dp special Nr. 14 - GdP

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dp special Nr. 14 - GdP

DigitalfunkJörg RadekWir wissen, dass sich durch den Einsatzvon Technik Tätigkeiten verändern. Durchden Grad der Erleichterung können sieanspruchsloser werden, weil sie nur nochgeringere Anforderungen an unseren Geiststellen. Oder sie können durch Qualifizierunganspruchsvoller werden.Es gehört zu einem weit verbreiteten Irrtum,dass durch Technologie polizeilichesErfahrungswissen ersetzt werden kann.Die Einführung neuer Technologien sollder Qualifizierung der polizeilichen Arbeitdienen. Neue geistige Fähigkeiten sindgefragt, um Informationen zu erschließen,bewerten und weiterzuleiten. Dort wo siefehlen, sind Maßnahmen erforderlich, denMangel zu beseitigen. Dies ist nicht nur eineFrage der Fortbildung. Die Bezahlungssystememüssen auf diesen Anspruch überprüftwerden.Arbeitsabläufe und die Organisationkönnen sich verändern. Niemand darf blindsein für die Spät- und Nebenfolgen, die eintretenwerden. Das „Unzufriedenheitsdilemma”in der polizeilichen Arbeitsweltüber die Ausstattung hat jedoch auch einebürokratische Komponente.An der Einführung des Digitalfunkskann es keinen Zweifel geben. Sie ist kein„Zukunftsthema” à la Jules Verne; sondernGegenwart. Es besteht aber seitens der Parlamenteein erschreckendes Vollzugsdefizit.Das geltende Haushaltsrecht steckt imIndustriezeitalter fest.In einem krassen Widerspruch stehendie Schnelllebigkeit der technischen Entwicklungund die Schwerfälligkeit von Vergaberichtlinien,Ausschreibungspraktikenund Finanzplanung.Das Haushaltsrecht hält mit dem technologischenFortschritt nicht mit. Darüberhinaus scheint jedoch unser politisches Systemdes bundesstaatlichen Aufbaues mitder Beschaffung einer aufgabengerechtenAusstattung für die Polizei überfordert zusein.Als ging es um die grundsätzliche Neuausrichtungder Tarif- und Besoldungspolitikmüssen sich Ministerpräsidentenrundenmit der Beschaffung von Arbeitsgerätfür die Sicherheitskräfte der Bundesrepublikbefassen. Da erscheint es sicher politischrealistisch den bayrischen Weg zugehen: Eine gemeinsame Beschaffung rücktin weite Ferne; also beschaffen wir eineTechnik von der wir heute schon wissen,dass sie von der Industrie in zehn Jahrennicht mehr angeboten wird!Die Bereitstellung einer zeitgemäßenund aufgabengerechten Ausstattung für dieAufgabenerledigung ist neben der Entlohnungeine weitere Form der Wertschätzungvon Arbeit. Die Bewältigung der polizeilichenAufgabenstellung im Rahmen derGefahrenabwehr und Strafverfolgung lassenin diesem Zusammenhang keinen Spielraumzu für die Annahme, es handele sichdabei um ein „neues Spielzeug”, weil mandem alten überdrüssig geworden ist.Es geht bei dieser Technik nicht darumetwas Neues zu schaffen. Die Technik hatsich im Bereich der Kommunikationstechnikmit einem Quantensprung weiterentwickelt.An diesem Fortschritt hat die deutschePolizei nicht teilgenommen.Die Realität der Beschaffung des Digitalfunkswird mit dem Wortgeklingel nach☞ Gesichtserkennung per Video☞ Iris - Scan☞ Schreibstil – Scan☞ SMS - Fahndungübertönt.Einerseits wird durch die politisch Verantwortlichender Anspruch erhoben, mittechnischen Pionierleistungen auf Verbrecherjagdzu gehen. Andererseits spiegelt dieWirklichkeit den Krampf um die Finanzierungeiner bundesweiten Einführung desDigitalfunks wider.Im Bereich der Sicherheitspolitik werdenDefizite gerne mit gesetzgeberischemAktionismus verschleiert, um vom eigenenVersagen abzulenken. Die MenetekelINPOL-neu oder Toll-Collect stehen mahnendan der Wand. Die Funkausstattungder Polizei ist jedoch nicht nur Fahndungsmittelund schon gar nicht eineSteuerquelle. Sie kann Menschenleben retten!Mai 2004 - No. 14 . dp-special4


Verlags-SonderveröffentlichungKönnen anderedas auch?Wenn Sicherheitentscheidet:ACCESSNET ® -T◆ Schneller Rufaufbau (0,3 s)◆ PTT (Push-to-talk)◆ Telefonkomfort (Duplex-Betrieb)◆ Offener europäischer Standard(EN 300 392, TETRA V+D)◆ Integriertes Sprach- und Datenfunksystem◆ Sprach- und Datenruf (SDS) gleichzeitig◆ Vollständige Verschlüsselung◆ Gruppenruf-Funktionen◆ Einsatzbezogene Gruppenrufe(dynamische Gruppenbildung)◆ Abbildung des Einsatzstellenfunks(Direktmodus)R&S BICK Mobilfunk GmbHFritz-Hahne-Straße 731848 Bad MünderTel.: (0 50 42) 998-0E-Mail: info@rsbick.deWeb: www.rsbick.deACCESSNET ® -T –das modulare TETRA-SystemWer im täglichen Einsatz für Leib und Leben seiner Mitbürgerverantwortlich ist, muss sich auf sein Sprach- undDatenfunksystem hundertprozentig verlassen können.Deshalb entscheiden sich weltweit immer mehr Behördenund Organisationen mit Sicherheitsaufgaben für TETRA, dasdigitale Mobilfunksystem mit maximaler Flexibilität.TETRA wurde in enger Kooperation der Industrie mit denBedarfsträgern konzipiert und deckt deren Erfordernisseoptimal ab. Der Beweis: ACCESSNET®-T, die deutscheTETRA-Lösung von Rohde & Schwarz.ACCESSNET®-T zeichnet sich durch eine Fülle einzigartigerEigenschaften aus:◆ Baukastensystem für schrittweisen Ausbau: von dermobilen Ein-Zellen-Lösung über lokale Netze bis hin zumlandesweiten oder grenzüberschreitenden Kommunikationsverbund◆ Hochwertige Verschlüsselungstechnik von Rohde &Schwarz, der deutschen Nummer Eins für professionelleKommunikationssicherheit◆ Übergänge ins öffentliche Mobilfunk- und Festnetz, zumInternet und in HF-Weitverkehrs-Funknetze◆ Datendienste nach Maßwww.rohde-schwarz.com


DigitalfunkHorst MüllerELITE-SchnittstelleDie ELITE ist die akustische Schnittschnelle zum System. Darauf kannjede Talkgruppe als bedienbares Icon angezeigt und auch gefunkt werden.Wird auch als Dispatcherplatz bezeichnet. Weitere Funktionen hier sind die möglichen Verbindungen zwischen mehreren Talkgruppen,zu vergleichen mit der klassischen Funkbrücke, wird hier patchen genannt. Auf der ELITE-Oberfläche sind auch die Verbindungenzum Norumaten, die gepatcht werden können.Mai 2004 - No. 14 . dp-special6


Horst MüllerDigitalfunkDIE UNENDLICHEGESCHICHTE:Einführung eines digitalen Sprech- und Datenfunksystems für die Behörden undOrganisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)Während in der privaten Wirtschaftdie Umstellung auf digitale Funknetze invollem Gange ist, sind deutsche Sicherheitsbehördenimmer noch auf die Nutzunganaloger Technik, die ihren Ursprungin den 70er Jahren hat, angewiesen.Diese Technik ist veraltet, kann qualitativnicht weiterentwickelt werden undgenügt den taktischen, technischen unddatenschutzrechtlichen Anforderungender Sicherheitsbehörden (z. B. Abhörsicherheit,Datenübertragung, dynamischeGruppenbildung) bei weitem nicht mehr.Bei Groß- und Katastropheneinsätzenist das noch in Betrieb befindliche analogeNetz mehrfach zusammengebrochen.Zuletzt geschah dies beim Einsatz anlässlichdes Jahrhunderthochwassers. ZurÜbermittlung wichtiger Führungsinformationenmussten, da auch die öffentlichenNetze überlastet bzw. zusammengebrochenwaren, Kuriere auf die Reise geschicktwerden.Schon seit Mitte der neunziger Jahrewird über die Einführung eines modernendigitalen Funknetzes für die deutschenSicherheitsbehörden diskutiert. DieBundesrepublik Deutschland hat sich inArt. 44 des Schengener Übereinkommensvom 19. Juni 1990 verpflichtet u. a. dieMöglichkeit zu prüfen, mit der Errichtungeines europaweit einheitlichenSprech- und Datenfunksystems für Sicherheitsbehördeneinen Ausgleich für denWegfall der Grenzkontrollen zu schaffen.„Schon seit Mitte derneunziger Jahre wirdüber die Einführungeines modernendigitalen Funknetzesfür die deutschenSicherheitsbehördendiskutiert.“Unsere europäischen Nachbarn Belgien,Niederlande, Österreich, Großbritannien,Norwegen, Finnland, Polen, Frankreichund die Schweiz haben zum Teilschon vor Jahren mit dem Aufbau vonDigitalfunknetzen begonnen. Im Vergleichmit diesen Ländern gerät die BundesrepublikDeutschland technisch immer weiterin Rückstand.1996 hat sich die Innenministerkonferenzauf die Entwicklung von Konzeptenzur Einführung eines gemeinsamen digitalenFunksystems für die Sicherheitsbehördenverständigt, da dieses Vorhaben fürdie innere Sicherheit der BundesrepublikHorst MüllerAbteilungsleiterbeim Bundesvorstand derGewerkschaft der Polizei7dp-special . No. 14 - Mai 2004


Immer im Einsatzfür die SicherheitOptimale Kommunikation für die Polizei:das geplante digitale Mobilfunk-Netz Vodafone GSM-BOSRettungs- und Sicherheitsdienste benötigen ein besonders zuverlässiges mobiles Kommunikationssystem,um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Nur eine von vielenAnforderungen, die das geplante digitale Mobilfunknetz Vodafone GSM-BOS erfüllt: esist nicht nur flächendeckend und abhörsicher sondern auch extrem leistungsfähig, z.B. fürdie Funkversorgung oder mobile Datenanwendungen.Weitere Informationen erhalten Sie auf www.vodafone.de/bos oder senden Sie eineE-Mail an: gsm-bos@vodafone.com


Wann kommt der neue Polizeifunk?Verlags-SonderveröffentlichungDie deutsche Polizei braucht ein neuesKommunikationsnetz. Eine leistungsstarkeVodafone-Lösung auf GSM-Basis würdeviele neue Möglichkeiten eröffnen und denöffentlichen Haushalten helfen, eine MengeGeld zu sparen. Die Entscheidung liegt jetztbei Bund und Ländern.Der heutige Polizeifunk ist alles andere alssicher. Mit etwas technischem Geschicklässt sich bekanntlich fast jedes Kofferradiozum Empfangsgerät für die vertraulichenEinsatzgespräche umfunktionieren. EinUmstand, der die Arbeit der Sicherheitsbehördenschon seit langem erschwert. Dochdie leichte Manipulierbarkeit des Polizeifunksist nicht der einzige Grund, warumBund und Länder über eine neue Lösungfür die Kommunikationssysteme der Sicherheitsbehördenund Rettungsdienstenachdenken. Die vorhandenen Systemesind längst an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt.Man ist sich einig, dass die alten analogenNetze von Polizei, Rettungsdienstenund Feuerwehr durch eine digitale Funklösungersetzt werden sollen.Über die Finanzierung sind sich die Beteiligtenallerdings noch uneinig. Doch im vergangenenDezember beschloss die Ministerpräsidentenkonferenzin einem erstenSchritt, das Projekt gemeinsam ausschreibenzu lassen. Damit soll verhindert werden,dass verschiedene Bundesländer aufunterschiedliche Systeme setzen. Viel Zeitbleibt nicht mehr: Bereits zur Fußballweltmeisterschaft2006 – so die Überzeugungder Verantwortlichen – soll ein modernesAlarmierungs- und Kommunikationsnetzstehen.Bei dieser Ausschreibung um ein so genanntesBOS-System (Funknetz für Behördenund Organisationen mit Sicherheitsaufgaben)wird sich der deutsche NetzbetreiberVodafone mit einer Lösung auf GSM-Basis beteiligen. Und die Chancen scheinennicht schlecht zu stehen: „Bund undLänder haben kein Geld zu verschenken.Und unsere Lösung ist sehr viel kostengünstigerals die Angebote der Wettbewerber“,erklärt Vodafone-COO Friedrich P. Joussen.Und auch von der technischen Seite erfülltdie Vodafone-Lösung hohe Anforderungen:„Die gebotenen Funktionalitäten liegen weitüber den Anforderungen an das BOS-Netz.Die Lösung wird den Einsatzkräften der Polizeieine ganze Reihe neuer Möglichkeiteneröffnen“, so Joussen.Anforderungen mehr als erfülltDer Vodafone-Vorschlag machtSinn: Es soll keine zusätzlicheNetzstruktur aufgebaut, sonderndas bereits bestehende GSM-Mobilfunknetz um Leistungsmerkmaleerweitert werden, dieim Alltag der Einsatzkräfte erforderlichsind. Spezielle Funktionalitäten,also zum BeispielGruppenruf, Verdrängung, Priorisierungoder Warteschlangen-Management machen das Netz„BOS“-fähig. Einfacher ausgedrückt:Die Handys von Polizei,Rettungsdiensten und Feuerwehrkönnen wie Funkgeräteeingesetzt werden.Doch ein GSM-gestütztes BOS-Netz könntenoch mehr: Es würde der Polizei zumBeispiel ermöglichen, Fahndungfotos oderAusweisbilder auf PCs im Einsatzwagen zuübertragen oder Hubschrauber in das Netzeinzubinden. Außerdem funktioniert es problemlosüber die deutschen Grenzen hinausund erlaubt bei Bedarf sogar die GPSunterstützteKoordinierung von Einsatzkräften.„Wir setzen bewusst auf eine seit vielenJahren bewährte Technik. Uns ist klar,dass das mobile Kommunikationssystemder Polizei zu sensibel ist, als dass manPannen wie bei der Einführung der LKW-Maut riskieren könnte“, so Joussen.Doch das schlagkräftigste Argument ist immernoch der Preis: Rund 2,3 MilliardenEuro würde die Vodafone-Lösung kosten,einschließlich aller Gebühren für die nächstenzehn Jahre. Damit liegen die Düsseldor-ferweit unter den Angeboten der Wettbewerberfür ein neues Tetra- oder Tetrapolnetz,die bisher Kosten zwischen 3,6und 7,3 Milliarden Euro errechneten. Außerdemkönnte das komplette GSM-BOS-Netz bereits 22 Monate nach Auftragsvergabestehen. Auch die kritische Eigentumsfragekann problemlos gelöst werden: In einereigenen Betreibergesellschaft sollen allesicherheitsrelevanten Komponenten wieTeilnehmerdatenbank und SMS-Center zusammengefasstwerden. Vodafone würdelediglich die Wartung und Betrieb des Netzesübernehmen. Ein Bereich, in dem dasUnternehmen seit über einem Jahrzehntherausragende Erfahrungen besitzt.Wie problemlos ein Alarmierungssystem fürPolizei, Rettungsdienste und Feuerwehr indas bestehende GSM-Netz integriert werdenkann, zeigt ein Praxistest, den Vodafonein Würzburg durchführt. In praxisnahenDemonstrationen wurden über Monate hinwegtypische Szenarien von Rettungseinsätzendurchgespielt. Dabei konnte belegtwerden, dass ein GSM-basiertes Funknetzdie Anforderungen in allen wesentlichenPunkten erfüllt. Selbst ein möglicher Zellausfallim Netz wurde simuliert. Der Verkehrwurde dabei automatisch von den Nachbarfunkzellenübernommen. Joussen: „Biszur Fußball WM 2006 können wir unser Systemder Polizei komplett bereitstellen. Wirsind sicher, dass es funktionieren wird. Wirwarten nur auf die entsprechende Entscheidungder Verantwortlichen bei Bundund Ländern.“Die Vorteile der Vodafone-Lösung• Schon heute nahezu flächendeckenderAusbau in Deutschland• Niedrige Kosten und schnelle Bereitstellung,große Angebotspalette anEndgeräten• Ein grenzüberschreitender Betrieb istproblemlos möglich• Innovative Services erlauben es zumBeispiel, biometrische Daten oderFotos im Netz zu übertragen9dp-special . No. 14 - Mai 2004


