Ju N i 2 07 - Erzbistum Bamberg

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Ju N i 2 07 - Erzbistum Bamberg

Glauben in der Stadt Nürnberg – Station St. Sebald

„In der Heimat wohnen – ein Leben lang“, Modellprojekt in Forchheim

Wallfahrt der Region Forchheim nach Bamberg

JuNi 2007

Blumenteppich „Unterm Sternenmantel“ beim

Fronleichnamsfest in Bischberg

Jugendgottesdienst „Unterm Sternenmantel“ in Wilhelmsthal

Kinderhort „Leo“ in Coburg – mit dabei beim Caritasprojekt


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C a r i t a s

P r o j e k t e u n d A k t i o n e n


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Dienstag, 5. Juni, Neuhaus a.d. Pegnitz

„Geschichte – Personen – Ereignisse.

1000 Jahre Bistum Bamberg

Veranstaltungen im Juni 2007

Vortrag von Marianne Röhlich, Katholische

Erwachsenenbildung Nürnberger Land e.V.

Donnerstag, 7. Juni, Bamberg

Fronleichnamsfest

Bei der Fronleichnamsprozession durch die Bamberger

Altstadt machte Erzbischof Dr. Ludwig Schick die durch

Gott in der Eucharistie vermittelte unumstößliche

Sicherheit für die Menschen zum Thema. „Der Herr

sichert uns ein gutes Leben zu, auch wenn Sicherheits-

und Friedenskonferenzen scheitern sollten.“

Sonntag, 10. Juni, Kloster Michelfeld

Dekanatsglaubenstage

„Ich bin bei Euch alle Tage“. Unter diesem Motto fanden

die dreitägigen Glaubenstage des Dekanates Auerbach

statt. Am Freitag stand mit der „Nacht der Lichter“

und einem Jugendgottesdienst vor allem die jüngere

Generation im Mittelpunkt. Am Samstag folgte ein Dekanatsministrantentag

und Spielfest mit abendlichem

Gottesdienst. Unbestrittener Höhepunkt der Tage war

der Pontifikalgottesdienst am Sonntag mit Erzbischof

Dr. Ludwig Schick und allen Chören und Kapellen des

Dekanates. Dazu

fanden sich rund

3 000 Gläubige

im Michelfelder

Klostergarten

ein.

Bergleute prägten

früher die Region

Auerbach

Sonntag, 10. Juni, Bamberg-Bug

Benefiz-Fußballspiel „Geistliche gegen Politiker“

Eine Bayerische Klerus-Auswahl aus Vertretern der bayerischen

Diözesen (aus dem Erzbistum Bamberg waren mit dabei: Pfarrer

M. Schramm, Gundelsheim, Pfarrer J. Reinsch, Strullendorf,

Pfarrer C. Uttenreuther, Hallstadt, Pfarrer i. R. H. Spindler)

und die Mannschaft des Bamberger Stadtrats (angeführt von

Oberbürgermeister Andreas Starke und Bürgermeister Werner

Hipelius) traten bei dem Benefiz-Fußballspiel gegeneinander

an. Die Klerusauswahl gewann mit 6:1 gegen das Politiker-

Team. Stadionsprecher war der bekannte Rundfunkreporter

Günther Koch. Der Erlös aus dem von Helmut Kormann

organisierten Spiel ging an das Projekt „Belregio – Berufe

lernen in der Region“.

Montag, 11. Juni, Bamberg-Wildensorg

14. Bayerische Klerusmeisterschaft im Fußball

Anlässlich des Bistumsjubiläums traten acht Teams aus den

bayerischen Bistümern sowie von Missio München und der

kirchlichen Liga-Bank aus Regensburg auf dem Gelände der

DJK in Bamberg-Wildensorg gegeneinander an. Die Geistlichen

des Erzbistums Bamberg landeten, wie bereits im Vorjahr, auf

dem sechsten Platz. Neuer Bayerischer Klerusmeister wurde

das Team der Diözese Regensburg, das sich im Finale mit

einem 1:0 gegen Titelverteidiger Würzburg durchsetzen

konnte. Der Erlös des Turniers von über 2 000 Euro ging an das

Fußball-Projekt „Youth Unlimited“ im südafrikanischen

Kapstadt, mit dem gefährdete Jugendliche in den Townships

unterstützt werden sollen.

Spaß und sportlicher Einsatz: das Team aus der Erzdiözese Bamberg


Mittwoch, 13. Juni, bis

21. Dezember, Bamberg

„Sakralbauten in Bamberg

Aus ihren reichhaltigen Beständen

haben das Archiv des Erzbistums

Bamberg und das Stadtarchiv Bamberg

eine umfassende Dokumentation

zu „Sakralbauten in Bamberg

zusammengestellt. Neben

typischen Städtesilhouetten, die

Bamberg unverwechselbar zeigen,

sind bisher meist unbekannte Fotos

und Grafiken von Gebäuden wie dem Dom, Kloster St. Michael

oder der Pfarrkirche (Alt-) St. Martin sowie von untergegangenen

Kapellen zu sehen. Auch auf die jüngsten Kirchenbauten und die

Sakralräume der verschiedenen Konfessionen und Glaubensrichtungen

wird Bezug genommen.

Donnerstag, 14. Juni, Hof

Eröffnung der großen Wanderausstellung

„Unterm Sternenmantel“

in der Stadtsparkasse Hof

Samstag, 16. Juni, Vierzehnheiligen

Wallfahrt für behinderte Menschen und ihre Freunde

und Angehörige nach Vierzehnheiligen

Samstag, 16. Juni, Bamberg

Diözesanmännerwallfahrt

Der Katholische

Deutsche Frauenbund

(KDFB) und

die Katholische

Landvolkbewegung

(KLB) veranstalteten

zusammen

mit der Behinderten-Seelsorge

im

Erzbistum Bamberg

die Wallfahrt von

Seubelsdorf nach

Vierzehnheiligen.

Unter dem Motto „Männer – auf dem Weg unterm Sternenmantel“

machten sich die Wallfahrer von der Grablege des Hl. Otto in

St. Michael auf den auf den Weg bis zum Bamberger Dom, wo

ein feierlicher Wallfahrtsgottesdienst zu Ehren des Hl. Heinrich

stattfand.

Samstag, 16. Juni, Erlangen

Familiengottesdienst zum Diözesanjubiläum

Die Katholische Erwachsenenbildung der Stadt Erlangen e.V. veranstaltete

unter dem Thema: „Der Kirchturm sucht eine Kirche“

in St. Heinrich den Familiengottesdienst.

Samstag, 16. Juni, Kreuzberg

Diözesanwallfahrt der DJK

von Hallerndorf hinauf zum Kreuzberg. In diesem Jahr des Bistumsjubiläums

ging erstmalig Erzbischof Dr. Ludwig Schick den

Weg mit und feierte anschließend auf dem Kreuzberg Gottesdienst

mit den Wallfahrern.

V e r a n s t a l t u n g e n

Sonntag, 17. Juni, Marienberg b. Schesslitz

Familienfest „Familie ist MehrWert . . . !“

Zum Familienfest der diözesanen Schönstatt-

Familienbewegung auf dem Marienberg kamen

hochrangige Gäste aus Politik und Kirche,

Gesellschaft und Wirtschaft zusammen.

Für eine Auftaktveranstaltung am 15. Juni

konnte ein „Fränkisches Kabarett“ mit Bernd Regenauer,

Lizzy Aumeier und Mäc Härder „unterm

Sternenmantel eines original Zirkuszeltes“

gewonnen werden.

Am Sonntag fand das eigentliche Fest mit einem

Familiengottesdienst mit Erzbischof Dr. Ludwig

Schick und viel Prominenz (wie der SPD-Bundestagsabgeordneten

und ehemaligen Familienministerin

Renate Schmidt und der Landtags-Vizepräsidentin

Barbara Stamm) auf dem

Podium zum Thema „Familie ist MehrWert“ statt.

Mittwoch, 20. Juni, Coburg

„Der Neubeginn der Kath. Kirche in Coburg

im 19. Jahrhundert“

Vortrag von Dr. Josef Urban im Pfarr- und

Dekanatszentrum St. Augustin im Auftrag der

Katholischen Erwachsenenbildung im Dekanat

Coburg e.V.

Mittwoch, 20. Juni

Orgelkonzertreihe im Dom

Im Rahmen der Konzertreihe mit Domorganisten

im Bamberger Dom zum

Bistumsjubiläum spielte der Kölner

Domorganist Winfried Bönig Werke

von Bach, Karg-Elert und Dupré.

Donnerstag, 21. Juni,

bis Donnerstag, 28. Juni

Studien- und Pilgerreise zum

Bistumsjubiläum nach Apulien

Die Teilnehmer erkundeten die Spuren

Heinrichs II. und seines Sternenmantels in

Südostitalien. Die Reise wurde organisiert vom

Katholischen Pfarramt St. Josef/Gaustadt.

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Freitag, 22. Juni, Höchstadt

„850 Jahre Höchstadt im Hochstift Bamberg

Die Sonderausstellung im Heimatmuseum zeigte

die Geschichte rund um ein Tauschgeschäft vor 850

Jahren, bei dem die Witwe des letzten Grafen ihre

Burg Höchstadt an das Hochstift Bamberg gab. Dabei

wurden Fragen nach den Grafen von Höchstadt

behandelt, für die selbst Kaiser und Päpste Urkunden

ausstellten. In der Ausstellung wurde präsentiert, was

aus der Grafenzeit noch erhalten ist und wie Höchstadt

von 1157 bis 1803 von den Bamberger Fürstbischöfen

regiert wurde.

