Rede anlässlich der offiziellen Übergabe von ... - Freller, Karl

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Rede anlässlich der offiziellen Übergabe von ... - Freller, Karl

- 3 -• Müsste sich das nicht positiv auf dieLernmotivation auswirken?• Würden vielleicht sogar die Noten besser?• Wäre es nicht ein Gewinn, wenn man alle Lernstationenmiteinander vernetzen und sich soaustauschen könnte?In Nymphenburginteressiert an RevolutionierungdesUnterrichtsLauter unbeantwortete Fragen - solange man esnicht wirklich ausprobiert hat. Nicht nur die Schülerinnenund Schüler, auch viele Lehrkräfte und Elternwaren von der Idee einer Laptop-Klassebegeistert. Aber eine Vision allein genügt nicht.Also ging man an die konkrete Planung. Dazubrauchte es Lehrkräfte, die eine sehr genaueVorstellung vom Einsatz der mobilen Computerin ihren Unterrichtsfächern haben. Und amNymphenburger Gymnasium gibt es solche Lehrerinnenund Lehrer, die engagiert und innovativ ihrenUnterricht revolutionieren wollen.Veränderung derSchülerarbeitZunächst wird das neue Hilfsmittel aber ersteinmal die Arbeit der Schülerinnen und Schülerrevolutionieren - denn „Laptop“ heißt ja wörtlichübersetzt „Schreibtisch-auf-dem-Schoß“. Die Schülertragen also sozusagen Ihren Schreibtisch mitsich herum - und damit auch alles, was normalerweiseauf so einem Schreibtisch liegen kann: also


- 4 -z. B. Hefte, Nachschlagewerke, Illustrationen, Ü-bungsmaterial und vieles andere mehr.Hefteinträge oder Lose-Blatt-Ordner sehen z. B. inZukunft sicher anders aus als die meisten von unssie aus ihrer eigenen Schulzeit kennen. Keine„Kraut-und-Rüben“-Ansammlung von losen Blättern,die sich - ungelocht - in alle Winde zerstreuen,keine Eselsohren, keine Pausebrotkrümel zwischenden Seiten. Stattdessen wohlgeordnete Dateien,sauber abgespeichert und jederzeit wiederabruf- und veränderbar. Vorbei ist es auch mit deraltbekannten Ausrede: „’tschuldigung, hab’ meinHeft vergessen…“Möglichkeiten desNotebook-Einsatzesim UnterrichtWas ich gerade beschrieben habe, ist die Verwendungdes mobilen Computers als Werkzeug. Aberes gibt noch eine zweite, hoch interessante Perspektivedes Notebookeinsatzes im Unterricht:der mobile Computer als kreatives Medium zurVermittlung des Unterrichtsstoffs. Herr Barthelmi,der Klassleiter der 10b, wird uns nachher aneinigen Beispielen zeigen, wo und wie sich dieLaptops in dieser Hinsicht gewinnbringend einsetzenlassen.


- 5 -Zum einen kann die Lehrkraft im Unterricht fertigeSoftwareprogramme einsetzen, die beispielsweisedas Lehrbuch ergänzen. Doch häufig ist dasgar nicht nötig: Schon mit den gängigen Standardprogrammenlassen sich überraschendeneue Wege erkunden.Stellen Sie sich folgende Situation vor:Der Deutschlehrer gibt der Klasse einen Aufsatzauf. Die Aufgabe besteht darin, aus einem ganzkurzen Erzählkern, z. B. einer Zeitungsmeldung,eine lebendige Geschichte zu machen. JederSchüler bastelt also zu Hause auf seinem Laptopseine eigene, ganz individuelle Story.Am nächsten Vormittag werden die Laptops imUnterricht vernetzt. Die Geschichten werdenuntereinander ausgetauscht und weiter ausgestaltet.Das geht ganz einfach in einem Standardprogrammwie Word, indem man „Änderungen verfolgen“einstellt. So kann man sowohl den ursprünglichenText als auch die neuen Ideen deutlicherkennen. Nun kann die ganze Klasse darüberdiskutieren, wie die Texte verändert wurden.Angebot der StiftungBildungspaktals ChanceDie Klasse 10b am Nymphenburger Gymnasiumund ihre Lehrerinnen und Lehrer waren davon ü-berzeugt, dass man die neuen und verlockenden