Verlags-SonderveröffentlichungDigital meets DigitalNeue Technologien aus dem Hause Phonak Communications AGSeit vielen Jahren sind die hochmodernen Induktions-und Funkempfänger von PhonakCommunications AG ein Begriff für höchsteQualität und Zuverlässigkeit bei Personen, diezur Durchführung ihrer Aufgaben in den BereichObservation, Personenschutz, TV etc.eine Tarnfunkausrüstung mit einem Induktionshörerim Ohr tragen müssen.Anwender dieser Systeme – die unter Umständeneinen Beruf mit hohem persönlichemRisiko ausüben – vermeiden zusätzlichegesundheitliche Gefährdungendurch die Verwendung vonhoch entwickelten modernen Systemen.Spezielle Funktionen wieAGC (automatische Verstärkungs-bzw. Lautstärkenregelung)Squelch (Rauschsperre)sowie Rauschfilter gehören seitlanger Zeit zum Standard undsorgen dafür, dass das Gehör derAnwender nicht überlastet wird.Geräte aus dem Hause PhonakCommunications AG werden unterBerücksichtigung der Normen ausder Hörgeräteindustrie (ISO 9001sowie Medical Device EN46001)gefertigt.Wie überall in unserer schnelllebigenZeit steht aber auch auf demGebiet der Funktechnik und desZubehörs die Zeit nicht still. DieProdukte müssen neuen Anforderungenangepasst werden, damitderen Nutzer ihre Aufgaben optimalerfüllen können.Im Bereich der Induktionsempfängersind vor allem zwei Richtungender Produktentwicklung erkennbar:• Einerseits sind die notwendigenMaßnahmen zur Verwendungder Systeme mit Digitalfunksystemenwie TETRAoder TETRAPOL weitestgehendabgeschlossen, d.h. hierwerden die Empfänger bereitsvielerorts eingesetzt,• andererseits nimmt die Zahl derOrte mit, extrem starkenelektromagnetischen Feldernso stark zu, dass eine Verwendung einesherkömmlichen Induktionsempfängersnur mit immer größeren Schwierigkeitenmöglich ist.Während der Einsatz der Induktionshörerder Produktreihe phonito im Digitalfunksystembereits mit hervorragenden Ergebnissengewährleistet ist, war die Tatsache derzunehmenden Zahl der elektromagnetischenFelder Anlass für Phonak CommunicationsAG, ihre Produkte diesen zunehmenden Anforderungenanzupassen.Hier wiederum ist die Nähe zum Mutterkonzern– dem Haus PHONAK AG (einer der weltgrößtenHersteller von Hörgeräten) – mit einemsehr hohen Entwicklungspotential einentscheidender Vorteil bei der Entwicklungneuer Induktionshörertechnologien, dennauch Hörgeräte sind von ähnlichen Problemenbetroffen. Daher liegt es Nahe gemeinsamnach neuen Lösungen zu suchen.ProfessionellesTarnfunkzubehörNEUKontaktadresse in Deutschland:Elmar Gärtner, Im Borngrund 6, D-36157 Ebersburg/GermanyTelefon +49 (0)66 56 91 87 20, Mobile +49 (0) 17 0 83 00 72 0Fax +49 (0) 66 56 91 87 19, gaertner.phonak@fulda.netwww.phonakcom.chNun, bei den Hörsystemen hat man diesenSchritt bereits vollzogen.Sämtliche neu entwickelten und amMarkt bereits eingeführten Produkte desHörgerätemarktes basieren mittlerweileauf digitaler Technologie.Eine gemeinsame Plattform für die Entwicklungeines auf digitaler Basis arbeitenden Induktionsempfängersder Produktreihe phonito istgegeben.GPEC 2004Stand C09Extrem aufwendige Messungen in Feld undLabor zur Ermittlung• der häufigsten Störfrequenzen• der Stärke der Störparameter• der Form der Beeinträchtigung derVerständlichkeit des Sprachsignalsmussten durchgeführt werden. Aufgrund dieserErgebnisse wurde eine spezielle Programmierungssoftwareentwickelt, welche erlaubt,sämtliche Parameter, die für eine optimaleSprachverständlichkeit wichtig sind, im Empfängermodulzu programmieren.Digital meets Digital– Unter diesem Slogan freut sichPhonak Communications AG, mitdem Abschluss der Produktentwikklungden brandneuen, digitalenInduktionsempfängerPhonito digitalpünktlich zur Marktpräsentation aufder GPEC 2004 (Stand C09) inLeipzig vorstellen zu können.Das ultrakleine, digitale Hochleistungs-Empfängemodulgarantierteine optimale Klangqualität.Ein mehrkanaliges System zurGeräuschunterdrückung sowie einSoft Squelch erlauben den Einsatzdieses neuen Induktionshörersphonito digital auch an Orten mitstarken elektromagnetischen Störungenan denen ein Induktionsempfängerbisher nicht benutztwerden konnte.Die Programmierung des phonitodigital mittels neuer Software aufeigenentwickeltem Mikrochip erkenntautomatisch die Frequenzendie elektromagnetischen Störungenund kann diese so in Bruchteilenvon Sekunden herausfilternund unterdrücken.Mit dieser neuen Technologie – gemeinsammit den bereits bekanntenund geschätzten Zubehörteilendes Hauses Phonak CommunicationsAG – wurde erneut ein entscheidenderSchritt vorwärts gemacht.Dieses beweist erneut, wie ernst die Problemstellungen– genannt vom Anwender –genommen werden um praktizierten Gehörschutz,exzellentes Hören verbunden mit einemsehr hohen Tragekomfort zu gewährleistenund dem Unternehmensgrundsatz„We care for your ears“weiter treu bleiben zu können.Mai 2004 - No. 14 . dp-special12


Horst MüllerDigitalfunkeinbar und würde die Aufwendungenfür die Systemumstellung nicht rechtfertigen.3. Die Ständige Konferenz der Innenministerund -senatoren der Länder stellt fest, dass- mit der durch die GAN vorgelegten Kalkulationeine verlässliche Obergrenzefür die Kosten eines digitalen BOS-Sicherheitsfunknetzes vorliegt,- ein Digitalfunknetz auf dieser Grundlageleistungsfähiger und kostengünstigerals der bisherige Analogfunk seinwird,- aus wirtschaftlichen und operativ-taktischenGründen eine möglichst kurze Phaseder Umstellung vom analogen zum digitalenFunk realisiert werden muss.4. Die Ständige Konferenz der Innenministerund -senatoren der Länder istbau eines bundesweit einheitlichendigitalen Sprach- und Datenfunksystems.Mit der Realisierung des Vorhabenssoll möglichst umgehend begonnenwerden.2. Die Ständige Konferenz der Innenministerund -senatoren der Länder nimmtden Bericht der ZED über die Arbeit der„Gruppe Anforderungen an das Netz“(GAN) zustimmend zur Kenntnis.Die durch die GAN formulierten Anforderungensind die Grundlage für denAufbau eines digitalen BOS-Sicherheitsfunknetzes(Basisstufe), das gemeinschaftlich-solidarischgeplant, aufgebautund finanziert werden soll.Eine weitere Reduzierung der Anforderungenist mit den operativ-taktischenBedürfnissen der BOS nicht verderAuffassung, dass sich die gemeinsameArbeitsgruppe von IMK undFMK zur Herstellung der Etatreifedes Projekts ohne weitere Vorbedingungenmit folgenden Themen befassensoll:- Wirtschaftlichkeitsuntersuchung aufder Basis der vorliegenden Daten undErkenntnisse• Art und Ausgestaltung des Netzbetreibermodells• Finanzierungsmodell• Konzept des VergabeverfahrensDie Ständige Konferenz der Innenministerund -senatoren der Länder ist derAuffassung, dass die Mitwirkung derRechnungshöfe von Bund und Ländernin der gemeinsamen Arbeitsgruppezweckmäßig ist.13dp-special . No. 14 - Mai 2004


DigitalfunkHorst MüllerSie bittet die Ministerpräsidentenkonferenz,sich diese Vorschläge zur Vorgehensweisezu eigen zu machen unddarauf hinzuwirken, dass die Arbeitsgruppespätestens Anfang Januar 2003zusammentritt.5. Die Arbeiten am Entwurf eines Staatsvertragswerden unter Berücksichtigungder Ergebnisse der gemeinsamenArbeitsgruppe von IMK und FMK zurHerstellung der Etatreife des Projektsfortgeführt.6. Die Ständige Konferenz der Innenministerund -senatoren der Länder stelltfest, dass mit dem Bericht der ZED überdie Ergebnisse der „Gruppe Anforderungenan das Netz“ eine wesentlicheGrundlage für die Einleitung des Vergabeverfahrensvorliegt.Die Innenminister und -senatoren vonBund und Ländern streben an, im Laufedes Jahres 2003 die haushaltrechtlichenVoraussetzungen für das Vergabeverfahrenzu schaffen und mit demVerfahren zu beginnen.7. Die Ständige Konferenz der Innenministerund -senatoren der Länder stelltfest, dass die Weiterführung der Zentralstellezur Vorbereitung der Einführungeines bundesweit einheitlichendigitalen Sprech- und Datenfunksystems- Digitalfunk - (ZED) über Mitte2003 hinaus erforderlich ist.Der Verwaltungsrat wird beauftragt,spätestens der Frühjahrs-IMK 2003einen Vorschlag über Aufgaben, Struktur,Personal und Finanzausstattungder künftigen Projektorganisationsowie zur Anpassung des Verwaltungsabkommenszu unterbreiten. DerVorschlag soll auch einen Zeitplan überdie weitere Durchführung des Projektsenthalten.8. Die Ständige Konferenz der Innenministerund -senatoren der Länder bittetihren Vorsitzenden, die Ministerpräsidentenkonferenzund die Finanzministerkonferenzüber den Beschlusszu unterrichten.Im April 2003 brachte die Fraktion derCDU/CSU einen Antrag „Ausschreibungdes BOS-Digitalfunks im Jahr 2003 einleiten“in den Deutschen Bundestag ein(Drucksache 15/816). Dieser Antrag wurdemit den Stimmen der Fraktionen SPDund BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN gegenMai 2004 - No. 14 . dp-special14


Horst MüllerDigitalfunkdie Stimmen der Fraktionen CDU/CSUund FDP im Juni 2003 abgelehnt (Drucksache15/1260).In der Begründung wird u. a. ausgeführt,dass die Koalitionsfraktionen denAntrag ablehnen, aber dieEinführung desDigitalfunks ebenfallsfür dringenderforderlichRegierungschefs der Länder war es ingemeinsamer Sitzung nicht gelungen,das Problem der Kostenverteilung fürden bundeseinheitlichenDigitalfunk zu lösen.halten.Bevor eineAusschreibungerfolge, müssten sich Bund und Länder,aber auch die Länder untereinanderüber die technischen, organisatorischen undfinanziellen Rahmenbedingungen einigen.Nicht einmal unter den unionsgeführtenBundesländern sei eine solche Einigungbislang erzielt worden. Außerdemkönne der Bund keinen überproportionalenAnteil der entstehenden Kosten übernehmenund damit letztlich die sicherheitsbehördlicheAufgabenerfüllung der Ländermitfinanzieren.Die finanziellen Forderungen derBundesländer gegenüber dem Bund seienüberzogen und würden nicht auf eine baldigeEinigung hoffen lassen. Angestrebtwerde von Seiten des Bundes, dass sich dieFinanzierungsanteile aller Beteiligtenungefähr an dem orientieren, was vonihnen gegenwärtig in den Betrieb und indie Wartung des Analogfunks aufgewendetwerde.Mobile BasisstationDie Behebung der Meinungsverschiedenheitensei Voraussetzung für die Etatreifedes Projekts. Derzeit befinde man sichhierüber mitten in einem laufenden DiskussionsprozesszwischenBund und Ländern sowie zwischenden Ländern untereinander, dessen Zielbleibe, eine vollständige Integration derTeilnehmer bei dem digitalen Netzaufbauzu erreichen.Im Juni 2003 fand auch eine Ministerpräsidentenkonferenzstatt, auf derenTagesordnung u. a. der Digitalfunkstand. Dem Bundeskanzler und denDennoch fasstensie folgenden Beschluss:1. Der Bundeskanzler und die Regierungschefsder Länderbetonen, dass dieEinführung eines digitalenSprech- undDatenfunks für dieSicherheitsbehörden(BOS) von zentralerBedeutung für dieöffentliche Sicherheitist und im gesamtstaatlichenInteresseliegt.2. Sie unterstreichen daher die Notwendigkeitdes zügigen Aufbaus einesgemeinsamen und auf bundeseinheitlichenStandards basierenden digitalenSprech- und Datenfunknetzes für dieSicherheitsbehörden von Bund und Ländern.3. Der Bundeskanzler und die Regierungschefsder Länder stellen fest, dass15dp-special . No. 14 - Mai 2004


