franziskus-bote - Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn

stiftungstfranziskus

franziskus-bote - Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn

Zeitschrift der stiftung

st. franziskus heiligenbronn

Ausgabe 4, Dezember 2009

Einweihung des Altenzentrums Bürgerheim

Wärme und Zuwendung

sollen zu spüren sein

Tuttlingen. „Ein großer Tag für das Altenzentrum,

ein wichtiger Tag für die Stadt

Tuttlingen und den Landkreis, ein schöner

Tag für die stiftung st. franziskus heiligenbronn“,

begrüßte der Leiter der Altenhilfe,

Martin Volz-Neidlinger, die Gäste zur

Einweihung des Bürgerheim-Neubaus

Anfang Oktober. 54 Jahre nach der Einweihung

des alten Bürgerheims, das die Stadt

Tuttlingen 1955 eröffnet hatte, zeige sich,

„dass dieses Haus eine Zukunft hat“.

Martin Volz-Neidlinger dankte allen Unter-

franziskus-bote

stützern bei dem Neubauprojekt, das mit

Fördermitteln des Landes und Kreises sowie

mit einem Zuschuss der ARD-Fernsehlotterie

„Ein Platz an der Sonne“ realisiert werden

konnte. Nachfolgende Generationen

würden uns an der Qualität unserer Bauten

messen, die heutigen Generationen aber

auch an der Qualität unserer Arbeit, meinte

er. Es liege an den Menschen in Tuttlingen

und im Bürgerheim, dass das neue Gebäude

angenommen werde, dass es mit Leben

und Lebensqualität erfüllt werde.

Viele Besucher strömten bei der Einweihung und dem Tag der offenen Tür ins neu gebaute Altenzentrum

Bürgerheim in Tuttlingen. Fotos: Graf, Liebermann

Stiftung präsentiert sich im

Internet mit neuem Auftritt

Mit neuem Design, mehr Serviceangeboten

und verbesserter Technik präsentiert sich

die stiftung st. franziskus heiligenbronn jetzt

im Internet. S. 6

Politprominenz am Stand

der Stiftung zur Spendenaktion

Beim 60. Geburtstag von Schirmherr

Volker Kauder in Tuttlingen kam politische

Prominenz auch an den Stand zur

Spendenaktion „Wir machen Schule“. S. 8

Herbsttag für taubblinde

und hörsehbehinderte Menschen

Aus ganz Baden-Württemberg kamen

Taubblinde und Hörsehbehinderte zum

Heiligenbronner Herbsttag unter dem

Motto „Wunderbare Wasserwelt“. S. 13

Erster Pflegefachtag der

Altenhilfe zur Wundversorgung

Moderne Erkenntnisse der Wundversorgung,

verknüpft mit praktischen Beispielen und

Übungen, bot der erste Pflegefachtag der

Stiftungs-Altenhilfe. S. 25

Schmackhaftes und gesundes Essen

für alle Bewohner

Küchen- und Hauswirtschaftsmitarbeiter

der Stiftungs-Altenzentren ließen sich zu

besonderen Kostformen (Smooth Food)

schulen, die allen Bewohnern der Altenzentren

ein gesundes und schmackhaftes

Essen ermöglichen. S. 20


Inhaltsverzeichnis

Titelgeschichte: Einweihung des neu gebauten Bürgerheims in Tuttlingen S. 1

Stiftung allgemein

Ausbildung als Teil der Personalentwicklung genießt

hohen Stellenwert in der Stiftung S. 4

STIFTUNGS-KALENDER S. 5

Neue Internetpräsenz der Stiftung erarbeitet S. 6

Behindertenhilfe in Heiligenbronn

„Farbe hilft“: Kunstauktion zugunsten von „Wir machen Schule“ S. 7

60. Geburtstag von Volker Kauder gibt Spendenaktion „Wir machen Schule“ Auftrieb S. 8

Förderung durch Aktion Mensch auf vielerlei Ebenen S. 9

Bewohnerchor „InTakt“ als Überraschungsgast auf einer Hochzeit S. 11

Der taubblinde Bewohner Joachim Burger über die Braille-Schrift S. 12

Erster Herbsttag für taubblinde Menschen aus Baden-Württemberg S. 13

Neues Ausbildungsfeld Altenpflegehelfer/-in an der Berufsschule Heiligenbronn S. 14

Spenden zum Schulbau über kostenlose Hotline S. 15

Blindenschule Baindt

Klinikschüler schärfen im Schulgarten ihre Sinne S. 15

Altenhilfe

Meine Tages-Schau: Das Ehepaar Zschinzsch im neuen Bürgerheim S. 16

Erster Pflegefachtag der Stiftung zum Thema Wundversorgung S. 18

100. Mitglied im Förderverein Dr.-Karl-Hohner-Heim Trossingen S. 19

Schulung zur Zubereitung von „Smooth Food“ für demenzkranke Bewohner S. 20

Stiftung hat in Zimmern Betreuung in der Seniorenwohnanlage übernommen S. 22

Ehrenamtsprojekt BELA III im Pflegeheim St. Konrad in Zimmern S. 23

Altenhilfe feierte 36 Mitarbeiterjubiläen S. 24

Feierstunde zum 10-jährigen Jubiläum des Altenzentrums St. Anna Tuttlingen S. 25

Kurz berichtet: Spatenstich für das Altenzentrum Baindt; Staatsrätin Hübner

besuchte St. Martin in Geislingen S. 26

Kinder- und Familienzentrum Villingen-Schwenningen

Neues Leben im Edith-Stein-Haus und der Grundschule im David-Fuchs-Haus S. 27

Kloster Heiligenbronn

Neues Jahresprogramm für das Geistliche Zentrum Haus Lebensquell S. 29

POST AN DEN FRANZISKUS-BOTE S. 30

DAS IST JA DAS VORLETZTE! S. 31

Impressum S. 25

Rückseite: „Azubi“-Workshop von neuen KiFaz-Mitarbeitern in Heiligenbronn S. 32

2

Eine Segensfeier zur Eröffnung des Bürgerheims

gestalteten der Pfarrer der benachbarten evangelischen

Martinskirche, Dr. Thomas Reinhuber (links),

und der katholische Dekan Matthias Koschar.

Die enge Verbundenheit zwischen den Entscheidungsträgern

im Kreis und Land hob

Landrat und Landtagsabgeordneter Guido

Wolf in seinem Grußwort hervor. Das neue

Bürgerheim sei eine weiteres Angebot

für die ältere Generation, ihre Selbstbestimmung

und Eigenverantwortung möglichst

zu erhalten, aber auch die nötige Hilfe und

Begleitung zu erhalten. „Es ist die Philosophie

unserer Altenhilfepolitik“, sagte der

Landrat, „nicht große Bettenburgen zu

schaffen, sondern Häuser, in denen Wärme

und Zuwendung gespürt werden können“.

Dankeschön an die Mitarbeiter

Er nahm dies auch zum Anlass, die Arbeit

der Pflegenden und Mitarbeiter, die gelebte

Nächstenliebe sei, zu würdigen: „Ihnen wird

verdammt viel abverlangt – ein herzliches

Dankeschön dafür!“ Gerade das Bürgerheim

habe in seiner Vergangenheit gezeigt,

dass die Balance zwischen Pflege, Wohnen

und Arbeiten gelinge.

Die Stadt Tuttlingen, führte Oberbürgermeister

Michael Beck aus, habe vor zehn

Jahren das Bürgerheim an die Stiftung

übergeben. Mit dem kostenlos zur Verfügung

gestellten Gelände, dem Umbau der

Straße und der Anlage von Parkplätzen

habe die Stadt das Neubauvorhaben unterstützt.

Nach dem Abriss des alten Bürgerheims

entstünden noch neue Bauplätze.

Das neue Haus werde nach seinem Eindruck

gut angenommen. Als Oberbürgermeister

sei er regelmäßig Gast bei Geburtstagen.

„Wir werden Sie auch in Zukunft eng und

franziskus-bote 4/09


partnerschaftlich begleiten“, versprach OB

Beck und kündigte an, dass die städtische

Gärtnerei als Ersatz für die alten Magnolienbäume

eine neue Magnolie pflanzen werde.

„Sichtbarer Ausdruck für die

Wertschätzung alter Menschen“

Der Festakt im vollbesetzten Foyer wurde

umrahmt vom Gitarrenspiel der Preisträgerin

Josefine Hörburger. Es schloss sich eine

ökumenische Segensfeier in der zum Foyer

hin geöffneten Hauskapelle an, die der

Fridinger Bildhauer Willi Bucher gestaltet hat.

Pfarrer Dr. Thomas Reinhuber, der als

Nachbar die Entstehung des neuen Bürgerheims

verfolgt hatte, erbat Gottes Segen

für alle, „die hier ein neues Zuhause haben

und die, die hier arbeiten“. Dekan Matthias

Koschar führte in seiner Ansprache aus, dass

das neue Heim ein sichtbarer Ausdruck für

die Wertschätzung der alten Menschen sei.

Regionalleiter Jochen Ziegler lud zu Führungen

durch das Bürgerheim ein, bei

denen die Gemeinschafsräume nach dem

Wohngruppenkonzept, die Pflegestützpunkte

und Einzelzimmer vorgestellt wurden

(zum Konzept des Hauses siehe auch

den Artikel „Wohlbefinden der Bewohner

ist bereits beim Planen und Bauen stets im

Blick“, franziskus-bote 3/09).

Auf die Konzeption der „alltagsnahen Normalität“

im neuen Bürgerheim ging

anschließend Stiftungs-Vorstand Norbert

Rapp in seiner Ansprache im Gemeindesaal

der evangelischen Martinskirche ein. So

könne in den insgesamt neun Wohngruppen

etwa durch die Beteiligung der Bewohner

an kleinen alltäglichen hauswirtschaftlichen

Arbeiten eine „Lebensqualität“ ent-

franziskus-bote 4/09

Zahlreiche Ehrengäste wohnten dem Festakt zur Einweihung des Bürgerheims bei. Vorne von links:

Altenhilfe-Leiter Martin Volz-Neidlinger, Vorstand Norbert Rapp, MdL Fritz Buschle, MdB Volker Kauder,

Oberbürgermeister Michael Beck, Dekan Koschar, Pfarrer Reinhuber, Dekan Frank Morlock und

Landrat MdL Guido Wolf. Fotos: Graf, Liebermann

stehen, die mehr sei als „Pflegequalität“.

Weitere Angebote wie der Offene Mittags -

tisch oder das Hauscafé richteten sich aber

auch an die Menschen in der Stadt. Zur

Zukunftsfähigkeit des Bürgerheims trage

auch die Kooperation mit der Katholischen

Altenhilfe Tuttlingen bei. Dies verdeutliche,

„dass wir daran interessiert sind, für jede

und jeden die jeweils beste und passende

Hilfe und Pflege anzubieten“.

Zwei Spendenübergaben

Beiträge zur Finanzierung der Ausgestaltung

des Bürgerheims leisten zwei Spenden,

die beim Festakt überreicht wurden.

Helga Stetter, kommissarische Vorsitzende

des Fördervereins für die Heime der Stiftung

St. Franziskus in Tuttlingen, überreichte

eine Spende von 1000 Euro für die Hauska-

Volksliedersingen mit dem Ehrenamtlichen Max Schneider erfreute die Bewohner am Tag der offenen Tür

im Foyer des neuen Bürgerheims.

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pelle. „Wir wünschen dem Haus, dass ein

froher Geist einzieht“, sagte sie. Damit die

Unterstützung des Fördervereins wieder

neuen Schwung bekomme, hatte sie auch

das Sparschwein „Franzi“ mitgebracht.

Architekt Peter Koczor, der die Planungen

für das Bürgerheim ausgearbeitet hatte,

schloss sich mit einem weiteren Spendenscheck

an. Für das Architekturbüro Koczor-

Teuchert-Lünz (ktl) aus Rottweil, das

die Generalplanung und Bauleitung des

10-Millionen-Projektes innehatte, bedankte

sich Koczor für die gute Zusammenarbeit

und übergab eine Spende von 1500 Euro.

Gesang und Tanz am Sonntag

Zur Besichtigung strömten am darauffolgenden

Sontag die Besucher gleich

scharenweise ins neue Altenzentrum neben

dem Krankenhaus. Der Tag begann mit

einem Festgottesdienst, den Diakon Roland

Keinert feierlich gestaltete. Im Saal der

Martinskirche gab es Mittagessen sowie

Kaffee und Kuchen. An den Hausführungen

nahmen teilweise bis zu 50 Besucher teil.

Im Foyer und im Gemeindesaal gab es

auch Musik und Unterhaltung mit dem

Gesangsduo „Sandra und Manfred“, dem

Drehorgelspieler Max Schneider, Volksliedersingen

mit Peter Messmer, dem Zauberer

„Wizardo“, der DRK-Tanzgruppe aus

Emmingen unter Leitung von Priska Kästle

und einer Hitparade mit alten Schlagern

von Musiktherapeutin Roswitha Fugmann.

Ewald Graf

Siehe auch „Meine Tages-Schau“ Seite 16


Ausbildung als Teil der Personalentwicklung

Stiftung braucht qualifizierte Mitarbeiter

zur Erfüllung ihrer Aufgaben

Heiligenbronn. Die stiftung st. franziskus

heiligenbronn will Menschen mit Sinnesbehinderung,

alte und pflegebedürftige

Menschen und Kinder und Jugendliche in

ihrer je eigenen Situation begleiten, ihnen

die jeweils angemessenen Hilfen anbieten,

sie bei der Teilhabe am gesellschaftlichen

Leben unterstützen, die dafür notwendigen

Lebensräume und Lebensmöglichkeiten

schaffen und diese Menschen befähigen,

sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst

zu helfen. Damit unsere Stiftung dies kann,

braucht sie motivierte und qualifizierte

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der

Lage sind, den Auftrag der Stiftung kontinuierlich

umzusetzen.

Um den Stiftungsauftrag bestmöglich zu

erfüllen und das Miteinander in der Dienstgemeinschaft

insgesamt und für alle Beteiligten

hilfreich zu gestalten, hat die Stiftung

seit dem Jahr 2001 ein Personalentwicklungskonzept

aufgebaut. Dieses beinhaltet unter

anderem die Verpflichtung, langfristig Personal

zu gewinnen und zu halten. Ein Beitrag

zu dieser Verpflichtung ist das Engagement

der Stiftung bei der Ausbildung der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in wesentlichen

Berufsfeldern.

Mitträgerschaft am Institut für

soziale Berufe Stuttgart

Im Jahr 2002 gründete die Stiftung

zusammen mit anderen Trägern das Institut

für soziale Berufe Stuttgart gGmbH. In diese

Gesellschaft brachte der Caritasverband der

Diözese Rottenburg-Stuttgart seine Fachschulen

in Rottweil, Spaichingen, Stuttgart,

Filderstadt-Plattenhardt und Neckarsulm

Derzeit sind in der Stiftung

78 Schüler in der Heilerziehungspflege-

oder Altenhilfe-

Ausbildung, 85 junge Menschen

im Vorpraktikum oder

Freiwilligen Sozialen Jahr

und 8 im Anerkennungsjahr.

Feierstunde im November 2009 nach erfolgreichem Abschluss als Heilerziehungspflegerinnen: die Leiter

der Behindertenhilfe Günter Seger (links) und Roland Flaig (rechts), die Fachbereichsleitungen und Praxisanleiterinnen

mit den vier Heilerziehungspflegeschülerinnen, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben

und nun als Fachkräfte in der Stiftung arbeiten: (vorne von links) Judtih Gassner, Simone Schuhmacher,

Michèle Hummel und Luisa Lo Gioco. Foto: Ronecker

ein. Die stiftung st. franziskus heiligenbronn

ist mit knapp 20 Prozent an dieser gemeinnützigen

GmbH beteiligt und kann dadurch

für ihre Einrichtungen in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg

die Ausbildung von

Erzieherinnen und Erziehern, von Altenpflegerinnen

und Altenpflegern bzw. -helferinnen

und -helfern sowie von Heilerziehungspflegerinnen

und Heilerziehungspflegern

sicherstellen.

Derzeit befinden sich in der Stiftung

27 Schüler und Schülerinnen in der Ausbildung

zum/r Heilerziehungspfleger/-in und

51 Schüler und Schülerinnen in der Ausbildung

zum/r Altenpfleger/-in. Ergänzend

absolvieren 66 junge Menschen ein Vorpraktikum,

19 leisten ein Freiwilliges Soziales

Jahr ab und 8 sind im Anerkennungsjahr.

Kooperation mit Dualer Hochschule

Ein weiterer Ausbildungsschwerpunkt für

die stiftung st. franziskus heiligenbronn ist

die Kooperation mit der Dualen Hochschule

Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen

für das duale Studium zum/r Sozialpädagogen/-in

und zum/r Sozialwirt/-in. In

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diesem Herbst haben 13 Studentinnen und

Studenten in diesen beiden Studiengängen

einen Praxisplatz in den Aufgabenfeldern

der Stiftung, die mit dieser Kooperation insbesondere

qualifizierte Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter für den Fachdienstbereich

und für die Leitungsaufgaben gewinnen

will. Gerade das Sozialwirtschaftsstudium

bietet sich für die Gewinnung von Führungskräften

an.

Das Konzept des dualen Studiums ermöglicht

der Stiftung dabei weitgehende Mitgestaltungsmöglichkeiten,

die durch die Dozententätigkeit

von Mitarbeitern der Stiftung, die

Vertretung im Hochschulrat und gemeinsame

Forschungsprojekte mit der Dualen Hochschule

in Villingen-Schwenningen noch

gefördert werden.

Mit diesen Ausbildungsangeboten leistet

die stiftung st. franziskus heiligenbronn

einen sehr wertvollen Beitrag für die Qualifizierung

junger Menschen, zu deren Berufs -

chancen und damit zur allgemeinen

gesellschaftlichen Entwicklung.

Hubert Bernhard, Norbert Rapp

franziskus-bote 4/09


Stiftungskalender

Wann? Was? Wo?

