Download - Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

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GrußwortEintreten für ein demokratisches,sozial gerechtes und solidarischesMiteinander in EuropaDas gemeinsame Europa, ein Europa derBürgerinnen und Bürger, bleibt ein unvollendetesProjekt. Und mehr noch: Es istein höchst gefährdetes Projekt. Wenn sicheinzelne Mitgliedsstaaten und deren Regierungen weiterhin dem Diktat der Finanzmärkteunterwerfen, wenn ihre Zukunftund die ihrer Bevölkerung von der Notengebungder Ratingagenturen abhängt,dann ist eine Zunahme antieuropäischerRessentiments und eine Verschär fung nationalistischerTendenzen zu befürchten.Eine rigide Sparpolitik, die zu Lasten vonBeschäftigten und sozial Schwachen geht,kann und darf nicht die Ultima Ratio europäischerKrisenbewältigungspolitik sein.Schon jetzt gefährdet sie in einigen Staatenden gesellschaftlichen Frieden, spieltnationalistischen Populisten in die Händeund untergräbt auf Dauer die Demokratie.Auch wenn der europäische Einigungsprozess1951 mit der Gründung der EuropäischenGemeinschaft für Kohle undStahl als Vorläufer der EU eine wirtschaftspolitischeGrundlage hatte, so war erimmer verbunden mit friedens- und demokratiepolitischenZielsetzungen, an derenEnde die europäische Integration stehensoll. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerhaben dies nicht nur politisch unterstützt,sondern sie haben mit ihrerArbeitsleistung das Fundament für denwirtschaftlichen und gesellschaftlichenFortschritt in Europa nach dem ZweitenWeltkrieg gelegt – und sie tun es immernoch. All dies scheinen die politisch Verantwortlichen zunehmend aus den Augenverloren zu haben, wenn sie sich demDiktat der Finanzmärkte unterwerfen.Finanz-, Haushalts- und Wirtschaftspolitikmüssen wieder dorthin, wo sie hingehören:in die Parlamente. Nur so kann politischesHandeln seine Legitimation und das Vertrauender Bürgerinnen und Bürger zurückgewinnen.Ein Kurswechsel in Euro pa istdaher längst überfällig – und zwar in Richtungbesserer Arbeits- und Lebensbedingungenfür die Menschen und einerStär kung der demokratischen Strukturen.Wenn dem Primat der Politik wieder Vorrangeingeräumt werden soll, muss gleichzeitigder Willkür der Finanzmärkte Einhaltgeboten werden – nicht durch Appelle,sondern durch eine strenge Regu lierungund durch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.Ein solidarisches unddemokratisches Europa braucht allerdingsmehr: zum einen eine kurz- und mittelfristigeStrategie, um die Euro-Krisenstaatenmit einem „Marshallplan“ zu unterstützen.Gerade vor dem Hintergrundder dramatisch hohen Jugendarbeitslosenzahlenin einigen Mitgliedsstaatenbenötigt Euro pa zum anderen langfristigein Zukunftsprogramm, das Investitionenfür zukunftsfähige Industrien und Dienstleistungensowie für Bildung und ökologischeModernisierung beinhaltet.Europa ist reich an demokratischen,kulturellen, wirtschaftlichen, aber auch anKrisenerfahrungen. Es wird höchste Zeit,dass sich die politisch Verantwortlichendarauf zurückbesinnen und mit den Bürgerinnen und Bürgern ein solidari sches,sozial gerechtes und demokratischesEuropa gestalten.Wir bitten Sie, in den Buß- und Bettagsgottes diensten für die europäischeInte gra tion zu werben, und hoffen, dassdie Anre gun gen in diesem Heft Ihnendabei helfen.Michael SommerVorsitzender des DeutschenGewerkschaftsbundesSozialpolitischer Buß- und Bettag 20123werden im Reich Gottes. Lk 13, 29 +++ Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach


Zum ThemaEuropa Macht ReichEuropa macht reich: Dieser Satz mittenin der Finanzkrise Europas, erscheintprovokativ. Vielen erscheint Europa undinsbesondere die Europäische Union(EU) schwerfällig und bürokratisch, vorallem aber weit weg. Mit derzeit 27Mitgliedsstaaten – ab Juli 2013 wirdKroatien mit dabei sein – ist die EU mitihren Institutionen unübersichtlichgeworden. „Einheit in Vielfalt“ ist dasMotto der Europäischen Union, darausspricht der Ursprungsauftrag alsFriedens- und Kooperationsprojekt.Mit wirtschaftlicher Verflechtung solltengegenseitige Abhängigkeiten geschaffenwerden, um das Risiko von kriegerischenAuseinandersetzungen zuminimieren. Denn damit würden sichdie Länder wirtschaftlich schaden.EuropaNach den Schrecken und Zerstörungendes Zweiten Weltkrieges wurde dieEuro päische Menschenrechtskonventionverabschiedet und der EuropäischeMen schenrechtsgerichtshof in Straßburggegründet. Die Europäische Menschenrechtskonventiongilt in 47 Staaten Europas.Um staatliche Willkür gegen Einzelneund Gruppen zu vermeiden, haben sichdie Staaten auf internationale Grund-rech te verständigt. Diese Grundlagewurde mit dem Lissabon-Vertrag der EUim Dezember 2009 verbindlich.Nach dem Zusammenbruch der Mili tärregimein Griechenland, Spanien undPortugal in den 70er-Jahren wurden dieseLänder in die Europäische Union Anfangder 80er-Jahre aufgenommen. Mit demEnde des Kommunismus in Mittel- undOsteuropa wurde Anfang der 90er-Jahremit einer EU-Erweiterung begonnen.Ein bedeutender Schritt war der Vertragvon Maastricht 1993: Die Bürgerinnenund Bürger der Europäische Union dürfenin jedem EU-Staat Arbeit aufnehmenund sich mit ihren Familienangehörigenniederlassen. Mit der „Schengen konvention“sollen die Binnengrenzkontrollenabgebaut werden.Diese Regeln sind ambivalent: FürEU-Bürgerinnen und Bürger werden dieFrei heiten und Rechte innerhalb der EUgestärkt, für die Menschen außerhalb derEU, die sogenannten „Drittstaaten“ angehören,wird die Einreise-Genehmigungaufgrund der gemeinsamen EU-Grenzund-Zugangs bestimmungen erheblichschwieriger. Durch die Erweiterung des„Schengen-Raumes“ sind viele der früheren„Dritt staatsangehörigen“ aus Süd- undOst europa inzwischen EU-Bürgerin nenund -Bürger und können sich innerhalbder EU ohne Visum und Antrags forma litätenfrei bewegen und reisen.MachtKeineswegs selbstverständlich ist dieEntwicklung der EU zu einer wirtschaftlichenStärke und Kraft. Die Balance zwischenVereinheitlichung und Vielfalt wurdemit der Entwicklung gemeinsamer Standardsvorangebracht. Freier Wettbewerbund Regulierungen sind dabei nicht immerin der notwendigen Balance. Mit dergrößer gewordenen Union verstärken sichauch die Machtdiskussionen. Es wird vonunterschiedlichen Geschwindigkeiten gesprochen,in der sich die wirtschaftlichleistungsfähigeren oder größeren Staatenzu Interessengemeinschaften zusammentun.Die anderen könnten dann nachziehen,„wenn sie so weit sind“. Dies ist eine4 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012sind, führe ins Haus. Jes 58, 7 +++ Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass


Zum Thema„Die Einheit Europas war einTraum weniger. Sie wurde eineHoffnung für viele. Sie ist heuteeine Notwendigkeit für alle.“Quelle: European Commission – Audiovisual ServicesKonrad Adenauerschwierige und höchst ambivalenteDiskussion darüber, wer in der Union zukünftig„das Sagen“ haben soll. Mituntererscheint die Argumentation kleinererMitgliedsstaaten, die den großen einigesabverlangen, fragwürdig. Und doch ist esgerade diese Gemeinsamkeit, die überden Erfolg bestimmt, nicht zuletzt in derglobalisierten Wirtschaftswelt.ReichDie EU-Mitgliedsstaaten liegen im Rankingdes UN-Entwicklungsprogrammesüberwiegend in den oberen Bereichen. ImVergleich zu vielen anderen Ländern undRegionen geht es Europa nach wie vorgut. Die steigende Arbeitslosigkeit undderzeitigen Sparprogramme in den vonder Finanzkrise bedrohten Ländern zeigteine Spaltung zwischen Arm und Reichinnerhalb der EU-Staaten. Diese brisanteSituation veranlasst viele Menschen, ihrSchicksal in die eigene Hand zu nehmen,indem sie sich Arbeit innerhalb der EUsuchen. Dies macht die EU möglich. Sieermöglicht auch Kooperation, Dialogund Lernen über Grenzen hinweg, ganzabgesehen von der sprachlichen und kulturellenVielfalt, die sie uns bietet. DieTrans fers müssten um einen solidarischenAusgleich ergänzt werden unter stärkererBerücksichtigung sozialer Probleme.Diese Faktoren sind derzeit enorm wichtig,denn die Diskussionen um Inklusionund Integration von Starken und Schwachen,Kleinen und Großen muss solidarischgeführt werden. Diese Erkenntnis,die aktive Gestaltung und die Verstärkunggegenseitiger Abhängigkeiten ist dieZauberformel für den Erfolg, bei dem dieMenschen in Europa gewinnen.Dementsprechend brauchen wir inEuropa mehr Mut, gerade soziale Fragenund Transfers auf die europäischeTages ordnung zu setzen. Es lohnt sich,für Europa zu streiten.Doris Peschke BrüsselCCME Churches’ Commissionfor Migrants in EuropeSozialpolitischer Buß- und Bettag 20125ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Jes 50, 4 +++ Wenn der Herr nicht das Haus baut, so


Zum Thema“As churches in Europe we commit ourselvesto commemorate those who have died ontheir journey to find a dignified life in Europethrough an annual day of prayer.”Mitglieder der Kommission Kircheund Gesellschaft – Plenum 2012in Novi Sad, SerbienErklärung der Konferenz Europäischer Kirchen, 2009Kirchen stellen sich den europäischenHerausforderungenDie Konferenz Europäischer KirchenAuch im Jahr 2012 hält die Finanz-,Wirtschafts-, Schulden- und Bankenkrisein Europa an und hat die EuropäischeUnion fest im Griff. Anzeichenfür Stabilisierungen werden durch dieBerichterstattung schnell erschüttert.Was aus deutscher Sicht wie eingruse liges Schauspiel wirken mag,ist in vielen Ländern Europas einesehr be drückende Realität.Im 3. Quartal 2011 fiel die Beschäfti gungsquotein der EU auf 68,9 Prozent und dieArbeitslosigkeit stieg von 9,5 ProzentAn fang 2010 auf 10,2 Prozent im Februar2012. Seit 2008 gingen 6 Millionen Ar beitsplätzein der EU verloren. Alle einschlägigenBerichte weisen darauf hin, dassdie Armut in Europa gestiegen ist.Neben den bedrohlichen sozialen Folgenstellt diese Entwicklung die Zu stim-mung zum europäischen Einigungs pro zessvor eine Zerreißprobe. Mag es nach wievor umstritten sein, was die Auf gabe einergemeinsamen Währung in ökonomischerund europapolitischer Hin sicht bedeutenwürde, so reicht die Krise bis an dasFundament der Europäi schen Union undihres Zusammenhalts.Es ist nicht die erste Krise, die der europäischeEinigungsprozess erlebt. Krisenkönnen oft das politische Eini gungs be strebenin Europa neu befeuern. Schon dieGründung der Montanunion (Kurzbe zeichnungfür die Europäische Gemein schaft fürKohle und Stahl 1952–2002) basierte aufeiner Krise der Kohle- und Stahlindus trie.Christen aller Konfessionen beschäftigtensich früh mit der Frage, welche Bedeutungdieser Prozess in Europa für die Christenund ihre Kirchen hat und welchen Beitragdie Kirchen leisten können und wollen.6 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012arbeiten umsonst, die daran bauen. Ps 127, 1 +++ Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten


