Cluster-Bericht 2009 –2010 - Amt für Wirtschaft und Arbeit - Kanton ...

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Cluster-Bericht 2009 –2010 - Amt für Wirtschaft und Arbeit - Kanton ...

VorwortStadt und Kanton Zürich wollen die Branchenvielfalt unseres Wirtschaftsstandortsabbilden. Dabei setzen wir Akzente auch ausserhalbdes Finanzsektors. Deshalb engagieren wir uns für die Weiterentwicklungsogenannter Branchencluster. Wenn sich Unternehmen entlang derWertschöpfungskette in Branchenschwerpunkten vermehrt vernetzen,entstehen Chancen für neue Innovationen.Der zweite Cluster-Bericht beleuchtet die volkswirtschaftliche Bedeutungder für unseren Wirtschaftsstandort bedeutenden Cluster. Neben demFinanzsektor sind dies die Informations- und Kommunikationstechnologie,die Life Sciences, der Kreativsektor, die unter dem Begriff « Cleantech» zusammengefassten Tätigkeiten, der Tourismus, der Nano-Clusterund schliesslich der Aviatikbereich. Zu einigen dieser Cluster lag bislangkaum Datenmaterial vor.Unsere Standort- und Wirtschaftsförderungen kümmern sich aktiv umdiese Cluster. Stadt und Kanton Zürich arbeiten dabei eng zusammenund übernehmen eine begleitende und unterstützende Rolle bei derEntwicklung zukunftsträchtiger Cluster. Zum Beispiel, indem wir Begegnungsplattformenfür Unternehmen zur Verfügung zu stellen oder Weiterbildungsveranstaltungenorganisieren.Im vorliegenden Bericht erfahren Sie mehr über die Aktivitäten in denverschiedenen Clustern sowie deren Chancen und Herausforderungen.Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.Bruno SauterChef Amt für Wirtschaft und Arbeitdes Kantons ZürichBrigit Wehrli-SchindlerDirektorin StadtentwicklungStadt Zürich3


SummaryDie verschiedenen Cluster an unserem Wirtschaftsstandort illustrierendie wirtschaftliche Bandbreite des Kantons Zürich. Die bestehende Branchendiversitäthat unter anderem einen Beitrag dazu geleistet, die letzteWirtschaftskrise gut abzufedern. Die nachfolgend erwähnten Cluster werdenim vorliegenden Bericht näher beleuchtet.Zum Cluster Finanzdienstleistungen gehören nicht nur Banken und Versicherungen,sondern auch spezialisierte Finanzdienstleister. Von denschweizweit Beschäftigten im Finanzsektor sind knapp 40 % dem FinanzplatzZürich zuzuordnen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat weltweit zugrossen Veränderungen im Finanzsektor geführt. Davon blieben auch dieSchweiz und Zürich nicht verschont. Trotzdem präsentiert sich die Lagebesser als bei vielen Konkurrenzstandorten.Der Wirtschaftsraum Zürich kann auf eine lange Tradition als Medizintechnikstandortzurückblicken. Im Laufe der letzten Jahrzehnte vermochtesich unser Standort auch als international führender Platz im LifeSciences-Bereich zu positionieren.Es erstaunt nicht, dass aus der Informations- und Kommunikationstechnologie-Branchezahlreiche innovative Unternehmen hervorgegangensind. Denn die rasante technologische Entwicklung hat die Art undWeise, wie Menschen denken und miteinander kommunizieren, stark verändert.Der Cluster durchdringt praktisch alle Lebensbereiche und weistein grosses Wachstumspotenzial auf.Und gleich noch eine Branche hat in den letzten Jahren ihr Potenzialeindrücklich unter Beweis gestellt: Die positiven Effekte der Kreativwirtschaftzeigen sich in Wachstum und Beschäftigung auf internationaler,nationaler und regionaler Ebene. Die Kreativwirtschaft ist nicht nur einInnovationstreiber, sondern leistet auch einen massgeblichen Beitrag zurhohen Lebensqualität am Standort Zürich.Der Tourismus ist ein wichtiger Pfeiler der lokalen Wirtschaft. Der KantonZürich wird nicht als klassische Ferienregion wahrgenommen, ist abertrotzdem eine der grössten Tourismusregionen der Schweiz. Knapp 13 %aller Hotelübernachtungen in der Schweiz werden im Kanton Zürich verzeichnet.Der Cleantech-Cluster fasst diejenigen Technologien, Industrien undDienstleistungen zusammen, die zum Schutz und zur Erhaltung der natürlichenRessourcen beitragen. Die Cleantech-Forschungslandschaft im5


Grossraum Zürich weist eine hohe Dichte und Qualität auf: Die ETH undihre Forschungsanstalten forschen in einigen Cleantech-Bereichen aufhöchstem internationalem Niveau. Der Branche wird weltweit ein starkzunehmendes Marktvolumen zugesprochen. Zürich befindet sich somitin einer ausgezeichneten Ausgangslage.Die Nanotechnologie ist eine klassische Querschnittstechnologie. DieUnternehmen aus diesem Bereich arbeiten meist branchenübergreifend.Sie evaluieren die Nanotechnologie für ihre Bedürfnisse, schaffen Entscheidungsgrundlagenund nutzen diese Zukunftstechnologie, um damitWertschöpfung und Arbeitsplätze zu sichern.Die Luft- und Raumfahrt ist überaus innovativ und von grosser Bedeutungfür die Schweizer Wirtschaft. Ihre Produkte werden zunehmend auchin anderen technischen Bereichen eingesetzt, zum Beispiel in der Satellitennavigation.Der relativ junge swiss aerospace cluster ist internationalausgerichtet. Der Vernetzung der Akteure untereinander und der Zusammenarbeitmit anderen europäischen Partnerorganisationen kommt deshalbgrosse Bedeutung zu.6


Finanzplatz Zürich – weit mehr als nur BankenKnapp 40 % der schweizweit im FinanzsektorTätigen arbeiten im Kanton Zürich.Der Cluster ist sehr heterogen in Be zugauf Firmenstrukturen und Ausrichtung.Mehrere Bildungsinstitutionen, verschiedeneVerbände und Interessen vereinigungenergänzen den Cluster.Zum Finanzsektor gehören nicht nur Banken und Versicherungen, sondernauch spezialisierte Finanzdienstleister. Letztere sind bezüglichBewilligungspflichten und Aufsicht weniger stark reguliert als Bankenund Versicherungen. Zu den spezialisierten Finanzdienstleistern zählenunabhängige Vermögensverwalter, Pensionskassen, Fondsleitungen, dieBörse, Hedge Funds- und Private Equity-Anbieter. Der Finanzsektor in derSchweiz ist über mehrere regionale Cluster verteilt, wobei die FinanzplätzeZürich und Genf die zwei grössten sind und international ausstrahlen.Von den etwas mehr als 200 000 schweizweit Beschäftigten im Finanzsektorsind knapp 40 % dem Finanzplatz Zürich zuzuordnen. Sie profitierenvon den vorzüglichen Standortqualitäten des Kantons.Von « Klein, aber fein » bis zum « Global Player »Der Finanzsektor ist sehr heterogen, was die Firmenstrukturen und dieAusrichtung auf lokale beziehungsweise internationale Märkte und Kundenanbelangt. Von Global Playern wie den Grossbanken Credit Suisseund UBS, dem Rückversicherer Swiss Re, der Versicherung Zurich FinancialServices über Nischenanbieter (beispielsweise für Social Investments)bis hin zum lokal ausgerichteten Treuhänder gibt es im RaumZürich für jede Kundin und jeden Kunden einen geeigneten Anbieter vonFinanzdienstleistungen. Mehrere Bildungsinstitutionen, verschiedeneVerbände und Interessenvereinigungen ergänzen den Cluster.Wirtschaftliche BedeutungAnzahl Arbeitsplätze im Kanton Zürich Vollzeitäquivalente (VZÄ) 2008 Schweiz 2008Banken 50 609 123 114Versicherungen 19 620 49 413übrige Finanzdienstleister 10 934 35 320Total Finanzsektor 81 163 208 347Anteil Branche 12% 6%Finanzdienstleistungen 9


Anzahl Betriebe im Kanton Zürich 2008 Schweiz 2008Banken 926 4 703Versicherungen 292 1 913übrige Finanzdienstleister 1 468 6 059Total Finanzsektor 2 686 12 675Beitrag an die WertschöpfungFinanzsektor ZH: 22% des kantonalen BIPFinanzsektor Schweiz: 12,5% des BIPKnapp 290 000 CHF Wertschöpfung proVollzeitäquivalent-Beschäftigten bei einemSchweizer Mittel von 125 000 CHFTeilmärkteBanken (2009: 4500 Mrd. CHF Wertschriften in Kundendepots), Versicherungen (2009: 177 Mrd. CHFPrämienvolumen), Fondsanbieter, Vermögensverwalter, Alternative Anlagen (Private Equity, Venture Capital,Hedge Funds), Börseninfrastruktur, PensionskassenWettbewerbsposition Zürichs im nationalen und internationalen VergleichGrösstes Wealth Management Zentrum für Offshore-Vermögen, weltweit drittgrösster Versicherungsplatz,beste Infrastruktur und professionelle Abwicklung, hoch qualifizierte ArbeitskräfteQuelle: BZ 2008, Statistisches Amt des Kantons Zürich, BAK Basel EconomicsCluster-Aktivitäten 2009 – 2010Finanzplatz Zürich im Internet Der Internetauftritt des Zürcher Finanzplatzesunter www.finanzplatz-zuerich.ch wurde zusammen mit der Wirtschaftsförderungder Stadt Zürich und dem Zürcher Bankenverband (ehemalsVerband Zürcherischer Kreditinstitute) neu konzipiert. Er stärkt dasErscheinungsbild dieser für den Standort Zürich tragenden Branche. Dieim Januar 2010 neu lancierte Website gibt einen aktuellen Überblick überdie Bedeutung des Finanzplatzes Zürich, seine Akteure sowie Hinweise zuVeranstaltungen. Überdies liefert sie Informationen zur Regulierung undAufsicht des Finanzplatzes sowie zum vielfältigen Bildungsangebot in denFachgebieten Banking, Finance und Versicherungen. Abgerundet wird dieserInternetauftritt mit einem Porträt des Lebens- und WirtschaftsraumsZürich, das auch die wichtigsten Standortvorteile für Finanzdienstleisteraufzeigt. Diese Website wird in Deutsch, Französisch und Englisch geführtund erfreut sich regen Zuspruchs.Finanzplatz Zürich im Porträt Anfang 2010 lag der von der Standortförderungzusammen mit der Wirtschaftsförderung der Stadt bei der ZürcherHochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Auftrag gegebeneBericht « Porträt des Finanzplatzes Zürich 2009 » vor. Er liefert einevolkswirtschaftliche Einschätzung der Geschäftslage während und nachder Finanzkrise und stellt die wichtigsten Teilmärkte des FinanzplatzesZürich vor.Institutionalisierter Dialog mit führenden Vertretern aus dem FinanzsektorDas jährliche Gespräch mit Vertretern des Finanzsektors fand imFinanzdienstleistungen 10


Swiss Banking Institute an der Universität Zürich Das Swiss BankingInstitute steht für universitäre Aus- und Weiterbildung sowie Forschung inden Bereichen Finance und Banking auf Topniveau. www.isb.uzh.chSwiss Finance Institute Das Swiss Finance Institute wird von Universitätenund Finanzfirmen getragen. Es bietet Doktorandenprogramme, Weiterbildungfür Executives und unterstützt mehrere Forschungsprogrammefür Finance und Banking. www.swissfinanceinstitute.chZentrum für alternative Anlagen und Risk Management der ZHAW DieZürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW bietet Forschung,Lehre in den Gebieten Investments, Fonds, Hedge Funds und weiterenAlternative Investments sowie Risk Management. www.zai.zhaw.chNamhafte Unternehmen Credit Suisse, UBS, ZKB, Bank Julius Bär,Vontobel, Raiffeisen, Zurich Financial Services, Swiss Re, Swiss Life,Axa Winterthur.Finanzdienstleistungen 13


Life Sciences: Wertschöpfungsstarke Industrie mit PotenzialDer Wirtschaftsraum Zürich kann auf einelange Tradition als Medizintechnik-Standortzurückblicken, vermochte sich aber imLaufe der letzten Jahrzehnte auch als internationalführender Wissens- und Wirtschaftsstandortim Life Sciences-Bereich zu positionieren.Diese Tatsache veranschaulichendie hohe Konzentration innovativer Unternehmen,die steigende Zahl vielversprechenderAusgründungen aus dem Hochschulumfeldsowie zahlreiche im Grossraum Zürichniedergelassene Hauptquartiere undVertretungen internationaler Life Sciences-Konzerne.Den Lebenswissenschaften beziehungsweise Life Sciences zugerechnetwerden die experimentellen Natur wissenschaften (Biologie, Chemie, Physik)mit integrierten Methoden der Mathematik und Informatik sowie dieklinische Medizin. Die Biotechnologie – sprich die Nutzung von Organismenund Zellen – spielt eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen, inder Landwirtschaft, in der Ernährung und in den Umweltwissenschaften.Insbesondere im Gesundheitsbereich steckt noch viel Potenzial, sei esökonomisch oder in der Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschungin Medikamente, Produkte und Dienstleistungen. DieLife Sciences-Unternehmen sind primär in den Bereichen Pharma, Bio-,Medizinal- sowie Lebensmitteltechnologie tätig.Life Sciences in ZahlenIn Kooperation mit dem Statistischen Amt des Kantons Zürich wurdeder erweiterte Branchenkomplex Life Sciences Industrie (ohne Einbezugder Lebensmitteltechnologie) basierend auf den Ergebnissen derEidg. Betriebszählung 2008 untersucht. Der Life Sciences-Sektor ist alsQuerschnittsbranche zu verstehen, der sich aus unterschiedlichen Wirtschaftsbranchender Herstellungs-, Handels- sowie Forschungsindustriezusammensetzt.Eine genaue Branchenabgrenzung ist schwierig. Die nachfolgende Analysefolgt der Literatur. Neben den Hauptgebieten chemisch-pharmazeutischeIndustrie (NOGA 20, 21), Medizintechnik (NOGA 2651, 2660,32501–03) sowie Forschung & Entwicklung im naturwissenschaftlichenBereich (712000,721100, 721900, 869006) beinhaltet die hier verwendeteNOGA-Abgrenzung zusätzlich den Grosshandel mit chemisch-pharmazeutischenErzeugnissen (464601, 464602, 467500).Der Life Sciences-Sektor im Kanton Zürich beziehungsweise der Stadt Zürichweist im Jahre 2008 rund 1100 (Stadt: 400) Arbeitsstätten auf, vonder chemisch-pharmazeutischen Industrie über die Medizintechnik, Handelbis zur Forschung & Entwicklung. In diesen Branchengruppen arbeitenrund 23 100 (Stadt: 4300) Beschäftigte. Umgerechnet in sogenannteVollzeitäquivalente sind es rund 20 900 (Stadt: 3800) Personen, dieinsgesamt ein wirtschaftliches Potenzial von rund 40 Mrd. CHF (Stadt:Life Sciences 17


Mylan GmbH Zurich9,3 Mrd. CHF) an Gesamtumsatz erzielen. Damit erreicht der LifeSciences-Sektor im Kanton Zürich nach konservativen Schätzungen eineBruttowertschöpfung von mindestens 3,9 Mrd. CHF – in der Stadt Zürichbeläuft sich diese auf 0,6 Mrd. CHF. Das entspricht einem geschätztenrelativen Anteil von 4,0 % am Bruttoinlandprodukt des Kantons Zürich.Aufgrund dieser Eckdaten weist der Life Sciences-Sektor im Kanton Zürichein beträchtliches Beschäftigungs- und Umsatzpotenzial aus.Gesamtübersicht Life Sciences Sektor Kanton Schweiz Zürich, Kanton Zürich 2008 Stadt ZürichArbeitsstätten 5 982 1 089 352%-Anteil an der Gesamtwirtschaft 1,3% 1,5% 1,4%Mylan Laboratories ist der drittgrösste Herstellervon generischen und anderen pharmazeutischenSpezialitäten im globalen Markt.Das US-amerikanische Unternehmen verfügtaktuell über 900 Produkte und eines dergrössten Wirkstoff-Portfolios weltweit. Auchfür die Zukunft ist Mylan mit einer starkenbeziehungsweise gut gefüllten Produkte-Pipelinebestens gewappnet. Durch die Mehrheitsbeteiligungam indischen PharmaunternehmenMatrix verfügt Mylan zudem über einendirekten Zugang zum weltweit grösstenHersteller von Arzneistoffen. Da die Schweizweltweit ein wichtiger Standort für Pharmaunternehmenist, hat Mylan 2008 seineAktivitäten im Bereich Global Supply ChainManagement nach Zürich-Oerlikon verlagert.Ergänzend dazu soll hier in naher Zukunftdas Geschäftsfeld von Biogenerics (Biotechnologieim Generika-Sektor) durch JointVentures und strategische Partnerschaftenausgebaut werden. www.mylan.comBeschäftigte (Voll-/Teilzeit) 160 680 23 073 4 340%-Anteil an der Gesamtwirtschaft 3,8% 2,8% 1,2%Beschäftigte (Vollzeitäquivalente) 148 771 20 858 3 814%-Anteil an der Gesamtwirtschaft 4,2% 3,1% 1,3%Gesamtumsatz* in Mio. CHF 284 698 40 009 9 347%-Anteil an der Gesamtwirtschaft 8,8% 6,4% 3,3%Bruttowertschöpfung** in Mio. CHF 33 169 3 944 628%-Anteil am BIP 6,5% 4,0% 1,4%Hinweise: *Schätzung auf Basis Mehrwertsteuerstatistik; **Schätzung auf Basis Produktionskonto; Abgrenzung LifeSciences-Sektor gemäss Literatur, in Absprache mit der Standortförderung des Kantons Zürich. Quelle: BZ 2008,Produktionskonto 2007, BFS; MWST 2007, ESTV; eigene Berechnungen Statistisches Amt des Kantons ZürichStellt man die knapp 21 000 Beschäftigten (gemessen in Vollzeitäquivalenten)des kantonalen Life Sciences-Sektors den rund 81 000 Beschäftigtender Finanzbranche und den knapp 38 000 Beschäftigten desIKT-Sektors gegenüber, so wird der Stellenwert des überdurchschnittlichwachsenden Life Sciences-Sektors deutlich.Betrachtet man die Entwicklung der Beschäftigten im Life Sciences-Sektorim Zeitraum 2005 bis 2008, so ist dieser für die Gesamtschweiz mit11,5 % deutlich gewachsen. Dieser Trend zeigt sich erwartungsgemässauch in Zürich. Im Kanton erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten um8,0 %, in der Stadt Zürich mit 16,9 % deutlich mehr. Insgesamt erlebteder Life Sciences-Sektor nach einer Wachstumsstagnation wieder einenWachstumsschub bei der Beschäftigung.Branchengruppen Life Sciences-SektorSchweiz Kanton Zürich Stadt ZürichArbeitsstättenChemisch-pharmazeutische Industrie 913 135 21Medizintechnik 1 986 408 149Handel/Vertrieb 1 649 290 71Forschung & Entwicklung 1 434 256 111Total Life Sciences 5 982 1 089 352Life Sciences 18