Samstag, 19. Dezember 11 Uhr Kunstauktion mit Werken renommierter

Künstler zugunsten der Spendenaktion der Stiftung

Schramberg, Rathausplatz

Montag, 21. Dezember, 16 Uhr Weihnachtskonzert des Jugendblasorchesters

der Stadtkapelle Rottweil

Rottweil, Altenzentrum St. Elisabeth

Dienstag, 22. Dezember, 14.30 Uhr Weihnachtsfeier mit den Bewohnern Geislingen, Altenzentrum St. Martin

Mittwoch, 23. Dezember, 15 Uhr Weihnachtsfeier mit Meditation Tuttlingen, Altenzentrum Bürgerheim

Donnerstag, 24. Dezember, 15 Uhr Weihnachtsfeier mit den Bewohnern Mühlheim, Altenzentrum St. Antonius

Donnerstag, 24. Dezember, Einladung der Wohngruppen Heiligenbronn, Refektorium des Klosters

ab etwa 19.30 Uhr am Heiligen Abend in die Schwesterngemeinschaft

Freitag, 25. Dezember, 10.15 Uhr Heilige Messe an Weihnachten Tuttlingen, Altenzentrum Bürgerheim

Samstag, 26. Dezember, 10.30 Uhr Heilige Messe an Weihnachten Tuttlingen, Altenzentrum St. Anna

Sonntag, 10. Januar, 14.30 Uhr Musik zur Kaffeestunde: Barockmusik mit Trossingen, Altenzentrum

der Blockflötenklasse Monika Wunderlich Dr.-Karl-Hohner-Heim

Donnerstag, 14. Januar, 17.30 Uhr Candle-Light-Dinner mit Klaviermusik Trossingen, Dr.-Karl-Hohner-Heim

Freitag, 22. Januar, 17 Uhr Gedenkfeier mit Bewohnern und Angehörigen Rottweil, Altenzentrum St. Elisabeth

Dienstag, 2. Februar, etwa 19.30 Uhr Tag des geweihten Lebens: Einladung in die

Schwesterngemeinschaft nach der Abendmesse

Heiligenbronn, Refektorium des Klosters

Mittwoch, 3. Februar, 15 Uhr Leitbildtag der Stiftung von der Projektgruppe

Leitbild für alle Stiftungs-Mitarbeiter

Tuttlingen, Altenzentrum Bürgerheim

Sonntag, 7. Februar, 14.30 Uhr Musik zur Kaffeestunde mit Stefan Halder Trossingen, Altenzentrum

und Studenten Dr.-Karl-Hohner-Heim

Dienstag, 9. Februar, 18.30 Uhr Fasnetsparty der Behindertenhilfe Erwachsene

mit Besuch der Narrenzunft Schramberg

Heiligenbronn, Elisabetha-Glöckler-Saal

Donnerstag, 11. Februar, ab 14.30 Uhr Fasnetsfeier in der Begegnungsstätte Geislingen, Altenzentrum St. Martin

Donnerstag, 11. Februar, ab 15 Uhr Grosser Schmotzigenball in allen Wohnbereichen

und buntes Treiben von Fasnetsgruppen

Rottweil, Altenzentrum St. Elisabeth

Donnerstag, 11. Februar, ab 15 Uhr Schmotziger Donnerstag mit Bühnenprogramm

zum Thema „Die Piraten sind los!“

Spaichingen, Altenzentrum St. Josef

Donnerstag, 11. Februar, ab 15 Uhr Schmotziger Donnerstag mit Programm Wehingen, Altenzentrum St. Ulrich

Donnerstag, 11. Februar, ab 15 Uhr Schmotziger Donnerstag mit Musikauftritt Trossingen, Dr.-Karl-Hohner-Heim

Donnerstag, 11. Februar, nachmittags Schmotzigentreiben Dunningen, Pflegeheim St. Veronika

Dienstag, 16. Februar, ab 15 Uhr Fasnets-Kehraus mit Geburtstagskaffee Spaichingen, Altenzentrum St. Josef

Mittwoch, 24. Februar, 19 Uhr Förderverein Dr.-Karl-Hohner-Heim: Trossingen, Altenzentrum

Jahreshauptversammlung Dr.-Karl-Hohner-Heim

Mittwoch, 3. März, 14 Uhr Musikschauspiel des Förderzentrums Hören

und Sprechen und des Gymnasiums Böblingen

Heiligenbronn, Elisabetha-Glöckler-Saal

Sonntag, 7. März, 14.30 Uhr Musik zur Kaffeestunde: Klavierkonzert mit Trossingen, Altenzentrum

Henrik, Beat und Leonard Lemke Dr.-Karl-Hohner-Heim

Freitag, 19. März, 10 Uhr Festgottesdienst zum Patrozinium

mit anschließendem Mittagessen und Feier

Spaichingen, Altenzentrum St. Josef

Freitag, 19. März, ab 15 Uhr Frühlingsfest Dunningen, Pflegeheim St. Veronika

Montag, 22. März, 13.30 Uhr Informationsveranstaltung für Mitarbeiter zum Heiligenbronn, Konferenzraum

Zielvereinbarungs- und Entwicklungsgespräch Bonaventura

Dienstag, 23. März MAV-Wahlen für die Mitarbeitervertretungen

in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

alle Stiftungs-Einrichtungen

Mittwoch, 24. März, 15 Uhr Frühlingsfest mit Geburtstagskaffee Trossingen, Dr.-Karl-Hohner-Heim

Dienstag, 30. März, 14.30 Uhr Frühlingsfest in der Begegnungsstätte Geislingen, Altenzentrum St. Martin

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Neuer Internetauftritt der stiftung st. franziskus heiligenbronn

Neues Design, mehr Service und

verbesserte Technik für über 120 Seiten

Heiligenbronn. Im Rahmen der Stiftungskonferenz

im November hat die stiftung

st. franziskus heiligenbronn ihre komplett

überarbeiteten Seiten im Internet freigeschaltet.

Zu finden sind diese nach wie vor

unter www.stiftung-st-franziskus.de.

Bereits 2001 ist die Stiftung mit einer

eigenen Internetpräsenz online gegangen.

Nach einer ersten Überarbeitung im

Jahr 2004 bedurfte es nun einmal mehr

einer inhaltlichen, gestalterischen und technischen

Neugestaltung. Die Schnelllebigkeit

des Mediums Internet und die fortschreitende

technische Entwicklung führen dazu,

dass eine drei bis vier Jahre alte Internetpräsenz

meist weder technischen Ansprüchen

noch der Aktualität genügt, um attraktiv

zu bleiben.

Ziel der jetzigen Überarbeitung war eine

Optimierung des Internetauftritts der Stiftung

hinsichtlich der Funktionalität bei der Infor-

mationssuche und der Informationspräsentation

auf der Basis moderner Technologie.

Des Weiteren war eine Anpassung an das

neue Corporate Design der Stiftung notwendig.

Schließlich sollte die Barrierefreiheit

der Seiten verbessert werden.

Zunächst hat das Referat Öffentlichkeitsarbeit

die bestehenden Seiten eingehend

analysiert und eine Bedarfserhebung in den

Aufgabenfeldern der Stiftung durchgeführt.

In Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer

Agentur Kremer Kommunikation wurde

eine Neukonzeption für die Internetpräsenz

ausgearbeitet. Die neuen Seiten wurden

dabei unter Mitarbeit der Aufgabenfelder

umgesetzt.

Aktuelle Standards berücksichtigt

Berücksichtigt wurden bei der Umsetzung

soweit wie möglich die aktuellen Standards

des Gremiums zur Standardisierung des

Internets (W3C) sowie die aktuellen Emp-

Die neue Startseite der Internetpräsenz der stiftung st. franziskus heiligenbronn in der Darstellung des

Negativkontrasts, auf die man mit einem einfachen Klick vom Kopf jeder Seite aus umstellen kann – und

umgekehrt. Von der Startseite aus kann der Besucher auch direkt zum neu aufgenommenen Begrüßungsvideo

in Gebärdensprache gelangen oder zu aktuellen Hinweisen.

6

Bei der Neugestaltung der

Internetpräsenz wurde

großer Wert auf eine möglichst

barrierearme Umsetzung

gelegt, z. B. die Darstellung im

Screenreader, die Verstellung

der Schriftgröße oder

eine Negativ-Darstellung.

fehlungen zur barrierefreien Gestaltung der

Inhalte von Internetangeboten (WCAG 2.0).

Ein Redaktionssystem ermöglicht nun ein

noch flexibleres Bearbeiten von Inhalten.

Neuerungen können bequem aktualisiert

und zeitnah veröffentlicht werden. Für die

interessierte Öffentlichkeit gewinnt die Internetpräsenz

dadurch weiter an Attraktivität.

Optik in zeitgemäßer Form

Die optische Gestaltung wurde von der

Agentur Kremer Kommunikation an das

neue Corporate Design der Stiftung angepasst.

Sie greift das klare und reduzierte

Erscheinungsbild auf. So wird auch mit dem

Internetauftritt die Positionierung der Stiftung

zum Ausdruck gebracht und die Stiftung

gestalterisch in zeitgemäßer Form präsentiert.

Für Besucher soll das neue Erscheinungsbild

der Internetpräsenz eine Einladung sein,

sich über die Stiftung und ihr Leistungsspektrum

zu informieren und bei Bedarf

schnell Kontakt aufzunehmen.

Inhaltliche Gliederung immer sichtbar

Die neuen Seiten bieten wie bisher einen

Überblick über die gesamte Stiftung mit

ihren vielfältigen Dienstleistungen und Produkten.

Zitate am Kopf der Seite machen

die Zielsetzungen der Arbeit deutlich. Die

Gliederung der neuen Seiten orientiert sich

jetzt stärker als bisher am Besucher bzw.

den Zielgruppen. So ist das breite Spektrum

der Internet-Seiten in der Navigation auf

der linken Seite aufgeteilt in die Bereiche

Aktuelles, Hilfen für ältere Menschen, Hilfen

für behinderte Menschen, Kinder- und

Familienzentrum, Werkstätten und Läden,

franziskus-bote 4/09


Über die Stiftung, Stellenangebote und

Spenden und helfen. Die Navigation bleibt

konstant sichtbar.

Die Texte des Inhaltsbereiches in der Mitte

der Seiten werden durch ansprechende

Fotos ergänzt. Im Inhaltsbereich wurden auch

Neuerungen wie z.B. die Gebärde der

Woche oder das Archiv franziskus-bote mit

älteren Ausgaben realisiert. Ein neu aufgenommenes

Gebärdenvideo zur Begrüßung

ist direkt von der Startseite aus erreichbar.

Eine Neuerung stellt auch die rechte Spalte

dar. Dort sind die jeweiligen Kontakte

sowie aktuelle Nachrichten aus der Stiftung

und ihren Arbeitsfeldern aufgeführt. Viele

Informationsmaterialien werden in diesem

Bereich auch zum Download angeboten.

Barrierefreiheit und

Benutzerfreundlichkeit

Bei der Neugestaltung wurde unter Beachtung

verschiedener Zielgruppen großer

Wert auf eine möglichst barrierearme Um -

setzung gelegt. Die neuen Seiten basieren

daher auf der vollkommenen Trennung

von Inhalt, Funktion und Layout. Damit kann

z. B. auch im Screenreader eines blinden

Besuchers der Inhalt korrekt dargestellt

werden. Zusätzlich gibt es – gerade für sehbehinderte

Besucher – die Möglichkeit, die

Bewohnerin Nicole Burmeister gebärdet hier das

Wort „Weihnachten“. Jede Woche wird auf der

Internetseite der Stiftung unter „Aktuelles“ wieder

eine neue Gebärde vorgestellt und mit Pfeilen

verdeutlicht. Foto: Ronecker

Schriftgröße unabhängig vom Browser

auf Knopfdruck zu verstellen oder auf eine

negative Darstellung umzuschalten.

Schnelle Suche nach Stichworten

Die Suche nach bestimmten Inhalten auf

den über 120 Einzelseiten wird durch eine

Unter den „Hilfen für behinderte Menschen“ sind etwa auf einer Seite die Beratungsstellen der stiftung

st. franziskus heiligenbronn im Überblick zusammengefasst, wobei auf diesem Bild noch nicht alle zu

sehen sind. In der rechten Spalte finden sich hier wie anderswo stets die jeweiligen Ansprechpartner.

franziskus-bote 4/09 7

Seitenübersicht erleichtert. Außerdem vereinfacht

eine Suchfunktion, die von jeder

Seite aus aufgerufen werden kann, das

Auffinden der gesuchten Informationen mit

der Eingabe von Stichworten.

Bei der Fülle an Informationen ist eine

Orientierung für den Besucher wichtig.

Diese wird zusätzlich zur Navigation links

durch eine Pfadangabe oberhalb des Inhaltsbereiches

erleichtert. Schließlich vereinfacht

eine Druckfunktion auf jeder Seite das

Ausdrucken von Inhalten jeweils einer Seite

bzw. auch einer Pressemeldung oder

eines Stellenangebots.

Häufig gestellte Fragen auf den Seiten

der Altenhilfe und der Behindertenhilfe sind

ein weiterer Weg, sich schnell zu orientieren,

Hilfen und Hinweise zu den Leistungsangeboten

der Stiftung zu bekommen oder

auch einfach seiner Neugier zu folgen.

Wir sind gespannt, wie Ihnen das neue

Gesicht der Stiftung im elektronischen „Netz“

gefällt und freuen uns über Ihre Rückmeldung.

Sie können uns gerne dazu ihre

Meinung schreiben, E-Mail: pr@stiftung-stfranziskus.de.

Felix Ronecker

Kunstauktion zugunsten

„Wir machen Schule“

Schramberg. Farbe hilft, eine Aktion

der Firma Kaupp in Schramberg, setzt sich

in diesem Jahr für die Spendenaktion Wir

machen Schule. Machen Sie mit ein. International

bekannte Künstler aus der Region

stellen auf Bitte der Firma Kaupp und der

stiftung st. franziskus heiligenbronn Kunstwerke

zur Verfügung, die am Samstag,

19. Dezember, ab 11 Uhr auf der Eisbahn

vor dem Schramberger Rathaus versteigert

werden. Folgende Künstler haben Exponate

für den guten Zweck gespendet: Tobias

Kammerer (Rottweil), Norbert Stockhus

(Sulz), Jürgen Knubben (Rottweil) und

Daniel Roth (Basel).

Die Werke der Künstler werden zuvor

in der Schramberger Innenstadt ausgestellt.

Als Auktionator wird der bekannte

Schramberger Orientteppichexperte Peter

Renz tätig sein.

Weitere Infos unter www.wir-machenschule-machen-sie-mit.de.


Beim 60. Geburtstag des Schirmherrn Volker Kauder

Statt Geschenken 37.000

Euro für die neue Schule

Tuttlingen/Gosheim. Mit vielfältigen

Aktionen und Beiträgen machte die Spendenaktion

„Wir machen Schule. Machen

Sie mit“ auch in der zweiten Jahreshälfte

auf sich aufmerksam.

40 Kilo „Altgeld“ in Gosheim

In Gosheim animierten Eltern von Schülern

des Förderzentrums Sehen in Heiligenbronn

die Vereine des Orts, das diesjährige Gosheimer

Straßenfest ganz unter das Zeichen

der Spendenaktion zu stellen. Als besonders

pfiffig erwies sich die Idee, „altes“ Geld als

Spende anzunehmen, das prompt die zahlreich

aufgestellten „Spendenhäusle“ der

Stiftung füllte. Neben rund 2.000 Euro fanden

rund 1.000 Deutsche Mark und eine noch

nicht bezifferbare Menge ausländischer

Währungen den Weg zum Gosheimer

Straßenfest. Die Auslandswährungen, darunter

z.B. ehemalige Währungen aus Euro-

Staaten, US-Dollar oder auch sehr exotische

wie etwa chinesische Yuan, befinden sich

derzeit zur Auszählung bei einem auf den

Umtausch solcher Währungen spezialisierten

Unternehmen. Mit dem Zählungsergebnis

ist aufgrund der Münzmenge jedoch wohl

erst in drei Monaten zu rechnen.

„Schätzungsweise 40 Kilo Münzgeld“, meinte

Referatsleiter Sozialmarketing Andreas

Precht, habe die „Altgeld“-Sammlung in

Gosheim gebracht. Nach seiner Auffassung

steht eines schon heute fest: mit umgerechnet

mehr als 3.000 Euro Sammlungsergebnis

war das Gosheimer Straßenfest

ein voller Erfolg und ein merkbarer Beitrag

zum Neubau der Schulen für sinnesbehinderte

Kinder in Heiligenbronn.

Kauder von Stiftung überzeugt

Auch Schirmherr Volker Kauder war nicht

untätig. Nachdem er nach eigenen Aussagen

von Bundeskanzlerin Angela Merkel

geradezu genötigt worden sei, seinen

60. Geburtstag „hochoffiziell“ zu feiern,

bestand der Bundestagsabgeordnete darauf,

dies in seinem Wahlkreis zu tun.

Auch Ministerpräsident Günter H. Oettinger (Mitte) informierte sich in der Tuttlinger Stadthalle bei den

Vorständen Norbert Rapp (rechts) und Hubert Bernhard über die Spendenaktion der Stiftung zum Bau

einer neuen Schule für sinnesbehinderte Kinder. Vorne die beiden Schüler Theresa Arnbruster (links) und

Jochen Stehle sowie die Schwester Carolin Armbruster. Fotos: Precht

8

Ein „Dankeschön“-Plakat gestalteten blinde und

sehbehinderte Schüler aus dem Förderzentrum

Sehen mit ihrer Lehrerin Lioba Elsäßer und

überreichten es an Schirmherrn Volker Kauder.

Mehr als 600 geladene Gäste fanden sich

am 3. September in der Tuttlinger Stadthalle

ein. Statt Geschenken bat der CDU/CSU-

Fraktionsvorsitzende um Spenden für die

Aktion „Wir machen Schule. Machen Sie

mit.“ Denn als „größter Fan“ der stiftung

st. franziskus heiligenbronn, wie Kauder

sich selbst gern bezeichnet, ist er von der

„hervorragenden Arbeit, die diese Stiftung

in meinem ganzen Wahlkreis nicht nur in

der Behindertenhilfe, sondern auch in der

Altenhilfe leistet“, überzeugt. Diesem Wunsch

folgten sehr viele der geladenen Gäste, so

dass die Heiligenbronner Kinder sich über

einen Beitrag zum neuen Schulhaus in Höhe

von mehr als 37.000 Euro freuen konnten.