Samstag, 23. Juni, Bamberg

Geistliche Musik im weltlichen Gewande

Zu dem Thema „Geistliche Musik im weltlichen Gewande“

gab Rüdiger Dippold im Auftrag der Katholischen

Erwachsenenbildung Bamberg im Bildungshaus Marianum

ein Klavierkonzert, in dem er Werke von Rathgeber,

Bach und Boëllmann spielte und erklärte.

Samstag, 23. Juni, bis Sonntag, 24. Juni

Jugendwochenende – Roots into Future

Für die katholische Jugend

im Erzbistum Bamberg

brachte das Jahr des Bistumsjubiläums

noch weitere

Geburtstage. Das Erzbischöfliche

Jugendamt wurde vor

70 Jahren gegründet und der

Bund der Deutschen Katholischen

Jugend besteht seit

60 Jahren.

Unter dem Motto „Roots

into Future“ feierte und

präsentierte sich deshalb die

katholische Jugendverbandsarbeit

mit verschiedensten

Veranstaltungen und Projekten vom 23. Juni bis zum

8. Juli 2007 in der gesamten Erzdiözese.

Auftakt war am 23. Juni mit einem Gottesdienst mit

Erzbischof Dr. Ludwig Schick in St. Martin, Bamberg,

bei der die Messe „Wege ins Leben“ unter Mitwirkung

des Feuersteinchors gesungen wurde. Im Anschluss

luden der Bund der Deutschen Katholischen Jugend

(BDKJ) und das Erzbischöfliche Jugendamt zum

festlichen Empfang mit anschließender Geburtstagsparty

in die Bamberger Haas-Säle ein. Während dieser

Veranstaltung wurde die neue Stiftung „Option für die

Jugend“ aus der Taufe gehoben.

Der 24. Juni wurde zu einem „Sonntag der Jugend“ in

allen Dekanaten und vielen Pfarreien des Erzbistums.

Samstag, 23. Juni, Bayreuth

12. Bayreuther Orgelnacht

Veranstaltungen im Juni 2007

Orgelkonzerte in den Bayreuther Innenstadtkirchen,

organisiert von Regionalkantor Christoph Krückl.

Sonntag, 24. Juni

Orgelfestival 2007

Der Bamberger Kirchenmusiker Karl-Heinz Böhm spielte auf der

Orgel von St. Xystus Erlangen-Büchenbach Werke von Buxtehude,

Franck, Bach, Schumann, Boëly

Sonntag, 24. Juni, Erlangen

Kunstprojekt

„Bibel-Garten“

in der Herz Jesu Kirche

Ein großflächiger Scherenschnitt-Teppich

im Altarraum

zeigte ornamental aneinander

gefügte Pflanzen aus der

Bibel. Das Kunstwerk nahm

das Thema der im Juli stattfindenden

Tage „Himmelreich

zu Erlangen“ auf und stellte

einen Bezug her zum Thema

Einweihung des Bibelgartens im Juli

„natürlich Erlangen“. Dabei

führte das Werk die Idee des Bibelgartens, der in natürlicher Form

am Bohlenplatz im Juli angelegt wurde, weiter und übertrug den

„Garten“ als Kunstwerk in den Kirchenraum, um auch durch das

Bild Assoziationen wie Wachstum, Lebensfreude, Erinnerungen des

„Paradiesgartens“, Schöpfung und Heilkraft zu wecken.

Dienstag, 26. Juni, Nürnberg

„1000 Jahre Bistum Bamberg

Vortrag von Pfarrer Matthias Untraut in St. Georg im Auftrag der

Katholischen Erwachsenenbildung Nürnberg

Mittwoch, 27. Juni, Bamberg

Ausflugskonzert der 56. Internationalen Orgelwoche in

Nürnberg – Musica Sacra 2007

Im Rahmen der 56. Internationalen Orgelwoche Nürnberg (ION)

und anlässlich des Bistumsjubiläums fand in St. Michael, Bamberg,

das Ausflugskonzert „Vergine Bella“ statt. Auf dem Programm stand

geistliche Musik aus dem Repertoire des „Concerto di Viole“ mit

Werken von Gabrieli, Gesualdo, Lasso, Merulo, Arcadelt, Carissimi

d‘India, Montalbano, Mazzocchi und de Rore, dargeboten von Caroline

Pelon (Sopran), dem Ensemble Labyrinto und Paolo Pandolfo.

Donnerstag, 28. Juni, Bamberg

„Menschen spiegeln Bistumsgeschichte wieder“

Johannisfeier für behinderte Kinder und Jugendliche mit Erzbischof

Dr. Ludwig Schick im Bildungszentrum für Hörgeschädigte

und Sprachbehinderte Bamberg e.V.


Donnerstag, 28. Juni, Bamberg

Bundespräsident Horst Köhler in der Jubiläumsausstellung

Das deutsche Staatsoberhaupt besuchte am Rande des Deutschen

Bauerntages in Bamberg, die Jubiläumsausstellung „Unterm

Sternenmantel“. Horst Köhler beeindruckt: „An der Historie des

Bistums kann man studieren, was Europa ausmacht. Ich glaube,

dass es wichtig ist, die Quelle der europäischen Geschichte und

die Geschichte des katholischen Glaubens kennenzulernen. Wir

sind gut beraten, alle – Katholiken, Protestanten und andere

– hierher zu kommen, um die große Geschichte und große Tradition

und damit die Entwicklung des christlichen Glaubens in Europa

kennenzulernen und aufzunehmen.“

Erzbischof Dr. Ludwig Schick und Prälat Luitgar Göller, Projektleiter

der Ausstellung, führten den Bundespräsidenten und seine

Gattin durch den Bamberger Dom und die Jubiläumsausstellung.

Freitag, 29. Juni, bis Mittwoch, 31. Oktober, Nürnberg

„Glauben in der Stadt Nürnberg“

Der Glaubensweg durch die Innenstadt Nürnbergs – initiiert von

Prälat Theo Kellerer – wurde ökumenisch eröffnet durch Erzbischof

Dr. Ludwig Schick, Regionalbischöfin Elisabeth Hann von

Weyhern, Metropolit Serafim Joanta, Staatsminister Dr. Günther

Beckstein und Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly. Die Kirchen der

alten Reichsstadt haben den Weg gemeinsam zum 1000-jährigen

Bistumsjubiläum konzipiert. Der Glaubensweg führte in zehn

Stationen von der Burgkapelle über St. Sebald, dem Alten Rathaus

und der Frauenkirche bis hin zu St. Jakob und St. Elisabeth, dem

Germanischen Nationalmuseum und dem kirchlichen Zentrum am

Eingang zur Altstadt mit St. Klara, Caritas-Pirckheimer-Haus und

der Katholischen Stadtkirche Nürnberg.

V e r a n s t a l t u n g e n

Samstag, 30. Juni, Kloster Schwarzenberg/Scheinfeld

Schwarzenbergtag

Die Franziskaner-Minoriten veranstalteten den

„Schwarzenbergtag“ u.a. mit einem Passionsspiel über

„Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde“. Autoren

des Stücks sind Elisabeth und Karl-Heinz Guhr,

inszeniert wurde es von Ursula Renate Guhr-Iwantscheff,

organisiert von der Passionsspielgemeinschaft

Scheinfeld.

Samstag, 30. Juni, Ansbach

„Unterm Sternenmantel – Lebensbilder

aus der 1000jährigen Bistumsgeschichte“

Das integrative Theaterstück der Barmherzigen

Brüder Gremsdorf in Kooperation mit der Universität

Bamberg, Fachbereich Soziale Arbeit, wurde in Christ-

König, Ansbach, im Auftrag der Katholischen Erwachsenenbildung

in der Stadt Ansbach e.V. aufgeführt.

Samstag, 30. Juni, bis Sonntag, 1. Juli

Historisches Dorffest in Hausen

Samstag, 30 Juni, Bamberg

Priesterweihe

Erzbischof Dr. Ludwig Schick weihte drei Diakone des

Priesterseminars Bamberg zu Priestern.

Die Neupriester sind Markus Goller, Thomas Ringer

und Hans-Jürgen Wiedow.

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C a r i t a s

D i e C a r i t a s w a r m i t v i e l e n A k t i o n e n u n d P r o j e k t e n

i m J u b i l ä u m s j a h r d a b e i

Kleine und große, junge und alte, gesunde und nicht-gesunde Menschen und dabei vor allem die Schwachen,

die Hilfe benötigen, stehen nicht nur in der täglichen Arbeit der Caritas im Mittelpunkt des Engagements.

Auch im Jubiläumsjahr rückte der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg diejenigen, die Hilfe benötigen und

Schutz brauchen, in den Focus der Aufmerksamkeit. Fünf große und langfristig angelegte Projekte sollen auch

über das Jubiläumsjahr hinaus dort unterstützend wirken, wo Hilfe nötig ist.

Katholische Kindertagesstätten auf

dem Weg zum Familienstützpunkt –

Familiensozialprojekt 007

In Kindertagesstätten können viele Probleme von Eltern und Kindern

(wie Armut, Krankheit, Scheidung) frühzeitig erkannt werden. Die

Mitarbeiterinnen sind vertraute Ansprechpartner und können einen

wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Schwierigkeiten leisten.

Dieses Projekt, das am 24. November 2006 in Coburg vorgestellt wurde,

will Möglichkeiten und Kompetenzen der Kindertageseinrichtungen

weiter ausbauen. Zehn über das Erzbistum verteilte Kindertageseinrichtungen

erarbeiten dazu modellhaft innovative Konzepte.