Zum ThemaDaraus entstand – gewissermaßen vonder Basis her – die Europäische Öku menischeKommission für Kirche undGesellschaft (CSC), mit Sitz in Brüsselund Straßburg, so dass eine Nähe zumEuropäischen Parlament und zum Europaratgewährleistet ist. Diese Organisationwurde 1999 als Kommission für Kircheund Gesellschaft Teil der KonferenzEuropäischer Kirchen (KEK). In der KEKsind heute über 120 orthodoxe, protestantische,anglikanische und alt-katholischeKirchen aus ganz Europa zusammengeschlossenund weitere europäische ökumenischeVerbände assoziiert. Die KEKselbst ist ein Kind des Kalten Krieges. Siewurde 1959 gegründet mit dem gesamteuropäischenAnliegen, Brücken über dieMauern der Systeme zu bauen und zuge stalten. Hier hat sich eine Vielfalt anKir chen zusammengetan, die aufgrundunterschiedlicher Größe, Kultur, Ge schichteund konfessioneller Verfasstheit eine sehrlebendige Buntheit versammelt, die beialler Disparatheit der europäischen Realitätentspricht.Die Kommission für Kirche und Gesellschaftist damit seit vielen Jahren eine ArtBotschafter und Vertretung der Kirchengegenüber der EU, dem Europarat, derNato und auch der Organisation für Sicherheitund Zusammenarbeit (OSZE).Das Arbeitsprogramm der Kommissionwird von den Mitgliedskirchen gemeinsamfestgelegt. Derzeit umfasst es vor allemdie Bereiche Menschenrechte, Globalisierung,Ökologie, Bildung, Bioethik, Be schäftigung,Soziales und Wirtschaft. Ziel ist,die Mitgliedskirchen über wichtige Entwicklungenzu informieren, ihre Mei nungsbildungzu befördern und die kirchlicheHaltung gegenüber den europäi schenInstitutionen zu vertreten. Kirch licheExpertise wird dadurch kontinuierlich inBrüssel und Straßburg eingebracht.Schon im Mai 2009 hat die Kommis sionfür Kirche und Gesellschaft auf die Kriseeingewirkt, indem sie sich in einem Briefan die Präsidenten der EuropäischenInstitutionen gewandt haben, um hervorzuheben,dass diese Krise tiefer reicheals in der Öffentlichkeit diskutiert werde.Die Krise stelle die wirtschaftspolitischenGrundüberzeugungen der letzten Jahr-„DIALOGUE SEMINAR – Freedom of Religion:A Fundamental Right in a Rapidly Changing World30 March 2012, Brussels”, gemeinsam mitCOMECE und BEPA (Europäische Kommission)veranstaltetzehnte infrage: Deregulierung, das Primatder Ökonomie über alle Lebensbereicheund die vorrangige Ausrichtung an Profitund Wachstum. Damit sei die Krise aucheine des Vertrauens in die wirtschaftlichenund politischen Institutionen in Europa.Während des „Europäischen Jahres 2010gegen Armut und soziale Ausgrenzung“setzte sich die Kommission gemeinsammit anderen kirchlichen Vertretungen da fürein, dass Armutsbekämpfung in Europa zueiner kontinuierlichen Aufgabe werde.2010 verabschiedete der Euro päische Rateine Europa-Strategie mit dem Ziel, bis2020 20 Millionen Menschen in der EUaus den Armutslagen herauszuführen.Gerade dieses Ziel ist durch Beschlüsse zu europaweiten nationalenSparpro grammen vehement unter Druckgeraten. Die Krise führt inzwischen zumehr Armut und konterkariert somit dieEuropa-Stra tegie für 2020.Die Kommission für Kirche und Gesellschaftkämpft weiterhin für die Beseiti gungvon Armut und die Förderung sozialerInklu sion. Dies geschieht durch ausgedehnteLobbyarbeit sowie durch Mitgliedschaftin der Europäischen Plattform gegenArmut und soziale Ausgrenzung und durchdie Arbeit des CALL-Netz wer kes. DieAuf gaben des Call-Netzwerkes werden ineinem gesonderten Artikel veranschaulicht.Die Kirchen stellen sich den europäischenHerausforderungen und werden ihrBestes tun, um ein Europa zu gestalten, indem alle gut leben und arbeiten können.Pfr. Frank-Dieter FischbachExecutive SecretaryKommission für Kirche und GesellschaftSozialpolitischer Buß- und Bettag 20127Brüdern, das habt ihr mir getan. Mt 25, 40 +++ Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch


Zum ThemaWir sitzen in einem BootDie Krise der anderen ist unsere KriseDie Wirtschaft schrumpft, die Arbeitslosigkeitsteigt, das Staatsdefizit läuftaus dem Ruder – Spanien befindet sichauch 2012 mitten in der Rezession!Kommen jetzt die ganz düsteren Jahre?In Sevilla mag sich zunächst keinedüstere Stimmung einstellen.Menschen trauben drängen sich beisengender Hitze durch die schattigenStraßen, sitzen im Café oder flanierendurch den Park Maria Luisa. Am Abendquellen die Bars über, permanent werdenneue Tische an der Alameda deHércules aufgestellt. Nur an wenigenHäusern in der Innenstadt stehenSchilder mit „se alquila“ (zu vermieten)oder „se vende“ (zu verkaufen).Krise, welche Krise?Am Anfang der spanischen Krise stehtwirtschaftlicher Aufschwung und – wiekönnte es anders sein – Sonne und Meer.Millionen kommen in das offene, toleranteLand: Arbeitsmigranten aus Lateinamerika,Rumänien und Marokko, Wohlstandsmigrantenaus Nord- und Mitteleuropasowie unzählige Touristen vonüberall. Der Bedarf an Häusern, Wohnungenund Hotels ist immens. Spanienerlebt einen Bauboom, der in Europaseinesgleichen sucht und den Bausektorzum Dreh- und Angelpunkt der heimischenWirtschaft werden lässt. Jedermöchte mitmachen, die erwarteteWertsteigerung einer Immobilie finanziertdas Bauvorhaben. Grenzen scheint eskeine zu geben. Auch Banken investierenüberwiegend in Beton, die Industrie wirdvernachlässigt. Dann kommt die internationaleFinanz- und Wirtschaftskrise!Das Überangebot an Häusern und Wohnungenin Spanien beläuft sich auf ca.eine halbe Million Einheiten. Dennoch sinkendie Preise nur langsam. Die Eigentümerverzögern die Verkäufe, um keineVerluste zu erleiden. Die Banken scheuenein weite res Absinken der Immobilienpreise,da sie sonst massive Wertberichtigungenin ihren Bilanzen vornehmenmüssten. Diese künstliche Ruhe auf demImmobilienmarkt ist höchst fragil. Schnellkann es zu einem Teufelskreis kommen.Zügig sinkende Immobilienpreise dürftenzu einer Verschärfung der Bankenkriseführen, die nur durch ein massives Eingreifen des Staates aufgehalten werdenkönnte. Aber erfolgversprechende Rettungsaktionentrauen die FinanzmärkteSpanien kaum noch zu – daher diean haltend hohen Zinsen auf spanischeStaats anleihen trotz kräftiger Finanzspritzeaus dem Euro-Rettungsschirm.Zur Überwindung des Misstrauensund zur Wiedererlangung der eigenenpolitischen Handlungsfähigkeit hat sichdie spanische Regierung im Rahmen desEU-Fiskalpakts einem radikalen Konsolidierungskurs verschrieben. StaatlicheAusgaben werden gekürzt, Arbeitszeitenund Steuern erhöht, Löhne und Leistungenim öffentlichen Sektor gesenkt, selbstder Bildungsbereich ist nicht ausgenommen.Aber selbst wenn diese Strategielangfristig Früchte tragen mag, ist sie aufkurze Sicht äußerst riskant, da die Konsolidierungzumindest vorübergehend zueinem weiteren Rückgang der wirtschaftlichenAktivität führt und den sozialenFrieden in Spanien bedroht. Und wennvorübergehend zu lange dauert, stehtdas Land am Abgrund.Die „Indignados“ (Empörten), meist jungeLeute, die in den Straßen von Barcelonaund Valencia ihren Zorn über die wachsendeChancenlosigkeit zum Aus druckbringen, füllen die Zeitungen und Nachrichtensendungen.Aber noch mobilisierensie keine Massen. Bei einer offi ziellenArbeitslosigkeit von über 25 Pro zent undeiner Jugendarbeitslosigkeit von annähernd50 Prozent flüchten immer mehrSpanier in den Schoß der Familie, in dieSchwarzarbeit, ins Ausland oder aber indie Resignation. All dies verschärftdie Krise. Und dann der nahezu täglicheVer gleich mit Deutschland mit immer derselbenBotschaft: Hier alles schlecht,dort alles gut. Inzwischen berichten diespanischen Medien über jede Zuckungdes sogenannten Zins-Spreads, also der8 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt. Joh 15, 16 +++ Wo du


„Wir sind nicht auf Rosengebettet, aber wir befindenuns auch nicht am Vorabendder Apokalypse.“Mariano Rajoy, spanischer RegierungschefDifferenz zwischen den langfristigenZinsen für Staatsschulden in Spanien(BONO) und Deutschland (BUND). Sobalddieser Zins-Spread ansteigt, steigt auchdie Angst vor weiteren Kürzungen durchdie Regierung. Der Kollaps der spani schenWirtschaft rückt wieder näher, eine zermürbendeErfahrung. In Deutschland nahezuunbekannt, fungiert der BUND inSpanien – ähnlich wie in Italien – zunehmendals Symbol für die stetig steigendeÜberlegenheit der deutschen Industrieund die mangelnde Wettbewerbs fähig keitdes eigenen Landes. Hoffnung auf Besserung– Fehlanzeige. Die einst allzueinseitige Orientierung der spanischenWirt schaft auf den boomenden Bausektorrächt sich nun bitter, lässt sich aber kurzfristignicht beheben. Das Land brauchtZeit und eine Perspektive. Eine ganzeGeneration muss ansonsten befürchten,die schmerzhaften Kosten der Konsoli dierungund Restrukturierung zu tragen, aberohne an deren Nutzen beteiligt zu sein.Die in der deutschen und internationalenPresse oft hervorgehobenen Ungleichheitenin den Leistungsbilanzen (die Übermachtder deutschen Export industrie)werden in Spanien eher als Versagen dereigenen Regierungen und Unternehmendenn als unfairer Akt der deutschenPolitik oder Wirtschaft diskutiert. Gleichzeitigbreitet sich eine Befürchtung immerweiter aus: Wenn europäische Regelnund europäische Politik zu einseitig anden Bedürf nissen und Einschätzungendes wirtschaftlich erfolgreichstenLandes, also Deutschlands, ausgerichtetwerden, bleibt die Peripherie langfristigauf der Strecke.Denn niemand geht davon aus, dassSpanien das deutsche Wirtschaftsmodellerfolgreich kopieren kann oder will. Somitist die Analyse klar: Die EU oder garDeutschland haben die aktuelle Krisezwar nicht verursacht, sie könnten abereine europäische Lösung verhindern. Daan eine nationale Lösung aufgrund derDimension der Krise sowieso niemandmehr glaubt, versinkt das Land zusehendsin Hoffnungslosigkeit.Die Wirtschaft wächst, die Arbeits losigkeit sinkt, das Staatsdefizit geht zurück– Deutschland ist 2012 im Wirt schaftsmärchenwunderlandangekommen!Die Krise war gestern? Jenseits aller Befürchtungenüber steigende Inflation oderhohe Transferzahlungen ist die zunehmendeHoffnungslosigkeit in Spanien undden anderen europäischen Krisen länderndie größte Gefahr für das europäischeProjekt und damit langfristig auch für denWohlstand in Deutschland. Also mussins besondere die deutsche Politik aufgrundihres enormen Machtzuwachsesin den letzten Jahren glaubhaft deutlichmachen, dass etwa steigende Jugendarbeitslosigkeitüberall in Europa gemeinsamund mit der gleichen Dringlichkeitbekämpft werden muss, egal ob in Madridoder Magdeburg. Dafür aber brauchenwir ein neues Verständnis von europäischerSolidarität, dafür brauchen wirmehr Europa. Diese Diskussion musskommen, schnell. Die Krise der anderenist unsere Krise.Dr. Jürgen BornReferent für Wirtschaftspolitik und Unternehmensethikim Fachbereich Wirtschaft, Arbeit undSoziales Evangelische Kirche von WestfalenSozialpolitischer Buß- und Bettag 20129hingehst, da will auch ich hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein


Zum ThemaGute Arbeit braucht Engagementfür MitbestimmungDas gilt für Deutschland, insbesondereaber für alle Mitgliedsstaaten der EU.Die Mitbestimmung der Arbeitneh mendenwird in Europa sehr unterschiedlichgeregelt. Die Beteiligung der Arbeitnehmendenund der Gewerkschaftenin deutschen Aufsichtsräten in Formder Unternehmensmitbestimmung istaus europäischer Sicht ein Unikat.Damit sich die EU zu einer Sozialunionent wickeln kann, ist der Ausbau derMitbe stimmung allerdings dringendnotwendig. Ein Blick in die deutscheVergangenheit zeigt, wie sich dieMitbestimmung durch Engagementfür Gute Arbeit entwickelt hat.Die Montanmitbestimmung stammt ausdem Jahre 1951 und war das Ergebniseiner langen und erbittert geführten Auseinandersetzungüber den künftigen Wegder Bundesrepublik Deutschland in derWirtschafts- und Sozialpolitik. BundeskanzlerAdenauer war damals auf dieUnterstützung der Gewerkschaften fürden Beitritt der Bundesrepublik zur EuropäischenGemeinschaft für Kohle undStahl (EGKS) angewiesen.Nur Streikandrohungen und die Hartnäckigkeitvon Hans Böckler, dem 1. DGBVorsitzenden, führten letztendlich zumDurchbruch. Die Kapitalseite war zuZugeständnissen bereit, weil sie damitweitergehende Forderungen der Gewerkschaftennach Vergesellschaftung derSchlüsselindustrien abwehren konnte.Damals waren es 105 Unternehmen,34 der Eisen- und Stahlerzeugung und71 Bergbauunternehmen, die unter dasMontanmitbestimmungsgesetz fielen.Wenn 2018 die letzte Zeche (ProsperHaniel, Bottrop) die Förderung einstellt,dann werden nur wenige montanmitbestimmteUnternehmen (22 Eisen- undStahlbetriebe mit ca. 100.000 Beschäftigten)übrig bleiben.Montanmitbestimmung bedeutet:Im Aufsichtsrat sind Kapital und Arbeitgleichberechtigt vertreten. Der „neutraleMann“, der in Pattsituationen den Ausschlaggibt, kann nur gemeinsam be stimmtwerden. Der Arbeitsdirektor wird aufVorschlag der Gewerkschaften gewählt.Mit dem Montanmitbestimmungsgesetzwurden zwar wichtige gewerkschaftlicheForderungen erfüllt, die Politikverhinderte aber ihre Ausdehnung aufdie gesamte Wirtschaft. Das allgemeineMitbestim mungs gesetz von 1976 stelltkeine Parität zwischen Unternehmen undBeschäftigten her.Heute müssen wir kritisch feststellen, diePolitik hat das Rechtsprinzip: „Was alleangeht, soll auch von allen entschiedenwerden“ in dem wichtigen Feld der Wirtschaftnicht umgesetzt.Und in der Mitbestimmungsentscheidungdes BVG vom 02.03.1999 lesen wirden bemerkenswerten Satz: „Da dieMontanmitbestimmung noch stärker aufeinvernehmliche Problembewältigungangelegt ist, eignet sie sich besonders„Die deutschen Gewerkschaftensind der Ansicht, dass die allgemeinepolitische Entwicklung in derWelt mit aller Deutlichkeit zeigt,dass nur durch eine lebendigesoziale Ordnung der Vermassungund dem Totalitarismus Einhaltgeboten werden kann. “Hans Böckler (aus einem Antwortbrief anKonrad Adenauer, 11. Dezember 1950)Bildquelle: AdsD / Friedrich-Ebert-Stiftung10 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012Gott ist mein Gott. Ruth 1, 16 +++ Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt,


Zum Themadazu, neben den Renditeerwartungender Anteils eigner auch die Interessen derArbeitnehmer an der Sicherung vonArbeitsplätzen angemessen zu berücksichtigen.“Paritätische Mitbestimmung steht fürden Grundsatz, dass die arbeitendenMen schen nicht als Anhängsel des „totenKapitals“ behandelt werden dürfen.Vielmehr sind Arbeitnehmer im demokratischenStaat nicht nur Staatsbürger mitgleichen Rechten und Pflichten, sie dürfenauch in den Betrieben, den Verwaltungen,den Einrichtungen nicht als Objekte behandeltwerden, sondern müssen Subjektihrer Tätigkeit sein.Dies ist die Überzeugung der EvangelischenSozialethik, der katholischenSoziallehre und der Gewerkschaften.Im Zuge der neoliberalen Ausrichtungvon Wirtschaft und Gesellschaft ist dieEntwicklung in eine andere Richtungeingeschlagen. Mitbestimmung wird alsundynamisch und nicht zukunftsfähigdiffamiert.Ein schwerer Irrtum, wie sich zeigt.Das Shareholder-Denken hat ganze Volkswirtschaften an den Abgrund gebracht.Immer mehr Menschen fragen sich zuRecht, warum müssen wir für die „Zockerei“und Gier der Banken bezahlen?Heute wissen wir, mit Hilfe der Politikwurde die Büchse der Pandora geöffnet.Die teuflischen Geister, einmal freigesetzt,können so leicht nicht mehr eingefangenwerden. Der Politikwissenschaftler undÖkonom Wolfgang Streeck teilt diese Einsichtund formuliert: „Das Kapital kenntkeine Par teien mehr, nur noch Zentralbankpräsidenten; und das Geld derReichen ist überall und nirgends, nur danicht, wo es weggesteuert werden könnte– und wenn doch, dann wird es spätestensdann weg sein, wenn die gebeuteltenSteuerstaaten nach ihm greifen wollten.Da das unvermeidlich zu ‚Panik in denMärkten’ führen würde, ist damit freilichnicht zu rechnen.“*Wer sich damit nicht abfinden will, dermuss sich in den Kirchen, den Gewerkschaften,in der Bürgerprotestbewegungfür starke Kontrollen der Banken, fürinternationale Regulierungen der Finanzmärkteund für eine neue Mitbestim mungsdebattein Deutschland einsetzen.Auf folgende Thesen zu guter und prekärerArbeit haben sich Teilnehmer undTeilnehmerinnen einer europäischenCALL-Arbeitsgruppe geeinigt.Von prekärer Arbeit spricht man,wenn einige der nachfolgenden Aspektezutreffen:1. Der Arbeitsplatz ist ungesichert,befristeter Vertrag, Leiharbeit2. Gewerkschaften und Arbeitnehmerorganisationensind nicht vorhanden3. unangemessene Arbeitsbedingungen4. keine kontrollierbare und Begrenzungder Arbeitszeit5. Entlohnung liegt unterhalb desExistenzminimums6. fehlende Möglichkeit zur beruflichenWeiterbildung7. unzureichende Absicherung von sozialenRisiken für Beschäftigte (Renten-,Kranken- oder Arbeitslosenversicherung)8. mangelnder Kündigungsschutz9. unzureichender Unfall- und GesundheitsschutzGute Arbeit:1. Gute Arbeit stellt Produkte her, die wertvollund nützlich sind.2. Gute Arbeit respektiert die Würde desMenschen, von Frauen und Männern jedenAlters, als Ebenbild Gottes.3. Gute Arbeit ist ein Dienst an deinemNächsten.4. Gute Arbeit ist befriedigend und bietet dieMöglichkeit zur persönlichen Entwicklungund Weiterbildung.5. Gute Arbeit bewahrt die Schöpfung, minimiertdie Umweltverschmutzung und dieVerschwendung von Rohstoffen.6. Gute Arbeit sichert ein ausreichendesEinkommen zum Leben und bietet guteArbeitsbedingungen.7. Gute Arbeit ermöglicht die Gestaltung vonArbeitsaufgaben und Arbeitszeiten.8. Gute Arbeit achtet auf Ruhepausen undEr holung, bietet Gesundheit und Sicherheit.9. Gute Arbeit ermöglicht das Recht aufMitbestimmung in betrieblichenEntscheidungsprozessen.10. Gute Arbeit ermöglicht die Balancezwischen Familienzeit und bezahlterArbeitszeit und gewährt Männern undFrauen eine lebenslange Sicherheit.* Streeck, Wolfgang: Völker und Märkte,in:Lettre International – 95 – Winter 2011;Verlagsgesellschaft Erkelenzdamm 59/61,10999 Berlin, S.15-17.Reiner Dietmar SchäferSozialreferent, KDA WestfalenDr. Hans–Udo SchneiderPfr. i. R., KDA WestfalenSozialpolitischer Buß- und Bettag 201211wie ich euch geliebt habe. Joh 13, 34 +++ Seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig,


Zum ThemaGesprächskultur. Die Unternehmenskulturmuss Vielfalt schätzen.Richtiger Umgang mit Vielfalt in Unternehmenals Schlüsselkompetenz?In Zeiten des permanenten Wandels, derGlobalisierung von Unternehmen und derinternationalen Arbeitnehmerzuwanderungenwerden produktive Umgangsmöglichkeitenmit Fremdheitserfahrungensowie die Fähigkeit, Potenziale in Fremdemzu entdecken und sie nutzbar zumachen, immer wichtiger. Die Kundenwerden anspruchsvoller, ihre Bedürfnissevielfältiger. Nur wer diese Vielfältigkeitfördert, wird einen Marktvorteil erreichenund kann den Fachkräftemangelkompensieren.Wie gut meistern die Unternehmendiese Schlüsselkompetenz heute?In großen internationalen Unternehmen istDiversity längst Querschnittsaufgabe. InDeutschland gibt es leider einen ausgeprägtendefizitären Blick auf Menschen.Eine Studie der Universität Münster zeigtauf, dass das Bewusstsein vom Potenzialkultureller Vielfalt, das etwa in anderenReligionen liegt, in Deutschland bislanggeringer ausgeprägt ist als in anderenLändern der EU.Gibt es christliche Anknüpfungspunkteim Umgang mit Vielfalt?Von Jesus gibt es einige Geschichten,wie er Menschen aufgrund des Seins bedingungslosannehmen konnte und ihreRes sourcen sah. Aus frühchristlichenErfahrungen her ist die Kirche dazu berufen,Übungsfelder zu bieten, in denenEinheit in Vielfalt gelernt werden kann.Gegenwärtig sind viele Gemeinden weitdavon entfernt, diese Möglichkeiten auszuschöpfen.Kirchen und Politik habenes versäumt, Zukunftsbilder eines gelingenden,produktiven interkulturellenZusammenlebens zu entwerfen unddie Rahmenbedingungen dafür zuschaffen. Es fehlt die Entschlossenheitfür flexible Lösungen, aber vor allenDingen eine echte und wahrhaftige„Willkommenskultur“.Waltraud KämperDipl.-Pädagogin, KDA HannoverSozialpolitischer Buß- und Bettag 201213ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. 1. Petr 3, 8–9 +++ Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die