Verlags-SonderveröffentlichungTETRA - Der europäische Mobilfunkstandard für dieBehörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)Von Aachen bis AthenWenn in Athen die Olympischen Spiele beginnen,dann werden an die Sicherheitskräfteganz besondere Anforderungen gestellt.Um ihre Arbeit optimal zu unterstützen,wird jetzt unter Mitarbeit von Motorolaein digitales Funknetz nach dem TETRA-Standard aufgebaut. Damit steht den Sicherheitskräftenin Griechenland nicht nurein Funknetz mit ausgezeichneter Sprachqualität- auch unter extremen Einsatzbedingungen- zur Verfügung, sie haben überdas neue Netz auch die Möglichkeit, Bilderzu empfangen, zu senden oder ganz einfachPersonaldaten abzugleichen.TETRA BOS ist eine digitale Funktechnologiefür professionelle Nutzer, die weltweit in55 Ländern installiert ist und dort die bishergenutzte analoge Technik weitgehend ersetzt.TETRA BOS wurde als digitale Mobilfunk-Plattformentwickelt und berücksichtigtdie speziellen Anforderungen von Sicherheitskräften.Im Gegensatz dazu ist dasGSM-Netz eine Mobilfunk-Plattform, dieauf kommerzielle Dienste ausgerichtet ist,wie z.B. das Downloaden von Klingeltönenund Musik.TETRA BOS ist ein von der europäischenNormungsbehörde ETSI (European TelecommunicationsStandards Institute) zertifizierter,so genannter offener Mobilfunkstandard.TETRA BOS ist für die Profis eineweltweit anerkannte und genutzte Technologie,die über Europa hinaus unter anderemauch in Asien, Südafrika, Lateinamerikaund Australien von den Sicherheitsbehördeneingesetzt wird.TETRA wurde bislang in 55 Ländern installiertund ersetzt weitgehend die dort zuvorgenutzte analoge Technik. In Europa werdenTETRA-Netze für die BOS in zwölf Ländernbetrieben. Dazu gehören Belgien, dieNiederlande, Großbritannien, Irland, Polen,Spanien (Baskenland, Navarra, Katalonien),Island, Kroatien, Finnland, Tschechien (PragerStadtpolizei), Vatikan, Isle of Man undJersey. TETRA als offener Standard garantiertMarktvielfalt und ständige Weiterentwicklungum die Anforderungen der professionellenNutzer auch in Zukunft zu erfüllen.Technologie speziell für BOS-NutzerDie Funktionen von TETRA BOS berücksichtigenin besonderer Weise die Arbeitsprozesseder bisher mit analogem Funk versorgtenBOS-Nutzer. Dieser Nutzerkreishat mit TETRA BOS vor allem die Sicherheit,dass seine Funkverbindung nicht mehrgescannt und abgehört werden kann. Einvom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik(BSI) entwickeltes Verschlüsselungskonzeptfür den digitalenBOS-Funk wurde bereits erfolgreich für TE-TRA BOS umgesetzt und hat sich im AachenerFeldtest in der Praxis bewährt. DieVerschlüsselung von Daten im Regelbetriebist sogar über die Luftschnittstelle von Gerätzu Gerät möglich.TETRA BOS bietet die automatische Zuweisungeines Gesprächskanals und zuverlässigen,nahtlosen Zellwechsel ohneKommunikationsunterbrechung und als besonderesMerkmal, die Durchwahl in andereNetze bei entsprechender Berechtigung.Hinzu kommt eine Reihe wichtiger TETRA-Leistungsmerkmale, die in anderen Netzenund für den privaten Nutzer nicht verfügbarsind, sondern speziell für die Anforderungender BOS entwickelt wurden. Dazu zählensehr kurze Gesprächsaufbauzeiten (wenigerals 1 Sekunde) oder der Direktmodus, alsodie Kommunikation zwischen zwei odermehr Funkgeräten ohne Netzinfrastruktur.Die dynamische Gruppenbildung ermöglichtdie flexible Anpassung an wechselnde Einsatzlagendurch die Leitstelle. Durch den sogenannten offenen Kanal – wie beim Betriebsfunk– können Gruppenteilnehmer miteinanderkommunizieren. Aucheine nachträgliche Erweiterungvon Gruppenteilnehmern ist problemlosmöglich. Die Zuweisungenvon Priorisierungen zu den einzelnenFunkteilnehmern ermöglicheneinen reibungslosen Kommunikationsablauf,gerade bei hoherNetzauslastung in Großlagen. Zeitgleichzur Übertragung von Spracheist Datentransfer möglich.Multimediale AnwendungenZu den neuen Diensten, die mitTETRA BOS möglich sind, gehörtunter anderem die Übertragung von Bildernund Daten. Hierdurch können sichauch die Mitarbeiter in den Leitstellenschnell ein Bild von einer Situation vor Ortmachen, die Einsatzkräfte wiederum relevanteDaten über die Leitstelle empfangenund entsprechend handeln. Im Praxiseinsatzwird sich eine Vielzahl von Situationenergeben, wo sich diese multimedialen Fähigkeitender neuen Tetra-Plattform alshilfreich erweisen.Erfolgreicher Einsatz in der PraxisIn Aachen hat die digitale Zukunft für diePolizei schon begonnen. Seit Dezember2001 ist im Dreiländereck um Aachen eindigitales, von Motorola gebautes Funknetzin Betrieb und nach erfolgreichem Feldtestinzwischen in den Regelbetrieb übernommen.Im Rahmen dieses Tests, an demauch neben Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst,Zoll und das THW beteiligt waren,wurde nach den Vorgaben des SchengenerAbkommens von 1990 auch die funktechnischeZusammenarbeit mit den Kollegenin Belgien und den Niederlanden ermöglicht.Wie in Aachen funkt die Polizei dortebenfalls mit TETRA. Die Erprobungsphasehat gezeigt, dass die Produkte unterschiedlicherHersteller zusammenarbeitenkönnen. Das gilt sowohl für die Einbindungvon Leitstellen als auch für Handfunkgeräteoder auch Fahrzeugeinbauten. Wie zufriedendie Nutzer mit dem System sind, wirddadurch deutlich, dass die Polizei auchnach offiziellem Ende des Versuchs das TE-TRA-System weiterhin für den operativenEinsatz nutzt.Funk-Kompetenz für die BOSDas weltweite TETRA Kompetenzzentrumvon Motorola befindet sich in Berlin. Vonhier aus entwickelt, fertigt und integriertMotorola Funksysteme und -geräte für denWeltmarkt.TETRA-Funknetze für die BOS hat dasUnternehmen bereits in den Niederlandenfür das C2000-Projekt und in Großbritannienfür den Betreiber Airwave aufgebaut.Der versorgt inzwischen bereits 50.000Polizeibeamte mit TETRA-Diensten. Dasgesamte Netz in England, Schottland undWales wird fristgerecht Ende 2005 fertiggestellt.Mai 2004 - No. 14 . dp-special16


Verlags-SonderveröffentlichungDigitalfunk Deutschland kurz vor dem StartKomplexität gemeinsam managenWeltweit setzen Sicherheitsbehörden aufeigenständige Funknetze, um im Krisenfalluneingeschränkt kommunizieren zu können.Die Digitaltechnik TETRA BOS ermöglichtden Aufbau landesweit funktionsfähigerund wirtschaftlicher Funknetzefür die Sicherheitsbehörden. Der Betriebdieser komplexen Netze stellt jedochsehr hohe Anforderungen an die Betreiberorganisation.Deren Aufgabe ist es, dieuneingeschränkte Verfügbarkeit des Netzessicherzustellen. Zudem muss gewährleistetsein, dass die BOS jederzeit das sogenannte taktische Netzwerkmanagementdurchführen können. Dazu gehört beispielsweisedie Bereitstellung zusätzlicherRessourcen, um schnell auf Einsatzlagenreagieren zu können.Die Deutsche Telekom mit ihrer TochtergesellschaftT-Systems und Motorola als Partnerbieten die für Deutschland notwendigenQualifikationen zu einer erfolgreichen undzügigen Realisierung dieses Großprojekts.Sowohl T-Systems als auch ihr TechnologiepartnerMotorola haben umfassende Erfahrungim Großprojektmanagement sowiebeim Planen, Aufbauen und Betreiben besondersgesicherter Kommunikationssysteme.Beispielhaft stehen hierfür durch T-Systems/DTAG der Informationsverbundder Deutschen Bundesregierung zwischenBerlin und Bonn (IVBB).T-Systems bringt besondere Leistungsmerkmalein eine Partnerschaftmit der öffentlichenHand ein, die erfolgskritischfür einen termingerechtenAufbau des Netzes sind:Eine hohe Kompetenz undjahrzehntelange Erfahrungbei Planung, Aufbau undbeim Betrieb von Hochsicherheitsnetzenund Mobilfunknetzen.Falls die Auftraggeberalternativ eigeneStandorte bzw. Netzressourcenanbieten, ist T-Systemsaußerdem in derLage, diese beim Aufbaudes Netzes entsprechendzu berücksichtigen.Kaufen statt selber machenist günstigerBisher lag der Betrieb derFunknetze für die BOS inden Händen der jeweiligenInstitutionen. T-Systemsund Motorola bieten mit einerBetreibergesellschaftgemeinsam eine Alternative,die wirtschaftlicher und effizienter ist. Bei einerprivatwirtschaftlichen Lösung profitiertdie öffentliche Hand von der Erfahrung undKompetenz bei der Realisierung von Großprojektendes privaten Betreibers wie derT-Systems. Zudem ließen sich in einerPartnerschaft zwischen öffentlicher Handund privatem Betreiber die Projektrisikenminimieren und steuern.Für eine möglichst umfassende Nutzungdes Netzes, ist es wichtig, dass der privateBetreiber einen gemeinsamen Auftrag vomBund und Ländern erhält. Dies gewährleistetdie umfassende Planungs- und Kostensicherheitfür alle Beteiligten. ImGegenzug erhalten die BOS ein Kommunikationssystemmit erheblich erweitertenFunktionalitäten, das effizient alle anfallendenKommunikationsbedürfnisse unterstütztund dem einzelnen BOS-Nutzer einebreite Anwendungsvielfalt und eine deutlicheSteigerung der Sicherheit bietet. DieKosten pro Teilnehmer stehen im unmittelbarenVerhältnis zur Anzahl der Gesamtnutzer.Je größer die Anzahl der Nutzer ist, destogeringer wird die Kostenpauschale fürjeden einzelnen Nutzer des TETRA BOS -Funks.Kompetenzen bündelnDie Projektgesellschaft für den Betrieb desNetzes ist als Public Private Partnership(PPP) offen für Beteiligungen der öffentlichenHand und verfügt über eine vollständigeUnternehmensorganisation. Die einzelnenBereiche sind so dimensioniert,dass sie primär Steuerungsaufgaben wahrnehmenkönnen. Die Projektgesellschaft ermöglichtder öffentlichen Hand gegebenenfallsdie Heimfallregelung anzuwenden unddas Netz durch den Staat zu übernehmen.Die Mitarbeiter der Projektgesellschaft solltensowohl aus den BOS als auch aus derT-Systems und dem Konzern Deutsche Telekomkommen. Durch die Mitarbeit derBOS ist gewährleistet, dass auch dort dasentsprechende Know-How aufgebaut wird,ein wichtiger Faktor im Falle der Heimfallregelungd.h. der Übernahme des Netzbetriebesdurch die BOS.Konzept setzt auf den MittelstandDas T-Systems Rollout- und Servicekonzeptbezieht die bestehenden Geschäftsverbindungenzwischen den verschiedenenBOS-Einheiten und dem regionalen Funkfachhandelein. Das gesamte Endgerätemanagementüber den Verkauf, den Service,den Ersatzteilhandel bis hin zur Applikationsentwicklungnutzt die Kraft und die Innovationsfähigkeitdes Mittelstandes. Auchbeim Netzaufbau wird der regionale Mittelstandmit allen tangierten Gewerken wiez.B. Stahlbau, Energieversorgung, Klimatechnikin den Aufbau einbezogen. Nur mitvereinten Kräften zwischen der Industrie,dem Mittelstand und den BOS ist ein Projektdieser Größe professionell, zeitgerechtund wirtschaftlich umzusetzen.17dp-special . No. 14 - Mai 2004


TMintelligence everywhereMTH 800 TETRA Handsprechfunkgerät:Ende-zu-Ende-Verschlüsselung,GPS-Positionsbestimmung,digitale Daten- und Bildübertragung,umfangreiche Gruppenruffunktionen,zahlreiche Notfallfunktionenund vieles mehr.Sicherheit kennt keine AlternativeIn Krisensituationen kann sichere Kommunikation Leben schützen.TETRA – die einzige standardisierte Lösung für professionellen Mobilfunk inEuropa, die den modernsten Anforderungen der Behörden und Organisationenmit Sicherheitsaufgaben gerecht wird. Mit und für diese entwickelt.■ Flexible, umfangreiche Gruppenruffunktionen und -strukturen■ Ausgezeichnete Sprachqualität auch bei starken Hintergrundgeräuschen■ Ausgereifte Verschlüsselungstechnik■ InteroperabilitätMotorola – Weltmarktführerin Kommunikationstechnologiemit höchsterSicherheitsrelevanz.Motorola GmbHAm Borsigturm 130 · D-13507 BerlinTelefon 0 30 / 66 88 19 72 · Telefax 0 30 / 66 88 19 76http://www.motorola.deMOTOROLA and the Stylized M Logo are registered in the U.S. Patent and Trademark Office. All other product or service names are the property of their respective owners. © Motorola, Inc. 2004.Wir produzieren Sicherheit.Weitere Informationen über TETRA BOSerhalten Sie telefonisch unter: 030/83 53 52 501,per E-Mail unter: tetra.bos@t-systems.comoder im Internet unter: www.t-systems-tetrabos.deMai 2004 - No. 14 . dp-special18


Horst MüllerDigitalfunkdas erforderliche Einvernehmen zwischendem Bund und der Gesamtheitder Länder für den gemeinsamenStart des Gesamtprojektes alsbundesweites Netz derzeit nicht hergestelltwerden kann. Sie stellenzugleich fest, dass der Bund undeinige Länder die Absicht haben, mitdem Aufbau digitaler Funknetzebaldmöglichst zu beginnen.4. Bund und Länder beauftragen deshalbdie durch die Innen- undFinanzministerkonferenz eingerichteteArbeitsgruppe BOS-Digitalfunk(AG BDF), die schrittweise Einführungdes bundeseinheitlichen Digitalfunksauf der Basis der Ausschreibungund des Rahmenvertrages alsflexible Lösung zu erarbeiten.4.1 Bund und Länder verständigen sichdarauf, in einer gesonderten Vereinbarungzur rechtsverbindlichenAbsicherung dieser Verfahrensweisefolgendes zu regeln:- den Beginn der Realisierungdurch die Länder und den Bund,soweit die haushaltsmäßigenVoraussetzungen erfüllt sind;eine Festlegung auf einebestimmte Finanzierungsarterfolgt nicht,- den verbindlichen Endtermin fürden Abschluss des bundesweitenAufbaus und die Inbetriebnahmedes Gesamtnetzes im Bund undin allen Ländern,- die schrittweise spätere Beteiligungder Länder, die nicht bereitszu Beginn einsteigen, spätestensbis zum Endtermin,- die verantwortliche Organisationdes Bundes, die eine Ausschreibungohne Vorfestlegung auf einebestimmte Technik vornimmt.4.2 Kernelemente des Rahmenvertrageswerden sein:sten Besprechung des Bundeskanzlersmit den Regierungschefs der Länder- die grundlegenden rechtlichen,technischen und betrieblichenAnforderungen an den Digitalfunkauf der Basis der GAN (Grundanforderungenan das Netz) als Mindeststandard,über den Stand der konkreten Umsetzungdieser Schritte zu berichten.Am 11. August 2003 fand eine Sitzungder Innenstaatssekretäre und -räte zur Vorbereitungder Einführung des Digitalfunksfür die BOS im BMI in Berlin statt. Staatssekretär- die Festlegung von nicht variablenGrundelementen (Planungdes Gesamtnetzes und Aufbauder zentralen Netzelemente) undvon abrufbaren modularen EinzelleistungenserDiwell (BMI) stellte zu Beginn die-Sitzung fest, dass der Beschluss desBundeskanzlers und der Regierungschefsvom 26. Juni 2003 (Digitalfunk-Beschluss)einer Grundsatzdiskussion nicht mehrzugänglich sei. Man habe sich nur noch mit- ein Migrationskonzept für denWechsel von der Analog- auf dieDigitalfunktechnik,der Frage der Umsetzung des Beschlusseszu befassen.Der Digitalfunk-Beschluss habe – ausgehend- Tarifmodelle mit transparenterKostenstruktur,von der Einsicht, dass zum jetzi-gen Zeitpunkt eine Gesamtlösung nicht- die Offenheit für Finanzierungsmodelle,möglich sei – den Geleitzug-Gedanken fallengelassen, stelle aber gleichzeitig die- Grundlagen und Maßstäbe derKostenverteilung zwischen denkünftigen Nutzern des Digitalfunks.gemeinsame Verantwortung aller Beteiligtenheraus.Erforderlich sei der Abschluss einervon Bund und Ländern zu schließenden5. Die Arbeitsgruppe BOS-Digitalfunk(AG BDF) wird gebeten, auf der näch-Dachvereinbarung (DV), die das gemeinsameschrittweise Vorgehen regeln solle,Digitales Funkgerät der 2. Generation der Firma Motorola19dp-special . No. 14 - Mai 2004


