nur einen steinwurf entfernt - Nehemia

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nur einen steinwurf entfernt - Nehemia

Nr. 5/20124 1 . J a h r g a n goderRUMÄNIEN • zum elend befreitZIGEUNER • von menschen verachtetSAMBIA •»mama sambia«MOLDAWIEN • bei minus 25° C feuer gefangenVERFOLGUNG • den tod vor augenrmutnur einen steinwurf entfernt


2•reportinhaltEditorialInhaltEditorial 2Das Mandat Teil 2Christenverfolgung – unser Mandat 3Armut in Europa I RumänienZum Elend befreit 4Armut in Europa I ZigeunerVon Menschen verachtet 5Armut kurz hinter Europa I MoldawienMomentaufnahmen 6Armut in Asien I PhilippinenFremd geblieben 7Armut in Afrika I Sambia»Mama Sambia« 8Verfolgung in Tansania(Alb)trauminsel für Christen 10Armut begegnen I praktisch anpackenBei minus 25° C Feuer gefangen 11Geistlicher Armut begegnen I EbJBesser als Wodka 12NewsIran I Mali I Strahlende Augen 13AVCEvents 15VerfolgungDen Tod vor Augen 16TitelbildDorf in RumänienBild untenZigeunergettoin Burgas, BulgarienLiebe Leserin, lieber Leser,zugegeben, als typischer Nutzniesser unserer westeuropäischen WohlstandsundWellnesskultur ist für mich der Idealfall Harmonie, seelische Ausgewogenheit,finanzielle Absicherung bis hin in ein methusalemsches Alter. AlsMöchtegern-Warmduscher im geistlichen Sinn hätte ich gern eine immerwährendeund von wohltemperierten Gefühlen begleitete, vertrauende undauf jeden Fall leidensfreie Nähe zu Gott. Abweichungen vom Ideal sind ebennicht ideal und so rasch als möglich zu beheben.Nur eine Flug- oder ein Dutzend Autostunden außerhalb unserer westlichenWohlstandsoase begegne ich einer ganz anderen Realität. Die »Dritte Welt«,die wir gern weit weg von uns wähnen, findet auch breitflächig in unserer »ErstenWelt« statt – nur einen Steinwurf entfernt. Auch in Europa.Dieser AVC-report will den Leser auf dramatische Zustände ganz in unsererNähe aufmerksam machen. Zum Beispiel in Rumänien (»Zum Elend befreit«S. 4), in Bulgarien (»Von Menschen verachtet« S. 5), in Moldawien (»Momentaufnahmen«S. 6) und dann eben auch etwas weiter weg auf den Philippinen(»Fremd geblieben«, S. 7) und in Afrika (»Mama Sambia« S. 8).Und natürlich berichtet der Report auch über das, was Gott gerade dort tut, woChristsein viel bis alles kostet (»(Alb)trauminsel für Christen« S.10; »Den Todvor Augen« S. 16) – und über die riesige Überraschung aus dem Iran: PastorYoucef Nadarkhani, der seit Jahren im Gefängnis auf die Vollstreckung seinesTodesurteils gewartet hat, ist freigelassen worden (»Frei nach 1062 Tagen«,S. 13)!Gott ist am Werk. Und es scheint, er arbeitet besonders intensiv ausgerechnetdort, wo es für die Christen an die Substanz geht.Wir wünschen, dass das Lesen betroffen macht, zum Handeln anspornt (»Feuergefangen bei minus 25° C« S. 11) und einen Schub an Dankbarkeit auslöst.Herzlichandreas Rossel


Das Mandat Teil 23c h r i s t e n v e r f o l g u n gunser mandatJedes Mandat im Sinne einer Vertretungsvollmachtoder einer Ermächtigungbedarf einer grundsätzlichenAutorisation. Die Mandatsausübungresultiert aus der Anweisung desMandatsgebers.Hinsichtlich der Diskriminierung, Unterdrückung,Verfolgung und Misshandlungvon Menschen bietet dieBibel einen reichhaltigen Fundus undzeigt nicht bloß die unmissverständlicheHaltung des Mandatsgebersauf, sondern macht seine konkretenHandlungsaufträge deutlich. Anhandeiniger ausgewählter Bibelstellen sollbeispielhaft ein biblisch abgeleitetesMandat ersichtlich gemacht werden:»Wehe euch, ... ihr habt die wichtigerenDinge des Gesetzes beiseite gelassen:das Recht (nämlich dem Armenund Unterdrückten Recht zuverschaffen) ...« 4»Man hat dir mitgeteilt, Mensch, wasgut ist. Und was fordert der HERR vondir, als Recht zu üben ...« 5»Kümmert euch um alle, die wegenihres Glaubens gefangen sind. Sorgtfür sie wie für euch selbst. Steht denChristen bei, die verhört und misshandeltwerden. Leidet mit ihnen, alswürden die Schläge euch treffen.« 6Kommt der Leib Christi diesen Aufträgennach? Kritische Stimmen behaupten,die christliche Kirche habean Einfluss in politischen und gesellschaftsrelevantenThemen verloren.Als Grund hierfür wird vermutet, dassder christliche Auftrag oftmals mitEvangelisation und Gemeindedienstals erfüllt angesehen und dass dieBedeutung des Menschen in seinerGesamtheit vergessen wird; die Achtungseiner Freiheit und Würde. Kurzum:es fehle am Einsatz für die Menschenrechte.Gebot. Er lehnte jede Form der Herabwürdigungund Unterdrückung abund behandelte alle Menschen entgegendem damals üblichen Standard ingleicher Weise. Er stellte sich schützendvor diskriminierte Menschen wieFrauen, Kinder, Kranke, Verunreinigteoder Ausländer.Dieses Vorbild regt zu einem tieferenVerständnis von Menschenrechtenan: es begnügt sich nicht miteiner Christianisierung, also einerbloß äußeren Erscheinungsform desChristentums, sondern will zu einernachhaltigen Veränderung der Gesellschaftbeitragen. Das christlicheMandat versteht sich als Anwaltschaftgegen Christenverfolgung undderen Konsequenzen für die Betroffenenund darüber hinaus gegen jedeForm der Diskriminierung und Unterdrückung.Ungerechtigkeit zu sehenohne zu handeln, widersprächezutiefst einem christlichen Verständnisvon Menschenrechten. Vielmehrist es eine christliche Verpflichtungzu reagieren, sobald die Würde desMenschen erniedrigt wird.Jesaja Statue in Rom»Sorgt für Recht und Gerechtigkeit,tretet den Gewalttätern entgegen!« 1»Wer die Schwachen unterdrückt, lästertihren Schöpfer.« 2»Sorgt für Gerechtigkeit und befreitdie Beraubten aus der Hand ihrerUnterdrücker! Ihr sollt die Fremden,die bei euch wohnen, nicht ausbeutenund die Schutzlosigkeit der Waisenoder Witwen nicht ausnutzen! Hörtauf, das Blut unschuldiger Menschenzu vergießen!« 3Der Begriff »Menschenrechte« befindetsich im christlichen Sprachgebrauchoft am Rande der Bedeutungslosigkeit,in Predigten oderGemeindeprogrammen hat er Seltenheitswert.Insofern interessiert dieFrage, ob ein christliches Verständnisvon Menschenrechen überhauptexistiert? Voraussetzung für eineentsprechende Auffassung ist, Ursprungund Quelle des »Rechts aufMenschsein« zu erkennen. Diesesentspringt im Wesen des Schöpfers,der den Menschen auf sein Ebenbildhin geschaffen und ihn ungeachtetseiner Eigenschaften mit Würde ausgestattethat. Der christliche Ansatzder Menschenrechte ist in der bedingungslosenLiebe Gottes zu jedemMenschen zu finden. Er verdeutlichtedies insbesondere in seiner Menschwerdungin der Gestalt Christi. Jesusselbst war der Nächstenliebe verpflichtetund titulierte sie als höchstesDer Begriff Menschenwürde, der vorallem in der Rechtssprache einen zunehmendbedeutungsvolleren Stellenwerteinnimmt, soll im 3. Teil derSerie mit dem Titel »Christenverfolgungund der Schutz der Menschenwürde«behandelt werden.Dr. Robert KrammerVorstandsmitglied AVC Österreich1 Jesaja 1,172 Sprüche 14,313 Jeremia 22,34 Matthäus 23,235 Micha 6,86 Hebräer 13,3