Der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg hat die Projektleitung

inne und leistet die fachliche Begleitung der Modelleinrichtungen.

An dem Projekt nehmen teil:

Kindertagesstätte St. Augustin, Coburg

Kindergarten St. Johannes der Täufer,

Schlüsselfeld

Kindergarten St. Jakobus, Burgwindheim

Kindergarten Edith Stein, Röthenbach/Pegnitz

Kindergarten St. Josef, Weisendorf

Kindergarten St. Christophorus, Fürth

Caritas-Kinderhort „Leo“, Coburg

Kindergarten Heilig Dreikönig, Forchheim

Netz für Kinder „Rappelkiste“, Bayreuth

Kinder- u. Jugendhaus Stapf d. Caritas, Nürnberg

Kinder- und Jugendhaus Stapf in Nürnberg

Gerade in Großstädten, wo häufig beide Elternteile arbeiten,

ist eine optimale Begleitung durch Erzieher erforderlich.

Der Jury fiel es schwer, aus mehr als

200 eingereichten Texten die schönsten

auszuwählen.

Lesebuch

„Familienbilder“

137 schreibfreudige Kinder, Frauen und

Männer haben über 200 Texte eingereicht.

Am Franz-Ludwig-Gymnasium in

Bamberg machte eine Klasse den Wett-

Die Bayreutherin Roswitha

Easterling gewann den ersten Preis.

bewerb zum Unterrichtsthema. Am Ende wählte eine Jury 41 Beiträge

für die Veröffentlichung aus. Vorausgegangen war ein Schreibwettbewerb

der Caritas zum Thema „Familie in guter Gesellschaft“. Neben

den Teilnehmern des Schreibwettbewerbs konnten bekannte Autoren

wie Paul Maar, Tanja Kinkel, Friederike Schmöe, Gerhard C. Krischker,

Fitzgerald Kusz und Rettl Motschenbacher gewonnen werden. Jungen

und Mädchen aus Kindertagesstätten aus dem Landkreis Forchheim

gestalteten die Bilder. Herausgekommen ist ein kurzweiliges und facettenreiches

Lesebuch für die ganze Familie. Der Erlös aus dem Verkauf

ist für die Unterstützung bedürftiger Familien bestimmt. Erzbischof

Dr. Ludwig Schick und der Diözesan-Caritasverband stellten das

Buch bei einem Festakt am 12. Dezember 2006 in Forchheim vor.

Erzbischof Schick

übergibt jedem

Teilnehmer am

Familiensozialprojekt

eine Projekttafel,

mit der die

Kindertagesstätte

im Eingangsbereich

als „Familienstützpunkte“gekennzeichnet

sind.

Diözesan-Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg

Die „Caritas“ verantwortet seit über hundert Jahren das soziale Engagement von Katholiken in Deutschland.

Heute gliedert sich der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg e.V., der seit 2006 von Gerhard Öhlein

geleitet wird, in 15 Kreis- und Stadt-Caritasverbände; dazu kommen mehrere Fachverbände (z. B. Sozialdienst

katholischer Frauen, Malteser-Hilfsdienst). 850 caritative und soziale Dienste und Einrichtungen mit

rund 8.500 haupt- und 11.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern betreuen jährlich 140.000 Klienten.


„In der Heimat wohnen“

Unter dem Motto „In der Heimat wohnen EIN LEBEN LANG sicher und

selbstbestimmt“ schafft dieses Wohnmodell an verschiedenen Standorten

in der Erzdiözese ein Zuhause für Menschen, die vorsorgen wollen,

um versorgt zu sein. Durch Um- oder Neubau entstehen barrierearme

Mietwohnungen. Ein Caritas-Stützpunkt garantiert Pflege und Beratung

und organisiert in Zusammenarbeit mit Pfarrei, Kommune und

Vereinen Nachbarschaftshilfe. Ein Hauscafé ermöglicht gemeinsame

Aktivitäten und öffentliche Veranstaltungen. Als mögliche Mieter haben

die Organisatoren ältere Menschen, Menschen mit Behinderung

sowie Familien mit behinderten Kindern und Angehörige im Blick.

„In der Heimat wohnen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Caritas und

Joseph-Stiftung.

„Zukunft schaffen durch Ausbildungsplätze

in der ambulanten Altenpflege“

Der Bedarf an Pflegepersonal für alte und kranke Menschen wird bis

2020 um ein Viertel ansteigen. Gleichzeitig finden viele junge Menschen

keinen Ausbildungsplatz. Beiden Problemen will die Caritas begegnen,

indem sie mit Hilfe von Spenden in den Caritas-Sozialstationen zusätzliche

Ausbildungsplätze zur Altenpflegerin/Altenpfleger schafft.

Diese Kampagne ist – als eines von insgesamt vier Projekten – der

Beitrag der Caritas zur großen Sozialinitiative „Ausbildung – Arbeit

– Zukunft. Für Menschen in unserer Region“. Zum Beginn des Ausbildungsjahres

2007 konnten die ersten zusätzlichen acht Lehrstellen in

der ambulanten Alten- und Krankenpflege bei verschiedenen Sozialstationen

der Caritas im Erzbistum Bamberg besetzt werden.

Um für weitere

Ausbildungsplätze

in der Altenpflege

zu werben, hat sich

die Caritas einiges

einfallen lassen –

wie dieses Promi-

Kickerturnier.

Jüngere und

ältere Menschen

helfen sich

gegenseitig und

tauschen Erfahrungen

aus

Diese Damen bereiten

ein Essen

vor und haben

ebenso viel Spaß

dabei . . .

Miteinander ist schöner

als allein.

Um der Einsamkeit

vieler älterer Menschen

vorzubeugen, gibt

es die Möglichkeit

zu gemeinsamen

Aktivitäten.

Caritas gründet Palliativnetz

im Landkreis Forchheim

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. . . wie diese Frauen und Männer, die beim Karteln auf interessierte –

und talentierte – Mitstreiter angewiesen sind.

Ein „Christliches Palliativnetz für den Landkreis Forchheim“ hat der

zuständige Kreis-Caritasverband am 11. Dezember 2006 gegründet.

Dabei sollen die Caritas-Sozialstationen die Versorgung sterbenskranker

Patienten leisten. Alle 50 teilnehmenden Pflegekräfte, die von

Ehrenamtlichen unterstützt werden, erhalten eine Palliativschulung.

Ein Palliativarzt soll Pflegekräfte und Hausärzte zusätzlich beraten.

Die Caritas Forchheim setzt damit eine Empfehlung des Deutschen

Caritasverbandes um, Palliativversorgung in bestehende Dienste zu

integrieren statt dafür neue Einrichtungen zu schaffen.

Wichtig ist dem Forchheimer Palliativnetz, die Auseinandersetzung mit

dem Glauben zu ermöglichen. Sterbende sollen nach dem Sinn des Lebens

und Sterbens fragen dürfen. Der Bamberger Weihbischof Werner

Radspieler betonte bei der Gründung des Palliativnetzes, die Zuwendung

diene aber nicht dazu, Patienten oder Angehörige zu bekehren.

Eine Koordinierungsstelle, für die der Caritasverband Forchheim eine

Sozialpädagogin neu eingestellt hat, wird Haupt- und Ehrenamtliche

vernetzen. Vorbild für das Christliche Palliativnetz in Forchheim war

ein ähnliches Projekt in Füssen.

Fachtagung

„Der sterbende Mensch

im Mittelpunkt“

Etwa 200 Frauen und Männer nahmen

an der Fachtagung am 25.

April 2007 in Bamberg teil. Dabei

wurden gelungene Modelle der Zusammenarbeit

von Diensten und

ehrenamtlichen Initiativen bei der

Begleitung sterbenskranker Menschen

und ihrer Angehörigen vorgestellt.

Die ökumenische Veranstaltung, die von Caritas, Diakonie,

Pfarrgemeinden und Hospizvereinen vorbereitet wurde, organisierte

das Referat Gesundheitshilfe des Caritasverbandes für die Erzdiözese

Bamberg.

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D e r F a m i l i e V o r f a h r t g e w ä h r e n

Ohne Familie ist kein Staat zu machen.

Von Erzbischof Dr. Ludwig Schick

Sehr verehrte Damen und Herren,

verehrte Pfarrer, Vertreter der Kirchengemeinden und

des Caritasverbandes, liebe Gäste und Interessierte,

geschätzte Vertreter der Medien

und der Öffentlichkeitsarbeit!

„Mit großer Dankbarkeit und Freude darf ich heute in Ihrer

Anwesenheit ein wichtiges Projekt des Jubiläums „1000

Jahre Bistum Bamberg“ eröffnen, das den Titel trägt: „Katholische

Kindertagesstätten auf dem Weg zum Familienstützpunkt“.

Dieses Projekt liegt mir besonders am Herzen. (...)

Dank schulde ich vor allem dem, der dieses Projekt mit

100.000,00 Euro ermöglicht hat. Mir ist eine Erbschaft zugegangen,

über die ich frei verfügen kann. Ich habe entschieden,

sie für dieses Projekt zu verwenden. Dem Stifter sage

ich von ganzem Herzen Vergelt’s Gott. Ich danke aber auch

den zehn Kindertagesstätten, die dieses Projekt starten.

Warum ist mir dieses Projekt so wichtig? Seit ich Bischof in

der Erzdiözese Bamberg bin, habe ich bekundet, dass mir die

Familie ganz besonders am Herzen liegt; die Familienpastoral

soll ein Schwerpunkt in unserer Erzdiözese sein. Zu diesem

Zweck habe ich bereits die Familienstiftung „KINDER­

REICH“ ins Leben gerufen, die Lobbyarbeit für kinderreiche

Familien leistet.