Schüler danken und

gratulieren dem Schirmherrn

Natürlich nahmen die Heiligenbronner Kinder

und ihre Eltern die Gelegenheit wahr,

sich beim Schirmherrn für sein Engagement

zu bedanken und ihm zum Geburtstag zu

gratulieren. Dazu hatte die Klasse 1/2 des

Für Schüler und Eltern war

die Übergabe des Dankeschön-Plakates

„sehr schön

und aufregend bei soviel

Prominenz. Der Tag bleibt uns

allen in Erinnerung.“

franziskus-bote 4/09


Förderzentrums Sehen unter der Leitung

von Lehrerin Lioba Elsäßer eigens ein Dankeschön-Plakat

für Volker Kauder gestaltet.

Der mit den Füßen „gemalte“ Regenbogen

wurde anschließend gemeinsam mit den

„Künstlern“ fotografiert, mit weiteren Bildern

vom – offenbar sehr heiteren Entstehungsprozess

– zu einem Plakat im Plakat umgestaltet

und Im Rahmen der Tuttlinger Veranstaltung

dem Geburtstagskind überreicht.

Wie Mutter Silvia Stehle erzählt, war dieser

Tag für Schüler wie für Eltern „sehr schön

und aufregend bei soviel Prominenz. Er

bleibt uns allen in Erinnerung.“

Prominenter Besuch am Infostand

Natürlich war die Aktion „Wir machen Schule.

Machen Sie mit.“ auch mit einem Informationsstand

in der Tuttlinger Stadthalle

vertreten, der regen Zulauf von den Gästen

erlebte. Neben Bundeskanzlerin Angela

Merkel und natürlich dem Schirmherrn Volker

Kauder selbst statteten auch Ex-Ministerpräsident

Erwin Teufel, sein Amtsnachfolger

Günter Oettinger, Bundeskultusministerin

Annette Schavan, Kultusminister Helmut

Rau sowie der ehemalige Landtagsabgeordnete

und St. Agnes-Schirmherr Franz

Schuhmacher – um nur einige zu nennen –

dem Stand einen Besuch ab.

Andreas Precht

Heiligenbronn. Die sozialpolitischen

Entwicklungen machen deutlich, dass die

finanziellen Rahmenbedingungen für soziale

Einrichtungen immer schwieriger werden.

Daher ist auch die stiftung st. franziskus

heiligenbronn verstärkt auf Spenden und

Zuschüsse angewiesen. Durch die Unterstützung

von Aktion Mensch konnten im

Aufgabenfeld Behindertenhilfe der Stiftung

bereits viele Vorhaben und Projekte umgesetzt

werden. So wurden Bauprojekte wie

das Haus St. Agnes in Spaichingen oder

das Gemeindeintegrierte Wohnen in Baindt

mitfinanziert, aber auch Anschaffungen von

Spiel- und Fördermaterialien oder dringend

benötigte Kraftfahrzeuge zur Beförderung

der sinnesbehinderten Menschen.

Aktion Mensch 1964 begründet

Die Aktion Mensch ist als deutsche Sozial -

organisation 1964 auf Initiative des Zweiten

Deutschen Fernsehens (ZDF) entstanden.

Der Moderator Hans Mohl war selbst durch

das Schlafmittel Contergan körperlich

geschädigt, was ihn dazu veranlasste, eine

Hilfsorganisation ins Leben zu rufen, die

die Situation von Menschen mit Behinderung

verbessern sollte. Dies wurde durch eine

Lotterie bewerkstelligt, aus deren Erlösen

Fördergelder gewonnen werden.

Bis zum 1. März 2000 war die Aktion

Mensch unter dem Namen „Aktion Sorgenkind“

bekannt. Der Name wurde jedoch

in „Aktion Mensch“ umgewandelt, da der

franziskus-bote 4/09 9

Hoher Besuch am Infostand der Spendenaktion „Wir machen Schule. Machen Sie mit“: Bundeskanzlerin

Angela Merkel, Schirmherr Volker Kauder (links) und Stiftungs-Vorstand Hubert Bernhard (rechts) mit den

Kindern, die zur Übergabe des Plakates mitgekommen waren.

Aktion Mensch fördert viele Stiftungs-Projekte

Fördermittel aus der Lotterie stärken

auch das soziale Engagement

Verein nicht nur Kinder, sondern alle Menschen

mit Behinderungen fördert sowie

darüber hinaus Menschen mit besonderen

sozialen Schwierigkeiten.

Aktion Mensch möchte einerseits das

soziale Engagement stärken, andererseits

jedoch auch die Eigenverantwortung der

Betroffenen wach halten. Daher bleibt eine

Förderung durch die Aktion Mensch zeitlich

begrenzt und setzt immer eine Eigenbeteiligung

des Antragstellers von mindestens

20 Prozent der förderfähigen Kosten voraus.

38 Prozent der Mittel für Projekte

Die Mittel der Aktion Mensch kommen zu

38 Prozent der Förderung von sozialen


Projekten zugute. Davon gehen 90 Prozent

an Vorhaben im Bereich Behindertenhilfe

sowie Kinder- und Jugendhilfe, 10 Prozent

werden für Aktivitäten zur Aufklärung

verwendet.

30 Prozent der finanziellen Mittel werden

von der Aktion Mensch-Lotterie als Gewinne

ausgeschüttet, ca. 17 Prozent müssen

für die Lotteriesteuer eingesetzt werden,

6 Prozent werden für Personal- und Verwaltungskosten

benötigt, weitere 9 Prozent

für Losdruck, Vertrieb und Kommunikation.

Alle Spenden und Nachlässe, die der Aktion

Mensch zugehen, fließen allerdings ohne

Abzug von Verwaltungskosten direkt

in die Förderung.

Art und Ziel der Förderung

Ziel der Förderung durch Aktion Mensch ist,

Vorhaben finanziell zu unterstützen, aber

auch zu informieren und aufzuklären.

Somit kann die Entwicklung gemeinsamer

Zukunftsperspektiven voran gebracht werden

und die Lebensqualität von Menschen mit

Behinderung, von Menschen mit sozialen

Schwierigkeiten, von Kinder und Jugendlichen

verbessert werden.

Daher werden zwei Fördergrundsätze unterschieden.

Zum einen die Basisförderung,

z.B. zur Verbesserung der Lebenssituation

von Menschen mit Behinderungen, zum

anderen die Impulsförderung, die Maßnahmen

mit aktivierender und initiierender

Wirkung unterstützt.

Die Ausstattung im Förder- und Betreuungsbereich von Haus St. Agnes in Spaichingen wurde ebenso wie

die Einrichtung der dortigen Wohngruppen von Aktion Mensch unterstützt. Unser Bild zeigt Praktikantin

Jessica Becker bei der Förderung mit Bewohner Manuel Elvedi.

An der Schule für Blinde und Sehbehinderte in Heiligenbronn konnte die Klasse von Angelika Digeser

aufgrund der Förderung von Aktion Mensch mit Notebooks ausgestattet werden. Fotos: Graf

Am Beispiel der Basisförderung zeigt sich das

große Förderspektrum der Aktion Mensch:

Investivförderung für Dienste und

Einrichtungen zur Umwandlung von

Groß- und Komplexeinrichtungen,

zur Kfz-Förderung, zur Beschaffung von

Fördermaterial, zur Herstellung von

Barrierefreiheit

Projektförderung zum Thema Arbeit

und berufliche Qualifikation, Förderung

von Einzelprojekten, zur Fortbildung

und zum Erfahrungsaustausch, für die

Interessensvertretung und Aufklärung,

zur Förderung von Kunst und Kultur

sowie von Sport- und Ferienangeboten;

hier können Honorar-/ Personal- und

Sachkosten gefördert werden

Starthilfe für ambulante Angebote

Die Zuschüsse durch Aktion Mensch für

ein Vorhaben dürfen bei der Basisförderung

seit 1. Januar 2007 die Höchstgrenze von

250.000 Euro (früher 350.000 Euro) nicht

überschreiten. Des weiteren können zusätzlich

noch bei der Stiftung Deutsche Behindertenhilfe

für z.B. bauliche Instandsetzungen,

Neu- und Erweiterungsbauten oder Ankauf

von Grundstücken Zinszuschüsse abgerufen

werden. Damit werden Zinsbelastungen

für Kapitalmarktmittel, die der Antragsteller

aufgenommen hat, subventioniert.

Förderantrag wird geprüft

Nach Prüfung des Antrags durch die

antragsannehmende Stelle, die den Antrag

z.B. auch auf Vollständigkeit hin überprüft,

wird dieser dann an die Aktion Mensch

weiter geleitet. Dies ist für die stiftung

st. franziskus heiligenbronn der Deutsche

Caritasverband in Freiburg.

Das Kuratorium der Aktion Mensch, also

das Entscheidungsgremium, beurteilt dann,

ob der eingereichte Antrag gefördert wird

oder nicht. Liegen Aktion Mensch nach der

Bewilligung eines Antrages entsprechende

Kostenvoranschläge oder Rechnungen

sowie Bewilligungsbescheide über die gesicherte

Gesamtfinanzierung vor, wird der

Zuschuss an den Träger ausbezahlt. Dieser

muss zusätzlich noch eine rechtsverbindliche

Erklärung abgeben, dass der Zuschuss auch

wie angegeben, also dem Zweck entsprechend,

verwendet wird. Nach Beendigung

eines geförderten Vorhabens ist der Zu -

schuss empfänger verpflichtet, der Aktion

10 franziskus-bote 4/09


Mensch einen endgültigen Verwendungsnachweis

zukommen zu lassen mit den

kompletten Rechnungen sowie einem

Abschlussbericht.

Acht Projekte der Stiftung gefördert

In der stiftung st. franziskus heiligenbronn

entscheidet die Leitung Behindertenhilfe

darüber, ob für ein geplantes Vorhaben bei

der Aktion Mensch ein entsprechender Förderantrag

gestellt wird. Ist die Entscheidung

gefallen, muss von Seiten des Kostenträgers

(bei den Schulen das Regierungspräsidium,

bei allen übrigen Vorhaben der Träger der

Eingliederungshilfe) eine positive Beurteilung

des Vorhabens ausgestellt werden. Der

Förderantrag muss inhaltlich ausgearbeitet

und ein Kosten- und Finanzierungsplan

beigefügt werden.

Bewohnerchor „InTakt“ auf großem Ausflug

Ladenburg. Der Bewohnerchor „InTakt“

der stiftung st. franziskus heiligenbronn

unter Leitung von Georg Sprich wagte sich

zu einem großen Ausflug nach Ladenburg

mit besonderem Auftritt.

Mit dem Lied „1000 Jahre wie ein Tag“

hatte sich der Chor mit blinden und sehbehinderten

Sängerinnen und Sängern beim

Stiftungsfest in das Herz der Mitarbeiterin

Susi Deibler gesungen, Lehrerin am Förderzentrum

Hören und Sprechen. Zu einer

Hochzeit in Ladenburg lud sie daher den

gesamten Chor ein und dieser packte

das Unternehmen tatkräftig an.

Der weite Ausflug in die Kurpfalz sollte für

die Chormitglieder zu einem besonderen

Tag werden und wurde es auch. Mit zwei

Stiftungsbussen fuhr die zehnköpfige

Sängerschar mit Chorleiter Georg Sprich

und den Begleitmusikern Katharina Saxler

(Keyboard), Martin Müller (Gitarre) und

Tobias Maxand (Cajon) nach Ladenburg.

Susi Deibler nahm sie mit einem Vesper

zur Stärkung in Empfang.

In der evangelischen Kirche stand die Musikanlage

der Pfadfinder von Leutershausen

schon bereit. Und so kam der große

Moment näher. Der Trauzeuge kündigte

franziskus-bote 4/09

In den Jahren 2008 und 2009 wurden durch

Aktion Mensch insgesamt acht Projekte

des Aufgabenfeldes Behindertenhilfe in der

Stiftung im Wert von insgesamt fast einer

Million Euro bezuschusst:

Ausbildungsbetriebe:

350.000 Euro für den Bau des Werkhofs

St. Josef in Heiligenbronn

Haus St. Agnes Spaichingen:

127.000 Euro für den Wohnbereich

und 291.000 Euro für den Förder- und

Betreuungsbereich

Projekt Ehrenamt in Heiligenbronn:

128.000 Euro für die Förderung

dieser Stelle

den Hochzeitsgästen eine Überraschung an

und der Chor „InTakt“ sang und verzauberte

die Gemeinde. Die Resonanz war durchweg

positiv, die Überraschung gelungen.

Aber der Ausflug war damit noch nicht

zu Ende. Nach einer Kaffeepause in der

Eisdiele „Venezia“ wurde die Heiligenbronner

Truppe von Stadtführer Karl-Peter Klaus

abgeholt. Beim Stadtrundgang konnten die

Sängerinnen und Sänger die 2000-jährige

Förderzentrum Hören und Sprechen:

62.000 Euro für Gegensprechanlagen

in den Klassenzimmern

Förderzentrum Sehen: 11.000 Euro

für die Einrichtung einer Laptopklasse

Bereich Erwachsene: 10.000 Euro für

die Ausstattung des Förder- und Betreuungs

bereiches in Heiligenbronn

Schule für Blinde und

Sehbehinderte Baindt: 10.000 Euro

für die Ausstattung der Schule

Wer die Aktion Mensch mit ihrer Förderarbeit

selbst unterstützen will, kann dies in Form

von Spenden oder mit dem Kauf von Losen

der Aktion Mensch-Lotterie tun.

Ramona Zweigart

Sängerschar verzaubert Hochzeitsgäste

Stadtgeschichte seit den Römern „erfühlen“.

Die Stadtmauer, die Statuen des Bischofs,

des Kurfürsten und der Ziege oder die

Inschriften der dortigen Gallus-Kirche konnten

die blinden und sehbehinderten Besucher

nämlich abtasten.

Nach einem erlebnisreichen Tag hieß es

Abschied nehmen von Ladenburg.

Alle waren sich einig: „Nichts ist unmöglich –

das machen wir mal wieder.“ Susi Deibler

Die Sängerinnen des Heiligenbronner Bewohnerchors „InTakt“ mit Leiter Georg Sprich und Lehrerin Susi

Deibler in der Ladenburger Kirche bei der Hochzeitsfeier.

11


Der taubblinde Bewohner Joachim Burger über die Blindenschrift

„Braille macht mein Leben bunt“

Heiligenbronn. Die Blindenschrift ist eine

geniale Erfindung und fasziniert blinde

und sehende Menschen bis heute gleichermaßen.

Zu verdanken ist sie dem blinden

Franzosen Louis Braille, der 2009 seinen

200. Geburtstag gefeiert hätte und nach

dem die Blindenschrift auch benannt wird.

Sie bestand aus sechs tastbaren Punkten

und wurde im Computerzeitalter auf acht

Zeichen erweitert.

Zum 200. Geburtstag von Louis Braille

erinnerte der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband

mit mehreren Aktionen,

unter andererm einer „Tour de Braille“,

an den Erfinder der Blindenschrift und

deren Bedeutung für das Leben blinder

Menschen. Der taubblinde Heiligenbronner

Bewohner Joachim Burger verfasste ge meinsam

mit seiner Gruppenleiterin Monika

Schuhmacher einen Beitrag für die Zeitschrift

„Gegenwart“ über die Bedeutung der

Blindenschrift für sein Leben,den wir auch

hier dokumentieren.

Zur Person von Joachim Burger

Joachim Burger ist 50 Jahre alt und arbeitet

in der stiftung st. franziskus heiligenbronn

als Korbmacher. Mit 16 Jahren erblindete er

beim Fußballspielen durch einen Sturz an

den Torpfosten mit der Folge, dass sich die

Netzhaut an beiden Augen ablöste. Operationen

blieben erfolglos. Monika Schuhmacher

begleitet Joachim Burger schon seit vielen

Jahren als Leitung der Wohngruppe „Fridolin“.

Loius Braille, der Erfinder der Blindenschrift

(hier ein Gemälde von Lucienne Filippi), wurde vor

200 Jahren geboren.

„Meine Finger wussten

genauso wenig wie ich“

Als Junge besuchte ich die Gehörlosenschule

in Heiligenbronn, brauchte aber zu

meinen Hörgeräten auch eine sehr starke

Brille – deshalb saß ich immer ganz vorne

an der Tafel. Nach meinem Hauptschulabschluss

zog ich nach Heidelberg, um eine

Ausbildung zum Bürokaufmann zu beginnen.

Da ich keine Familie hatte, boten mir die

Schwestern von Heiligenbronn in den Ferien

auch weiterhin ein Zuhause. In den Sommerferien

passierte es dann: Ich stieß beim

Fußballspielen mit dem Kopf an den Torpfosten.

Nach zwei misslungenen Augenoperationen

war klar, dass ich nie wieder

sehen würde.

Ich kehrte zurück nach Heiligenbronn. An

der Blindenschule erwartete mich dort

Schwester Ancilla mit einer Braille-Schreibmaschine.

Meine Finger wussten genauso

wenig wie ich, was sie mit den sechs

Punkten anfangen sollten. Immer wieder

dachte ich: Das ist zu schwierig für mich!

Was sollte ich mit dieser dummen Blindenschrift?

Ich wollte wieder sehen können!

Buchstabe um Buchstabe

Aber Schwester Ancilla gab nicht nach.

Buchstabe um Buchstabe musste ich erst

lesen und dann schreiben. Immer wieder

trichterte sie mir ein, wie wichtig die Blindenschrift

für mich ist. Das konnte ich irgendwann

nicht mehr hören, so dass ich die

Punktschriftmaschine auf den Tisch knallte.

Doch mit der Zeit verwandelten sich die

dummen Punkte in Buchstaben und Wörter.

Kurze Bücher erzählten mir plötzlich

Geschichten.

„Die Bücher haben immer Zeit

für mich, nie schlechte Laune.

Auch in der schwierigen Zeit,

als ich durch zehn Hörstürze

das Hören fast ganz verlor,

ließen sie mich nicht im Stich.“

Joachim Burger, taubblinder Bewohner in

Heiligenbronn, in seinem Zimmer mit einem Buch

in Blindenschrift. Foto: Graf

Neue Herausforderung Kurzschrift

Dann kam die nächste Herausforderung:

die Kurzschrift. Silbe um Silbe musste gelernt

werden. Hatten sich doch gerade meine

Finger an die Punkte gewöhnt, musste sich

nun mein Kopf an die Silben gewöhnen.

Doch die Aussicht, in Kurzschrift viel mehr

Bücher ausleihen zu können, trieb mich an.