4 •reportarmut in europa RumänienBis 1940 eines der wohlhabenderenLänder des Ostens, gab die»Befreiung« durch die Sowjetarmeeund der Kommunismus denAnstoß zum Niedergang. LotharRiegel berichtet aus Rumänien.rumänienbefreitWerden Menschen zu Befehlsempfängernheruntergestuft, geht daszwangsläufig auf Kosten von Kreativität,Eigeninitiative, Engagementund damit von wirtschaftlichemErfolg. Nicht sofort, doch in Rumänienhat sich die Abwärtsspiraleunaufhaltsam gedreht ...Wende ohne Wunder… bis heute. Der Sturz des DiktatorsNicolae Ceaucescu brachte die Wende.Doch die anfängliche Hoffnungsflamme,angefacht durch die neue Freiheit,die demokratische Regierung und dieTatsache, dass das Land damals keineAuslandsschulden hatte, erlosch.Zusammen mit der Illusion einesWirtschaftswunders. Zu tief stecktensämtliche Regierungen im Korruptionssumpf.Zwar wiesen neu entstandeneWirtschaftszentren ein hohesWachstum mit Arbeitslosenratenunter den Werten westlicher Industriestaatenaus, doch wurden großeTeile des Landes davon nicht tangiert.Kein Goldrausch imGoldenen WestenRumänien ist inzwischen in der EUund damit im »Goldenen Westen«angelangt. Das hat bisher nichtsan der bitteren Armut eines großenTeiles der Bevölkerung geändert.Rund 20% leben unter derArmutsgrenze. Die Lebenskostenentsprechen teils denen in Deutschland,während das Einkommen der»Glücklichen«, die überhaupt Arbeithaben, einen Bruchteil ausmacht –die meisten müssen sich mit wenigerals 400 Euro im Monat durchschlagen,viele mit 150–200 EUR. VielenRumänen gelingt es kaum, genugEssen auf den Tisch zu kriegen.Hunderttausende ohne Perspektivenhaben sich aus dem wirtschaftlichund politisch instabilen Land insAusland abgesetzt.»Einfamilienhaus« aus LehmAngelika und Viktor, beide 31 Jahrealt, leben mit ihren vier Kindern ineiner der elenden Lehmhütten. ImSommer kaum erträgliche Hitzedarin, im Winter beißende Kälte. Diemangelhafte Belüftung verursachtFeuchtigkeit und diese häufigeErkrankungen. Im Sommer arbeitenAngelika und Viktor als Tagelöhnerfür 15 EUR pro Tag; andereVerdienstmöglichkeiten gibt es hierkeine.Victoria, 52-jährig, lebt mit ihrerTochter und deren zwei Kindern ineiner kleinen 2-Zimmer-Wohnung.Ihr Mann machte sich aus dem Staub,als sie vor 18 Jahren zum Glauben anJesus gekommen war. Sie arbeitetfür 150 EUR im Monat als Näherin ineiner Fabrik. Zusätzlich schuftet sieim Sommer auf dem Feld und erhältdafür ein paar Lebensmittel. DasGeld reicht knapp für Miete, Stromund die knappen Nahrungsrationen.40 Jahre AVC in RumänienDie Initialzündung zur Gründung vonAVC vor 40 Jahren hängt ganz eng mitRumänien zusammen. Das Hilfswerkhat inzwischen viel in das Landinvestiert: mehrere hundert TonnenHilfsgüter, tausende Bibeln undchristliche Literatur und Finanzen. Inder Folge sind eine Anzahl christlicherGemeinden entstanden. Diese werdenteils bis heute unterstützt, weil diemeisten außerhalb der Industriezonenliegen und deshalb ein großer Teilihrer Mitglieder arbeitslos ist.Ein »Steinwurf« von uns (ca. 15Autostunden) entfernt ist Armut keinFremdwort, sondern bitterer Alltag.Lothar Riegel


armut in europ armut in europa Zigeuner5von menschen verachtetv o n G o t t g e l i e b t»Ginge es nach Gesundheitsstandards, Ernährungsmängeln, Analphabetentumund Kleinkriminalität, gäbe es die Roma nirgendwoin Europa, sondern irgendwo in Afrika.« 18 bis 12 Millionen? Gott allein kennt die genaue Zahl derin Europa lebenden Sinti und Roma.KulturschockDie soziale Lage der Sinti und Roma ist im steilen Abwärtstrend.Bis zu 90% sind arbeits- und mittellos, vonBildung und medizinischer Versorgung ausgeschlossen.Gekürzte oder gestrichene Sozialleistungen beschleunigendas hoffnungslose Abdriften ins Elend.Die kurze Fahrt vom Touristenzentrum in Burgas, Bulgarien,in das Zigeunergetto führt mich in schockierendeZustände: elende Hütten, feucht, teils ohne Strom und Heizung.Davor Kinder, auch im Winter barfuß und schlechtgekleidet. In den Hütten mittellose Mütter, Alte, Kranke,Verwahrloste.Ukraine transportieren. Partner vor Ort machen regelmäßigeBesuche. Auch Sladjana, Frau eines Pastors in Leskovac.Mit viel Herz für Randgruppen verteilt sie in den GettosKleider, Schuhe und anderes. Erst gehen Türen auf, dannHerzen, wenn sie den Empfängern auch die frohe Botschaftvon Jesus mitgibt. Sie trägt dazu bei, dass in einem Romaviertelin Leskovac ca. 25% der Bewohner Christen gewordensind – mit beeindruckenden Auswirkungen.• ... dürfen wir dank Hunderten von Spendern jedesJahr tausende Liebeszeichen in Form von Weihnachtspaketenfür Kinder und Erwachsene verteilen. »Jemanddenkt an mich, also hat auch Gott mich nicht vergessen!«ruft eine dankbare Roma-Frau aus. 2• ... tragen wir dazu bei, dass unsere Partner vor OrtRoma-Kindern in Tagesstätten und Kindergärten undderen Eltern mit Alphabetisierungskursen und Berichtenaus der Bibel Mut machen – wichtige Grundlagen,um aus der Armutsfalle auszubrechen. Eltern, durchihre veränderten Kinder neugierig geworden, besuchenihrerseits die initiativen Freikirchen.• ... unterstützen wir lokale Freikirchen finanziell und setzendamit Pastoren und andere Mitarbeiter für ihren Dienst frei.Sie können noch lachen Kinder im Romaviertel in Burgas, BulgarienWo Väter abwesend sind…Unzählige Frauen sind alleinerziehend; ihre Männerhaben sich abgesetzt. Viele der Kids werden Opfer vonDrogenhändlern oder schon früh zur Prostitution gezwungen.Busweise werden junge Mädchen als »Exportartikel«in Großstädte des Westens verfrachtet. Kriminalitätund Menschenhandel blühen.… und Mütter ihre Kinder verkaufenMütter verkaufen Kinder, um von dem Erlös ihre Wohnruinennotdürftig reparieren zu können. Schwangere werden vonBaby-Händlern bedrängt - im benachbarten Griechenlandwerden für Babys hohe Summen gezahlt. Andere werdengezwungen, für die Kindermafia Kinder zur Welt zu bringen.Herzlichen Dank an jeden, der durch Gebet und Spenden zuder positiven Entwicklung – inklusive des geistlichen Aufbruchsin Leskovac 3 unter den Roma und Sinti - beiträgt.Bruno Wacker1Christian Schmidt-Häuer im Zusammenhang mit derEU-Erweiterung 20042Die von AVC produzierten Filme über die Aktion Weihnachtspäckliin Bulgarien, Moldawien und Serbien geben einen berührendenEinblick: www.avc-international.org/de/menu-left/filme.html3Siehe Bericht im AVCreport 4/2012www.avc-de.org/de/medien/avc-report.htmlPlatzt aus allen Nähten Neue Kirche im Romaviertel in BurgasArmut als unveränderliches Schicksal?Nein, AVC engagiert sich zusammen mit lokalen Partnernfür diese Schwächsten am Rand der Gesellschaft.»Weil Betroffenheit zu wenig und leere Worte zu viel sind« …• ... können wir gespendete Hilfsgüter nach Albanien, Bulgarien,Kosovo, Moldawien, Rumänien, Serbien und in die