DigitalfunkHorst Müllerund einer Startervereinbarung (SV), dievom Bund und denjenigen Ländern zuschließen sei, die baldmöglichst mit demAufbau digitaler Funknetze beginnen wollen.Klar sei gewesen, dass die Blockadedurch die Kostenverteilungsdebatte entstandensei. Diese wiederum ist die Folgedes Geleitzug-Gedankens gewesen. AlsAusweg sei daher gesehen worden, zumeinen die Frage der Kosten erst dann zuklären, wenn am Ende des Vergabe-Verfahrensdie tatsächlich zu erbringendenBeträge bekannt seien und zum anderendie Vergabe in eine Hand zu geben. DieZentrierung in einer Vergabestelle, die denRahmenvertrag ausschreibt, solle für alleBeteiligten, einschließlich der Industrie,verlässliche Grundsätze und Maßstäbe fürdie Vergabe schaffen. Auf der Basis diesesRahmens müsse dann bei der Realisierungder Teilprojekte zwischen Bund und jeweiligemLand eine bilaterale Verhandlungüber die konkrete Ausgestaltung erfolgen,auch was die finanziellen Fragen betreffe.In seinem Entwurf über eine Dachvereinbarunggeht das BMI von einem Aufbauund einer Inbetriebnahme eines aufbundeseinheitlichen Standard basierendemdigitalen Sprech- und Datenfunksystemsbis spätestens 31.12.2010 aus. In denÄnderungsvorschlägen des Saarlandes zurDachvereinbarung wird der 31.12.2015als Endtermin genannt. StaatssekretärDiwell erklärte, dass der Endtermin nurauf den Netzaufbau abziele.Die haushalterischen Planungen in denLändern stellen sich wie folgt dar:BW - 2005/2006BY - Aussage erst nach Entscheidungim Kabinett (Anfang September)BE – ab 2004BB – Zeitpunkt noch nicht abschließendgeklärtHH – ab sofort möglichHB – Zieltermin 2004/2005HE – 2004/2005MV – FolgelandNI – 2006/2007 (eventuell früher)NW – 2004/2005RP – 2005/2006SL - 2004/2005SN – Folgeland, eventuell 2006 VerpflichtungsermächtigungST – Folgeland, 2006 VerpflichtungsermächtigungSH – 2005/2006TH - FolgelandDer Bund wird in 2004 eine Verpflichtungsermächtigung(VE) ausbringen und2005 über entsprechende Haushaltsmittelverfügen.Weiterhin soll eine Projektorganisation(PO) aufgebaut werden. Bei der neuen POsei zu beachten, dass der Digitalfunk-Beschluss von einerVerantwortlichkeitdes Bundes für dieAusschreibung ausgeheund es erforderlichsei, in allenLändern – soweitnoch nicht geschehen– leistungsfähigeTeams für dieTeilprojekte aufzubauen.Mit dem Digitalfunk-Beschlusshabe sich auch dieGeschäftsgrundlage des Projekts BOS-Digitalfunk verändert. Die ZED sei einKonstrukt des alten Geleitzug-Gedankens.Die durch die Startervereinbarung neu zuschaffende PO müsse in Struktur, Kompetenzenund Personal den neuen Erfordernissengerecht werden. Hervorzuheben seider erhebliche Personalbedarf, der weitüber die bisherige Personalgestaltung derZED hinausgehe. Er bat die Länder zu prüfen,ob sie Fachleute auf Zeit in die POentsenden könnten. Für die Projektplanung,das Projektcontrolling und die Strukturierungder zentralen Projektorganisationwurde Bedarf an sofortiger externerBeratung erkannt.Das BMI hat auf der Basis der in derSitzung der Innenstaatssekretäre und –räte geführten Diskussion und weitererAnregungen einen neuen Entwurf für dieDachvereinbarung erstellt.Die Kostenverteilung ist immer nochunklar. Immer noch streiten sich Bundund Länder über die Aufteilung der Kostenfür ein modernes digitales Funksystemfür Polizei, Grenzschutz und fürandere Organisationen mit Sicherheitsaufgaben(BOS).Deutschland liegt derzeit mit Albaniengleichauf, denn beide Länder gehören zuden wenigen inEuropa, die nochkeine digitalenFunksysteme fürdie BOS im Einsatzhaben.Noch auf derComputermesseCEBIT 2003 hatteBundeskanzlerGerhard Schröderals Ziel erklärt,zur Fußballweltmeisterschaft 2006 wenigstensdie Austragungsorte mit einem digitalemFunknetz auszustatten. Dieses Zielscheint nunmehr in weite Ferne gerücktzu sein.Über die Kostenverteilungsfrage diskutiertenauch die Innenminister und–senatoren der Länder anlässlich ihrerSitzung im November 2003 in Jena. Wiedereinmal konnten sich die Teilnehmerauf eine verbindliche Kostenverteilung„Die durch die Startervereinbarungneu zuschaffende PO müsse inStruktur, Kompetenzenund Personal den neuenErfordernissen gerechtwerden.“Mai 2004 - No. 14 . dp-special20


Horst MüllerDigitalfunkzwischen Bund und Ländern nicht einigen.Allerseits wurde erwartet, dass sichdie Ministerpräsidenten-Konferenzunter Leitung desBundeskanzlersGerhard Schröderam 18. Dezember2003 auf eine Kostenverteilungeinigenwerde.Wenn es auf derMinisterpräsidenten-Konferenznicht zu einerEinigung der Kostenverteilungkomme, wolle Nordrhein-Westfalen nicht länger auf den Digitalfunkwarten. NRW werde die neue Technikdann im Alleingang einführen, soInnenminister Fritz Behrens in der IMK-Pressekonferenz vom 21. November 2003.Behrens sagte, die von Polizei undanderen Sicherheitskräften verwandteTechnik sei total veraltet und nicht abhörsicher.Ersatzteile könnten kaum nochbeschafft werden und NRW brauche, auchfür die Fußballweltmeisterschaft 2006, diebestmöglichste Sicherheitsausrüstung.Bundesinnenminister Otto Schily hatteschon auf der Pressekonferenz der IMKangekündigt, dass es am 24. November2003 ein weiteres Sondierungsgesprächmit dem thüringischen Innenminister undVorsitzenden der InnenministerkonferenzAndreas Trautvetter sowie dem badenwürttembergischenFinanzminister undVorsitzenden der FinanzministerkonferenzGerhard Stratthaus geben werde.In diesem Gespräch wurde über dieweitere Vorgehensweise zur Einführungdes bundesweiten Digitalfunks für dieBOS beraten. Die auf der Arbeitsebene mitden Ländern mühsam erarbeitete Dachvereinbarungstand dabei im Mittelpunktder Diskussion.Alle waren sich (mal wieder) einig,dass ein modernerDigitalfunk gebrauchtwird. OttoSchily erklärtenach diesemGespräch: „Wirhaben ein konstruktivesGesprächgeführt. Es isterfreulich, dasssich der Vorsitzendeder IMK Trautvettermeiner Auffassunganschliesst, dass die von Bundund Ländern entworfene Dachvereinbarungfür die bundesweite Einführung desDigitalfunks unterschriftsreif ist.“ Über dieKostenverteilung habe man allerdings bishernoch keine Einigungerzielen können.Diese Fragemüsse spätestensmit Abschluss desRahmenvertragesgeklärt werden.Am 27. November2003 erklärteOtto Schily inseiner Haushaltsredeim deutschenBundestag,dass nach der zum Sondierungsgesprächherausgegebenen Presseerklärung seinStaatssekretär ihm in einem Gespräch mitgeteilthabe, der Thüringer StaatssekretärScherer habe plötzlich erklärt, dass dasalles nicht wahr sei und der thüringischeInnenminister und Vorsitzende der IMKTrautvetter seine Zusage zurückziehenmöchte.„Über die Kostenverteilunghabe man allerdingsbisher noch keineEinigung erzielen können.Diese Frage müssespätestens mit Abschlussdes Rahmenvertragesgeklärt werden.“„Es sei entscheidend,dass in den Ländernnicht unterschiedlicheFunksysteme eingeführtwerden. Das wäre inakzeptabelfür die innereSicherheit“Auf der Ministerpräsidenten-Konferenzam 18. Dezember 2003 wurde derStreit zwischen Bund und Ländern um dieFinanzierung des Projekts nicht beigelegt.Bayern fordert, dass der Bund die Hälfteder Kosten trägt. Der Bund will aber nurzehn Prozent übernehmen.Die Ministerpräsidenten einigten sichauf den Abschluss der Dachvereinbarung.Sinn der Dachvereinbarung ist es nachden Worten des Bundeskanzlers Schröder,dass sich sowohl Bund als auch Länderan einem einheitlichen Projekt beteiligenund nicht unterschiedliche und damitmöglicherweise nicht kompatible Systemein Auftrag geben.Bayern habe seine Bedenken aufgegeben,dass erst die Finanzierungsfragengelöst werden müssten, so MinisterpräsidentEdmund Stoiber (CSU). Es sei entscheidend,dass in den Ländern nichtunterschiedliche Funksysteme eingeführtwerden. Das wäreinakzeptabel fürdie innere Sicherheit.Mit einer einheitlichenAusschreibungkönneauch Klarheit überden Kostenumfanggewonnen werden,der noch unbekanntsei.Damit kannnoch im Jahr 2004mit der Ausschreibung begonnen werden.Über die Kostenverteilung wird dannerneut zu streiten sein, wenn die Angeboteund damit die tatsächlichen Kosten fürden Digitalfunk vorliegen.Aber bis dahinist ja noch viel Zeit!21dp-special . No. 14 - Mai 2004


DigitalfunkWilfried HäußlerHINTERGRÜNDE UNDERFAHRUNGENPilotprojekt AachenWilfried HäußlerLeiter des ProjektbürosDigitalfunk AachenVorgeschichteSchon im Jahre 1996 beschlossen die„Neben vielen anderenGründen war dieLage Aachens imDreiländereck(Niederlande/Belgien/Deutschland) ausschlaggebendfür dieseEntscheidung“Innenminister ein digitales Funksystem fürdie BOS einzuführen. Da auch grenzüberschreitendeKommunikation ein Bestandteildieses Funksystems sein sollte, wurdezum damaligen Zeitpunkt nur ein Systemnach dem europäischen Standard Tetra 25in Betracht gezogen.1998 wurde dann in Berlin/Brandenburgein Vor-Versuch durchgeführt, um diegrundsätzliche Eignung eines digitalenFunksystems nach dem Standard Tetra 25zu erproben. Nach erfolgreichem Abschlussentschieden die Innenminister, einen Groß-Versuch im Realeinsatz bei den Sicherheitsbehördendurchzuführen. Als Region fürdiesen Test wurde Aachen ausgewählt.Neben vielen anderen Gründen war dieLage Aachens im Dreiländereck (Niederlande/Belgien/Deutschland)ausschlaggebendfür diese Entscheidung.Erprobungsziele des Groß-Versucheswaren die Bewertung von:- Einsatz einer großen Anzahl von Endgerätenund Basisstationen an mehrerenVermittlungsstellen, um gleichzeitigdie Struktur für ein bundesweitesSystem abzubilden- Anwenderakzeptanz im operativenBereich- Systemverhalten unter großer Last- Sicherheitskriterien- grenzüberschreitende KommunikationAufgrund des bundesweiten Charakterswaren an diesem Pilotversuch die inder Region Aachen tätigen Behörden undOrganisationen mit Sicherheitsaufgaben(„BOS“) beteiligt.Neben der Polizei Aachen waren dies:- das Bundeskriminalamt,- das Bundesamt für Verfassungsschutz,- das Technische Hilfswerk,- der Bundesgrenzschutz,- der Zoll- die Berufsfeuerwehr Aachen,- das Amt für Rettungswesen undKatastrophenschutz des KreisesAachenMai 2004 - No. 14 . dp-special22


Verlags-SonderveröffentlichungProfessioneller Mobilfunk e. V.Der Verband Professioneller Mobilfunk e.V. (PMeV)wurde im Mai 1999 in Berlin gegründet. WichtigsterZweck des Verbandes ist die Förderung aller normiertenPlattformen des professionellen Mobilfunks. Dazugehören z.B. der digitale Bündelfunk im TETRA-Standardund der professionelle Funkruf.Digitaler Bündelfunk im TETRA-StandardTETRA ist der vom Europäischen StandardisierungsistitutETSI verabschiedete Standard für den professionellenMobilfunk. TETRA bietet umfassendeFunktionalitäten für Funk, Telefonie, Kurzdatenübertragungund IP-Paketdatendienste. TETRA ist dererste Mobilfunkstandard, in dem Leistungsmerkmaledes professionellen Betriebsfunks und modernsteDigitalfunk-Features bis hin zur komfortablen mobilenTelefonie zusammengefasst sind.Professioneller FunkrufProfessioneller Funkruf dient zur Übertragung von Informationenan einzelne oder beliebig viele Empfänger.Die besondere Stärke des professionellen Funkrufs istsein hoher Abdeckungsgrad auch innerhalb von Gebäuden.Professionelle Funkrufempfänger können alspassive Elemente auch in sicherheitskritischen Umgebungenwie Krankenhäusern eingesetzt werden.Mitglieder des VerbandesIm PMeV haben sich die führenden Unternehmen desMarktes zusammen geschlossen: Hersteller von Netzinfrastrukturenund Endgeräten, Netzbetreiber, Zubehör-und Peripheriegerätehersteller, große Fachhandelsorganisationen,Systemhäuser, Dienstleister,Anwender und Vertreter von Institutionen und Behörden.Sie alle arbeiten im Verband zusammen, tauschenErfahrungen aus und stimmen Vorgehensweisenuntereinander ab. Die Mitgliedschaft im Verbandbedeutet, Informationen aus erster Hand zu erhalten,wichtige Trends frühzeitig zu erkennen und zu beeinflussen.Der Verband steht jedem offen, der die Zukunftdes standardisierten professionellen Mobilfunksmitgestalten will.23dp-special . No. 14 - Mai 2004


DigitalfunkWilfried Häußler- die Zentralen PolizeitechnischenDienste NRWsowie als wissenschaftliche Begleitungdie Rheinisch-Westfälisch TechnischeHochschule Aachen.Die Projektleitung war dem Innenministeriumdes Landes NRW, PolizeiratRüdiger Korp, übertragen.Nachdem im November 2000 ( nacheiner europaweiten 2. Ausschreibung ) derVertrag über Aufbau und technische Unterstützungmit der Fa. Motorola geschlossenwurde, begann für alle Beteiligte eine Zeitder Hektik und des Stresses. Bis zum festgelegtenoperativen Beginn verbliebenlediglich 7 Monate, da bereits am 2. Juli2001 der Startschuss erfolgen sollte.Neben dem Aufbau des Funknetzeskristallisierte sich schnell ein weitererSchwerpunkt heraus. Die Beschulung allerKollegen bei den beteiligten BOS.Insgesamt mussten 2.000 Endanwenderbeschult werden, vom Feuerwehrmannüber den Kollegen des BGS und derAachener Polizei bis hin zum Mitarbeiterdes THW. Schnell wurde klar, dass dieseVielzahl in der Kürze der Zeit nicht individuellbeschult werden konnte. Ein weiteresProblem war, dass zu diesem Zeitpunktkein digitales Funknetz in Aachengab, an dem die Kollegen im Rahmen einerSchulung hätten üben können.Eine Lösung wurde durch die Fa.Motorola geschaffen, indem eine einzelneBasisstation in der Funkwerkstatt des PPAachen errichtet wurde. So stand zumindesteine einzelne Funkzelle zur Verfügung,in der die Kollegen üben konnten.In einem Schulungsraum des PPAachen wurden Handsprechfunkgeräte,Fahrzeugfunkgeräte und ein Leitstellenarbeitsplatzbetriebsfähig aufgebaut, andenen dann die Kollegen beschult wurden.Die Projektleitung hatte sich für ein Multiplikatorensystementschieden: es wurden jeweiligen Anwender bezogene Beschulungskonzepteangewandt, da der Kolle-(alle beteiligten Behörden zusammengenommen)insgesamt 120 Multiplikatoren ge auf dem Streifenwagen andere Funktionenlernen musste, als der Kollege der Ein-beschult, die dann in ihren Dienststellendie Endanwender unterrichteten. Für die satzleitstelle oder z. B. ein Systemadministrator.Insgesamt wurden bei allen betei-Polizei Aachen waren dies insgesamt 44Multiplikatoren. Die Beschulung erfolgte ligten BOS ca. 6.500 Personalstunden fürDrei Bildschirme (Flatscreen) auf einem Einsatzleitplatz im PPAachen. Die beiden großen Bildschirme werden hauptsächlichfür CEBIUS benutzt (sowie Datenabfragen, Online-Halter, Online-EMA,Statusübersicht). Weiterhin wird über diesen Rechnerdie Intranetanbindung realisiert, Formularverwaltung und einegefilterte Internetverbindung für Online-Anfragen Telefonnummern.Der kleine Bildschirm NORUMAT beherbergt die visuelleOberfläche für Kommunikation (Funk, Telefon, Hausalarm)mit einer kleinen Datenbank für Telefonnummern. Für diesenkleinen Bildschirm existiert eine separate Maus und eine spezielleTastaturin Kleingruppen (10-12 Personen) und Schulungszwecke aufgewendet. Diesdauerte je Unterrichtseinheit 2 Tage. war eine nicht unerhebliche Belastung,Zudem wurden unterschiedliche, auf die da der „normale“ Dienst davon unbeein-Mai 2004 - No. 14 . dp-special24