GottesdienstbaukastenEuropa macht reicht –durch Geld oder Gott?Predigtvorschlag zu Offenbarung 3, 14–22Liebe Gemeinde!Europa macht reich. Die Frage ist: durchGeld oder Gott? In diesem Streit hatEuropa seine Geschichte. Das Gemeinsameeuropäischer Vielfalt als Reichtumzu entdecken, ist mit Walter Benjamin(„Über den Begriff der Geschichte“) einenVersuch wert: „Es gibt ein Bild von PaulKlee, das Angelus Novus heißt. Ein Engelist darauf dargestellt, der aussieht, alswäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen,worauf er starrt. Seine Augen sindaufgerissen, sein Mund steht offen undseine Flügel sind ausgespannt. Der Engelder Geschichte muss so aussehen …“(14) Dem Engel derer, die berufen sind, inder Stadt Laodizea, schreibe: So sprichtder, der Amen über unser Leben sagt, derZeuge, der treu und wahrhaftig ist als derAnfang der Schöpfung Gottes.Wer aber wäre ein solcher Engel füruns als Gemeinden im vereinten Europa?Wer kann uns in Gottes Namen vor Irrwegenwarnen und das Richtige raten,für Menschen als Gottes Geschöpfe zusorgen? Europa macht reich. Uns oderdie andern? Die Christen in Laodizeahaben ihren eigenen Reichtum vor Augen:Dieses Laodizea ist Boomtown undBankfurt in einem: Wirtschafts- undHandelsplatz, Studienort der Medizin, mitheißen Quellen begehrte Wellness-Oasefür gestresste Manager und Militärsund ihre Gattinnen und bekannt alsBanken metropole für Anlagevermögen.Was zählt? Geld oder Gott?(15) Ich weiß von deinen Werken, dass duweder kalt noch heiß bist, wärst du dochbloß kalt oder heiß.Reichtum kann leicht die Augen blenden,und Wohlstand die Sinne verstellen. Wostehen WIR als seine Gemeinde – etwagegenüber einer Hartz-IV-Gesellschaft?Was bewirken unser Glauben, Hoffen undLieben, wenn gilt: „Ihr könnt nicht Gottdienen und dem Mammon.“ (Mt 6, 24)?Das klingt unausweichlich:(16) So aber zeigst du dich als wederheiß noch kalt, darum werde ich dich ausspuckenaus meinem Mund.Gibt es nur kalt oder heiß, und daherkein Ausweichen vor Konfrontation mitanderen? WER macht Europa reich?Grenzen wir hier andere aus, so werdenwir dort selbst: hinausgeworfen und vomWinde verweht. So dass Brecht am EndeRecht behält? „Dem Geld erweisen dieMenschen Ehren. / Das Geld wird überGott gestellt. /Willst du deinem Feind dieRuhe im Grab verwehren. / Schreibe aufseinen Stein: Hier ruht Geld!“(17) Warum? Du sagst: Ich bin reichund lebe im Wohlstand. Ich bin nichtangewiesen auf Unterstützung anderer.Aber du weißt nicht, dass du erbärmlichbist, armselig, blind und nackt.Erkennen wir als Gemeinde, wer oderwas in Europa uns reich macht? „EureArmut kotzt mich an“, war vor einigenJahren auf Autoaufklebern zu lesen – vondenjenigen, die sich als reich abhebenwollen von den armseligen andern.Worauf aber gründet unser Reichtum inEuropa? Von wem und um welchen Preishaben wir in fragwürdiger Weise denFortschritt und Wohlstand erkauft?Derjenige Zeuge, auf den wir geschichtlichin Europa gründen, schreibtseiner Gemeinde hinter die Ohren:(18) Ich rate dir: Kaufe feuerfestes Goldvon mir, damit du dich reich nennenkannst, und weiße Kleider, damit du dichangemessen kleiden kannst und deineNacktheit nicht offensichtlich wird, undSalbe, um deine Augen zu behandeln,damit du (klar) siehst. Gab es in Bankfurt Laodizea feuerfestesGold? Natürlich nicht! Was soll dieses14 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012Sünde ist der Leute Verderben. Sprüche 14, 34 +++ … und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der


Gottesdienstbaukastenabsurde Bild? Uns die Augen öffnen:Denn Geld macht blind, vor allem für dieNot anderer. Doch: „Eher geht ein Kameldurchs Nadelöhr, als dass ein Reicher insHimmelreich kommt“ (Mt 19, 24). Laodizea ist Modestadt und berühmtfür seine Farben. Doch: Weiße Westenwerden leicht schmutzig. Und: „Der Teufelträgt Prada.“ Ebenso gibt es da teure Medizin undkostbare Salben in Laodizea. Luxus purdamals wie heute. Europa macht reich.Aber nur einige wenige, und viele anderearm! Leiden wir als Gemeinde an Blindheit?Europa macht reich – Aber: WER lehrt uns,andere mit anderen Augen zu sehen?„Lasst eure Wahr neh mung verändern, damitihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist,das Gute, Wohlge fällige und Vollkom mene“,sagt Paulus (Röm 12, 2). Unser Wahrnehmenund Denken kann sich also verändern,wenn wir den hören, der hier sagt:(19) Denen, die ich liebe, setze ich Widerstandentgegen, und erziehe sie dazu, anderszu denken. Gemeinde, nimm es dir zuHerzen und wähle also den besseren Weg.Da klopft es an die Tür. Sind wir vorbereitetauf andere Menschen, die kommen? Denn:Es sind viele. „Sie sind da.“ Da ist durchIHN Ethik neu zu lernen. Ja, da wird eswahr: Wo ER anklopft: Europa macht reich!(20) Sieh’, ich steh’ vor der Tür und begehreEinlass. Wenn jemand meineStimme hört und die Tür öffnet, trete ichein, komme zu ihm und esse mit ihm.„Das Schicksal klopft an die Tür“ (Beet hoven).Europa steht vor der Tür. Men schenkommen aus Flucht und Ver trei bung.Was lehren sie uns? Völker wan derungenfinden statt. Europa verändert sich mitihnen, denn: „Es werden kommen vonOsten und von Westen, von Norden undvon Süden die zu Tisch sitzen im ReichGottes“ (Lk 13, 29). Konfrontiert mit diesenFrem den: Setzen wir uns mit ihnen aneinen Tisch, um Brot und Wein miteinanderzu teilen? „Was ihr getan habt einemvon diesen meinen geringsten Brüdernund Schwestern, das habt ihr mir getan.“(Mt 25, 40)Nicht mit Gewalt schlägt ER uns die Türeein. Sondern wo ER bittend eintritt, machtER Europa reich:(21) Dein Erfolg wird sein, zusammen mitmir Verantwortung zu teilen, so wie meinVater mit mir Verantwortung geteilt hat.Wer besteht sonst im Wettbewerb derVerdrängung? Wer kann sonst überlebenin hochriskanten Finanzgeschäften?Wer gerät unter die Räder? Und wem stehtein menschenwürdiger Platz in der Mitteunserer Gesellschaft zu?(22) Wer Ohren hat zu hören, höre, wasder Geist den Gemeinden sagt.Europa macht reich. Lernen wir, durchMenschen in ihrer Vielfalt Europas Reich tumfür die Zukunft zu schätzen? Um noch einmalWalter Benjamin zu zitieren: Der Engelder Geschichte „… hat das Antlitz derVergangenheit zugewendet. … Er möchtewohl verweilen, die Toten wecken und dasZerschlagene zusammenfügen. Aber einSturm weht vom Paradiese her, der sich inseinen Flügeln verfangen hat und so starkist, dass der Engel sie nicht mehr schließenkann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsamin die Zukunft, der er den Rückenkehrt, während der Trümmer haufen vorihm zum Himmel wächst. Das, was wir denFort schritt nennen, ist dieser Sturm.“ Sourteilt Walter Benjamin in Europas finstererZeit. Diese Geschichte hat damals beinahezum Untergang geführt.Wo aber heute in Europa Menschengemeinsam handeln und Verantwortung zuteilen lernen, da entsteht Neues.Das kommt aus dem Geist Jesu. In IHMwird wahr: Europa macht reich. Mit IHMdauerhaft unseren Wohnsitz gemein sam inGottes Gesellschaft einzunehmen, heißt:Nicht ohne Orientierung und ohne Heimatzu bleiben. Sondern gleich zu sein „denMenschen, die auf ihren Herrn warten …,damit, wenn er kommt und anklopft, sieihm sogleich auftun./ …“ (Lk 12, 40).SEIN Ankommen und Anklopfen macht unsmenschlich. Denn ER macht Europa reich.Amen.Dr. Roland PelikanSozial- und Industriepfarrer, KDA Bayern,Regionalstelle MünchenÜbertragen aus dem Griechischen von Dr. Roland PelikanSozialpolitischer Buß- und Bettag 201215Völker. Offb 22, 2 +++ Siehe, die Stätte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen und sie


GottesdienstbaukastenLydia – „Europas erste christlicheUnternehmerin“Eine Bibelarbeit zu Apostelgeschichte 16, 11–15Da fuhren wir von Troas ab und kamengeradewegs nach Samothrake, am nächstenTag nach Neapolis und von da nachPhilippi, das ist eine Stadt des erstenBezirks von Mazedonien, eine römischeKolonie. Wir blieben aber einige Tag indieser Stadt.Am Sabbattag gingen wir hinaus vordie Stadt an den Fluss, wo wir dachten,dass man zu beten pflegte, und wir setztenuns und redeten mit den Frauen, die dortzusammenkamen.Und eine gottesfürchtige Frau mitNamen Lydia, eine Purpurhändlerin ausder Stadt Thyatira, hörte zu; der tat derHerr das Herz auf, so dass sie darauf achthatte, was von Paulus geredet wurde.Als sie aber mit ihrem Haus getauftwar, bat sie uns und sprach: Wenn ihranerkennt, dass ich an den Herrn glaube,so kommt in mein Haus und bleibt da.Und sie nötigte uns.Apostelgeschichte 16, 11–15Eine gute Woche liegt hinter Lydia. DieStoffe sind fehlerlos, die Farben gleichmäßigund schön. Anstrengend zwar,harte Arbeit, ein elendes Bücken, immerwieder. Färberei und Purpurhandel gehörennicht gerade zu den angesehenenHandwerken. Aber es hat sich gelohnt.Die Kunden sind zufrieden, manche sogarstolz auf ihr neues, strahlendes Gewand.Und sie haben ordentlich gezahlt. In dieserSaison gibt es keinen Grund zur Klage.Die Erträge reichen für alle, die zum Betrieb,zum Haus gehören. Es hat auch andereZeiten gegeben. Schon in Thyatira istSchmalhans manches Mal Küchen meistergewesen. Die Reichen wollten Kleidungmit „echter Farbe“ – Purpurschnecken-Farbe eben – und die Armen konnten sichnoch nicht einmal die einfache Versionleisten, die sie aus Wurzeln und Pflanzenherstellte. Mit anderen Sklavinnen hat siesich abgerackert – ohne je einigermaßenabgesichert zu sein. Als Freigelassene hatsie sich auf den Weg gemacht, ist ihr imalten Handwerk ein neuer Anfang gelungen.In Lydien war die Konkurrenz groß.Hier in Philippi hat sie sich mit ihrem kleinenBetrieb einigermaßen etabliert. DerLaden läuft – nicht immer gleich gut,manchmal muss sie sich nach der Deckestrecken und manchmal plagen sieSorgen um die Zukunft …Aber diese Woche war erfolgreich.Und jetzt ist Schabbat. Gut so. Pause –für alle. Atemholen. Singen und Beten.Am Fluss, ganz in der Nähe des Arbeitsplatzes,haben sie sich verabredet:Färberinnen, Händlerinnen, Weberinnenund andere Frauen aus der Nachbarschaft.Freundinnen sind dabei, mit einigenführt sie das Haus gemeinsam. MitWaschungen bereiten sie sich auf denGottesdienst vor und versammeln sichschließlich in der Synagoge. Ein guter Ort.Einer, an dem Fremde und Einheimischegemeinsam Gott loben – und über dassprechen, was sie bewegt: Erfreulichesund Trauriges. Als sie nach Philippigekommen ist, hat sie hier schnell einZuhause gefunden. Römer allerdings trifftsie in der Synagoge nie. Die haben nichtviel übrig für die jüdische Gemeinde. ImGegenteil. Sie verehren den Sonnengottund manchmal spielen sie sich alsBesatzer auf.Lydia ist zur Ruhe gekommen. Sie freutsich auf den Gottesdienst, auf das gemeinsameGebet.Als sie beginnen wollen, schauen zweiMänner vorsichtig zur Tür hinein, tretenein und setzen sich zu den Frauen. Frem de.Niemand kennt sie. Auch Lydia nicht.Redselige Leute sind das. Sie erzählenaus ihrem Leben, von ihrer Heimat undimmer wieder von einem Mann, der ganzbesonders gewesen sein muss. Ein Gottesfürchtiger, einer, der sich um die Armengekümmert hat und um die Kranken,einer, der kritisch war gegenüber Machtund Geld. Einer, den sie gekreuzigt haben.Und der wieder zum Leben erstanden ist.Gottes Sohn, sagen die Männer. Ein16 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012werden sein Volk sein …“ Offb 21, 3 +++ Daher musste er in allem seinen Brüdern und Schwestern gleich