Innerhalb von acht Monaten hatte ich das

Ziel erreicht und Schwester Ancilla beurteilte

mich im Abschlusszeugnis mit der Note

„gut“. Wer Schwester Ancilla kannte, weiß,

was das heißt.

„Bücher wurden meine Freunde“

Die Bücher in Brailleschrift wurden meine

Freunde. Sie haben immer Zeit für mich, nie

schlechte Laune. Und wenn es mir gesundheitlich

nicht so gut geht, kann ich sogar im

Liegen lesen. Auch in der schwierigen Zeit,

als ich durch zehn Hörstürze das Hören fast

ganz verlor, ließen sie mich nicht im Stich.

Ein Fenster zur Welt

Mittlerweile hat bei mir die Elektronik Einzug

gehalten. So kann ich Bücher, Zeitschriften

und auch das „Geißbock-Echo“

(Fanzeitschrift des 1. FC Köln) mit der Braillezeile

meines Computers lesen. Für mich

als Hörsehbehindertem ist die Brailleschrift

ein Fenster zur Welt. Sie macht, obwohl

ich nichts sehen kann, mein Leben bunt.

Joachim Burger, Monika Schuhmacher

12 franziskus-bote 4/09


Erster Herbsttag für Taubblinde in Heiligenbronn

Berührungsängste abbauen das Ziel

Heiligenbronn. Erstmals waren taubblinde

und hörsehbehinderte Menschen zu einem

Heiligenbronner Herbsttag eingeladen.

Der katholische Taubblindenseelsorger Peter

Hepp aus Rottweil und die stiftung st. franzis

kus heiligenbronn organisierten dieses

Treffen, bei dem rund 50 Teilnehmer aus

ganz Baden-Württemberg und darüber

hinaus zusammenkamen.

Seelsorger will Kontakte fördern

Kontakt und Kommunikation untereinander

zu fördern, Berührungsängste zwischen

taubblinden Menschen in privaten Haushalten

und in Wohngruppen abzubauen war

für Diakon Peter Hepp, der selbst taubblind

ist, erklärtes Ziel dieses Herbsttages. Er wolle

damit auch Heiligenbronn als Taubblindenzentrum

bekannter machen und den

Austausch von Lebenserfahrungen fördern.

Der Herbsttag stand unter dem Motto

„Wunderbare Wasserwelt“. Wie Peter Hepp

zur Eröffnung gebärdete, habe Heiligenbronn

einen sehr starken Bezug zum Wasser.

Die heilende Wasserquelle mit Gnadenbild

sei der Ursprung des Ortes. Für die Stiftung

wies Fachbereichsleiter Frank King darauf

hin, dass Heiligenbronn im Schulbereich

inzwischen über eine anerkannte Taubblindeneinrichtung

verfüge und dies auch für

den Erwachsenenbereich anstrebe.

Die Ansprachen wurden von Margherita

Hepp für die Hörenden in Lautsprache

übertragen. Soweit die Teilnehmer die

Gebärdensprache nicht wahrnehmen können,

wurde ihnen von einem Assistenten in

die Hand gelormt oder taktil nachgebärdet.

Ein informativen Einblick in die Welt des

Sporttauchens gab Achim Blage vom

Gehörlosen-Tauchverein München: „Tauchen

ist wie Wandern“. Er berichtete etwa von

den großen Reisen ans Rote Meer oder einer

Höhlenbegehung. Auch die Meerjungfrau

aus dem Badersee bekamen die Zuschauer

zu Gesicht.

Erinnerungen an eigene Schulzeit

Nach dem gemeinsamen Mittagessen und

einer Wundermuschel als Überraschungsgeschenk

ging es zu einer Führung mit den

Ordensschwestern Agnes Löber und

Franziska Teufel an die Quelle von Heiligenbronn

und durch die Geschichtsausstellung,

wo vielen Besuchern ihre eigene Schulzeit,

die sie teilweise in Heiligenbronn selbst

erlebt hatten, wieder lebendig wurde.

Ein Wortgottesdienst mit Diakon Peter Hepp

in der Hauskapelle schloss das Herbsttreffen

ab. Mitgestaltet wurde er von Trommelgruppe

und Gebärdenchor aus der Paulinen-

franziskus-bote 4/09 13

„Wunderbare Wasserwelt“ lautete das Motto des ersten Heiligenbronner Herbsttags für taubblinde

und hörsehbehinderte Menschen und dazu gehörte auch der Gang an die Heiligenbronner Quelle, von

der die Teilnehmer bei der Führung (hier mit Schwester Agnes Löber, rechts) auch kosten konnten.

Die Klänge der Trommelgruppe aus der Paulinenpflege Winnenden (links Leiterin Sigrid Andrä) konnten

die Gottesdienstbesucher mit Hilfe von Luftballonen über ihre Hände spüren. Fotos: Graf

pflege Winnenden und der Spielgruppe

des Taubblindenvereins Stuttgart.

In seiner Predigt zur Spannung zwischen

Reichtum und Armut, zwischen Viel und

Wenig resümierte Peter Hepp, dass letztlich

das Herz zähle und die Qualität, nicht

die Masse. Mit ihren Begleitern und mit

Fahrdiensten zu den umliegenden Bahnhöfen

ging es dann für die taubblinden und

hörsehbehinderten Gäste wieder auf

die Heimreise. Ewald Graf


Neuer Lehrgang an der Berufsschule in Heiligenbronn

Hoher Praxisanteil in der zweijährigen

Ausbildung zur Altenpflegehelferin

Heiligenbronn. Mit dem neuen Schuljahr

startete die stiftung st. franziskus

heiligenbronn ihre zweijährige Sonderberufsfachschule

für Altenpflegehilfe als Teil der

Berufsvorbereitungs- und Ausbildungsangebote

an ihrem Förderzentrum Hören und

Sprechen. Jungen Menschen mit Behinderung

wird so erstmals in der Region eine

Ausbildung zum Altenpflegehelfer bzw.

-helferin angeboten.

Roland Flaig, Leiter der Behindertenhilfe,

und Berufsschulleiter Udo Neudeck freuen

sich über das zehnte Berufsfeld, in dem

die Sonderberufsschule in Heiligenbronn nun

ausbilden kann: „Zielgruppe sind sinnesbehinderte

und lernbehinderte junge Menschen.

Der individuelle Förderbedarf der Schüler

steht bei der Unterrichtsplanung im Vordergrund.“

Im Unterschied zu den allgemeinen

Berufsfachschulen mit einjähriger Qualifikation

erstreckt sich die Ausbildung zur Altenpflegehelferin

in Heiligenbronn über zwei Jahre.

Praxisteil in Stiftungs-Altenzentren

Der Praxisteil der Ausbildung wird in Ko -

operation mit dem Aufgabenfeld Altenhilfe

in verschiedenen Altenzentren der Stiftung

durchgeführt. Die Verbindung von Schulund

Praxisteil in einem Unternehmen war

auch für die Agentur für Arbeit, die die

Ausbildung finanziert, überzeugend.

Das neue Ausbildungsangebot an der

Berufsschule startete im September mit

Lehrerin Ulrike Hesse und drei Schülerinnen.

Ulrike Hesse ist Diplom-Berufspädagogin

für Pflege und Gesundheit. Sie studierte

nach ihrer Altenpflegeausbildung und

gerontopsychiatrischer Arbeit in Münster

Pflegepädagogik.

Der Unterricht in der Altenpflegehilfeklasse

orientiert sich an der Praxis: pflegende

Tätig keiten, medizinisches Grundwissen,

Behandlungspflege, Anatomie, Arzneimittelkunde,

Ernährung und Lebensgestaltung,

psychologische Grundlagen und Dokumentation.

„Ganz wichtig ist die Verbindung

Die erste Berufsschulklasse für die Altenpflegehelfer-Ausbildung in Heiligenbronn mit (von links)

Lehrerin Ulrike Hesse und den Schülerinnen Tanja Buchholz, Patricia Effinger und Jasmin Spradau. An der

bettlägerigen Pflegepuppe „Hedwig Hubrich“ üben sie gerade das Bettenmachen. Foto: Graf

von praktischer Tätigkeit und handlungsorientiertem

Wissen“, sagt Ulrike Hesse. Vier

sich gegenseitig durchdringende Lernfelder

werden stets im Blick gehalten: Aufgaben

und Konzepte der Altenhilfe, Lebensgestaltung,

institutionelle Rahmenbedingungen

und die Altenpflege als Beruf.

Vor allem grundpflegerische Tätigkeiten

sollen die Schülerinnen einmal selbständig

übernehmen können. Inzwischen werde

das Berufsbild oft auch als „Pflegeassistenz“

umschrieben.

Ihre Praxiserfahrungen sammeln die

Schülerinnen der ersten Klasse in den drei

Altenzentren St. Veronika in Dunningen,

St. Elisabeth in Rottweil und St. Antonius in

Mühlheim/Donau. Sie kamen von verschiedenen

Schulen und haben alle ein oder mehrere

Vorpraktika in Altenzentren absolviert.

Zwei oder drei Tage Unterricht

Zwei oder auch drei Tage in der Woche ist

Berufsschulunterricht in Heiligenbronn und

mindestens zwei Tage die Woche sind die

14

Schülerinnen in den Altenzentren im Einsatz,

wo sie von einer Praxisanleiterin betreut

werden, in Wohnbereichsteams integriert

sind und auch Wochenenddienste haben.

Mit ihrer Arbeit sind sie sehr zufrieden,

erzählen sie. Erfahrungen und Probleme

können wieder im Unterricht besprochen

werden. Für die jungen Frauen steht aber

schon fest: „Das ist der richtige Beruf für

mich“. Mit dieser Ausbildung könne man

auch in vielen Bereichen arbeiten.

Pflegebetten auch in Schulräumen

Der in der Regel zwanzigstündige Unterricht

pro Woche wird von Pflegepädagogin

Ulrike Hesse erteilt, Berufsschulkollegin

Sieglinde King unterrichtet Deutsch, Wirtschaftskunde

und Ethik. Für die neue

Pflegehilfeklasse hat die Berufsschule der

Stiftung ehemalige Internatsräume umfunktioniert

und dort einen Klassenraum und

einen Übungsraum eingerichtet. Dort stehen

zwei Pflegebetten mit Zubehör zur Verfügung,

Verbandmaterial von den Apotheken,

Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte, ein

franziskus-bote 4/09


Wie die praktischen Übungen

aussehen, hat Berufsschulleiter

Udo Neudeck buchstäblich

bereits am eigenen Leib erfahren:

für die Einübung der

Rasur stellte er sich selbst zur

Verfügung.

Alters-Simulations-Set, Rollstuhl und Gehstock,

damit auch der Unterricht durch

praktische Übungen begleitet werden kann.

Wie diese praktischen Übungen aussehen

können, hat Berufsschulleiter Udo Neudeck

buchstäblich bereits am eigenen Leib

erfahren: für die Einübung der Rasur stellte

er sich selbst zur Verfügung. „Er sah hinterher

richtig chic aus“, lobt Ulrike Hesse ihre

Schülerinnen.

Baindt. Ein besonderes Angebot organisierte

das Diabetesteam um Dr. Uta Faller am

Kinderkrankenhaus St. Nikolaus in Ravensburg.

Die Gruppen, die zur Diabetes-Schulung

während einer Woche in der Klinik

zusammen kamen, machten einen Besuch

in der Schule für Blinde und Sehbehinderte

in Baindt. Dort wurden in einer Kooperation

zwischen der Klinikschule und der Blindenschule

die Sinne geschärft. Die Körperwahr-

franziskus-bote 4/09

Der Unterricht beschränkt sich aber nicht

nur auf den Klassenraum. Lehrerin Ulrike

Hesse besucht die Altenpflegehelferschülerinnen

regelmäßig auch in ihren Praxisstellen.

Aber auch gemeinsame Ausflüge und

Besichtigungen werden zum Schulprogramm

gehören, etwa ein Lehrgang in einem Sani -

tätshaus oder Besuche in den Altenzentren.

Die erste Klausur steht den Heiligenbronner

Altenpflegehelfer-Schülerinnen noch im

Dezember bevor. Im nächsten Sommer müssen

sie dann die Zwischenprüfung absolvieren

mit einem praktischen Teil in ihrem

Altenzentrum und dem theoretischen Teil

an der Berufsschule. Die Abschlussprüfung

folgt im Jahr darauf. Auch für einen neuen

Kurs ab dem Schuljahr 2010 hat die Agentur

für Arbeit, die der Sonderberufsfachschule

die Schüler zuweist, bereits genügend

junge Menschen mit Behinderung angemeldet.

Ewald Graf

nehmung der an Diabetes erkrankten Schüler

sollte verbessert werden. Durch spielerische

Übungen lernten die Kinder, Reaktionen

ihres Körpers besser wahrzunehmen.

Unter der Leitung von Christel Bordasch,

Diabetes-Beraterin am Nikolauskrankenhaus,

wurden dazu Übungen und Aufgaben für

ganz verschiedene Wahrnehmungsbereiche

zusammengestellt: mit verbundenen Augen

Mit den Füßen tasten: Diabeteskranke Schüler führen sich gegenseitig durch den Sinnesgarten der Schule

für Blinde und Sehbehinderte in Baindt. Foto: Sturm

15

Spenden zum Schulbau

über kostenlose Hotline

Heiligenbronn. Wer die Spendenaktion

Wir machen Schule unterstützen möchte,

kann dies über die Weihnachtszeit auch mit

einem Telefonanruf schnell und umkompliziert

tun. Der Telekommunikationsanbieter

Next ID (www.next-id.de) schaltet noch

bis zum 15. Januar 2010 eine Spendenhotline,

die für Anrufer aus dem deutschen

Festnetz kostenlos ist. Der Anrufer kann

wählen, ob er 3, 5 oder 10 Euro spenden

möchten. Der Betrag wird der Telefonrechung

des Spenders belastet und der

Spendenaktion der Stiftung zur Verfügung

gestellt. Next ID verzichtet in diesem Jahr

auf Kundengeschenke und steuert selbst

eine Spende von 3500 Euro bei.

Die Spenden-Hotline: 0900 1 250 280.

Übungen in der Blindenschule Baindt

Klinikschüler schärfen ihre Sinne

Tasten durch den Dunkelgang

war für die Schüler eine

besondere Herausforderung.

Nahrungsmittel schmecken, den Duft

von Kräutern und Pflanzen im Schulgarten

riechen und auf besondere Geräusche im

Sinnesgarten horchen.

Als besondere Herausforderung stand

das Tasten durch den Dunkelgang bevor:

Mitarbeiter und Kinder der Blindenschule

haben darin verschiedene Materialien zum

Fühlen zu sammengestellt und aufgebaut,

die mit Händen und Füßen entdeckt werden

konnten.

Der Direktor der Blindenschule, Hans Sturm,

freute sich über das Interesse und ließ es

sich nicht nehmen, die Besucher selbst im

Schwarzlichtbereich anzuleiten und zu führen.

Lernen, auf Körpersignale zu achten

Alle Beteiligten verbuchten den Besuch als

wertvolle Erfahrung. Und die Schüler haben

an Sensibilität im Umgang mit ihrem Körper

gewonnen und gelernt, noch besser auf

Körpersignale zu achten. Hans Sturm


Meine Tages-Schau:

„So lebe ich“

Tuttlingen. Herta Zschinzsch (79 Jahre),

Näherin, und Kurt Zschinzsch (78 Jahre),

Kraftfahrer, leben zwischenzeitlich seit

38 Jahren zusammen. Im April 2007 be -

kommt Herta Zschinzsch einen Schlaganfall

und ist halbseitig gelähmt.

Das Ehepaar wohnt zunächst weiterhin in

seiner eigenen Wohnung in Tuttlingen. Kurt

Zschinzsch unterstützt seine Frau in allen

Belangen, merkt aber, dass auch bei ihm

irgendetwas nicht stimmt. Er hört auf, Auto

zu fahren, klagt über fehlenden Geruchssinn,

sein Gang verändert sich und schluss -

endlich wird bei ihm Parkinson festgestellt.

Zu Hause lässt sich mit Unterstützung der

Tochter, die berufstätig ist, die Pflege noch

aufrechterhalten. Doch mit der Zeit wird

dies immer schwieriger, da im Haus kein

Aufzug ist und Herta Zschinzsch die Treppe

hinauf- und hinabgetragen werden muss.

Diskussion um den Umzug ins Heim

Als alle zusammen an ihre Grenzen stoßen,

kommt die Diskussion auf, eventuell ins Heim

zu gehen. Weihnachten 2007 ist dann klar,

es muss eine Entscheidung getroffen werden.

Viele Tränen fließen auf allen Seiten,

bis der Entschluss gefasst wird, am 5. Januar

2008 ins Altenzentrum Bürgerheim einzu-

Das Ehepaar Zschinzsch im Bürgerheim

Morgens um 6.50 Uhr

klingelt stets der Wecker

ziehen. Ein großes Doppelzimmer mit Balkon

steht zur Verfügung.

Schnell leben sich Herta und Kurt Zschinzsch

dort ein und können es sich nicht mehr

anders vorstellen. Der große Schlafzimmerschrank

findet im Heim einen schönen

Platz. Auch der Couchtisch und die Sessel

mit passendem Schrank machen das Zimmer

recht heimelig. Die Betten stehen etwas

abgetrennt auf der anderen Seite. Bereits

beim Einzug ins Bürgerheim ist dem Ehepaar

aber klar, dass Mitte 2009 der Umzug

ins neue Haus ansteht. Dies gibt dann

nochmals einen größeren Einschnitt.

Im neuen Haus stehen nur Einzelzimmer

zur Verfügung, was anfangs bei Herta und

Kurt Zschinzsch zu Unverständnis führt.

Diese Zimmer sind auch kleiner als die Zimmer

im alten Haus, weil in jedem Zimmer

ein eigenes Bad integriert ist. „Das geht

doch nicht und wir können doch als Ehepaar

nicht auseinander gerissen werden“;

„außerdem passen unsere Möbel da gar

Herta und Kurt Zschinzsch in einem ihrer neuen Zimmer im Altenzentrum Bürgerheim in Tuttlingen.

16

nicht mehr rein“, protestieren sie. Diese

Fragen beschäftigen nicht nur das Ehepaar,

sondern alle Bewohner des Altbaus. Als

der Neubau soweit fertig ist, wird mit den

Bewohnern ein Besichtigungstag eingerichtet

und sie können sich ihre Zimmer aussuchen

und ansehen.