Wilfried HäußlerDigitalfunkdruckt weiterging und die Beschulungparallel verlief.Äußerst positiv war in dieser Phasedas Engagement aller Kollegen hervorzu heben. Schon während der Beschulungwurden zahlreiche Verbesserungsvorschlägeeingebracht, insbesondere zuden Endgeräten. Eszeigte sich aber auchdeutlich, dass nichtallen Wünschen undAnforderungen sofortentsprochen werdenkonnte. Selbst jetztnoch, nach fast dreiJahren Erfahrung,konnten nicht allePunkte verwirklichtwerden, die damalsals Verbesserungsvorschlaggemacht wurden.Oft auch deshalb,weil sie technischnoch entwickelt werden müssenund erst dann in die Serienfertigung einfließen.Eine weitere Herausforderung stellteder Einbau der Funkgeräte in die Streifenwagendar. Logistisch zeigte sich das Problem,die Fustkw aus dem Arbeitsbetriebheraus zu lösen, um sie dann zu einerFremdfirma zu verbringen, wo schließlichder Einbau erfolgte. Gleichzeitig mussteaber auch der normale Streifendienstaufrecht erhalten bleiben. Dieses Dilemmawar nur lösbar, indem Nachbarbehördenuns ihre Fustkw ausliehen – nicht nur organisatorischein erheblicher Aufwand.Aber trotz aller Probleme und Schwierigkeitenwurde der Zeitplan eingehalten:am 2. Juli 2001 startete der PilotversuchAachen pünktlich.ErfahrungenAlle folgenden Erfahrungen undErkenntnisse basieren auf dem digitalenFunksystem nach dem europäischen StandardTetra 25, welches wir hier in Aachengetestet haben. Aussagen aus der Praxisüber andereFunksysteme,wie z.B. Tetrapoloder einemfür die BOSmodifiziertenGSM Systemsind deshalbnicht möglich.Wie bereitserwähnt beteiligtensich zahlreicheBehördenam Pilotversuch.Allerdingshatte sichallein die PolizeiAachendazu entschieden, den Echtbetrieb zu100% auf den Digitalfunk auszurichten.Die übrigen Organisationen haben nureinen Teil ihrer Mitarbeiter mit Digitalfunkgerätenausgestattet oder nutzen dasSystem ausschließlich im Rahmen speziellerTestszenarien.Als Zielvorgabe für die Funkversorgungbestand die Forderung, dass 95%der Fläche abgedeckt sein muss (bezogenauf ein Fahrzeugfunkgerät mit einer Leistungvon 3 Watt und außerhalb vonGebäuden). Insgesamt umfasst das Versorgungsgebietca. 715 km 2 , in der Größeetwa vergleichbar mit Hamburg. In diesemGebiet leben ca. 500.000 Menschen.In den ersten Wochen und Monatenerhielten wir aus dem Kollegenkreis häufigerHinweise auf so genannte Funklöcher.Nach und nach konnte der größteTeil dieser Funkschatten beseitigt werden,sei es durch die Änderung derAntennenkonfiguration oder in einemFall sogar durch Errichtung einer weiterenBasisstation. Hier zeigte sich deutlich,dass – trotz sorgfältigster Planung – Theorieund Praxis immer wieder auseinanderklaffen und es trotzdem zu Problemenbei der Funkversorgung kommenkann. In diesem Zusammenhang möchteich noch einmal ausdrücklich betonen,dass viele Probleme, z. B. auchzunächst mit der Netzversorgung, nurdeshalb so schnell und zu unserer Zufriedenheitgelöst werden konnten, weil eindirekter Kontakt vor Ort zum Systemherstellerbestand. Dies ersparte oft langeWege und somit Zeit, die für die Problemlösungbenötigt wurde. Inzwischen istdie Funkversorgung im gesamten Gebiethervorragend und hat – wie Messungender RWTH Aachen belegen – die 95%erreicht. Damit liegt hier ein Wert vor,der die analoge Funkversorgung in denmeisten bereichen NRWs übertrifft undzukünftig flächendeckend Standardwerden soll.25dp-special . No. 14 - Mai 2004


Verlags-SonderveröffentlichungTETRAPOL 2004.IP:Maßgeschneiderte Sicherheitskommunikationfür die deutschen BOSZweifelsfrei ist die Ablösung des derzeit noch von Polizei, Feuerwehrund Rettungsdiensten in Deutschland verwendeten Analogfunksdurch digitale Technologie dringend angezeigt – sind wirdoch eines der wenigen europäischen Länder, das mit veralteterund damit den heutigen Anforderungen längst nicht mehr entsprechenderFunktechnologie arbeitet. Eine Lösung bietethier TETRAPOL, der Mobilfunk-Standard, der für die Behördenund Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) entwickeltwurde. Mit der Version TETRAPOL 2004.IP ist dieser an die Anforderungender deutschen BOS angepasst. Nutzer sicherheitsrelevanterInfrastrukturen wie der Frankfurter Flughafen oder die HamburgerHochbahn haben die Vorteile von TETRAPOL erkannt undsetzen diese Technologie ein.TETRAPOL - Weltmarktführer bei digitalenSicherheitsnetzenDie EADS bündelt die Erfahrungen einer mehr als 30jährigen erfolgreichenZusammenarbeit mit den BOS in Deutschland. Heutewerden weltweit 80 TETRAPOL-Netze in 34 Ländern betrieben,darunter 10 landesweite Sicherheitsfunknetze u.a. in Spanien,Frankreich, der Schweiz, Rumänien, Tschechien und der Slowakei.Damit ist die EADS mit TETRAPOL Weltmarktführer bei digitalenSicherheitsfunknetzen. Weltweit arbeiten derzeit 500.000 professionelleNutzer in TETRAPOL-Netzen; eine Fläche von 1 Mio km 2wird mit dieser Technologie versorgt.Auch deutsche BOS-Organisationen habensich von der Leistungsfähigkeitvon TETRA-POL überzeugt und dieSystemeigenschaftenbestätigt – u.a. die FeuerwehrenDelmenhorstund Ulm, die Innenministerienvon Baden-Württemberg,Bayern undHessen, die Polizei Bremen,Hamburg, Hessenund Schleswig-Holstein.Die Einsatzkräfte beider Biathlon-Weltmeisterschaft2004 in Oberhof haben das digitale Funksystem erfolgreichgenutzt; durch den Multi-User-Einsatz wurde die Sicherheitslagedort deutlich erhöht. Es wurden umfassende Funktionstestsund auch direkte Vergleiche zu anderen digitalen und analogenTechnologien durchgeführt.Vorteile von TETRAPOL für die NutzerTETRAPOL 2004.IP stellt eine umfassende Palette an Sprach- undDatendiensten zur Verfügung, die es dem Nutzer ermöglicht, seineEffizienz beim mobilen Einsatz zu erhöhen. Die Dienstevielfalt unddie flexible Architektur unterstützen die unterschiedlichsten Organisationsformen.Gruppenkommunikation.Die meistgenutzte Kommunikationsform der BOS ist die Gruppenkommunikation.TETRAPOL stellt verschiedenste Arten zurVerfügung, wie die dynamische Gruppenbildung. Leitstellen, wieauch berechtigte Teilnehmer können vorhandene Gruppen einfachmodifizieren oder neue einrichten. Gruppen, auch ausunterschiedlichen Organisationen, können von der Leitstelle zusammengefasstwerden, um damit neue Einsatzbereiche zudefinieren.Einzelverbindung.Zwischen zwei Teilnehmern des gesamten landesweiten Netzeskann eine Einzelverbindung durch Anwahl eines Teilnehmers hergestelltwerden.Zellwechsel.Bei Übertritt von Funkteilnehmern von einer Funkzelle in eine anderebleiben aktive Verbindungen erhalten. Der Zellwechsel bleibt somitfür den Teilnehmer transparent („Seamless handover“).Verbindung zu anderen TK-Netzen.Berechtigte Teilnehmer können Verbindungen zu einer TK-Anlageaußerhalb des Netzes aufbauen, zum Beispiel zu einem Teilnehmereiner privaten TK-Anlage oder des öffentlichen Netzes. Einzelverbindungenzwischen Funkteilnehmer und externem Teilnehmer werdendabei im Duplexbetrieb („Full duplex“) durchgeführt.Notrufverbindungen.Speziell in einem Netz für Sicherheitsbehörden hat der Notruf einehohe Bedeutung. Für ihn werden deshalb eine gesicherte Übertragungund ein sofortiger Verbindungsaufbau gefordert. Er wird mitder höchsten Priorität übertragen, für die Verbindung wird bei Bedarfein Nutzkanal des Netzes zwangsfreigeschaltet.Direktmodus.Für die Kommunikation von Endgeräten untereinander ohne Nutzungder Infrastruktur gibt es bei TETRAPOL einen frequenzökonomischenund äußerst leistungsfähigen Direktmodus. Dessen Reichweitekann durch ein tragbares Einzelkanalrelais erweitert werden.Mit dem Zusatzdienst Netzmonitoring können darüber hinaus Einzelrufeaus dem Netz empfangen werden.Datenübertragung.In TETRAPOL können dank offener Schnittstellen kundenspezifischeDatenanwendungen integriert werden. Datendienste stehen dannüber am Funkgerät angeschlossene, handelsübliche Datenendgeräte(zum Beispiel Notebook oder PDA’s etc.) zur Verfügung.Mai 2004 - No. 14 . dp-special26


Verlags-SonderveröffentlichungFolgende externe Anwendungen werden bereits in verschiedenenNetzen erfolgreich genutzt:• Übertragung von Fahrzeugpositionsdaten• Datenbankabfragen (Kfz-Abfragen)• Statusübertragung (Endgerät zu Endgerät und Endgerät zu Leitstelle)•Textübertragung•Versenden von Berichten über E-Mail• Übertragung von Fotos, Standbildern und FingerabdrückenSicherheitsmechanismen.TETRAPOL-Netze stellen standardmäßig eine Fülle von Sicherheitsfunktionenzur Verfügung• Schutz vor unbefugtem Eindringen durch wechselseitige Authentifizierung• Ende–zu–Ende Verschlüsselung. Kundenspezifische Kryptoverfahrenkönnen integriert werden, wie z.B. in Deutschland dieEnde–zu–Ende Verschlüsselung des BSI (Bundesamt für Sicherheitin der Informationstechnik)•Automatische Schlüsselverteilung über die Luft•Schutz der Signalisierungsinformation• Deaktivierung abhanden gekommener Endgeräte• Überwachungsfunktionen für Netz und NetzkomponentenKosten.Das TETRAPOL-System benötigt aufgrund sehr großer Funkreichweitenca. 40% weniger Basisstationen als andere digitale Systemeoder GSM. Da die Basisstationen ein wesentlicher Kostentreiber beiBetrieb und Wartung sind, ist mit TETRAPOL eine deutliche Kostenreduzierungmöglich. Die deutlich geringere Anzahl von Basisstationen– die auch durch Bundeswehrtests belegt ist – führt zu einer wesentlichschnelleren Aufbauzeit.@CORE verbindet Einsatztaktik mit BOS-KommunikationLeitstellen der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sind diezentralen Knoten im Netzwerk der BOS: Sie sind für Aufnahmevon Notrufen der Bürger rund um die Uhr erreichbar und übernehmendarüber hinaus die Alarmierung der BOS-Organisationen, dieEinsatzkoordination und die Lenkung der mobilen Kräfte vor Ort.Um diesen komplexen Anforderungen auf taktischer und technischerEbene gerecht zu werden, hat die EADS auf Basis ihrerjahrzehntelangen Erfahrung im Leitstellenbereich die @CORE-Technologie entwickelt, die Einsatzleitsysteme unterschiedlicherAnbieter mit dem BOS-Funksystem verbindet und ist heute miteinem Marktanteil von ca. 35% führend.Basierend auf dem zukunftssicheren Standard „IP“ (Internet Protokoll),ermöglicht @CORE die Konvergenz von Daten und Spracheauf einem einzigen IP-Netzwerk in der Leitstelle. Dadurch ist esmöglich, dass die BOS-Organisationen flexibel und zugeschnittenauf ihren aktuellen Bedarf eine räumliche Ausdehnung der Leitstellenmit abgesetzten Arbeitsplätzen oder den Aufbau von verteiltenLeitstellen gestalten zu können.Darüber hinaus stellt @CORE durch leistungsfähige Schnittstellendie Interoperabilität zwischen existierenden und zukünftigen Funksystemensicher und ist zugleich ein wesentlicher Migrationspfadzwischen der analogen und digitalen Funktechnik.27dp-special . No. 14 - Mai 2004


DigitalfunkWilfried HäußlerAber auch die Funkversorgung für stelle haben. Werden sie auf der Straße vomHandsprechfunkgeräte ist im gesamten Bürger angesprochen und MaßnahmenStadt –und Kreisgebiet nicht mehr mit dem nötig, so sind die Aachener Polizisten seitfrüheren analogen Funk vergleichbar; wie Einführung des Digitalfunks in der Lage,viel Prozent wir hier erreicht haben, wurdejedoch nicht gemessen. Fakt ist aber, sie über ihr Handfunkgerät jederzeit mitdiese Maßnahmen sofort zu ergreifen, dadass der Kollege oder die Kollegin in ihrer Wache oder Leitstelle eine Verbindunghaben. Dies sogar unabhängigAachen nahezu überall eine Funkverbindungzur Wache oder Leitstelle haben. davon, wie weit sie entfernt sind (z. B. StadtSelbst wenn sie zu Fuß unterwegs sind - Monschau bis zur Leitstelle Aachen sindwas wiederum bedeutet, dass sie auch fast ca. 50 km, trotzdem können Fußstreifenüberall, z. B. im Ernstfall von ihrem Handgerätaus, einen Notruf senden können und Handfunkgeräten mit der Leitstelle Funk-aufgrund der Netzstruktur mit ihremdamit eine direkte Verbindung zur Leitkontaktaufnehmen).BasisstationAntennenanlage auf einem öffentlichen Gebäude, in dem sicheine Sende- und Empfangsstation (Basisstation) befindetNeben der erheblich verbessertenFunkversorgung ist die hervorragendeSprachqualität das Kriterium, welchesdurch die Kollegen immer wieder hervorgehobenwird. Die Funkgespräche haben„Telefoncharakter“, Nebengeräusche werdenfast vollständig ausgefiltert. Diese Filterungvon Nebengeräuschen wird zwarin seltenen Einzelfällen auch als Nachteilempfunden, dieser aber wegen der exzellentenSprachqualität in Kauf genommen.Verständigungsschwierigkeiten aufgrundder schlechten Sprachverbindung gehörenmit dem Digitalfunk endgültig der Vergangenheitan.Nicht verschweigen will ich allerdings,dass innerhalb von Gebäuden eine Funkversorgungnicht garantiert sein wird. Dieso genannte Inhouse-Versorgung würdederart viele Basisstationen erfordern, dassein solches System nur mit mindestensdoppelt so hohem Aufwand zu finanzierensein würde. Dies ist in Aachen und wirdauch in einem zukünftigen Netz nicht garantiertwerden. Somit müssen die Kollegenin Kauf nehmen, dass sie innerhalb vonGebäuden zumindest nicht in allen Fälleneine Funkverbindung haben werden. Insolchen Fällen wird die Kollegin oder derKollege auf technische Alternativenzurückgreifen, die wir ebenfalls in Aachengetestet haben.Hierfür bietet der Digitalfunk u. a. denso genannten Direktmodus (DMO) alsAlternative. Der Direktmodus ist die direkteVerbindung von einem Endgerät zumanderen, ohne Netzinfrastruktur – also vergleichbarmit dem Wechselsprechen imAnalogfunk. Das Besondere im Digitalfunkist, dass beide Funktionen, sowohl Netz-(TMO) als auch Direktmodus, im selbenGerät vorhanden sind. Der Kollege musslediglich am Gerät die Betriebsart wechseln.Dies klingt in der Theorie recht ein-Mai 2004 - No. 14 . dp-special28


