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Luzern2/2008lokalRote Karte für AmmoniakGeneralversammlung 14. Mai


2 editorialNeues Gesichtbei Pro Natura LuzernEs kreucht und fleucht...... an vielen Orten! Dies stellte ich schonals kleiner Knirps fest. So beobachte -te ich zum Beispiel die Ameisen, wiesie tagtäglich und unermüdlich Grassamenin ihre Behausungen schleppten.Auf dem Bauch liegend sah ichden kleinen Gesellen zu und staunte obihrer Geschwindigkeit und ihrer Ausdauer.In unserem Garten in Adligenswil,wo ich aufgewachsen bin, sah ichfasziniert der Wespenspinne zu, wiesie in ihrem Netz gekonnt eine Heuschreckeeinwickelte. Schon bald nahmich an der ersten Veranstaltung der Jugendgruppevon Pro Natura Luzern teil,ein paar Jahre später war ich dann selbstals Leiter tätig.Das Interesse und das Verständnis fürdie Natur wurde uns schon früh vonunseren Eltern vermittelt. Und es liessmich nicht mehr los. Insbesondere dasInteresse an den gefiederten Freundenwuchs beständig. Fortan war ich kaummehr ohne Feldstecher draussen anzutreffen.Bis heute fasziniert mich dievielfältige Vogelwelt immer wiedervon Neuem, obwohl ich heute öftersauch die rasanten Libellen, die prächtigenTagfalter oder Heuschrecken beobachte.Der schon in jungen Jahren gehegteWunsch, Biologie studieren zu können,erfüllte sich schliesslich. Nach einerlangen Ausbildungszeit konnte ich2004 das Studium in Naturschutzbiologiein Bern erfolgreich abschliessen.Seit bald drei Jahren arbeite ichin einem St. Galler Ökobüro, wo ichin zahlreichen Projekten im Natur- undLandschaftsschutz sowie in der Artenförderungtätig bin. Daneben arbeiteich als Selbständigerwerbender an diversenProjekten und beschäftige michintensiv mit Naturfotografie.Im vergangenen Jahr wurde ich angefragt,ob ich mein Wissen und meineErfahrung bei Pro Natura Luzern einbringenmöchte. Gerne habe ich zugesagtund verstärke nun seit AnfangJahr die Geschäftsstelle und den Vorstand.Samuel EhrenboldMitarbeiter Geschäftsstelle


generalversammlung 3Einladung zurGeneralversammlungGeneralversammlungMittwoch, 14. Mai 2008,19.30 Uhr, Sentisaal,Baselstr. 21, Luzern«Feuerbrand – Flächenbrand– Brandstiftung»Referent Marcel Liner,ProNatura1. Teil19.30 bis 20.30 UhrGeneralversammlungTraktanden:1. Wahl der Stimmenzähler/-innen2. Protokoll der GV vom 2.6.20073. Jahresbericht 20074. Jahresrechnung 20075. Budget 20086. Tätigkeitsprogramm 20087. Wahlen8. VerschiedenesJahresrechnung 2007 und Budget2008 liegen an der GV auf oder könnenbei der GeschäftsstellePro Natura Luzern, Mühlemattstr. 28,6004 Luzern, bezogen werden.Wir bitten die Mitglieder, allfälligeAnträge zuhanden der GV schriftlichan die Geschäftsstelle zu richten (Eingangspätestens 19. April 2008)2. TeilCa. 20.45 – 21.30 UhrVortrag: «Feuerbrand – Flächenbrand– Brandstiftung»Referent: Marcel Liner, Pro NaturaProjektleiter LandwirtschaftspolitikDer Feuerbrand, eine Bakterienkrankheit,weitete sich 2007 auch inder Schweiz zum Flächenbrand aus.Tausende von Hochstammobstbäumenwurden dabei gefällt.Die unterschiedlichen Strategien dereinzelnen Kantone, der unterschiedlicheKenntnisstand der lokalen Feuer -brandbeauftragten und die eigenmächtigeZeichnung von Hochstammobstbäumendurch nicht offizielle Feuerbrandexpertenplus die langjährigenErfahrungen im Ausland im Umgangmit dieser Krankheit zeigten, dassin der schweizerischen Feuerbrand-Bekämpfungsstrategie einiges falschläuft. Es bewirkt vor allem eines:das beschleunigte Verschwinden derHochstammobstbäume aus unsererLandschaft.Pro Natura will dieses Jahr zusammenmit verschiedenen Partnerorganisationenauf eine Änderung des Umgangsmit dem Feuerbrand hinarbeiten.Marcel Liner, ProjektverantwortlicherLandwirtschaft von Pro Natura, wirduns an der Generalversammlung 2008über die bisherigen Aktivitäten underreichten Erfolge berichten.Foto: Roger Hodel