In unserer Erzdiözese gibt es in den Pfarreien die Initiative

„Kinderfreundliche Pfarrei“. Unsere Pfarreien sollen sich im

Gottesdienst, auf den kirchlichen Spielplätzen, bei der Kinder­

und Jugendarbeit, im ganzen Verhalten und Umgang, als

familienfreundlich zeigen; sie sollen den Familien Raum und

Ort, Anerkennung und Hilfe geben.

In unserer Erzdiözese gibt es bei der „Caritas“ und dem „Sozialdienst

Katholischer Frauen“ verschiedene Beratungsinstitutionen

zur Stärkung und Stützung der Familie. Aber auch

die Verbände wie Kolping, KAB und Frauenbund haben die

Familien zu einem Schwerpunkt in ihrer Arbeit gemacht.

Der „Familienbund“ der katholischen Kirche engagiert sich

in Politik, Bildung und Sozialwesen für die Familie.

Trotz all unserer Initiativen leidet die Familie unter vielerlei

Nöten. Die Arbeit in der Familie und für die Familie sowie

die Erziehungsleistungen von Vätern und Müttern werden in

unserer Gesellschaft nicht genügend geachtet und finanziell

Projekteinrichtung

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honoriert. Deshalb besteht für Familien, vor allen Dingen für

kinderreiche Familien, nach wie vor ein Armutsrisiko. Das

ist aber ein Armutszeugnis für uns, weil wir doch wissen,

dass von intakten Familien unsere Zukunft abhängt.

Das Renommee der Familie ist eher am Sinken als am Steigen.

Es ist nicht hinnehmbar, dass mit der Zunahme der

Größe der Familie die Abnahme ihrer Anerkennung und

Achtung in der Gesellschaft einhergeht. Es ist auch oft sehr

schwierig, Familie und Kinder mit Arbeit und Verdienst in

unserer Gesellschaft in Einklang zu bringen. Dadurch steigt

die Gefahr, dass Väter und Mütter, die arbeiten wollen und

müssen, um den Lebensunterhalt zu sichern, sich nicht genügend

um die Erziehung der Kinder kümmern können oder

aus Zeit­ und Nervenmangel durch die Erziehung ihrer Kinder

überfordert sind. (...)

Die Kirche will in diesen

Nöten Abhilfe schaf fen und

deshalb hat sie die Familie

auf der Prioritätenliste ihres

Wirkens ganz oben gesetzt.

Alle genannten Initiativen, die es im Erzbistum Bamberg gibt,

zielen darauf hin, Familien zu helfen, dass sie „heil“ werden

können und ihre Aufgaben für sich, ihre Kinder und die Gesellschaft

erfüllen können. Warum diese neue Initiative? Wir

haben seit Jahren festgestellt, dass gerade im Kindergartenalter

die Eltern mit ihren Kindern oft überfordert sind. Der

Druck der Arbeit, die Einflüsse auf die Kinder von außen, die

Medien machen diese Entwicklungsphase besonders schwierig.

Aus diesen Schwierigkeiten ergeben sich viele Stresssituationen,

die dann zu dauerhaften Überforderungen führen.

Diese können wiederum eine Verwahrlosung der Kinder zur

Folge haben oder sogar Gewalttätigkeiten gegen Kinder bzw.

Kindesmisshandlungen auslösen. Alle diese Beobachtungen

haben uns dazu geführt, eine weitere Initiative für Eltern


und Alleinerziehende von Kindern im Kindergartenalter ins

Lebens zu rufen. Familien sollen „heil“ sein, und wir wollen

ihnen dabei helfen. Sie sollen „heil“ sein, damit sie Orte der

Liebe, des Friedens und der guten Entwicklung der Kinder

sein können.

Dazu möchten wir die Kindergärten noch mehr zu Familienstützpunkten

ausbauen. Diese Initiative soll heute ins Leben

gerufen werden.

Im Bistumsjubiläumsjahr „1000 Jahre Bistum Bamberg“ haben

wir uns drei Ziele gesetzt: „Glauben stärken – Gemeinschaft

leben – Für die Menschen da sein“. Vor allem das

dritte Ziel „Für die Menschen da sein“ hat mich und uns

bewogen, diese weitere Initiative für die Familie in diesem

Jahr ins Leben zu rufen. Wir wollen für die Menschen da

sein, vor allen Dingen für die, die uns besonders brauchen

und für die wir auch in besonderer Weise durch unseren

christlichen Glauben und unsere christliche Tradition gefordert

sind. Dazu gehören in erster Linie die Familien. In

meinem Hirtenbrief zu Beginn des Jubiläumsjahres vom 29.

Oktober 2006 habe ich ausdrücklich darauf hingewiesen,

dass dieses Jahr ein Jahr der Taten und nicht der Worte sein

soll. Heute wird eine wichtige Tat auf den Weg gebracht ­ für

die Familie.

Kinder tagesstätten sind

wichtige Or te der Pastoral.

Die zehn ausgewählten Kindergärten müssen sich alle Mühe

geben, um dieses Projekt gut zu starten und auszubauen. Ich

i m B l i c k p u n k t : C a r i t a s

Die Leitungen der am Familiensozialprojekt beteiligten Tageseinrichtungen für Kinder

mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick und Caritasdirektor Gerhard Öhlein

bitte unseren Herrn und Gott um seinen Segen für diese so

wichtige Initiative. Für die Kindertagesstätten steht in unserem

Pastoralplan: Sie sind „wichtige Orte der Pastoral“.

„Deshalb empfiehlt sich in den Gemeinden die Pflege einer

engen Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen und Eltern.“

Wir haben in unserer Diözese etwa 330 Kindergärten, d.h.

bei 367 Pfarreien werden von 75 % der Pfarreien Kindergärten

unterhalten. Das ist ein wichtiger Dienst an der Gesellschaft,

den wir gerne tun. Viele unserer Kinder in unseren

Kindertagesstätten, Krippen und Horten sind nicht katholischen

Glaubens. In Nürnberg haben wir z. B. Kindergärten,

in denen 80 % der Kinder Kinder von Eltern sind, die keiner

Kirche angehören; es sind vor allem Muslime türkischer

Herkunft. Das bedeutet, dass diese keine Kirchensteuer

zahlen. Wir tun diesen Dienst gern, müssen allerdings die

öffentliche Hand, d. h. die Kommunen, aber auch das Land

Bayern, bitten, dass sie uns eine bessere Finanzierung zuteil

werden lassen.

Die Erzdiözese Bamberg hat sich entschieden, keine Kindertagesstätten

aus finanziellen Gründen aufzugeben. Sie sollen

Orte sein und bleiben, in denen Eltern, Vätern und Müttern

geholfen wird, ihre Kinder zu behüten und zu erziehen, und

in denen sie selbst gestützt werden, damit sie als Familien,

als Eltern, als Väter und Mütter, ihre Aufgabe wahrnehmen

können. Dazu soll auch diese neue Initiative „Katholische

Kindertagesstätten auf dem Weg zu Familienstützpunkten“

dienen, die ich hiermit eröffne.

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Erzbischof Ludwig Schick begrüßte am Sonntag über

5 000 Gottesdienstteilnehmer

Juli 2007

Feierlicher Höhepunkt: der Gottesdienst am Sonntagvormittag

Mehr als 1000 Biker trafen sich zum Motorradgottesdienst auf dem Domplatz „2,5 x 2,5 Meter groß: Das Riesen-Erdbeerkuchen-Herz des

„Berufungs-Weck-Cafes“

Katholikin und Künstlerin: Maite Kelly von der „Kelly-Family“ Spektakulär: Lichtkantaten im Dom


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B i s t u m s t a g e z u m

H e i n r i c h s f e s t


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Veranstaltungen im Juli 2007

Donnerstag, 5. Juli, bis Sonntag, 8. Juli, Bamberg

Lichtkantaten im Dom anlässlich der Bistumstage zum

Heinrichsfest

Bei den Lichtkantaten tauchte Lichtkünstler Stefan W. Knor an vier

aufeinanderfolgenden Tagen den Innenraum des Bamberger Doms

in ein wechselndes Farbenmeer, das auf Texte und Musik abgestimmt

war.

Donnerstag, 5. Juli und Samstag, 7. Juli

„Caelestis urbs Jerusalem - Himmlische Stadt Jerusalem“

Lichtkantate mit Musik und Texten von Prälat Alois Albrecht zum

Bamberger Dom

Freitag, 6. Juli

Lichtnacht der Jugend

„Sternzeit 2007 - Mein Traum von Kirche“

Sonntag, 8. Juli

Orgelnacht Lichtkantate

1. Konzert „Gott unter uns“, Markus Willinger, Bamberg;

2. Konzert „Halleluja“, Ludwig Ruckdeschel, Passau;

3. Konzert „Christus, das Licht“, Markus Eichenlaub, Limburg;

4. Konzert „Lieder zur Nacht“, Karl-Heinz Böhm, Bamberg,

Theresia Groß, Sopran; Birgit Hablitzel, Violine

Freitag, 6. Juli,

bis Sonntag, 8. Juli,

Bamberg

Bistumstage zum

Heinrichsfest

Ein abwechslungsreiches

Programm mit vielen

Impulsen und Höhepunkten

lockte mehr als 30.000

Besucher zum traditionellen

Heinrichsfest nach Bamberg.