Wilfried HäußlerDigitalfunkfach. Erfahrungen in Aachen zeigen aber,dass es in der Praxis recht gewöhnungsbedürftigist und daher kaum angewendetwird. Da die Funkversorgung in Aachengenerell sehr gut ist, wird Umschalten indie Betriebsart DMO selten erforderlich.Dies führt dazu, dass die eingesetzten Kollegenoft gar nicht daran denken, dass siebeim Wegfall des Netzes die Betriebsart„DMO“ auch noch als Rückfallebenehaben. Hier fehlt es dann eben noch ander nötigen Gewöhnung.Stand zu Beginn unseres Pilotversuchesdie netzgestützteKommunikation imVordergrund, so kristallisiertsich immerstärker heraus, dassdem Direktmodusmehr Aufmerksamkeitgewidmet werdenmuss. In Anbetrachtdes zukünftig geplantenNetzes für diegesamte Republikwird diese Art derKommunikation sicherlich verstärkt vonden Kollegen genutzt werden, zumindestdann, wenn sie den Streifenwagen verlassenund ihre Handsprechfunkgeräte mitnehmen.Nicht nur die Polizei Aachen, sondernauch die anderen beteiligten BOS habendaher zahlreiche Tests mit dem Direktmodusdurchgeführt. Generell kann festgehaltenwerden, dass die Reichweiten etwadem entsprechen, wie wir sie von unseremheutigen analogen 2-m Funk kennen. Oftsogar war der Direktmodus besser, er verliertaber deutlich an Reichweite, wenn dasGerät in verdeckter Trageweise, also direktam Körper, mitgeführt wird. Ursache hierfürist die so genannte Körperdämpfung.Für diese Fälle haben wir in Aachen„Besonderes Interessegalt auch dem sogenannten Gateway-Funkgerät. Hierbei handeltes sich um einFunkgerät, welches wieeine Brücke funktioniert.“sprechfunkgeräte in den DMO-Modus undgehen nun in die Tiefgarage. Solange siejetzt mit ihrem Handsprechfunkgerät nochden Streifenwagen erreichen können, sindsie auch über das Gateway mit der Leitstelleund allen übrigen Kollegen ihrerGesprächs- oder Einsatzgruppe verbunden.Allerdings zeigte sich in der Praxis,dass zwar die Funktion tatsächlich so ist,wie oben beschrieben, dass der Kollegeaber, der im DMO arbeitet ca. 1,5 bis 2Sekunden warten muss, bevor das Fahrzeuggerätseine gewünschte Funkverbin-verschiedene technische Lösungen getestet.Ein so genannter DMO-Repeater, derkünftig z. B. im Fahrzeug-Funkgerät integriertsein könnte, ermöglicht eine Reichweitenvergrößerungum das Zwei – bisDreifache.Besonderes Interesse galt auch dem sogenannten Gateway-Funkgerät. Hierbeihandelt es sich um ein Funkgerät, welcheswie eine Brücke funktioniert. Es verknüpfteine Gesprächsgruppe im DMO-Betriebmit einer Gesprächsgruppe, die im Netz(TMO) angebunden ist. Solange der Kollegezu Fuß eine DMO-Verbindung, z.B. zu seinemStreifenwagen hat,steht er so auch im Kontaktzu allen Kollegen,die im Netz arbeiten, alsoauch zu seiner Wacheoder Leitstelle. Als Beispielwäre folgendes Einsatzszenariumdenkbar:Kollegen müssen zueinem Einsatz in eineSendeturm der belgischen NATO-Kräfte ( 80 m hoch).Tiefgarage. Sie gehendavon aus, dass innerhalbdieser Tiefgarage keine Funkverbindungim Netz möglich ist. Sie wählen des-erheblich zu lang, hier müsste noch einedung aufbaut. Dies erschien in den Testshalb im Fahrzeugfunkgerät den Betriebszustand„Gateway“, schalten ihre Handerdes Gesprächsaufbaues war auserhebliche Verkürzung erfolgen. Die Dau-Sicht29dp-special . No. 14 - Mai 2004


DigitalfunkWilfried HäußlerInnenminister Behrens startet das Pilotprojekt „Digitalfunk Aachen“ im Juli 2001der beteiligten Kollegen viel zu lang unddas Gerät somit noch nicht gerade praxistauglich.Eine weitere Alternative, um Funkkommunikationin ein nicht versorgtesGebiet zu bringen, ist die so genanntemobile Basisstation. Der Bundesgrenzschutzbetreute im Rahmen unseres Pilotversuchesdiese Testvariante. Die fahrbareBasisstation wird mittels Richtfunk odereiner ISDN-Telefonverbindung in das vorhandeneNetz eingebunden. Sie erfüllt imWesentlichen zwei Funktionen: die Errichtungeiner Funkzelle an Orten, wo keineFunkabdeckung ist oder die Erhöhung dervorhandenen Kapazitäten in einer bestehendenFunkzelle. Diese Lösung istbesonders dann sinnvoll, wenn abzusehenist, dass der Einsatz länger dauern wird.Von der Anforderung der Basisstation bisInbetriebnahme dauerte es im Pilotversuchetwa eine Stunde. Auch mit dieser Variantehaben wir im Pilotversuch sehr guteErfahrungen gewonnen.Neben dem Sprechfunk bietet dasdigitale Funksystem auch die Möglichkeit,Daten zu übertragen. Die im Pilotversucherzielte Datenübertragungsratevon 7,4 kbit/s (netto sogar nur bis knappüber 3 Kbit/s) lässt allerdings noch deutlicheWünsche offen. Versuche habengezeigt, dass die Datenübertragungsratefür normale Personen-und Kennzeichenabfragenvölligausreichend ist,auch kleinere Datenanwendungenkönnennoch problemlosdurchgeführtwerden. Nehmendie Dateien aber anGröße zu, so kann esleicht auch einigeMinuten dauern,bis sie komplettübertragen sind. Hier besteht für dieZukunft noch deutliches Entwicklungspotenzial,da gerade die Möglichkeit zurDatenübertragung vielfältige Anwendungenbietet - jedoch auch nur dann, wenndie Übertragungsrate entsprechend ist.Als eine Anwendung zur Datenübertragungwurde bei uns in Aachen ein GPS-System getestet. Im Rahmen mehrerer Testszenarienwurde das System sehr erfolgreicheingesetzt. Ob bei einer Verfolgungsfahrt,bei Auslösung eines Notrufes oderbei einer ganz normalen Streifenfahrt, dieKollegen auf der Einsatzleitstelle wusstenstets, wo der entsprechende Wagen sichbefand. Das GPS-System wurde allerdingsnur für diese Tests eingesetzt. Ob es einmalflächendeckend eingeführt werdenwird, hängt sicherlich auch mit von unserenPersonalvertretungen ab. Aus Eigensicherungsaspektenund auch aus ökonomischerSicht wäre es aber äußerst sinnvoll(Dies ergab übrigens auch eine Umfrageim Kreise der Aachener Kolleginnen undKollegen).Auch Fahndungsdurchsagen lassensich jetzt per Kurznachrichten (SDS) indie Funkgeräte übertragen. Die SDS –Funktion ist mit der SMS-Funktion beiHandys zu vergleichen. Wird ein Fahrzeugoder eine Persongesucht, so könnenz. B. dieBeschreibungenper SDS auf das Displaydes Funkgerätesübertragen werden.Nachfragenerübrigen sich, derFunkverkehr wirdentlastet und Kollegen,die geradeanderweitig eingesetztwaren, könnenjederzeit nachlesen, wer warumgesucht wird. Wechselt der Frühdienst in„Auch Fahndungsdurchsagenlassen sich jetztper Kurznachrichten(SDS) in die Funkgeräteübertragen. Die SDS –Funktion ist mit derSMS-Funktion bei Handyszu vergleichen.“Mai 2004 - No. 14 . dp-special30


Wilfried HäußlerDigitalfunkden Spätdienst, werden umständlicheErklärungen entbehrlich: der Spätdienstkann alles im Funkgerät „nachlesen“.Die Kollegen der Einsatzleitstellehaben sich schnell mit der neuen Technikvertraut gemacht und setzen diese Möglichkeitenein. Hier schließt sich wieder derKreis zum Thema Beschulung: die Anforderungenwerden sowohl in technischerals auch in taktischer Hinsicht für denzukünftigen Einsatzbearbeiter erheblichzunehmen. Der Kollege der Leitstelle kannin Zukunft z.B. abhanden gekommeneGeräte sperren, verlorene Geräte miteinem Suchton belegen, Gesprächsgruppenzusammenschalten, dynamisch dieGesprächsgruppen in den Geräten verändernetc., etc., etc. Diese nur kurze Aufzählungzeigt, dass hier eine umfassendeBeschulung und intensives Arbeitenim System notwendig werden wird, umalle Möglichkeiten sinnvoll einsetzen zukönnen. Ebenso werden sich mit denMöglichkeiten des Digitalfunks die taktischenVorgehensweisen ändern. Wiegenau kann allerdings auch der Pilotversuchnoch nicht festlegen: dies wird sichIm Aufbau/BetriebIn der PlanungUnentschiedenIm Vergleich mit seinen Nachbarstaaten gerät Deutschland technisch immer weiter in Rückstand.Die deutschen BOS laufen Gefahr, von modernen Kommunikations- und Informationstechnologienabgekoppelt zu werden.erst mit den Erfahrungen bei späterenEinsätzen ergeben.Die Endgeräte können aber nicht nurfunken, sie dienen auch als Mobil-Telefon.Die Handfunkgeräte sind über dasFunknetz gleichzeitig auch mit der Telefonanlagedes Polizeipräsidiums verknüpft,sie können damit sowohl in dasöffentliche Telefonnetz als auch innerhalbder Behörde intern telefonieren bzw. angerufenwerden. Jedes Handsprechfunkgeräthat deshalb eine eigene Telefonnummer.Erfahrungen bei Großeinsätzen zeigen,dass durch die Benutzung der Digitalfunkgeräteals Telefon nicht nur derFunkverkehr entlastet wird, sondern auchdas Budget, da die Gespräche innerhalbdes Netzes – als interner Teilnehmer derTK-Anlage der Behörde – kostenfrei sind.Allerdings muss auch hier darauf geachtetwerden, dass die Telephonie im Einsatznicht ausschließlich eingesetzt wird, dasonst die Leitstelle eventuell vom Einsatzgeschehenabgekoppelt wird. Erfahrungenin Aachen zeigen aber, dass bei Einsätzendie Funkkommunikation nach wie vor imVordergrund steht und nicht das Telefonieren.Insofern gab es bei uns in denzurückliegenden 3 Jahren keinen Grund,die Telephoniefunktion in irgendeinerForm einzuschränken. Möglich wäre diesjedoch über das so genannte technischeManagement, welches auf der Leitstelle inAachen zur Verfügung steht.Neben Geräten des HauptlieferantenFa. Motorola testeten wir im Rahmen deseuropäischen Standards Tetra 25 zudemzahlreiche Funkgeräte weiterer Hersteller.Dabei mussten wir jedoch feststellen,dass es nicht immer besonders einfach ist,diese Geräte in unserem System zumArbeiten zu bringen. Die so genannte Interoperabilitätder Geräte im Sinne eines„plug & play“ lässt heute noch sehr zuwünschen übrig. Hier muss die Industrienoch einiges an „Gehirnschmalz“ investieren.Letztendlich haben aber alle Geräte imSystem gearbeitet, wenn auch manchmalnur mit eingeschränkten Funktionen.Da Aachen zurzeit eine digitale Inselin einer analogen Welt bildet, besteht dieNotwendigkeit, den Analogfunk nochparallel weiter zu betreiben. Viele Defizite,die im Analogfunk auftreten, spiegelnsich deshalb immer noch im Digitalfunkwider (Träger, schlechte Sprachqualitätetc.) Gravierend ist zudem, dass ein Hauptvorteildes digitalen Systems – die verschlüsselteKommunikation – zurzeit inAachen nicht in allen verfügbarenGesprächsgruppen genutzt werdenkann. Aufgrund der Kopplung einerdigitalen Gesprächsgruppe mit einemanalogen Funkkanal wird die digitaleVerschlüsselung durch den Analogfunkgeradezu aufgehoben. Eine der Hauptforderungenmuss deshalb sein, die Zeitspannedes Parallelbetriebes so kurz wiemöglich zu halten, sowohl aus ökonomischerals auch gerade aus taktischer Notwendigkeit.Mai 2004 - No. 14 . dp-special31


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Wilfried HäußlerDigitalfunkFahrbare Schnittstelle. Der Computer mit der Funkeinheit kann an verschiedenen Arbeitsplätzeninnerhalb der Leitstellen oder im Nachbarraum für eine separate Befehlsstelle angeschlossen werdenNokia und TETRA –Ihr verlässlicher PartnerCopyright © 2004 Nokia. Alle Rechte vorbehalten. Nokia und Nokia Connecting Peoplesind eingetragene Marken der Nokia Corporation.Höchste Funktionalität• landesweite Gruppenrufe bei kurzer Rufaufbauzeit• beste Sprachqualität• Datendienste, zugeschnitten auf professionelleAnwendungenSicherheit ohne Kompromisse• Authentifizierung• Luftschnittstellenverschlüsselung• Ende-zu-Ende-VerschlüsselungDie wirtschaftlichste Lösung• Skaleneffekte durch Standardisierung• mehr Wettbewerb zwischen den Herstellern• moderne Betriebs- und Wartungsprozedurentetra.deutschland@nokia.com • www.nokia.de/tetra-bos33dp-special . No. 14 - Mai 2004