Zwei Einzelzimmer für das Ehepaar

An diesem Tag stellt sich wieder die Frage

für das Ehepaar: „Was tun?“ Die Zimmer

werden ausgemessen, Betten an verschiedenen

Stellen aufgestellt und die vorhandenen

Möbel ebenfalls vermessen. Schlussendlich

entscheiden sich die beiden für zwei

nebeneinander liegende Einzelzimmer am

Ende eines Flures. Ein Zimmer wird als

Schlafzimmer eingerichtet, das andere als

Wohnzimmer, wobei sie auf ihren großen

Schrank verzichten und gut aussortieren

müssen, was sie noch mitnehmen. Dies wird

rechtzeitig in Angriff genommen und beim

Umzug kann tatsächlich alles in die vorhandenen

Einbauschränke verstaut werden.

Zu den zwei einzelnen Zimmern meint Kurt

Zschinzsch, er müsse jetzt „a meggele uf

d’Stroß“, wenn er von einem Zimmer zum

anderen wolle. Dies konnte er sich anfangs

überhaupt nicht vorstellen. „Purer Luxus“,

den sie sehr genießen, sind die zwei Bäder,

die sie jetzt haben. Wenn morgens um

6.50 Uhr der Wecker klingelt (darauf legt

Kurt Zschinzsch großen Wert), dann geht

Kurt ins Bad nebenan und seine Frau wird

gleichzeitig im anderen Bad frisch gemacht

für den Tag. Vorher seien sie sich immer

in die Quere gekommen.

Herta und Kurt Zschinzsch sind

sich einig, dass es schöner ist

zu zweit als alleine. „Ich halte

meinen Mann auf Trab, da ich

immer irgendetwas brauche.

Meist will ich zwei Sachen auf

einmal, da ist er dann gefordert

und bleibt fit.“

franziskus-bote 4/09


Kaffeetafel im Bürgerheim: Bewohnerin Herta Zschinzsch feiert mit ihrem Mann und Besucherinnen

ihren Geburtstag. Fotos: Liebermann

Meist ist Kurt mit der Morgentoilette früher

fertig und geht schon mal gegen 8.15 Uhr

zum Frühstück. Dort richtet er für beide

die „Weckle“ und dann wird gemeinsam

gefrüh stückt. Herta erhält regelmäßig

Physiotherapie, Ergotherapie und Lymphdrainage.

Diese finden meist nach dem

Frühstück statt. Hier wird Kurt miteingebunden,

in dem er den Rollstuhl hinterher

schiebt, falls seine Frau sich setzen muss.

Kommt keine Therapeutin ins Haus, dann

leitet Kurt Zschinzsch seine Frau selbst an,

ihre Übungen zu machen. Er habe dies der

Therapeutin „abgespickt“.

Gymnastik und Sturzprophylaxe

Auch Kurt macht sehr viel Gymnastik. Jeden

Montagnachmittag sind beide obligatorisch

bei der Sturzprophylaxe dabei. Beide sind

früher regelmäßig zum Schwimmen und in

die Sauna gegangen. Das fehle ihnen jetzt

Ergoherapeutin Claudia Leible übt mit Herta

Zschinzsch in ihrem Zimmer.

franziskus-bote 4/09

sehr. Nach den Therapien wird noch das

Zimmer aufgeräumt und dann geht es kurz

vor zwölf bereits zum Mittagessen. Nach

dem Mittagessen legen sich beide für eine

gute Stunde zum Mittagsschlaf hin.

Frisch ausgeruht, freuen sich die Zschinzschs

auf die Kaffeezeit, die heute mit Klaviermusik

begleitet wird. Für den nächsten Tag

hat sich Besuch angekündigt, dann gehen

sie gemeinsam in die Cafeteria, um dort

Kaffee zu trinken. „Es ist schön, Besuch zu

bekommen“, sagt Kurt „ein paar kommen

regelmäßig.“ Vor allem seine Feuerwehrkollegen

von früher seien sehr treue Besucher.

Diese holen sie auch zum Feuerwehrrentnertreffen

im Heim ab und nehmen sie mit.

Am Geburtstag von Herta wird in gemütlicher

Runde im Heim – in den „eigenen

vier Wänden“ – mit Besuch gefeiert. Im

Wohnbereich ist schön festlich gedeckt, das

„Geburtstagskind“ lässt sich verwöhnen.

Beim Volksliedersingen sind beide mittendrin

und auch der Besuch singt kräftig mit.

Herta und Kurt Zschinzsch machen alles

gemeinsam. Selten sieht man sie getrennt.

Zum Parkinsontreffen jedoch dienstags bei

der AOK in Tuttlingen geht Kurt regelmäßig

alleine. Anfangs fuhr er mit dem Bus,

zwischenzeitlich lässt er sich vom Taxi fahren,

weil die Busverbindung nicht so gut ist und

er dann zu lange Wartezeiten hat.

Gemeinsam im Gottesdienst

Am Donnerstagnachmittag ist im Haus

regelmäßig Gottesdienst, den das Ehepaar

auch gemeinsam besucht. Bei schönem

Wetter nutzen sie, auch zusammen mit

anderen Bewohnern, den großen Balkon

17

Kurt Zschinzsch trifft sich noch regelmäßig mit seinen

alten Feuerwehrkameraden beim Rentnertreffen.

Kommt keine Therapeutin

ins Haus, dann leitet Kurt

Zschinzsch seine Frau selbst

an, ihre Übungen zu machen.

Er habe dies der Therapeutin

„abgespickt“.

oder den Garten und sitzen gerne in der

Sonne. Gegen 18 Uhr gibt es Abendessen,

danach schauen die beiden noch etwas

fern im Zimmer oder sitzen mit den Tischnachbarn

zusammen. Am Esstisch hat sich

eine Gruppe von Bewohnern zusammengefunden,

die sich sehr gut versteht. Nach

dem Umzug kamen neue Bewohner hinzu,

da das Bürgerheim jetzt mehr Plätze hat.

Die Sitzordnung am Tisch von Herta und

Kurt liegt aber fest und wird nicht mehr

umgestellt. Sie haben sich jetzt so aneinander

gewöhnt.

Gegen 22 Uhr ist Bettruhe, um ausgeschlafen

zu sein für den nächsten Tag. Herta

und Kurt Zschinzsch sind sich einig, dass es

schöner ist, zu zweit zu sein als alleine. „Ich

halte meinen Mann auf Trab, da ich immer

irgendetwas brauche. Meist will ich zwei

Sachen auf einmal, da ist er dann gefordert

und bleibt fit“, erzählt Herta. Kurt kann seine

Frau immer noch im Rollstuhl schieben und

so können sie sich im Haus auch unabhängig

bewegen und benötigen nicht ständig

Hilfe vom Pflegepersonal. Im Moment

können sie sich auch nicht vorstellen, wie

es ist, einmal alleine zu sein.

Christine Liebermann


Erster Pflegefachtag der Altenhilfe

In der modernen Wundversorgung wird

nur die Haut gepflegt, die es braucht

Rottweil. Einen Pflegefachtag zu modernen

Erkenntnissen der Wundversorgung

veranstaltete die Altenhilfe der stiftung

st. franziskus heiligenbronn im Oktober. Im

Adolph-Kolping-Haus in Rottweil lernten

über 60 Teilnehmer aus den Altenzentren

der Stiftung und von Kooperationspartnern

die schonungsvolle Wundbehandlung jenseits

von Pflegeritualen kennen. Das Altenzentrum

St. Elisabeth in Rottweil organsierte

die Tagung.

Qualität der Pflege im Blickpunkt

Regionalleiter Dietmar Zisterer aus Rottweil

betonte in seiner Begrüßung zu Beginn des

Fachtages, dass „die qualitativ hochwertige

Pflege der uns anvertrauten Menschen“ das

Kerngeschäft der Altenhilfe bleibe: „Wunden

sind immer Chefsache“. Eine Vernetzung

von Kassen, Ärzten, ambulanten Diensten

und stationären Einrichtungen sei hierzu

geboten. Die Gesundheitspolitik lege durch

Prüfungen auch vermehrt Wert auf die

Qualität der Pflege.

Erste Referentin des Tages war die Buchautorin

und Dozentin für Pflegethemen,

Brigitte Sachsenmaier. „Vieles in der Hautpflege

ist Pflegeritualen zuzuordnen und

nicht wissenschaftlichen Erkenntnissen“,

sprach sie ihre Erfahrungen aus der Praxis

an. Sie erläuterte den Pflegefachkräften den

Aufbau und die Funktionen der Haut, die

Veränderungen der Haut im Alter und ging

auf wichtige Ursachen von Hautinfektionen

und Hautproblemen ein. Als wichtige Regel

verkündete sie etwa: „Nicht Haut pflegen,

die es nicht braucht!“

Anhand von Zierkürbissen schnitzten die Workshopteilnehmer die im Bild dokumentierten Wunden nach

und versorgten sie anschließend fachgerecht.

18

„Vieles in der Hautpflege ist

Pflegeritualen zuzuordnen

und nicht wissenschaftlichen

Erkenntnissen.“

Verschärfte Hautprobleme tauchten in

Zusammenhang mit Inkontinenz auf, führte

die Referentin auch anhand von Fotomaterial

eindrücklich aus. Anwendungsfehler seien

auch durch zu viele Cremes, Fette und Salben

und damit Abdeckungen der Haut verursacht,

wobei die Kosmetikindustrie hier eine

aktive Rolle spiele. Es gehe jedoch darum,

die Widerstandsfähigkeit der Haut zu erhöhen.

So empfahl sie auch: „Nur so oft wie

nötig waschen!“

„Seifen haben nichts verloren“

Zum Schluss gab Sachsenmaier im Dialog

mit den Teilnehmern auch zahlreiche

Tipps und Empfehlungen z. B. von Wasserin-Öl-Lotionen,

und warnte vor anderen

verbreiteten Mitteln: „Seifen haben in der

Altenpflege nichts verloren.“

Krankenschwester und Wundexpertin Iris

Ludwig von der Firma Trüschel in Teningen

stellte in einem weiteren Referat die Heilungsmechanismen

des Körpers und die fachlich

richtige Wundbehandlung vor. „Chronische

Wunden sind keine eigenständigen Erkrankungen“,

führte die Referentin aus, „sondern

immer Symptom einer bereits bestehenden

Grunderkrankung.“ Zur Behandlung stellte

sie ein Konzept vor, das das Hautgewebe,

die Infektion, die Feuchtigkeit und den

Wundrand eigens berücksichtigt, sowie die

dazu entwickelten passenden Materialien.

Praktische Übungen mit Zierkürbissen

Am Nachmittag bekamen die Pflegerinnen

und Pfleger Gelegenheit, das Gehörte an

Fallbeispielen umzusetzen. Anhand von

Bildbeispielen und medizinischen Beschreibungen

beurteilten sie in mehreren Workshopgruppen

unter Anleitung von geprüften

franziskus-bote 4/09


Brigitte Sachsenmaier, Dozentin für Pflegethemen,

referierte über Erkenntnisse und Fehler in

der Hautpflege.

Wundexpertinnen die fachgerechte Versorgung

der jeweiligen Wunden und spielten

dies auch an Zierkürbissen durch. Die

Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt.

Pflegefachtag keine Eintagsfliege

Wie der Leiter der Altenhilfe in der Stiftung,

Martin Volz-Neidlinger, ankündigte, solle

dieser Pflegefachtag keine Eintagsfliege

bleiben. Die Fort- und Weiterbildungen im

Aufgabenfeld Altenhilfe würden mit Pflege -

Förderverein für das Hohner-Heim

Trossingen. Die Vision von Heinz Reichle,

erster Vorsitzender des im Januar 2006

gegründeten Fördervereins für das Altenzentrum

Dr.-Karl-Hohner-Heim in Trossingen,

hat sich schon erfüllt: die Ärztin Dr. Heike

Ebert wurde mit einem Blumenstrauß als

100. Mitglied im Förderverein begrüßt.

„Ich komme sehr gerne ins Dr.-Karl-Hohner-

Heim, weil dort einfach die Atmosphäre gut

ist“, betonte sie bei der Begrüßung.

Im Sommer diesen Jahres machte der rührige

Vorsitzende Heinz Reichle mit einer gezielten

Werbeaktion auf die Wichtigkeit des Fördervereins

und einer Mitgliedschaft aufmerksam.

Sein Ziel, die Zahl der Mitglieder über

die 100er-Marke zu bringen, konnte alsbald

franziskus-bote 4/09

In Workshops machten die Teilnehmer des Pflegefachtags der stiftung st. franziskus heiligenbronn in

Rottweil die Probe aufs Exempel und beurteilten selbst die fachgerechte Versorgung von Wunden anhand

von Bildern. Fotos: Greiner, Graf

fachtagen überregional und öffentlich.

Anstrengungen in der Fortbildung der Pflegefachkräfte

zahlten sich aus in der Lebensqualität

der Bewohner. Die Fachlichkeit

der Pflege sei ein substantielles Thema der

Qualitätssicherung.

Die Teilnehmer des Fachtages bestätigten

mit ihrem Feedback am Schluss, dass das

Thema praxisnah und gut umsetzbar in der

täglichen Arbeit behandelt worden sei.

Ärztin ist das 100. Mitglied

erreicht werden. „Wir freuen uns sehr über

die neuen Mitglieder“, sagte Reichle.

„Im Frühjahr wurde nämlich auf unsere Veranlassung

hin eine Musiktherapie für die

Heimbewohner eingeführt, die wir in diesem

Jahr finanzieren.“ Diese wöchentliche

Musiktherapie erfreue sich großer Beliebtheit

und soll in den kommenden Jahren

fortgesetzt werden, was die Mitgliedsbeiträge

ermöglichen.

Sinn und Zweck der Gründung des Fördervereins

sei es gewesen, die Heimleitung

in der Fürsorge zu unterstützen und den

Bewohnern eine nette Atmosphäre zu

schaffen. Seit dem Umzug in das neue Dr.-

Karl-Hohner-Heim, in dem der Förderverein

19

Ein insgesamt sehr positives Echo auch für

die Organisation des Tages – Kritik richtete

vor allem an die Größe der Workshopgruppen

– ermutigt die Verantwortlichen zur

Fortsetzung eines solchen Angebots. „Der

Tag vermittelte viele Impulse für die Versorgung

pflegebedürftiger Menschen. Der fachliche

Austausch darüber ist wichtig“, zieht

Carmen Conrad, Hausleiterin von St. Elisabeth,

ebenfalls ein positives Resümee.

Ewald Graf

Der Förderverein Dr. Karl-Hohner-Heim hat nun

über 100 Mitglieder: (von links) zweite Vorsitzende

Renate Schittenhelm, das 100. Mitglied Dr. Heike

Ebert und erster Vorsitzender Heinz Reichle.

Foto: Kohler

bereits die Kapelle finanzierte, konnte schon

vieles zum Wohle der Bewohner bewegt

werden wie die Einrichtung eines Schwerstpflegezimmers

oder die monatliche Musik

zur Kaffeestunde, die zur Begegnung von

jung und alt beiträgt. Ingrid Kohler


Smooth-Food-Schulung zur Essenszubereitung in den Altenzentren

Auch besondere Kostformen sollen

gesund sein und gut schmecken

Spaichingen. „Darf es zum Frühstück mal

ein schokoladiger Frühstücksschaum sein?

Oder wie wäre es mit etwas Herzhaftem

wie z. B. Lachsroulade? Als Dessert zu empfehlen

wäre ein Apfelschaum mit Zimt.“ Mit

solchen Fragestellungen und viel fachlichem

Hintergrundwissen, u. a. zur Ernährungsphysiologie

des Menschen, beschäftigte sich

eine Mitarbeiter-Schulung des Aufgabenfelds

Altenhilfe in der stiftung st. franziskus

heiligenbronn zum Thema Smooth-Food.

„Weiches, geschmeidiges Essen“

Smooth-Food bedeutet wörtlich übersetzt

soviel wie „weiches, geschmeidiges Essen“.

Die offizielle Seminarausschreibung um -

schreibt Smooth-Food folgendermaßen:

„rohe oder gegarte, frische oder gefrorene,

ernährungsphysiologisch hochwertige

Lebens- und Nahrungsmittel, die durch

Schneiden, Mixen, Pürieren, Passieren,

Pacosieren oder Aufschäumen in eine ge -

schmeidige Konsistenz gebracht werden“.

Das Konzept für diese Art der Essenszubereitung

wurde von Markus Biedermann

aus der Schweiz, Leiter des „Forum 99 – Ihr

Partner für Esskultur im Alter“, entwickelt.

Bei Markus Biedermann haben die Köche

der Altenhilfe ihre Heimkochausbildung

absolviert, so dass die Schulung auch als

Ergänzung zu dieser Ausbildung zu sehen ist.

Das Seminar fand im September im Altenzentrum

St. Josef in Spaichingen statt.

Neben den Teilnehmern aus der Altenhilfe,

den regionalen Hauswirtschaftsleitungen

sowie den Küchenleitungen haben auch

Thomas Alisch, Küchenleiter in Heiligenbronn,

und einer seiner Mitarbeiter die Schulung

besucht. Referent Herbert Thill, selbst

Küchenmeister und Heimkoch sowie Partner

des „Forum 99“, gliederte die Schulung

gleichwertig mit Theorie und Praxis. Das

neu erworbene Wissen konnte daher

sogleich praktisch umgesetzt werden. Die

Küche im Altenzentrum St. Josef wurde

so nachmittags kurzerhand zur Lernküche

gemacht.

In den Altenzentren der stiftung st. franzis kus

heiligenbronn leben einige Menschen,

welche an ihren Gesundheitszustand angepasste

Nahrungsmittel benötigen. Gerade

im Alter, wo eine Abnahme des Körpergewichts,

beispielsweise aufgrund von Erkrankungen,

nicht mehr so leicht kompensiert

werden kann wie in jungen Jahren, ist ein

abwechslungsreicher und bedarfsgerechter

Speiseplan mit schmackhaften Gerichten

von großer Bedeutung. Ganz zu Beginn

des Seminars standen daher verschiedene

Kostformen und die Frage, für welche

Zielgruppen diese geeignet sind, auf dem

Schulungsprogramm:

gesunde Kost: ist für jeden geeignet,

es stehen Vorlieben des Einzelnen

im Vordergrund

Lachs-Roulade, Gemüse-Roulade und Kartoffel-Espuma auf diesem Teller sprechen auch durch die Optik an.