Beschäftigte (Voll-/Teilzeit)Chemisch-pharmazeutische Industrie 69 942 4 525 580Medizintechnik 38 951 9 611 716Handel/Vertrieb 20 739 3 995 1 171Forschung & Entwicklung 31 048 4 942 1 873Total Life Sciences 160 680 23 073 4 340Hinweis: Abgrenzung Life Sciences-Sektor gemäss Literatur, in Absprache mit der Standortförderung des Kantons ZürichQuelle: BZ 2008, BFS; eigene Berechnungen Statistisches Amt des Kantons ZürichDie Hauptbranchengruppe innerhalb des Life Sciences-Sektors im KantonZürich ist die Medizintechnik: Über 40 % der Beschäftigten sind darin tätig.Mit Abstand am meisten Beschäftigte (22,3 %) sind im Wirtschaftszweig« Herstellung von Mess-, Kontroll-, Navigations- und ähnlichen Instrumentenund Vorrichtungen » (NOGA 265100) anzutreffen. Die umsatzmässigmit Abstand stärkste Branchengruppe ist der Life Sciences-Handel mitrund 26,2 Mrd. CHF, gefolgt von der chemisch-pharmazeutischen Industriemit rund 8,0 Mrd. CHF, der Medizintechnik mit rund 4,6 Mrd. CHF undder Forschung & Entwicklung mit 1,2 Mrd. CHF Umsatz.Vergleich Life Sciences-Sektor Zürichmit ausgewählten Kantonen/RegionenOrtArbeitsstätten%-Anteilan der Gesamtwirtschaft%-Anteilan der GesamtschweizBeschäftigte(Vollzeitäquivalente)%-Anteil %-Anteilan der Gesamtwirtschaftan der GesamtschweizZürich 1 089 1,5% 18,3% 20 858 3,1% 14,1%Bern 589 1,0% 9,9% 11 187 2,5% 7,5%Basel-Landschaft296 2,3% 5,0% 11 774 10,9% 7,9%Basel-Stadt 225 2,1% 3,8% 21 997 16,4% 14,8%Basel 521 2,2% 8,8% 33 771 13,9% 22,8%Genf 397 1,6% 6,7% 8 732 3,6% 5,9%Waadt 516 1,4% 8,7% 10 872 3,8% 7,3%BassinLémaniqueGesamtschweiz913 1,5% 15,4% 19 603 3,7% 13,2%5 947 1,3% 100,0% 148 397 4,3% 100,0%Quelle: BZ 2008, BFS; eigene Berechnungen Statistisches Amt des Kantons ZürichDer Vergleich mit ausgewählten Kantonen zeigt, dass im Kanton Zürichmehr Life Sciences-Arbeitsstätten bestehen als beispielsweise in Bern,Basel oder im Bassin Lémanique. Der Anteil des Life Sciences-Sektorsan der kantonalen Gesamtwirtschaft sowie an den Beschäftigtenzahlenist in Zürich verglichen mit Basel, dem traditionellen Chemie- und Pharmastandortder Schweiz (Hauptquartiere Roche / Novartis), wesentlichtiefer. Im Gegensatz zu Basel, wo die Gründung von potenzialträchtigenJungunternehmen vorwiegend aus Grosskonzernen heraus (Spin-out)geschieht, gehen in Zürich die Gründungen vorwiegend aus dem Hochschulumfeld(Spin-off) hervor. Eine Vielzahl dieser Bio- und Medizinal-Life Sciences 19


technikunternehmen befindet sich noch in der intensiven Forschungs- &Entwicklungsphase (der « Kapitalverbrennung »). Das heisst, es entstehtzwar sehr viel innovatives Potenzial, das sich aber noch nicht in der Wertschöpfungund der Beschäftigung niederschlägt.Geografie des Life Sciences-Sektors im Kanton Zürich Die Arbeitsstättenund Beschäftigten des Life Sciences-Sektors konzentrieren sich starkauf zwei Kerngebiete: Den ersten Kern bildet die Stadt Zürich mit der Greifensee-Region(Mettler-Toledo), einzelnen Agglomerationsgemeinden imGlattal (mit internationalen Life Sciences-Hauptquartieren in Dübendorf,Schwerzenbach, Fällanden, Opfikon) sowie dem Limmattal (BIO-TechnoparkSchlieren-Zürich). Den zweiten Kern bilden die Pfannenstiel-Region(wo unter anderem die Toolpoint-Mitgliederfirmen Tecan und Qiagen Instrumentsniedergelassen sind) sowie Stäfa, Männedorf und Uetikon am See.In der Stadt Zürich arbeiten 1,2 % der Beschäftigten in der Life Sciences-Branche, gegenüber 2,8 % im kantonalen Durchschnitt. Am höchsten istder Anteil der Life Sciences-Beschäftigten in den Gemeinden Greifensee(47 %), Stäfa (26 %), Fällanden (24 %), Birmensdorf (22 %), Uetikon amSee und Männedorf (14 %) sowie Dübendorf (10 %).Bedeutung des Life Sciences-Sektors für die BeschäftigungZürcher Gemeinden, 2008.Anteil der im Life Sciences-Sektor Beschäftigten an derGesamtbeschäftigung in %Histogramm46.613.03.0keine Life Sciences-BetriebeGrafik: Statistisches Amt des Kantons Zürich; Quelle: BZ 2008Life Sciences 20


Die Städte Zürich (18,8 %) und Winterthur (11,4 %) stellen den grösstenAnteil an Beschäftigten im Life Sciences-Sektor, gefolgt von Dübendorf(7,8 %), Stäfa (5,4 %), Schlieren (4,4 %) Uster (4,2 %) und Greifensee(3,1 %). Auf Regionenebene arbeiten rund ein Fünftel (21,5 %) aller Beschäftigtenim Life Sciences-Sektor in der Region Glattal, gefolgt von derStadt Zürich (18,8 %) und der Region Winterthur und Umgebung (14,9 %).Der Zeitvergleich der räumlichen Verteilung lässt eine starke Verdichtung anden bisher bedeutenden Standorten des Life Sciences-Sektors erkennen.So haben unter anderem Uster, die Stadt Zürich sowie Stäfa, Greifensee,Winterthur, Bülach, Wallisellen, Hombrechtikon, Lindau und Regensdorf anBedeutung gewonnen beziehungsweise ihren Marktanteil ausgebaut. Anderebedeutende Gemeinden der Life Sciences-Branche (unter anderem Birmensdorf,Fällanden, Schlieren) hingegen haben Marktanteile eingebüsst.Beschäftigungsveränderungim Life Sciences-Sektor 2005–2008Zürcher Gemeinden,prozentuale Veränderung2005–2008. Gemeindegrösseproportional zurZahl der Life SciencesBeschäftigtenBülachWinterthur800.0161.87.0-90.0Histogrammkeine Life Sciences-BetriebeRümlangOpfikonDübendorfWallisellenVolketswilRegensdorfDietikonSchlierenFehraltdorfBirmensdorfStadt ZürichFällandenGreifenseeUsterMännedorfWädenswilStäfaLesehilfe: Die Kreisflächen sind proportional zur Zahl der Beschäftigten im Life Sciences-Sektor im Jahr 2008. DieKreisfarben zeigen die prozentuale Veränderung der Life Sciences-Beschäftigung zwischen 2005 und 2008. Augenfälligwird dadurch insbesondere die grosse Bedeutung der Stadt Zürich für den Life Sciences-Sektor, wobei die hellgrüneFarbgebung auf den Zuwachs der Life Sciences-Beschäftigten hinweist; kleinere Gemeinden, auch wenn sie hoheZuwachsraten erzielten, erscheinen indes nur als kleine Flächen. Grafik: Statistisches Amt des Kantons Zürich;Quelle: BZ 2008Cluster-Aktivitäten 2009 – 2010 und AusblickAufbau der Dachmarke « Life Science Zurich » und Vernetzung der ZürcherAkteure Ziel ist es – dem Motto « lokal vernetzen, internationalrepräsentieren » folgend – die Zusammenarbeit zwischen den verschiede-Life Sciences 21


nen Life Sciences-Akteuren im Grossraum Zürich sowie mit den Partnernim In- und Ausland zu fördern. Für diesen Zweck wurde eine gemeinsameBroschüre erstellt (www.vpf.ethz.ch/transfer/Life_Science_Zurich_brochure.pdf).Als Folge der weiteren Gespräche der Life Sciences-Vertreterim Grossraum Zürich wurde beschlossen, die bereits bestehende akademischePlattform « Life Science Zurich » der Universität und ETH Zürich(mit den Schwerpunkten Öffentlichkeitsarbeit, Learning Center, GraduateSchool und Young Scientist Network) um das « Life Science Zurich BusinessNetwork (LSZBN) » zu erweitern. Mit dieser neuen Plattform soll dieZusammenarbeit zwischen den Life Sciences-Vertretern aus dem GrossraumZürich und ihren Gesprächspartnern im In- und Ausland gefördertwerden. In einem ersten Schritt wird die Erweiterung des gemeinsamenWebportals bis Ende 2010 erfolgen. Geplant ist zum einen die Übernahmeder Inhalte aus der gemeinsamen Broschüre. Zum anderen werdenkünftig Anfragen direkt an die fachkompetente Stelle zur Beantwortungweitergeleitet. Das gemeinsame Portal soll sich damit zum Eingangstorbeziehungsweise zur Kompetenzplattform für Life Sciences-Fragen imRaum Zürich entwickeln. Als gemeinsame Aktivität hat im Februar 2010der erste « Career / Entrepreneur-Event » mit Vorträgen zu den Themen« Careers in Life Sciences » und « Venture Ideas » sowie einer kleinen Industrieausstellungan der Universität Zürich stattgefunden. Dieser wurdevom LSZBN und dem Young Scientist Network organisiert. Es handeltesich dabei um einen Networking- und Informationstag für Studierende,Doktorierende und andere junge Forschende. Rund 200 Personen nahmenteil.Das EU-Projekt HealthTIES (Detailbeschreibung weiter unten) wird für denAufbau der Dachmarke eine wichtige Rolle spielen. Denn die zu erarbeitendenInstrumente entsprechen im Grossen und Ganzen denjenigen,die auch für den weiteren Aufbau der Dachmarke Life Science Zuricherforderlich sind. Dies ist mitunter auch ein Grund dafür, dass ein breiterKreis von Life Sciences-Akteuren in die Projektarbeit eingebunden wird.EU-Projekt HealthTIES: Innovationen erfolgen oft aus regionalen undtechnologie ge triebenen Netzwerken, die offen sind neue Wege einzuschlagen.Aus diesem Grund haben sich Vertreter aus dem KantonZürich (ETH Zürich, Universität Zürich und Neurotune beziehungsweiseBIO-Technopark Schlieren-Zürich), West Holland (Medical Delta), Grossbritannien(Oxford und Thames Valley), Katalonien (BIOCAT) und Ungarn(Debrecen) als sogenannte Mentoring-Region) zusammengeschlossenund das EU-Projekt HealthTIES konzipiert. Dieses Projekt wird nun vonder EU-Kommission mit rund 2,1 Mio. Euro während dreier Jahre unterstützt.Der offizielle Programmstart war im Oktober 2010.Mit dem Projekt HealthTIES werden zwei der massgeblichen Herausforderungendes 21. Jahrhunderts ins Visier genommen: Überalterung derGesellschaft und funktionierendes Gesundheits system. Beide könnennur mittels stetiger Innovation – sowohl medizinischer, als auch technologischerArt – gemeistert werden. Im Vordergrund stehen frühzeitige undpräzise Diagnosen, welche die effiziente Behandlung und Therapie mitmöglichst wenigen Nebenwirkungen gewährleisten sowie neue Methodenfür das Management von Krankheiten. Die Herausforderung für dasHealthTIES-Konsortium wird es sein, die Innovationszyklen zu beschleunigenund Europa als führende Region im Gesundheits- und Innovations-Life Sciences 22


ESBATech, SchlierenESBATech ist ein in Schlieren ansässiges Biotechnologieunternehmen,das auf dieForschung & Entwicklung neuer Medikamentegegen Augenkrankheiten spezialisiert ist.Als Leader im Bereich der Forschung &Entwicklung von Antikörperfragmenten wurdedie ESBATech 2009 vom Marktführer undweltweit tätigen Augenmedizin-Konzern Alconübernommen. Durch die Übernahme hat dieESBATech wesentlich mehr Ressourcenund mehr Möglichkeiten zur Forschung &Entwicklung neuer Medikamente. So ist auchder Anteil von neuen innovativen Produkten,die sich in der Pipeline befinden, in denletzten zwölf Monaten massiv gestiegen. AuchPatienten profitieren von diesem Zusammenschluss:Ihnen können die neuartigen ESBA-Tech-Arzneimittel schneller zur Verfügunggestellt werden. www.esbatech.comumfeld zu positionieren. In einem ersten Schritt werden die bestehendenWissens- und Innovationsnetzwerke der einzelnen Regionen im Sinnevon « good practice » analysiert und weitere Vergleiche (unter anderemBranchenstruktur, Wertschöpfung, Qualität der Forschungseinrichtungen)angestellt. Daraus werden gemeinsam neue Strategien und Instrumentezur Innovationsförderung entwickelt. Gemeinsames Ziel ist die « Scienceto-market-Zeit» beziehungsweise die Umsetzung aus Forschung & Entwicklungin marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu verkürzen. Einweiteres Ziel ist es, über die beteiligten Regionen hinaus ein nachhaltigesNetzwerk zu begründen, das den regelmässigen Wissensaustauschpflegt und den eingebundenen Akteuren (aus Forschung, Bildung, Wirtschaft)neue Chancen eröffnet und einen substanziellen Mehrwert bietet.www.healthTIES.eubiotop + Biotech Center Zurich = BIO-Technopark Schlieren-ZürichDas Biotech Center Zurich beschreitet seit Frühling 2010 neue Wege undarbeitet künftig eng mit dem Zürcher Technopark zusammen, der sich alserfolgreiche Technologietransfer-Institution etablieren konnte. Seit Mitte2010 tritt der in Schlieren beheimatete Verein Biotech Center Zurich unterdem Namen Bio-Technopark Schlieren-Zürich auf.Ein kurzer Blick in die Vergangenheit: Das Biotech Center Zurich konnte2008 vier Neumitglieder und 2009 sechs Neuzugänge verzeichnen. DerMitgliederbestand des Vereins beträgt Mitte 2010 38 Mitgliederfirmenund -institutionen. Zwei Mitgliederfirmen konnten 2009 mit grossen Erfolgenaufwarten: ESBATech wurde vom US-Augenheilkunde-Konzern Alconübernommen (für 150 Mio. USD in bar und weiteren bis zu 439 Mio. USDMeilensteinzahlungen). Molecular Partners, CT Atlantic, GlycoVaxyn und3-V Biosciences ist es trotz Finanzkrise gelungen, insgesamt 115 Mio. CHFFremdkapital aufzunehmen. Der Verein biotop Life Science Inkubator Zürich-Schlierenwurde liquidiert. Das verbleibende Vereinsvermögen wurdezur besseren Synergienutzung an das Biotech Center Zurich übergeben.Die neu eingerichtete Geschäftsstelle des Biotech Center hat die Betreuungder Start-ups im biotop übernommen. Die Vermietung erfolgt somitkünftig direkt über den Immobilieneigentümer GHZ Schlieren. Dieser hatseit Anbeginn massgeblich zur Erfolgsgeschichte in Schlieren beigetragen.Das neue Gebäude (mit einer Nutzfläche von mehr als 10 000 m 2 ) aufdem ehemaligen Gelände der Firma Veralit war Ende 2008 bezugsbereitund ist zwischenzeitlich vollumfänglich vermietet. Mit dem anstehendenZuzug von weiteren akademischen Forschungsgruppen entwickelt sichder BIO-Technopark immer mehr auch in Richtung Business & SciencePark. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang und mit Blick in die Zukunftauch, dass der Gestaltungsplan für die Neuüberbauung des Wagi-ArealsSüd sowohl vom Stadt- und Gemeinderat Schlieren als auch vom KantonZürich gutgeheissen wurde. Der Verein hat sich im Rahmen von Informationsveranstaltungenstark für das Projekt engagiert. Im ersten Hochhaus,das in ca. zwei Jahren realisiert werden soll, wird Platz für neue sowieexpandierende Life Sciences-Firmen entstehen. Drei weitere Gebäudesollen folgen. Durch die Dekomprimierung und Öffnung des Areals sollmittelfristig eine campusähnliche Atmosphäre entstehen.Toolpoint Der Verein Toolpoint for Life Science (ein vertikal integrierterCluster im Bereich Life Science Instruments mit Fokus auf Liquid Hand-Life Sciences 23


ling beziehungsweise Pipettieren), ist weiter gewachsen. Zwischenzeitlicharbeiten rund 30 Industriemitglieder in verschiedenen Fachkreisen undProjekten zusammen und verfolgen das Ziel, den Technologie- und Wissenstransferzu beschleunigen sowie gemeinsame Lösungen für anstehendeProbleme zu finden. Zusammen mit grossen Pharmaunternehmenwie Novartis, Roche und Actelion hat Toolpoint das globale Projekt SiLA(Standardisation in Lab Automation) gestartet. Dieses arbeitet auf dieStandardisierung der Schnittstellen von Geräten im Bereich Medikamentenforschunghin, um diese effizienter und kosten günstiger integrierenzu können. Erste Spezifikationen konnten bereits veröffentlicht werden.Neben Weiterbildungs- und Netzwerkveranstaltungen nimmt Toolpointauch an Fachmessen (MipTec) und Stellenbörsen teil und initiiert interdisziplinäreTechnologieprojekte, die den teilnehmenden IndustriefirmenNutzen stiften. Hans Noser, ein Unternehmer aus dem IKT-Umfeld hat imFrühjahr 2010 die Nachfolge vom Geschäftsführer und Toolpoint-MitbegründerPeter Schleiffer übernommen.Kooperation mit dem Medical ClusterMedical Cluster SchweizDer Medical Cluster ist die grösste Branchenorganisationder schweizerischen Medizintechnik-Industrie.Vereinsmitglieder sindHersteller, Zulieferer, Dienstleistungserbringersowie Hochschulinstitute. Der MedicalCluster bietet eigene Dienstleistungen wieFach seminare, Firmenbesuche, Mitgliederpräsentationen, Weiterbildungskurse inMedizintechnik und Medizininformatik sowieStudien über die Entwicklung der Industrie.Seit Mitte 2010 ist der Medical Cluster mitdem Aufbau der Exportplattform MedtechSwitzerland betraut. Über die nächstendrei einhalb Jahre unterstützt der Bund denAufbau der sektoriellen Exportförderung in derMedizintechnik. Schwerpunktgebiete sinddie USA, China, Japan und Europa. Von den267 Medical Cluster-Mitgliedern stammen 35aus dem Kanton Zürich, der nach dem KantonBern die zweitgrösste Gruppe bildet.www.medical-cluster.chDie Schweizer Medizintechnik geniesst einen erstklassigen Ruf. Dazutragen auch Unternehmen aus dem Wirtschaftsraum Zürich bei (unteranderem Hersteller von Hüftschrauben, Zahnimplantaten, Analysegeräten,Wundverbänden und Hörgeräten). Der Medical Cluster vereint – entlangder Wertschöpfungskette – Hersteller, Zulieferer, Dienstleistungs-,Forschungs- sowie Entwicklungsunternehmen. Er ist aus dem Medical-Cluster Bern hervorgegangen, ist aber zwischenzeitlich schweizweit aktiv.Eine engere Zusammenarbeit mit dem Medical Cluster liegt aufgrund derDichte an Medizintechnik-Unternehmen im Raum Zürich nahe. Als ersteMassnahme wurden Daten zur Unternehmerlandschaft aufbereitet undanalysiert, weitere Aktivitäten werden geprüft. In diesem Zusammenhangwerden Gespräche mit Vertretern aus der Industrie und Akademie geführt,um die für den Wirtschaftsraum Zürich spezifischen Bedürfnissegenauer erfassen und geeignete Massnahmen entwickeln zu können.Übergeordnete Ziele sind die stärkere Vernetzung (regional und überregional),die Sicherung und der Ausbau von Arbeitsplätzen sowie der verbesserteZugang zu Wachstumsmärkten.Medical Cluster Datenanalyse: Standort Zürich im QuervergleichKanton ZH Kanton BE Kanton SO SchweizHersteller 93 48 13 349Zulieferer 38 115 35 393Dienstleister 115 119 21 437Handel & Vertrieb 83 32 25 306Nonprofit-Organisationen15 11 4 49Grafik: Medical Cluster 2010Life Sciences 24


Die Kantone Bern und Zürich weisen die höchsten Dichten an Medizintechnik-Unternehmenauf. Analysiert wurden die Datensätze der Kantone Zürich,Bern und Solothurn sowie die schweizweiten Werte. Die Datenbasisbilden die in der Medical-Cluster-Datenbank registrierten Unternehmen.Nur in den drei Kantonen Bern, Solothurn und Zürich ist die Datenqualitätvergleichbar hoch. Da die Daten der übrigen Kantone bislang noch keinervertieften Analyse unterzogen wurden, ist der hier dargestellte nationaleVergleich noch mit etwas Vorsicht zu betrachten. Während in der RegionBern die Zulieferindustrie stark ist, fällt im Kanton Zürich die relativ hoheAnzahl Hersteller auf. Darunter sind einige Jungunternehmen (u.a. auchAusgründungen aus dem Hochschulumfeld), die heute noch wenig Umsatzerzielen, aber mittelfristig ein beachtliches Potenzial haben, was dieWertschöpfung und Arbeitsplatzentwicklung anbelangt. Hier machen sicheindeutig die traditionelle Stärke in der Elektro- und Maschinenindustriesowie die direkten Effekte der ETH und Universität Zürich beziehungsweisederen Forschungsschwerpunkte bemerkbar. Im Kanton Solothurnsind, ähnlich wie im Kanton Bern, überproportional viele Zulieferer tätig.Die grossen produzierenden Orthopädieunternehmen (Synthes, Mathysund Stryker) beschäftigen in diesem Kanton überproportional viele Arbeitskräfte,wobei auch im Kanton Zürich zwei Medizintechnik-Unternehmen(Zimmer in Winterthur und Sonova in Stäfa) unter den fünf grösstenArbeitgebern (mit über 1000 Arbeitsplätzen) vertreten sind.Produkthersteller im Kanton Zürich152 2 3Aktive Implantate1Alltagshilfen, Patientenhilfen11Biologisch hergestellte ProdukteDentaltechnikDiagn. therap. Strahlengeräte87EinwegartikelElektromechanische GeräteIn-Vitro Diagnostik64Inaktive ImplantateLaborgeräte/-ausrüstung38Narkose-AtemtechnikOphthalmologie, opt. Geräte7144RehabilitationshilfsmittelSpitalhilfsmittelWiederverwendbare InsturmenteGrafik: Medical Cluster 2010Ansiedlung von Life Sciences-UnternehmenIm 2008 konnten mit Ecolab (in Wallisellen) und Mylan (in Zürich-Oerlikon)gleich zwei Konzerne angesiedelt werden. In der Folge haben sichweitere Life Sciences-Unternehmen für den Kanton Zürich entschieden.Besonders erfreulich ist, dass der Standort Zürich sowohl für die (weitere)Konzentration von globalen Management-Funktionen (Vifor Phar-Life Sciences 25