DigitalfunkWilfried Häußler„Nachdem die rechtumfangreichen technischenVoraussetzungengeschaffen waren, wurdenTestszenarien erarbeitet.“In den Funkstreifenwagen war daherzu Beginn des Pilotversuches (und dieswird auch nochsolange bleiben, wiewir kein flächendeckendesdigitalesSystem haben)sowohl eine analogeals auch eine digitaleFunkanlage eingebaut.Aus Platzmangelmussten so u. a.beim Opel Vectradie mittleren Lüftungsöffnungen im Armaturenbrettausgebaut werden, um für dasdigitale Bedienteil Platz zu schaffen. Warso etwas bei den Opel Vectras noch möglich,so ist dies bei unseren schönen neuenLeasing-VW Passat nicht mehr erlaubt.Da es sich eben um Leasingfahrzeuge handelt,hat VW es nicht mehr gestattet,zusätzliche Löcher oder Öffnungen zu bohren.Da aber auch die Passats sowohl mitanaloger wie digitaler Funktechnik ausgestattetwerden mussten, stellte sich inAachen ein großes Problem: wohin nur mitdem zweiten Bedienteil?Die Lösung wurde in sehr kurzer Zeitvon unseren Zentralen PolizeitechnischenDiensten gefunden und mit einer Fremdfirmarealisiert. Die VW Passat verfügenjetzt wieder über nur noch ein Bedienteilfür die komplette Funkanlage. Über diesesBedienteil kann der Kollege oder die Kolleginfrei wählen, ob er digital oder sie analogfunken will. Sicherlich eine gute Lösungfür die Phase bei Einführung des Digitalfunks,wo beide Systeme noch eine Zeitlang parallel betrieben werden müssen.August 2002 startete dann ebenfalls derso genannte „Dreiländerversuch“. Zusammenmit den Kollegen aus den Niederlandenund Belgien wurde eine grenzüberschreitendeKommunikation im Digitalfunkgetestet. Nachdem die recht umfangreichentechnischen Voraussetzungengeschaffen waren,wurden Testszenarienerarbeitet undanschließend mitallen BeteiligtenLändern „durchgespielt“.Ergebnis: ineinem digitalenSystem wird es inZukunft einmalsehr einfach möglich sein, auch länderübergreifendmiteinander über Funk zukommunizieren.Wer sich intensiver über den Dreiländerversuchinformieren möchte kann diesim Internet unter folgender Adresse tun:www.3Countrypilot.com. Hier ist (allerdingsauf Englisch) auch der „End-Report“abgedruckt.Fazit:Zu Beginn habe ich alle Punkte aufgezählt,die von uns zu testen waren. Der ausmeiner Sicht wichtigste Punkt war dieAnwenderakzeptanz. Das beste, effizientesteund schönsteFunksystem nutztnichts, wenn es dieKollegen nichtakzeptieren – getreudem Motto: „WEMmuss der Wurmschmecken…?“.Ausschlaggebendfür die positiveResonanz derAachener Kollegenwar die erheblichverbesserteErreichbarkeit unddie hervorragende Sprachqualität des digitalenSystems. Die Kollegen auf der Straßeakzeptieren ein Funksystem nur dann,wenn dieses ihnen eine sichere Kommunikationgewährleistet. Oftmals hängt seinepersönliche Sicherheit und der Erfolgseiner Maßnahmen von dieser Kommunikationab. Ein System kann noch so vielezusätzliche Funktionen aufweisen (Telephonie,Private Call, Datenübertragung),wenn die Netzabdeckung nicht stimmt,wird das Funksystem nicht akzeptiert.Am 30.06.2003 endete inzwischen deroffizielle Pilotversuch. Die Kollegen inAachen haben sich aber schon so sehr andas neue System und die damit verbundenenVorteile gewöhnt, dass sie nichtmehr darauf verzichten wollen.Das Innenministerium NRW entschlosssich daher, das digitale Funksystemin Aachen nicht abzuschalten, sondernauf Landeskosten weiter zu betreiben.Somit können sich alle Kollegen in Aachenweiter an den lieb gewonnenen Vorteilendes Digitalfunks erfreuen und interessierteBesucher sich dort auch weiterhineinen Überblick über unser digitales Systemverschaffen – zudem kann das Digitalsystemauch weiterhin als Testplattformgenutzt werden.Einen besserenBeweis für denerfolgreichenAbschluss einesPilotversucheskann man sich nichtwünschen.Das PilotprojektAachen präsentiertsich auch im Internetunter derAdresse:„Das InnenministeriumNRW entschloss sichdaher, das digitaleFunksystem in Aachennicht abzuschalten, sondernauf Landeskostenweiter zu betreiben. „www.pilotprojektdigitalfunk-aachen.deMai 2004 - No. 14 . dp-special34


Wilfried HäußlerDigitalfunkWIE aber geht es denn nunweiter…?Bundesweite Situation:Im Dezember 2003 standen richtungweisendeEntscheidungen an. Insbesondereüber den weiteren Gang des Einführungsprozessesund damit (Kern-)Entscheidungenüber das WIE der Aufteilungder Finanzierungsbelastungen vonBund und Ländern.Eine Arbeitsgruppe BOS Digitalfunk(AG BDF) der IMK- und FMK-Staatssekretärewurde am 26. Juni 2003 durch dieKonferenz von Ministerpräsidenten undBundeskanzler (MPK) beauftragt, dieVoraussetzungen zur Ausschreibung füreinen Rahmenvertrag vorzubereiten.Dieser soll durch den Bund geschlossenwerden und als flexible Lösung eineschrittweise Einführung des bundeseinheitlichenDigitalfunks ermöglichen, denLändern eine hohe Flexibilität bei derEinführung bieten und den Aufbau einesGesamtnetzes durch zusammenwachsendeTeilnetze des Bundes und der Ländersicherstellen.Daneben steht die Absicht des Bundesund einiger Länder – so auch NRW – mitdem Aufbau digitaler Funknetzeschnellstmöglich beginnen zu können.Aus Sicht des Bundes, die NRW teilt,darf es nur eine einzige (bundesweit einheitliche)Ausschreibung geben, damitder Aufbau verschiedener Digitalfunksystemeverhindert wird.Als wichtiger Meilenstein bei derbundesweiten Einführung des Digitalfunksist nun der am 18. Dezember 2003zwischen den Ministerpräsidenten derLänder und dem Bundeskanzler verabschiedeteBeschluss zu sehen, rasch eineDachvereinbarung zu unterzeichnen.Um ebenfalls im Sinne des MPK-Auftragesvom 26. Juni 2003 sicher zu stellen,dass der Bund – mit entsprechendemMandat ausgestattet – ein solcheseuropaweites Vergabeverfahren einleitenkann, regelt diese inzwischengeschlossene Dachvereinbarung dieZusammenarbeit von Bund und Ländern.Sie enthält – unter den Vorbehalt derparlamentarischen Zustimmung – u. a.bindende Aussagen über Start- und Endzeitpunktder Einführung des Digitalfunksin den einzelnen Ländern.Darüber hinaus sollen mit der Ausschreibungeines Rahmenvertrages konkreteErkenntnisse zur Entscheidungüber die Kostenverteilung zwischenBund und allen Ländern verfügbargemacht werden. Also wird erst im Verlaufedes Vergabeverfahrens – vor endgültigerVertragsunterzeichnung – eineVereinbarung über die jeweils zu übernehmendeKostenverantwortung zwischendem Bund und jedem einzelnenLand getroffen sein.Für die Datenübertragung ineinem mobilen Einsatz einvon MOTOROLA entwickelterComputer35dp-special . No. 14 - Mai 2004


DigitalfunkHermann BöhmMINDEST-ANFORDERUNGan ein digitales Funksystem für die BOSHermann BöhmDer Autor hat bei der Erarbeitungdes GAN-Papiers verantwortlich fürdas Land NRW mitgewirktWerden mit den Mindestanforderungen,die im GAN-Papier beschrieben sind,„Das „GAN-Papier“ist bei der Diskussionum die Einführung desDigitalfunks für dieBOS wohl eines der amhäufigsten (oft aber leiderauch falsch) zitiertenDokumente“auch die Anforderungen der Anwender,wie ländliche oder in-house-Versorgungerfüllt?Das „GAN-Papier“ ist bei der Diskussionum die Einführung des Digitalfunksfür die BOS (Behörden und Organisationenmit Sicherheitsaufgaben) wohl einesder am häufigsten (oft aber leider auchfalsch) zitierten Dokumente.Lassen Sie mich zunächst klarstellen,worum es bei diesem Papier geht.Es handelt sich um denAbschlussberichtder Expertengruppe ausBund und LändernGruppe „Anforderungenan das Netz“ (GAN)über die Leistungsmerkmale einesMindeststandards und überdie Bewertung dertechnischen Lösungenvom 23. Oktober 2002Damit dieses Papier überhaupt verstandenwird, ist es unumgänglich, seineEntstehungsgeschichte kurz zubetrachten.Die ehemalige Zentralstelle zur Vorbereitungder Einführung des Digitalfunks(ZED) – inzwischen übergegangenin die Bund-Länder-Projektorganisation„PG Netzwerk-BOS“ – hat im Jahre2001/2002 durch ein so genanntes Interessenbekundungsverfahrendie Kostenfür die Infrastruktur sowie zehnjährigenBetrieb eines digitalen Sprech- undDatenfunksystems abgefragt.Ergebnis: mehr als 7 Milliarden €(ohne Kosten für Endgeräte, Leitstellensowie MWSt.).Es gab auch Stimmen, die bei einerHochrechnung für alle BOS mit Endgerätenetc. auf Schätzsummen von 12 bis15 Milliarden € kamen, wobei nicht allediese Stimmen unseriös erschienen.Sehr schnell war klar, dass bei derHaushaltslage von Bund und Länderneine derartige Summe nicht oder nursehr schwer finanziert werden kann.Mai 2004 - No. 14 . dp-special36


Hermann BöhmDigitalfunkDie Innenminister und –senatoren vonBund und Ländern (IMK) haben daher imJuni 2002 der ZED den Auftrag erteilt,„einen Bericht über die abschließendeBeschreibung der grundlegenden Leistungsmerkmaledes geplanten BOS-Digitalfunknetzesvorzulegen“.Einzelheiten hierzu: (GAN-Papier, Seite 4)„Die Innenminister und –senatoren vonBund und Länderna) beauftragen die ZED, für die Herbst-IMK am 05. Dezember 2002 einenBericht über die abschließendeBeschreibung der grundlegenden Leistungsmerkmaledes geplanten BOS-Digitalfunknetzesvorzulegenund damit denerforderlichenMindeststandardals Ersatz für denbisherigen analogenFunk zubeschreiben. DieseBeschreibung derLeistungsmerkmalebildet dieGrundlage für ein Vergabeverfahren.b) stimmen dem Vorschlag der ZED zu,zur Abstimmung der abschließendenBeschreibung der grundlegenden Leistungsmerkmale(Mindeststandards)des BOS-Digitalfunknetzes eine Expertengruppevon Bund und Ländern(Gruppe „Anforderungen an dasNetz“) einzuberufen und übertragender ZED die Aufgabe, die Gruppe einzuladen,zu koordinieren und zumoderieren. Auf der Grundlage derbeschriebenen Leistungsmerkmale solldie Expertengruppe alle möglichen,einschließlich alternativer technischerLösungen, insbesondere hinsichtlichder Kosten, bewerten.“Damit waren die formalen Voraussetzungenfür dieSchaffung einesMindeststandardsgegeben.Bei der Diskussionüber oder Kritikam GAN-Papierwird das Wort„Mindeststandard“oft unterschlagenoder nicht erwähnt.Schon damit beginnendie Missverständnisse.Sie setzensich fort,wenn der wahrscheinlichwichtigstePunkt desPapiers, die Versorgungsdichte,ebenfalls nichtbeachtet wird.Mindeststandard:(Seite 11,Nr. 1.1.2 desGAN-Papiers)„Bei der Diskussionüber oder Kritik amGAN-Papier wird dasWort „Mindeststandard“oft unterschlagen odernicht erwähnt.“1.1.2 Grundsätzliche Anforderungen andie Versorgungsdichteeines künftigenDigitalfunksystems:a) Unter Berücksichtigungdesderzeitigen StatusQuo bei denBedarfsträgernsollte die künftigedigitale Funkversorgungim Endausbauin folgendemStandard realisiertwerden:„Es muss möglich sein,dass die Bedarfsträgereine Funkversorgungentsprechend ihrer individuellenBedürfnisse imVergabeverfahren oderspäter eigenverantwortlichrealisieren können.“Fixed Radio Terminal - Bedienereinheit für Digitalfunk auf einer Wache- flächendeckende Fahrzeugfunkversorgung- Handfunkversorgung mit mindestensgleicher Versorgungwie im heutigen Analogfunk- in-house-Versorgung für Handfunkgerätein dicht besiedeltenBereichenb) In einem ersten Schritt wird aufgemeinschaftlich-solidarischer37dp-special . No. 14 - Mai 2004


Verlags-SonderveröffentlichungAlarmierung im Kontext DigitalfunkDer folgende Beitrag soll die Zusammenhängezwischen Sprech- undDatenfunk und der Funk-Alarmierungvon Einsatzkräften näher beleuchten.Die allgemein als notwendig erachteteEinführung eines digitalen Sprech- undDatenfunknetzes erfordert in jedem FallInvestitionen in Milliarden-Höhe, sie darfaber keinesfalls auf Kosten einer schnellenHilfeleistung und der bestehendenSicherheitsstandards gehen.Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 soll einenzeitlichen Meilenstein darstellen, um fürPolizei, Feuerwehr und Rettungsdienst eingemeinsames, digitales Sicherheitsfunknetzeinzuführen. Auf der Grundlage desSchengener Abkommens sollte dies EUweiteinheitlich sein, um eine reibungsloseKommunikation auch über die Ländergrenzenhinweg zu garantieren.Die Realität sieht leider anders aus. Mittlerweilehaben Nachbarländer mit unterschiedlichenTechnologien bereits Faktengeschaffen, sodass ein EU-weites, einheitlichesNetz nicht mehr realisierbar ist. Diebevorstehende Ausschreibung des Bundessoll u.a. diese Heterogenität zumindestinnerhalb Deutschlands verhindern undneue Leistungsmerkmale schaffen.Alarmierung heuteDie Alarmierung der Einsatzkräfte von Feuerwehrenund Rettungsdiensten erfolgt inDeutschland seit über drei Jahrzehntenüber analoge Sprechfunknetze (5Ton-Alarm) und zunehmend seit ca. 10 Jahrenüber eigens für die Alarmierung konzipierte,nach ETSI-standardisierte, digitale POC-SAG-Alarmierungsfunknetze. Derzeit sindca. 30% aller Landkreise Deutschlands bereitsmit diesen Netzen ausgerüstet, mit einerZunahme von ca. 10 Landkreisen proJahr. Bis heute hat SWISSPHONE alsMarktführer weit mehr als 100 Funkverkehrskreisemit digitaler Alarmierung errichtet.Von den insgesamt 1,2 Mio. Einsatzkräftenin Deutschland sind über 400.000Einsatzkräfte mit Funk-Meldeempfängernausgerüstet. Diese Meldeempfänger sindmit Textanzeige oder Sprachausgabe ausgestattetund enthalten zunehmend umfangreicheSoftware-Funktionen zur Optimierungder Alarmstruktur.Die Alarmierung erfolgt gemäß der Organisationund Aufgabenverteilung der Feuerwehrund der anderen Hilfsorganisationen Stadtbzw.Landkreisbezogen. Allgemein darf konstatiertwerden, dass die Alarmierung inDeutschland im Ländervergleich hervorragendabschneidet und auch mit der analogen5 on-Technik noch über viele Jahre zuverlässiggearbeitet werden kann. Wäre da nicht dieKonkurrenz mit dem analogen Sprechfunk,welche beispielsweise bei Großschadensfällenimmer wieder zu Engpässen führt.Finanzierung nicht gesichertSeit über zwei Jahren wird in der Innenministerkonferenzder Länder über die Finanzierungdes digitalen Sprech- und Datenfunknetzesdiskutiert. Offen ist bis heute dieKostenaufteilung zwischen Bund und Ländern.Einigung wurde jedoch darüber erzielt,dass das ursprünglich angedachteNetzkonzept für den Digitalfunk finanziellnicht umsetzbar ist. Basierend auf diesemHintergrund wurde ein Arbeitspapier erstellt,welches die Mindestanforderungenan das neue Netz spezifiziert.In diesen Mindestanforderungen ist dieAlarmierung der Einsatzkräfte von Feuerwehrenund Rettungsdiensten nicht enthalten;eine Lösung soll jeweils auf Länderebenegefunden werden.Wenn auch eine technische Lösung diesesProblems aufgezeigt wurde, würde die Integrationder Alarmierung in ein digitalesSprech- und Datenfunksystem nahezu eineVerdoppelung der Anzahl an Basisstationenbedeuten, verbunden mit einem Mehraufwandvon mehreren Mrd. Euro.Diese hohen Kosten resultieren aus der Anforderung,dass zur Funk-Alarmierung derEinsatzkräfte auch die ländlichen Gebieteflächendeckend und mit entsprechenderGebäudedurchdringung versorgt werdenmüssen, um die oft freiwilligen Einsatzkräftejederzeit auch an ihren Arbeitsplätzenund Wohnbereichen zuverlässig und sekundenschnellzu erreichen.Unabhängige Netze für Sprechfunkund AlarmierungEinen Ausweg aus dieser Misere stellt dieTrennung von Alarmierung und Sprech- u.Datenfunk dar, wie ja bereits nahezu in einemDrittel Deutschlands praktiziert. DieseEntkopplung der Netze erhöht die Sicherheitder Alarmierung ganz wesentlich, sorgtfür geringere Lasten auf den Kanälen undsenkt zudem die Gesamt-Systemkosten füreine digitale Funk-Infrastruktur.Obwohl für diese Aufgabentrennung mitzwei Netzen zusätzliche Basisstationen benötigtwerden, stellt dies die ökonomischereVariante dar, da die Basisstationen fürden Digital-Alarm (DAUs) aufgrund der geringerenKomplexität preislich um Größenordnungenunter z.B. Tetra-Basisstationenliegen; zudem ermöglicht die größere Wellenlänge(2m) eine geringere Stationsdichtebereits bei niedrigeren Sendeleistungen.Ein Blick über die Landesgrenzen hinwegzeigt, dass Nachbarländer wie z.B. Frankreich,Niederlande, Belgien, Schweiz undÖsterreich bei der Neueinführung von digitalerFunktechnologie ebenfalls auf getrennteNetze für Sprechfunk und Alarmierungsetzen.Sicherheit durch autarke TeilnetzeDie digitalen Alarmierungsnetze vonSWISSPHONE sind optimal für die Alarmierungausgelegt und auch bei Spitzenlastenblockierungsfrei. Die Netzgröße kann sogewählt werden, wie es die Anwendung erfordert.Auch die zentralen Komponentensind kostengünstig. Somit kann durch autarkeTeil-Netze eine bezahlbare Redundanzbei höchstmöglicher Sicherheit garantiertwerden. Alle Komponenten sind verfügbarund bewährt.SWISSPHONE bietet für die Ankopplungder digitalen Alarmierungsnetze an ein zukünftiges,digitales Sprech- und Datenfunknetzbereits einen Gateway an. Dieserwurde in Zusammenarbeit mit NOKIA ent-Mai 2004 - No. 14 . dp-special38