4 umweltschutzRote Karte für Ammoniak!Der Luftschadstoff Ammoniakstammt überwiegend ausder Landwirtschaft. Der KantonLuzern ist in diesem Sinnesogar Spitzenreiter: Es gelangtein Mehrfaches des SchweizerDurchschnitts in die Luft und gefährdetdamit nicht nur die Gesundheitder Menschen, sondernbeeinträchtigt nachhaltigwertvolle Lebensräume. Es wurdenbereits vielversprechendeKonzepte zur langfristigen Reduktionvon Ammoniak erarbeitet,diese wurden bisher jedochnicht umgesetzt.Das Schadgas Ammoniak stammt imKanton Luzern zu 97% aus der Landwirtschaft,insbesondere aus der Tierhaltung.Fast 60% der Ammoniakemissionenentstehen bei der Ausbringungvon Gülle und Mist, nicht ganz 30%verflüchtigen sich bereits in den Ställen.Der Rest hat seinen Ursprung imPflanzenbau.Schädlich für Mensch und NaturDer stechend riechende Luftschadstoffist chemisch aggressiv und an der Bildungvon Feinstaub beteiligt. Ammoniakreizt einerseits direkt Schleimhäuteund Atemwege. Als Stickstoff-Wasserstoff-Verbindung(NH 3 ) führt Ammoniakanderseits aber auch zu einer grossflächigenÜberdüngung wertvollerÖkosysteme. Insbesondere Wälder,Hoch- und Flachmoore sowie artenreicheTrockenwiesen – alles nährstoffarmeLebensräume – werden dadurchunwiederbringlich zerstört. Durch dieweiträumige Verfrachtung des Gasessind Emmissions- und Wirkungsort oftnicht dieselben.Luzern ist SpitzenreiterDer Kanton Luzern ist aufgrund seinersehr hohen Tierdichte das eigentliche«Ammoniak-Problemgebietder Schweiz» (Zitat Bauernzeitung).Die Emissionen betragen das DreibisSechsfache des Schweizer Durchschnitts.Reduktionsmassnahmen sindalso dringend nötig. Der kantonaleMassnahmenplan zur Luftreinhaltungvom Januar 2007 stellt denn auch fest,dass die Emissionen im Kanton Luzernum mehr als zwei Drittel reduziert werdenmüssten, wenn die ökologischenZiele eingehalten werden sollen.Ein Drittel weniger AmmoniakDer Einsatz von Schleppschlauchverteilernzur Gülleausbringung, die Abdeckungvon Güllengruben oder dieregelmässige Reinigung von Laufhofflächenkönnen zur Emissions-Reduktionbeitragen. Mit solchen technischenund organisatorischen Massnahmenlässt sich aber nur weniger als ein Drittelder Verluste vermeiden. Der LuzernerRegierungsrat setzt trotzdem ausschliesslichauf solche Massnahmenund beabsichtigt, bis 2030 (!) die Ammoniakemissionenum 30% zu senken.Eine stärkere Reduktion sei für die LuzernerLandwirtschaft aus wirtschaftlichenGründen nicht zumutbar.Öffentliche Hand zahltUm wenigstens einen Teil diesesschwachen Ziels zu erreichen, stellennun Bund und Kanton gemäss NeuerLuzerner Zeitung vom 30. Oktober2007 fünf Millionen Franken proJahr (Dauer sechs Jahre) für die Förderungvon Schleppschlauchverteilern,gedeckten Güllengruben und anderenMassnahmen bereit. Der KantonLuzern hat es dabei einmal mehr fertiggebracht,dass der Bund ans Limitseiner Möglichkeiten geht und den Löwenanteilfür dieses Programm übernimmt:vier Teile vom Bund, ein Teilvom Kanton.Damit wiederholt sich, was wir beiden Gewässerschutzbeiträgen zur Verminderungder Phosphorbelastung(Art. 62a GSchG) bereits kennen:Der Kanton Luzern profitiert gleich