SIX Swiss Exchange:Treiber für die Life SciencesDie herausragende Dichte an Life Sciences-Unternehmen in der Schweiz (höchstepro-Kopf-Konzentration von Bio- und Medtech-Unternehmen weltweit) ist kein Zufall. Sieist das Resultat des langjährigen und frucht -baren Austauschs zwischen der traditionsreichenSchweizer Pharma-, Bio- und Medtechsowieder Finanzindustrie. Im Raum Zürichist zwischen den Akteuren der Forschungseinrichtungen,Unternehmen und Geldgebernein aktives Netzwerk ent standen, was einenWettbewerbsvorteil gegenüber den Konkurrenzstandortenin Europa darstellt. Nichtsdestotrotzbedarf es weiterer Anstrengungen: Dennnoch fehlt in der Schweiz der Zugang zuVenture Capital, auch wenn die zentrale Rolleder gezielten und marktnahen Förderungdurch den Bundes rat anerkannt wurde. DerFinanzplatz Schweiz und die SIX SwissExchange üben eine grosse Anziehungskraftauf in- und ausländische Life Sciences-Unternehmen aus. Die SIX Swiss Exchange istdie einzige Börse Europas, die mit demBörsengang von BioXell, Newron und Cosmogrenzüberschreitende IPOs von europäischenBiotech-Unternehmen an einem reguliertenMarkt verzeichnen konnte. Deshalb erstauntes nicht, dass die SIX Swiss Exchange mitrund 40 % der europäischen Life Sciences-Marktkapitalisierung der wichtigste MarktplatzEuropas ist. Die kotierten Pharma-,Biotech- und Medtech-Unternehmen profitierenvon einer hervorragenden Visibilität beiInvestoren und Medien sowie einer breitenAbdeckung durch die auf den Sektor spezialisiertenAnalysten.www.six-swiss-exchange.comma, Baxter) als auch für den Aufbau von Business Development Teams(Invetech) und schliesslich auch für Forschungs- & Entwicklungszentren(Vifor, Intercell) als geeignet erachtet wird. Aktuell evaluieren mehrereLife Sciences-Unternehmen unter anderem Zürich als potenziellen Hauptquartier-oder Entwicklungsstandort.Einige SchlüsseleinrichtungenBIO-TECHNOPARK Schlieren-Zürich Aus der ETH und Universität Zürichgeht eine beeindruckende und steigende Anzahl von Life Sciences-Spin-offs hervor. Diese lassen sich erfahrungsgemäss in der Nähe ihreswissenschaftlichen Ursprungs nieder. So ist in Schlieren ein gesunderMix aus Firmen entstanden – vom jungen Start-up bis zu weltweit tätigenFirmen. Die Basis wurde im Jahr 2003 gelegt, als die ersten Unternehmenmit dem Grundbesitzer des Wagi-Areals, der Stadt Schlierensowie der Standortförderung des Kantons Zürich einen Verein gegründethaben, um Synergien zu nutzen und die Kommunikation (untereinanderund nach aussen) zu vereinfachen. Heute sind dem BIO-TECHNOPARK38 Mitgliederorganisationen, darunter 32 Life Sciences-Start-ups, angeschlossen.Darunter auch namhafte Unternehmen wie Cytos, Roche (exGlycart), ESBATech oder Prionics. www.bio-technopark.chETH transfer Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Industrie undWirtschaft sowie die Förderung des Unternehmergeistes von ETH-Abgängernsind wichtige Ziele der ETH Zürich. Folglich wurde ETH transfer (dieinterne Technologietransferstelle) in den vergangenen Jahren auf 13 Personenausgebaut. Sie beraten ETH-Angehörige bei allen Fragen zu Kooperationenmit der Industrie, Patentanmeldungen oder Lizenzierungen. Einweiterer Fokus von ETH transfer liegt auf der Beratung von angehendenJungunternehmern, die basierend auf an der ETH Zürich entwickelten Ideenoder Technologien eine eigene Firma gründen möchten. Seit 1996entstanden via ETH transfer insgesamt 195 neue Unternehmen mit über1500 direkten und indirekten Arbeitsplätzen. www.transfer.ethz.chgrow Wädenswil grow Wädenswil bietet jungen Firmen, die im BereichLife Sciences / Medtech, Facility Management und IT tätig sind, Bürosund Labors zu sehr vorteilhaften Bedingungen, aktive professionelle Unterstützungsowie Zugang zu nationalen und internationalen Netzwerken.grow ist ideal für junge Firmen, die von der Nähe zur Hochschule ZHAWprofitieren können. Die ZHAW unterstützt grow aktiv, indem die Mitbenutzungvon Infrastruktur und Geräten der ZHAW möglich ist. grow wirdin den nächsten Jahren stark ausgebaut und bietet Platz zum Wachsen.www.grow-waedenswil.chLife Science Zürich ( LSZ ) Die Aktivitäten der Dachorganisation LSZsind darauf ausgerichtet, Zürich als nationales und internationales Zentrumfür Spitzenforschung sowie als erstklassigen Bildungsstandort zupositionieren. LSZ baut Kooperationsnetzwerke auf, in welchen Vertreteraus Akademie, Industrie und öffentlichem Sektor zusammenarbeiten.LSZ unterstützt und fördert den zukunftsweisenden Life Sciences-Unterrichtauf allen Stufen und bietet jungen Forschenden eine exzellente Aus-Life Sciences 26


ildung, die sie auf Führungspositionen vorbereitet. Schliesslich fördertLSZ den Dialog zwischen den Hochschulen, der Öffentlichkeit und derIndustrie. www.lifesciencezurich.chToolpoint for Life Science Toolpoint ist eine im Jahr 2003 gegründeteCluster-Initiative, die auf die Life Sciences Instruments-Branche mitFokus auf das « Liquid Handling » ausgerichtet ist. Angesprochen werdenUnternehmen, die sich auf die Analyse und Diagnose von Flüssigkeitenspezialisiert haben und primär in der Pharmaindustrie tätig sind. Toolpointvernetzt diese wachsende Branche entlang der Wertschöpfungsketteunter Einbindung der Forschung und Lehre. Im 3. Quartal 2010 zähltToolpoint rund 30 Mitglieder. Diese beschäftigen zusammen rund 20 000Mitarbeiter und erzielen einen Umsatz von über 4 Mrd. USD. Sie repräsentiereneinen Weltmarktanteil von über 50 % im Bereich « Liquid Handling». Toolpoint ist nicht gewinnorientiert, wird aber unternehmerisch geführtund ist zu über 80 % von der Industrie finanziert. www.toolpoint.chUnitectra Unitectra ist die Technologietransfer-Organisation der UniversitätenBern und Zürich. Ab 2011 wird auch die Universität Baselangeschlossen sein. Mit ihren Dienstleistungen unterstützt sie dieForschenden bei Kooperationen mit der Privatwirtschaft oder mit anderenprivaten oder öffentlichen Institutionen. Unitectra fördert die praktischeUmsetzung von Forschungsergebnissen in neue Produkte undDienstleistungen, indem sie die optimale Umsetzungsstrategie definiertund diese zusammen mit den Forschenden realisiert. Die Umsetzungerfolgt in Zusammenarbeit mit bestehenden Firmen oder durch Unterstützungder Gründung von universitären Spin-off-Firmen. 2009 wurdenmit Unterstützung von Unitectra über 1000 Forschungsverträge und44 Lizenzverträge abgeschlossen, sowie neun Spin-off-Firmen gegründet.www.unitectra.chKontaktperson beim Kanton ZürichØ Adrian Stettler,Leiter Ansiedlungen & Life Sciencesadrian.stettler@vd.zh.chwww.standort.zh.chWeitere KontaktpersonenØ Mario Jenni, GeschäftsführerBIO-Technopark Schlieren-Zürichmario.jenni@bio-technopark.chwww.bio-technopark.chØ Isabel Klusman, Life Science Zurichinfo@lifescience.uzh.chwww.lifescience-zurich.chZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, DepartementLife Sciences und Facility Management, Wädenswil Die ZHAWZürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften gehört der ZürcherFachhochschule an. Mit rund 8000 Studierenden ist sie eine der grösstenMehrsparten-Fachhochschulen der Schweiz. Am Departement Life Sciencesund Facility Management, das sich in Wädenswil am linken Zürichseeuferbefindet, wird in den Bereichen Umwelt, Ernährung, Gesundheitund Gesellschaft gelehrt und geforscht. Das Aus- und Weiterbildungsangebotumfasst fünf Bachelor-Studiengänge (Biotechnologie, Chemie,Lebensmitteltechnologie, Umweltingenieurwesen, Facility Management),zwei Master-Studiengänge (Life Sciences, Facility Management ab Herbst2011) sowie ein breites Weiterbildungsprogramm. In Wädenswil sindrund 1000 Studierende immatrikuliert. www.lsfm.zhaw.chWeiteres Informations- und DatenmaterialØ Booklet Life Science ZurichØ Swiss Biotech Report Update 2010Ø Swiss Medtech Report 2008Ø Life Sciences Studie Kanton Zürich 2010Life Sciences 27


Die Zürcher IKT: Ein dienstleistungslastiger WachstumsmotorDie IKT-Branche erwirtschaftete im 20085,5 % des Zürcher BIP. Die Zahl der Beschäftigtenist dabei in drei Jahren um fast10 % gestiegen. Auffallend ist der hoheDienstleistungsanteil. Software-Produktehersteller gibt es demgegenüber nur wenige.Der Hauptgrund liegt in der starken Finanzindustrie.Der Informations- und Kommunikationstechnologiewerden die drei TeilmärkteIKT-Herstellung, IKT-Handel und IKT-Dienstleistungzugerechnet.Die Informations- und Kommunikationstechnologie IKT ist ein Wachstumsmotorder Zürcher Wirtschaft. Dies belegt der erste Zürcher IKT-Bericht. Gemäss der im Zentrum des Berichts stehenden Studie des StatistischenAmts arbeiteten 2008 insgesamt 41 000 Personen in 3700Zürcher Informatik- und Kommunikationsbetrieben. Sie erwirtschafteneine Bruttowertschöpfung von 5,2 Mrd. CHF, was einem Anteil von 5,5 %am Bruttoinlandprodukt (BIP) entspricht. Der Vergleich mit dem ganzenLand (BIP-Anteil 3,7 %) und anderen Wirtschaftsregionen zeigt, dassZürich sich als eigentliches Schweizer IKT-Zentrum etabliert hat. Unddie Bedeutung der Branche wächst stark: Die Zahl der in IKT-BetriebenBeschäftigten (Vollzeitäquivalente) ist zwischen 2005 und 2008 in derStadt um 16,4 und im Kanton Zürich um 9,5 % gestiegen.Auffallend ist dabei, dass nicht nur der Kanton Zürich innerhalb desLandes immer stärker eine Zentrumsfunktion übernimmt. Innerhalb desKantons ist parallel eine wachsende Konzentration auf die Stadt Zürichfestzustellen. Dort befand sich 2008 mit 48,5 % knapp die Hälfte allerArbeitsplätze des kantonalen IKT-Sektors. Von der Zentrumswirkung Zürichsprofitieren auch die angrenzenden Regionen Glatt- / Furttal (24,3 %)und Limmattal (6,9 %), wo sich vor allem die im Handel tätigen internationalenIKT-Konzerne niedergelassen haben. Demgegenüber hat Winterthur(5,6 %) im interkantonalen Vergleich an Bedeutung verloren.Finanzbranche absorbiert IKT-Wissen Diese an sich beeindruckendenZahlen sind aber quasi nur die Spitze des Eisbergs. Nicht darin enthaltensind alle IKT-Fachleute, die in Anwenderunternehmen arbeiten. DasBeispiel der Credit Suisse zeigt, dass sie etwa in der Finanzbranche rund20 % der Mitarbeitenden ausmachen. Laut der Schweizerischen Arbeitskräfte-Erhebungsind denn auch in Zürich knapp 30 % aller Informatikerin Banken und Versicherungen beschäftigt. Hinzu kommt ein wachsenderAnteil in der Industrie, wo Software ein immer wichtiger werdender Bestandteilvon Maschinen und Geräten ist.Die starken Finanzdienstleister sind auch zu einem massgebenden Teilfür das ausgesprochen grosse Gewicht der Dienstleister innerhalb derIKT-Branche verantwortlich. 72 % der Zürcher IKT-Mitarbeiter verdienenihr Geld mit Beratung, der Entwicklung von Individualsoftware oder Systemdienstleistungenfür Anwenderunternehmen (Schweiz 66 %). WeitereInformations- und Kommunikationstechnologie IKT 29


Cinergy AG, ZürichDie Cinergy AG weiss, was wann wo läuft –das Zürcher Unternehmen betreibt nicht nurdie grösste schweizerische Event-DatenbankSEDB, sondern auch verschiedene führendeOnline- und Mobile-Portale im Entertainmentbereich.Redaktionelle und multimedialeInhalte sowie Vermarktungsdienstleistungenfür Drittunternehmen zählen ebenfalls zumbreiten Angebotsspektrum der Cinergy.Dass alles aus einer Hand kommt, ist für dieSchweiz einzigartig: Eine Vielzahl vonMedienhäusern und Branchenexponenten imFilm-, Veranstaltungs-, TV- und Home-Entertainment-Segmentarbeitet deshalb eng mitCinergy zusammen. Das 29-köpfige Cinergy-Team ist am Puls der Zeit und ist bestrebt,Veränderungen im Medien- und Vermarktungsbereichfrühzeitig zu erkennen. Um auch inZukunft die individuellen Kundenbedürfnissezu befriedigen, investiert Cinergy inzwischenvermehrt in die Weiterentwicklung von Videoon Demand und Web TV. www.cinergy.ch18 % sind im sehr umsatzstarken Handel mit vor allem ausländischerSoft- und Hardware beschäftigt. Auch hier sind die Finanzdienstleisterder grösste Abnehmer.Indirekt dürfte das starke Gewicht des Finanzsektors auch für den – trotzrenommierter Hochschulen wie der ETH – niedrigen Anteil an Herstellernvon Standard-Software-Produkten verantwortlich sein. Das Risiko einerProdukteentwicklung rechnet sich im Vergleich mit sicheren und gutenDienstleistungseinkommen offensichtlich für die wenigsten. Der Aufbauvon Entwicklungszentren durch Google und Microsoft und der Trend beiden Anwenderunternehmen weg von Individual- hin zu Standardsoftwarekönnte hier aber zu einer Veränderung führen.Ein entscheidender Grund für die Ansiedlung von Google und Microsoftwar das breite und erstklassige Bildungsangebot im Kanton. ETH undUniversität werden in verschiedenen Rankings unter den 100 bestenHochschulen der Welt geführt. Vor allem die ETH gehört seit den 1950er-Jahren zu den Pionieren der IKT. Das duale Bildungssystem der Schweizsorgt zudem dafür, dass den Unternehmen über den Weg der Berufslehrenund Fachhochschulen hervorragend ausgebildete Praktiker auf allenQualifikationsstufen zur Verfügung stehen. Damit stehen für die ZürcherIKT weiterhin alle Zeichen auf Wachstum.IKT-Sektor im Gesamtüberblick 2008Gesamtschweiz Kanton Zürich Stadt ZürichArbeitsstättenIKT-Herstellungsbranchen 842 163 20IKT-Handelsbranchen 1 241 335 58IKT-Dienstleistungsbranchen 12 579 3 250 1 215IKT-Sektor 14 662 3 748 1 293Beschäftigte (Voll-/Teilzeit)IKT-Herstellungsbranchen 30 236 4 047 540IKT-Handelsbranchen 18 082 7 450 2 631IKT-Dienstleistungsbranchen 94 644 29 547 16 752IKT-Sektor 142 962 41 044 19 923VollzeitäquivalenteIKT-Herstellungsbranchen 28 481 3 776 516IKT-Handelsbranchen 16 754 6 975 2 455IKT-Dienstleistungsbranchen 86 382 27 118 15 582IKT-Sektor 131 617 37 869 18 552Hinweise: Abgrenzung gemäss OECD-Definition. Quelle: BZ 2008, BFS; eigene Berechnungen Statistisches Amt desKantons ZürichInformations- und Kommunikationstechnologie IKT 30


Noser Engineering AG, WinterthurCluster-Aktivitäten 2009 – 2010Aufgrund der Tatsache, dass es im IKT-Umfeld nicht an Verbänden undOrganisationen mangelt, liegt der Fokus der Standortförderungs-Aktivitätenauf Massnahmen, die der Bewusstseinsbildung für die Bedeutungund Bedürfnisse der Branche sowie der Vernetzung dienen.Einer breiten Öffentlichkeit bekannt gewordenist Noser Engineering durch seine Zusammenarbeitmit Google: Das Schweizer Unternehmenhat mit Google das Handy-BetriebssystemAndroid entwickelt. Die Software sorgtfür sichere und stabile Anwendungsprogramme– vom Telefonieren bis zum Surfen. MobileSoftwarelösungen sind nur ein Beispiel für dieTätigkeit von Noser Engineering : Embedded-Lösungen im industriellen Umfeld, individuelle,unternehmensweite Softwarelösungen undumfangreiches Test-Engineering runden dasSpektrum ab. 120 Köpfe realisieren massgeschneiderteSoftwarelösungen für ihreKunden. In Zukunft will sich das SchweizerUnternehmen vermehrt auf die IT-gestützteErhöhung der Effizienz in Entwicklung, Fabrikationund Logistik konzentrieren. Auch hierwird Noser Engineering weiterhin der Devisefolgen: Den Kunden einen nachhaltigenWettbewerbsvorteil verschaffen und damit zuderen Erfolg beitragen. www.noser.com3 Im Oktober 2009 fand bereits zum vierten Mal das Gamehotel in Zürichstatt. Die Standortförderung konnte als ideeller Partner einigenUnternehmen die kostenlose Teilnahme ermöglichen. Gamehotel isteine internationale Veranstaltungsreihe zur interaktiven Unterhaltungmit Fokus auf die neuesten Entwicklungen. Das Gamehotel hat seinenUrsprung in Kalifornien. Als weitere Veranstaltungsorte sind Köln,Zürich und Paris dazugekommen.3 Im November 2009 hat die Standortförderung in Partnerschaft mit demim Entstehen begriffenen newtechClub in Schlieren sowie der MedienundFilmgesellschaft MFG Baden-Württemberg eine Austauschrundezum Thema « Digitale Wege zu neuen Märkten » durchgeführt. Rund 20IKT-Vertreter aus dem Raum Zürich haben teilgenommen und Einblickin ihre Aktivitäten gegeben.3 Zu den SOMESSO-Veranstaltungen (Konferenz im Herbst 2009 inZürich und Meetup im Frühjahr 2010) konnte die Standortförderungeine Gruppe von Teilnehmenden aus der Zürcher Wirtschaft als Gästeeinladen. SOMESSO zeigt Unternehmen die Einsatzgebiete und denNutzen der sozialen Medien auf. Die SOMESSO-Tagungen finden inLondon und Zürich statt.3 Stadt und Kanton Zürich haben als Veranstaltungspartner einen Beitragan die Durchführung des Tweakfest 2010 zum SchwerpunktthemaTrade geleistet. Es fand am 23. und 24. April 2010 in Zürich statt.3 Im Juni 2010 lag der von der Standortförderung des Kantons Zürichin Auftrag gegebene erste Zürcher IKT-Bericht vor. Das Zahlenmaterialzur Bedeutung dieser Branche für den Standort Zürich wurde vom StatistischenAmt des Kantons Zürich aufbereitet. Für die redaktionellenBeiträge – unter anderem zur breit gefächerten IKT-Bildungslandschaft– wurden Fachautoren beigezogen.3 Seit Anfang 2010 wirkt die Standortförderung des Kantons in der Fachgruppe« Innovation in der ICT » des Verbandes SwissICT mit. Ein Ziel istdie Etablierung einer Investorenplattform, die ausschliesslich der Kapitalbeschaffungfür IKT-Projekte dient. Mit dem ersten ICT Investor’sDay fand Mitte November 2010 der Pilotanlass in Zürich statt.3 Im 2010 bot die Standortförderung des Kantons Zürich den Vertreternder Netzzunft Gastrecht für ihre regelmässigen Treffen.3 Ende September 2010 hat der Stadtrat Zürich seine Legislaturschwerpunkte2010 – 2014 kommuniziert. Einer der Schwerpunkte ist eZürich.Ausgehend von den guten Rahmenbedingungen und dem geball-Informations- und Kommunikationstechnologie IKT 33