20

Küchenleiterin Sabrina Gems aus Trossingen und

Hauswirtschaftsleiterin Barbara Bensch-Brkic

aus Tuttlingen beim Herstellen von Brotschaum.

leichte Kost: hierbei werden bereits

individuelle Unverträglichkeiten berück -

sichtigt

Fingerfood: Diese Kostform stellt

die direkte Nahrungsaufnahme „von

der Hand in den Mund“ dar. Die

Lebensmittel sind dabei von gesunder

bzw. leichter Kost in gewürfelter Form

abgeleitet und so beschaffen, dass sie

sich leicht greifen lassen.

Diese Kostform eignet sich insbesondere

für Menschen mit Demenz, die aufgrund

ihrer Erkrankung einen starken Bewegungsdrang

haben und deshalb auch einen

Fingerfood kann im Vorbeigehen

genommen und

verzehrt werden und eignet

sich ebenfalls, wenn die

Koordination von Messer und

Gabel erschwert sind. Es

erlaubt weiterhin ein selbständiges

Essen.

franziskus-bote 4/09


Die fertigen Produkte wurden

am Abend von Bewohnern

und auch Mitarbeitern von

St. Josef verkostet, schließlich

war man auch auf die Rück -

meldungen gespannt. Diese

waren dann auch durchweg

positiv – Praxistest bestanden!

erhöhten Energiebedarf aufweisen. Die

Nahrung kann so im Vorbeigehen genommen

und verzehrt werden. Fingerfood eignet

sich ebenfalls, wenn die Koordination

von Messer und Gabel erschwert sind. Es

erlaubt den Bewohnern, die nicht mehr mit

dem Besteck umgehen können, weiterhin

ein selbständiges Essen.

pürierte Kost (Smooth-Food):

gesunde/ leichte Kost in fein gehackter

oder pürierter Form, wenn Kau-

oder Schluckbeschwerden vorliegen

passierte Kost (Smooth-Food):

passierte Kost wird püriert und anschließend

durch ein feines Sieb gestrichen;

sie kann meist ohne Kaubewegung

zu sich genommen werden

flüssige Kost/Schaumkost (Smooth-

Food): Diese Kostform kann ohne Kaubewegung

leicht geschluckt werden

und kann von flüssiger oder cremiger

Konsistenz sein

In dieser Aufzählung wird bereits ein Trend

deutlich. Während gesunde Kost für jeden

geeignet ist, der ohne Einschränkungen

Nahrung zu sich nehmen kann, sind pürierte,

passierte und flüssige Lebensmittel für

besondere Zielgruppen mit Kau- oder

Schluckbeschwerden wichtig. Bei diesen

Kostformen kann von Smooth-Food

Schmackhafte und ansprechend aussehende kleine

Häppchen wie hier die Polenta-Crostini sollen

einfach einzunehmen sein und auch den Appetit

der Altenzentrums-Bewohner anregen.

franziskus-bote 4/09

Schulung zum Einsatz von „Smooth-Food“ im Altenzentrum St. Josef Spaichingen mit Seminarleiter

Herbert Thill (rechts): Küchenleiter Armin Eckmann aus Rottweil und Hauswirtschaftsleiterin

Frieda Baumann aus Geislingen bei den praktischen Übungen. Fotos: Mayer

gesprochen werden. Mahlzeiten in dieser

Form werden in den Altenzentren bereits

angeboten. Hier kommt aber das Smooth-

Food-Konzept ins Spiel, durch welches

diese Kostformen auf eine besondere Art

und Weise optisch und geschmacklich

verbessert werden.

Rücksicht auf Schluckstörungen

Der zweite Theorieblock der Smooth-Food-

Schulung nahm neben der Speiseplangestaltung

auch intensiv das Thema Schluck -

störungen in den Blick. So wurde praxisnah

diskutiert, auf was bei Menschen mit

Schluckstörungen besonders zu achten ist,

beispielsweise die korrekte Körperstellung,

und welche Ernährungsformen sich am

besten eignen.

Bei der ersten praktischen Einheit stand

zunächst das Thema Fingerfood auf dem

Programm. Fingerfood ist in der Altenhilfe,

insbesondere für Menschen mit einer

fortgeschrittenen Demenzerkrankung, von

großer Bedeutung. So zauberten die Teilnehmer

unter der Leitung von Herbert Thill

einige Köstlichkeiten wie beispielsweise

Schinkenkroketten, Möhren-Kartoffelpuffer

oder Windbeutel mit Käse-Schinken-Füllung

auf den Tisch. Es versteht sich von selbst,

dass die fertigen Produkte am Abend von

Bewohnern und auch Mitarbeitern von

St. Josef verkostet wurden, schließlich war

man auch auf die Rückmeldungen gespannt.

Diese waren dann auch durchweg positiv –

Praxistest bestanden!

Bei einer weiteren praktischen Übung stand

die Herstellung von passierter Kost und

Schaumkost im Mittelpunkt – und zwar

unter Zuhilfenahme modernster Technik.

Mit Küchengeräten wie Pacojet, Thermomix

21

und iSi-Whip wagten sich die Köche und

Hauswirtschaftsleitungen an Gerichte wie

Lachsrouladen und Safranrisotto-Espoma.

Beeindruckend war auch die Herstellung

von Luft-Schaum in verschiedenen Ge -

schmacksrichtungen, z.B. mit Karottengeschmack

mittels einer Aquariumpumpe.

Dieser Schaum ist speziell für Menschen

geeignet, die mit einer Sonde ernährt werden.

Nach einer erneuten Kostprobe der

hergestellten Produkte ernteten die Köche

und Hauswirtschaftsleitungen weiteres Lob

für die kreativen und köstlichen Gerichte.

Investition in Küchengeräte

Einige der Tipps und Tricks von Referent

Thill können mit den in den Altenzentren

vorhandenen Küchengeräten umgesetzt

werden, während für andere vor einer

Umsetzung des Konzeptes zunächst die

Technik beschafft werden muss. Doch nicht

nur die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

des Seminars, sondern auch diejenigen,

welche Kostproben versuchen konnten,

sind sich einig: Für eine solche Qualitätssteigerung

lohnt sich die Anschaffung – und

zwar im Besonderen für jene Menschen,

welche täglich auf weiche Kostformen

angewiesen sind. Manuel Jahnel

Lachs-Roulade mit Blattspinat haben die Schulungsteilnehmer

hier hingezaubert.


Betreuung in der Seniorenwohnanlage Tannstraße

Unterstützung im Alltag

und Hausnotruf

Zimmern. Seit 1. Oktober nimmt die stiftung

st. franziskus heiligenbronn die soziale

Betreuung in der Seniorenwohnanlage Zimmern

in der Tannstraße wahr und trat damit

die Nachfolge der AWO-Tochtergesellschaft

WSR an.

Die Stiftung betreibt bereits das direkt be -

nachbarte Pflegeheim St. Konrad, das

genauso wie die Wohnanlage von Leuchsner

& Rau Planbau GmbH erstellt wurde.

Mit den Mietern in der Betreuten Seniorenwohnanlage

schloss die Stiftung neue

Dienstleistungsverträge ab, nachdem sie ihr

Konzept in mehreren Mieterversammlungen

vorgestellt hatte. Die erforderliche Pauschale

blieb unverändert.

Miriam Gantert verantwortlich

Diplom-Sozialwirtin Miriam Gantert ist verantwortlich

für die Betreuung der Senioren

zusammen mit zwei weiteren Mitarbeiterinnen.

Sie bieten als Ansprechpartnerinnen

mehrere Sprechstunden in der Woche an.

Auch für Urlaubs- und Krankheitsvertretung

ist gesorgt. Miet- und Wohnungsangelegenheiten

sowie Hausmeisterarbeiten bleiben

jedoch weiterhin Sache der Mietpool GBR.

Der Betreuungsvertrag mit der Stiftung

beinhaltet eine Neuerung gegenüber den

bisherigen. In der Pauschale bereits enthalten

ist künftig die gemeinnützige Hausnotrufversorgung

Freiburg, mit der die Stiftung

zusammenarbeitet. Im Notfall kann über die

Notrufgeräte in jeder Wohnung der Notarzt

oder die Sozialstation St. Martin als Kooperationspartner

gerufen werden. Hierzu wird

mit jedem Bewohner ein Aufnahmegespräch

geführt, in welchem die medizinische

Versorgung und wichtige Kontaktdaten

erhoben werden.

Drei Häuser mit 68 Wohnungen

Das Betreuungsangebot für die Bewohner

der drei Häuser mit insgesamt 68 Wohnungen

umfasst Beratung und Hilfestellung

in Fragen des täglichen Lebens und bei

Kontakten mit Behörden und Kassen sowie

Angebote zur Förderung der Hausgemein-

Die soziale Betreuung in der Seniorenwohnanlage Zimmern ob Rottweil wurde von der stiftung st. franzis -

kus heiligenbronn übernommen. Dietmar Zisterer, Altenhilfe-Regionalleiter für die Region Rottweil, und

die für die Betreuung zuständige Sozialwirtin Miriam Gantert stellten das neue Konzept den Bewohnern

vor und initiierten die ersten Veranstaltungen. Foto: Graf

Eine Senioren-Olympiade mit Rollstuhl-Parcours

gab es beim Oktoberfest in der Seniorenwohnanlage

Zimmern, mit dem die stiftung st. franziskus

heiligenbronn ihre Sozialbetreuung offiziell startete.

Foto: Greiner

schaft, zu gesundheitlichen und geselligen

Aktivitäten. Auch die schon bestehenden

Kreise sollen fortgeführt werden. „Das

Gemeinschaftsangebot soll gestärkt werden

für die, die es wollen“, sagt Altenhilfe-

Regionalleiter Dietmar Zisterer.

„Wir werden auch regelmäßig Rundgänge

machen und nachfragen, ob alles in Ordnung

ist“, kündigt Miriam Ganter an, die den

praktischen Teil ihres Studiums am Altenzentrum

St. Elisabeth in Rottweil absolviert

hat und auch bereits für die Betreuung

der dortigen Seniorenwohnanlage in der

Ritterstraße verantwortlich ist.

„Ziel ist es“, ergänzt Dietmar Zisterer, „die

Selbständigkeit der Bewohner so lange wie

möglich zu erhalten und zu fördern.“ Was

in der Zimmerner Seniorenwohnanlage an

Aktivitäten gewünscht wird, hat Miriam

Gantert per Umfrage erhoben. Auch Gottesdienst-

oder Cafébesuche in St. Konrad

können die Kontakte fördern. Pflegerische

Die Betreuung umfasst

Beratung und Hilfestellung

in Fragen des täglichen Lebens

sowie Angebote zur Förderung

der Hausgemeinschaft,

zu gesundheitlichen

und geselligen Aktivitäten.

22 franziskus-bote 4/09


Leistungen oder hauswirtschaftliche Hilfen

sind nicht Teil der sozialen Betreuung, werden

aber unter Beachtung der Wahlfreiheit

von Kooperationspartnern übernommen.

Verschiedene Dienstleister kommen direkt

ins Haus und verfügen in der Wohnanlage

auch über eigene Räume. Zur guten Infra-

Zimmern. Seit dem vergangenen Jahr ist

das Altenzentrum St. Konrad Mitglied im

BELA-III-Netzwerk, dem „Bürgerengagement

für Lebensqualität im Alter“. Das Qualitätsnetzwerk

von Einrichtungen der stationären

Altenhilfe wurde von einer Trägergemeinschaft,

der das Ministerium für Arbeit und

Soziales Baden-Württemberg, die kommunalen

Landesverbände sowie der Landesseniorenrat

angehören, initiiert.

Ein Ziel von BELA III ist unter anderem,

die rein professionellen Betreuungskonzepte

in den verschiedenen Einrichtungen durch

ehrenamtliche Mitarbeiter und Angehörige

zu ergänzen und diese besser im Alltag des

Heimablaufes zu integrieren. Ebenso sollen

Mitwirkungs- und Fortbildungsangebote

für Angehörige und Ehrenamtliche erweitert

und differenziert werden. Anfang 2009

waren bereits über 90 Einrichtungen diesem

Netzwerk beigetreten. In verschiedenen

Regionalgruppen zusammengefasst, treffen

sich die Mitglieder regelmäßig zum gemeinsamen

Erfahrungsaustausch nach dem

Prinzip: „Erfahrungen teilen statt horten“.

Zuerst wurden Pläne gezeichnet

Unter dem Jahresmotto „BELA III schafft

neue Partnerschaften“ hat das Altenzentrum

St. Konrad 2009 das Projekt „Gestaltung

der Terrasse als Lebensraum“ in Angriff

genommen. Dabei haben haupt- und

ehrenamtliche Mitarbeiter gemeinsam die

Terrasse gestaltet, begrünt und bepflanzt.

Zuerst wurden zusammen Pläne gezeichnet

und Pflanzen ausgewählt, anschließend

die nötigen Utensilien angeschafft und

Hoch- und Topfbeete angelegt. Gespendete

Schmalztöpfe zur Bepflanzung kamen

ebenso zum Einsatz wie die großen Pflanzkübel.

Duftrosen wurden ausgewählt, um

franziskus-bote 4/09

struktur gehören auch Gymnastikräume, ei -

ne Boule-Bahn und eine große Außenanlage.

Zum Start des neuen Betreuungsangebotes

in der Wohnanlage wurde Anfang Oktober

mit den Bewohnern und Angehörigen

ein zünftiges Oktoberfest mit bayerischen

Spezialitäten und Unterhaltungsprogramm

Bürgerschaftliches Engagement im Altenzentrum St. Konrad Zimmern

Terrasse zum einladenden Ort gestaltet

Die Gartenterrasse des Altenzentrums St. Konrad ist deutlich belebter seit der Gestaltungs- und

Begrünungsaktion durch ehrenamtliche Helfer im Rahmen des BELA III-Projekts. Foto: Kreszan

den Geruchssinn zu aktivieren sowie der

Optik wegen. Johannisbeersträucher dienen

als Sichtschutz zur Straßenseite hin und

haben außerdem den Vorteil, dass etwas

geerntet werden kann, das vielseitig

weiterzubearbeiten ist.

Während zuvor die Terrasse ein kahler

und nicht einladender Ort war, der deshalb

auch kaum von den Bewohnern genutzt

wurde, ist sie mittlerweile ein grüner und

oft besuchter Fleck. Wein, Rosen, Kräuter-,

Gemüse- und Beerenbeete sowie ein kleiner

Apfelbaum machen sie zu einem richtigen

Garten, in dem auch gemeinsam mit den

Bewohnern geerntet wird.

Der Seele freien Lauf lassen

Aber nicht nur zum Ernten, sondern auch

einfach, um der Seele freien Lauf zu lassen,

halten sich die Bewohner gern im Gärtchen

auf. Dabei werden viele Erinnerungen

wach. So können manche Bewohner jedes

Pflänzchen benennen und Tipps und Tricks

23

gefeiert. Besonders gut kam dabei eine

Senioren-Olympiade an, die allen großen

Spaß machte. Ein regelmäßiges gemeinsames

Mittagessenangebot in der Cafeteria

der Wohnanlage ist ebenfalls in Planung,

denn „Essen in Gemeinschaft kann den Alltag

ungemein bereichern“, sagt Dietmar

Zisterer. Ewald Graf

der Gärtnerei zum Besten geben. Auch

wurde das geerntete Gemüse gemeinsam

gekocht ( z. B. eine Zucchini-Suppe) und

verzehrt. Ein Dank gilt allen Helfern und

Spendern der Setzlinge sowie allen, die

beteiligt waren.

Dank der vielen ehrenamtlichen Helfer war

das BELA-III-Projekt ein Erfolg. Die Mitarbeiter

freuen sich, dass der „Garten“ von

den Bewohnern so gut angenommen wird.

Leider spielte der Wettergott bei dem

Einweihungsfest nicht mit und zwang dazu,

das Fest im Hause abzuhalten.

Für die Zukunft hoffen wir aber, dass noch

viele Feste auf der Terrasse oder im Garten

stattfinden. Ebenso hoffen wir, dass auch

noch Helfer für die Gartenarbeit wie Giessen

oder Jäten gefunden werden. Für Bewohner

sowie Alltagsbegleiter ist er jetzt schon

ein Gewinn, denn zum Vesper ein Butterbrot

mit frisch geerntetem Schnittlauch ist ab

und zu etwas Feines. Patric Kreszan


Mitarbeiterjubiläen der Altenzentren

36 Jubilare kommen auf

525 Jahre Einsatz

Hausen ob Verona. Die Altenhilfe der

stiftung st. franziskus heiligenbronn feierte

die Dienstjubiläen von 36 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern aus sechs Altenzentren

in den Landkreisen Tuttlingen und Rottweil

mit einem festlichen Abend im Hofgut

Hohenkarpfen in Hausen ob Verona.

Bis zu 35 Jahre und zusammengerechnet

525 Jahre leisteten die Jubilarinnen und

Jubilare in den Stiftungs-Altenzentren ihren

Dienst in der Pflege, der Hauswirtschaft,

der Küche und Verwaltung. Wie Altenhilfe-

Leiter Martin Volz-Neidlinger in seiner

Festansprache verdeutlichte, verberge sich

dahinter 525 Jahre „an Einsatz, an Leistung,

und an Zuwendung zu den Menschen, die

unsere Hilfe brauchen.“ In dieser Zeit seien

aber auch viele Beziehungen gewachsen.

Die Arbeit in der Altenhilfe, so Volz-Neidlinger,

sei ein Beruf, bei dem man nicht nur gebe,

sondern wieder viel zurückbekomme.

Etliche Frauen und Männer der

„ersten Stunde“ dabei

Der Blick zurück in frühere Zeiten stand

beim Zusammentreffen der Jubilare und im

Rahmen des Festmenüs immer wieder im

Vordergrund, zumal mit 20 Jahre St. Josef

in Spaichingen und 10 Jahre St. Anna in

Tuttlingen zwei Altenzentren dieses Jahr

auch einen runden Geburtstag feierten und

auch einige Frauen und Männer der „ersten

Stunde“ unter den Jubilaren weilten. Dabei

hätte sich seither sehr viel in den Häusern

verändert, erinnerte Volz-Neidlinger: mit

anderen Krankheitsbildern der Bewohner,

mit neuen Herausforderungen und

Arbeitsanforderungen.

