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6 // Stellen- und FunktionsbewertungCOMP & BENAusgabe 1 // Januar 2015stehen umfängliche Möglichkeiten des Benchmarkingszur Verfügung. Dabei können Unternehmen auch zwischenden etablierten Methoden wechseln, da deren Logikweitgehend kompatibel ist.Zusatznutzen der FunktionsbewertungDie Funktionsbewertung eröffnet aber die Möglichkeit,noch viel mehr zu leisten. In der Praxis messen die Verantwortlichenin den Unternehmen diesen Möglichkeitenleider noch zu wenig Bedeutung bei, obwohl diepositiven Effekte, die daraus resultieren können, einensignifikanten Beitrag zum Unternehmenserfolg darstellen.Im Rahmen von Bewertungsprojekten nehmen dieEntscheider in den Betrieben diese Effekte zumeist wohlwollend,manchmal auch überrascht zur Kenntnis undloben sie als wertvollen Zusatznutzen.1. Beitrag zur OrganisationsentwicklungIm Rahmen einer moderierten Funktionsbewertungwerden Führungskräfte methodisch dazu angeleitet,sich – häufig zum ersten Mal – systematisch mit ihrereigenen Organisation, den zur Erfüllung der Organisationszieleerforderlichen Beiträgen und der damit verbundenenStellenausstattung auseinanderzusetzen.Solche Prozesse erfordern häufig von Seiten der Unternehmensleitungeinen gewissen Zwang, damit sich alleFührungskräfte dafür öffnen.In vielen Fällen haben die Erkenntnisse, die in diesenGesprächen gewonnen wurden, Auswirkungen auf diekünftige Aufbau- und/oder Ablauforganisation des Unternehmens.Die aktive Beteiligung der Führungskräfteam Bewertungsprozess – insbesondere in der gemeinsamenInteraktion – ist eine Maßnahme der Organisations-und Managemententwicklung, die nicht hoch genugeingeschätzt werden kann.2. Klarheit zur tariflichen EingruppierungIn tarifgebundenen Unternehmen erhebt sich regelmäßigdie Frage, welche Funktionen noch dem Geltungsbereichdes Tarifvertrags und welche Funktionen bereitsdem außertariflichen Bereich zuzuordnen sind. UnterschiedlicheInteressen und Unsicherheit führen häufigzu nicht nachvollziehbaren Einzelfallentscheidungenund langfristig zu Ungleichbehandlungen und zu meistteuren Besitzständen. Mit Hilfe der Funktionsbewertungkann in Zweifelfragen – häufig im Rahmen einer Betriebsvereinbarungoder Regelungsabsprache – ein Instrumentzur Verfügung stehen, das eine Problemlösungrechtlich abgesichert, nachvollziehbar und marktorientiertliefern kann.3. Mitarbeiterentwicklung, Nachfolgeplanung undFachkarrierenJedes Funktionsbewertungsmodell erfasst anhand vonunterschiedlichen Kriterien wie zum Beispiel der Managementkompetenzdas Anforderungsniveau einerFunktion oder einer Stelle. Dieses wiederum leitet sichaus den Funktionszielen und den damit zwingend verbundenenKernaufgaben ab. Durch einen Vergleich deskriterienspezifischen und personenunabhängigen Sollprofilseiner Funktion mit dem beim konkreten Funktionsinhaberfestgestellten Istprofil lassen sich sowohlauf Zielgruppen als auch auf Individuen abgeleitete Entwicklung-und Schulungsmaßnahmen ableiten, die einesicherere und effektivere Anforderungserfüllung wahrscheinlichmachen. Gerade im Fall einer Nachfolgeplanungoder im Rahmen von Fachkarrieremodellen lieferthier die Funktionsbewertung wertvolle Informationenund konkrete Ansätze für eine erfolgreiche Realisierung.Es ließen sich noch weitere Beispiele aufzeigen.Wichtig ist zu erkennen, dass die Funktionsbewertungweit vielfältigere Einsatzmöglichkeiten bietet, als sie inder betrieblichen Praxis Beachtung finden. Daher solltenNutzer dieses exzellenten Instruments stets daraufachten, alle Optionen auszuschöpfen und Chancen nichtungenutzt zu lassen. Kaum ein anderes Instrument derPersonalarbeit kann einen so umfassenden Wertschöpfungsbeitragder Human-Resources-Organisation generieren.Stefan Röth,Partner bei Stefan Röth Vergütungsberatung,Oberhaching bei Münchensroeth@roeth-reward.comwww.roeth-reward.com

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