wickelt und im vergangenen Jahr bei demTETRA25-Pilotversuch in Aachen erfolgreichgetestet. Somit kann für zukünftigeLeitstellen eine einheitliche Datenstrukturgeschaffen werden. Eine Alarmierungkönnte dann wahlweise z.B. über ein Tetra-Netz als Zubringer, oder direkt wie bisher indas Alarmierungsnetz eingespeist werdenund Komfort mit größtmöglicher Sicherheitverbunden werden.Vor diesem Hintergrund empfiehlt SWISS-PHONE auch in den kommenden Jahreneine zukunftssichere Investition in diese bewährteTechnologie. Die Kosten für die Alarmierungbetragen dabei nur ca.10% der geplantenZusatzkosten, die bei einer Gesamtlösungfür Sprechfunk und Alarmierungnach TETRA/TETRAPOL anfallen würden.GSM-BOS als Alternative?Vor allem mit dem Kosten-Argument bietenGSM-Anbieter ihre bereits vorhandenenNetze als Alternative zu Tetra-/Tetrapol- undPOCSAG-Alarmierungsnetzen an. Das Angebotmag einigen verführerisch erscheinen,steht doch die Infrastruktur weitgehend unddie Endgerätetechnik ist ein Massenartikel.Sprech- und Datenfunk samt Alarmierungder BOS auf einem Netz zusammen mit Millionenvon privaten und geschäftlichen Nutzern?Ein kommerzielles Netz unterliegt anderenAnforderungen als ein Sicherheits-Funknetz. Wie sind diese unterschiedlichenAspekte in Einklang zu bringen? Mit zunehmenderNetzlast steigt die Blockierungs-Wahrscheinlichkeit in jedem Netz und bei jederTechnik. Wer obsiegt in einer solchen Situation?Der Geschäfts- , Privatkunde oderdie BOS? Wem die Abwägung zwischenKosten und Sicherheit nicht leicht erscheint,schaue doch einmal zu den Nachbarländern,die bereits entschieden haben.ZusammenfassungOptimale Funktionalität, höchstmögliche Sicherheitund minimale Kosten werden beieinem neuen Sprech- und Datenfunknetzfür die BOS nicht in Einklang zu bringensein. Siegen muss eine sehr zuverlässige,zukunftssichere und trotzdem wirtschaftlicheLösung.Alarmierung und Sprechfunk haben unterschiedlicheAnforderungsprofile und häufigauch unterschiedliche Nutzer, wobei nichtjede Einsatzkraft auch ein Funksprechgerätbenötigt.Für eine Beibehaltung und den weiterenAusbau der digitalen Alarmierungsnetzeund Funkmeldeempfänger sprechen folgendePunkte:Verlags-Sonderveröffentlichung• kürzeste Alarmierungszeit und höchsteVerfügbarkeit• optimiert an die Anforderungen der Feuerwehrenund Hilfsorganisationen• wirtschaftliche Lösung mit geringen Folgekosten• bereits 30% der Landkreise ausgestattet• geeignet als Beschaffungs- und Betreibermodell• aktive Rückmeldung an Leitstelle perFunkmelder mit integriertem Bluetooth-Interface (über GSM-Netze) möglich•Verschlüsselung ist Stand der Technik• Integration in ein digitales Sprech- undDatenfunknetz einfach möglich• Der weitere Ausbau der digitalen Alarmierungkann somit auch die Einführungdes digitalen Sprech- u. Datenfunks begünstigenSWISSPHONE wurde 1970 gegründet undist Marktführer in der BOS-Alarmierung. Indiesem Bereich besteht das Produktspektrumaus analogen und digitalen Funk-Meldeempfängern,digitalen Alarmierungsnetzen,sowie Systemen für das Einsatzmanagement.Der deutsche Markt wird vonder SWISSPHONE TelekommunikationsGmbH in Gundelfingen / Freiburg bearbeitet.Die Autoren Rolf Lehmann und ManfredPiontek sind die Geschäftsführer der Firma. Alarmierung Benachrichtigung Einsatzmanagement• Analoge Meldeempfänger•Digitale Meldeempfänger mitTextanzeige und Sprachausgabe• Umfassendes digitales Alarmierungskonzeptintegriert in Digitalfunk• Navigationslösung für Einsatzfahrzeuge• Lokales Funk-Informationssystem• Umbruch Benachrichtigungssystem• Enterprise Messaging Gateway• Einsatz-Management System• Modulare Software für Verwaltungund Disposition• Satellitenkommunikation fürEinsatzfahrzeugeMehr Informationen unter Telefon (07 61) 59 05 - 0 oder vertrieb@swissphone.de, www.swissphone.de39dp-special . No. 14 - Mai 2004


DigitalfunkHermann BöhmGrundlage folgender Mindeststandardverwirklicht:- flächendeckende Funkversorgungder Siedlungs- undVerkehrsflächenfürHandfunkgeräteaußerhalbvonGebäuden- in denübrigenGebietenflächendeckendeFunkversorgungfür Fahrzeugfunkgerätec) Im Übrigenmusses möglichsein, dassdieBedarfsträgereineFunkversorgungentsprechend ihrer individuellenBedürfnisse im Vergabeverfahrenoder spätereigenverantwortlich realisierenkönnen. In diesemZusammenhang muss aucheine Erweiterung auf die flächendeckendeFunkversorgungfür Handfunkgeräte inGürteltrageweise, auchinnerhalb von Gebäuden,technisch möglich sein.1.1.3 und 1.1.4 hier nicht abgedruckt;1.1.5 Das System muss es ermöglichen,einsatztaktisch nichtakzeptable Funkschatten zubeseitigen.Nachdem nun dieBegriffe geklärt, die Entstehungsgeschichtegrobbeschrieben und über denwesentlichsten Text keineZweifel mehr bestehensollten, gilt es, die Fragender Anwender zu beantworten.Fraglich ist zunächst,wer ist Anwender und welcheAnforderungen hat dieser.Dass es sich beim Anwendergrundsätzlich nur um eine Kolleginoder einen Kollegen handeln kann, isteigentlich klar.Mai 2004 - No. 14 . dp-special40


Hermann BöhmDigitalfunkDeren Forderungen sind bekannt,gehen jedoch hinsichtlich der Wertigkeitschnell und weit auseinander (z. B.Abhörsicherheit, Datenübertragung).Über folgende Forderungenbesteht jedochstets Einigkeit:1. Forderung:„Flächendeckende Fahrzeugfunkversorgung!“Bei Erheben dieserForderung sollte manwissen, dass es eine hundertprozentigeFlächendeckungnur in der Theorieund niemals in derPraxis gibt, weshalb dieVersorgungsdichtebestenfalls höher als 90%liegen kann.Diese Forderungbeinhaltet das GAN-Papier unter der Nr.1.1.2 a) und stellt fernerfest, dass es möglich seinmuss, einsatztaktischnicht akzeptable Funkschatten – auchüber das rechnerische Maß des festgelegtenMindeststandards hinaus – zubeseitigen (Nr. 1.1.5).Insofern ist eine Hauptforderung derAnwender hiermit festgeschrieben.2. Forderung:„Flächendeckende Handsprechfunkversorgung!“Diese Forderung ist so alt wie der Polizeifunkselbst und konnte dennoch niemalsrealisiert werden.Auch wenn es die Anbieter von Mobilfunkgerätennoch so oft behaupten, auchdie Handynetzbetreiber erreichen trotzeines dichten Netzes von Basisstationenkeine vollständige Flächendeckung, insbesonderefür Handys.Um es offen zu sagen: Eine hundertprozentigeFlächendeckung wird es auchnach Einführung des Digitalfunks nichtgeben, weil eine solche Versorgung technischeinfach nicht machbar ist. Hinzukommt, dass eine Funkversorgung, dieeine Versorgungsdichte von deutlich mehrals 90% übersteigt, mit jedem Prozent Verbesserungeine fast explosionsartige Kostensteigerungeinhergeht. Das gilt übrigensfür Fahrzeug- und Handsprechfunkgerätegleichermaßen.Das GAN-Papier stellt hierzu unter1.1.2 a) fest, dass die Handfunkversorgungmit mindest gleicher Versorgung wie imheutigen Analogfunk zu erfolgen hat. Fernerwird gefordert, dass eine flächendeckendeFunkversorgung der SiedlungsundVerkehrsflächen für Handsprechfunkgeräteaußerhalb von Gebäuden (1.1.2b) sicher zu stellen ist.Außerdem wird durch GAN festgeschrieben,dass eine Erweiterung auf dieflächendeckende Funkversorgung fürHandfunkgeräte in Gürteltrageweise, auchinnerhalb von Gebäuden, technisch möglichsein muss (1.1.2 c).Die praktischen Umsetzung des Projektesin Bezug auf eine Versorgungsdichtefür Handsprechfunkgeräte könnte insofernin drei Stufen erfolgen:- Stufe 1: Handfunkversorgung wie bisherund in-house-Versorgung in dichtbesiedelten Gebieten;- Stufe 2: Handfunkversorgung in Siedlungs-und Verkehrsflächen außerhalbvon Gebäuden;- Stufe 3: Erweiterung auf flächendeckendeFunkversorgung für Handfunkgerätein Gürteltrageweise auchinnerhalb von Gebäuden.Die in städtischen oder dicht besiedeltenGebieten Dienst verrichtenden Kolleginnenund Kollegen werden also mit Einführungdes Digitalfunks eine flächendeckendeFunkversorgung mit Fahrzeug- undHandsprechfunkgeräten erhalten.Die Realisierung von flächendeckendenHandsprechfunkverbindungenaußerhalb von Siedlungs- und Verkehrsflächenwird sehr stark von der Finanzkraftdes jeweiligen Landes abhängen und41dp-special . No. 14 - Mai 2004


DigitalfunkHermann Böhmsicher nicht in allen Bundesländern vonAnfang gegeben sein.Dieses Defizit lässt sich aber über technischeAlternativen (z. B. sogenannte Gateway-und Repeaterlösungen – ähnlich derbisherigen 4/2-Schaltung) zum Teil auffangen.Es macht jedoch wenig Sinn, hier aufsolche Lösungen näher einzugehen, da dieRealisierung sehr stark von der noch ausstehendenSystementscheidung abhängt.Zusammenfassung:Die Kolleginnen und Kollegen werdennach Einführung des Digitalfunks- über eine flächendeckende und damitdeutlich bessere Fahrzeugfunkverbindungals bisher verfügen,- mit Handsprechfunkgeräten eine mindestensgleiche Funkversorgung wie imAnalogfunk sowie eine in-house-Versorgungin dicht besiedelten Bereichen bekommenund- die technischen Möglichkeit vorfinden,eine flächendeckende Funkversorgungfür Handsprechfunkgeräte in Gürteltrageweise,auch innerhalb von Gebäuden,zu schaffen.Daneben wird es zahlreiche weitere Vorteilewie Abhörsicherheit, Datenübertragung,Telefonie etc. geben.Natürlich kann man an der geplanten Realisierungdes Projektes auch Kritik üben. Werdies tut sollte wissen, dass GAN als Mindeststandardfür die BOS Haushaltsmittel in Höhevon mehr als 3 Milliarden €erfordert (wiederumohne Endgeräte, Leitstellen und MWSt.).Die tatsächlich benötigte Summe dürftefür alle BOS – mit Endgeräten, Leitstellen etc.– eher bei 4,5 Milliarden € liegen.Insofern bedurfte und bedarf es angesichtsder leeren öffentlichen Kassen auch weiterhineiner gewaltigen Kraftanstrengung desBundes und der Länder, diese Summe bereitzu stellen. Wenn alle geschilderten Versorgungsdichtengeschaffen sind, können undsollten wir zufrieden sein, da wir dann überein leistungsstarkes und modernes Funknetzverfügen. Weitergehende Forderungen sindtechnisch nur sehr aufwändig realisierbar, injedem Falle aber bei der heutigen Ebbe in denöffentlichen Haushalten kaum zu finanzieren.Bild oben:Hauptvermittlung, in der die Fädender Basisstationen zusammen laufenBild rechts:Handheld Radio Terminalverschiedene Generationen,ganz rechts 1. GenerationMai 2004 - No. 14 . dp-special42


Haben Sie eine Vision? Welche Instrumente brauchen Sie,damit Ihre Vision real wird? Aus Fragen wie diesen schöpfenwir die Inspiration für unsere Software. Eine Software, dieVorstellungskraft in Innovationen verwandelt. Und das Neuedort entstehen lässt, wo es nur ein Visionär sehen kann.www.microsoft.com/germany/potenzial© 2004 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. Microsoft und „Ihr Potenzial. Unser Antrieb.“ sind entwedereingetragene Markenzeichen oder Markenzeichen der Microsoft Corporation in den USA oder anderen Ländern.


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