CREALOGIX Gruppe, Zürichten IKT-Know-how im Grossraum Zürich soll Zürich im kommendenJahrzehnt zum Innovationspool und zur Pionier- beziehungsweise Modellstadtfür IKT-Dienstleistungen und IKT-Infrastruktur werden. Ergänzenddazu soll durch die technologische Begleitung des Wandels erreichtwerden, dass auch IKT-ferne Bevölkerungsgruppen die digitalenDienstleistungen nutzen beziehungsweise alle Bewohnerinnen und Bewohnerdes Grossraums Zürich nachhaltig davon profitieren können.3 Im Oktober 2010 fand die erste TEDxZurich-Tagung an der ZürcherHochschule der Künste ZHdK statt. Die Standortförderung hat die Einführungdieses international angesehenen Veranstaltungsgefässessehr begrüsst und einen Beitrag daran geleistet.Eine der modernsten E-Banking-Softwares derSchweiz – die CLX.E-Banking-Software-Suite –ist das Produkt der Firma Crealogix inZürich. Es deckt sowohl die Anforderungen vonRetail- und Privatbanken als auch von Vermögensverwaltungenvollumfänglich ab und istdamit ein gutes Beispiel für den Anspruch vonCrealogix, zeitgemässe Businesslösungenzu entwickeln und laufend zu erweitern. Mitüber 260 Mitarbeitenden und elf Niederlassungenkennt die Crealogix-Gruppe die Herausforderungen,die der Markt an die Unternehmenstellt. Mit der Effizienzsteigerung durchOptimierung der täglichen Unternehmensprozesse,durch den Einsatz neuester Technologienund dank grosser Kreativität im Umgangmit allem Neuem schafft es Crealogix,sowohl die Visionen ihrer Kunden als auch dieeigenen zu verwirklichen. www.crealogix.com3 Das Forschungslabor Disney Research Zurich (DRZ) an der ETH Zürichwurde im November 2010 in Washington mit dem Tell Award ausgezeichnet.Dieser Award wird jährlich vergeben und würdigt wichtigeInvestitionsprojekte von nordamerikanischen Unternehmen in derSchweiz. Das DRZ wurde Ende April 2010 offiziell an der ETH Züricheingeweiht. Rund 30 Computerwissenschaftler und 10 Doktorandenentwickeln in diesem Forschungszentrum neue Softwareverfahren undAlgorithmen im Bereich der Computeranimation. Das DRZ wird sehrgerne auch von ausländischen Gästen, die von der Standort- und Wirtschaftsförderungbetreut werden, besucht.3 Im November 2010 nahm eine Zürcher Delegation (mit Vertretern ausForschung, Lehre und Wirtschaft) an der CREATE10, der internationalenKonferenz der Kreativwirtschaft in Stuttgart, teil.Einige SchlüsseleinrichtungenETH transfer Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Industrie undWirtschaft sowie die Förderung des Unternehmergeistes von ETH-Abgängernsind wichtige Ziele der ETH Zürich. Folglich wurde ETH transfer (dieinterne Technologietransferstelle) in den vergangenen Jahren auf 13 Personenausgebaut. Sie beraten ETH-Angehörige bei allen Fragen zu Kooperationenmit der Industrie, Patentanmeldungen oder Lizenzierungen. Einweiterer Fokus von ETH transfer liegt auf der Beratung von angehendenJungunternehmern, die basierend auf an der ETH Zürich entwickelten Ideenoder Technologien eine eigene Firma gründen möchten. Seit 1996entstanden via ETH transfer insgesamt 195 neue Unternehmen mit über1500 direkten und indirekten Arbeitsplätzen. www.transfer.ethz.chHasler-Stiftung Die Hasler-Stiftung ist eine unabhängige Stiftung mitdem Zweck, Bildung, Forschung und Innovation im Bereich der Informations-und Kommunikationstechnologien zum Wohl und Nutzen des DenkundWerkplatzes Schweiz zu fördern. Im Jahr 2009 hat die Hasler-StiftungProjekte im Gesamtbetrag von ca. 7,5 Mio. CHF gefördert. Das wichtigsteFörderprogramm der Hasler-Stiftung nennt sich « FIT – FIT in IT an Gymnasien» und hat zum Ziel, Informatik als Wissenschaft (im Unterschied zublossen Anwenderfähigkeiten) als regulären Unterrichtsbestandteil an dieGymnasien zurückzubringen. Seit Programmbeginn im Jahr 2006 hat dieInformations- und Kommunikationstechnologie IKT 34


Hasler-Stiftung deutlich über 9,5 Mio. CHF in dieses Programm investiert,mit Schwergewicht in der Lehrer-Zusatzqualifikation für den Informatikunterricht.FIT ist auf zehn Jahre angelegt und hat einen Budgetrahmenvon 20 Mio. CHF. www.haslerstiftung.chFachgruppe « Innovation in der ICT » vom Verband SwissICT Die Fachgruppe« Innovation in der ICT » wurde Anfang 2010 gegründet. Sie stelltStrukturen und Instrumente bereit, damit IKT-Innovationen schneller underfolgreicher umgesetzt werden. Der Fachgruppe gehören mehr als zehnPersonen an, die eine starke Verankerung in der IKT-Branche oder demInnovationsumfeld haben. www.swissict.chUnitectra – Kooperation von Universität und Wirtschaft Unitectra ist fürdie Angehörigen der Universität Zürich und des Universitätsspitals Zürichdie Fachstelle für die wirtschaftliche Umsetzung von Forschungsergebnissenund für Kooperationen mit Wirtschaftspartnern. Der Schutz und dasManagement des geistigen Eigentums, das Aushandeln von Verträgen allerArt (zum Beispiel Forschungsverträge, Lizenzen) und die Unterstützungvon Firmengründungen gehören zu den Kernaufgaben von Unitectra.www.unitectra.ch und www.spinoff.chWinLink Der Verein WinLink engagiert sich für die Informations- undKommunikationstechnologie in der Region Zürich/Bodensee. Er bietetAnwendern, Entwicklern sowie Interessierten eine ideale Plattform fürden Wissensaustausch und ein grosses Netzwerk an kompetenten undinteressierten Menschen rund um die IKT. www.winlink.chKünftige Aktivitäten und HerausforderungenKontaktperson beim Kanton ZürichØ Anita Martinecz Fehér, Projektleiterin IKTanita.martinecz@vd.zh.chwww.standort.zh.chKontaktperson bei der Stadt ZürichØ Rahel Kamber, Projektleiterin WirtschaftsförderungStadt Zürichrahel.kamber@zuerich.chwww.stadt-zuerich.ch/wirtschaftWeiteres Informations- und DatenmaterialØ Erster Zürcher IKT-Bericht 2010Ø www.standort.zh.chØ www.winlink.chFehlender Nachwuchs In den kommenden Jahren gehen dem IKT-Marktdurch Pensionierungen Tausende von qualifizierten Arbeitskräften verloren.Diese Reduktion vermögen die Absolventen der Berufsausbildungenund Studienabgänger bis auf weiteres nicht auszugleichen. Eines der vordringlichenZiele wird es somit sein, in Partnerschaft mit den Netzwerkpartnern,Bildungseinrichtungen sowie Organisationen (wie der ZürcherLehrmeistervereinigung Informatik ZLI) Jugendliche für die Attraktivitätder Informatikberufe und -ausbildungen zu begeistern. Unter anderemindem Einblick in attraktive Arbeitsumgebungen geboten und die Neugierfür technische Fragen geweckt wird. Zur Vermittlung der Chancen imIKT-Umfeld leisten auch die verschiedenen Communities einen wichtigenBeitrag: Die monatlichen Web Monday Zurich-Treffen zum Beispiel vermögeneine Vielzahl innovativer Köpfe zu mobilisieren. Solche Netzwerke giltes weiter zu stärken.Fortschritt durch geteiltes Wissen Ein weiteres Schwerpunktthemawird der Innovations- beziehungsweise Technologietransfer bleiben, damitkünftig noch mehr Start-ups aus dem Hochschulumfeld hervorgehenund bereits bestehende Unternehmen ihre Geschäftsprozesse effizientergestalten können. Aufgrund der hohen Dichte an IKT-Netzwerken und-Organisationen werden die Standort- und Wirtschaftsförderung auch künftigvorwiegend Projekte aus deren Umfeld begleiten und unterstützen.Informations- und Kommunikationstechnologie IKT 35


Kreativwirtschaft 36


Kreativwirtschaft: Hohe Konzentration am Standort ZürichWenige Branchen haben in den letzten Jahrenihr Potenzial so eindrücklich unter Beweisgestellt wie die Kreativwirtschaft. Die positivenEffekte dieses wissens basierten Wirtschaftszweigeszeigen sich in Wachstum undBeschäftigung auf inter nationaler, nationalerund regionaler Ebene. In der EU wird derKreativwirtschaft mit tler weile ein Anteil vonüber 2,5 % am Brutto inlandprodukt (BIP) undüber 3 % an den Beschäftigten zugeschrieben.Für die Schweiz kann von 4,2 % am BIP und5 % der Beschäftigten ausgegangen werden.Doch die Kreativwirtschaft ist nicht nur einInnovationstreiber, sondern leistet auch einenmassgeblichen Beitrag zur hohen Lebensqualitätam Standort Zürich.Unter Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Unternehmen zusammengefasst,welche überwiegend erwerbswirtschaftlich tätig sind undsich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und medialen Verbreitungvon kulturellen und kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen. Dazugerechnet werden die folgenden Teilmärkte: Musikwirtschaft, Buchmarkt,Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt der darstellendenKunst, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Werbemarkt, Software- / Games-Industrie, Kunsthandwerk, Pressemarkt und Phonotechnischer Markt.Kreativwirtschaft in ZahlenDie ersten beiden Zürcher Kreativwirtschaftsberichte aus den Jahren 2005und 2008 lieferten Daten und Fakten zur volkswirtschaftlichen Bedeutungder Branche im Wirtschaftsraum Zürich. Neben den volkswirtschaftlichpositiven Effekten beleuchteten sie auch die spezifischen Merkmale derKreativwirtschaft: Höchst heterogen, mit kleinteiliger Unternehmensstruktur,dynamisch, innovations treibend, primär urban eingebettet, imagebildendfür den Standort.Im Oktober 2010 konnten die Standortförderung des Kantons Zürich unddie Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich zusammen mit der ZHdK bereitsden Dritten Zürcher Kreativwirtschaftsbericht vorlegen. Die im Berichtpublizierten Zahlen zeigen deutlich auf, dass der Standort Zürichnach wie vor die zentrale Schwerpunktregion der Schweiz für die Branchender Kultur- und Kreativwirtschaft ist: Die Anteilswerte des Kantons Zürichim gesamtschweizerischen Vergleich liegen bei rund einem Viertel.Schweizweit sind in der Kreativwirtschaft im Jahr 2008 über 200 000Personen in gut 40 000 Betrieben beschäftigt (was 10 % aller Betriebeund 5 % aller Beschäftigten entspricht). Im Kanton Zürich sind es rund56 000 Personen in nahezu 10 000 Betrieben (entspricht rund 14 % derBetriebe und 7 % der Beschäftigten der Zürcher Gesamtwirtschaft). In derStadt Zürich schliesslich sind 33 000 Personen in 5000 Betrieben tätig.Die Zürcher Anteile an der Schweizer Kreativwirtschaft sind mit 16 % derBeschäftigten und 12 % der Betriebe beachtlich.Zwischen 2005 und 2008 hat die Zahl der Beschäftigten schweizweit um8 % zugenommen, die Zahl der Betriebe um 4 %. Vergleicht man dieseKreativwirtschaft 37


Zahlen mit den tendenziell rückläufigen Daten der letzten Erhebung (imJahr 2005), kann eindeutig von einer Trendwende gesprochen werden.Im Kanton Zürich entwickelt sich die Kreativwirtschaft dynamischer alsdie Gesamtwirtschaft: Die Zahl der Betriebe wächst um 4%, diejenige derBeschäftigten um 13 %.Die Kreativwirtschaft Schweiz erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfungvon rund 20 574 Mio. CHF und einen Umsatz von knapp 87 967 Mio.CHF (rund 4,2 % Anteil am BIP). Die Bruttowert schöpfung der Kreativwirtschaftim Kanton Zürich beträgt 5585 Mio. CHF, der Umsatz 23 878Mio. CHF (Anteil von 5,9 % am BIP). Die Kreativwirtschaft der Stadt Zürichschliesslich erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von 3 280 Mio.CHF und generiert Umsätze in der Höhe von 14 023 Mio. CHF (Anteil amBIP von 7,7 %).Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im Jahr 2008 in der StadtZürich bereits 19 % der Betriebe und 9 % aller Beschäftigten der Kreativ-Beschäftigte (Voll-/Teilzeit) Anteil Schweiz in % Beschäftigte 3-Jahres Veränderung in %Stadt Zürich Kanton Zürich Schweiz Stadt Zürich Kanton Zürich Stadt Zürich Kanton Zürich SchweizMusikwirtschaft 3 430 4 967 19 028 18,0 26,1 15,1 9,3 4,6Buchmarkt 1 211 1 631 6 907 17,5 23,6 –4,4 –2,4 –1,7Kunstmarkt 933 1 661 7 128 13,1 23,3 11,5 11,8 6,0Filmwirtschaft 1 504 2 329 8 510 17,7 27,4 19,6 19,3 2,5Rundfunkwirtschaft 2 368 2 818 6 742 35,1 41,8 –13,2 –8,9 –3,7Markt der darstellenden Kunst 1 929 2 666 11 006 17,5 24,2 17,4 6,9 5,4Designwirtschaft 5 401 8 754 26 440 20,4 33,1 20,8 15,3 17,8Architekturmarkt 5 601 9 670 41 253 13,6 23,4 28,0 17,0 10,4Werbemarkt 3 944 6 106 21 993 17,9 27,8 26,0 10,9 5,1Software- / Games-Industrie 6 355 13 306 42 299 15,0 31,5 38,2 23,6 16,4Kunsthandwerk 233 376 5 012 4,6 7,5 –4,5 1,6 9,9Pressemarkt 4 733 7 180 26 368 17,9 27,2 12,2 8,8 1,4Phonotechnischer Markt 711 2 810 11 609 6,1 24,2 24,3 6,8 14,4Total 32 763 55 911 205 947 15,9 27,1 18,0 13,0 8,0Betriebe Anteil Schweiz in % Betriebe 3-Jahres Veränderung in %Stadt Zürich Kanton Zürich Schweiz Stadt Zürich Kanton Zürich Stadt Zürich Kanton Zürich SchweizMusikwirtschaft 253 490 2 445 10,3 20,1 –6,7 –5,8 –2,0Buchmarkt 162 265 1223 13,2 21,7 –4,9 –6,3 –2,9Kunstmarkt 277 471 2 143 12,9 22,0 7,1 1,4 2,5Filmwirtschaft 294 438 1 410 20,9 31,1 16,2 15,0 9,6Rundfunkwirtschaft 14 28 132 10,6 21,2 –17,6 0,0 0,0Markt der darstellenden Kunst 107 181 913 11,7 19,9 0,9 -3,2 2,4Designwirtschaft 1 307 2354 7532 17,4 31,3 6,5 5,4 7,2Architekturmarkt 1 234 2 500 11 014 11,2 22,7 12,5 4,4 2,2Werbemarkt 528 1 052 3 370 15,7 31,2 –2,8 –3,0 –0,2Software- / Games-Industrie 658 1 856 7 005 9,4 26,5 4,3 2,9 5,7Kunsthandwerk 82 153 948 8,6 16,1 –7,9 –3,8 –0,7Pressemarkt 537 1 020 4 646 11,5 22,0 5,1 2,4 2,4Phonotechnischer Markt 120 355 1 921 6,2 18,5 15,4 10,8 7,8Total 4 925 9 924 40 351 12,2 24,6 7,0 4,0 4,0Quelle: BZ 2008 BfS; Research Unit Creative Industries (RUCI), ZHdK; eigene BerechnungKreativwirtschaft 38


EgliFilm AG, Zürich und Ostermundigenwirtschaft zuzurechnen sind. Mit einer Zunahme von 7 % bei den Betriebenund 18 % bei den Beschäftigten wächst die Kultur- und Kreativwirtschaftzwischen 2005 und 2008 verglichen mit der Gesamtwirtschaftder Stadt Zürich wesentlich stärker.Zu den starken Teilmärkten im Wirtschaftsraum Zürich zählen die Software-/ Games-Industrie, der Architekturmarkt, die Designwirtschaft sowieder Pressemarkt.Der vollständige Bericht kann unter www.creativezurich.ch heruntergeladenwerden.Cluster-Aktivitäten 2009 – 2010« Die Herbstzeitlosen », « Grounding », « Cargo »oder « Achtung, Fertig, Charlie »: Kaum einbekannter Schweizer Film, der nicht durch dieHände der EgliFilm AG gegangen ist. Dievor über 35 Jahren vom Filmtechniker undKameramann Herbert Egli gegründeteFirma steht für qualitativ hochwertige Postproduktionvon Filmen und Werbespots.Das Angebot umfasst die komplette Paletteder Postproduktion eines Filmes: Schnittund digitale Nachbearbeitung der Bilder sowiedas Vertonen und Unterlegen der Bildermit Musik. Daneben biete EgliFilm aber auchweitere Services wie Vermarktungsunterstützungund DVD-Vervielfältigung an. DieDigitalisierung des Films ist auch für EgliFilmein grosses Thema. Gemeinsam mit Partnernaus Wirtschaft und Wissenschaft arbeitetdas Unternehmen an der Weiterentwicklunghybrider Lösungen für die Langzeitarchivierungvon Filmen. Mit verschiedenen Engagementsan Filmfestivals fördert EgliFilmvor allem den Nachwuchs und inländischesSchaffen: Dazu gehören das « Talent Tape »in Freiburg, der « Action Light Preis » für dasbeste Schweizer Nachwuchstalent in Locarnooder der « Preis für die beste SchweizerKamera » in Winterthur. www.eglifilm.ch3 Der Creative Zürich Wednesday hat sich als Veranstaltungsgefäss beziehungsweiseals Begegnungsplattform für Kreativwirtschafter aberauch Vertreter aus anderen Wirtschaftszweigen etabliert. Insgesamthaben an den sieben Anlässen in den Jahren 2009 und 2010 rund800 Personen teilgenommen. Die inhaltlichen Schwerpunkte wurdenmit Branchevertretern gesetzt, die jeweils auch durch den Abend geführthaben. Es standen die folgenden Themen auf dem Programm:3 Zwischennutzungen: Areale der Kreativwirtschaftam 25. März 20093 Lass die Lieder los – Wie Kreative den Kommerz erlebenam 27. Mai 20093 Digitale Kinoprojektion: Revolution oder Evolution?am 23. September 20093 Ausbildung und Praxis – zwischen Design und Technologieam 25. November 20093 Inszenieren! – Ausstellungsdesign zwischen Kunst und Kommerzam 31. März 20103 Haben die Printmedien ausgedient? – eine Branche im Wandelam 27. Oktober 20103 Game Entwicklung Schweiz – ein Zukunftsmarktam 17. November 20103 Die Website creativezurich.ch mit Informationen zur Bedeutung derKreativwirtschaft wird seitens Stadt und Kanton bewirtschaftet undaktuell gehalten. Seit 2009 können Akteure aus dem KreativwirtschaftsumfeldProjekte mit Bezug zum Standort Zürich mit Bild undKurztext im oberen Bereich dieser Site einblenden.3 Das Jahrestreffen der Freunde der Creative Zürich Initiative fand imSeptember 2009 bei der Spectraseis (Gewinnerin des Swiss EconomicAward 2009) statt.Kreativwirtschaft 39


3 Im Oktober 2009 erhielt die Wirtschaftsförderung der Stadt die Gelegenheit,einer 50-köpfigen Verwaltungsdelegation aus Arnheim Einblickin die Kreativwirtschafts-Aktivitäten zu geben.3 Den Design Preis Schweiz 2009 hat die Standortförderung als Partnerunterstützt. Er wurde im November 2009 verliehen. Unter den Preisträgernwaren erfreulicherweise mit Collin Schaelli und Paolo Fancellizwei Vertreter aus Zürich. Die nominierten Exponate werden bis Mitte2011 auf verschiedenen Plattformen im In- und Ausland präsentiert:Einige Mode- und Textil-Nominationen konnten beispielsweise vom16. Januar bis 14. März 2010 im Gewerbemuseum Winterthur inAugenschein genommen werden. Der Preis macht im Ausland an denfolgenden Destinationen halt: Berlin, Shanghai, Chicago, Washington,Tokio, Peking, Los Angeles, San Francisco, Vancouver.3 Der Creative Zürich Initiative angeschlossen haben sich per Ende Oktober2010 rund 150 Mitglieder. Mit ihrem Beitritt signalisieren sieBereitschaft, sich für das Gedeihen der Kreativwirtschaft am StandortZürich zu engagieren. Sie werden in regelmässigen Abständen überdie Creative Zürich-Aktivitäten auf dem Laufenden gehalten.3 Referentenvermittlung Für die folgenden Anlässe konnten seitensStandortförderung Referenten aus dem Zürcher Kreativwirtschaftsumfeldvermittelt werden:3 Forum Kreative Stadt vom 25. März 2010 in Mannheim, Referatzum Thema « Kreativwirtschaft als Katalysator für die Gesamtwirtschaft– Förderaktivitäten im Raum Zürich »3 Informationsveranstaltung vom 24. Mai 2010 in Bülach zur Bedeutungder Kultur- und Kreativwirtschaft für Standorte3 Die Standortförderung leistete im 2009 und 2010 einen Beitrag andie Organisation der Blickfang. Diese Messe vermochte sich über dieJahre als Fixpunkt im Zürcher Design-Herbst zu etablieren und bieteteine weitum beachtete Plattform für vorwiegend heimisches Schaffen.Anlässlich der 14. Durchführung im 2010 hat das Blickfang-Team dasPublikum mit einem Strauss von innovativen Neuerungen überrascht(unter anderem Kollektion Blickfang Edition).3 Vorstellung Creative Zürich Aktivitäten Beim Master of Arts in DesignLehrgang der ZHdK haben Stadt und Kanton im Herbst 2009 und2010 die Möglichkeit genutzt, über ihre Aufgaben im Allgemeinen unddie Creative Zürich Aktivitäten im Besonderen zu berichten.3 Der Kreislauf 4 + 5 wurde im 2009 von der Stadt (Langstrassenkredit)und im 2010 von der Standortförderung des Kantons unterstützt. Eswar allen Beteiligten im 2010 ein Anliegen, auf eine internationaleAusstrahlung hinzuarbeiten. Für diesen Zweck wurden erstmals dieUnternehmensporträts auch in englischer Sprache im Netz publiziert.Ein erster Erfolg war der Beitrag in der « New York Times Online ». BeimKreislauf 4 + 5 im Mai 2010 waren erstmals auch Geschäfte und Ate-Kreativwirtschaft 40


liers aus dem Viadukt involviert. Am Kreislauf teilgenommen habenmehrere Hundert Personen.3 Im Juli 2009 erhielt die Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich dieGelegenheit, Studierenden des Masters-Lehrganges « Kulturjournalismus» an der Universität der Künste in Berlin die Rolle der CreativeClass im Stadtentwicklungsprozess in Zürich darzulegen.3 Ende September 2010 fand erstmals die Designgut im Casinotheaterin Winterthur statt. Bei dieser Messe steht die Kombinationvon nachhaltiger Produktion und herausragendem Design im Vordergrund.Die Standortförderung hat die Organisatorinnen dieses Anlassesunterstützt.3 Mitte Oktober 2010 konnte der dritte Zürcher Kreativwirtschaftsberichtveröffentlicht werden. Er basiert auf der Betriebszählung 2008 und liefertErkenntnisse zur Entwicklung seit der letzten Erhebung im 2005.3 Die Herausgeber des Next Level Magazine wurden durch die Standortförderungbei der Realisation der Zürich Ausgabe unterstützt. Rechtzeitigauf die Frieze Art Fair 2010 in London lag die Publikation druckfrischvor. Sie gibt Einblick ins aktuelle Kunstgeschehen mit Fokus aufdie Fotografie im Raum Zürich.3 Ende September 2010 hat die Regierung der Stadt Zürich ihre Legislaturschwerpunkte2010 – 2014 kommuniziert. Einer der fünf Pfeiler istdie Kultur- und Kreativstadt Zürich. Angestrebt wird zum einen, dassZürich national und international noch stärker als attraktive und innovativeKultur- und Kreativstadt wahrgenommen wird, und zum anderen,dass möglichst viele Menschen den Zugang zum Kulturangebothaben. Zur Stärkung der Branche soll durch eine aktive Raumpolitikein anregendes und kreatives Umfeld geschaffen werden. Auch dieVernetzung zwischen Hochschulen, Kulturschaffenden und der Kreativwirtschaftsoll auf lokaler, nationaler wie internationaler Ebene weitergefördert werden.3 Die mehrjährigen Bemühungen der Initianten des Filmoffice Zürichbeginnen Früchte zu tragen. Stadt, Kanton und Zürich Tourismus habenin Zusammenarbeit mit Vertretern des Vereins Zürich für den Filmin der 2. Jahreshälfte 2010 die Konzeption des Filmoffice in Angriffgenommen. Filmcrews, die sich für Zürich als Drehort interessieren,sollen künftig professionell betreut und mit möglichst wenigen administrativenHürden konfrontiert sein. Die wichtigsten Basisinformationenwerden auch im Internet verfügbar sein.Einige Schlüsselakteure und -einrichtungenBesonders innovative und engagierte Branchenvertreter Die Kreativwirtschaftlebt wie kaum eine andere Branche von der Experimentierfreudeihrer Vertreterinnen und Vertreter. Die besonders umtriebigen Akteureentwickeln – häufig aus persönlichem Interesse heraus – neben ihrerKreativwirtschaft 41