Wunsch nach einem Zuhause über all

die Jahre gleich geblieben

„Eines aber ist über all die Jahre hinweg

gleich geblieben:“, meinte der Leiter der

Altenhilfe, „der Wunsch der alten Menschen,

in unseren Einrichtungen eine Heimat zu

haben, ein Zuhause.“ Und das werde nicht

nur durch die Gebäude erreicht, sondern

vor allem durch die Atmosphäre, die durch

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ge -

schaffen werde. So gelte es heute, „Danke“

zu sagen.

Die Ehrungen durch die Altenhilfe-Leitung

und die Regionalleitungen wurden jeweils

eingeleitet durch ein paar markante Ereignisse

aus den Eintrittsjahren der Jubilare,

aus denen schon zu ersehen war, wieviel

Zeit seither verflossen ist. Die Jubilare erhielten

Urkunden und Geschenkkörbe überreicht

Die Jubilarinnen und Jubilare aus den Altenzentren der stiftung st. franziskus heiligenbronn wurden

von ihren Leitungen im Rahmen eines festhlichen Abends auf dem Hofgut Hohenkarpfen geehrt.

Beim Sektempfang ging es auch gleich zum Gruppenbild. Fotos: Graf

24

Der Rückblick bei der dienstältesten Jubilarin

des Abends, Gudrun Schäfle aus Tuttlingen,

reichte zurück bis ins Jahr 1974, als Deutschland

Fußballweltmeister wurde. Links Altenhilfe-Leiter

Martin Volz-Neidlinger, rechts Regionalleiter

Jochen Ziegler.

und in geselliger Runde wurde ein festlicher

Abend verbracht.

Aus dem Altenzentrum St. Josef in

Spaichingen wurden geehrt: Margarete

Bleier, Elfriede Bühler, Hermann Häring,

Alexandra Handel, Brigitte Knaier, Rita Kühner,

Jagoda Popovic, Johanna Reiner, Waltraud

Stelzner, Albine Winderhald und Ingrid

Winkler (alle 20 Jahre), Elisabeth Benks,

Emma Koch, Lena König, Sabine Lange und

Anna Skalosub (10 Jahre).

Aus dem Altenzentrum St. Ulrich in

Wehingen wurde Hausleiterin Margarete

Ohnmacht-Oldach (früher St. Josef) für

20 Jahre geehrt.

Aus dem 10 Jahre alten Altenzentrum

St. Anna in Tuttlingen wurden für jeweils

zehn Jahre geehrt: Marcella Aicher, Nicole

Auer, Ramona Brunsch, Eduard Klos, Mariija

Perkovic, Ursula Richert, Marianne Swoboda

und Ute Weggler. Die Jubilarinnen Gabriele

Wörner (20 Jahre) und Gudrun Schäfle

(35 Jahre) arbeiteten ebenfalls 10 Jahre in

St. Anna und waren zuvor im Bürgerheim

bzw. Katharinenheim.

Aus dem Tuttlinger Altenzentrum

Bürgerheim wurde für 20 Jahre Heidrun

Speer geehrt und für jeweils 10 Jahre

Christina Bächler, Edith Hagen, Beate Schad,

Gabriele Schilling und Beate Seeburger.

Aus dem Dr.-Karl-Hohner-Heim in

Trossingen gehören Irina Reser und Anna

Rodin zu den Jubilarinnen (beide 10 Jahre).

Aus dem Altenzentrum St. Elisabeth in

Rottweil feierte Hans-Joachim Krüger

zehnjähriges Dienstjubiläum. Ewald Graf

franziskus-bote 4/09


10-jähriges Jubiläum des Altenzentrums St. Anna

Rückblick bei munterem Begegnungsfest

Tuttlingen. Am 25. Oktober feierte das

Altenzentrum St. Anna in Tuttlingen sein

zehnjähriges Bestehen und zugleich den

alljährlichen Tag der Begegnung.

Das Altenzentrum St. Anna war 1999 als

Nachfolgeeinrichtung des städtischen Katharinenheims

als erstes Altenzentrum von der

stiftung st. franziskus heiligenbronn geplant

und erbaut worden. Die Stadt Tuttlingen

übertrug dann zum 1. Januar 1999 die Trägerschaft

ihrer Altenheime Katharinenheim

und Bürgerheim an die kirchliche Stiftung.

Nach der Fertigstellung von St. Anna zogen

1999 die Katharinenheim-Bewohner als

erste in das neu gebaute Altenzentrum mit

72 Pflegeplätzen.

Die Feier zum zehnjährigen Jubiläum begann

mit einem stimmungsvollen Festgottesdienst,

der vom Tuttlinger Pflegeheim- und Krankenhausseelsorger

Diakon Keinert zelebriert

wurde. Roland Keinert blickte in seiner

Predigt auf die Zeit im Katharinenheim

zurück und erinnerte an die Bewohner, die

dort gewohnt hatten und inzwischen

verstorben sind.

Kurzweilige Grußworte und

mitreißendes Musikprogramm

Nach einem gemeinsamen Mittagessen

begann das Festprogramm, das von einem

Bläserquartett der städtischen Blaskapelle

umrahmt wurde. Regionalleiter Jochen

Ziegler hielt Rückschau auf das Jahr 1999

und die damaligen Ereignisse in der Stadt.

Dr. Hans Roll sprach als Vertreter der Stadt

Tuttlingen und beglückwünschte die Mitarbeiter

der Altenzentrums zu der guten und

verantwortungsvollen Arbeit, die sie nun

seit zehn Jahren für die pflegebedürftigen

Menschen im Altenzentrum St. Anna leisten.

Ingo Staudenraus als Vertreter des Heimbeirats

und Mitglied des Fördervereins seit

der ersten Stunde schilderte nochmals die

Anfänge des Altenzentrums vor zehn Jahren.

Die Geldspenden, die der Förderverein seit

damals sammelt, ermöglichen dem Altenzentrum

jedes Jahr Anschaffungen für die

Bewohner, die sonst nicht finanzierbar wären.

Nach den kurzweiligen Wortbeiträgen

erfreuten sich die Heimbewohner und

Gäste an Kaffe und Kuchen. Herr Lehmann

Zehn Jahre alt wurde das Altenzentrum St. Anna in Tuttlingen am Rande des Landschaftsschutzgebietes

Honberg. Das Haus mit 72 vollstationären Plätzen wurde erst jüngst durch die Anlage eines Gartens im

Rahmen der 72-Stunden-Aktion (vorne) wieder bereichert. Foto: Heli-Photo

franziskus-bote 4/09 25

am Akkordeon und die Musiktherapeutin

Roswitha Fugmann sorgten mit einem

mitreißenden musikalischen Programm für

ausgelassene Stimmung. An einem Verkaufsstand

wurden von den Bewohnern

gebastelte Produkte und Lebensmittel aus

Heiligenbronn verkauft. Besucher hatten

Gelegenheit, sich durch das Altenzentrum

führen zu lassen und Informationen aus

erster Hand über das Angebotsspektrum

des Fachbereichs Altenhilfe der stiftung

st. franziskus heiligenbronn zu erhalten.

Anhand ausgehängter Presseartikel konnten

die zahlreichen Besucher die Anfänge des

Altenzentrums St. Anna zurückverfolgen.

An diesem Fest zeigte sich, dass die

Bewohner, Mitarbeiter und Angehörigen

gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft

blicken können und für die Herausforderungen

der nächsten Jahre gut gerüstet sind.

Florian Ege

Impressum

der fran zis kus-bo te Zeitschrift der

stiftung st. franziskus heiligenbronn

Herausgeber: Vorstand der stiftung

st. franziskus heiligenbronn

Erscheinungsweise: vierteljährlich

Auflage: 4000

Redaktion: Ewald Graf (verantwortlich),

Oliver Avemaria, Manuel Jahnel, Edgar

Kränzler, Felix Ronecker, Fritz Rudolf,

Günter Seger, Sr. Dorothea Thomalla,

Ramona Zweigart (alle Heiligenbronn),

Hans Sturm (Baindt), Boris Strehle

(Spaichingen), Ralf Eberhard (Tuttlingen),

Martin Heller (Villingen-Schwenningen).

Gestaltung und Satz:

LINKDESIGN, Schramberg

Druck:

Straub Druck + Medien AG, Schramberg

Postanschrift:

Redaktion franziskus-bote, Kloster 2,

78713 Schramberg-Heiligenbronn

Tel.: 074 22 569-306, Fax: 569-300

E-Mail:

franziskus-bote@stiftung-st-franziskus.de

Internet: www.stiftung-st-franziskus.de


Kurz berichtet

Staatsrätin Hübner

besuchte St. Martin

Geislingen. Über die Situation der Senioren

im Zollernalbkreis informierte sich die

Staatsrätin für demographischen Wandel

und für Senioren der Landesregierung

Baden-Württemberg, Professorin Dr. Claudia

Hübner, im September und besichtigte

dabei auch das 2007 eingeweihte Altenzentrum

St. Martin der stiftung st. franziskus

heiligenbronn in Geislingen. Mit dabei waren

der Balinger Landrat und Landtagsabgeordnete

Günther-Martin Pauli, der noch als

Geislinger Bürgermeister die Planung und

den Bau von St. Martin begleitet hatte,

der Kreis-Sozialdezernent Eberhard Wiget,

der jetzige Geislinger Bürgermeister Oliver

Schmid und Horst Irion vom Förderverein.

Hausleiterin Katja Schönstein und Ileana

Dieter, Abteilungsleiterin Betriebswirtschaft

des Aufgabenfelds Altenhilfe, informierten

die Gäste bei einem Rundgang über die

Konzeption des Hauses und die Ausgestaltung

des Alltags. Die 32 Pflegeplätze seien

voll belegt. Die Arbeit im Altenzentrum

St. Martin erfolge nach dem Prinzip eines

offenen Hauses: so gehörten Kindergartenund

Schulgruppen zu den regelmäßigen

Gästen, zur Singstunde und zum Schachspiel

kämen Bürger aus dem Ort. „Das gefällt

mir gut“, lobte Claudia Hübner die Bemühungen,

das Pflegeheim mitten in der Gesellschaft

zu etablieren. Wie sie erfuhr, sei dazu

aber auch Überzeugungsarbeit notwendig

gewesen, denn in einer ländlichen Region

würden pflegebedürftige Angehörige nicht

selbstverständlich in ein Heim gegeben.

Individualität im Alter bewahren

Weitere Aspekte, die angesprochen wurden,

war die bessere Betreuung von demenzkranken

Bewohnern und die Zunahme von

über 100-jährigen Menschen. Die Professorin

der Verwaltungshochschule Ludwigsburg

und ehrenamtliche Staatsrätin interessierte

sich auch für das Kommunikationskonzept

der Stiftungs-Altenhilfe „Bleib, wer du bist“.

Wie sie unterstrich, setze sie sich auch dafür

ein, dass Menschen im Alter ihre Individualität

und Würde bewahren können.

Baubeginn für das Haus

Selige Irmgard in Baindt

Baindt. Mit einem symbolischen Spatenstich

wurde der Beginn der Bauarbeiten für

das Altenzentrum Selige Irmgard in Baindt

gefeiert. Vertreter der stiftung st. franziskus

heiligenbronn, der Gemeinde Baindt mit

Bürgermeister Elmar Buemann, Architekt

Josef Prinz und Fachplaner, Sozialdezernentin

Diana E. Raedler vom Landkreis Ravensburg

Rundgang im Geislinger Altenzentrum St. Martin mit der Staatsrätin für demographischen Wandel und

für Senioren, Professorin Dr. Claudia Hübner: (von links) Hausleiterin Katja Schönstein, Sozialdezernent

Eberhard Wiget, Staatsrätin Hübner, Horst Irion vom Förderverein St. Martin, Bürgermeister Oliver Schmid,

Gudrun Stoll, Mitarbeiterin des „Zollernalbkurier“, Landrat Günther-Martin Pauli MdL und Ileana Dieter

von der Leitung Altenhilfe in der Stiftung. Fotos: Ronecker

26

Erster Spatenstich für das Altenzentrum in

Baindt mit den Vorständen der Stiftung, Staatssekretär

Hillebrand, Sozialdezernentin Raedler,

Bürgermeister Buemann und weiteren Beteiligten.

und Parlamentarischer Staatssekretär Dieter

Hillebrand vom Sozialministerium Baden-

Württemberg packten nach den Grussworten

mit an. Das Haus mit 27 Dauerpflegeplätzen

soll bis im Frühjahr 2011 fertig gestellt sein.

Nach langer Vorbereitungs- und Wartezeit

konnte der Bau jetzt losgehen. Als Standort

für das Baindter Altenzentrum waren mehrere

Standorte untersucht worden, bevor

sich der Gemeinderat für das Neubaugebiet

Vocken entschied und der Stiftung das

Grundstück am Sperlingsweg über einen

Erbbauvertrag zur Verfügung stellte. Nach

langem Warten und Bangen, ob das Projekt

überhaupt noch in das auslaufende Pflegeheimförderprogramm

des Landes aufgenommen

wird, kam im Frühjahr 2009 die

Zusage für die Fördermittel.

Land und Kreis fördern das Heim mit rund

1,17 Millionen Euro, die gesamten Baukosten

sind mit 3,5 Millionen Euro veranschlagt.

Von den 27 stationären Pflegeplätzen, allesamt

in Einzelzimmern, werden vier von

der Stiftung frei finanziert. Dazu kommen

noch Kurzzeitpflegeplätze sowie integrierte

Tagespflegeplätze. Auch eine Cafeteria

wird eingebaut.

Namenspatronin vom Kloster Baindt

Die katholische Kirchengemeinde hat als

Namen für das künftige Altenzentrum Selige

Irmgard ausgewählt. Die Seliggesprochene

lebte im 13. Jahrhundert im Baindter Zisterzienserinnenkloster,

auf dessen Gelände sich

heute unter anderem die Schule für Blinde

und Sehbehinderte der stiftung st. franziskus

heiligenbronn befindet. Die Franziskanerinnen

von Heiligenbronn hatten 1903 das ehemalige

Kloster gekauft, um dort ein Kleinkinderasyl

einzurichten,das sie bis in die

70er Jahre betrieben hatten.

franziskus-bote 4/09


Umzüge im Kinder- und Familienzentrum Villingen-Schwenningen

Grundschüler freuen sich über

größere und buntere Klassenzimmer

Villingen-Schwenningen. Die Grundschule

für Erziehungshilfe des Kinder- und

Familienzentrums Villingen-Schwenningen

im David-Fuchs-Haus wuchs im vergangenen

Schuljahr auf über 17 Kinder an und

platzte räumlich aus allen Nähten. Aus diesem

Grund musste schnell eine räumliche

Lösung gefunden werden.

Ein Schulgebäude für die Grundschüler

sollte in Haus 1 des David-Fuchs-Hauses

entstehen. Dazu war es notwendig, dass

die Wohngruppe, die diesen Teil bewohnte,

neue Räumlichkeiten findet. Schnell war

mit dem Edith-Stein-Haus in Schwenningen

ein eigenes Gebäude für die Wohngruppe

gefunden. Doch erst musste noch die

Renovation über die Bühne gehen.

Erst die Hausmeister am Zug

Ende Juni konnten die Hausmeister des

KiFaz daran gehen, das Edith-Stein-Haus

für die neuen Bewohner zu richten: Es wurden

Möbel abgebaut, Küchen entsorgt,

neu gestrichen und das Haus für den

kommenden Einzug der Wohngruppe hergerichtet.

Während der Renovierungsphase

ergaben sich noch weitere Schwierigkeiten.

So musste die Telefonanlage ersetzt und

die EDV für den Wohngruppenbetrieb

eingerichtet werden. Aus verschiedenen

Wohneinheiten wurde eine Wohnung mit

Einzelzimmern für die Jugendlichen und

Gemeinschafträumen in Erdgeschoss und

Keller. Auch ein Fernsehraum, dessen Ausgestaltung

die Jugendlichen mit den Mitarbeitern

übernahmen, und ein Spielezimmer

mit Kicker und Tischtennis entstanden.

Kartons stapelten sich

Schon vor dem Umzug haben sich die

Jugendlichen zusammen mit den Mitarbeitern

der Wohngruppe Gedanken über

die Zimmerverteilung gemacht, so dass

jeder wusste, wo er einziehen würde.

Bereits in den Tagen davor musste einiges

gepackt werden. So stapelten sich in den

Zimmern und den Gemeinschaftsbereichen

am Umzugstag bis oben hin gefüllte Kartons

mit den persönlichen Sachen der Jugendlichen

und dem Hausinventar. Ein großer Berg

Arbeit stand bevor, denn all dies musste mit.

Anfang Juli war es soweit und die Wohngruppe

zog schweren Herzens aus dem

David-Fuchs-Haus aus. Dazu wurden die

Helfer in drei Teams eingeteilt. Neben

den Fahrern gab es eine Einräumer-Gruppe

im Edith-Stein-Haus und die Ausräumer im

David-Fuchs-Haus. Die Stiftung in Heiligen-

Im Edith-Stein-Haus des Kinder- und Familienzentrums Villingen-Schwenningen hat die Wohngruppe aus

dem David-Fuchs-Haus ihr neues Zuhause gefunden. Bei der Ausgestaltung der neuen Räumlichkeiten

legten die Jugendlichen auch selbst mit Hand an den Pinsel. Fotos: Heller

27

Die Helfer wurden in drei

Teams eingeteilt. Neben den

Fahrern gab es eine Einräumer-

Gruppe im Edith-Stein-Haus

und die Ausräumer im David-

Fuchs-Haus.

bronn unterstützte die Umzugsaktion noch

mit drei Zivildienstleistenden und einem Bus,

so dass immer ein Fahrzeug beladen werden

konnte, während das andere schon unterwegs

war.

Tatkräftige Unterstützung

an den Umzugstagen

Das gesamte Team der Wohngruppe und

einige Jugendliche, die nach der Schule

noch mithalfen, packten an den Umzugstagen

mit an, so dass die Aktion schnell

ihren Abschluss fand. Ohne die tatkräftige

Unterstützung der Hausmeister, der Zivildienstleistenden

und Auszubildenden wäre

der Umzug sicher nicht so schnell zu

stemmen gewesen.