Gottesdienste, spirituelle

Angebote, ein „Markt der

Möglichkeiten“, Foren mit

interessanten Gesprächsteilnehmern,

Konzerte, Kabarett,

Mitmachaktionen und vieles

mehr wurde von den Be-

suchern gut angenommen

und durchweg positiv bewertet. Höhepunkt war der Festgottesdienst

mit Kardinal Friedrich Wetter, Erzbischof em. von München-

Freising, und Erzbischof Dr. Ludwig Schick am Sonntagvormittag

auf dem Domplatz.

Mittwoch, 11. Juli, Bamberg

„Der Herr der Himmel setzt die Zeit in Gang“

Calderon-Spiel als „Lauf-Spiel“ mit Szenen zur Bistumsgeschichte.

Das E.T.A.-Hoffmann-Theater entwickelte in Zusammenarbeit

mit dem Domkapitel ein Programm zum Thema ‚1000 Jahre

Bistum Bamberg – Kirche in Bamberg’, das im Sommer 2007

in und um die Alte Hofhaltung herum zu sehen war. Die

Zuschauer suchten sich die Reihenfolge der zwölf dargebotenen

Szenen selbst aus und stellten sich somit ihren eigenen

Abend zusammen. Die Texte stammten u.a. von Prälat Alois

Albrecht, Rainer Lewandowski und Tanja Kinkel.

Szene aus „Luther in Coburg“

Freitag, 13. Juli, Nürnberg

Nacht der Kirchen

mit einem bunt gemischten Kulturprogramm in den Altstadtkirchen

Samstag, 14. Juli, Kirchschletten

Benediktinischer Begegnungstag

„Unterm Sternenmantel“

Im Rahmen des Bistumsjubiläums fand ein benediktinischer

Begegnungstag in der Abtei Maria Frieden in Kirchschletten

bei Zapfendorf statt.

Samstag, 14. Juli, Bamberg

Lehrertag

Etwa 140 Lehrkräfte aller Schularten besuchten den Lehrertag

im Bistumshaus St. Otto in Bamberg auf Einladung des

Sachausschusses Schule und Erziehung und der Hauptabteilung

Schule und Religionsunterricht. Beim Gottesdienst

würdigte Erzbischof Dr. Ludwig Schick die herausragende

gesellschaftliche Bedeutung von Schule, Erziehung und Bildung.

In seiner Festansprache appellierte Prof. Hans Maier

an die Lehrer, mehr Mut zu haben, sich als pädagogische

Institution zu präsentieren.


Sonntag, 15. Juli, Ansbach

Gumbertusfest

Ökumenischer Gottesdienst in der Gumbertuskirche,

anschließend Begegnung unter freiem Himmel mit

Kinderprogramm, Mittagessen und „Gumbertus-Urtrunk“.

Sonntag, 15. Juli, Erlangen

„Das Himmelreich zu Erlangen“ mit Vesper

Los ging es mit einem ökumenischen Spaziergang zu Pfarrgärten:

von St. Bonifaz über die evang.-luth. Neustädter

Kirche, die evang.-reformierte Hugenottenkirche bis hin

zur katholischen Pfarrkirche Herz Jesu. Als Höhepunkt

wurde am Ende des Rundgangs beim Gemeindehaus ein

Bibelgarten eingeweiht.

Am Abend feierten die christlichen Kirchen in der evangelisch-reformierten

Kirche eine ökumenische Vesper. Die

Predigt hielt Erzbischof Dr. Ludwig Schick.

Mittwoch, 18. Juli, Bamberg

Berufsschüler „unterm Sternenmantel“

Wortgottesdienst der Schüler und Lehrkräfte der

Staatlichen Berufsschule III aus Bamberg im Dom.

19. Juli, Bamberg, Kreuzgang des Karmelitenklosters

„Licht-Blick“: Kirchen im Erzbistum Bamberg

Ausstellungseröffnung mit 50 großformatigen Aufnahmen

von Horst Schäfer (Nürnberg). Ein Gemeinschaftsprojekt

von Diözesanakademie Caritas-Pirckheimer-Haus, Künstlerseelsorge,

Bildungshaus Marianum und Karmelitenkonvent.

Freitag, 20. Juli, Samstag, 21. Juli, Teuschnitz

50 Jahre „Haus am Knock“

Mit einem Gottesdienst, Frühschoppen, Volleyball-Turnier

und Wolfgang Buck-Konzert feierte das Jugendbildungshaus

am Knock in Teuschnitz sein 50-jähriges Bestehen.

Beim Festgottesdienst

sagte Erzbischof em. Dr.

Karl Braun, der Knock sei

ein Ort des Lebens, an

dem auch Fragen nach

dem Lebenssinn gestellt

und beantwortet würden.

Der Kronacher Landrat

Oswald Marr bezeichnete

das Jugendbildungshaus

als eine „herausragende

und wunderbare

Einrichtung im Landkreis

Kronach.“

Freitag, 20. Juli, Bamberg

V e r a n s t a l t u n g e n

Eröffnung der Ausstellung „Kaiserräume – Kaiserträume“

in der Neuen Residenz mit dem Bayerischen Finanzminister

Kurt Faltlhauser.

Die Ausstellungsbesucher erhalten die Möglichkeit, in „offenen

Werkstätten“ die laufenden Restaurationen in den Kaiserappartements

zu verfolgen und die Geschichte der ehemals

fürstbischöflichen Residenz hautnah kennen zu lernen.

Samstag, 21. Juli, Bamberg

Diakonenweihe

Erzbischof Dr. Ludwig Schick weihte sechs Männer zu

Ständigen Diakonen.

Zu Diakonen im Hauptberuf wurden Matthias Bischof, Jürgen

Fischer und Dr. Andreas Hölscher geweiht, zu Diakonen mit

Zivilberuf Andreas Eberhorn, Diethard Nemmert und Paul

Neumeier.

Sonntag, 22. Juli, Bamberg

Barocke Pracht zum Bistumsjubiläum - Monteverdis

Marienvesper im Bamberger Dom

Mit der „Vespro della Beata Vergine“, der Marienvesper, gelang

– wie es eine hübsche Legende berichtet - dem italienischen

Barockmeister Claudio Monteverdi ein Karrieresprung. Als er

sich 1613 an der Basilika San Marco in Venedig bewarb, musste

er in der „prova“ sein Können unter Beweis stellen. Mit keinem

anderen Werk hätte er dies treffender tun können als mit der

Marienvesper aus dem Jahre 1610. Glanz und Pracht dieses

gut 90-minütigen Werkes überzeugten die Domherren von San

Marco derart, dass sie ihn einstimmig zum „Maestro di capella“

beriefen.

Domkapellmeister Werner Pees war bei der Aufführung der

Marienvesper im Bamberger Dom um einen authentischen

Musizierstil bemüht, indem er hierfür u.a. ein Orchester auf

historischen Instrumenten einsetzte.

Dienstag, 24. Juli, Erlangen

„Unterm Sternenmantel“ - einander im Glauben stärken

Vortrag von Sr. M. Claudia Köberlein CJ im Auftrag der

Katholischen Erwachsenenbildung in der Stadt Erlangen e.V.

im Pfarrzentrum St. Theresia.

Sonntag, 29. Juli, Herzogenaurach

Mittelalterfest der Stadt Herzogenaurach

„Unterm Sternenmantel“ - Was kennen wir von unserem

Erzbistum?

Präsentation von Geschichte und Gegenwart auf dem Marktplatz

von Herzogenaurach mit ökumenischem Gottesdienst

„In Christus vereint unter dem Sternenmantel“.

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B i s t u m s t a g e

Freitag, 6. Juli

Verschiedene Gottesdienstformen

prägten die

Bistumstage mit. Am

Beginn stand ein

Abendlob in St. Martin

mit dem Erzbischof.

Am Abend lud „Texas

Lightning“ zu einem

Country-Abend auf den

Domberg. Rund 7 000

begeisterte Zuhörer

klatschten und

sangen mit.

Freuten sich auf den

Auftritt in Bamberg:

Texas Lightning

um den Comedy-Star

Olli Dittrich.

Ein bewusster Akzent zu Beginn der Bistumstage: die Auszeichnung von Ehrenamtsinitiativen. Bezugnehmend auf das Motto des

Bistumsjubiläums bezeichnete Erzbischof Schick die Ehrenamtlichen als „Sterne, die leuchten, Feuer fangen, Licht, Wärme und

Freundlichkeit ausstrahlen und damit zu leuchtenden Sternen und Wegweisern in der Kirche werden“ .


B i s t u m s t a g e z u m H e i n r i c h s f e s t

„ S c h w u n g f ü r d a s n ä c h s t e J a h r t a u s e n d “

A n d r e i Ta g e n ru n d 00 A n g e b o t e u n d 0 000 B e s u c h e r. S c h o n d i e e i n d ru c k s -

vo l l e n Za h l e n l e g e n d e n S c h l u s s n a h e , d a s s d a s H e i n r i c h s f e s t e i n g a nz

b e s o n d e r e s E r e i g n i s u n d E r l e b n i s w ä h r e n d d e s J u b i l ä u m s j a h r e s w a r. A b e r e s

g a b n i c h t n u r M a s s e , s o n d e r n a u c h v i e l K l a s s e u n d e i n e t o l l e S t i m m u n g .

Feiern und Helfen: Jugend engagierte

sich für das Sozialprojekt

Infostände aber auch ein Kunsthandwerkermarkt

gaben dem Maxplatz einen besonderen Flair.

Wolfgang Buck – der evangelischer

Pfarrer und Liedermacher singt Eigenkompositionen

in fränkischer Mundart

Samstag, 7. Juli

Heiß begehrt: „Kunigundenkronen“

zum Selberbasteln.