umweltschutz 5doppelt auf Kosten des Bundes. Zuerstholt er sich die Direktzahlungenin den Kanton, die an die Zahl der gehaltenenTiere gebunden sind und zu100% vom Bund stammen, dann zusätzlichdie Beiträge, die die schädlichenNebenwirkungen zu hoher Tierbeständeabzuschwächen versuchen. Dies magzwar das volkswirtschaftliche Einkommendes Kantons kurzfristig erhöhen.Aber Steuerzahlende, Atemwege undÖkosysteme sind die Leidtragenden.Symptom- statt UrsachenbekämpfungEinmal mehr fixiert sich der KantonLuzern auf eine Symptombekämpfung.Solange die Tierbestände im Kanton Luzernweiterhin wachsen, kann das Ammoniakproblemnicht ernsthaft angegangenwerden. Der Regierung scheinendie (kurzfristigen) Interessen eines einzelnenWirtschaftszweigs wichtiger zusein, als die langfristige Optimierung derNutzung unserer natürlichen Ressourcenund ein Umweltschutz, der seinenNamen auch verdient.Handelbare TierzertifikateDass eine Reduktion der Tierbeständedurchaus sozialverträglich geschehenkann, hat Pro Natura bereits vor vierJahren in einer Studie nachgewiesen(-> www.pronatura.ch/lu -> Archiv ->Diverse Berichte -> 31.01.2003). Damalshat das Büro Agrofutura ein Konzeptmit handelbaren Tierzertifikatenausgearbeitet. Der Staat erhält dabeidie Möglichkeit, Zertifikate aufzukaufenund stillzulegen. Mit der vorgeschlagenenRegelung sind keine Härtefällezu erwarten, da für die einzelnenBetriebe kein Zwang zur Bestandesreduktionbesteht. Will ein Betrieb allerdingsden Bestand erhöhen, mussdie entsprechende Anzahl Zertifikateauf dem freien Markt beschafft werden.Betriebsleitende erhalten dadurchaber auch die Möglichkeit, den Tierbestandfreiwillig zu reduzieren und diedadurch nicht mehr benötigten Zertifikatean andere Betriebe oder den Kantonzu verkaufen. Mit dem Verkaufserlöskann beispielsweise der Aufbaueines anderen Betriebszweigs, einesNebenverdienstes oder eine Weiterbildungfinanziert werden. Dies kann insbesonderebeim Generationenwechselinteressant sein und der jüngeren Generationden Entscheid gegen die Weiterführungdes Landwirtschaftsbetriebserleichtern. Durch die Zertifikatslösungwerden die Strukturen in der Landwirtschaftso nicht auf ewig festgeschrieben.Für den Staat schliesslich besteht einegrosse Sicherheit, dass die eingesetztenMittel tatsächlich Wirkung zeigen unddie Ammoniak- wie auch die Phosphorbelastungnachhaltig abnehmen.Die fünf Millionen Franken für technischeMassnahmen werden dadurchnicht unnötig, erhalten aber in der Problemlösungeinen anderen Stellenwert.Stefan LauberVorstandsmitglied Pro Natura LuzernLebensräume wie Hoch- und Flachmoore –hier das Pro Natura Schutzgebiet Haglerenim Entlebuch – werden durch Ammoniakempfindlich geschädigt.Foto: Niklaus Troxler


jugendgruppe 7werb bis hin zu einer Entdeckungsreiseeiniges geboten. So war trotz schlechtemWetter für einen erlebnisreichenTag gesorgt.Zigeuner im AppenzellerlandNach dem Wasserspass-Anlass und derBarfuss-Schatzsuche war es im Sommerendlich so weit: Das grosse Highlightdes Jahres stand vor der Tür. Als Volkder Sinitis zogen wir jungen Zigeuner füreine Woche durch das Appenzellerland,nahmen an der grossen Olympiade teil,vergnügten uns in der Sitter, sangen undgenossen das Zigeunerleben in vollenZügen. Im November konnten unsereLagerherzen noch mal richtig aufblühen.Denn im Rückblick-Weekend kames zu einem grossen Wiedersehen derSinitis.Für das Leitungsteam war das Jahr 2007eine spannende Zeit, geprägt von vielenschönen Momenten mit den Kindernund Jugendlichen zusammen. Wir freuenuns, im Jahr 2008 altbekannte, aberauch neue Gesichter an unseren Anlässenanzutreffen und zusammen spannendeTage verbringen zu können.Das Halbjahresprogramm 2008 mit allenAnlässen und dem bevorstehendenSommerlager «ÖkoPiraten» ist neuauch auf der Internetseite der JugendgruppePro Natura Luzern (www.pronatura.ch/lu/j/index.htm)zu finden. EinBlick auf die Seite lohnt sich.Franziska ZihlmannJugendgruppenleiterin Pro NaturaLuzern


