STUDIO 1-Pdf - Illustratoren Hannover

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STUDIO 1-Pdf - Illustratoren Hannover

Die IdeeWie kann man ein akustisches Medium (Radio) visuell darstellen? Diese Frage stelltesich als mir die Idee in den Sinn kam das Sendestudio eines meiner Lieblingssenderzum Thema einer illustrativen Arbeit zu machen.Studio 1 ist das Hauptsendestudio eines beliebten Radiosenders aus Nordrhein-Westfalen. Es ist ein relativ großer Funktionsraum, vollgestopft mit Technik undMöbeln, der ideal ist für eine 3D-Visualisierung. Es ist ein Glaskasten, der beim Blicknach draußen auch Teile des äußeren Gebäudes zeigt. Hier kommen vor allem zweiDisziplinen zusammen: Architektur- und Produktvisualisierung.Alles begann mit einem Blick auf die Webcamseite des Radiosenders. Die Bilderzeigen nicht nur die beliebten Moderatoren bei der Arbeit, sondern auch Teile derTechnik und des Innenraums. Die Idee war geboren: Studio 1mußte her und zwar in 3D.Einige Monate später konnte ich die Frage von eingangs beantworten. Studio 1, dasHauptsendestudio, wurde virtuell aus der Taufe gehoben, bestehend aus einemriesigen Berg von Polygonen, unzähligen Texturen und photometrischen Lichtern.Der Weg dorthin war für mich ein echtes Lernabenteuer. Bereits vorhandeneKenntnisse wurden erweitert, neue Techniken erlernt und haufenweise Fehler wurdengemacht um zu den (hoffentlich positiven) Ergebnissen zu gelangen wie sie sich heutedarstellen.Studio 1 wie es in 3ds Max aussieht.-3-


Am Anfang: Fotos, Fotos, Fotos-ReferenzmaterialZuerst sammelte ich Fotos und Referenzmaterialien. Alles was in irgendeiner Form dasStudio und die technische Ausstattung zeigte war willkommen. Um die verschiedenenGeräte und Möbel in 3D modellieren zu können, recherchierte ich nachentsprechenden Produktinformationen. Auf diese Weise kamen im Laufe der Zeit ca.1108 Einzelbilder zusammen. Eine weitere Hilfe waren die Videos mit Studiogästen.Modellieren, texturieren und beleuchtenDas virtuelle Studio 1 besteht insgesamt aus 10,3 Mio. Polygonen und ca. 907gruppierten Einzelobjekten. Einige Modelle wurden in mehrfacher Ausführungverwendet (z.B. Stühle, Tische und Monitore in den angrenzenden Büroräumen),weshalb die Szene diese Größe angenommen hat. Da ich keine 2D-Zeichnungen alsVorlage zur Verfügung hatte, begann ich die Objekte frei Hand zu modellieren. Gebauthabe ich etwa 68 Einzelobjekte, sowohl Möbel, technische Geräte wie aucharchitektonische Elemente (Häuserfassaden, Türen und Fenster usw.). Einzig die 3D-Charaktere wurden hinzugekauft und stammen von axyz-Design.Ein Blick auf die Statistik zeigt das Volumen der Szene.-4-


Visualisierung eines Audiomonitors. Links: Das texturierte Modell.Rechts: Das Modell mit Wireframe-Shading zeigt die gebaute Struktur.-5-


Handgemalte Texturen für einen Sitzwürfel und die Studiolampe.Insgesamt kamen ca. 430 Texturen zur Anwendung, von denen einige in Photoshophandgemalt sind. Die meißten Objekte verwenden Texturen mit etwa 512 Pixel.Lediglich bei kameranahen oder großflächigen Objekten (z.B. Boden und Studiodecke)kamen 4K-Texturen (4096x4096 Pixel) zum Einsatz. Renderintensive Shaderstrukturenmit vielen Maps habe ich in den meißten Fällen nicht verwendet. Mental Ray´sArch&Design-Materialien kamen fast durchweg zum Einsatz.Das Modell in einer frühen Bauphase.-6-