6 •report armut kurz hinter europa MoldawienEs gibt Augenblicke, von denenman wünscht, dass sie nie vorübergehen,und andere, auf die manliebend gern verzichten würde.Ich stehe vor meiner Haustüre im reichenDeutschland und beobachte dasSeniorenheim auf der gegenüberliegendenStraßenseite.Altenheim, einen Steinwurf entferntEs ist warm. Die Fenster stehen offen.Eine der Seniorinnen ist regelmäßig inernsthafte Gespräche mit imaginärenGesprächspartnern vertieft. Armut?Materiell mit Sicherheit nicht. Dochder von gut ausgebildetem Pflegepersonalumsorgten Frau fehlt ein realesGegenüber. Vielleicht leidet sie auchzusätzlich unter geistlicher Armut.Altenheim, eine Flugstunde entferntIn einer globalisierten Welt liegt Moldawien,das Armenhaus Europas, gewissermaßenvor unserer Haustür.AVC betreibt dort zusammen mit einerlokalen Kirche das SeniorenheimSarepta. Materiell wie professionellhält es keinem Vergleich mit westeuropäischenEinrichtungen stand.Trotzdem: Ich begegne dort fast ausschließlichfröhlichen Bewohnern.Erzählen sie ihre Lebensgeschichten,bereue ich es manchmal, sie danachgefragt zu haben. Nach einem arbeits-und entbehrungsreichen Lebenerhalten sie eine Rente, die dieseBezeichnung nicht verdient. Wer zukommunistischen Zeiten nicht linientreuwar, erhält gar nichts.»Armut« ist ein zu harmloser Begriffzur Umschreibung des materiellenElends der Senioren in diesem Land.Deshalb ist die Aufnahme in Sareptafür sie so etwas wie die Erfüllungaller Sehnsüchte, die sie ein Lebenlang gehegt haben. Alle schwärmensie von der liebevollen Art, mit dersie hier aufgenommen wurden undgepflegt werden, und es ist unschwerauszumachen: Sie meinen es ernst.Als ehemals Vereinsamte genießensie die herzlichen Beziehungen untereinander,mit den Christen unddem Pastor der örtlichen Gemeinde.Viele finden während dieses letztenLebensabschnitts die Erfüllung durcheinen lebendigen Glauben an JesusChristus.Kinder, eine Flugstunde entferntWie die alten Menschen sind auch dieKinder nicht imstande, dem Elend imLand zu entfliehen. AVC unterstütztmehrere Straßenkinderprojekte undein Kinderdorf der örtlichen Freikirchen.Was uns zwei Kinder aus einem dieserProjekte berichten, steht beispielhaftfür das Schicksal vieler. Siewaren von ihren Eltern im Wald ausgesetztworden. Die Vermutung liegtnahe, dass sich ihre Eltern wie vieleandere in den Westen abgesetzt haben,um legal oder illegal Arbeit zufinden. Etwa 40% der arbeitsfähigenBevölkerung hat das Land bereitsverlassen. Viele Kinder werden einfachden Großeltern überlassen, derenRente zum eigenen Überlebennicht ausreicht und schon gar nichtauch noch für das der Enkel. Viele Kinderlanden deshalb auf der Straße –mit allen zerstörerischen Folgen.AVC bietet für diese Senioren- undStraßenkinderprojekte Patenschaftsprogrammean. Helfen Sie mit, Menschen,die Dinge erlebt haben, die siebesser nie erlebt hätten, Momente zuermöglichen, von denen sie sich wünschen,dass sie nie vorübergehen.Frank GöttelKontakt Frank Göttelf.goettel@avc-de.orgTel. +49 (0)6043 9869 570