- 6 -Möglichkeiten des Notebookeinsatzes erprobenmüsste. Aber: Laptops sind teuer, und wenn manbilligere Geräte kauft, dann fehlen oft Service undGarantie.Da kam das „i lern“-Angebot der Stiftung Bildungspaktgerade recht: Für einen fairen Preiskonnten die Eltern - oder besser gesagt die Familien,denn der Laptop steht ja zu Hause der ganzenFamilie zur Verfügung - ein Markengerät kaufen.Dank an Eltern für(finanzielles) EngagementLiebe Eltern, an dieser Stelle möchte ich michganz herzlich bedanken für das vorbildlicheEngagement, das Sie hier für die schulische Bildungihrer Kinder gezeigt haben. Der Staat wie derAufwandsträger einer Schule können niemals jedemSchüler, jeder Schülerin in Bayern ein Notebookfinanzieren. Das geht nur mit dem massivenEinsatz der Eltern, und den haben Sie alle in beispielhafterWeise gezeigt.Aus dem „i-lern“-Angebot haben Sie sich für Fujitsu-Siemens-Notebooksentschieden. Mein herzlicherDank auch an Sie, Frau Janker, die alsVertreterin des Unternehmens diese Aktion möglichgemacht hat.


- 7 -Zusätzliches Hardware-und Software-PaketDie Entschlussfreudigkeit der ersten zehn bayerischen„i-lern“-Klassen soll aber noch zusätzlich belohntwerden. Daher ist es mir eine besondereFreude, im Namen unserer Stifter der Klasse 10b ein Software- und Hardware-Zusatzpaket ü-berreichen zu können.• Es beinhaltet einmal das so genannte„IntelliBoard“ der Firma mcr informationssystem,eine Kombination aus Computer und Tafel.Dazu gibt es die elektronische Kreide, eineprämierte Live-Teaching-Software.• Dazu spendiert die Firma Texas Instruments einSoftwarepaket für den Mathematikunterricht.• Wissen.de steuert eine mulimediale Chronikder letzten hundert Jahre und ein Microsoft Office-Trainingsprogrammbei.• Und die Lokando AG ergänzt das Paket mit ihrerLehr- und Lernsoftware.Dank an StiftungspartnerHerzlichen Dank an unsere Stiftungspartner,die heute vertreten sind durch• Herrn Guido Reuter von mcr informationssystems,• Herrn Stephan Griebel von Texas Instruments,• Frau Regina Heimbeck von wissen.de und• Herrn Dr. Maximilian Stiegler von Locando.


- 8 -Wie ich gehört habe, sind Geräte und Softwareschon im Klassenzimmer installiert und warten nurauf ihren Einsatz. Herr Barthelmi wird uns jetztgleich einen Einblick in den Unterricht mit Laptopsgeben, und ich bin mir fast sicher, Sie werdensagen: So hätte ich im Unterricht auch gernegearbeitet.Vision: Internet-Anschluss für zuHauseAber die Klasse 10b wäre nicht die 10b, wenn danicht immer noch eine Vision wäre:Was wir noch brauchen, ist der Internet-Anschluss für zu Hause. Seien Sie sicher: dieStiftung arbeitet daran und wir hoffen, Ihnen auchdazu schon bald ein Angebot machen zu können.Erst wenn auch der Arbeitsplatz daheim am Netzhängt, können wir die Möglichkeiten des mobilenLernens richtig ausschöpfen. Ist man zu Hause mitdem Schul-Laptop am Netz, dann heißt es baldnicht mehr „i lern“, sondern „i lern dahoam“.Vorhang auf also für die erste bayerische „ilern“-Klasse. Ich wünsche mir, dass noch vielebayerische Klassen eurem Beispiel folgen, liebeSchülerinnen und Schüler. Und jetzt bin ich gespanntauf Laptop-Unterricht „live“.

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