Genossenschaft Gleis 70, ZürichGenossenschaften werden oftmals mit kostengünstigenWohnungen assoziiert. Dass dieseauch für Gewerbeflächen eine funktionierendeLösung sein können, zeigt die GenossenschaftGleis 70. Aus der provisorischen Einnistungvon einigen Mietern und Mieterinnen im Herbst2000 konnte eine breit abgestützte Genossenschaftaufgebaut werden, die ihren Mitgliedernkostengünstige Arbeitsräume in kreativerUmgebung anbietet. Schauplatz ist das ehemaligeFranz-Carl-Weber-Haus an der Hermetschloostrasse70 in Zürich-Altstetten miteiner Bruttofläche von 13 000 m 2 . Die PensionskassenAbendrot und Nest sowie dieGenossenschaft Gleis 70 formierten sich zueiner unorthodoxen Investorengruppe undübernahmen bereits Ende 2002 das ganzeGebäude. Der vielfältige Mietermix aus Handwerkern,Gestaltern, Künstlern und weiterenDienstleistenden sorgt für anregende Kontakteund ein breites Know-how im Haus. Einehauseigene Kantine mit grosser Dachterrasseund Blick über die Stadt Zürich rundet dieseskleine Juwel ab. www.gleis70.chGeschäftstätigkeit und unter Einbezug ihrer Netzwerke parallele Aktivitäten,die sich im Laufe der Zeit zu einer Geschäftsidee entwickeln können,aber dies nicht zwingend tun müssen. Ein Beispiel ist sicherlichdie Street Parade, die sich im 2011 zum zwanzigsten Mal jährt und zwischenzeitlichzu einem Riesenevent wurde, der mit den Ursprüngen nichtmehr viel gemeinsam hat. Am Standort Zürich gibt es erfreulicherweiseeine wachsende Zahl von Kreativwirtschaftsvertretern, die durch ihr Wirkeneinen Beitrag zum Gedeihen der Branche leisten und internationaleWirkung entfalten: So zum Beispiel die Freitag-Brüder, die nicht blossTaschen aus Lastwagenplanen fertigen und verkaufen, sondern auch mitihrem Freitag-Turm ein touristisches Magnet geschaffen haben und sichdarüber hinaus bei Veranstaltungen engagieren (unter anderem BycicleFilm Festival Zurich und Creative Morning Zurich). Erwähnenswert sindauch die Köpfe hinter der Photo Fotowerkschau in Zürich: Sie habendie Gründung des Verbandes Kreativwirtschaft Schweiz mitangestossen.Oder das INURA-Team, das seit zwei Jahrzehnten einem internationalenNetzwerk zum Thema Stadtentwicklung angehört und Studien zur Entwicklungder Kreativwirtschaft in Zürich sowie den Themen Zwischen- undErdgeschossnutzungen publiziert hat. Zu erwähnen sind auch die Trägerdes Swiss Textiles Award und die Organisatoren der Fashion Days sowiedie Macher aus dem Filmumfeld (von der Produktion über die Filmstiftungbis hin zum Zurich Film Festival). Ihrem Engagement ist mitzuverdanken,dass der Kreativwirtschaftsstandort Zürich immer mehr internationalwahrgenommen wird. Konkrete Lösungsansätze mit Blick auf dieProblematik schwindender Raum zu günstigen Konditionen haben dieGenossenschaft Gleis 70 sowie Fischer Liegenschaften Managemententwickelt (unter anderem mit dem Supertanker und Basislager), wobeibeide auch sogenannten B-Lagen ihren Charme abzugewinnen wissenund zu deren mittelfristigen Aufwertung beitragen. Diese Aufzählung kannnicht abschliessend sein. Tatsache ist, dass die Kreativwirtschafter imRaum Zürich ein beachtliches Reservoir an Innovationskraft stellen, dasdurchaus auch andere Wirtschaftskreise inspirieren dürfte.Creative Commons für eine künstlerfreundliche Anwendung des UrheberrechtsDas Creative Commons Netzwerk ermöglicht Künstlern undKünstlerinnen mit seinen modulartigen Urheberrechts-Lizenzen unterdem Motto « some rights reserved » selber zu bestimmen, unter welchenrechtlichen Bedingungen sie ihre Werke veröffentlichen und weiter verwendbarmachen wollen. Die Lizenzen sind weltweit einheitlich, einfachverständlich und stehen allen Interessierten gratis zur Verfügung. EinGrossteil des Schweizer Teams ist im Raum Zürich tätig.www.creativecommons.org/international/ch« GameCulture » Programm der Pro Helvetia Games gehören heute zurAlltagskultur breiter Bevölkerungsschichten. So erstaunt es nicht, dassdie Spielindustrie zum umsatzstärksten Zweig der Kreativ- beziehungsweiseKulturwirtschaft aufgestiegen ist. Damit verbunden sind auch immermehr Menschen damit beschäftigt, zunehmend komplexere digitaleWelten zu erschaffen. Unter anderem die Spielproduzenten, die Auftraggebersind für Künstler unterschiedlichster Sparten – von Designern überDrehbuchautoren bis hin zu Komponisten. Aufgrund der engen Vernetzungder Computerspiele mit den bildenden und darstellenden Künsten sowieKreativwirtschaft 42


mit Musik und Film liegt es nahe, dass das Thema von der Kulturförderungaufgegriffen wird. Seitens Unesco wurde beispielsweise die Computerspielbranchebereits als Kulturbranche anerkannt. Auch in Frankreich,Deutschland oder den nordischen Staaten stehen Videospiele längst aufden kulturpolitischen Agenden. Seit Herbst 2010 thematisiert Pro Helvetiadas Medium Computerspiele über verschiedene Ausstellungen sowiePodien an bestehenden Konferenzen und Festivals. Vermittelt werden sollunter anderem, dass das Computerspiel als Kunstform zu betrachten ist.Noch stehen Computerspiele – wie einst der Film und das Fernsehen– unter Generalverdacht, Schund und Kinderkram zu sein. Spieler undNichtspieler begegnen einander mit Unverständnis. Ein Graben zwischenden Generationen öffnet sich und die öffentliche Diskussion ist starkemotionalisiert. Im Fokus stehen problematische Aspekte wie Suchtund Gewaltdarstellung. Dass Computerspiele über eine ähnlich breiteGenre-Vielfalt wie Spielfilme verfügen, ist den meisten Nicht-Spielern unbekannt.Mit dem Programm « GameCulture » will Pro Helvetia das neueMedium in seinem Reichtum und seiner Komplexität präsentieren undmehr Verständnis in der Öffentlichkeit schaffen. www.gameculture.chProjekte an der ETH und Universität Zürich mit engem Bezug zurKreativwirtschaft An der ETH Zürich bewegen sich verschiedene Projekte(zum Beispiel das Value Lab – ein Forschungslabor für virtuellesDesign und Städteplanung) sowie Lehrstühle (wie der Chair of ComputerAided Architectural Design CAAD) eng an der Nahtstelle zur Kreativwirtschaft.Das CAAD hat in den Jahren 2000 bis 2009 eine beachtlicheZahl von experimentellen Arbeiten und Prototypen hervorgebracht, diein der Retrospektive « Jenseits des Rasters – Architektur und Informationstechnologie» (erschienen im Birkhäuser-Verlag) gewürdigt werden.Mit dem « Future Cities Laboratory » erfolgt ein internationaler Brückenschlag.Zusammen mit dem Stadtstaat Singapur wird eine interdisziplinäreForschungsplattform für nachhaltige Stadtentwicklung geschaffen.Ziel ist es, Städte umweltverträglich und lebenswert zu machen. Dies inenger Zusammenarbeit mit den für die Stadtplanung zuständigen Behördenin Singapur und in Zürich sowie unter Einbezug des MassachusettsInstitute of Technology (MIT). Ergänzend dazu wurde in Singapur die Gründungeiner neuen auf Design ausgerichteten Universität beschlossen.Was sicherlich auch wieder Anknüpfungspunkte für Kooperationen mitZürcher Einrichtungen eröffnet. Erwähnenswert ist auch das Disney ResearchLab an der ETH Zürich, das im Frühjahr 2010 offiziell eingeweihtwerden konnte. Eine weitere Institution mit weltweiter Ausstrahlung ist dasArtificial Intelligence Laboratory an der Universität Zürich. www.ethz.chund www.uzh.chSwiss Design Institute for Finance and Banking (SDFB) Das SDFBist ein interuniversitäres Design-Kompetenzzentrum für angewandte undwissenschaftliche Forschung zur Optimierung der Beziehung zwischenFinanzdienstleistern und deren Kunden. Es handelt sich dabei um eineKooperation der Zürcher Hochschule der Künste ( ZHdK ), der UniversitätZürich, der ETH Zürich sowie der Universität St. Gallen. In Zusammenarbeitmit Partnern der Schweizerischen Banken- und Finanzwirtschaftwerden zukunftsgerichtete und kundenzentrierte Medienlösungen für dasFinanzwesen erforscht und entwickelt. www.sdfb.chKreativwirtschaft 43


StauffacherBenz, UsterStefan Stauffacher und Nicole Benz haben einwenig zugewartet, aber das Warten hat sichgelohnt. Auf dem zweiten Bildungsweg habensich der Biologe und die Lehrerin das Rüstzeugzu Industrial Designer geholt und gleichmit ihrer ersten gemeinsamen Arbeit in derSchweizer Designwelt eingeschlagen: Dasaugenzwinkernde « Be your own chair … andwalk it! » ist eine Serie von Sitzgelegenheiten,deren Rückenflächen auf die dazugehörigenAnzüge gedruckt sind. Seither hat sich ihrStudio kontinuierlich entwickelt und mit Erfolgdie unterschiedlichsten Themen bearbeitet,vom Küchengerät bis zum Messestand undvom Möbel bis zum Leichtbau-Elektrofahrzeug.Die hauseigene « Glücksli »-Schmuck kollektionbereichert das Schaffen um eine weiterewertvolle Facette. Dem Anspruch, neue Sichtweisenauf bekannte Dinge zu erforschen,blieb das Duo seit dem Erstlingsprojekt treu.www.stauffacherbenz.chVerband Kreativwirtschaft Schweiz (VKWS) Der VKWS – die wirtschaftspolitischeStimme für die Kreativwirtschaft – wurde im Oktober 2009gegründet. Er soll der Schweizer Kreativwirtschaft zu einem neuen Selbstverständnisund zu einer geeinten Stimme verhelfen. Denn bekanntlichsind Kreativunternehmen in der Schweiz stark fragmentiert und untereinanderkaum vernetzt. So gibt es in den einzelnen kreativen Disziplinennoch kein gemeinsames Verständnis für disziplinenübergreifende Anliegen.Was zur Folge hat, dass die Kreativwirtschaft als Ganzes wederauf politischer noch auf medialer Ebene ihrer Bedeutung entsprechendwahrgenommen wird. Zu den Schwerpunktaufgaben des VKWS gehörendie Erhöhung der Visibilität der Kreativwirtschaft im In- und Ausland, diebessere Vernetzung unter den einzelnen kreativen Disziplinen sowie derBetrieb eines eigenen Thinktanks. www.kreativwirtschaft.chZürcher Hochschule der Künste (ZHdK) Am 1. August 2007 wurdein Zürich eine der grössten Kunsthochschulen Europas gegründet: DieZürcher Hochschule der Künste (ZHdK) mit rund 2000 Studierenden. Sieentstand aus einem Zusammenschluss der Hochschule Musik und TheaterZürich (HMT) und der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich(HGKZ) und vereint unter ihrem Dach ein einmaliges Studienangebot inden Bereichen Design, Film, Kunst, Medien, Musik, Tanz, Theater und Vermittlungder Künste.Die ZHdK beschäftigt sich mit der Kultur- und Kreativwirtschaft, da es sichdabei um die Arbeitsmärkte ihrer Studierenden und Absolventen handelt.Zudem forscht sie zu den Bezügen der Kultur- und Kreativwirtschaft zumöffentlichen Sektor und zu weiteren Branchen. www.zhdk.chKünftige Aktivitäten und HerausforderungenVerfügbarkeit von Raum zu attraktiven Konditionen Kreativwirtschafterinnensind genauso wie die Gewerbetreibenden in der Stadt Zürich mitdem Schwinden von Raum zu attraktiven Konditionen an zentralen Lagenkonfrontiert, insbesondere in den bevorzugten Stadtquartieren Seefeld,Kreis 4 und 5 sowie Binz. Dies zwingt sie flexibler zu werden und ihrenStandort in andere Stadtkreise oder auch über die Stadtgrenzen hinauszu verlegen. Es wird eine der Herausforderungen der nächsten Jahre sein,attraktive Nischen für kreatives Wirken zu schaffen. Eine Aufgabe, die wederdie öffentliche Hand noch die Privatwirtschaft alleine lösen kann.Branchenübergreifend Lösungen auf veränderte Umweltbedingungenentwickeln Eine weitere Herausforderung wird sein, vermehrt Synergienzwischen der Kreativwirtschaft und anderen Wirtschaftszweigen zuidentifizieren und verstärkt zu nutzen. Beispielsweise indem Erkenntnisseaus der Games-Entwicklung auch auf andere Bereiche (unter anderemMedizin oder Bildung) übertragen werden.Mit der Veränderung der Informationsgewohnheiten eröffnen sich innovativenKreativwirtschaftern neue Tätigkeitsfelder im In- und Ausland, wasjedoch die Bereitschaft erfordert, sich in neuen Märkten zu behauptenbeziehungsweise sich aufs internationale Parkett zu wagen. Eine Möglichkeithierzu bildet die Pflege internationaler Netzwerke oder die Mitwirkungbei internationalen Forschungsprojekten.Kreativwirtschaft 44


Mit Kreativ-Akteuren an der Wahrnehmung und Weiterentwicklung derZürcher Kompetenzen arbeiten Seitens Standortförderung des Kantonsund Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich werden die bisherigenCreative Zürich-Instrumente weitergeführt: Es sind dies im Wesentlichendie Bereitstellung von Datenmaterial und Informationen, die eigene VeranstaltungsreiheCreative Zürich Wednesday sowie punktuelle Beiträgean Netzwerkplattformen.Hinzu kommt die Mitwirkung beim Aufbau des geplanten Filmoffice Zürich,das mehr Filmproduktionen in den Raum Zürich locken soll. Eineweitere Funktion des Filmoffice wird auch die Vermarktung des StandortesZürich sein.Stadt und Kanton haben auch künftig ein offenes Ohr für Anliegen undProjektvorschläge aus dem Kreativumfeld. Bedingung ist jedoch, dasssie auf breiterer Basis abgestützt sind und einem grösseren Kreis vonUnternehmen oder Akteuren einen Nutzen stiften.Kontaktperson beim Kanton ZürichØ Anita Martinecz Fehér, ProjektleiterinKreativwirtschaftanita.martinecz@vd.zh.ch, www.standort.zh.chKontaktperson bei der Stadt ZürichØ Rahel Kamber, ProjektleiterinWirtschaftsförderung Stadt Zürichrahel.kamber@zuerich.chwww.stadt-zuerich.ch/wirtschaftWeiteres Informations- und DatenmaterialØ Zürcher Kreativwirtschaftsberichte(2005, 2008, 2010)www.creativezurich.chKreativwirtschaft 45


Tourismus als Treiber der Zürcher WirtschaftAuf Reisen wird Geld ausgegeben: von derÜbernachtung über das Essen bis zumFreizeitprogramm. Dadurch wird breit abgestütztin kleinen und mittleren Be triebenin den verschiedensten Branchen Wertschöpfunggeneriert. Der Tourismus trägtsomit als Wirtschaftstreiber einen wichtigenPfeiler der lokalen Wirtschaft. Darüberhinaus übernimmt die Touris muswerbungeine bedeutende, image bildende Funktionfür den Standort Zürich.Reisen deckt heute ein Grundbedürfnis ab. In unserer global vernetztenWelt ist es eine Selbstverständlichkeit, um den Erdball zu reisen, beruflichwie auch privat. Dementsprechend viele Gesichter können Gästehaben: Die drei wesentlichen Gästegruppen im Kanton Zürich sind dieGeschäftsreisenden, die Freizeitreisenden sowie die Tagestouristen.Tourismus in ZahlenBedeutung und Facetten des Incoming-Tourismus Der Geschäftstourismusübernimmt mit zwei Dritteln aller Hotelübernachtungen im KantonZürich die tragende Rolle. Das restliche Drittel löst der Freizeittourismusaus. Gemeinsam haben sie 2009 rund 4,2 Mio. Logiernächte generiertund lösen jeweils einen jährlichen Umsatz von 1,9 Mrd. CHF aus. Diesezwei Kundensegmente werden von Zürich Tourismus, der offiziellen regionalenTourismusorganisation, weltweit in 17 Märkten be arbeitet mit demZiel, Übernachtungen und Wertschöpfung zu generieren.Daneben fördert der Tagestourismus die Wertschöpfung im Kanton. Sobesuchen täglich 64 000 Personen den Kanton Zürich, was einer jährlichenBesucherzahl von 23,4 Mio. entspricht. Studien haben gezeigt,dass sie durchschnittlich 71 CHF pro Besuch ausgeben und somit einenUmsatz von 1,7 Mrd. CHF pro Jahr auslösen.Drei von vier Franken werden ausserhalb der Hotellerie ausgegebenSchweizweit ist der Tourismus die viertwichtigste Exportbranche. Auchauf kantonaler Ebene darf die Wirkung durch die Tourismusindustrienicht unterschätzt werden. Der Kanton Zürich wird nicht als klassischeFerienregion wahrgenommen, ist aber trotzdem die grösste Tourismusdestinationder Schweiz. Knapp 13 % aller Hotelübernachtungen in derEidgenossenschaft werden im Kanton Zürich verzeichnet.Seit 1992 haben die Logiernachtzahlen im Kanton Zürich im Vergleichmit jenen der Schweiz überproportional zugenommen. Die Grafik «IndexierteEntwicklung der Logiernächte» zeigt exemplarisch auf, was aucheine Benchmark-Studie mit rund 100 europäischen Städten demonstriert:Der Städtetourismus in Europa ist eine starke Wachstumsbranche.Städte weisen in allen Märkten ein höheres Wachstum als die NationenTourismus 47


aus. Auch Zürich hat von diesem Trend profitiert. Zum ersten Mal nachfünf Jahren in Folge hat der Kanton Zürich 2009 aufgrund der schlechtenWirtschaftslage einen leichten Rückgang von 4 % hinnehmen müssen.Die Logiernachtzahlen für das erste Halbjahr 2010 zeigen bereits wiederein markantes Wachstum an: Von Januar bis Juni hat jeder Monat eineZunahme der Hotelübernachtungen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.Im Juni hat die Stadt Zürich mit 244 084 Logiernächten sogar einen neuenRekord aufgestellt.Indexierte Entwicklung der Logiernächte150140SchweizKanton ZürichSadt Zürich13012011010090801992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009Quelle: BFS und Zürich TourismusIm Dienste der gesamten RegionAls Dachorganisation betreibt Zürich Tourismusdas touristische Marketing für den gesamtenGrossraum Zürich. Genau wie ein Touristkennt auch das regionale Zürich Marketingkeine politischen Grenzen. Zürich Tourismusarbeitet diesbezüglich in Form einer vertraglichabgestützten Kooperation eng mitden Regionen-Partnern Rapperswil ZürichseeTourismus, Standortmarketing Baden,Winterthur Tourismus und Zug Tourismuszusammen. Die Region wird im weltweitenMarketing von Zürich Tourismus sinnvoll integriertund im Markt Deutschland alsRegionendestination vermarktet. Dank derZusammenarbeit werden die gemeinsamenRessourcen gebündelt, die Werbekraft imMarkt erhöht und mehr Logiernächte in derGesamtregion generiert.Der Tourismus sichert im Kanton Zürich rund 25 000 Arbeitsplätze undweitere 10 000 sind unmittelbar davon abhängig. Dies entspricht 4 %aller im Kanton Beschäftigten. Doch das ist nicht der einzige Beitrag,welcher der Tourismus für die Zürcher Volkswirtschaft leistet. Der Kantonprofitierte 2009 durch den Fremdenverkehr mit jährlichen Steuereinnahmenin der Höhe von 136 Mio. CHF. Auf allen drei Steuerhoheiten (Bund,Kanton und Gemeinde) generierte der Incoming-Tourismus im Kanton imJahr 2009 sogar Steuererträge (inklusive Mehrwertsteuer) von insgesamtüber 470 Mio. CHF.Eine Studie von BAK Basel Economics im Auftrag von Zürich Tourismuszeigt auf, dass in der Stadt Zürich ein Hotelgast im Durchschnitt pro Tag466 CHF ausgibt. Im nationalen Vergleich ein Spitzenwert.Die Hotellerie profitiert nur geringfügig von diesen Ausgaben. Gäste investierenvon vier Franken nur einen in die Übernachtung. Die restlichendrei fliessen in verschiedene Branchen, vom Detailhandel über die Gastronomiebis in den Verkehr. Sie lösen damit im Kanton Zürich eine jährlicheBruttowertschöpfung von 2,8 Mrd. CHF aus.Tourismus-Promotion für den Kanton ZürichJeder investierte Franken in den Tourismus liefert einen vielfach grösserenMehrwert zurück. Ganz besonders wenn man beachtet, dass dieTourismus-Promotion für den Kanton Zürich bisher weitgehend privatfinanziert ist.Tourismus 48