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen

beleuchtete in einem von neun Foren die

Situation der Ökumene in Deutschland.

Unterhaltung, aber auch inhaltliche Angebote und Themenforen prägten

den Samstag. Der Erfurter Weihbischof Dr. Reinhard Hauke sprach über

„Segnungsfeiern für Nichtchristen“. Jesuitenpater Friedhelm Hengsbach und

DGB-Vorsitzender Fritz Schösser stellten die Frage nach dem Menschen in der

„schönen“ neuen Arbeitswelt. Und für Frauen gab es einen eigenen Projekttag

mit Vorträgen, Workshops und Konzert. Wer sich nicht so lange und intensiv

einem Thema widmen wollte, der konnte sich in der Fußgängerzone über die

Arbeit kirchlicher Einrichtungen und Verbände informieren oder am Heumarkt

ein „Jugendzentrum“ unter offenem Himmel betreten.

Nicht zu vergessen natürlich das Kinderprogramm und die Führungen: vom

Flusswasserkraftwerk über den Skulpturenweg bis zu den Domherrenhöfen. Und

dann gab es ja auch noch das Non-Stopp-Programm der DJK, den integrativen

Zirkus aus Österreich, viele Konzerte – u.a. von Maite Kelly und Wolfgang Buck–

und vieles mehr. Darunter auch – wie in den letzten Jahren– die Motorradsternwallfahrt,

die mit einem großen Gottesdienst auf dem Domplatz endete.

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Kardinal Friedrich Wetter

stand als Apostolischer

Sondergesandter dem

Festgottesdienst vor.

Sonntag, 8. Juli

Tausende Menschen fanden sich am Sonntagmorgen zum Festgottesdienst auf dem Domplatz ein.

Kardinal Friedrich Wetter aus München erinnerte in seiner Predigt an die missionarische Aufgabe der Kirche.

Diese sei auch ein Erbe des Bistumsgründers Kaiser Heinrichs II., ein Erbe, das bis heute verpflichte.

Zum Festgottesdienst fanden sich 25 Bischöfe, 400 Chorsänger und Abordnungen vieler kirchlicher Verbände ein.


Über drei Tage

hinweg präsentierten

sich kirchliche

Jugendverbände,

Dekanate und

Einrichtungen im

Jugendzentrum“ am

Heumarkt

Freunde seit der gemeinsamen Studienzeit:

Bischof Ramazzini und Erzbischof Schick.

Abwechslungsreiche Auswahl von

Liedern aus Mittel- und Südamerika

präsentierten Grupo Sal.

B i s t u m s t a g e z u m H e i n r i c h s f e s t

Am Nachmittag sorgten Grupo Sal und Bischof Alvaro Ramazzini

aus Guatemala für internationalen Flair: südamerikanische

Rhythmen und eindringliche Worte über Menschenrechte. Dieser

Beitrag stand stellvertretend für das gesamte Konzept der

Bistumstage: Viel Unterhaltung mit viel Tiefgang. „Diese Tage

mit viel Freude und Zuspruch geben Schwung für das nächste

Jahrtausend“, meinte abschließend Erzbischof Dr. Ludwig Schick.

Und er sprach damit vielen aus dem Herzen.

Keine Führung wie jede andere – Erzbischof Schick erläuterte

Kindern den Dom

Gruppenbild mit „Kaiser Heinrich“ – Schüler

der Bamberger Martinsschule begeisterten mit

einem Theaterstück

Gute Geister verkauften über 2000

„Festabzeichen“ zugunsten der

Sozialinitiative

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B i s t u m s t a g e

„Sternzeit 2007 – Mein Traum von Kirche“. Lichtnacht der Jugend


Lichtkantaten: „Ein Ahnung des

himmlischen Jerusalems“

„Der Dom ist wegen Überfüllung vorläufig geschlossen. Bitte kommen

Sie später wieder.“ Mit diesen Worten mussten sich viele Menschen

vorläufig zufrieden geben. Und in der Tat platzte vier Nächte lang

die Bamberger Kathedralkirche aus allen Nähten. Wer es dann doch

ins Innere geschafft hatte, den erwartete ein einmaliges Erlebnis:

Der Bonner Lichtkünstler Stefan W. Knor tauchte den Dom in ein

faszinierendes Licht. Aber es ging nicht um ein bloßes Spektakel.

„Die Besucher sollen den Dom mit vielen Sinnen ermessen können“,

so Prälat Alois Albrecht, der für zwei Lichtkantaten das inhaltliche

Konzept zusammengestellt hatte.

In den Liturgischen Nächten gab es biblisch-meditative Texte, Gesang

und Musik zu hören. Passend dazu eine Scheinwerferillumination

durch die Farbspektren Orange/Rot sowie Blau/Violett. „Besucher

können sich auf die Schönheit der Kirche besinnen und erkennen, dass

die Kirche die Gemeinschaft aller Gläubigen ist, so wie die Gesamtheit

der Steine den Dom bildet“, erklärte Albrecht.

B i s t u m s t a g e z u m H e i n r i c h s f e s t

Nicht minder beeindruckend gestaltete sich die Lichtnacht der

Jugend. Hoffnungen und Visionen junger Menschen für die Kirche

wurden in zwölf Szenen visualisiert – mit Puppeninstallationen,

Musik und natürlich viel Licht. Last not least die Orgelnacht-

Lichtkantate. Unter der Leitung von Domorganist Markus

Willinger erklangen Werke von Johann Sebastian Bach bis Karl

Höller: ein opulenter Ohrenschmaus zum Ende der Bistumstage.

Mancher musste unwillkürlich an einen biblischen Psalm denken:

„Wie herrlich und wie liebenswert ist doch deine Wohnung, Herr

der Heerscharen.“

Seit 2002 rückt Stefan W. Knor (rechts) mit

seinem Projekt „Lumen Tenebris“ Kirchen in

ein besonderes Licht

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B i s t u m s t a g e

Das Heinrichsfest live im Fernsehen

Die Moderatoren Stephanie Stauss und Peter Sauer

präsentierten am Samstag, 7. Juli, von 14.30 bis

16.30 Uhr eine interessante und kurzweilige Sendung

über das Heinrichsfest.

Peter Sauer diskutierte mit Historikern, Theologen,

Ehrenamtlichen, Jugendlichen und mit dem

Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick über den

Glauben im Bistum damals und heute.

„Carmina Burana“

Jugendliche aus Bamberg

und seinen Partnerstädten

sangen und spielten anlässlich

der Bistumstage zum

Heinrichsfest die „Carmina

Burana“ von Carl Orff. Unter

Leitung von Dirigent Martin

Erzfeld wirkten insgesamt

250 Schüler der Städtischen

Musikschule sowie Jugendliche

aus Bambergs Partnerstädten

Esztergom (Ungarn), Feldkirchen und

Villach (Österreich), Rodez (Frankreich)

und Bedford (England) an dem Projekt

mit. Bereits beim ersten Satz des 140köpfigen

Chors, „O Fortuna“, der den

ewigen Kreislauf des Daseins zwischen

Glück und Unglück, Aufstieg und Niedergang

spiegelt, sprang am Sonntagabend

der Funke auf das Publikum in der

Konzert- und Kongresshalle über.

Weltrekordversuch für die

Sozialinitiative „Ausbildung-

Arbeit-Zukunft“

Referat Öffentlichkeitsarbeit – Projektarbeit

Roland Baierl, Michael Kleiner und Sandra Wahl sind seit dem Jahr 2000 als Projektreferat

für die langfristige Vorbereitung und Koordination des Jubiläumsjahres

zuständig. Dazu gehörte von Anfang an die Neuausrichtung des Heinrichsfestes, bei

dem sich in den vergangenen Jahren nacheinander alle sechs Regionen des Erzbistums

präsentieren konnten. Für das Jubiläumsjahr ergänzte das Team Josef Unser,

der insbesondere für die Organisation der Bistumstage verantwortlich zeichnete.

200 000 Spielkarten auf einer Länge

von 45m x25m. Das sind die blanken

Zahlen bei einem geglückten Welt-

rekordversuch, der auf den Eintrag in

das „Guinnessbuch der Rekorde“ wartet.

Das „weltgrößte Legekarten-Spiel“

in der Sporthalle am Georgendamm

und eine Tischkicker-Verlosung sollten

aber nicht nur Spaß machen, sondern

Spenden für die Sozialinitiative im

Jubiläumsjahr „Ausbildung-Arbeit-Zukunft – für Menschen in unserer

Region“ einbringen, für die während des gesamten Festes gesammelt

wurde. Der Verkaufserlös von Holzabzeichen und Portocards

floss ebenso in das Projekt.


„ M a r k s t e i n e “ d e s r e l i g i ö s e n L e b e n s –

B i s t u m s j u b i l ä e n i n f r ü h e r e r Z e i t

Bistumsjubiläen wurden schon in der Wilhelminischen Ära sehr

festlich und feierlich begangen. Als „Marksteine“ des religiösen

Lebens lockten sie viele Menschen zu Gebeten und Feiern in die

Bischofsstadt: so 1891 zum – verspätet gefeierten – Jubiläum

des heiligen Bischofs Otto (+ 1139, heiliggesprochen 1189) oder

im Jahr 1901 zum Kunigundenjubiläum. Zu den dreitägigen

Festlichkeiten zu Ehren der Erhebung ihrer Gebeine im Jahr

1201 pilgerten rund 30 000 Besucher nach Bamberg.