armut in asien Philippinen7fremdgeblieben»Wo sollen wir nurhin?« In Lings Augenblitzen Tränen auf.Carsten Aust stellt unseine Familie vor, dievertraut geworden unddoch fremd geblieben ist.Sich selbst überlassen StraßenkidsHütten bauen Kein Spaß – NotwendigkeitNeuland für Ling Ausbildung und ArbeitWird es dunkel, schlagenLing und Alfonso seit dreiJahren hinter einem Kioskzwischen den Büschendes Burnham Parks inBaguio City, Philippinen, ihrNachtlager auf. Ihr Sohnist zwei Jahre alt.»Parksäuberung« durchdie PolizeiAls Obdachlose sind sieunerwünscht, schadendem Ansehen der Stadt. DiePolizeirazzia am folgendenMorgen wird ihnen den vertrautenSchlafplatz nehmen.Die Familie liegt uns amHerzen. Schon früher habendie beiden von uns Essenund Kleidung erhalten.Dabei hat sich eine gewisseBeziehung entwickelt. Lingund Alfonso kommen regelmäßigzum Gottesdienst,fühlen sich wohl.Aller (Neu)anfang ist schwerEin Freund nimmt dieFamilie in seine Wohngemeinschaftauf, wir versorgensie mit dem nötigstenHausrat und integrierensie in unser sechsmonatigesAusbildungsprogramm.Ling belegt einenKosmetik- und Alfonsoeinen Handwerkskurs.Dem äußeren folgt eininnerer Neuanfang: Die Entscheidungfür Jesus. Dochdas Leben auf der Straßehat tiefe Spuren hinterlassen.Altlasten und Lasterder Vergangenheit, die»entsorgt« werden müssten,behindern die für die Ausbildungnötige Disziplin. Lingschwänzt oft den Unterrichtund lungert mit alten Freundenim Park herum. UndAlfonso – begeistert vomhandwerklichen Arbeiten –verprasst chronisch seinenLehrlingslohn.Asiatische SchamkulturWeiteres Hindernis aufdem Weg sind die Lügengeschichten,mit denen diepersönlichen Hintergründekaschiert werden. Der fastundurchtrennbare Schleierphilippinischer Schamkulturverhindert es, Gefühlezu zeigen, offen über sichselbst zu reden – und damitjede Selbstreflektion.Wir erfahren, dass diebeiden aus dem Süden derPhilippinen stammen; wohergenau wollen sie nichtsagen. Vor drei Jahrenwaren sie aufgrund vonFamilienstreitigkeiten ausgerissen,hatten das nötigeKleingeld gestohlen undsich in die Bergstadt BaguioCity abgesetzt. Seitherhaben sie sich – wie es hierviele Kinder und Jugendlichetun – allein durchsLeben geschlagen.Heimweh nach demFamilienclanWenigsten eine Gefühlsregungist unverkennbar:Heimweh. Sie bitten umGeld für die Rückkehr;und wir empfinden, dassGott dahinter ist, um diezwei Heimatlosen mit Kindwieder in ihr eigentlichesZuhause zurückzuführen.Auf den Philippinen istein guter Familienzusammenhaltim Kampf umsÜberleben wichtig.Stolz auf den erfolgreichenAbschluss der Ausbildung,mit gutem Mut und dem Willen,das Erlernte anzuwenden,bereiten sie die Heimreisevor. Damit sie nichtmit leeren Händen zurückkehrenmüssen, besorgenwir ihnen zwei 50-kg-SäckeReis, Kleidung und einigeGeschenke für die Familie,Geld für die Heimreise undfür den Neustart.Fragen bleibenIm Hafen von Manila stellenwir die Familie unterGottes Segen. Es kommenseltsame Gefühle undFragen hoch: Wer sinddiese beiden wirklich? Siekönnen nicht älter als 18oder 19 sein. Wohin wirdsie die Reise führen? Waswird aus ihnen werden?Gott allein kennt die Antwortauf diese Fragen, under wird sie weiter begleiten.Für uns sind sie unterden vielen Armen undBedürftigen, mit denen wirtäglich arbeiten, irgendwieetwas Besonderes gewesen.Doch ihr Leben ist einGeheimnis geblieben.Carsten Aust


8 •reportarmut in afrika Sambia»mama saTäglicher Kampf ums Überleben. Helmut Reutter gibt uns einen Einblick in ihr Leben, das für unAlltäglicheLastWasserschleppenMama Sambia ist Witwe. Sie versorgtnicht nur ihre eigenen fünf Kinder; siekümmert sich auch um andere, dienoch weniger haben als sie selbst.Feuerholz von weit herZurück vom Wasserholen, macht sichMama Sambia an die Vorbereitungdes Frühstücks – gekochtes Maismehl,mit einer Prise Salz gewürzt.Aber eben – gekochtes Wasser istnur mit Feuer, und dieses nur mitHolz zu haben. Doch woher nehmen?Die Bäume und Büsche in Dorfnähesind so gründlich abgeholzt, dass dieKids – und der Großvater, sofern esseine Gesundheit zulässt – immerweitere Distanzen zur Holzsuchezurücklegen müssen.um ihre jüngste Tochter, die nach demTod ihres Vaters geboren wurde und inihrer Entwicklung etwas hinterher ist.Die Hausarbeit wird durch zwei weitereTouren zum Brunnen unterbrochen.Frauen balancieren die 15 Liter fassendenWassereimer geschickt aufdem Kopf. 15 Liter hört sich nach viel an.Es liegt jedoch nahe, dass die Wasserversorgungmit einer ziemlichen Torturverbunden ist, bedenkt man, dass damitdas Essen gekocht, das Haus geputztund dessen Bewohner gewaschenwerden müssen und … und …SeuchenvorbeugenGedeckterBrunnen mitHandpumpe(rechts)Wasserversorgung zu FußMama Sambias Tag beginnt früh.Bereits um Fünf ist sie auf »Wassertour«.Weil der offene Dorfbrunnenwährend der Trockenzeit kein Wasserhat, muss sie einen Kilometerlaufen, um zum nächsten Brunnenzu gelangen, den wir vor einigenJahren gebaut haben. Die Abdeckungund die Handpumpe schützen dasWasser vor Verunreinigungen. Beioffenen Brunnen fallen Staub, Dreckund Ungeziefer hinein, was häufig zurVerseuchung des Wassers führt.Verseuchtes Wasser ist noch heutedie größte Krankheitsursache invielen afrikanischen Ländern. ZahlreicheKinder im Dorf leiden regelmäßigan Durchfall, manchmal auchan Cholera.Abgeholzt innerhalb von drei JahrenSchule im DreischichtbetriebNach dem Frühstück machen sichdie älteren zwei Kinder auf den vierKilometer langen Schulweg. Da dieSchule lediglich drei Klassenzimmer,die umliegenden Dörfer jedoch umsomehr Kinder aufweisen, wird imDreischichtbetrieb unterrichtet. OhneUnterstützung von Organisationenwie AVC hätten viele Kinder keineChance, die Schule zu besuchen. Wosonst würden sie die Bücher, Hefteund vor allem die obligatorischeSchuluniform hernehmen, die sicharme Eltern nicht leisten können?Achim und Khowani sind in der erstenSchicht mit Unterrichtsbeginn um7.30 Uhr. Drei Stunden später sind siebereits wieder auf dem Heimweg.Überlebensnotwendig »Schrebergärtchen«Salat, Mais, Hühnern… und da ist ja auch noch der kleineGarten neben Mama Sambias Hütte,der während der Trockenzeit durchgehendnach Bewässerung schreit.Dieser wirft jeden Tag so viel GemüseHausalltag eine TorturZu Hause kümmert sich Mama Sambiaum die drei kleineren Kids, am meisten


9mbia«gezählte andere in Sambia steht. Deshalb nennen wir sie hier einfach »Mama Sambia«.und Salat ab, dass es für die Familieausreicht. Manchmal bleibt noch etwaszum Verkauf übrig. Der magereErlös wird in Speiseöl, Salz, Zucker,Seife und Zahnpasta investiert.Nicht zu unterschätzen ist auch derWasserkonsum der gackerndenEierproduzenten, von denen es nachden seltenen, besonderen Anlässenim Hause von Mama Sambia, zumBeispiel wenn Besuch da ist, anschließendjeweils eines wenigergibt. Hühner gelten hier als Delikatesse– wohl weil selten einmaleines auf dem Grill landet.Hilfe zur SelbsthilfeAbgesehen von einem kleinen Gartenkann während der Trockenzeit keineLandwirtschaft betrieben werden.Fällt im November der erste Regen,baut Mama Sambia auf dem Feldhinter ihrer Hütte Mais an. Ist dasJahr gut, kann sie von der Ernte denFamilienbedarf für das kommendeJahr decken. Fällt die Ernte sehr gutaus, dann können sogar einige SackMais verkauft werden. Der Erlös wirdin Textilien, vor allem in besagte unabdingbareSchuluniformen gesteckt.Saatgut bleibt allerdings kaum mehrübrig – es ist Sache von AVC, MamaSambia damit zu versorgen.Traditionelle »Waschmaschine«Nach der Rückkehr der Kids vonder Schule ist Waschen angesagt;eine mühsame Angelegenheit, weilgänzlich von Hand. Mama SambiasWunsch, dass sich die tägliche Wäscheder jeweils einzigen Schuluniformder beiden Großen einmalerübrigen würde, erfüllt sich währendder staubigen Trockenzeit nurselten.Ein-Gang-MenüAm späten Nachmittag pflegen dieMägen fast hörbar zu knurren. Dennweil die Vorräte nicht ausreichen,wird das Mittag- und das Abendessenzu einem Ein-Gang-Menüzusammengefasst. Großvater hatteheute einen guten Tag und sich umdas Feuer gekümmert. Mama Sambialegt los, kocht den Nshima, denMaisbrei und Rape, ein spinatähnlichesKraut als Beilage.Die »Küche« ist draußen. Auch sonstspielt sich das Leben weitgehendvor der winzigen Hütte ab, die kaumPlatz zum Schlafen bietet.Nächtliche StilleNach dem Abwasch bricht bald dieDunkelheit herein – im Winter um18.00 Uhr, im Sommer eine Stundespäter. Elektrizität gibt es im Dorfvon Mama Sambias Dorf nicht. Daund dort wird eine Kerze angezündet,doch die meisten gehen früh zu Bett.Ein Tag im Leben von Mama Sambiageht zu Ende. Ruhe kehrt ein – abgesehenvon den Geräuschen der Tiere,die nachts ums Überleben kämpfen.Morgen wird sein wie heute; und heutewar wie gestern und vorgestern.Einzig am Sonntag wird die gleichförmigeRoutine unterbrochen werden,wenn Mama Sambia mit ihren Kidszur Kirche gehen und sich mit anderenaus dem Dorf treffen wird.Urlaub, Freizeit, Reisen, fließendesWasser, Elektrizität, Waschmaschine… Alles unbekannt oder ein unerfüllterTraum von einem besseren Leben.Herzlichen Dank an alle, die unsereArbeit unterstützen und Menschenwie Mama Sambia helfen, imtäglichen Kampf ums Überleben zubestehen.Helmut Reutter