Sandra Fleig, Guest Relations Managerin:Die Assistentin der GästeMit einem herzlichen Lachen auf dem Gesichtsteht Sandra Fleig in der Lobby des Swissôtelin Zürich. Per Namen begrüsst sie den Gastund wechselt ein paar persönliche Worte.Sie ist immer da, vor Ort und für den Kunden.«Ich möchte unseren Gästen das Gefühl geben,nach Hause zu kommen.» Als Guest RelationsManagerin im Zürcher Stadthotel ist siedie erste Anlaufstelle für die Anliegen derBusinessgäste und VIP-Kunden. Der Geschäftstourismusist mit 70 % der wichtigste Teil undwird von Amerikanern, Engländern, Deutschenoder Schweizern dominiert. Sie gehen früham Morgen aus dem Haus und kehren spätzurück. Freie Zeit bleibt da wenig. Gut, dass esSandra Fleig gibt. Sie gibt Restauranttippsund reserviert sogleich. Sie ist es, die Flugticketsumbucht, verloren gegangene Kreditkartensperren lässt und den Rücktransportder Shoppingeroberungen organisiert.«Besonders freut es mich, wenn die Geschäftsleuteihre Familien mitbringen. Oft schwärmensie zu Hause von Zürich, und dann möchtedie Frau mitreisen.» In diesem Moment ist esfür Fleig selbstverständlich, Shoppingtippszu geben, Ausflüge zu buchen oder einen Wellnesstagzu organisieren. Die 30 % Freizeitreisendenlogieren vorwiegend während derSommermonate, zur Adventszeit und anBrückentagen. «Wir verspüren einen starkenZuwachs an Indern. Viele reisen auch ausAsien, Russland und den Golfstaaten an.»Durchschnittlich setzen sich im SwissôtelZürich 180 Mitarbeiter aus 23 Nationen fürdas Wohlbefinden der Gäste ein. In denSpitzenzeiten sind es 10 %. «Durch die kulturelleund sprachliche Vielfalt unseres Teamskönnen wir dem Gast einen noch individuellerenService bieten. Reist er zufrieden nachHause zurück und ist er von Zürich begeistert,dann haben wir gute Arbeit geleistet.»Die privatrechtliche Nonprofit-Organisation Zürich Tourismus erhält ihrefinanziellen Mittel primär durch die Privatwirtschaft und eigene kommerzielleErträge. Knapp 60 % des Gesamtbudgets von rund 13 Mio. CHFtragen die Zürcher Hoteliers, respektive die übernachtenden Gäste. Sieleisten mit der CityTax auf freiwilliger Basis einen Beitrag von 2.50 CHFpro Übernachtung und investieren das Geld über Zürich Tourismus vollumfänglichin das internationale Zürich Marketing. Der Hotelgast wird sozu einem ausgesprochen wichtigen Standortförderer.Die öffentliche Hand beteiligt sich mit knapp 12 % (Stadt Zürich 9,9 %,Kanton Zürich 2,2 %) am Gesamtbudget. Ihre Zuflüsse sind an den Betriebdes Tourist Services und des Callcenters im Hauptbahnhof sowiean bestimmte Informationsmittel gebunden.Finanzierungsmodell Tourismus-FörderungFinanzierung durch HotelsCityTax Abgabe durch GastStadt/Flughafen ZHCityTax Abgabe durch GastTourismus-Region ZürichAbgabe an lokaleTourismus-OrganisationTeilabgabe(Zürich Tourismus, Basis Budget 2010), Quelle: Zürich TourismusBudget Zürich Tourismus für Tourismus-FörderungCityTax Beiträge 57,6%Kommerzieller Bruttoertrag Zürich Tourismus 13,9%Beiträge Stadt Zürich 9,9%Werbe & Aktionsbeiträge 7,3%Kooperationen 5,7%Mitgliederbeiträge 3,4%Beiträge Kanton Zürich 2,2%Zürich-Werbung für mehr Gäste und Imagebildung Es ist keine Selbstverständlichkeit,dass man Zürich international kennt und bereist. DieVorteile der Destination müssen zuerst kommuniziert und ein Begehrenausgelöst werden. Dafür setzt sich Zürich Tourismus seit 125 Jahren ein.Die Tourismus-Organisation betreibt in 17 Märkten auf verschiedenenEbenen ein umfassendes Destinationsmarketing.Destinationsmarketing von Zürich Tourismus, Perspektive GästeFreizeit-MarketingImageVerkaufMedienReisefachhandelE-MarketingPromotionDestinationsmarketing von Zürich Tourismus – Perspektive GästeMarktvor OrtKongress-Marketing Betreuung Information AngeboteFirmenVerbändeHotel & Travel ServicePremium ServiceZürichCONCIERGETourist ServiceStadtführungenStädtekarteZürichCARDQuelle: Zürich TourismusDie internationale Werbung von Zürich Tourismus richtet sich an FreizeitundMeeting-Gäste. Bei beiden ist es das Ziel, Gäste nach Zürich zuTourismus 49


Zürich. Grenzenloses Shoppingvergnügen.Das Shoppingangebot ist ein wichtiger Entscheidungsfaktorbei der Wahl eines Reiseziels:Der Gast erwartet ein Einkaufserlebnis,das er zu Hause nicht bekommen kann. Indiesem Punkt kann Zürich viel bieten. In Formvon Themenjahren rückte Zürich Tourismus inZusammenarbeit mit der gesamten Region(Kanton Zürich, Rapperswil-Zürichsee, Badenund Zug) Shopping 2009/10 in den Fokusaller Aktivitäten. Damit lancierte die Tourismusorganisationerstmals eine organisationsübergreifende,integrierte Kampagne. Qualitätsanspruchist es, das Thema fundiertzu recherchieren, für den Tourismus zugänglichzu machen und es gegenüber sämtlichenAnspruchsgruppen zu kommunizieren. Sotransportiert unter anderem eine Lokomotiveim Regionalverkehr Winterthur die Botschaften,in Hamburg fand im Freitag-Flagshipstoreein passender Medien anlass statt und amFlughafen Zürich begrüsst ein Shoppingfilmdie Reisenden.bringen, Hotelübernachtungen zu generieren und durch den TourismusWertschöpfung im Kanton auszulösen. Das Freizeitmarketing ist zudemdarauf ausgerichtet, den Wochenendtourismus zu fördern und die Aufenthaltsdauerzu verlängern.Zürich Tourismus investiert jährlich mehr als 1 Mio. Franken in dieMarketingplattformen von Schweiz Tourismus und sichert so die Präsenzvon Zürich in der Landespromotion. Darüber hinaus strebt Zürich Tourismusmit einem differenzierten Instrumentarium durch Imagebildung unddurch Verkaufsförderung das stetige, nachhaltige Wachstum des ZürcherFreizeittourismus an. Dabei nimmt die Medienarbeit einen wichtigen Stellenwertein. Zum einen werden Journalisten eingeladen, die pulsierendeRegion selbst zu erleben und kennenzulernen. Durch die Initiative vonZürich Tourismus besuchen so jährlich über 800 Medienschaffende denKanton. Auf ihrer Zürich-Reise erhalten sie eine individuelle Betreuungund Unterstützung durch spezifische Informationen. Zum anderen bereitetdie Tourismusorganisation Themen speziell für die Medien auf und beliefertsie regelmässig mit Neuigkeiten und spannenden Geschichten.Ein Medienbericht kann viel auslösen: So hat das chinesische FernsehenTravel Channel 2009 einen Zürich-Beitrag ausgestrahlt und dadurch 600Mio. Zuschauer über die Vorteile Zürichs informiert. Über eine solcheBerichterstattung wird für den Kanton Zürich ein wesentlicher, imagebildenderMehrwert geschaffen. Im vergangenen Jahr hat der Kanton beirund 400 Berichten von diesem Effekt profitiert.Positionierungschance Kongress-MarketingDas Kongress-Marketing ist auf den Geschäftstourismus von Firmen undVerbänden ausgerichtet. Insbesondere bei den Verbänden eröffnet sichbeachtliches Potenzial. Grosse, internationale Verbände, vorwiegend inder IKT- und Medizin-Branche, veranstalten jährlich über mehrere Tagehinweg Weiterbildungskongresse mit mehreren Tausend Teilnehmenden.Für eine Destination eine Riesenchance: Ein Kongress generiert nichtnur eine grosse Anzahl an Hotelübernachtungen, die Kongressgästegeben auch überdurchschnittlich viel Geld aus.Oft geht einer Kongressdurchführung mehrjährige Arbeit der lokalen Tourismusorganisationund des Veranstalters voraus. Ist der erste Kontakterst einmal hergestellt, geht es darum, die Grossveranstaltung für Zürichzu gewinnen. Zürich Tourismus spielt dabei eine wichtige Rolle bei derAusarbeitung des Bewerbungsdossiers, bei der Sicherung der Hotelkapazitätenund bei der Beratung zu Veranstaltungsorten bis hin zum Rahmenprogramm.Ist das Interesse geweckt, beginnt die Organisation undDurchführung sogenannter Side-Inspections. Der Veranstalter reist nachZürich, um sich selbst ein Bild zu machen und sämtliche Parameter kennenzulernen.Es ist dabei eine Selbstverständlichkeit, dass er auf solchenErkundungsreisen durch die Tourismusorganisation begleitet undin vollem Umfang unterstützt wird. Anschliessend beginnt eine oft überlängere Zeit andauernde Überzeugungsarbeit, bis sich die Kongressveranstalterfür eine Destination entscheiden. Im Verlauf des letzten Jahreshat Zürich Tourismus 100 Veranstaltungen nach Zürich bringen können.Mit Marketingaktivitäten im Ausland alleine ist es nicht getan. Ein Gastmuss sich wohlfühlen, um seine Reise geniessen zu können. Dabei istTourismus 50


Tourismus 51


GDI-Studie zum Zürcher TourismusDas Gottlieb Duttweiler Institut GDI erforschtMega- und Gegentrends, trägt Wissenzusammen und leitet daraus Zukunftsszenarienab. So auch für den Zürcher Tourismus.Die Trendforscher zeigen in ihrer Studie«Zürcher Tourismus 2030. Entwicklungsperspektiven»mächtige Treiber und Trends auf,analysieren Umweltfaktoren und leiten darausvier Entwicklungsszenarien ab. Eine Untersuchung,die Denkanstösse gibt und dieSzenarien in das Extreme zuspitzt. Studie zumdownloaden: www.ztextra.ch/2030ein adäquater Service durch die lokale Tourismusorganisation essenziell.Der Hotel & Travel Service von Zürich Tourismus unterstützt die Gäste beider Reiseplanung durch Beratung, Hotelbuchungen und Verkauf von Freizeitangeboten,oder das Team des Premiumservices ZürichCONCIERGEstellt eine qualitativ hoch stehende und individuelle Betreuung des Kundensicher.Vor Ort bietet Zürich Tourismus mit dem Tourist Service im Hauptbahnhofwährend 365 Tagen im Jahr einen umfassenden Informations- undVerkaufsservice. Diese Dienstleistung nutzten 2009 rund 600 000 Personen,was einer Tages-Besucherzahl von über 1600 Kunden entspricht.Um noch näher an die internationalen Gäste zu kommen und Hürdenabzubauen, hat Zürich Tourismus auf diesen Sommer hin einen neuenService lanciert. Während der besucherstarken Monate sind täglich zweimobile Berater des Tourist Service per Segway durch Zürich unterwegs.Auf diese Weise kann eine optimale Gästebetreuung an den Orten, wodie Bedürfnisse anfallen, sichergestellt werden, sei es eine Wegauskunft,ein Tipp, Jahreszahlen und Geschichtliches oder auch einmal eine Einführungin die Bedienung der Zürcher Billettautomaten.Marketing für Zürich findet nicht nur im Ausland statt. Vielmehr verzahntes sich nahtlos in die Gästebetreuung von der Planung bis zum Endeder Zürich-Reise. Mit jeder einzelnen Aktivität prägt Zürich Tourismus diepositive Wahrnehmung des Kantons Zürichs, auf touristischer Ebene wieauch für die Standortförderung: Denn vier von fünf ausländischen Investorenhaben Zürich zuerst als Tourist kennen und schätzen gelernt.TrendsUmweltbewusst reisen Die Tendenz hin zu einem höheren Bewusstseinfür die Umwelt macht auch vor dem Tourismus nicht halt. Speziell inden westlichen Märkten ist Nachhaltigkeit zu einem Gesellschaftstrendgeworden. Für Zürich eine Chance mit Verpflichtungen.Authentizität In der immer globaleren Welt steigt das Bedürfnis nacheinem authentischen Erlebnis. Anstatt weltweit die immer gleichen Produktezu konsumieren, rückt der Wunsch nach dem Original, nach demEchten in den Vordergrund. Der Reisende ist auf der Suche nach einemErlebnis, das er anderswo so nicht bekommen kann.Reisen im besten Alter Der demografische Wandel schreitet weitervoran. Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboom-Generation der1940er- bis 1960er-Jahre werden in den kommenden Jahrzenten sukzessiveins Seniorenalter hineinwachsen. Die Reisenden werden älter.Grenzenlose Mobilität Der Mensch wird zum Dauerkonsumenten vonMobilität, prognostiziert die Welttourismusorganisation der UNO. Sierechnet mit einem Anstieg der internationalen Touristenankünfte (Ankommendeauf Flughäfen, inklusive Durch- und Geschäftsreisende) von heuteweltweit 0,7 auf fast 1,6 Mrd. im Jahr 2020. Damit wird der Tourismusweltweit um 4 % pro Jahr wachsen.Tourismus 52


Osten gewinnt an Bedeutung Zunehmender Wohlstand und höherepolitische Stabilität führen in manchen Ländern des Ostens dazu, dassdie Reisetätigkeit deren Bevölkerung steigt. Die Europapolitik mit derOsterweiterung hat dieser Entwicklung zusätzliche Kraft verliehen. Zürichwurde über Nacht als Urlaubsziel zugänglich.AusblickMit dem Wissen um die Trends und Treiber kann Zürich Tourismus dasMarketing für den Erlebnis-, Tourismus- und Wissensstandort Zürich nochbewusster gestalten. Besonders die ökologische Nachhaltigkeit wird zueinem wichtigen Pfeiler. Die Tourismusorganisation wurde Anfang 2010als erste klimaneutrale Tourismusorganisation der Schweiz zertifiziert.Nun ist sie dabei, ihre Leistungsträger zu sensibilisieren und zu motivieren.Ihr Ziel ist es, den Gästen ein umweltschonendes Angebot zugänglichzu machen. Eine demensprechende Angebotslinie ist in Vorbereitung.Kontaktpersonen bei Zürich TourismusØ Marlis Ackermann, Direktorin Zürich Tourismusmarlis.ackermann@zuerich.comØ Marianne Gut, Leiterin Kommunikationmarianne.gut@zuerich.comWeiteres Informations- und DatenmaterialØ Zürcher Tourismus in Zahlenwww.ztextra.ch/zahlenØ GDI-Studie Zürcher Tourismus 2030www.ztextra.ch/2030Ø Zürich Tourismuswww.ztextra.chØ Zürich Destinations-Websitewww.zuerich.comTourismus 53


Cleantech 54


Cleantech verspricht beachtlichen WachstumsschubWirtschaft und Politik haben Cleantechals zukunftsträchtiges Thema aufgegriffen.Insbesondere für kleinere Unternehmeneröffnen sich hier gute Erfolgschancen fürunternehmerisches Handeln.Unter Cleantech werden diejenigen Technologien, Industrien und Dienstleistungenzusammengefasst, die zum Schutz und zur Erhaltung dernatürlichen Ressourcen beitragen. In ihrer Gesamtheit umfasst Cleantechsämtliche Stufen der Wertschöpfungskette von Forschung & Entwicklungüber die Produktion von Anlagegütern bis zur Anwendung.Der Cluster Cleantech umfasst:3 nachhaltiges Ressourcenmanagement (zum Beispiel Ökodesign)3 Ressourcenschutz und Emissionsreduktion(zum Beispiel Trinkwasser/Abwasserbehandlung)3 erneuerbare Energien und Materialien (zum Beispiel Photovoltaik)3 effiziente Energiesysteme- und -anwendungen(z.B. Gebäudesanierung)3 Nachhaltige Mobilität (zum Beispiel Verkehrskonzepte)Wirtschaftliche BedeutungDie Bedeutung des Cleantech-Bereichs in Zahlen zum Ausdruck zu bringenwird dadurch erschwert, dass es sich nicht um eine statistisch klardefinierte Branche handelt. Ernst Basler + Partner haben basierend aufeiner Selektion der NOGA-Systematik 35 Branchen ausgewählt, die Cleantech-Anwendungenenthalten und mittels quantitativer Unternehmensbefragungenden Anteil Cleantech-Beschäftigter und die Umsätze ermittelt.Für die Schweiz werden für das Jahr 2008 155 000 Beschäftigte (4,6 %)und eine Wertschöpfung von 18 Mrd. CHF (ca. 3,3 % des BIP) ausgewiesen.Im Kanton Zürich sind es 20 500 Beschäftigte, was einem Anteil von3,1 % entspricht.Die Analyse der Cleantech-Unternehmen im Grossraum Zürich zeigt, dasses keine ausgeprägten Schwerpunkte oder spezialisierte Teilbereiche miteiner ausserordentlichen Häufung von Unternehmen oder Beschäftigtengibt. Eine gewisse Schwerpunktbildung in den Städten Zürich und Winterthurist allerdings erkennbar. In der Forschungslandschaft wird dieses Bildnoch akzentuiert. Ernst Basler + Partner attestieren der Cleantech-Forschungslandschaftim Grossraum Zürich eine hohe Dichte und Qualität:Die ETH und ihre Forschungsanstalten (EAWAG, EMPA, PSI, WSL) forschenin einigen Cleantech-Bereichen auf höchstem internationalem Niveau.Cleantech 55


Hohe Dichte im Umkreis der Stadt ZürichGeografische Verteilung der Cleantech-Forschung und -BildungGrafik rechts:Verteilung der grösstenöffentlichen Forschungs- undBildungsinstitutionen sowieder grössten Unternehmen imMetropolitanraum Zürich, die imCleantech-Bereich tätig sindQuelle: InfrasAusstrahlung, Wirkung der Institution:Wirkung nationalWirkung regional/kantonalWirkung lokal/kommunalitsTabelle unten:Hochschulinstitute imMetropolitanraum Zürich undderen Aktivitäten in denfünf Cleantech-BereichenQuelle: InfrasPSIFHNWTechnoparkABBIBMTechnoparkZHAWEMPAEAWAGSiemensZHAWHSRLandis+GyrTechnoparkHSLUInstitution in der Stadt ZürichETH, Proof-it, Pusch, Suissetec, Greenpeace, WWF, SES, Toptest, EnAW, Swissmen, CCRS (Universität Zürich)EKZ, Technopark, AWEL ewz, Stadt ZürichSchwerpunkte der Cleantech-Aktivitäten im HochschulbereichNachhaltiges RessourcenmanagementEmissionsreduktionund Materialien und EnergieanwendungenRessourcenschutz und Erneuerbare Energien Effiziente EnergiesystemeNachhaltige MobilitätHochschulbereich (ETH, Universitäten)ESCGebäude, erneuerbare EnergienIndustrieprozesse,EnergiesystemeMobilitätCCESUmweltrisiken, nachhaltigesLandmanagementKlima, natürliche RessourcenCEPE erneuerbare Energien Energieeffizienz, MobilitätPSLeffiziente Stromproduktion,EnergiesystemeIEDnachhaltige Nutzungnatürlicher RessourcenWirkungen von Biotreibstoffen Optimierung von Abfallsystemen MobilitätEAWAGnachhaltiger Umgang mit Wasser und Abwasser, Wasserinfrastruktur,AbwassermanagementEMPAPSICCRSUniversitätSt.Gallennachhaltige Unternehmens- undWirtschaftspolitik, Immobilienerneuerbare Energien, Gebäudeerneuerbare Energien,Wärme und Gebäudeenergieeffiziente Systeme,kombinierte Produktion Stromund WärmeSicherheit der ElektrizitätsnetzeEnergieeffizienz, betriebserneuerbareEnergienwirtschaftliche Sichtnachhaltige Unternehmenenergieeffiziente FahrzeugantriebeMobilität, TreibstoffeAWEL : Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich / CCES : Competence Center Environment and Sustainability (ETH Zürich) / CCRS : Center for Corporate Responsibility and Sustainability (UniversitätZürich) / CEPE : Centre for Energy Policy and Economics (ETH Zürich) / EnAW : Energie-Agentur der Wirtschaft / EKZ : Elektrizitätswerke des Kantons Zürich / ESC : Energy Science Center (ETH Zürich) / ETH : EidgenössischeTechnische Hochschule / IED : Institute for Environmental Decisions IED (ETH Zürich) / its : Industrie- und Technozentrum Schaffhausen / FHNW : Fachhochschule Nordwestschweiz / HSLU : Hochschule Luzern / HSR :Hochschule für Technik Rapperswil / PSL: Power Systems Laboratory (ETH Zürich) / Proof-it : Projekt der Öbu, dem Schweizer Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften / PSI : Paul Scherrer Institut / Pusch : PraktischerUmweltschutz Schweiz / SES : Schweizerische Energie-Stiftung / Suissetec : Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband / Swissmem : Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie/ ZHAW : Zürcher Hochschule für Angewandte WissenschaftenCleantech 56


