 51 11Fax (0365) 8 57 21 04 44Gera@arbeitsagentur.deAgentur für Arbeit JenaStadtrodaer Straße 1 • 07749 JenaFon (01801) 55 51 11Fax (03641) 37 98 88Jena@arbeitsagentur.deAgentur für Arbeit ErfurtMax-Reger-Str. 1 • 99096 ErfurtFon (01801) 55 51 11Fax (0361) 3 02 27 00Erfurt@arbeitsagentur.deAgentur für Arbeit SuhlWerner-Seelenbinder-Str. 898529 SuhlFon (01801) 55 51 11Fax (03681) 82 25 96Suhl@arbeitsagentur.deAgentur für Arbeit GothaSchöne Aussicht 5 • 99867 GothaFon (01801) 55 51 11Fax (03621) 42 22 55Gotha@arbeitsagentur.deAgentur für Arbeit NordhausenUferstraße 2 • 99734 NordhausenFon (01801) 55 51 11Fax (03631) 65 03 88Nordhausen@arbeitsagentur.deBundesagentur für ArbeitRegionaldirektion Sachsen-Anhalt– ThüringenFrau-von-Selmnitz-Str. 606110 HalleHerr StedtlerFon (0345) 13 32 – 44 2Fax (0345) 13 32 – 55 5kevin.stedtler2@arbeitsagentur.deThüringer Ministerium für Wirtschaft,Technologie und ArbeitMax-Reger-Str. 4-899096 ErfurtHerr Dr. KehrFon (0361) 37 97 – 26 1Fax (0361) 37 97 – 20 9norbert.kehr@tmwta.thueringen.deGFAWGesellschaft für Arbeits- undWirtschaftsförderung desFreistaats Thüringen mbHWarsbergstr. 199092 ErfurtFrau KaltbachFon (0361) 22 23 – 289Fax (0361) 22 23 – 182simone.kaltbach@gfaw-thueringen.deThüringer KultusministeriumReferat 33Werner-Seelenbinder-Str. 799096 ErfurtHerr HausteinFon (0361) 37 94 – 31 3Fax (0361) 37 94 – 30 2ohaustein@tkm.thueringen.de19


ProjektträgerProjektkoordinationDas Projekt BERUFSSTART wurdewissenschaftlich begleitet durch:Handwerkskammer SüdthüringenRosa-Luxemburg-Str. 7-998527 SuhlHerr Dr. DreßlerFon (03681) 37 02 00Fax (03681) 37 02 90Gunter.Dressler@hwk-suedthueringen.dewww.hwk-suedthueringen.deBerufsbildungs- und TechnologiezentrumRohr-KlosterKloster 198530 RohrFon (036844) 47-300 oder 47-319Fax (036844) 47-303www.hwk-suedthueringen.deProjektkoordinator:g Günter SuppFon (036844) 47-300guenter.supp@btz-rohr.deProjektleitung:g Peggy GreiserFon (036844) 47-319peggy.greiser@btz-rohr.deg Petra BürgerFon (036844) 47-305petra.buerger@btz-rohr.dequaliNETZ Beratung undForschung GmbHGallenkampstraße 2047051 DuisburgFon (02 03) 28 75 88Fax (02 03) 2 17 15info@qualinetz.dewww.qualinetz.deKontaktpersonen:g Christoph Eckhardt,Geschäftsführerg Marion Lemken,wissenschaftliche Mitarbeiterin20

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