nur einen steinwurf entfernt - Nehemia

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nur einen steinwurf entfernt - Nehemia

armut in asien Philippinen7fremdgeblieben»Wo sollen wir nurhin?« In Lings Augenblitzen Tränen auf.Carsten Aust stellt unseine Familie vor, dievertraut geworden unddoch fremd geblieben ist.Sich selbst überlassen StraßenkidsHütten bauen Kein Spaß – NotwendigkeitNeuland für Ling Ausbildung und ArbeitWird es dunkel, schlagenLing und Alfonso seit dreiJahren hinter einem Kioskzwischen den Büschendes Burnham Parks inBaguio City, Philippinen, ihrNachtlager auf. Ihr Sohnist zwei Jahre alt.»Parksäuberung« durchdie PolizeiAls Obdachlose sind sieunerwünscht, schadendem Ansehen der Stadt. DiePolizeirazzia am folgendenMorgen wird ihnen den vertrautenSchlafplatz nehmen.Die Familie liegt uns amHerzen. Schon früher habendie beiden von uns Essenund Kleidung erhalten.Dabei hat sich eine gewisseBeziehung entwickelt. Lingund Alfonso kommen regelmäßigzum Gottesdienst,fühlen sich wohl.Aller (Neu)anfang ist schwerEin Freund nimmt dieFamilie in seine Wohngemeinschaftauf, wir versorgensie mit dem nötigstenHausrat und integrierensie in unser sechsmonatigesAusbildungsprogramm.Ling belegt einenKosmetik- und Alfonsoeinen Handwerkskurs.Dem äußeren folgt eininnerer Neuanfang: Die Entscheidungfür Jesus. Dochdas Leben auf der Straßehat tiefe Spuren hinterlassen.Altlasten und Lasterder Vergangenheit, die»entsorgt« werden müssten,behindern die für die Ausbildungnötige Disziplin. Lingschwänzt oft den Unterrichtund lungert mit alten Freundenim Park herum. UndAlfonso – begeistert vomhandwerklichen Arbeiten –verprasst chronisch seinenLehrlingslohn.Asiatische SchamkulturWeiteres Hindernis aufdem Weg sind die Lügengeschichten,mit denen diepersönlichen Hintergründekaschiert werden. Der fastundurchtrennbare Schleierphilippinischer Schamkulturverhindert es, Gefühlezu zeigen, offen über sichselbst zu reden – und damitjede Selbstreflektion.Wir erfahren, dass diebeiden aus dem Süden derPhilippinen stammen; wohergenau wollen sie nichtsagen. Vor drei Jahrenwaren sie aufgrund vonFamilienstreitigkeiten ausgerissen,hatten das nötigeKleingeld gestohlen undsich in die Bergstadt BaguioCity abgesetzt. Seitherhaben sie sich – wie es hierviele Kinder und Jugendlichetun – allein durchsLeben geschlagen.Heimweh nach demFamilienclanWenigsten eine Gefühlsregungist unverkennbar:Heimweh. Sie bitten umGeld für die Rückkehr;und wir empfinden, dassGott dahinter ist, um diezwei Heimatlosen mit Kindwieder in ihr eigentlichesZuhause zurückzuführen.Auf den Philippinen istein guter Familienzusammenhaltim Kampf umsÜberleben wichtig.Stolz auf den erfolgreichenAbschluss der Ausbildung,mit gutem Mut und dem Willen,das Erlernte anzuwenden,bereiten sie die Heimreisevor. Damit sie nichtmit leeren Händen zurückkehrenmüssen, besorgenwir ihnen zwei 50-kg-SäckeReis, Kleidung und einigeGeschenke für die Familie,Geld für die Heimreise undfür den Neustart.Fragen bleibenIm Hafen von Manila stellenwir die Familie unterGottes Segen. Es kommenseltsame Gefühle undFragen hoch: Wer sinddiese beiden wirklich? Siekönnen nicht älter als 18oder 19 sein. Wohin wirdsie die Reise führen? Waswird aus ihnen werden?Gott allein kennt die Antwortauf diese Fragen, under wird sie weiter begleiten.Für uns sind sie unterden vielen Armen undBedürftigen, mit denen wirtäglich arbeiten, irgendwieetwas Besonderes gewesen.Doch ihr Leben ist einGeheimnis geblieben.Carsten Aust

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