Während den zwei Umzugstagen mussten

die Mitarbeiter den Wohngruppenbetrieb

aber aufrecht erhalten und zusammen mit

den Jugendlichen den Alltag gestalten. Dies

war zwischen den Kisten und dem obligatorischen

Umzugschaos nicht immer einfach

und alle freuten sich, als diese Arbeit

getan war.

Das Haus wohnlich einrichten

Nach dem Einzug ins Edith-Stein-Haus

in Schwenningen wurde zusammen mit den

Jugendlichen das Haus erst einmal wohnlich

eingerichtet. Es dauerte eine Weile, bis alles

seinen Platz gefunden hatte, doch schon

bald fühlten sich die Jugendlichen wohl.

Die Gemeinschaftsräume wurden mit der

gesamten Gruppe gestaltet, so dass sich

nun an der Fernsehzimmer-Wand alle

verewigt haben. Gemeinsam wurde im

Esszimmer die Dekoration gebastelt und

aufgehängt.


Auch die Grundschüler im David-Fuchs-Haus durften erst den Malerkittel überziehen, als sie ihre ihre

neuen Schulräume bezogen. Unser Bild zeigt eine Klasse mit Lehrerin Yvonne Lichtblau.

Die folgenden Tage waren

geprägt durch kreatives

Gestalten der Jugendlichen

und Mitarbeiter. So wurde

gebastelt und gestrichen, um

die eigenen vier Wände wohn-

lich und schön zu gestalten.

Auch bei der Einrichtung des Hauses konnte

das Team auf die Unterstützung der Hausmeister

setzen, die die anfallenden Aufgaben

wie Möbel aufbauen, Kellerräume ausräumen

und etliche handwerkliche Tätigkeiten

schnell und unkompliziert lösten.

Frischer Wind in der Wohngegend

Die folgenden Tage waren dann geprägt

durch kreatives Gestalten der Jugendlichen

Spiel- und Bastelaktivitäten wie hier mit Lehrer Jörg Wagner können in den neu gestalteten Schulräumlichkeiten

für die Grundschüler im David-Fuchs-Haus in Villingen-Schwenningen nun gut

untergebracht werden. Zum pädagogischen Konzept der Schule für Erziehungshilfe gehört auch die

Förderung und Entwicklung von Persönlichkeit und Kreativität.

28

Die Kinder staunten nicht

schlecht, als sie am ersten

Schultag eine Führung durch

ihre neue Schule bekamen

und die neuen Zimmer

„testen“ konnten.

und Mitarbeiter. So wurde gebastelt und

gestrichen, um die eigenen vier Wände

wohnlich und schön zu gestalten. Das Haus

hat nun mit der Wohngruppe frischen Wind

in die Wohngegend am Messegelände

gebracht und die Beteiligten freuen sich auf

eine gute Zeit im Edith-Stein-Haus.

Umbau im David-Fuchs-Haus

Im David-Fuchs-Haus konnte währenddessen

nun der Umbau des alten Heimbereichs

zur „neuen Grundschule“ starten. Wände

wurden abgerissen, Türöffnungen versetzt

und neue Raumteiler eingebaut. Dadurch

entstand ein angenehmes Flair mit größeren

Räumen für die Grundschüler. In den Sommerferien

wurden helle, freundliche Farben

an die Wände gebracht und somit mehr

Licht und ein angenehmes Umfeld für die

Grundschüler geschaffen.

Tatkräftig war das gesamte Team der Grundschule

in der letzten Sommerferienwoche

bereits zusammengekommen und meisterte

den Umzug aus den alten Klassenräumen

in die neuen, baute Möbel auf und versuchte,

der neuen Grundschule ein kindgerechtes

Aussehen zu verleihen. Die Ausstattung

wurde durch ein großzügiges Budget

ermöglicht und dadurch erneuerte, vergrößerte

und verschönerte Räume geschaffen.

Jede Klasse hat nun ihren eigenen Essbereich

und einen großen Klassenraum mit

Differenzierungsmöglichkeiten wie Spielund

Bastelaktivitäten.

Kinder fühlen sich wohl

Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie

am ersten Schultag eine Führung durch ihre

Schule bekamen und die neuen Zimmer

„testen“ konnten. Seitdem fühlen sich die

Grundschüler in ihren Räumlichkeiten sehr

wohl und genießen das neue Platzangebot.

Der Dank des Kinder- und Familienzentrums

gilt allen, die dieses Projekt ermöglicht

und tatkräftig unterstützt haben.

Martin Heller

franziskus-bote 4/09


Jahresprogramm 2010 im Haus Lebensquell

Auf „Schatzsuche“ am Ort Heiligenbronn,

im Evangelium und im eigenen Leben

Heiligenbronn. „Ich trage einen Schatz in

mir“ lautet ein Liedtitel aus dem Geistlichen

Musiktheater David Fuchs – Spiel mit dem

Leben. Auf „Schatzsuche“ am Ort Heiligenbronn,

im Evangelium sowie im eigenen

Leben waren im Haus Lebensquell im Jahr

2008 viele Menschen. 752 Gäste nahmen

an den Kursangeboten bzw. Belegkursen

sowie an Tages- und Abendveranstaltungen

teil. 1700 Wallfahrer besuchten Heiligenbronn.

Auch das neue Jahresprogramm 2010 soll

die Möglichkeit eröffnen, Heiligenbronn von

seiner spirituellen Seite kennen zu lernen,

die Schätze des Ortes zu heben (und dazu

gehören auch die Menschen, die hier leben

und arbeiten) und für das eigene Leben

fruchtbar zu machen. Es gibt wieder ein

breit gefächertes Angebot von Besinnungsund

Gesprächsabenden bis hin zu zehntägigen

Exerzitien.

Neues Angebot für Ältere

Schwerpunkt ist weiterhin das Exerzitienangebot,

das in der Regel gut angenommen

wird. Ignatianische Einzelexerzitien mit

acht bis zehn Tagen und durchgehendem

Schweigen werden sechs Mal im Laufe des

Jahres angeboten. Dazu kommen Vortrags -

exerzitien, Kinoexerzitien und Filmexerzitien

für Junge Erwachsene sowie Kurzexerzitien

besonders für Lehrer und Lehrerinnen.

Zum ersten Mal werden 2010 Exerzitien

für Menschen in der dritten Lebensphase

angeboten unter der Überschrift „Eure Alten

werden Träume haben“ (aus dem Buch Joel

im Alten Testament).

Einen festen Platz haben inzwischen auch

die Ikonenmalkurse, die zwei Mal im Jahr

angeboten werden, sowie Grund- und Aufbaukurs

in „Rhythmus-Atem-Bewegung“ in

der Lehr- und Übungsweise nach Scharing.

Für Haupt- und Ehrenamtliche in Pastoral,

Seelsorge und Beratung bieten die Schwestern

in Zusammenarbeit mit dem Institut

Simone Weil aus Marktheidenfeld ein

TZI-Seminar (themenzentrierte Interaktion)

an zum Umgang mit Träumen.

franziskus-bote 4/09

Professor Dietmar Groß erläutert bei einem Besinnungstag im Haus Lebensquell im November seinen

Paulus-Zyklus, dessen Original in Balingen-Frommern zu sehen ist. Foto: Schwester Dorothea

Kreative Elemente für

Wort-Gottes-Feiern

Zum ersten Mal wird in Zusammenarbeit

mit dem Referat Liturgische Dienste der

Diözese Rottenburg-Stuttgart eine Weiterbildung

angeboten für Leiter und Leiterinnen

von Wort-Gottes-Feiern, in denen es um

kreative Elemente in verschiedenen Wortgottesdiensten

geht.

Auffallend im Blick auf das vergangene

Jahr ist die Tatsache, dass Wochenendangebote

häufiger mangels Teilnehmerzahl

ausfallen müssen. Aufgrund dieser Beobachtung

hat das Lebensquell-Team für 2010

zwei neue Tages- und Abendreihen ins

Programm aufgenommen:

„Mit allen Sinnen beten (lernen)“

In dieser Reihe werden unterschiedliche

Weisen des Betens in den Blick genommen

und praktisch eingeübt, z. B. Gebet

und Gesang, Leib und Gebet, Film

und Gebet.

„Heilige Orte erleben“

In dieser Reihe geht es zum einen um

den Ort Heiligenbronn selbst (Oasen im

Alltag – Zeit zum Aufatmen) und zum

29

andern um die Menschen, die hier leben

und arbeiten („Was ich schon immer

wissen wollte“).

Mit diesen niederschwelligen Angeboten

wollen die Schwestern auf das Charisma

des Ortes Heiligenbronn aufmerksam

machen und Zugang zu den einzelnen

„Schätzen“ ermöglichen.

Auf Landesgartenschau präsent

Im Jahr 2010 wird die Schwesterngemeinschaft

der Heiligenbronner Franziskanerinnen

auch auf der Landesgartenschau in Villingen-

Schwenningen präsent sein. Jeweils an

den Freitagen 14. Mai, 18. Juni, 16.Juli,

13. August und 17. September werden die

Schwestern von 14 Uhr bis 18.30 Uhr am

Pavillon der katholischen und evangelischen

Kirche Angebote machen.

Das Jahresprogramm von Haus Lebensquell

liegt in der Kirche St. Gallus, im Haus Lebensquell

und an der Pforte aus.

Weitere Infos gibt es im Internet unter:

www.kloster-heiligenbronn.de, über E-Mail:

hauslebensquell@kloster-heiligenbronn.de

oder über Telefon: 074 22 569-402.

Sr. Dorothea Thomalla


Bitte ausschneiden oder kopieren und faxen an 074 22 569-300

Oder per Post an stiftung st. franziskus heiligenbronn,

Redaktion franziskus-bote, Kloster 2, 78713 Schramberg-Heiligenbronn,

Telefax: 074 22 569-300, E-Mail: franziskus-bote@stiftung-st-franziskus.de

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Ja, ich möchte die sozialen Einrichtungen und Dienste der stiftung st. franziskus heiligenbronn

dauerhaft unterstützen. Daher helfe ich mit einer regelmäßigen Spende!

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10 Euro 25 Euro _________ Euro von meinem Konto ab.

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Diese Einzugsermächtigung können Sie jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufen.

Ein Anruf genügt (Telefon: 074 22 569-388)

Die Stiftung verfolgt ausschließlich gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke. Spenden sind steuerlich absetzbar.

Sie erhalten nach Ablauf eines Kalenderjahres unaufgefordert eine Zuwendungsbestätigung.

Kontonummer:

BLZ: Bank:

Kontoinhaber:

Datum / Unterschrift des Kontoinhabers

Spendenkonto der Stiftung: 540 340 bei der Kreissparkasse Rottweil, BLZ 642 500 40

30



Zwei neue Schulen sollen Kinder und Jugendliche

mit Hör- und Sehschädigungen Lebensperspektiven

geben. Dazu baut die stiftung st. franziskus

heiligenbronn ab 2010 ein Schulgebäude in Heiligenbronn.

Für diesen Neubau sammelt die Stiftung

Spenden unter dem Motto „Wir machen Schule.

Machen Sie mit.“ Viele Spender sind dem Aufruf

bereits gefolgt. Auch Sie können dies tun z. B. mit

dem nebenstehenden Abschnitt.

franziskus-bote 4/09


Das ist ja das Vorletzte!

Übermut bringt Boot

zum Kentern

Sulz. So ein Mitarbeiterausflug kann ja eine

ganz feuchtfröhliche Angelegenheit sein.

Und dies wurde es auch, als Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Behindertenhilfe

Erwachsene in Heiligenbronn nach Sulz

zum Kanuverleih fuhren, um auf dem Neckar

eine gemütliche Bootsfahrt zu machen.

Für zwei Haudegen ohne große Kanu-Erfahrung,

aber mit um so größerem Selbstbewusstsein,

Frank King und Michael

Schöne, wurde dies allerdings in buchstäblicherem

Sinne wahr, als sie dachten.

Während sich die anderen Ausflügler vorbildlich

an die gerade gehörten Einweisungen

des Bootsverleihers hielten und neckarabwärts

gleiteten, wollten die beiden Sozialpädagogen

ihre Coolness demonstrieren,

indem sie rückwärts ruderten. Vor einer

Wasserstufe im Fluss wendeten sie dann

Suchbild mit Schild

Wer die Bonaventura-Hauser-Straße in Heiligenbronn

im Herbst entlangfuhr, stieß auf dieses Bild

mit einem Verkehrsschild am Straßenrand: ein

vor lauter Laub nicht mehr lesbarer Warnhinweis.

Wer kann es entziffern? Oder weiß es jemand

auswendig? Jedenfalls sollten alle Fahrzeuglenker

an dieser Stelle vorsichtig fahren, denn hier überqueren

blinde und sehbehinderte Schüler die Straße!

Foto: Ronecker

franziskus-bote 4/09

Die zwei Kanu-Helden nach überstandenem

Schwimmtraining: Michael Schöne (vorne) und

Frank King. Foto: Hock

aber doch noch – man sollte das Glück ja

auch nicht zu sehr herausfordern –, kamen

glücklich hinunter und schauten stolz

nach hinten zu den anderen, was die wohl

so machen. Als sie dann noch einem Ast

ausweichen mussten, bekam das Kanu

Übergewicht und das Duo kenterte – zur

Schadenfreude der Kollegen und Kolleginnen,

die nun ihrerseits ganz cool an den beiden

im Wasser vorbeipaddelten.

Das Pädagogenduo musste alleine klar

kommen und kämpfte eine halbe Stunde

im und mit dem nicht gerade warmen

Wasser, um das Kanu wieder fahrtüchtig zu

bekommen. Michael Schöne verlor auch

noch einen seiner Schuhe und „patschnass“,

wie es der frühere Bach-na-Fahrer Frank

King sehr gut kennt, kamen sie mit ihrem

Kanu schließlich nach. Nur ein schwacher

Trost für die beide Kanu-Helden, dass sie

nicht die einzigen waren, die an diesem Tag

Bekanntschaft mit dem feuchten Element

machten.

„Tolle Weiber“ nicht nur

an der Fasnet

Heiligenbronn. Bewohner Pascal Ehnes

aus dem Förder- und Betreuungsbereich

(FuB) in Heiligenbronn auf die Frage, ob

er im Gottesdienst auch für etwas danken

möchte:

Ha jo, i dank für die tolla Weiber im FuB,

die sind schee und kocha kennet se au!

31

Die Verschreiber

des Jahres

Mitarbeiterin Kristina Rosenzweig vom

Sozialdienst für Hörgeschädigte in Rottweil

lud per Mail im Oktober zum Pluderstammtisch

für Hörende und Gehörlose ein. Es

war aber nicht verlangt, dazu auch in Pluderhosen

zu erscheinen.

Apropos Stammtisch: Ramona Zweigart,

Assistenz der Leitung Behindertenhilfe,

fragte bei Elke Nachtsheim, Leiterin der

Abteilung Wirtschaft in Heiligenbronn,

wegen der Reservierung eines Raumes an:

Hallo Frau Nachtsheim, für das Treffen

des Hundestammtischs möchte ich am

6.10. 2009 ab 16.30 Uhr den Konferenzraum

Bonaventura reservieren. Es werden

ca. 15 Personen erwartet. Bitte lassen Sie

Kaltgetränke bereitstellen. Herzlichen Dank

und liebe Grüße!

Die Stiftung erweist sich da offensichtlich

als ganz schön tierliebend!

Der Leiter des Referats Sozialmarketing,

Andreas Precht, kündigte den Stiftungsmitarbeitern

im Oktober einen Fernsehbeitrag

über die Stiftung an:

Am kommenden Wochenende sendet

das „Bodensehfernsehen“ Regio TV/Euro 3

einen Beitrag über die Arbeit des Förderzentrums

Hören und Sprechen.

Auch für Fernsehkameras dürfte es allerdings

beim tiefen Bodensee schwer werden,

„auf den Boden zu sehen“!

Aus einem Protokoll von Jürgen Muff über

die Leitungskonferenz des Kinder- und

Familienzentrums Villingen-Schwenningen:

Die Un-Konvention über „Rechte von Kindern“

stärkt das Elternrecht zur Beschulung

ihrer Kinder. Nicht alles, was von der UN,

den United Nations, kommt, muss deshalb

ein Un-Ding sein!

Aus der Jahresplanung des Altenzentrums

St. Josef in Spaichingen:

Donnerstag, 19. 3., 10 Uhr Festgottesdienst

zum Patrozinium, anschließend gemeinsames

Mittagessen; musikalische Untermahlung

Musikschule Trossingen.

Liegt schließlich auf der Hand, dass zur Mahlzeit

auch noch etwas gemahlen werden

muss – und sei es mit musikalischer Hilfe!


Mit 27 Anerkennungspraktikanten,

Auszubildenden, Studenten und

Vorpraktikanten im Ausbildungsjahr

2009/2010 trägt das Kinder- und

Familienzentrum Villingen-Schwenningen

(KiFaz) zur Ausbildung von

Fachkräften in der Region bei. „Die

Stiftung bietet vielfältige Möglichkeiten

der Aus- und Weiterbildung“, sagt

Jürgen Muff, zentraler Anleiter im

KiFaz. Gemeinsam mit Praktikantensprecherin

Ireen Müller und Schwester

Anna-Franziska Fehrenbacher vom

Kloster veranstaltete er erstmals einen

Praktikantentag in Heiligenbronn,

um den Teilnehmern die gesamte

Vielfalt des sozialen Sektors aufzuzeigen.

Der Workshop der KiFaz-

Mitarbeiter stand unter dem Motto

Stiftung erleben“.

stiftung st. franziskus heiligenbronn

Kloster 2

78713 Schramberg-Heiligenbronn

Telefon: 074 22 569-0

Telefax: 074 22 569-300

E-Mail: franziskus-bote@stiftung-st-franziskus.de

Internet: www.stiftung-st-franziskus.de

Spendenkonto: 540 340

BLZ: 642 500 40, Kreissparkasse Rottweil

Foto: Heller

Eine Führung durch ausgewählte

Bereiche der Behindertenarbeit führte

unter anderem auch in die Werkstätten.

Auf unserem Bild erklärt der

blinde Bürstenmacher Anibal Correia

das Einziehen der Borsten.

Auch einige Elemente der Selbsterfahrung

bot der Workshop, aber

auch das Kennenlernen innerhalb der

Gruppe kam nicht zu kurz.

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