10 •reportverfolgung in tansaniatansania(alb)trauminsel für christenSansibar im Indischen Ozean lässt das Herz von Touristen höher schlagen. Der Archipel hat etwasExotisches: orientalische Basare, Sultanspaläste, wohlriechende Gewürze, palmengesäumteSandstrände und azurblaues Meer. Doch für Christen ist die Insel zum Albtraum geworden.Im ostafrikanischen Tansania gehen islamische Fundamentalistenmit äußerster Brutalität gegen Christen vor.Christen – Steine des AnstoßesDas paradiesische Sansibar ist eine Hochburg islamischerFundamentalisten, die die Unabhängigkeit der Insel vonTansania durchsetzen und islamisches Gesetz, die Scharia,einführen wollen. Die auf Sansibar lebende christliche Minderheitist für sie ein Störfaktor. Rund 5000 der insgesamtknapp zwei Millionen Sansibaris sind überzeugte Christen.Zurück bleiben Verzweiflung und AngstIslamische Fundamentalisten wüten auch in anderenLandesteilen Tansanias, üben Gewalt aus, zünden Kirchenan und vergewaltigen Frauen und Kinder von Pastorenund Gemeindemitgliedern. Die sonst übliche Unerschrockenheitunter Christen weicht dabei oft Verzweiflung,Scham und Angst.»Die Christen in Tansania brauchen Gebet«, sagt WernerDrotleff, langjähriger AVC-Missionar in Tansania. »Fürviele Christen weltweit ist es selbstverständlich, Gott freianbeten zu können. In Tansania ist das nicht überall möglich.Glaube kann hier Verfolgung bedeuten.«Weisheit und Mut gefragtUm den Pastoren im Land ein fundierteres Wissen über denIslam zu vermitteln, hatte Werner Drotleff im Nordosten desLandes eine mehrtägige Konferenz mit Dr. Andreas Maurer,Theologe und Islamwissenschaftler, organisiert. Rund 100tansanische Pastoren nahmen Teil und erhielten wertvolleImpulse, wie sie Moslems begegnen und ihnen die befreiendeNachricht von Jesus näher bringen können.Kirchen buchstäblich »on fire«Der islamische Terror kennt hier keine Skrupel. Ende Maiwurde ein Brandanschlag auf die Kirche von Pastor Dixonin Sansibar Town ausgeübt. Mitglieder der Gemeinde warengerade zu einer Gebetsnacht versammelt. Weil die Türverriegelt war, rissen die Islamisten Mauern nieder undschlugen Fenster ein, um ins Innere zu gelangen. Sie zerstörtendie Musikanlage, zündeten 600 Stühle an und anschließendauch das vor der Kirche geparkte Auto des Pastors.Bei dem Feuer kam niemand ums Leben – Gott seiDank! Zwei weitere Kirchen wurden in derselben und inder darauffolgenden Nacht ebenfalls Ziel von Übergriffen.»Trotz dieser Bedrohung werden wir die Insel nicht verlassen«,sagt Pastor Dixon, Senior Pastor der Assembliesof God Gemeinde in Sansibar Town. »Durch die Angriffesind wir Christen noch näher zusammengerückt.« DerEntschluss steht fest: Sie werden weiterhin alles daransetzen, Jesus auf der Insel bekannt zu machen.Nur wenige Autostunden entfernt liegt die GroßstadtMwanza. Auch dort wurde eine Kirche von Moslemsteilweise zerstört. Doch trotz ständiger Bedrohungenist Pastor Buhwawa mutig entschlossen, an seiner mittenin der Stadt auf einer Anhöhe gelegenen Kirche einriesiges Kreuz anzubringen. Es soll überall in der Stadtsichtbar sein.Alle fünf Minuten stirbt auf dieser Erde ein Mensch, weiler sich zu Jesus Christus bekennt. Bedroht und betroffensind auch Christen in Tansania. Sie brauchen Gebet. Wiedankbar können Christen sein, die in Freiheit ihren Glaubenleben können. Es ist nicht selbstverständlich.Dr. Ulrike AwadAusgebrannt Auto von Pastor Dixon