„Die Mitarbeiter lassen sich liebervon einer Frau überzeugen alsvon einem Mann anschreien.“Annette Winkler, deutsche Bauunternehmerin,Unternehmerin des Jahres 1991Befreier. Ein Retter. Einer, der für dasLeben steht. Und für die Schwachen. Dasklingt überzeugend. Das passt zu dem,was sie von Gott verstanden hat. Siespürt ihr Herz klopfen, weiß auf einmal,dass sie zu ihm gehören will. Denn er gehörtzu Gott selbst. Gottes Sohn. VomTod erstanden. Eine gute Botschaft.Sie könne sich taufen lassen, sagen dieMänner, als Zeichen der Zugehörigkeit,auch als Zeichen für einen neuen Anfang.Gleich hier am Fluss. Sie und die zu ihrgehören, ihr ganzes Haus. Ja, so soll essein. Gemeinsam gehen sie zum Fluss,sie taucht unter – und wieder auf: neu, alsChristin. Die erste in Europa.Lydia ist eine, die zupackt, die sich entscheidetfür das Überzeugende. Sienimmt das Leben in die Hand. Verantwortungfür sich selbst, für ihre „Genossinnenschaft“nimmt sie gern wahr. Ihr Haussoll Kern der christlichen Gemeinde werden.Beten, Singen, Weitersagen, dassjeder Mensch gleich wertvoll ist, dassarme Arbeiterinnen und Arbeiter ebensowürdig sind wie die Wohlhabenden …Das gehört für sie zum Christinsein.Freundschaftlich geht es zu in LydiasHaus. Die Fremden werden schnell dievertrauten Paulus und Barnabas undverkünden weiter die Botschaft einer gerechtenWelt.Im großen römischen Reich gibt esviele Traditionen, viele Religionen, vieleIdeen – viele werden toleriert. Aber dieseneuen christlichen Ideen können dieRömer nicht akzeptieren. Lydias Haus,das einer einfachen Purpurhändlerin,reicht als Schutz nicht aus: Wenig späterwerden Paulus und Barnabas alsUnruhestifter festgenommen …Lydia aber bleibt bei der Botschaftdes Lebens – trotzdem und vielleichtgerade darum. Sie „glaubt an den Herrn“und weiß sich mit ihm auf der Seite derSchwachen. Die Frauen stärken sichgegenseitig, versammeln sich weiterin der Synagoge am Fluss und sorgenmit dafür, dass die christliche Botschaftim römischen Reich verbreitet wird.Lydia, Europas erste Christin.Heike HilgendiekLandessozialpfarrerin Ev. Kirche von WestfalenSozialpolitischer Buß- und Bettag 201217werden ... Hebr 2, 17 +++ ... werft euer Vertrauen nicht weg, denn es findet reichen Lohn. Hebr 10, 35


GottesdienstbaukastenBausteine zum Gottesdienstam Buß- und BettagBiblisches Votum„Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber dieSünde ist der Leute Verderben.“Spr 14, 34Biblische und literarische TexteIn notwendigen Dingen: die Einheit.In fraglichen Dingen: die Freiheit.In allem: die Liebe.die Herrlichkeit des HERRN wird deinenZug beschließen. Dann wirst du rufen undder HERR wird dir antworten. Wenn duschreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochstund nicht mit Fingern zeigst undnicht übel redest, sondern den Hungrigendein Herz finden lässt und den Elendensättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wirdsein wie der Mittag.AugustinusEs werden kommen von Osten und vonWesten / von Norden und von Süden, /die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.Lukas 13, 29Gott wohnt, wo man ihn einlässt.Jüdische WeisheitMan liebt den andern nicht, wenn mansich nichts von ihm schenken lassen will.Aus NigeriaDie wesentlichen Dinge des Lebenskommen nicht aus uns selbst, sondernauf uns zu.Quelle unbekanntEinen Menschen lieben, heißt: ihn sosehen, wie Gott ihn gemacht hat.Fjodor M. DostojewskijWie doch Freude und Glück einenMenschen schön machen!Wie atmet im Herzen die Liebe!Fjodor M. DostojewskijJesaja 58, 2.7–10Brich dem Hungrigen dein Brot, und dieim Elend ohne Obdach sind, führe insHaus! Wenn du einen nackt siehst, sokleide ihn, und entzieh dich nicht deinemFleisch und Blut!Dann wird dein Licht hervorbrechen wiedie Morgenröte, und deine Heilung wirdschnell voranschreiten, und deineGerechtigkeit wird vor dir hergehen, undJohannes 15,12.16–17Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinanderliebt, wie ich euch liebe.Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ichhabe euch erwählt und bestimmt,dass ihr hingeht und Frucht bringt undeure Frucht bleibt, damit, wenn ihrden Vater bittet in meinem Namen,er‘s euch gebe. Das gebiete ich euch,dass ihr euch untereinander liebt.GebetGott. Menschen machen sich auf denWeg auf unbekannte Zukunft hin.Menschen kommen zu uns auf der Suchenach Sicherheit und Frieden, Arbeit undauskömmlichem Einkommen. Gott, lassuns mit diesen fremden Andern unseregeschöpfliche Einheit erfahren.Jesus Christus, lehre uns in deinerBegegnung den Reichtum menschlichenLebens zu sehen. Denn du nimmst jedenMenschen als Gottes Geschöpf wahr.Durch die Taufe führst du uns zur Quelledes Lebens und bringst uns Hoffnung aufmenschenwürdige Zukunft.Heiliger Geist. Jeden Tag weckst du neueKräfte in uns und damit die Kreativität desLebens. Schenke uns die Gabe, über unsselbst göttlich zu lachen, und uns selbstund andere, so wie wir und sie sind,menschlich anzunehmen.18 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012+++ Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Hebr 13, 14 +++


GottesdienstbaukastenSegenSegen sei mit dir, der Segen strahlendenLichtes, / Licht um dich her undinnen in deinem Herzen. /Sonnenschein leuchte dir und erwärmedein Herz, / bis es zu glühen beginntwie ein großes Torffeuer – und der Fremdetritt näher, um sich daran zu wärmen.Aus deinen Augen strahle gesegnetesLicht, / wie zwei Kerzen in den Fensterneines Hauses, / die den Wanderer locken,Schutz zu suchen dort drinnen /vor der stürmischen Nacht.Wen du auch triffst, wenn du über dieStraße gehst – ein freundlicher Blickvon dir möge ihn treffen.in: EG S. 527(EG Fassung Bayern und Thüringen)BußgebetGott, du bereicherst uns.Du hilfst uns gemeinsam zu handeln.Du lässt uns die Welt in den Blick nehmen.Du gibst sie uns zur Aufgabe.Wir gestalten Europa mit.Europa macht reich. Europa macht uns reich.Fast grenzenlos reisen wir in 27 Ländern.Wir sind froh, dass wir in Europa leben.Aber wir bleiben auch skeptisch.Griechischer Wein? Prima.Der Rettungsschirm? Ist uns zu teuer.Bulgarische Haushaltshilfen, polnischePflegekräfte? Ja.Gerechte Löhne? Sind nichtselbstverständlich.Spanische Paella? Lecker.Solidarität mit arbeitslosen Jugendlichen?Gut, dass bei uns die Arbeitslosenquotenicht so hoch ist.Europa macht reich. Europa macht uns reich.Andere lassen wir nicht teilhaben.Die Festung Europa schotten wir ab –gegen die Armen, gegen die Flüchtlinge.Wir bitten dich, Gott,lass uns den Reichtum erkennen.Und lass ihn uns teilen.Hilf uns, die Egoismen zu überwinden.Hilf uns, wirklich in der GemeinschaftEuropas zu leben.LiedvorschlägeAgios o Theos Heiliger Herr Gott EG 185.4Sonne der Gerechtigkeit EG 262Strahlen brechen viele aus einem Licht EG 268Jauchzt, alle Lande, Gott zu Ehren EG 279Lobet und preiset, ihr Völker, den Herrn EG 337Laudato Si EG 515(aus: Gemeinsamer Liedteil EG der EKD)FürbittenEuropa macht reich.Das stimmt.Vielfalt und Gemeinschaft erleben wir.Wir denken aber auch an die,die es schwer haben– in Europa und mit Europa.Ein rigider Sparkurs fordert Opfer.Lass die Verantwortlichen mit Fantasieund Mutneue Wege der Konsolidierung finden,bei denen kein Mensch auf der Streckebleibt.Prekäre Arbeit nimmt zu – auch bei uns.Lass uns weiter eintreten für gerechteLöhne und gute Arbeit.Rund um die Uhr und an sieben Tagenin der Woche ist alles möglich.Du hast den Sonntag zur Ruhe bestimmt.Lass ihn uns schützen.Armut nimmt zu in Europa –und Reichtum nimmt zu.Hilf uns, die soziale Spaltung zuüberwinden.Das entgrenzte Europa grenzt aus.Hilf uns zur Solidarität mit Menschen,die auf der Flucht sind,die eine neue Heimat brauchen.Lass uns eintreten für ein gerechtes Europa.Lass uns in Vielfalt miteinander leben.Begleite du uns auf dem Weg zu einemEuropa in Frieden und Einheit.Heike Hilgendiek, LandessozialpfarrerinInstitut für Kirche und Gesellschaft WestfalenHeike Hilgendiek, LandessozialpfarrerinInstitut für Kirche und Gesellschaft WestfalenSozialpolitischer Buß- und Bettag 201219Vergeßt nicht, Gutes zu tun und mit andern zu teilen; denn solche Opfer gefallen Gott. Hebr 13, 16 +++


Sozialethische Betrachtung„Reichtumsuhr“ am DGB-Haus in Frankfurt, Stand: 22.03.2011Es kommt darauf an,was man daraus macht„In den (Steuer-)Oasensaufen die großenKamele den kleinendas Wasser weg.“Renate KünastUm-Steuern, damit Reichtum zum Segen werden kannIm Frühjahr 2012 werden die Schlag zei lenund die politischen Terminkalen der bestimmtvon der unsicheren Entwick lung inGriechenland, den „Blockupy“-Aktio nenin Frankfurt, der Riesenfehl spekula tionmit Milliardenverlusten von JP Mor ganChase. Sie alle machen die systemimmanentenwirtschaftlichen Ungleichge wich teauf verschiedenen Ebenen deutlich,die sowohl bei der privaten Vermö gensverteilung wie bei der Wirtschaftskraftund Wettbewerbs fähigkeit von Staatenbe stehen und sich immer weiter verstärken.Diese Entwick lung ist ungebremst,obwohl gerade die benanntenUn gleich gewichte seit Langem als einewesentliche Ursache auch der jüngstenFinanz-, Wirtschafts- und Schuldenkriseidentifiziert wurden.Führende Wirtschaftswissenschaftler wieJohn Maynard Keynes und der Nobelpreisträger James Tobin haben sich aufgrundder Tatsache, dass gerade dieFinanzmärkte immer wieder zu spekulationsbedingtenFehlentwicklungenneigten, bereits vor Jahrzehnten für eineSteuer ausgesprochen, die solchen Fehlentwicklungenentgegenwirken könnte.Die Korrektur des Marktversagens unddie Verhinderung oder Begrenzung vonUngleichgewichten waren das primäreZiel. Politisch durchsetzen ließ sich einesolche Steuer bisher nicht.Allerdings waren wir zumindest in Euro pader Einführung einer Finanz trans aktionssteuernoch nie so nah. Seit der Insol venzdes Bankhauses Lehmann Brothers imHerbst 2008 findet die Idee breite Unterstützungin vielen nationalen Re gierun gensowie im Europäischen Parla ment und inTeilen der Europäi schen Kommission.Die Zustimmung in weiten Teilen der Bevölkerung– und insbesondere bei einigenFinanzministern – ist wohl auch zurückzuführenauf die erwarteten Einnahmen auseiner Finanztransaktionssteuer und mitder Forderung einer gerechteren Verteilungder Belastungen, die durch die Bankenrettungund die Konjunkturprogrammein der Finanzkrise und der folgenden Wirtschaftskrisesowie der Euro-Schulden-20 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn


Sozialethische BetrachtungSchuldenuhrVermögensuhrSchulden pro KopfVermögen pro KopfAktueller Zuwachs pro SekundeAktueller Zuwachs (Sek. in Euro)Schulden und Vermögen in Deutschland (25. Juni 2012, 12.51 Uhr). Stand: 2011, genutzte Daten: Staatsverschuldung:1,7 Billionen €, Startzuwachs: 2279 €/ Sekunde, Bevölkerung: 81,8 Mio. fix; Offizielle Werte Volksvermögen von 2010,4,88 Billionen Bruttogeldvermögen( und 8 Billionen in Sachwerten), 4,7% zu 2009 als Wachstumsvariable für 2011 übernommen).krise entstanden sind. Nicht zuletzt durchdie Fortschritte in der elektronischenDatenübertragung, den ohnehin überwiegendüber Computer abgewickelten Börsenhandelund die Tatsache, dass weltweitpraktisch alle Finanztransaktionenüber wenige Clearingstellen laufen, wäreheute auch die vollständige Erfassungaller Finanztransaktionen und damit dieErhebung einer Finanztransaktionssteuertechnisch kein Problem mehr.Als Bundeskanzlerin Angela Merkel imDezember letzten Jahres in einer Regierungserklärungdie kurz zuvor getroffenenBeschlüsse des Europäischen Rates zurÜberwindung der Euro-Schuldenkrise erläuterte,stellte sie zuversichtlich fest,dass mit dem beschlossenen Maßnahmenpaketdie Voraussetzungen geschaffenseien, dass Europa gestärkt aus derKrise hervorgehen könnte. Entscheidendist dabei, dass die Bundeskanzlerin daraufabstellte, dass Europa gestärkt ausder Finanz- und Schuldenkrise hervorgehen würde – nicht allein der Euro. Esgeht bei der sogenannten Rettung desEuro um weit mehr als nur um Geld.Die Rettungs- und Konsolidierungsmaßnahmenim Euroraum, die die drohendeInsolvenz hochverschuldeter Staatenabwenden sollten, dienten zunächsthauptsächlich dem Schutz der (als systemrelevantbetrachteten) Banken vor Zahlungsausfällen.Für die nationalen Haushalteinsbesondere der südeuropäischenLänder brachten sie trotz massiver Ausgabensenkungendurch Personalabbauund Einschnitte in fast allen Bereichenöffentlicher Aufgabenerfüllung keinenachhaltige Sanierung. Dazu müssenzwingend steuerpolitische Maßnahmeneinbezogen werden. Die Finanztransaktionssteuerkann bestimmt nicht alleProbleme lösen. Sie könnte aber ein gewichtigerStein im Gesamtpaket sein.Eine moderate Besteuerung von Privatvermögen,die in der Eurozone etwa dasFünffache der Staatsschulden beträgt,eine Harmonisierung der Unternehmensbesteuerungund die Einführung einerFinanztransaktionssteuer, wie sie z. B.Christian Felber* vorschlägt, können,zusammen mit einer unterstützendenGeldpolitik, die die Länder unabhängigervon Spekulationen auf den Finanzmärkten macht, zu einer langfristigenKonso lidierung der Haushalte beitragen.Länder, die bisher nicht über eine effi zienteSteuerverwaltung verfügen, müssen dabeiunterstützt werden, die institutionellenVor aussetzungen dafür zu schaffen. Gemeinsammüssen die europäischen Länderebenfalls für die Um setzung der erweitertenZinsrichtlinie in Europa und dieSchließung von Steuer oasen eintreten.Werden diese steuerpolitischen Maßnahmenergänzt durch weitere Reformenim Bereich der Finanzaufsicht und -regulierung,könnte dies nicht nur zu einer langfristigenSicherung des Euro beitragen,sondern vor allem dazu führen, dass dieMenschen Europa nicht primär mit Schulden,Belastungen und gegenseitigen Vorwürfenund Misstrauen verbinden, sondernals ein Zukunftsmodell, das für alle Menschenauf diesem Kontinent persönliche,kulturelle und wirtschaftliche Ent wicklungsmöglichkeitenbietet. Dies wiederumwäre eine Voraussetzung für eine überzeugte,breite Zustimmung zu einer demokratischen,friedlichen Ent wicklung inEuropa und einer Bestätigung gemeinsamerWerte. Es könnte Europa als Ganzesdauerhaft stärken und den zweifellos vorhandenenReichtum zum Segen für Armeund Reiche werden lassen.Dr. Brigitte BertelmannDipl. Volkswirtin, Zentrum GesellschaftlicheVerantwortung der EKHN* Christian Felber: Retten wir den Euro, Deuticke im Paul Zsolny Verlag, Wien 2012.Sozialpolitischer Buß- und Bettag 201221ihr seid alle einer in Christus Jesus. Gal 3, 28 +++ Seid gastfrei untereinander ohne Murren. Und dient


Beispiele aus der Praxis„Die evangelischen Kirchen in Europa habenmit ihrer Orts- und Menschennähe eine wichtigeVerantwortung für die Mit gestaltung Europas.“Aus der gemeinsamen Erklärung der Delegierten der Kirchenpar lamenteEvangelische Synoden wolleneuropäische Zusammenarbeit vertiefenZum ersten Mal haben sich im Januar2012 Vertreterinnen und Vertreter derSynoden der evangelischen Kirchenin Europa zu einer gemeinsamenTagung getroffen. Mitglieder der evangelischenKirchenparlamente von51 Kirchen aus 17 europäischen Staatenkamen vom 20.–22. Januar 2012 inder Evange li schen Akademie Bad Bollzusammen.Veranstaltet wurde die Tagung von derGemeinschaft Evangelischer Kirchen inEuropa (GEKE) in Zusammenarbeit mitder Evangelischen Landeskirche inWürttemberg und der württembergischenLandessynode. Ziel der Tagung war dieStärkung der Zusammenarbeit zwischenden evangelischen Kirchen in Europa.In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten die Delegierten der Kirchen par-lamente ihren Willen, die Gemeinschaftder evangelischen Kirchen in Europa aufsynodaler Ebene zu vertiefen.Auf die aktuelle politische und wirtschaftlicheKrise Europas antworteten dieDelegierten mit einem Bekenntnis zurMitverantwortung der Kirchen für deneuropäischen Einigungsprozess. „Wirerleben, dass die Einheit Europas ohnegemeinsame Werte nicht zu erreichen ist.Die evangelischen Kirchen in Europahaben mit ihrer Orts- und Menschennäheeine wichtige Verantwortung für dieMit gestaltung Europas. GrenzüberschreitendeBegegnungen wie die heutigeder Synoden ebnen den Weg für diesesgemeinsame Wirken.“Dr. Dieter HeidtmannPfarrer und StudienleiterEvangelische Akademie Bad Boll22 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012einander mit der Gabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter über die vielfältigen Gnadengaben


Beispiele aus der PraxisEin Netzwerk mit SeeleÖkumenisches Forum Christlicher Frauen in Europa (ÖFCFE)Das Ökumenische Forum ChristlicherFrauen in Europa ist ein internationalesNetzwerk von Frauen verschiedenerchristlicher Kirchen. 1982 gegründet,ermöglichte dieses Netzwerk Begegnungenüber Mauern und den „eisernenVorhang“ hinweg. Heute ist es in 30Ländern Europas aktiv und bietet Fraueneine Plattform für Begegnung, Austauschund Versöhnungsarbeit. Damitentwickelte sich das Forum zu einemgrenzüberschreitenden, lebendigenLern- und Begegnungsort in Europa.Alle vier Jahre gibt es eine Vollversam m-lung. 1990 formulierte die Vollversamm lungin York vor dem Hintergrund der neuenhistorischen Situation und der Herausforderungdes Zusammenkommens trotzgrundlegend unterschiedlicher christlicherTraditionen und Erfahrungen:„Wir Frauen in den Kirchen möchten dieHerausforderungen des gemeinsameneuropäischen Hauses mitbestimmen. Wirbrauchen dazu gegenseitige Solidaritätund Vertrauen; die Kraft, Konflikte auszuhaltenund positiv auszutragen, sowohlunter uns als auch im Dialog mit unserenKirchenleitungen bzw. mit den nichtkirchlichenBewegungen oder Institutionen.Der gemeinsame Glaube an den lebendigenGott und die Kraft der Liebe wirduns dabei tragen.“Neben den Vollversammlungen gibt eszum Beispiel: Nachbarinnentreffen rund um dieOstsee, das die Perspektiven vonFrauen in Europa auslotet. Egeria – ein Pilgerweg durch elf LänderEuropas, der für Versöhnung und eingemeinsames Europa wirbt.So tragen die Frauen des ÖFCFE konkretdazu bei, Menschen zusammenzubringen.Dieses Netzwerk gibt Europa eine Seele.Waltraud KämperDipl.-Pädagogin, KDA Hannover„Wir Frauen in den Kirchenmöchten die Herausforderungendes gemeinsameneuropäischen Hausesmitbestimmen.“Ökumenisches Forum ChristlicherFrauen in Europa, Erklärung von 1990Sozialpolitischer Buß- und Bettag 201223Gottes … 1.Petr 4, 9.10 +++ Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener,