Als Beleuchtung kamen ausschließlich sog. photometrische Lichter zum Einsatz. Dieseliefern die beste Simulation realer Lichtverhältnisse sind aber leider entsprechendrenderintensiv. Für spezielle Anforderungen wie beispielsweise weiche Verläufe inbestimmten Bereichen des Studios verwendete ich Lichtprofile (IES-Profile).Wohnzimmeratmosphäre: Testbild für eine abendliche Lichtstimmung.Renderelemente: Wie die Bilder aufgebaut sindDie meißten Bilder bestehen aus drei bis vier Renderelementen (engl. render pass).Dabei handelt es sich um Ebenen mit bestimmten, definierten Eigenschaften, die manals Einzelbilder in 3D-Programmen separat rendern kann. Renderelemente verbessernden Realismus eines 3D-Bildes und machen den Gestaltungsprozess in der PostProduction kontrollierbarer. Beim Compositing setzt man die gerenderten Einzelbilderzu einem fertigen Bild zusammen.-Beauty Pass, (auch: Diffuse Pass-Streufarbe) das „normale“ Renderbild, meißt ohneReflektionen, Glanzlichter und Schatten. Hierfür gibt es jedoch keine festgelegtenRegeln.-Ambient Occlusion Pass, zeigt ausschließlich die Kontaktschatten vonObjekten.-Z-Depth Pass, wird benötigt um Tiefenschärfe im Bild zu erzeugen.-Object ID, dieser Pass vereinfacht die Bildbearbeitung in Photoshop. Mithilfe vonunterschiedlich farbiger Flächen ist die Auswahl bestimmter Bildbereiche einKinderspiel.-7-


Das eigentliche Bild setzt sich verschiedenen, gerenderten Ebenen zusammen,die in einem Programm wie z.B. Photoshop oder After Effects zusammengesetztwerden.Object ID. Die verschieden farbigen Flächen beschleunigen dieBildbearbeitung in Photoshop.-8-


AnimationDie Animation verdeutlicht den üblichen Weg einer Visualisierung: Vom gezeichnetenEntwurf zum voll ausgearbeiteten Modell. Der Film ist aufgeteilt in verschiedeneAbschnitte:1. Entwurf: Linienzeichnung vor weißem Hintergrund.2. 3D-Wireframe:Die untexturierten Modelle zeigen die modellierte Struktur der Objekte.3. Texturierte Modelle: Die Objekte sind texturiert, beleuchtet undgeshadet (d.h. mit bestimmten Materialeigenschaften ausgestattet).4. Still Images: Hier werden einige Einzelbilder gezeigt.Zu Beginn der Animation: Beim Betreten des Studios besteht alles noch aus einfachenLinien – Entwurfsphase.-9-


Der Rohbau: Die untexturierten Modelle zeigen die gebauten Strukturen - Wireframe.Eine weitere Sequenz aus der Animation: Der Übergang vom Wireframe zum volltexturierten Modell.-10-


Am Ende des Films: Das leere Studio mit abendlicher Beleuchtung.Still Images (Übersicht)Am EingangAm Eingang-Wireframe-11-


Blick vom SofaBlick vom Sofa-WireframeTischmitteTischmitte-WireframeSofa und NachrichtensprecherSofa und Nachrichtensprecher-Wireframe-12-


Am TischAm Tisch-WireframeBlick über die TischeBlick über die Tische-WireframeWebcam-GastWebcam-Gast-Wireframe-13-


Flashlight-Am Tisch Co-ModeratorFlashlight-Am Tisch Co-Mod.WireframeFlashlight-Am Tisch obenFlashlight-Am Tisch oben-WireframeCo.-Moderator MikrofonCo.-Moderator Mikrofon-Wireframe-14-


Kopfhörer Close-UpKopfhörer Close-Up-WireframeStudio 1 in 3DVerwendete Software: 3ds Max, Mental Ray, ZBrush, Photoshop, After EffectsStill People: axyz-design____________© Thomas Rudat 2013-15-

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