8 AGenda«Osterbacken», 15. MärzNichts wie los und Osterhasen backen.Vielleicht finden wir noch einverstecktes Osternest?«Stop Motion Filme», 12. AprilOriginelle Ideen und schauspielerischesTalent sind gefragt, denn wirwollen die Webseite der Jugendgruppemit einigen Filmbeiträgen erweitern.«Tontöpfe», 26. AprilDie selbstgetöpferten Gefässe benötigenwir am 14. Juni …«Stadtfuchs», 3. MaiSchnell, zwischen Autos hindurch,über die Strasse und ins nächste Gebüsch.Der Stadtfuchs lebt näher beiuns als wir denken!«Fleissige Bienen», 17. MaiFür alle Bienchenfreunde und Honigliebhaber:Wir werden viel Interessanteszu Honig und den fleissigenBienen erfahren.«Werbetrommel», 24. MaiAn prominenter Lage in der StadtLuzern stellen wir unsere Zelte auf.Mit Spiel, Spass und Attraktionen machenwir auf uns und unsere Ziele aufmerksam.Für alle Werbestars!«Geheime Schnitzeljagd»,31. MaiEs heisst tierisch aufpassen, damit wirder Polizei nicht in die Fänge geraten.Wo liegt denn das geheime Versteck?«Tierische Pflanzen», 14. JuniFroschlöffel, Geissbart, Hasenohr,Drachenkopf und Natternkopf sindPflanzenspezialitäten einer Wildstaudengärtnereiaus der Region. Wir helfendort beim Gärtnern und bepflanzenunsere Tontöpfe gleich selber.«Geheimtipp Stadtnatur»,28. JuniWir gehen der Natur auf die Spur undsuchen Zauneidechsen und Neuntöter.«ÖkotoPiraten» 25.7.–2.8.,Zeltlager in Yverdon-les-BainsWir ÖkotoPiraten nehmen Kurs aufArutan. Auf unserem Weg erleben wirviele spannende Abenteuer und feiernausgiebige Piratenfeste. Schiff ahoi!Das ausführliche Halbjahresprogramm2008 der Jugendgruppe ist erhältlichbei:Pro Natura Luzern, Tel. 041 240 54 55oder pronatura-lu@pronatura.chKapuzenpullover derJugendgruppe vonPro Natura LuzernDunkelblaues Sweatshirt mit Kapuzeerhältlich in den Grössen 140, S, M, L(solange Vorrat). Preis: Fr. 42.–inkl. Porto/VerpackungBestellung an:pronatura-lu@pronatura.choder Tel. 041 240 54 55ImpressumMitgliederzeitschrift vonPro Natura LuzernErscheint 3–4-mal jährlichTitelbild: Durch die sehr hohe Nutztierdichteim Kanton Luzern fällt viel Gülle an. Je nachTechnik gelangt mehr oder weniger Ammoniakin die Umwelt.Foto: Niklaus TroxlerBio-Erzeugnisse: Von Natur aus besser.Verkauf ab Hof jeden Samstag von 8-13 UhrHerausgeberin:Pro Natura LuzernGeschäftsstelle:Mühlemattstr. 28, 6004 LuzernTel. 041 240 54 55,Postkonto 60-17029-7www.pronatura.ch/luE-Mail: pronatura-lu@pronatura.chRedaktion und Gestaltung:Samuel Ehrenbold, Niklaus Troxler,Karin VoegelinUeliHofDruck und Versand:Schlaefli & Maurer AG, 3800 InterlakenAuflage: 4500Horw/St. Niklausen · Bio-Hof MättiwilTelefon 041 911 22 20 · www.uelihof.ch

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