armut begegnen Praktisch anpacken11BEI MINUS 25° Cfeuer gefangen23. Juli 2012. Der Trip der fünf Erwachsenen und drei Kinder zum Hilfseinsatz in Moldawien beginntvor Tagesanbruch. Wozu fahren die überhaupt dorthin? Der AVCreport hat nachgefragt.Durchgerüttelt erreichen die acht Erschöpftenmit zwei Autos nach drei Tagen und 2000km zunehmend schlechter werdenden StraßenEdinet im Norden Moldawiens.Während 10 Tagen packen sie praktisch an,stellen Häuser instand und bauen einenHilfsgüterschuppen für die lokale Kirche.Anschliessend geht‘s weiter in Richtung Südenin die Hauptstadt Chisinau. Dort besuchensie mehrere Kinder-Camps, Schulen,ein Altersheim und helfen beim Bau einesneuen Schulweges mit.AVCreport: Hansueli, du bist Logistik-Freak bei AVC Schweiz. Hast du schon einpaar »wertvolle« Stücke, die einst in Safnernstanden, entdeckt?Hansueli Lauber: Mich beeindruckt, wie»Wohlstandsmüll«, der bei uns Jahrzehntein Kellern und auf Dachböden Spinnwebenansetzt, hier zu neuen Ehren kommt. Diepaar Betten, die wir mühsam vom Dachbodeneines Berner Oberländer Hauses heruntergeschleppthatten, habe ich entdeckt – beim Besuchdes Kinderlagers im Süden Moldawiens!Zu sehen, wie sich Kinder aus armen Familienin diesen Ferienlagern erholen und Jesuskennen lernen, freut mich sehr.AVCreport: Wie ist es für euch Kinder, dieFerien im ärmsten Land Europas zu verbringen?Zippora (11): Einmal hat es nur noch getropftaus dem Wasserhahn. Deshalb haben wir wiedie meisten Leute hier unser Wasser mühsamaus dem Ziehbrunnen holen müssen.Marco (12): Am nächsten Tag haben wir einerZigeunerin ohne Mann aber mit ein paarKindern geholfen, den kaputten Brunnen zuflicken. Die sind jetzt sehr glücklich.Salome (7): Und am Abend ist auch bei unswieder Wasser geflossen.AVCreport: Andrea, was hat dich als Krankenschwesteram meisten bewegt?Andrea Brüllhardt: Die medizinische Versorgungist katastrophal. Doch die Christender Pfingstbewegung setzen sich sehr fürihre Mitmenschen ein. Zum Beispiel bautensie in der Ortschaft Sarata-Galbena einesder ersten Altersheime Moldawiens.AVCreport: Heinz, welche Erinnerung sitztdir im Nachhinein noch besonders tief?Heinz Brüllhardt: Es gibt hier viele schlimmeGeschichten. Letztes Jahr brannte das Hauseiner fünfköpfigen Familie nieder. Die drei Kinder,einzige Überlebende, blitzten beim Bürgermeisterab: »Ich kann nichts für euch tun.Geht zu den Christen; und wenn die euch nichthelfen, hilft euch niemand!« Bis zur Fertigstellungdes neuen Kinderheims durch die örtlichefreikirchliche Gemeinde sind die Kids in einechristliche Familie aufgenommen worden.AVCreport: Hampi und Amanda, dies istschon eure dritte Reise nach Moldawien,und ihr finanziert jetzt zusammen mitFreunden ein Schulprojekt für Zigeunerkinder.Warum?Hampi und Amanda Lehmann: Im Winter 2010waren wir mit AVC zum ersten Mal in Moldawienunterwegs, verteilten bei minus 25° CWeihnachtspäckli und haben dabei Feuer gefangen.Der Traum der jungen Lehrerin NadyaShuparscaia, in Edinet eine christlicheSchule für benachteiligte Roma-Kinder zugründen, berührte uns. Während der letztenWeihnachtszeit haben wir ihr geholfen, einSchulzimmer einzurichten. Der Schulstart mit14 Kindern erfolgte dann im Februar. Mit wenigfinanziellen Mitteln kann das Leben dieserKinder und ihrer Familien grundlegend verbessertwerden. Einige Familien engagierensich jetzt in der lokalen Kirchgemeinde.Die Heimreise am 7. August erfolgte dannper Flugzeug – ohne Autos. Diese werdenjetzt für zwei verschiedene Projekteeingesetzt: Eine christliche Gemeinde mitReha-Center für Alkohol- und Drogenabhängigeund die Arbeit unter Kindern inChisinau und Umgebung.AVC RedaktionHausen statt wohnen Behausung von ZigeunernHandfest anpacken Schuppen bauen ...... Schulweg zementierenGeschafft Brunnen repariertZukunftsperspektive Schule für ZigeunerkinderVorsicht: Die Teilnahme an einer AVC-Reise kann dein Leben ganz schönauf den Kopf stellen!


12 •report geistlicher armut begegnen » Europa braucht Jesus«Neun Uhr morgensim Park. Die Elternsind bereitsstockbesoffen, dieKleinkinder mittenim Geschehen.Alltagsszene inPaldiski, Estland.Kinder aus krassen Familienverhältnissen Verwahrlosung, Armut, Traurigkeit … Eltern Alkoholiker, imGefängnis, im Rotlichtmilieu …besser alsUrsprünglich als friedlichesschwedisches Fischerdorfgegründet, nimmt die Geschichtevon Paldiski einendramatischen Verlauf.Düstere VergangenheitVon 1941–1944 herrscht diedeutsche Besatzungsmachtin Estland. Vor den Torender Stadt richten sie einKonzentrationslager ein underschießen im September1944 um die 2300 Gefangene.Ab 1945 ist Paldiski einewichtige Militärbasis undU-Boot-Hafen der sowjetischenStreitkräfte unddeshalb eine geschlosseneStadt. Keiner kann rein –keiner kann raus. Nur mitSondergenehmigung. Zudieser Zeit hat die Stadt rund16 000 Bewohner, überwiegendSoldaten. Die wenigenFrauen sind heiß begehrt,haben teilweise 20 Männer– zu oft nicht freiwillig. 1991ziehen die Sowjets ab.Düstere GegenwartHeute leben noch rund4000 Bewohner (60%Russen, 40% Esten) in derwunderschön am BaltischenMeer gelegenenStadt. Doch die äußereIdylle täuscht. Die Arbeitslosenrateliegt bei 40%.Die Armut lässt viele imTeufelskreis von Alkoholismus,Drogensucht undVergewaltigungen versinken.Im Park von Paldiskisieht man bereits amMorgen ganze Familienbetrunken. Ausnahme: dieSäuglinge im Kinderwagen.Doch schon 11- und12-Jährige torkeln besoffenumher.Die tragische Vergangenheitund hoffnungsloseGegenwart lastet schwerauf den Menschen. DieSituation scheint ausweglos.Doch auch für dieseStadt gibt es eine Hoffnung:Jesus Christus.HoffnungsschimmerIm örtlichen Kindergartenerzählen wir von Jesus.Es ist das erste Mal seit50 Jahren, dass dort stattkommunistischer Parolendie gute Nachrichtweitergegeben und denKindern die Liebe Gottesnahegebracht wird. Insgesamtdrei Wochen sind wirim Rahmen von »Europabraucht Jesus« mit dessenBotschaft auf den StraßenPaldiskis unterwegs. Dieverzweifelten Leute sindoffen, dankbar, wenn wir fürsie beten. Wir erleben wieGott sie berührt und verändert.Gezeichnete Gesichterbeginnen zu strahlen. Einesdavon gehört Alex.Verstummter OpernsängerInfolge einer Lungenerkrankungkonnte der Opernsängerseinen Beruf nicht mehrausüben und versucht seithermit seiner Frau und den dreiKindern mit weniger als 200EUR im Monat zu überleben.In dieser trostlosen Situationtreffen wir ihn. In unseremersten Gottesdienst vertrautAlex sein Leben Jesus an,kurz darauf gehen seineFrau und die Kinder den gleichenSchritt. Das erste Malseit Jahren singt Alex wieder– von der Liebe Gottes. DurchJesus haben Alex und seineFamilie wieder Hoffnung aufeine bessere Zukunft. Jesushat angefangen, diese Stadtzu verändern.Unser Auftrag ist klarIn der Folge des Einsatzesin Paldiski entsteht einekleine Gemeinde mitbisher 15–20 Menschen.Die eigentliche Arbeitbeginnt erst. Zwei ehemals»schwere Jungs« betreuendie Gemeinde. Beidehat Jesus aus Drogen undkrimineller Vergangenheitherausgeholt.Wodka und ähnliche »Betäubungsmittel«sind keineLösung.»Er hat mich gesandt mitdem Auftrag, den Armengute Botschaft zu bringen,den Gefangenen zu verkünden,dass sie frei seinsollen, und den Blinden,dass sie sehen werden, denUnterdrückten die Freiheitzu bringen …« Deshalbwaren wir in Estland undwerden noch andere Länderaufsuchen. Europa brauchtJesus – jetzt.Johannes DappenJohannes ist der neue Jugendleiterbei AVC. Im nächsten Reportstellt er sich vor.