IDS AG, ZürichStrategische WeichenstellungenDer vorliegende Bericht geht vorwiegend auf die Aktivitäten der Wirtschaftsförderungder Stadt Zürich sowie der Standortförderung des KantonsZürich im Cleantech-Bereich ein. Selbstverständlich gibt es aber– insbesondere im Energiebereich – eine grosse Bandbreite an Aktivitätenund Massnahmen, welche absolut zentral für die Entwicklung desCleantech-Clusters sind, unter anderem:Windturbinen, Konverter, Mining Trucks undWechselrichter. Die Angebotspalette derIDS AG umfasst ein weites Spektrum vonProdukten und Dienstleistungen im Bereichder Leistungselektronik für Photovoltaik- undWindkraftanlagen sowie für die Strom übertragungstechnik.Das Technologieunternehmenist seit mehr als zehn Jahren auf dem Marktund beschäftigt heute über 200 Mitarbeiter.1997 im Technopark Zürich gestartet, ist IDSheute ein global ausge richtetes Unternehmen:Die Projektstandorte sind verteilt auf denganzen Erdball. In Tianjin, China, unterhält IDSseit 2009 eine Entwicklungs- und Produktionsstätte,die zunächst den chinesischen, dannden weltweiten Markt mit Umrichtern fürWind turbinen und Solarenergieanlagen beliefernsoll. 2009 erwirtschaftete IDS (IntegralDrive Systems) einen Umsatz von mehr als60 Mio. CHF. www.ids.chNationaler Cleantech-Massnahmenplan Am 4. November 2010 wurdean der 3. Innovationskonferenz der Masterplan Cleantech vorgestellt. Erwill konkrete Handlungsvorschläge zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeitdes Werkplatzes Schweiz durch Cleantech-Innovationen geben. Dazuenthält er 28 Massnahmen auf Bundesebene. Weitere 22 Empfehlungenrichten sich an die Kantone, die Wirtschaft und die Wissenschaft.Die Massnahmen umfassen die ganze Wertschöpfungskette von derForschung über die Regulierung und Bildung bis hin zum Markt in fünfHandlungsfeldern. Die interessierten Kreise aus Wirtschaft, Politik undWissenschaft sind eingeladen, den Masterplan bis Ende Februar 2011im Rahmen einer Konsultation zu kommentieren. Im Frühjahr 2011 sollder Masterplan Cleantech dann vom Bundesrat verabschiedet werden.Der Masterplan Cleantech ist Teil des vom Bundesrat Mitte Oktober2010 beschlossenen Aussprachepapiers «Grüne Wirtschaft». Dieseshat zum Ziel, den Ressourcenverbrauch der Schweiz zu verringern undgleichzeitig den Werkplatz Schweiz insbesondere im Cleantech-Bereichzu stärken. Neben Cleantech als wichtigem Pfeiler der grünen Wirtschaftsetzt der Bundesrat daher seine Akzente beispielsweise auch im Bereichder Ökologisierung des Steuersystems zur Verstärkung der Anreize zurRessourcenschonung und der Bereitstellung von Informationen zu Umweltverbrauchvon Konsum und Produktion.Ebenfalls in der Umsetzungsphase sind die übrigen im November 2009vorgestellten Massnahmen:3 Fitte Fachkräfte für das Umsetzen des Wachstumspotenzials3 Aufbau von neuen Partnerschaften mit dem Innovationscheck. Fürdiese Massnahme stehen insgesamt 1 Mio. CHF (je 7500 CHF proProjekt) zur Verfügung3 Unternehmen den Zugang zu den Exportmärkten erleichtern: Für KMUund insbesondere Jungunternehmen im Cleantech-Bereich wird eineExportplattform geschaffen (vgl. Cleantech Switzerland)Energie- und Klimapolitik des Kantons Zürich Die Zielsetzungen in derEnergie- und Klimapolitik (unter anderem Reduktion des CO 2 -pro-Kopf-Ausstossesvon jährlich 6 auf 2,2 Tonnen bis ins Jahr 2050 im Kanton Zürich)bedingen die Ausschöpfung sehr grosser Effizienzpotenziale bei der Energienutzungsowie den Einsatz erneuerbarer Energien. Die Globalbeiträgedes Bundes an die Kantone im Energiebereich wurden für die flächendeckendeSubvention von Massnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienzund der Nutzung von erneuerbaren Energien eingesetzt.Strategie der Stadt Zürich Die Zielsetzungen im Cleantech-Bereich stehenin Übereinstimmung mit dem Bekenntnis zur 2000-Watt-GesellschaftCleantech 57


und den Strategien 2025 des Stadtrates, welche die Schaffung einernachhaltig ausgerichteten Metropole zum obersten Ziel erklären. Insbesonderein den Bereichen Energieproduktion, Bauwesen und Transporttätigt die Stadt Zürich jährlich umfangreiche Investitionen, die eng mitdem Thema Cleantech verknüpft sind. Anfang 2010 wurde vom Stadtrateine Strategie zur Elektromobilität verabschiedet. Als wichtiges Elementhat das Zürcher Stimmvolk im Jahre 2009 einen Kredit von 200 Mio. CHFfür den Erwerb oder den Bau von Windenergieanlagen gutgeheissen. DasElektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) will 27 Windturbinen mit einerinstallierten Leistung von 48,5 MW in Deutschland kaufen und beteiligtsich mit 20 % an einem Windpark in Norwegen.Cluster-Aktivitäten 2009 – 2010GLASSX, ZürichSprechen und denken können intelligenteGlasfassaden zwar nicht. Dafür helfen sie mitihrer fortschrittlichen Architektur, Energiekostenzu reduzieren und gespeicherte Sonnenenergiefür die Beheizung und Klimatisierungvon Innenräumen nutzbar zu machen.GLASSX entwickelt seit 10 Jahren technologischhochstehende Produkte im Bereichder Solarenergienutzung mit Glasfassadensystemen.Durch die enge Kooperation inder Grundlagenforschung und der Produktentwicklungmit der ETH Zürich, der HochschuleLiechtenstein, dem Fraunhofer Institut und derEPFL in Lausanne finden sich mehrereweltweit patentierte Produkte im Angebot derGLASSX. Als Glasfassadensysteme findendiese Produkte Anwendung in Energiesparhäusernnach Minergie-P-Standard, modernenWohnüberbauungen, aber vor allem auchbei Sanierungen von Gebäuden derenAufenthaltskomfort gesteigert werden soll.www.glassx.chenergie-cluster.ch und newtechClub Seit 2004 unterstützt die Standortförderungdes Kantons Zürich zusammen mit dem Amt für Abfall, Wasser,Energie und Luft die Aktivitäten des Vereins energie-cluster.ch. Derenergie-cluster.ch ist im Energiebereich eine erfahrene und etablierteNetzwerkinstitution, die vorwiegend in der praxisnahen Informationsverbreitungund Ausbildung tätig ist. In Partnerschaft mit der Stadt Schlierenunterstützt die Standortförderung den Ende 2009 entstandenen newtechClubin der Aufbauphase. Dieser hat sich der nachhaltigen EnergieundGebäudetechnologie verschrieben.Metropolitankonferenz: Projekt Zürich Green Region Zürich GreenRegion, mit direkter Projektführung durch die Wirtschaftsförderung derStadt und der Standortförderung des Kantons, ist eines der acht Aktionsprogramme2010 der Metropolitankonferenz. Ziel ist, die Standortqualitätendes Metropolitanraums im Cleantech-Bereich zu erfassen undzu verstärken. Infras hat hierzu einen Bericht (Zürich Green Region: Analyseund Stärkung von Standortqualitäten im Bereich Cleantech, August2010) vorgelegt und darin Vision, Ziele und Massnahmen entwickelt. DerFokus liegt dabei auf der Gebäudetechnologie, weil sie am schnellsten zuerfolgversprechenden Resultaten führen dürfte. Darauf basierend hat diezuständige Arbeitsgruppe Wirtschaftsprojekte einen Antrag formuliert, derzu entsprechenden Massnahmen führen soll. Der Antrag inklusive Vorschlägezur Weiterführung des Programms wurde am 5. November 2010gutgeheissen. www.metropolitanraum-zuerich.chClimate-KIC beziehungsweise Cleantech Zurich Die ETH Zürich wirktfederführend am europäischen Konsortium Climate-KIC (Climate Knowledgeand Innovation Community) mit. Im Rahmen dieses Programmsbeabsichtigen die Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich und die Standortförderungdes Kantons Zürich zusammen mit anderen Partnern einGefäss namens « Cleantech Zurich » zu gründen.Expo 2010 in Shanghai Im Städtepavillon der Städte Basel, Genf undZürich (den auch der Kanton Zürich mitfinanziert hat) an der World Expo2010 in Shanghai führte die Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich am2. und 3. Juni 2010 im Rahmen der Zürich-Woche die « Zurich SustainabilityDays » durch. Sie bot mit diesem Anlass sechs Firmen aus dem RaumCleantech 58


Flisom AG, Dübendorf30mal dünner als ein Haar ist die Solarzelle,die Flisom auf dem Gelände der EMPA inDübendorf entwickelt. Dabei verwandelt dieultraleichte, flexible Solarzelle bis zu 17.6 %des einfallenden Lichts in elektrische Energie.Dieser Weltrekord, erzielt vom Forschungsteamder EMPA, wird von Flisom nun in einemkommerziellen Produkt weiterentwickelt,das hohes wirtschaftliches Potenzial birgt:Durch den hohen Energieumwandlungs satzkann Strom erstmals zu gleichen Preisenwie aus konventionellen fossilen oder atomarenEnergiequellen produziert werden. Durchihre erfolgreiche Forschungsarbeit im Bereichder Photovoltaik hat sich Flisom auchinternational einen Namen gemacht. Die erhaltenenAuszeichnungen, beispielsweisedie Ernennung zum Technologiepionier durchdas Weltwirtschaftsforum WEF oder derRed Herring Award, werden helfen, wenn esdarum geht, aus den Forschungserfolgenein marktfähiges Produkt zu kreieren.www.flisom.chZürich (Belimo, Diener Syz Real Estate, Georg Fischer Piping Systems,Keller Technologies, LEP Consultants und Walter Meier) die Gelegenheit,vor geladenen Vertretern chinesischer Städte nachhaltige Lösungen inden Bereichen Siedlungsplanung, Real Estate Management und Gebäudetechnikzu präsentieren. Zudem hatten die Firmen Gelegenheit, Kundenan diesen Anlass auf das Expo-Gelände einzuladen. Bei einem gemeinsamenAbendessen und einer Führung durch den Schweizer Pavillon undausgewählte Länderpavillons blieb auch Zeit für das Networking. DieseNachhaltigkeits-Tage waren in ihrem Format sehr erfolgreich und könntenVorbild für weitere Aktivitäten dieser Art sein. Die eingebundenen Unternehmenwaren mit der Plattform überaus zufrieden. Auf Behördenebenefand ein Austausch mit Städtevertretern aus der Gegend von Shanghai(Nanjing und Wuxi) statt. Dieser bildet die Grundlage für weitere Kontakte,nicht nur im Cleantech-Bereich. China ist auch Schwerpunktland beider Cleantech-Exportplattform der Osec.glaTec Die Standortförderung des Kantons und die Wirtschaftsförderungder Stadt Zürich sind Gründungsmitglieder im Verein glaTec bei der Empa.In Dübendorf wird ein « Business Incubator » betrieben, der Unternehmensgründungenund Innovationsprozesse im Bereich der Materialwissenschaften,Umweltwissenschaften und Technologie erleichtert und unterstützt.Künftige Herausforderungen und ChancenMcKinsey hat mit dem Bericht « Wettbewerbsfaktor Energie – Chancenfür die Schweizer Wirtschaft » (Februar 2010) den wohl für die SchweizerCleantech-Entwicklung wichtigsten Teilbereich – die Energie – beleuchtet.Die Studie stellt fest, dass 40 % der Umsätze in der Schweiz imJahr 2008 in Branchen erwirtschaftet wurden, in denen der effizienteEinsatz von Energie eine besondere Rolle spielt. Die Umsetzung derangedachten Massnahmen benötigt Zusatzinvestitionen von insgesamt2,6 Mrd. CHF, davon 1,9 Mrd. CHF in die Schweizer Wirtschaft. DieseInvestitionen lösen in der Schweiz eine Wertschöpfung von ca. 2,7 Mrd.CHF pro Jahr aus. Damit können ca. 25 000 zusätzliche Arbeitsplätzegeschaffen werden, davon 17 000 in der Bauwirtschaft. Auch für Aufträgeaus dem Ausland werden im Energiebereich grosse Potenziale geortet.McKinsey geht von rund 16 000 neuen Arbeitsplätzen in der Schweiz aus.Dem Cleantech-Bereich wird weltweit ein stark zunehmendes Marktvolumenzugesprochen. Die Schweiz befindet sich somit in einer ausgezeichnetenAusgangslage: Wirtschaft und Politik haben Cleantech als zukunftsträchtigesThema aufgegriffen und auf verschiedenen Ebenen wirdan einer Verstärkung der Performance gearbeitet. Erklärtes Ziel ist es– sowohl auf nationaler als auch kantonaler Ebene – mit den Cleantech-Cluster-Aktivitäten möglichst stark an dieser Entwicklung zu partizipieren.Die Übersicht auf Seite 60 zeigt die möglichen Gewinner auf, legt denFokus jedoch auf die grossen Unternehmen. Tatsächlich eröffnen sichaber insbesondere auch für kleinere Unternehmen gute Erfolgschancen.Cleantech 59


Potenzial der Schweizer Wirtschaft in ausgewählten SektorenSektor Wachstumskern Globales Umsatzpotenzial2008/2020Globale Wachstumsrate2010–20Schweizer FirmenCH-Präsenzin Mrd. CHF in % p. a. Beispiel MarktanteilNicht-fossile48Windkraft25015% ABB, VonRoll, GuritEnergie-Produktion35Solar11010% Meyer Burger, OC OerlikonKernkraft209014% n/aBiomasse165010% Kompogas, VonRoll InovaWasserkraft30402% ABB, ehemals Sulzer HydroEnergieproduktivität Transport–PKW2045029% n/aTransport-Schienenfahrzeuge501108% Stadler RailGebäudetechnik1302706% ABB, Arbonia-Forster etc.Maschinen-/Anlagenbau751508% ABBFinanzdienstleistungen Anlagefondsn/an/a13% ZKB, UBS, CSCarbon Markets/Zertifizierungn/an/a20–25% First Climate, SouthPole, SGSVersicherungenn/an/an/a SwissRe, CarbonReTief ( < 1% ) Mittel ( < 5% ) Hoch ( > 10% )Quelle: McKinsey, Wettbewerbsfaktor EnergieEinige SchlüsseleinrichtungenCleantech Switzerland (Osec) Cleantech Switzerland ist die Exportplattformfür den Schweizer Cleantech-Sektor und wurde von der Osec imAuftrag des Bundes entwickelt. Die Plattform ist als Verein der Verbändekonzipiert, welche die Interessen der bestehenden Cleantech-Verbändeund -Gruppierungen bündelt. Cleantech Switzerland bietet kleineren undmittleren Schweizer Unternehmen aus dem Cleantech-Sektor Informationen,Dienstleistungen und Kontakte und erleichtert ihnen so den Eintrittin die relevanten Cleantech-Märkte weltweit.www.cleantech-switzerland.comClimate-KIC der ETH Die ETHZ wirkt federführend am europäischenKonsortium Climate-KIC (Climate Knowledge and Innovation Community).Dieses Projekt erhält vom European Institute of Innovation and Technology(EIT) rund 100 Mio. Euro zur Innovationsförderung, 300 Mio. Euro werdenzusätzlich von den Projektpartnern geleistet. Damit sollen die europäischeInnovationskraft und der Wissensaustausch zwischen Hochschulen,Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand gestärkt und die Clusterbildungmit integrierter Wertschöpfungskette unterstützt werden. Einweiteres Ziel ist die Definition politischer Rahmenbedingungen, um denCleantech-Standort und -Markt zu fördern, beziehungsweise zu ermöglichen.Climate-KIC hat den Anspruch als Networker & Facilitator, Innovator& Catalyst, Integrator & Implementer und Information Hub & Educator zuwirken. www.climate-kic-proposal.orgCleantech 60


energie-cluster.ch Der Verein energie-cluster.ch wurde 2004 gegründetund zählt gut 200 Mitglieder, davon 80 % Unternehmen. Der energie-cluster.chhat über die ganze Wertschöpfungskette sieben Aktionsbereichedefiniert. Dies reicht von Aus- und Weiterbildung bis zu Rahmenbedingungen.Der energie-cluster.ch bietet eine etablierte Plattform für denWissensaustausch, die Vernetzung sowie nationale und internationaleBekanntmachung der Kompetenzen seiner Mitglieder. Dies erfolgt vorallem über eine Wissensdatenbank und Anlässe, Foren und Weiterbildungsveranstaltungen.Weiter schafft er praxisnahe Schnittstellen zwischenangewandter Forschung und Wirtschaft. Ergänzend dazu werdenin Zusammenarbeit mit der Osec exportfördernde Aktivitäten (mit Fokusauf Polen) durchgeführt. www.energie-cluster.chGo4cleantech – eine Initiative des Bundes Der Bund hat eine Internetplattformzu Cleantech lanciert, die einen Überblick über Aktivitätenund Akteure im Bereich Cleantech in der Schweiz aufzeigt. Sie bietetWirtschaft, Politik und Öffentlichkeit Zugang zu relevanten Informationenzum Zukunftsmarkt Cleantech. Die neue Internetplattform ist Teil der vonBundesrätin Doris Leuthard im November 2009 gestarteten nationalenCleantech-Initiative. Die Website wird regelmässig aktualisiert und weiterausgebaut und wird vor allem auch Resultate des « Masterplans CleantechSchweiz » einfach zugänglich machen. www.cleantech.admin.chswisscleantech Association swisscleantech setzt sich als Mitgliederorganisationfür eine führende Rolle der Schweizer Cleantech-Wirtschaftund für die parallele internationale Anerkennung der Schweiz als Landder Nachhaltigkeit ein. Die Hauptaufgabe von swisscleantech ist die politischeund öffentliche Interessensvertretung der Mitglieder. Komplementärwerden den Mitgliederfirmen Dienstleistungen wie Unterstützung imBereich Export, die Möglichkeit, sich mit anderen Cleantech-Akteuren zuvernetzen, und Newsletter angeboten. www.swisscleantech.chKontaktperson beim Kanton ZürichØ Beat Rhyner, Projektleiterbeat.rhyner@vd.zh.chZürich Green Region Im Rahmen dieses Projektes der Metropolitankonferenzsoll Zürich zu einer Green Region gemacht und als solchepositioniert werden. Ziel des Projektes ist, dass dank dieser grünenGrundlage im Metropolitanraum vermehrt Cleantech-Unternehmenentstehen und gedeihen. Dieses Ziel soll erreicht werden, indem dieStandortqualitäten des Metropolitanraums im Cleantech-Bereich erfasstund verstärkt werden. Zur Stärkung des Metropolitanraums als GreenRegion soll eine Reihe von konkreten Massnahmen umgesetzt werden.www.metropolitanraum-zuerich.ch/projekt_green_region.htmlKontaktpersonen bei der Stadt ZürichØ Benno Seiler, Leiter Wirtschaftsförderungbenno.seiler@zuerich.chØ Urs Siegfried, Projektleiterurs.siegfried@zuerich.chWeiteres Informations- und DatenmaterialØ www.standort.zh.chØ www.metropolitanraum-zuerich.chCleantech 61