Beispiele aus der PraxisHilfe! Haushalt!Arbeiten im unsichtbaren Privaten„Ich will sagen viele von uns sind imAusland. Wir sind fast über die gesamteWelt verstreut, vom mittleren Osten überEuropa bis Nordamerika. Es ist mehroder weniger eine Folge der Glo ba lisierung“,meint Jed, der ohne Papiere inDeutschland lebt und arbeitet.„Ich war der Ernährer in unserer Familie.Weil mein Vater tot ist und ich eineMenge junger Geschwister habe, diefinanzielle Unterstützung brauchen.Meine Mutter ist auch verstorben, alsomuss ich die Familie unterstützen. Bevorich hier nach Deutschland kam, habe ichauf unserer Insel als Lehrer gearbeitet.Ich habe seit 14 Jahren keine Familienangehörigenmehr gesehen. Das istdas schwierigste Problem. Manchmalbekommt man Depression, die sind Teildes Lebens hier …Wenn die deutschen Familien – unsereArbeitgeber – in Urlaub fahren, sollenwir nicht arbeiten und wenn wir nichtarbeiten sollen, erhalten wir keineEntschä digung. Das ist das Problem:Sie fahren weg und wir müssen unserGeld zusammenhalten. Wir müssenunsere Fahr karten bezahlen, Bus undBahn. Wir müssen unsere Miete bezahlen.Genau wie jeder andere Mensch,der in Deutschland lebt, brauchen wirGeld zum Leben, jeden Tag.“*Viele Millionen Menschen, überwiegendFrauen, verlassen jährlich ihre Heimatländer,um in einem anderen Land für denUnterhalt ihrer Familien zu arbeiten. Dervermeintliche Reichtum im Zielland lässtauf einen guten Lohn und ein gutes Lebenhoffen. Dafür nehmen Frauen Hilfe inAnspruch und laufen Gefahr, zur Prostitutiongezwungen zu werden oder fürandere ausbeuterische Arbeit verkauftzu werden; ohne geregelten Aufenthaltsstatusund ohne Arbeitserlaubnis, einLeben in Angst und Illegalität.Sie betreuen Kinder, machen sauber,bügeln und pflegen Gärten. Während diearbeitgebenden Familien sich selbst vonder Hausarbeit entlasten können, bleibtden Haushaltshilfen diese Tätigkeit oft alseinzige Erwerbs- und Existenzmöglichkeitund trennt sie häufig von ihren eigenenFamilien.„Die Situation, unter der wir ständigleiden, ist dass wir keine Papiere haben,dass wir hier illegal leben.“*„Keine Papiere“ zu haben, heißt, keinengeregelten Aufenthaltsstatus und damitkeine Arbeitserlaubnis zu besitzen undin der ständigen Angst vor Entdeckungund Ausweisung zu leben.illegal. wir sind viele. wir sind da.neue Menschenwir arbeiten.wir sind ordentlich.wir sind fleißig.wir haben einen traum.wir sind krank.wir sind gesund.wir sind müde.wir schwitzen.wir sind ruhig.wir sind wach.wir sind nervös.wir wohnen.wir wohnen in zimmern.schnee können wir nicht leiden.was wir euch nicht erzählen:wo wir herkommen.wie wir heißen.wo wir verschwindenaus.aus.aus.ok.Ukraine.Von Björn BilkerAus dem Buch „illegal. wir sind viele. wir sind da.“erschienen im Antje Kunstmann Verlag, 2009.Die zunehmende Erwerbstätigkeit vonFrauen führt in Deutschland dazu, dassder Bedarf an haushaltsnahen Dienstleistungenin privaten Haushalten steigt.Mehr als 90% der Dienstleistungen werdenvon Frauen erbracht. Sie übernehmenanstrengende, körperliche, zeitaufwändigeund zum Teil „schmutzige“ Arbeit.Das gesellschaftliche Ansehen ist gering.Sie sollen flexibel und bezahlbar sein.Man schätzt etwa 2,9 Millionen unge-* aus dem Film Haus-Halt-Hilfe, Arbeiten im fremden Alltag von Petra Valentin24 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012Nichtgrieche, Skythe, Sklave oder Freier, sondern alles und in allen Christus. Kol 3, 11 +++ Wenn aber


„... zeigt, welchen PlatzPutzfrauen, Hausangestellteoder Aupair-Mädchen inunserer Gesellschafteingenommen haben, ohnedass ihnen auch die dazugehörigegesell schaftlicheAkzeptanz gewährt wurde.“Frankfurter Allgemeine Zeitungüber HAUS – HALT – HILFE, Arbeiten imfremden Alltag, Dokumentarfilmvon Petra Valentin, Deutschland 2006schützter Beschäftigungen in deutschenPrivathaushalten, sogenannte informelleArbeitsverhältnisse ohne Vertrag undsoziale Absicherung. Ähnlich wie beimDienstpersonal aus vergangenen Zeiten,die durch Nebeneingänge zu kommenund zu gehen hatten, sollen auch heutewie von Geisterhand die Bäder undKüchen sauber und die Betten gemachtsein, wenn die Familie von ihren öffentlichenAktivitäten heimkehrt. Unsichtbarsoll die Arbeitskraft ebenso wie die Arbeitbleiben. Die Lebenslage von Menschenohne legalen Aufenthaltsstatus nützt dieserHaltung, da diese in ständiger Angstund Existenzbedrohung leben und damitim Unsichtbaren ihr Dasein fristen.Auswirkungen davon finden sich ebenfallsin legaler Beschäftigung innerhalb derEU. Zunehmend kommen Frauen aus denöstlichen Mitgliedsländern zu uns, um hierin der privaten Pflege und im Haushalt zuarbeiten. Sie verlassen ihre Kinder, umihnen eine gute Ausbildung finanzierenzu können. In den Heimatländern wachsenKinder bei Großeltern und Verwandtenauf und die Arbeitskräfte in denheimischen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungenfehlen.2011 verabschiedete die ILO in Genfeine Konvention zur Beschäftigung vonHaus angestellten. Weltweit machen sichseit Jahren Organisationen von Betroffenendafür stark, dass Hausarbeit wiereguläre Erwerbsarbeit unter den Schutzder Arbeits-und Gesundheitsrechtegestellt wird. Nun geht es darum, dassdie Mit gliedsländer – auch Deutschland –die Ratifizierung dieser Konventionvorneh men.In Deutschland fallen Beschäftigte inPrivathaushalten zwar juristisch bereitsunter den Schutz des Arbeits- undSozialversicherungsrechts, dieser greiftallerdings in der Praxis oft nicht. Zielmuss es sein, die Rahmenbedingungenfür reguläre gute Arbeit im Privathaushaltzu verbessern. Dazu gehört u.a. diegenerelle Arbeitserlaubnis für Menschenaus anderen Ländern, die einfache Anmeldung und Abrechnung von „kleinerTeil zeit“, die tarifliche Gleichstellung einschließlichEntlohnung und Arbeitszeitregelungsowie Qualifizierung und Aufwertungdes Berufsfeldes.„Ich bin 39 Jahre alt. Ich weiß, was ichwert bin, und ich weiß, was meine Arbeitwert ist, und ich seh’ überhaupt nichtein, dass ich n’ Duckmäuser mach, bloßweil ich putzen geh.Und unter 10 Euro darf man einfachnicht arbeiten gehen, weil das grenzt inmeinen Augen wirklich an Menschenausnutzung.Das ist nicht richtig, dassjemand weniger als 10 Euro bezahlt,dass ich seinen Dreck weg mache.Wer nicht selber putzen will, der musszahlen. Ganz klarer Fall.“*Ingeborg DanielzickLeiterin KDA BremenSozialpolitischer Buß- und Bettag 201225jemand hat, was er zum Leben braucht, und sieht seinen Bruder oder Schwester Not leiden, und verschließt


Beispiele aus der PraxisCALL – der Name ist ProgrammChurch Action on Labour and LifeCALL – Church Action on Labour andLife – ist der Name, den sich das Netzwerkeuropäischer Kirchen im BereichWirtschaft und Arbeitswelt gegeben hat.Es besteht seit drei Jahren. CALL – insDeutsche zu übersetzen mit Ruf, Anrufoder Aufruf – hat sich zum Ziel gesetzt,die wirtschaftlichen und sozialen Fol gen,die sich mit der europäischen Integrationund dem Europäischen Binnenmarktverbinden, zu begleiten und damitdem Ruf der Kirchen nach Gerechtigkeiteine Stimme zu geben. CALL ist zugleichkritischer Begleiter der ökonomischenund sozialen Ent wicklung in Europa,gibt aber auch Impulse zum praktischenHandeln. Maßstab der Bewertung vonpolitischen Entscheidun gen und wirtschaftlichemHandeln ist dabei, welcheAuswirkungen diese für die Arbeits- undLebenssituation der Menschen haben.Ausgangspunkt für die Gründung vonCALL war die Durchführung von mehrerenDialogseminaren der Konferenz Euro päischerKirchen (KEK) und der KommissionKirche und Gesellschaft (CSC) mit Institutionender EU zu beschäftigungspoliti schenund sozialen Themen. Nach der Veröf fentlichungeines Grünbuchs der EU-Kom missionzum Thema „Flexicurity“ fand 2008die erste Konferenz in Brüssel statt. DieWortneuschöpfung „Flexicurity“ setzt sichaus zwei Worten zusammen und impliziertdie Idee, dass einerseits auf dem Arbeitsmarktund im Arbeitsrecht eine zunehmendeFlexibilität (flexibility) der Be schäftigtenerwartet wird und ande rer seitsgleichzeitig auch die Instru mente dersozialen Sicherung (security) erweitertwerden müssen. Angesichts der sehr unterschiedlichenökonomischen Bedin gungender Mitgliedsländer der EU, aber auchder Verschiedenheit der histo risch gewachsenenSozial- und Rechts syste me,ist das kein leichtes Unterfangen.Die 2. Konferenz war von der beginnendenWirtschafts- und Finanzkrise geprägt.Im Abschlussdokument der Tagung 2009,einem offenen Brief an die Präsidentender Europäischen Institutionen, drücktesich die Besorgnis über die Zukunft wiefolgt aus: „Wir sind überzeugt, dass dieaktuelle Krise tiefer geht als die Analyseder EU-Institutionen bisher vermittelt.Die Krise wirft Fragen für eine Reihe vonGrundannahmen auf, die die Politik derEU in den letzten Jahrzehnten wesentlichbestimmt haben: Deregulierung, dasPrimat der Ökonomie in allen Lebensbereichen,die Überbetonung des Profitsund des Wachstums. Die aktuelle Kriseist im großen Ausmaß eine Vertrauenskrisegegenüber den Institutionen imBereich der Finanzen und der Politik undgegenüber dem System, das diese Kriseverursacht hat.“Im Gründungsdokument von CALL heißtes weiter: „Die Krise hat eine wichtigeethische Dimension. Unsere Gesell schaftenleiden an einem Lebensstil, der aufindividuellem Profit, Konsum und Gierberuht, statt Verantwortung zu übernehmenfür das gemeinsame Gut, dasWohl ergehen und die Zukunft für alleMenschen und die Welt, in der wir leben.“Mit diesen Sätzen ist eine programmatischeGrundlage des Selbstverständnissesvon CALL beschrieben,die Ende April 2010 achtzig Delegierteaus über 20 europäischen Ländern inBrüssel zur formellen Gründung vonCALL zusam menführte.26 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012sein Herz vor ihm, wie bleibt dann die Liebe Gottes in ihm? 1. Joh 3, 17 +++ Wahrhaftig, jetzt begreife ich,


„Unsere Gesellschaften leiden an einem Lebensstil,der auf indivi duellem Profit, Konsum und Gier beruht,statt Verantwortung zu übernehmen für dasgemeinsame Gut, das Wohlergehen und die Zukunftfür alle Menschen und die Welt, in der wir leben.“aus: Gründungsdokument von CALLDas Netzwerk hat vier Aufgaben:Kampagnen zu wirtschaftlichen undbeschäftigungspolitischen ThemenNetzwerkarbeitErfahrens- und WissensaustauschStärkung (Empowerment) derMenschen in wirtschaftlichen undsozialen AngelegenheitenDazu bildeten sich vier Arbeitsfelder:Eine Arbeitszeitinitiative (Work-Life-Balance), die sich besonders um denSonntagsschutz kümmert. DiesesArbeitsfeld ist inzwischen in derEuropean Sunday Alliance verankert.Eine Arbeitsgruppe zum Thema„Prekäre Arbeit – Gute Arbeit“ inEuro pa. Ein besonderes Augenmerkwird hierbei auf die steigende Zahl vonWander arbeitern aus osteuropäischenLändern gelegt und die Durchsetzungvon fairen Arbeitsbedingungen.Eine Arbeitsgruppe zum ThemaReligion im öffentlichen Raum legteeine Aufstellung von „Best Practice“-Beispielen aus verschiedeneneuropäischen Ländern vor.Die Gruppe „Konzepte für eine nachhaltigeÖkonomie“ erstellte einIndikatorenmodell für nachhaltigesWirtschaften.Zur Begleitung und Unterstützung wurdenfür drei Jahre eine Steuerungs gruppe(Coordination Team) und zwei Sprechergewählt: Alison Jackson und DieterHeidtmann. Auf der Jahres tagung vonCALL im Herbst 2012 gilt es, eine ersteBilanz zu ziehen und die Aufgaben für dienächste Periode zu bestimmen. Angesichtsständiger Ver änderungen in Politikund Wirt schaft sind die Herausforde rungengroß, wird der Auftrag der Kirchen,gesellschaftliche Verantwortung auf dereuropäischen Ebene zu übernehmen,wichtiger denn je.Klaus-Peter Spohn-LogéSozialsekretär, KDA der Ev. Landeskirche in BadenSozialpolitischer Buß- und Bettag 201227dass Gott die Person nicht ansieht; sondern wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm, gleich