news13IRANfrei nach 1062 tagenAm 12. Oktober 2009 schlossen sichdie Gefängnistüren hinter ihm. Nachdem Willen der iranischen Justizsollten sie sich nie wieder öffnen.Pastor Youcef Nadarkhani wirdam 22. September 2010 von einemRevolutionsgericht offiziell wegen»Abfall vom Islam« und »Verbreitungnichtislamischer Lehren« zum Toddurch den Strang verurteilt.In der Haftanstalt in Rasht sitzt erin der Todeszelle und weigert sich,zum Islam zurückzukehren. Großerinternationaler Protest verhindertdie Vollstreckung des Todesurteils.Für den 8. September 2012 wird einweiteres Verfahren angesetzt.Das Gericht spricht den Pastor überraschendvom Vorwurf des Abfallsvom Glauben frei, verhängt für dasEvangelisieren von Muslimen einedreijährige Gefängnisstrafe, die mitder Untersuchungshaft abgesessenist. Nach fast drei Jahren öffnen sichfür Youcef die Gefängnistore – nicht zurHinrichtung, sondern in die Freiheit.Der Schutz für ihn, seine Familieund die vielen anderen bedrohtenund inhaftierten Christen bleibt eindringendes Gebetsanliegen.MALIvormarsch des islamDie radikalen Fundamentalisten, dieden Norden Malis kontrollieren, drängenmit Gewalt in Richtung Süden. Daserklärte Ziel ist die Aufrichtung einesislamistischen Staates. Dies bedeutetScharia, Einschüchterung, Terror und,wie die Fotos unseres Projektleiters inMali dokumentieren, Auspeitschung(Bild oben), Steinigung eines Konkubinatspaares(Bild unten) ...Die Kirchen im Norden sind zerstört, inder Hauptstadt Bamako ist bisher eineangezündet worden. Die neu gebauteSchule und die anderen AVC-Projektesind bislang verschont geblieben.Mali braucht unsere Gebete.WEIHNACHTEN RÜCKT NÄHERaktion strahlende augenDie Aktion »Strahlende Augen« setzt ein Zeichender Verbundenheit mit notleidenden Menschen.Mit einem Paket bringen Sie einen Hauch vonFreude und Hoffnung in den grauen Alltag vielerKinder und Hilfsbedürftiger in verschiedenen Ländernund lassen diese Gottes Liebe erfahren.Machen Sie mit!Es ist ganz einfach. Was in die Weihnachtspaketehineinkommt und wo Sie die Pakete abgeben können,sehen Sie auf der Website.Mit einem Päckchen einem Kind in Armut Freude bereiten.Machen Sie mit!Nähere Informationen und Film unterwww.avc-de.org oder www.strahlende-augen.infoR-5-12


14AsienAfghanistanAserbaidschanBangladeschBhutanChinaGeorgienIndienIndonesienJapanKambodschaKasachstanLaosMongoleiMyanmarNepalNordkoreaPakistanPhilippinenThailandUsbekistanVietnamAfrikaÄgyptenÄthiopienDschibutiEritreaLibyenMaliMadagaskarMarokkoSambiaSudanTansaniaEuropaAlbanienBosnien/HerzegowinaBulgarienDeutschlandEstlandFrankreichItalienKosovoLettlandLitauenMazedonienMoldawienMontenegroÖsterreichPolenRumänienRusslandSchweizSerbienSlowakeiSlowenienUkraineWeissrusslandLateinamerikaBrasilienCosta RicaEquadorHaitiNicaraguaPeruNaher OstenIrakIranIsraelJordanienTürkei•reportavc weltweit aktivauftrag I werteAuftrag von AVC• Verfolgten Christen beistehen• Notleidenden helfen• Jesus bekannt machenWerte von AVC• Nächstenliebe• Neutralität• Professionalität• Integrität• Internationale Partnerschaft• NachhaltigkeitFreier Zugang für Hitze und Kälte, Wind und Regen Wohnruine in Rumänienweltweite hilfefür notleidendeweil Betroffenheit zu wenigund leere Worte zu viel sindimpressumAVC Aktion für verfolgte Christen und NotleidendeAVC Deutschland (AVC, Nehemia)Hassiaweg 3 I 63667 NiddaTel. +49 (0)6043 4524 I Fax +49 (0)6043 8136mail@avc-de.org I www.avc-de.orgLeiter Pawel SturzAVC EKK, BLZ 520 604 10 I BIC GENODEF1EK1Kto 4113 012 I IBAN: DE37 5206 0410 0004 1130 12Nehemia EKK, BLZ 520 604 10 I BIC GENODEF1EK1Kto 400 1508 I IBAN: DE56 5206 0410 0004 0015 08AVC hat zur Umsetzung humanitärer Projektedie Tochterorganisation Nehemia e.V. gegründet.Die hier vorgestellten Projekte liegen in derVerantwortung von AVC oder Nehemia.AVC ÖsterreichJulius-Fritsche-Gasse 44 I A-5111 BürmoosTel. +43 676 8969 2600mail@avc-at.org I www.avc-at.orgBank AVC, Raiba Bürmoos I BIC: RVSAA T2S030Kto 1047612 I BLZ 35030IBAN: AT56 3513 0000 0104 7612AVC SchweizIndustriestrasse 21 I CH–2553 Safnern b. BielTel. +41 (0)32 356 00 80mail@avc-ch.org I www.avc-ch.orgAVC-reportHerausgeber AVC Deutschland,Schweiz, ÖsterreichVerantwortung RedaktionAngelika Hoch I a.hoch@avc-de.orgRedaktion und DesignAndreas Rossel I a.rossel@avc-ch.orgBildnachweis AVC, istockphoto.comDruck Steinheil Direkt-MarketingZweckgebundene Spendenwerden entsprechend verwendet und bei einemÜberschuss für ein möglichst ähnliches Projekteingesetzt.Zur Vorlage beim FinanzamtAVC – Aktion für verfolgte Christen undNotleidende ist eine Körperschaft desöffentlichen Rechts und nach § 50 Abs. 2Nr. 2 a) EStDV allgemein als besondersförderungswürdig anerkannt.Wir bestätigen, dass der uns zugewendeteBetrag ausschließlich für Zweckein Übereinstimmung mit der Satzung vonAVC verwendet wird.