Anlässlich des 900-jährigen Bistumsjubiläums im Jahr

1907 erschienen zahlreiche Publikationen über die

Bistumsgeschichte. Die Diözese beging das Jubiläum mit

Glockengeläut und Festgottesdiensten im ganzen Bistum

sowie mit Wallfahrten in die Bistumsstadt. An der „Henrici-

Jubiläumsprozession“ nahmen 20 000 Menschen teil.

1924 beginn man in Bamberg das Jubiläum des 900. Todestages

Kaiser Heinrichs II. Zu den 9-tägigen Feierlichkeiten strömten

über 50 000 Gläubige in die Bischofsstadt. Ein Festspiel führte

sein Leben vor Augen und eine Sonderausstellung sein Wirken.

Weniger aufwendig wurden die 1957 die 950-Jahrfeierlichkeiten

des Bistums gefeiert. Beim Heinrichsfest gab es neben

Pontifikalgottesdienst und Festvortrag noch einen besonderen

Akzent: die Aufführung des „Großen Welttheaters“ von Hugo

von Hoffmannsthal auf den Stufen des Klosters Michelsberg.

Die Bischöfe der Suffraganbistümer fanden sich zum 900-jährigen

Bistumsjubiläum in Bamberg ein und predigten auch im Dom.

B i s t u m s t a g e z u m H e i n r i c h s f e s t

950-Jahr-Feier: Bei der Festprozession zum Heinrichsfest tragen

Alumnen das Haupt der hl. Kunigunde.

Der Päpstliche Nuntius Eugenio Pacelli – späterer Papst Pius XII.–

zelebrierte 1924 das Pontifikalamt zum Heinrichsjubiläum.

Zum 900-jährigen Bistumsjubiläum erschien eine Gedenkmedaille,

die die Bistumsgründer Heinrich und Kunigunde auf der

einen Seite, den damals regierenden Bischof Friedrich Philipp

von Abert (1905 - 1912) auf der anderen Seite zeigte.

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B i s t u m s t a g e

D e r g u t e S c h a t t e n P e t r i l i e g t ü b e r

d e m B i s t u m B a m b e r g

Dieses kostbare Erbe gelte es lebendig zu halten.

Von Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter, Sondergesandter des Heiligen Vaters

Papst Benedikt XVI. für die Jahrtausendfeier des Erzbistums Bamberg

Als unser Heiliger Vater Benedikt XVI. am Weißen Sonntag

auf dem Petersplatz in Rom anlässlich seines 80. Geburtstages

einen festlichen Gottesdienst feierte, hieß es in der

Lesung aus der Apostelgeschichte, dass durch die Hände der

Apostel viele Zeichen und Wunder geschahen. „Selbst die

Kranken trug man auf die Straßen hinaus und legte sie auf

Betten und Bahren, damit, wenn Petrus vorüber kam, wenigstens

sein Schatten auf einen von ihnen fiel“ (Apg 5,15).

Dem Schatten des Petrus – so deutete der Heilige Vater diese

Worte – „wurde heilende Kraft zugeschrieben. Denn dieser

Schatten kam von Licht Christi und trug daher etwas von

der Macht seiner göttlichen Güte in sich.“

In diesem Schatten Petri sieht der Heilige Vater sein 80­jähriges

Leben geborgen und beschützt. Wörtlich sagte er: „Der

Schatten Petri ist durch die Gemeinschaft der Katholischen

Kirche von Anfang an auf mein Leben gefallen, und ich habe

gelernt, dass es ein guter Schatten ist, ein heilender Schatten,

eben weil er letztlich von Christus selber kommt.“

Von Anfang an liegt über

Bamberg in besonderer Weise

der Schatten Petr i

Der bergende Schatten des Petrus liegt auch schützend über

der 1000­jährigen Geschichte der Kirche von Bamberg. Kaiser

Heinrich II. gründete am 1. November 1007 das Bistum

Bamberg „zu Ehren des hl. Petrus“ und übereignete es dem

Papst, dem Nachfolger des hl. Petrus. Aus ihrem persönlichen

Eigentum trug auch seine Gemahlin Kunigunde zur

Stiftung des Bistums Bamberg bei.

Der Namensvorgänger unseres Heiligen Vaters, Papst Benedikt

VIII., verlieh sieben Jahre später 1014 Heinrich

und Kunigunde in Rom die Kaiserwürde und 1020 kam er

selbst nach Bamberg. Der zweite Bischof von Bamberg Suitger

wurde 1042 Nachfolger des hl. Petrus und ist als Papst

Clemens II. hier im Dom begraben – die einzige Grablege

eines Papstes nördlich der Alpen. So liegt von Anfang an

über Bamberg in besonderer Weise der Schatten Petri. Und

in den 1000 Jahren seiner wechselvollen Geschichte dürften

die Gläubigen des Bistums immer wieder auch gespürt haben,

„dass es ein guter Schatten ist, ein heilender Schatten,

eben weil er letztlich von Christus selber kommt.“

Predigt beim Festgottesdienst an den

Bistumstagen zum Heinrichsfest am 8.

Juli 2007 am Bamberger Domplatz

Dieses kostbare Erbe gilt es lebendig zu halten. „Suchen wir

auch heute den Schatten Petri, um im Licht Christi zu sein“,

wie der Heilige Vater an seinem achtzigsten Geburtstag uns

aufgerufen hat. Das ist auch der tiefere Sinn dieser Jahrtausendfeier

der Kirche von Bamberg: den Schatten Petri zu

suchen, um im Licht Christi zu sein. (...)

Der Weg, den uns Petrus dorthin führt, ist die Nachfolge

Jesu. Darum hat er uns in der Lesung aufgefordert: „Setzt

allen Eifer daran, mit eurem Glauben die Tugend zu verbinden,

mit der Tugend die Erkenntnis, mit der Erkenntnis die

Selbstbeherrschung, mit der Selbstbeherrschung die Ausdauer,

mit der Ausdauer die Frömmigkeit, mit der Frömmigkeit

die Brüderlichkeit und mit der Brüderlichkeit die Liebe“

(2 Petr 1,5­7).

Ein Leben nach dem Vorbild Jesu, die Nachfolge Jesu, das ist

der schattige Weg des Petrus, auf dem er uns ins Licht Jesu

Christi führt. „Ich bin das Licht der Welt“ sagt Jesus. „Wer

mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen,

sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12).

Worauf es dabei ankommt, wurde uns in der Lesung aus dem

ersten Buch der Könige gesagt. Der junge König Salomo bittet

Gott um ein hörendes Herz, damit er das Volk zu regieren

und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Salomo

wurde diese Bitte gewährt. Auch Kaiser Heinrich hatte ein

Herz, mit dem er auf die Stimme Gottes hörte, um den rechten

Weg zu finden. „Hören wir auf die Stimme des Herrn!“

schreibt er in einem Brief. Damit ruft er auch uns heute auf,

mit einem hörenden Herzen wahrzunehmen, worauf es im

Leben ankommt und worauf es nicht ankommt. Die Kunst

des Lebens beginnt damit, auf die Stimme dessen zu hören,

der uns den rechten Weg führt, weil er selbst der Weg ist,

der alleinige Weg, der ans Ziel führt. Das ist Jesus Christus.

Seine Stimme ist Gottes Stimme.

Erinnern wir uns an ein Wort, das uns Papst Benedikt im

vergangenen Jahr beim Gottesdienst in München­Riem gesagt

hat: „Es gibt eine Schwerhörigkeit Gott gegenüber, an

der wir gerade in dieser Zeit leiden. Wir können ihn einfach

nicht mehr hören – zu viele andere Frequenzen haben

wir im Ohr. Mit der Schwerhörigkeit oder gar Taubheit Gott

gegenüber fehlt uns die entscheidende Wahrnehmung, die


Wahrnehmung Gottes.“ Er ist der Herr und das Ziel unseres

Lebens. Mit ihm steht und fällt unser Menschsein. Darum ist

es lebensnotwendig, mit wachem Herzen auf ihn zu hören,

damit wir das Gute vom Bösen zu unterscheiden verstehen

und sich unser Leben in geordneten Bahnen bewegt und wir

am Ende das Ziel unseres Lebens, Gott selbst erreichen.

Petrus hat mit dem Herzen auf Gott gehört; so erkannte er

und bekannte, wer Jesus ist: Du bist der Christus, der Sohn

des lebendigen Gottes. Das hatte er nicht aus sich. Jesus

stellt dies ausdrücklich fest, wenn er sagt: „Nicht Fleisch

und Blut haben dir das geoffenbart, sondern mein Vater im

Himmel“ (Mt 16,17).

An Petrus sehen wir, was uns aufgeht, wenn wir mit dem

Herzen hören. Wir erfahren, wer Jesus Christus ist: der

Sohn des lebendigen Gottes; wer er für uns ist: der Weg,

die Wahrheit und das Leben. Wir erfahren, wozu wir von

Gott berufen sind: in Jesus Christus Anteil zu erhalten an

der göttlichen Natur, wie es uns der hl. Petrus in der Lesung

gesagt hat; und das heißt Teilhabe am Leben des dreifaltigen

Gottes, hinein genommen werden in das Geheimnis seiner

unbegreiflichen Liebe. „Gott ist Licht, und keine Finsternis

ist in ihm“ (1 Joh 1,5). In dieses Licht, das uns in Jesus

Christus aufgestrahlt ist, führt uns der Schatten des Petrus.

Missionsauf trag gilt auch

für unsere Zeit

Das Licht muss leuchten. So verband Kaiser Heinrich mit seiner

Bistumsgründung die Aufgabe der Mission. Das Evangelium

sollte von Bamberg aus in den Osten getragen werden.