Beispiele aus der PraxisPlakate ausder Kampagne derEuropäischenSonntagsallianzDer Sonntag ist Europas „Jour fixe“„Alle Stadtbewohner, Richter und Gewerbetreibendesollen am vereh rungswürdigenTag der Sonne ruhen.“Mit diesen Worten führte Konstantin derGroße vor nahezu 1700 Jahren, am3. März 321 n. Chr., den Sonntagsschutzim Römischen Reich ein.Der Ruhetag der Christen hat eine langeTradition. In vielen Ländern Europas wirdheute jedoch intensiv darüber gestritten,wie verbindlich diese Sonntagsruhe nochsein soll. Wirtschaft und Regierungener sinnen immer neue Ausnahmen fürSonntagsarbeit in Industrie, Dienstleistungenund Handel. So plant etwa dieRegierung Monti in Italien die flächendeckendeÖffnung des Einzelhandels anallen 52 Sonntagen, um der Wirtschaftskriseentgegenzuwirken. In Großbritanniennimmt die Regierung Cameron die Sommerolympiadezum Anlass für ein ähnlichesVorhaben.Gegen die Kommerzialisierung des Sonntagssetzen sich Kirchen, Gewerk schaf ten,aber auch mittelständische Unter nehmen,Familien- oder Sport ver bände zur Wehr.In vielen Ländern entste hen neue Bündnisse,etwa in Frank reich das „Collectifdes Amis du Dimanche“, in Großbritan niendie Initiative „Keep Sunday special“ oderin Österreich und Deutschland die kirchlich-gewerkschaftliche„Allianz für denfreien Sonntag“. 2011 gründeten über 80zivilgesell schaft liche Organisationen ausganz Europa in Brüssel die „EuropeanSunday Alliance“.Der Sonntag ist Europas „Jour fixe“,ein religiöses Kulturgut, aber zugleich auchein Wesensmerkmal des Europäi schenSozialmodells. Er garantiert ge mein samefreie Zeit, auf die Gemein schaftsformenwie Familien, Kirchengemeinden oderVereine gar nicht verzichten können undwollen. Er setzt auch einen Akzent gegendas rein marktgeprägte Europa, indem erden Bürgern eine Auszeit vom Wettbewerbgönnt.Anders als zu Konstantins Zeiten lässtsich der freie Sonntag zwar nicht per Ediktverordnen. Aber er ließe sich in der EU-Arbeitszeitrichtlinie als allgemeiner Standardfestlegen. Um diese Forderung aufdie Agenda zu bringen, könnte ein euro paweitesBürgerbegehren nötig sein. EineMillion Stimmen für den freien Sonn tagwerden dann gebraucht.www.europeansundayalliance.euPhilipp BüttnerDipl.-Soziologe, sozialwissenschaftlicherReferent, KDA Bayern, Regionalstelle München28 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012welchem Volk er angehört Apg 10, 34 +++ Denn ihr kennt die Gnade unsres Herrn Jesus Christus: obwohl


Beispiele aus der PraxisReichtum durch BegegnungEine europäische Tagung in Bukarest„Empowering People for Participation inSociety” – zu diesem Thema lud das vorgestellteNetzwerk Call zu einer Tagungnach Bukarest ein. „Menschen befähigen,an der Gesellschaft teilzuhaben“ – sokönnte man das übersetzen. Mit derDenkschrift „Gerechte Teilhabe“ 2006hat der Rat der Evangelischen Kirche inDeutschland (EKD) eine Orientierung fürkirchliche Arbeit vorgelegt, Menschenzu befähigen, sich an gesellschaftlichenProzessen zu beteiligen. In der kirchlichenArbeit Deutschlands ist es selbstverständlich,dass sich Kirche, Diakonie undCaritas zu politischen und sozialenThemen öffentlich äußern. Das gilt nichtfür alle europäischen Länder.In Bukarest haben wir gelernt, dasssich Kirche soziales Engagement undAner kennung als gesellschaftlicher Akteurmühsam erkämpfen muss. Wir besuchtenein Straßenkinderprojekt und ein Projekt,das geistig behinderte Menschen in Arbeitvermittelt. Solche Projekte von AIDRom– Asociația Ecumenică a Bisericilor dinRomânia – können nur mit Hilfe des EuropeanSocial Fund (ESF), einem Förderprogrammder EU durchgeführt werden.Kirchlich engagierte Menschen inBukarest müssen sich sehr gut im Antragsdschungelder EU auskennen, wennsie die soziale Teilhabe von benachteiligtenMenschen gewährleisten wollen.„Europa macht reich“ – das haben wir inBukarest von einer ganz anderen Seitekennengelernt. Durch den ESF wird auchin armen Kirchen in europäischen Län dernsoziale Arbeit ermöglicht – das wiederumist nur möglich, weil sich Christen undChristinnen vom Evangelium her dazu aufgefordertfühlen, gerade ausgegrenztenMenschen ihre Ebenbildlichkeit wieder„Aufgrund unseres christlichen Glaubenssetzen wir uns für ein humanesund soziales Europa ein, in dem dieMenschen rechte und Grundwerte desFriedens, der Gerechtigkeit, der Frei heit,der Toleranz, der Partizipation und derSolidarität zum Ausdruck kommen.“Charta Oecumenica, Straßburg 2001erleben zu lassen. Gesellschaftliche Anerkennungund Gottes Ebenbild sein – dasgehört zusammen.Bei diesem europäischen Treffen sag teProf. Dr. Radu Preda, ein orthodoxerrumänischer Theologe und einziger Lehrstuhlinhaberfür Sozialethik: „Wir sinddurch euer theologisches Nach denkenzum politischen Auftrag der Kirche bereichertworden. Christliche Sozialethikist ein Bereich, der in unserer orthodoxenTheologie noch sehr selten vorkommt.Anstatt uns in Streitigkeit über die richtigeGlau benslehre zu ergehen, müssen wir inder Nachfolge Jesu unsere prophetischeStimme erheben: „Verwehrt den Armennicht die Gerechtigkeit (Ex 23,6).“Esther Kuhn-LuzWirtschaft- und Sozialpfarrerin KDA Stuttgartund Vorsitzende KDA-Bundesausschuss EuropaErwerbslosentagung 2010 Lagalo KDA DGB Ba-WüSozialpolitischer Buß- und Bettag 201229er reich war, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich werdet. 2.Kor 8, 9 +++


Medien und LinksLiteratur, Medien und Internet-LinksChristian Felber:Retten wir den Euro.Deuticke im Paul ZsolnyVerlag, Wien 2012.Wolfgang Streeck:Völker und Märkte.In: Lettre International –95 – Winter 2011; VerlagsgesellschaftBerlin 2011.Epd-Dokumentation Nr. 52vom 21. Dezember 2010www.epd.deEurodiaconia 2010:Verwehrt den Armen nichtdie Gerechtigkeit. Vorschlägezur Bekämpfungvon Armut und sozialerAusgrenzung in der EUwww.eurodiaconia.orgKirchlicher HerausgeberkreisJahrbuchGerechtigkeit:Armes reiches Europa.Die neue Spaltung von Ostund West überwinden.Jahrbuch Gerechtigkeit IV,Publik-Forum Verlags gesellschaft, Oberursel 2010.Europäische Kommissionhttp://ec.europa.euEuropäisches Parlamentwww.europarl.europa.euRat der EuropäischenUnionwww.consilium.europa.euKommission der Kirchenfür Migranten in Europawww.ccme.beMentoringprogramm fürMigrantinnenwww.mentoring-minerva.deKommission für Kircheund Gesellschafthttp://csc.ceceurope.orgCALL-Netzwerkhttp://csc.ceceurope.org/issues/social-andeconomic-issues/call-network/Finanztransaktionssteuerwww.steuer-gegenarmut.orgSchulden- undVermögensuhrwww.webdesign-plusservices.de/soziales/uhr.htmlErste BegegnungstagungEvangelischer Synoden inEuropawww.leuenberg.net undwww.ev-akademie-boll.de/aktuellEuropäischeSonntags-Allianzwww.europeansundayalliance.euÖkumene in Rumänienwww.ecum.ro undwww.aidrom.roÖkumenischesFrauennetzwerkwww.efecw.net undwww.oekumeneforum.deEuropa für Gerechtigkeitwww.kairoseuropa.deHAUS – HALT – HILFEArbeiten imfremden AlltagDokumentarfilm (92 min)Deutschland 2006,Petra Valentinwww.haus-halt-hilfe.deKontakt:CineVa-FilmproduktionTelefon: 06081 981659E-Mail: valentin@cineva.deDer Film handelt von sieben Haus haltshilfen, diemeisten von ihnen Migran tinnen. Es geht um ihreArbeitsbedin gungen und Lebens umstände, um damitverbundene gesellschaftliche Zusammenhänge –um einen Blick aus ethischer, global- und frauen politischerSicht auf den Mikrokosmos Privathaushalt.30 Sozialpolitischer Buß- und Bettag 2012… geht hin und macht alle Völker zu Jüngern. Mt 28, 19 +++ Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist


„Mit den Europa-Verhandlungen ist es wiemit dem Liebesspiel derElefanten: Alles spieltsich auf hoher Ebene ab,wirbelt viel Staub auf –und es dauert sehrlange, bis etwas dabeiherauskommt.“Willy BrandtImpressumVerantwortlich:Peter JanowskiBundesvorsitzenderKirchlicher Dienst in derArbeitsweltArnswaldtstraße 630159 HannoverIm Auftrag desKDA-Bundesvorstandserstellt vomBundesausschussEuropaRedaktion:Esther Kuhn-LuzKDA der Ev. Landeskirchein Württembergin der Prälatur StuttgartGila Zirfas-KrauelEv. VerbandKirche – Wirtschaft –ArbeitsweltUnterstützt durch:Ingeborg DanielzickKDA Bremische Ev. KircheHeike HilgendiekInstitut für Kirche undGesellschaft derEv. Kirche von WestfalenWaltraud KämperKDA der Ev.-Luth.Landeskirche HannoversDr. Roland PelikanKDA der Ev.-Luth. Kirchein BayernKlaus-Peter Spohn-LogéKDA der Ev. Landeskirchein BadenReiner SchäferInstitut für Kirche undGesellschaft der Ev. Kirchevon WestfalenDr. Jürgen BornInstitut für Kirche undGesellschaft der Ev. Kirchevon WestfalenGestaltung und Realisation:Design, Layout, Bildauswahl: Holger Giebelerwww.magascreen.comLektorat: Dr. Angelika Fallert-Müllerwww.fallert-mueller.deDruck: Direkt Druck- undVerlagsservice GmbH, DarmstadtJuli 2012Fotos/Bilder:1: AllzweckJack / photocase.com2: Holger Giebeler3: Deutscher Gewerkschaftsbund4: kuegi / Fotolia.com6/7: CEC/CSC Elizabeta Kitanovic9: Marialie / photocase.com12: © www.werner.de (oben)12/13: KDA Hannover17: Chedness / photocase.com20: DGB Hessen-Thüringen22: Evangelische Akademie Bad Boll23: Ökumenisches Forum ChristlicherFrauen in Europa25/30: CineVa-Filmproduktion26/27: Church & Society Commission of CEC29: Wolfgang Brach31: .marqs / photocase.com32: kreatik / Fotolia.comSozialpolitischer Buß- und Bettag 201231des Herrn ist, da ist Freiheit. 2. Kor 3, 17 +++ Denn vor Gott gilt kein Ansehen der Person. Röm 2, 11 +++


„Darin, ob wir das Soziale Europa füralle Bürgerinnen und Bürger bauen können,wird sich meines Erachtens in dennächsten Jahren erneut die Frage nachder Seele Europas beantworten.“Präses Nikolaus Schneider (epd 52/2010 S.11)KDA im Ev. VerbandKirche-Wirtschaft-ArbeitsweltFriedrich Karrenberg HausArnswaldtstraße 630159 HannoverTelefon: 0511 473877-0www.kda-ekd.de

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