IG Metall - Photovoltaik - wichtiger Baustein bei der Energiewende

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IG Metall - Photovoltaik - wichtiger Baustein bei der Energiewende

IG Metall - Photovoltaik - wichtiger Baustein bei der Energiewendehttp://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/SID-BC521973-493FA15A/internet/...1 von 2 06.06.2012 16:57IG MetallPhotovoltaik - wichtiger Baustein bei der EnergiewendeNur mit Tarif und guter Arbeit hat die Solarbranche Erfolg05.06.2012 Ι Die Solarbranche spielt bei der Energiewende eine wichtige Rolle. Trotzdem steckt die Branche inder Krise. Auch die Arbeitsbedingungen lassen zu wünschen übrig. Überstunden, schlechte Bezahlung undLeiharbeit sind an der Tagesordnung. Die IG Metall strebt einen Branchentarifvertrag an. Der gäbe denBeschäftigten Sicherheit beim Entgelt und bei der Arbeitzeit.Sie ist nicht irgendeine Branche. Die Photovoltaik ist eine der Schlüsselbranchen bei der Energiewende. Mit ihrer Hilfekönnen energiebedingte Treibhausgase reduziert und CO2-Emmissionen eingespart werden. Während im Jahr 2000weltweit nur etwa 1500 Megawatt (MWp) an Photovoltaik-Anlagen (PV) installiert waren, vervielfältigte sich die Leistungin den darauf folgenden Jahren auf 40 000 MWp. Davon 29 000 MWp in den EU-Ländern, ein Großteil in Deutschland.Hierzulande gibt es etwa 20 führende Herstellerfirmen. 17 davon haben ihren Standort in Ostdeutschland. Deshalb ist dieBranche gerade für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Ostdeutschland bedeutend.Solarfirmen fehlt die finanzielle KraftTrotz der geplanten Energiewende steckt die deutsche Solarbranche in der Krise. Dem Standort Deutschland könnte einwichtiges Technologiestandbein wegbrechen, denn immer mehr Firmen geben auf. Obwohl viele der mittelständischenSolarbetriebe technologisch gut aufgestellt sind, fehlt ihnen die finanzielle Puste, um im Wettbewerb mit den asiatischenKonkurrenten bestehen zu können.Der Hickhack um die Förderung, die internationale Konkurrenz und die sinkenden Preise für Zellen und Module setzenden Firmen ziemlich zu. In der deutschen Solarbranche sind etwa 120 000 Menschen beschäftigt. Eine Umfrage derIG Metall unter ihnen in 2011 ergab, dass die Mehrheit stolz ist, in dieser Branche zu arbeiten und damit einen Beitrag zurEnergiewende leisten zu können.Gute Arbeitsbedingungen eher seltenLeider sieht nur ein geringer Teil der dort Beschäftigten für sich eine langfristige Perspektive. Denn dieArbeitsbedingungen in den Solarfirmen sind von guter Arbeit weit entfernt und die Entgelte niedrig. MotivierteBeschäftigte sind entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Allzu oft setzen jedoch die Solarfirmen aufDumpinglöhne und Leiharbeit, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Überstunden, lange Arbeitszeiten, schlechteSchichtarbeitsmodelle und eine hohe Leiharbeitsquote sind die Realität. Mehr als ein Viertel der Arbeitnehmer leistetregelmäßig bis zu fünf Überstunden in der Woche. Über 13 Prozent arbeiten wöchentlich sogar bis zu zehn Stunden undlänger.Anders als in den tradtionellen Branchen der Metall- und Elektroindustrie steht die Mitbestimmung noch ganz am Anfang.In den vergangenen zwei Jahren hat die IG Metall die Beschäftigten dabei unterstützt, Betriebsräte zu gründen. VieleFirmen stehen Gewerkschaften und der Mitbestimmung eher ablehnend gegenüber. Doch es gibt auch positive Beispiele.So setzt SMA in Niestal bei Kassel bereits heute auf Dialog, Mitbestimmung und Zusammenarbeit. Zudem gibt es bereitserste Firmentarifverträge. Nachdem die IG Metall einen ersten Tarifvertrag mit der Freiburger Solarfabrik AGgeschlossen hatte, sind seit April 2011 die unterschiedlichen Bedingungen bei Entgelt und Arbeitszeiten auch in denStandorten von Bosch Solar in Erfurt und Arnstadt tariflich geregelt.Doch Firmentarifverträge sind nur ein Anfang. Die IG Metall strebt einen Branchentarifvertrag an, damit für alleUnternehmen die gleichen Wettbewerbsbedingungen gelten. Nur so kann der Konkurrenzkampf über Löhne und


IG Metall - Photovoltaik - wichtiger Baustein bei der Energiewendehttp://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/SID-BC521973-493FA15A/internet/...2 von 2 06.06.2012 16:57Arbeitsbedingungen ausgeschlossen werden. Zudem sichern Tarifverträge die Rechte der Arbeitnehmer und schaffeneinen gemeinsamen Rahmen für die Arbeitsbedingungen. Die Beschäftigten erhalten mehr Sicherheit über ihr Einkommenund ihre Arbeitszeiten. Desweiteren tragen Tarifverträge zur Stabilität von Unternehmen bei.Neue Industriepolitik notwendigDie deutsche Photovoltaik-Industrie hat lange Zeit einen technologischen Spitzenplatz eingenommen. Seit 2011 setzenjedoch Überkapazitäten und Preisverfall die Firmen zunehmend unter Druck. Die IG Metall fordert, dass die Politikeingreift und die strukturellen Nachteile mit den internationalen Wettbewerbern ausgleicht. Forschung, Innovation undProduktion müssen gezielt gefördert werden. Zudem bedarf es Strukturen, die funktionierende und miteinander verzahnteWertschöpfungsketten auf regionaler, bundesweiter und europäischer Ebene schaffen.Modell für fortschrittliches WirtschaftenDamit die Branche zum Modell für fortschrittliches Wirtschaften wird, müssen die Interessen der Beschäftigten in dielangfristigen Strategien der Unternehmen und der Branchenentwicklung einbezogen werden. Tarifverträge undBetriebsräte gehören dabei ebenso dazu wie die stetige Qualifizierung der Arbeitnehmer. So kann die Innovations- undZukunftsfähigkeit der Branche auf einer stabilen Grundlage ausgebaut werden.

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