Filmheft als PDF - Kriegerin

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Filmheft als PDF - Kriegerin

FILMINHALT UND ZENTRALE THEMEN© Jonas SchmagerFrisches Feuer: Svenja (Jella Haase)und ihr neuer rechtsextremer FreundMarkus (Lukas Steltner)Der Film beginnt mit seinem Ende. Diejunge Marisa liegt zusammengebrochenauf einem Strand irgendwo im NordostenDeutschlands, sie wirft einen letztenBlick aufs Meer (Abblende ins Weiß).Bei ihr ist nur ihre Freundin Svenja. Einelange Rückblende, die fast den ganzenFilm einnimmt, entrollt die dramatischeVorgeschichte. KRIEGERIN verfolgt dieLebenswege rechtsextremer Akteure undporträtiert drastisch ein Milieu, dessen Abgründedurch konsequente Innensicht undimpressionistische Erzählweise „erlebbar“werden. Zugleich schickt der Film seineHauptfigur durch schmerzliche Selbstzweifelhindurch: Marisa legt einen langenWeg zurück von der „Nazibraut“ biszur Aussteigerin und Hoffnungsträgerin.Heldentum und HassDer symbolische Beginn des Weges liegtin Marisas Kindheit. Ihr Großvater trainiertsie mit einem Rucksack voll Sand.Als sie mit Mühe ihr Ziel erreicht, nimmter sie in den Arm und nennt sie liebevoll„meine Kriegerin“.Marisa ist 20, die Bindung zum Opastärker denn je, sie besucht ihn im Krankenhaus.Dann ist Marisa mit ihremFreund Sandro und der Neonazi-Cliqueunterwegs zum „Ausländerklatschen“im Zug. Sie schüchtern Fahrgäste ein,werfen einen Schaffner hinaus. Zwischengeschnittensind Handy-Clips derselbenSzenen. Wieder daheim, liebensich Marisa und Sandro, atemlos, wiezwanghaft. Wenig später, als Marisain Opas Zimmer Blumen gießt, stürmtdie Polizei die Wohnung. Beide werdenüberwältigt, Sandro festgenommen (Gesichternah, Zeitlupe, Hall).Family BluesSvenja, 15, sitzt am Computer. Ihr Stiefvaterruft, sie tippt ungerührt weiter „Familienstand:Vollwaise“. Der Familienchefkontrolliert Finger und Mund, dennSvenja darf nicht rauchen. Fürs brillanteZeugnis gibt es Geld, „das hast du dirverdient“. Svenja flirtet im Garten mitdem etwas älteren Markus, bietet ihmZigaretten aus ihrem Versteck an.Marisa raucht mit ihrer Mutter in derArbeitspause vor dem Einkaufsmarkt.Sandro wird bald aus dem Gefängnisentlassen, Marisa will ein Kind. Die Muttermacht abschätzige Bemerkungen.Wieder bei der Arbeit, behandelt Marisadie ihr unbekannte Svenja grundlosruppig. An der Kasse weigert sie sich,zwei Asylanten zu bedienen, Jamil undRasul. Svenjas Mutter wird Zeugin. Stattsich zu empören, beschwert sie sich, weilsie warten muss. Die Nazi-Clique grilltam Strand. Man pöbelt, trinkt, produziertsich und filmt alles mit dem Handy (Clips).GruppenmitgliedMelanie lässt sichgeduldig mobben.Jamil und Rasul kommen zum Baden,werden rassistisch beleidigt und attackiert.Beide ziehen sich mit dem Motorrollerzurück, Rasul tritt noch heimlichMarisas Rückspiegel kaputt. Marisa rastetaus, jagt den beiden hinterher undrammt sie auf offener Strecke (Musik:„Holocaust Reloaded ...“). Zurück amStrand, braucht sie viel Bier. Markushat Svenja mitgebracht, auf die Marisagleich bissig losgeht. Nach durchzechterNacht fährt Marisa noch einmal zur Unfallstelle,nachdenklich geworden. BeimBesuch im Krankenhaus fragt ihr Großvater,ob sie „etwas ausgefressen“ habe.Marisa rettet Opas Zimmereinrichtungvor ihrer Mutter, die alles hinauswerfenwill. Rasul kommt allein einkaufen, hat zuwenig Geld. Kassiererin Marisa zögert,dann lässt sie ihn durch. Rasul, allein inseiner schäbigen Unterkunft, betrachtetsehnsuchtsvoll eine Postkarte aus Schweden.Markus stellt Svenja seinem Vatervor. Der sitzt im Rollstuhl, ist Marxist undversteht seinen „politischen“ Sohn nicht.Markus zeigt Svenja braune Propaganda,sie spielt mit einer Hitlermaske, dieer ihr nervös vom Kopf reißt.Abtauchen, durchhaltenRasul, der ins Jugendheim soll, läuft seinerBetreuerin davon. Er bittet Marisaum Geld. Sie lehnt ab, lässt ihn abererneut „einkaufen“, ohne zu bezahlen.Ihre Mutter will den Ladendieb aufhal-4

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