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Letzte Folge: <strong>Teil</strong> 6<br />

Unternehmensstrategien im Umgang mit kulturellen Unterschie<strong>den</strong> 1<br />

Unternehmen haben folgende Handlungsmuster zur Verfügung, wenn es<br />

darum geht, die Herausforderung der Integration anderer Unternehmen<br />

strategisch zu planen. Obwohl dieses Modell für <strong>den</strong> interkulturellen Kontext<br />

erarbeitet wurde, lässt es sich auch auf <strong>den</strong> Umgang mit<br />

Unternehmenskulturen anwen<strong>den</strong>. 2<br />

Ethno-<br />

zentrische<br />

Strategien<br />

Kultur-<br />

kolonialisieru<br />

ng<br />

Abb. 6 Strategische Handlungsoptionen 3<br />

3.4.1 Ethnozentrische Strategie = „Kultur- Kolonialisierung“<br />

Die Muttergesellschaft versucht, ihr Werte- <strong>und</strong> Normensystem, ihre Prozesse,<br />

Entscheidungs- <strong>und</strong> Handlungsmuster durchzusetzen <strong>und</strong> dem anderen<br />

System „überzustülpen“. Diese „Kultur-Kolonialisierung“ ist meist nicht<br />

erfolgreich, da die sowohl makro - als auch mikropolitischen Voraussetzungen<br />

nicht berücksichtigt wer<strong>den</strong>.<br />

3.4.2 Polyzentrische Strategie = Kulturelle Vielfalt<br />

Alle Gesellschaften der Organisation können nahezu uneingeschränkt Werte<br />

<strong>und</strong> Normen beibehalten. Vorteil ist eine gute Anpassung im eigenen Markt.<br />

Nachteil: Koordinationsprobleme innerhalb der Organisation. Die<br />

„Dachorganisation“ hat dann keine eigene I<strong>den</strong>tität. 4<br />

1 nach: Reinke(1989).<br />

2 z.B. Schmid/Messmer/Weidner (2005).<br />

3 In Anlehnung an Reinke (1989).<br />

Strategische<br />

Handlungsoptionen<br />

Polyzentrische<br />

Strategie<br />

Kulturelle<br />

Vielfalt<br />

Geozentrische<br />

Strategie<br />

Einheitliche<br />

Unternehme<br />

ns-kultur<br />

4 Beispiel: Procter & Gamble – die einzelnen Unternehmen agieren weitgehend selbständig.<br />

Synergetische<br />

Strategie<br />

Kernprägnante<br />

I<strong>den</strong>tität<br />

<strong>CONTUR</strong> GmbH Training, Coaching & Consulting Kontakt Hannover (0511) 9 69 68-0 mail@contur-online.de


3.4.3 Geozentrische Strategie = Einheitliche Unternehmenskultur<br />

Über jeweilige Makrokulturen <strong>und</strong> Gesellschaften hinweg wird eine einheitliche<br />

Unternehmenskultur entwickelt. Ziel ist, meist weltweit Orientierung zu<br />

schaffen <strong>und</strong> Mitarbeiter aus ihren jeweiligen Herkunftskulturen<br />

herauswachsen zu lassen. Die I<strong>den</strong>tifikation mit dem Unternehmen soll<br />

gestärkt wer<strong>den</strong>. 5<br />

3.4.4 Synergetische Strategie = Kernprägnante I<strong>den</strong>tität<br />

Wesentliche Elemente der Kultur des Stammhauses wer<strong>den</strong> mit lokalen<br />

Anforderungen, bei gleichzeitiger Nutzung von Globalisierungs- <strong>und</strong><br />

Lokalisierungsvorteilen miteinander verknüpft. Das Stammhaus überträgt, die<br />

als besonders wesentlich erachteten Orientierungs-, Entscheidungs- <strong>und</strong><br />

Verhaltensmuster, als Kulturkern auf alle Einheiten im In – <strong>und</strong> Ausland.<br />

Diese haben dann die Freiräume ihrer Mikrokultur einzubringen. 6<br />

Zusammenfassung <strong>und</strong> Ausblick<br />

Die Artikelserie stellt drei etablierte Modelle <strong>und</strong> eine Zusammenfassung vor,<br />

die Kultur beschreiben. Es ergibt sich auch, in welchem Zusammenhang<br />

Kommunikation <strong>und</strong> Kooperation zu Kultur in Organisationen steht <strong>und</strong> welche<br />

Rolle der Mensch dabei spielt. Die Beschreibung strategischer<br />

Handlungsoptionen zeigt, dass auch in der Vielfalt möglicher Muster eine<br />

Clusterbildung vorgenommen wer<strong>den</strong> kann. Aus <strong>den</strong> strategischen<br />

Handlungsoptionen im Umgang mit Kulturunterschie<strong>den</strong> lässt sich ersehen,<br />

wie Unternehmen – sowohl im Innenverhältnis bei der Integration nach<br />

Übernahmen – als auch im Außenverhältnis – im Umgang mit eigenen<br />

Unternehmenseinheiten in anderen Ländern mit kulturellen Unterschie<strong>den</strong><br />

umgehen können.<br />

Die Artikel bleiben beschreibend. Interessant wäre zu untersuchen, ob <strong>und</strong><br />

wie strategisch kulturgestaltend gearbeitet wer<strong>den</strong> kann <strong>und</strong> was dabei zu<br />

beachten ist. Da die Eckpunkte (inter)kultureller Arbeit erfasst sind, können<br />

die Artikel als Ausgangspunkt strategischer Überlegungen genutzt wer<strong>den</strong>.<br />

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Umgang mit Unterschie<strong>den</strong>, die aus<br />

unterschiedlichen Wert- <strong>und</strong> Normvorstellungen erwachsen, ein interessantes<br />

interdisziplinäres Untersuchungsfeld bleibt, auf dem es noch viel zu entdecken<br />

gibt.<br />

Ihre Ansprechpartnerin in der <strong>CONTUR</strong>:<br />

Rieke Engelhardt<br />

Tel.: 069 78 90 19 66<br />

mail: r.engelhardt@contur-online.de<br />

5 Z.B. IBM, HSBC- <strong>hier</strong> schafft die Unternehmenskultur eine Mitarbeiterbindung <strong>und</strong> Flexibilität des<br />

Mitarbeitereinsatzes.<br />

6 Z.B. Continental AG, Lufthansa AG. Die Übertragung erfolgt durch Mitarbeiterschulungen <strong>und</strong><br />

<strong>den</strong> Austausch in Leitungsfunktionen.<br />

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