15events for youavc eventsAVC-KONFERENZEN 2012 IN DEUTSCHLANDEvent Datum Zeit Ort / InfosRegionalkonferenz Zwickau 6. Oktober 10.00 Evangelische Christengemeinde, Elim Zwickau Parkstr. 22, 08056 ZwickauHerbstkonferenz Nidda-Wallernhausen6. Oktober 10.00 Ranstädter Str. 11, 63667 Nidda-WallernhausenGast: Pastor aus einem moslemischen LandRegionalkonferenz München 27. Oktober 10.00 Charismatisches Zentrum München, Emil-Geis-Straße 39, 81379 MünchenFreizeitangebote 2012Event Datum InfosWeltweiter Gebetstag fürverfolgte ChristenAVC-AdventsfreizeitBesinnliche Tage inGemeinschaft verbringenFreitag,5. Oktober 201219.30 Uhr bisSamstag 6.Oktober11. November 2012 Infos siehe untenJugendkonferenz YOUnited in mission mit Worship night, message,midnight snack I Ranstädter Str. 11 I 63667 Nidda-WallernhausenWeiter geht´s am 6. Oktober …Schlafsack mitbringen I Verpflegung und Unterkunft freiAnmeldung bis 3. Oktober bei Johannes: j.dappen@avc-de.org3.–9. Dezember 2012 In Bad Salzhausen mit Hans Hesse, Pawel Sturz und MissionarenLeitung Waldemar SardaczukVormittags Bibelarbeit, nachmittags Ausflüge, abends EvangelisationPreis 175 EUR / bei Unterbringung außerhalb unseres Gästehauses Aufpreis(Zimmerverteilung in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen)Anmeldung bei Danuta Sturz, d.sturz@avc-de.org, Tel. +49 (0)6043 4524Silvester Bibelfreizeit 30. Dezember 2012 - In Baiersbronn mit Kriemhilde und Waldemar Sardaczuk6. Januar 2013 Anmeldung und weitere Informationen direkt beim Panorama HotelForststraße 1, 72270 Baiersbronn. Tel. +49 (0)7442 4900 0info@panorama-hotel-baiersbronn.deIsrael und Jordanien 18. – 29. April 2013 mit Waldemar Sardaczuk und Pawel SturzPreis ca. 2500 EUR I Mindestteilnehmerzahl 30Anmeldung bei AVC, Danuta Sturz, d.sturz@avc-de.org, Tel. +49 (0)6043 4524DAS AKTUELLE BUCHgrenzen durchleben»Unglaublich« – »Wunder«. Das trifft auf 40 der 56 Episoden zu.Lesen Sie auf 320 Seiten die unvergesslichen Erlebnisse einzelnerPersonen während 40 Jahren Arbeit von AVC und Nehemia.Gott hat immer wieder geholfen, menschliche Grenzen zu überwinden.14.80 EUR zzgl. Versandkosten11. November 2012weltweiter gebetstag fürverfolgte christenAm weltweiten Gebetstag fürverfolgte Christen nehmen voraussichtlichwieder Christen und Gemeindenaus über 100 Ländern aufallen Kontinenten teil, in »freien«Ländern ebenso wie in den betroffenenLändern selbst.Wir rufen dazu auf, in den Gemeindenan diesem oder auch einemanderen Sonntag, für das Anliegender verfolgten Brüder und Schwesternintensiv zu beten.Das ist Teil unseres »Mandats«.Schriftliche Infos undFilme über Eritrea und den Irankönnen bei AVC bestellt werden.georgienzelte gesuchtDie Gemeinde in Zestafoni braucht eingroßes Veranstaltungszelt für 150Personen (oder mehr) undkleine Zelte zum Schlafen.In Georgien »boomen« Kinder- undJugendlager. Viele finden dort eineBeziehung zu Gott.Du hast ein Zelt abzugeben?Bitte melden bei Edwin Junge.jung@avc-at.orgTel. +43 (0)6768969 2600Tansania/Madagaskarbuchhalter/in gesuchtAufgabenbeschreibungBearbeitung aller BuchungsvorgängeAdministrative AufgabenOrganisationWir wünschen uns eine Persönlichkeit, dieanalytisch und strukturiert denktmehrjährige Berufserfahrung hatEnglisch in Wort und Schrift beherrscht sich in eine fremde Kultur einarbeiten will wirtschaftlich und kostenbewusst handeltOrganisationstalent hat den Glauben an Jesus Christus als Basis hatbelastbar istSchriftliche Bewerbungen mit ausführlichemMotivationsschreiben bitte senden anAVC I Herrn Lothar Riegel I Hassiaweg 363667 Nidda oder Unterlagen einreichen überl.riegel@avc-de.org


den todvor augen•reportverfolgungFarid* musstemit ansehen,wie dem Manndie Kehle durch-geschnitten wurde.Das gleicheSchicksal sollteihn nach demWillen desTalibanführersum 10 Uhr desnächsten Morgenstreffen.Farid, frisch verheiratet, macht sich auf den Wegnach Parachinar.Gekidnappt Er kommt nicht weit. Eine Talibangruppestoppt den Bus. Da Farids Pass ihn alsChrist ausweist, wird er in die Berge verschleppt.Dort angekommen hält ihm ein Imam einenVortrag über den Islam und fragt, ob er Muslimwerden wolle. Farid hält an seinem christlichenGlauben fest, der Imam wird wütend.Schlaflose Nacht Farid verbringt eine kalte,schlaflose Nacht. Er betet. Am Morgen wird er insFreie geholt. Farid fängt mit seinen Wächtern Gesprächeüber Jesus an, erklärt den Unterschiedzwischen der Idee des Jihad und der Vergebungim Christentum. Das macht Eindruck auf sie.Postvertriebsstück D 13051 F – Entgelt bezahlt –AVC, Hassiaweg 3, 63667 NiddaHinrichtung vor Augen Ein Muslim wird hergebracht, dem ein rotfarbenes Getränkgereicht wird. Anschließend schneidet ihm der Leiter der Talibangruppe vor den Augenaller die Kehle durch.Ein Freund von Farid wird angerufen und mit einer Lösegeldforderung in Höhe von 20Millionen Rupien (rund 174 000 EUR) konfrontiert. Der Freund kann gerade noch erklären,dass sie nicht so viel Geld hätten, bevor die Leitung zusammenbricht.Hinrichtung terminiert Weil Farid sich weigert, Muslim zu werden und kein Lösegeldzahlen kann, bleibt laut Imam nach dem Koran nur die Hinrichtung übrig. Farid beobachtet,wie sich einige für ihn einsetzen. Doch der Leiter brüllt sie an, was für Taliban sie eigentlichseien. Morgen um 10 Uhr finde die Hinrichtung statt und das sei das letzte Wort.Hinrichtung … Am nächsten Morgen gegen 9 Uhr beobachtet Farid die Zubereitungdes roten Getränks, das auch dem am Vortag exekutierten Mann verabreicht wordenwar. Der Führer schärft sein Messer. Plötzlich taucht ein lokaler Taliban auf und wirdüber den Gefangenen informiert.Der ortsansässige Mann setzt sich für Farid ein, erklärt, dass er arm sei und kein Lösegeldzahlen könne. Es folgen lange Debatten. Gegen 9.30 Uhr erklärt der Talibanführer,die Sache mit dem Imam besprechen zu wollen.… wird ausgesetzt Das Unglaubliche geschieht. Farid darf gehen und sein Eigentummitnehmen; abgesehen von seiner Bibel und der christlichen Literatur. Der örtlicheTalibanführer nimmt ihn zur Seite, erinnert ihn daran, dass ohne sein Eingreifen die Sacheeinen anderen Ausgang genommen hätte und Farids Name nun auf der SchwarzenListe stände. Er solle nie wieder herkommen, sonst würde er getötet.Nach 57 Stunden Gefangenschaft ohne Essen und Trinken, dafür umso mehr Ungewissheitüber sein Schicksal, tritt Farid den Heimweg an.Farid sagt: »Ich sah dem Tod in die Augen – und danke Gott, dass ich noch am Lebenbin. Ich bin jetzt umso mehr bereit, die gute Nachricht überall dorthin zu bringen, woGott mich einsetzen will.«Farid setzt seine Arbeit als Pastor fort. Der Vorfall hat ihn noch stärker gemacht.Angelika HochGern zeigen wir unserenpackenden Film vonPakistan in Ihrer Gemeinde.Nehmen Sie mit unsKontakt auf.* Name geändert

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