Nanotechnologie 62


Nano-Cluster Bodensee –Verein Mikro- und Nanotechnologie Euregio BodenseeDie Nanotechnologie ist eine klassischeQuerschnittstechnologie. Die Unternehmendieses Clusters arbeiten meist branchenübergreifendund decken unterschiedlicheBereiche des Wertschöpfungsprozesses ab.Kontaktperson beim Kanton ZürichØ Adrian Stettler,Leiter Ansiedlungen & Life Sciencesadrian.stettler@vd.zh.chWeitere KontaktpersonØ Jörg Güttinger, Geschäftsführer Nano-ClusterBodenseeejoerg.guettinger@ncb.chWeiteres Informations- und DatenmaterialØ www.ncb.chÜber 100 Unternehmen und Institutionen sind gegenwärtig in der Trägerschaftdes Nano-Clusters Bodensee (NCB) in Projekten, Partnerschaften,Focusgruppen und Seminaren tätig. Die eingebundenen Unternehmen evaluierendie Nanotechnologie für ihre Bedürfnisse, schaffen Entscheidungsgrundlagenund nutzen diese Zukunftstechnologie zielgerichtet, um damitWertschöpfung sowie Arbeitsplätze zu sichern beziehungsweise auszubauen.Die Nanotechnologie ist eine klassische Querschnittstechnologie. IhrEinsatz erfolgt branchenübergreifend. Der Cluster ist die interdisziplinärePlattform für die produzierende Industrie sowie für Startups, die an Networking-Veranstaltungenund bei Fachseminaren Ausschau nach Partnernfür den Technologietransfer und die Anwendung halten. In den Focusgruppenwerden Praxisfragen erörtert und bei den Kooperationsprojekten Forschungs-& Entwicklungsvorhaben umgesetzt. Stand Mitte 2010 warenneben dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, die Kantone St. Gallen,Thurgau, Appenzell Ausserrhoden, Schaffhausen und Graubünden an derGrundfinanzierung des Trägervereins als interkantonales Projekt beteiligt.Die Standortförderung Zürich hat im 2010 erstmals eine Focus-Veranstaltung(an der EMPA Dübendorf) mitgetragen und prüft bis Ende 2010, inwelcher Form die Zusammenarbeit künftig ausgestaltet werden kann.Erfolgsgeschichte: Nanotechnologie für die LebensmittelverarbeitungIn Kooperation mit sechs Industriepartnern, dem NCB als Projektleiterund dem Wissenschaftspartner ZHAW wird eine Hightech-Beschichtungfür Geräte zur Lebensmittelverarbeitung entwickelt. Zwei der beteiligtenPartner stammen aus dem Kanton Zürich. Diese Unternehmen bringeninterdisziplinäres Know-how ein und decken unterschiedliche Bereichedes Wertschöpfungsprozesses ab. Die Produktion wird an den Unternehmensstandortenin der Euregio Bodensee aufgebaut. Das Projekt wirdvon der KTI, der Förderagentur für Innovation des Bundes, unterstützt.Focus-Veranstaltung « Nanotechnologie in Farben und Lacken » AnfangJuli 2010 führte der NCB zusammen mit der EMPA in Dübendorf eineFocus-Veranstaltung für die Farben- und Lackindustrie durch. Gegen 140Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, um mit den Experten Forschungsergebnisse,Anwendungsfragen sowie den verantwortungsvollen Umgangmit Nanomaterialien zu diskutieren.Nanotechnologie 63


Aerospace 64


Aerospace: Mit Spitzentechnologie abhebenDer Aerospace-Cluster umfasst die BereicheLuft- und Raumfahrt und Satellitennavigation.In diesem international ausgerichtetenMarkt ist die Zusammenarbeit mit andereneuropäischen Partnerorganisationen wichtig.Die Ver netzung der Akteure untereinanderwird eine zentrale Aufgabe innerhalb desClusters sein.Aerospace beinhaltet die Teilmärkte Luft- und Raumfahrt. Aus der Raumfahrthervorgegangen ist der neue Teilmarkt Satellitennavigation, demeine immer wichtigere Bedeutung zukommt. Dieser Zweig erschliesstneben der Luft- und Raumfahrt vermehrt auch Märkte aus Transport,Logistik, Ortung und Gebäudeschutz. Der swiss aerospace cluster (vormalsaviatikcluster.ch) deckt als nationales Branchennetzwerk dieseTeilmärkte ab.Im Fachvorstand und Fachbeirat des swiss aerospace cluster sind Mitgliederaus Unternehmen, akademischer Bildung und Forschung und deröffentlichen Hand vertreten. Im Herbst 2010 betrug der Mitgliederbestand30 Personen beziehungsweise Organisationen.Die Standortförderung des Kantons Zürich ist ebenfalls als Mitglied angeschlossenund begleitet die auf den folgenden Seiten dokumentiertenswiss aerospace cluster-Aktivitäten als mitgestaltender Partner.Teilmarkt LuftfahrtDer Teilmarkt Luftfahrt umfasst die « klassischen » Betriebe (wie Luftfahrtunternehmen/ Airlines), Hersteller- und Zulieferbetriebe (wie Herstellervon Komponenten für die Flugzeugproduktion, Kabinenausrüstung, Triebwerke,Elektronik, Oberflächentechnik, Flughafenausrüster) sowie Dienstleister(wie Versicherungen / Rückversicherer, Broker). Die Hersteller- undZulieferbetriebe in diesem international ausgerichteten Markt unterliegenstrengen Kriterien und müssen zertifiziert sein. Viele kleinere KMU-Betriebedieser Branche sind weder bei der Swissmem (in der FachgruppeLuftfahrt oder Raumfahrt) noch bei Aerosuisse, dem Dachverband derschweizerischen Luftfahrt, als Mitglieder angeschlossen. Sie nehmenauch trotz Interesse wohl hauptsächlich aus Ressourcen- und Kostengründennicht an internationalen Luft- und Raumfahrtmessen teil. Derswiss aerospace cluster strebt durch die Zusammenarbeit mit andereneuropäischen Partnerorganisationen an, den kleineren Unternehmen dieTeilnahme an BtoB-Anlässe und Unternehmerreisen sowie Auftritte an internationalenLuft- und Raumfahrtmessen kostengünstig zu ermöglichen.Ein weiterer Fokus liegt auf den Versicherern bzw. Rückversicherern, Brokernund Anwälten. Ziel ist es, diese Gruppe in den Cluster einzubinden.Aerospace 65


RUAG Space, ZürichWann immer Europas Trägerrakete Ariane 5 inden Weltraum startet, ist Schweizer Technologiemit an Bord. Die Spitze der Rakete, diesogenannte Nutzlastver kleidung, kommt vonRUAG Space aus Zürich. RUAG Space istdas führende Schweizer Raumfahrtunternehmenund der grösste europäische Zuliefererfür die Raumfahrt industrie. RUAG Space hatdie europäischen Raumfahrtprogrammevon der ersten Stunde an mit geprägt: 1968startete ESRO-1, der erste westeuro päischeSatellit. Die Struktur lieferte die heutige RUAGSpace. Heute entwickeln, bauen und testenam Standort Zürich rund 450 MitarbeitendeRaumfahrtsysteme und Hightech-Komponenten.Mit ihren Ideen, ihren Entwicklungen undihren Produkten erweitern sie Tag für Tag dasSpektrum des technisch Machbaren.www.ruag.comTeilmarkt RaumfahrtDank dem Beitritt zum European Satellite Navigation Competition(ESNC) / Galileo-Master-Programm und dem Zugang zu seinen Mitgliedernwie Schweizerische Raumfahrtvereinigung (SRV), ETH Zürich, Institut fürGeodäsie und Photogrammetrie, sowie Space Biology Group, Solenix GmbH(mit Sitz am ESA-Institut in Darmstadt), u-blox AG sowie zugewandten Unternehmenwie Novasys AG und DKE Aerospace Swiss GmbH ist bereitsein Fokus auf die Raumfahrt mit starkem Bezug zur Satellitennavigationgelegt. Geplant ist, die guten Kontakte zur ESA in Zusammenarbeit mitdem Staatssekretariat für Bildung und Forschung / Swiss Space Officeund mit wichtigen Partnern in Hinblick auf weitere Projekte auszubauen.Die unternehmerischen Ziele wie die Umsetzung der Swiss-Aerospace-Exportplattform werden auch für diesen Teilmarkt konsequent weiterverfolgt.Die Schweizer Raumfahrtunternehmen erzielten laut Angaben Aerosuisse2008 insgesamt einen Umsatz von ca. 130 Mio. CHF.Wirtschaftliche BedeutungIn der Schweiz gibt es bislang keine statistischen Erhebungen zum ThemaLuft-, Raumfahrt und Satellitennavigation. Auch liegen keine Kennzahlenüber Umsätze, Forschungs- & Entwicklungsausgaben sowie Import- undExportanteile, Mitarbeiterzahlen vor. Somit ist es vorläufig auch nichtmöglich, die Entwicklung des Schweizer Aerospace Cluster in Form einesMonitorings darzustellen. Die volkswirtschaftliche Bedeutung diesesMarktes ist jedoch hoch.Gemäss Schätzung des swiss aerospace cluster sind gegen 1000 Firmenin der Schweiz im Bereich Aerospace tätig. Mit dem Projekt CH-Aerospace-Datenbank wird diese Aussage verifiziert. Partner sind dasHSG-Center for Aviation Competence der Universität St. Gallen und dasStatistische Amt des Kantons Zürich. Der Start erfolgte im Herbst 2010.Die entstehende Datenbank wird die Basis für das Monitoring der SchweizerAerospace-Branche bilden.Aerosuisse-Kennzahlen:Wertschöpfung und Beschäftigung der zivilen Luftfahrt 2004*Effekte**Wertschöpfungin Mrd. CHFBIP%BeschäftigteDirekt 5,5 35 100davon ZH 18 000Indirekt 1,9 13 400Summe direkte undindirekte Effekte7,4 1,7 48 500Induziert 10,9 74 600Passagierseitigkatalytisch7,8 53 500Summe aller Effekte 26,1 5,9 176 600* Wertschöpfung = inkl. Exporte Luftfahrtindustrie, Quelle: Aerosuisse Vademecum 2010** Die Summe der direkten und indirekten Kosten entspricht der (kausal engen) volkswirtschaftlichen Bedeutung derLuftfahrt in der Schweiz (inklusive Exporte der Luftfahrtindustrie). Der induzierte und der passagierseitig-katalytischeEffekt zeigt auf, welche weiteren, kausal weniger engen, wirtschaftlichen Verknüpfungen die Luftfahrt mit dem Restder Volkswirtschaft verbinden.Aerospace 66


Einige Schlüssel-Akteure im Raum ZürichIndustrielle Betriebe und EntwicklerSR Technik, Zürich – FlughafenRUAG Space, ZürichBucher Leichtbau AG, Fällandenca. 3 570 MAca. 400 MAca. 200 MAAerolite Max Bucher AG, Dübendorf ca. 25 MAAcutronic AG, Bubikon ca. 50 MAHuber + Suhner AG, Pfäffikon ZHca. 1 500 MA inkl. Werk HerisauThales Suisse SA, ZürichSiemens Schweiz AG, Zürichca. 7 000 MA ganze SchweizRheinmetall Air Defence AG, Zürichu-blox AG, Thalwil (Produktion im Ausland)Schmid Telecom AG, Zürichca. 200 MAca. 190 MAETH Zürich, Institut für Geodäsie undPhotogrammetrie, ZürichDie Geomatik erfasst und visualisiert dieStrukturen unseres Lebens- und Wirtschaftsraums.Dazu werden Daten und Informationenbenötigt, die mittels moderner Erfassungs-,Analyse- und Kommunikationsverfahrenerhoben, ausgewertet und in Geoinformationssystemen(GIS) bereitgestellt werden.Die Geomatik setzt dafür eine Vielzahl vonterrestrischen, flugzeug- und satellitengestütztenSensoren ein. Zu den Aufgaben gehören3-D-Positionierung, Navigation, Erdschwerefeldbestimmungund Geodynamik, Überwachungund Steuerung von Umwelt- und Industrieprozessen,Analyse der Bodenqualität, Landnutzungund Landentwicklung, Kartografie,Mehrzweckkataster, Ressourcenerfassung undÜberwachung globaler Prozesse.www.igp.ethz.chFlugbetriebeSwiss International AirlinesHelvetic AirlinesBelairAir Berlin (5 Airliner in ZRH-AP stationiert)Edelweiss AirLuftwaffe, DübendorfLions AirJet Aviation, GlattbruggJU-Air, DübendorfSwiss Jet AGZimex Aviation Ltd.REGA Schweiz. RettungsflugwachtSAT Swiss Aviation Training CentreDienstleistungsbetriebeFlughafen Zürich AGGate Gourmet AGSkyguide, Wangen bei DübendorfSwissport International Ltd.MA = MitarbeiterVersicherungenSwiss Re, ZürichAXA Winterthur VersicherungenKessler Consulting, ZürichZürich Versicherungs-GesellschaftGlobal Aerospace Underwriting Managers Ltd. ZürichTotal ca. 7 340 MA, davon ca. 6 300 in ZRHca. 150 MAca. 1 600 MAca. 600 MAAerospace 67


u-blox AG, ThalwilFlugplätze im Kanton ZürichInternationaler Flughafen Zürich–Kloten mit rund ca. 23 000 MA (2009)Dübendorf mit ziviler Mitbenutzung (REGA, JU-Air, Aerolite und div. z.B. WEF)Speck-FehraltorfWinterthurHausen am AlbisHasenstrick /Bachtel (beschränkt)u-blox bietet ein breites Portfolio von Produktenfür alle Arten von Elektroniksystemenin Konsum- und Industriegütern sowie in derAutomobilindustrie und ermöglicht denzunehmend internationalen Kommunikationsanspruchder heutigen Zeit. Die GPS-Chips,-Module und -Lösungen von u-blox machen esauf der ganzen Welt möglich, die exaktePosition von PKWs, LKWs, Containern oderauch von persönlichen Navigationsgeräten,Smartphones, PCs und Handys zu bestimmenund mittels Stimme, Text oder Video zukommunizieren. Über 2000 Unternehmen –von KMU bis zu multinationalen Konzernen –integrieren die Produkte von u-blox in ihreGeräte. Als Global Player legt das Unternehmengrossen Wert auf das Umweltmanagementund verpflichtet sich einem sorgsamenUmgang mit natürlichen Ressourcen.www.u-blox.comFachhochschulen und Universitäten mit Bezug zur Luft- und RaumfahrtETH ZürichZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, WinterthurCluster-Aktivitäten 2009 – 20103 27. März 2009: Offizieller Start beziehungsweise Gründungsanlass derInitiative clusteraviatik.ch mit der Luftwaffe / Patrouille Suisse, Partnernaus der Aerospace Industrie, den Kantonen Zürich, Luzern und Nidwaldenin Anwesenheit von 150 Gästen aus dem In- und Ausland. DieserAnlass wurde begleitet von Medienberichten in Skynews, Arbeitgeberzeitung,Luzerner Zeitung und Anzeiger Luzern. Erste Kooperationsvereinbarungmit dem Aviation Valley Cluster aus Polen unterzeichnet.3 Beitritt zum ESNC European Satellite Navigation Competition am30. Mai 2009: Erstes « ESNC Kick-off Meeting » und Start des Wettbewerbesin Satellitennavigation/Ortungssysteme in der Schweiz an derETH Zürich mit über 50 Gästen aus dem In- und Ausland.3 Informationsreise an den Pariser Aerosalon nach Le Bourget, auf Einladungseitens Aerospace-Cluster Rhône-Alpes und Dassault Aviation.Gespräche mit diversen französischen Aerospace-Cluster-Organisationenund BavAIRia vor Ort geführt.3 November 2009: Im Auftrag der polnischen Botschaft Bern Durchführungder Veranstaltung « Aviatik und Navigation im Fokus Sicherheit »im Technopark Zürich zusammen mit den wichtigsten Vertretern derpolnischen Aerospace-Industrie und Hochschulen. Teilgenommen habenrund 50 Fachleute aus dem In- und Ausland.3 Umbenennung von clusteraviatik.ch in swiss aerospace cluster3 swiss aerospace cluster wird in der European Aerospace Cluster PartnershipEACP als Mitglied aufgenommen. Die EACP bildet die Dachorganisationüber alle europäischen Aerospace-Cluster und leitetneu Fachgruppen zu verschiedenen Themen aus der Luft- und Raumfahrt.Weitere gegenseitige Mitgliedschaften mit dem HSG-Center forAviation Competence der Universität St. Gallen und der SchweizerischeRaumfahrt-Vereinigung (SRV) und Aerosuisse, Dachverband derschweizerischen Luft- und Raumfahrtindustrie.Aerospace 68


3 5. März 2010: Veranstaltung « Europa im Weltraum » im Verkehrshausder Schweiz mit erster Schweizer Preisverleihung Galileo-Masters,« ESNC Kick-off Meeting 2010 » mit rund 100 Gästen aus dem In- undAusland sowie Ehrengast und ESA-Vertreter Claude Nicollier.3 16.–19. April 2010: Beteiligung swiss aerospace cluster mit KantonNidwalden als Gastkanton am Zürcher Sechseläuten.3 21. April 2010: Erste konstituierende Versammlung Verein SwissAerospace Cluster. Bestellung Vorstand und Fachbeirat.3 8.–13. Juni 2010: Erstmalige Beteiligung swiss aerospace cluster alsMitaussteller auf dem Messestand der EACP European AerospaceCluster Partnership an der ILA Berlin. Die Schweiz ist offizielles Gastlandan der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin.3 2. Juli 2010: Gründungsversammlung swiss aerospace cluster verbundenmit Feier « 100 Jahre Luftschiffstation Luzern » im Verkehrshausder Schweiz. Wahl der Organe. Vorstellung Ziele und Aktivitäten.Der Anlass war in die « 100 Jahre Luftfahrt Schweiz »-Feierlichkeiteneingebettet.3 24. Juli 2010: swiss aerospace cluster war Organisator der Aerospace-Ausstellunganlässlich des « 100 Jahre Luftfahrt Schweiz »-Flugmeetingsin Emmen und war auch mit einem eigenen Messestandvertreten. Insgesamt nahmen 20 Aussteller in der Jethalle 6 teil, vieledavon Mitglieder des swiss aerospace cluster. Rund 45 000 Zuschauerbesuchten das Flugmeeting.3 Einladung des Kantons Nidwalden und des Schweizerisch-DeutschenWirtschaftsclubs e.V. an den Schweizertag vom 20. August 2010 aufdem Flughafen Dresden. Weitere Partner waren: Luft- und RaumfahrtSachsen / Thüringen, ASIS Aerospace Saxony und die SchweizerischeBotschaft in Deutschland.3 8. Oktober 2010: Teilnahme an Luft- und Raumfahrtforum Baden-Württemberg und FAN Future Aerospace Network für « Mission Zukunftvon Baden-Württemberg ins All » mit Ausstellung.3 18. Oktober 2010: ESNC European Satellite Navigation CompetitionPreisverleihung der regionalen Sieger und des Galileo-Masters inMünchen mit 548 Teilnehmern. Eingereicht wurden 357 Projekte aus44 Ländern, davon acht aus der Schweiz.Trends und HerausforderungenEs zeichnet sich ab, dass die grossen Flugzeughersteller ähnlich wiein der Autoindustrie die Zahl ihrer Lieferanten verkleinern wollen. Damitsteigt der Druck auf die bestehenden Lieferanten in Sachen Kosten undAnforderungen. Schon jetzt stehen viele kleinere Aerospace-Betriebe vorgrossen Herausforderungen was die Vorfinanzierung von Projektbeteili-Aerospace 69


gungen und Zertifizierungen anbelangt. Eine Zukunft haben diese Betriebeaber nur, wenn sie sich international behaupten können. Darum nehmendie europäischen Aerospace Cluster mit ihren Mitgliederfirmen an internationalenLuft- und Raumfahrtausstellungen teil. So sind an der ILA Berlindas Luft- und Raumfahrtforum Baden-Württemberg, Aviabelt Bremenund auch überseeische Aerospace-Cluster zusammen mit ihren Mitgliederfirmenals Ausstellungs- und Netzwerkplattformen aufgetreten. DieOrganisation von Messeauftritten für die Mitgliederfirmen ist beispielsweiseauch für den Aerospace Cluster von Baden-Württemberg eine Einnahmequelle.Künftige AktivitätenDie folgenden vier strategischen Projekte stehen auf der Agenda desswiss aerospace cluster:3 Aufbau Website und Kommunikationsplattform, die mit der geplantenExportplattform verbunden wird (bereits gestartet).3 Entwicklung und Etablierung CH-Aerospace Exportplattform für die Koordinationder Messebeteiligung mit Mitgliederfirmen an internationalenLuft- und Raumfahrtmessen. In erster Linie sollen kleinere Betriebedie Gelegenheit erhalten an wichtigen Fach- und Branchenmessenteilzunehmen. Damit verbunden sind auch BtoB-Meetings mit europäischenPartnerorganisationen beziehungsweise deren Mitgliedern.3 Aufbau CH-Aerospace-Datenbank, welche Grundlagen, Informationen,Kennzahlen und Firmennamen der Akteure in der Schweiz liefert.3 Im Juni 2011 findet der Pariser Aerosalon in Le Bourget statt. Geplantist, über die neu geschaffene CH-Aerospace-Exportplattform erstmalsmit einem Gemeinschaftsstand der Mitgliederfirmen an dieser internationalenLuft- und Raumfahrtausstellung teilzunehmen.Weiter bestehen Pläne, die in der Schweiz eingereichten ESNC-Wettbewerbsprojektezur Marktreife zu begleiten. Die ESA unterstützt den swissaerospace cluster bei seinem Engagement für die Eröffnung eines Inkubationszentrumsin der Schweiz.Kontaktperson beim Kanton ZürichØ Beat Rhyner, Projektleiterbeat.rhyner@vd.zh.chwww.standort.zh.chAutor: Michel Jaquet, Geschäftsführer swiss aerospace clusterWeitere KontaktpersonØ Michel Jaquet, Geschäftsführer swissaerospace clusterinfo@swiss-aerospace-cluster.chwww.swiss-aerospace-cluster.chWeiteres Informations- und DatenmaterialØ www.galileo-masters.euAerospace 70

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