Ein leuchtendes Beispiel der Ostmission ist der hl. Bischof

Otto von Bamberg in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Durch seine Missionstätigkeit begründete er die Kirche in

Pommern.

Dieser Missionsauftrag gilt auch für unsere Zeit. Das Evangelium

des heutigen Festes bringt ihn uns nachdrücklich zum

Bewusstsein. Ein König verteilt sein Geld für die Zeit seiner

Abwesenheit an seine Diener. Nach der Rückkehr fordert er

Rechenschaft. Der eine hat das Geld durch seine Arbeit verzehnfacht;

der andere verfünffacht. Der dritte jedoch bringt

das Geld in einem Tuch eingebunden unangerührt zurück

B i s t u m s t a g e z u m H e i n r i c h s f e s t

ohne Gewinn. Der König gibt Weisung, ihm das

Geld zu nehmen und es dem zu geben, der am

besten gewirtschaftet hat; und erläutert es: „Wer

hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat,

dem wird auch noch weggenommen, was er hat“

(Lk 19,26).

Mit großem Ernst sagt uns Jesus in diesem Gleichnis,

dass wir den kostbaren Schatz des Evangeliums,

den wir im Glauben empfangen haben, nicht

für uns zurückbehalten dürfen. Er ist ein Geschenk

zum Weiterschenken. Nur wenn wir ihn weiterschenken,

ist und bleibt er unser eigen.

Die Kirche kann nur missionarisch Kirche sein, und wir

können nur missionarisch Christen sein. Wenn das Licht des

Glaubens nicht mehr für andere leuchtet, erlöscht es auch

bei uns.

Die Kirche von Bamberg ist diesem Auftrag ihres Gründerkaisers,

bis heute treu geblieben und weiß sich der missionarischen

Aufgabe verpflichtet. Die Anwesenheit der Bischöfe

aus Indien und Lateinamerika bekundet dies. Das gereicht

dem Erzbistum zur Ehre und ist ein Zeichen seiner Treue zu

Jesus unter dem bergenden Schatten des hl. Petrus.

Lassen wir das Licht des Glaubens auch weiterhin für andere

leuchten, wie es unzählige Christen in den vergangenen

tausend Jahren im Bistum Bamberg getan haben. Bewahren

wir uns ein hörendes Herz; dann werden wir auch Mut und

Kraft finden, für Christus kraftvoll Zeugnis zu geben.

„In Gott, so wünschen w ir, du

süßeste Braut, wachse

zu allen Zeiten, erstarke

und gedeihe!“

Liebe Schwestern und Brüder der Kirche von Bamberg!

„Suchen wir auch heute den Schatten Petri, um im Licht

Christi zu sein“, so ruft uns der Heilige Vater zu. Ja, bleiben

wir auf dieser Suche; dann wird die Kirche von Bamberg

auch in ihrem nun anbrechenden 2. Jahrtausend im Schatten

Petri geborgen sein und darin im Lichte Christi stehen,

das am Ende der Tage in vollem Glanz aufstrahlen wird.

Dann werden wir die Macht seiner Güte erfahren, da er uns

heimholt in die Arme des himmlischen Vaters, in das Leben

in Fülle.

Für die Zukunft wünsche und erbitte ich Ihnen, was 40 Jahre

nach der Bistumsgründung Ihr Bamberger Bischof und Papst

Clemens II. seiner dulcissima sponsa, seiner überaus geliebten

süßesten Braut, der Kirche von Bamberg, geschrieben

hat: „In Gott, so wünschen wir, du süßeste Braut, wachse

zu allen Zeiten, erstarke und gedeihe!“

Amen.

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J u l i 2 0 0 7


Sebalduswallfahrt in Nürnberg

Segen bei der Sebaldusvesper

Wallfahrten prägten das Jubiläumsjahr

august 2007

Nürnbergs Stadtdekane Michael Bammessel (ev.-luth.)

und Hans Reeg (kath.)

Kardinal Walter Kasper beim Eintrag in das Goldene Buch der

Stadt Nürnberg

Die Radwallfahrer auf dem Petersplatz in Rom


i m B l i c k p u n k t :

Ö k u m e n e


98

98

Ve r a n s t a l t u n g e n i m A u g u s t 2 0 07

Sonntag, 12. August, Obertrubach

1000-Jahr-Feier in Obertrubach

mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick

Mittwoch, 15. August, Bamberg

Orgelkonzertreihe im Bamberger Dom

Im Rahmen der Konzertreihe mit Dom-

organisten im Bamberger Dom zum

Bistumsjubiläum spielte der Rottenburger

Domorganist Wolfram Rehfeldt zum Fest

„Mariä Himmelfahrt“ Werke von Bach,

Reger, Buxtehude und Weitz.

Samstag, 18. August, Nürnberg

Forum „Auf dem Weg zur Einheit“

Im Caritas-Pirkheimer-Haus (CPH) diskutierten am Vorabend

zur Ökumenischen Sebalduswallfahrt Kardinal Walter Kasper,

Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der

Christen, und Bischof Friedrich Weber, Catholica-Beauftragter

der Vereinigten Evang.-Luth. Kirche Deutschlands (VELKD),

unter dem Motto: „Auf dem Weg zur Einheit“. Mehr als 500

Zuhörer folgten der Diskussion.

Kardinal Kasper, Regionalbischöfin Hann von Weyhern, Landesbischof Weber und

Erzbischof Schick im CPH

Sonntag, 19. August, Nürnberg

Ökumenische Wallfahrt zum Grab des Hl. Sebald

Etwa 2000 Christen nahmen an der bereits traditionellen

ökumenischen Sebaldusvesper in Nürnberg teil. Seit

16 Jahren feiert die evangelische Kirchengemeinde

St. Sebald die Ökumenische Sebaldusvesper zu Ehren

des Stadtheiligen und lädt dazu die Bürger aller Konfessionen

aus der Stadt ein. In diesem Jahr – anlässlich

des Jubiläums „1000 Jahre Bistum Bamberg“– war

eine Sternwallfahrt vorausgegangen, an der rund 1500

Katholiken und Protestanten von drei Startpunkten aus

mitgelaufen waren. Die Fußwallfahrt startete an drei

Stationen Fürth/St. Peter und Paul, Nürnberg/

St. Michael und Nürnberg/Hallplatz.

Um 17 Uhr feierten die Wallfahrer die Ökumenische

Sebaldusvesper mit Kardinal Walter Kasper (Rom) und

Landesbischof Friedrich Weber (Braunschweig) in der

Sebalduskirche. Weitere Mitwirkende:

Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Regionalbischöfin

Elisabeth Hann von Weyhern (Nürnberg),

Pfarrer Roland Huth (Frauenkirche, Nürnberg), Pfarrer

Gerhard Schorr (St. Sebald, Nürnberg) und Pfarrer

Theofil Herineanu (rum.-orth. Metropolie, Nürnberg).

Die anschließende Begegnung auf dem Sebalder Platz

nutzten Mitwirkende und Nürnberger, um ins Gespräch

zu kommen und sich über die Ökumene auszutauschen.


Montag, 27. bis 31. August, Vierzehnheiligen

Treffen der „Anima-Kapläne“

53 Geistliche, darunter Bischöfe und Professoren, die an dem deutschsprachigen

Priesterkolleg während ihres Weiterstudiums in Rom gelebt

hatten, trafen sich anlässlich des Bistumsjubiläums in der Erzdiözese.

Auch Erzbischof Schick und seine beiden Amtsvorgänger gehörten zu

den „Anima-Kaplänen“.

Dienstag, 28. August, bis 4. September

Studienfahrt nach Kärnten und Slowenien

Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) in der Stadt Erlangen e.V.

organisierte die Fahrt, die auch nach Villach, ehemals Hochstiftsgebiet

Bambergs, führte. Die Altstadt Villachs wurde erkundet unter dem

Motto „750 Jahre fürstlich-bambergerische Stadt“.

Dienstag, 28. August, Bamberg

Jubiläumswallfahrt der KAB „105 Jahre unterm Sternenmantel“

Der Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB)

Bamberg lud zum „Doppeljubiläum“ nach Bamberg ein.

Freitag, 17. August,

bis 7. September

Radwallfahrt nach Rom

Etwa 40 junge Frauen

und Männer radelten in

15 Etappen bei der

Diözesanradwallfahrt

rund 1500 Kilometer

vom „fränkischen Rom“

in die Ewige Stadt. Die

Teilnehmer waren täglich

rund 100 Kilometer

mit dem Fahrrad unterwegs. Der Startschuss für diese außergewöhnliche

Wallfahrt fiel am 17. August bei einem Gottesdienst mit Erzbischof

Dr. Ludwig Schick. Der Veranstalter der Tour war Hans Löffler,

Leiter des Jugendbildungshauses Am Knock in Teuschnitz, das bereits

seit 1996 Radwallfahrten für Jugendliche anbietet.

V e r a n s t a l t u n g e n

Freitag, 31. August, bis 6. September

Diözesanwallfahrt nach Rom

Mehr als 450 Teilnehmer waren bei der Jubiläumswallfahrt

mit dabei. Erzbischof Dr. Ludwig

Schick und Mitglieder des Domkapitels führten

durch die Stadt. Höhepunkte waren die

Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. auf

dem Petersplatz am Mittwoch, 5. September,

das Konzert der Bamberger Symphoniker in

Castel Gandolfo am Dienstag, 4. September,

und die täglichen Gottesdienste in verschiedenen

römischen Kirchen.

Freitag, 31. August, bis 7. September

Jubiläums-Romwallfahrt mit Senioren

und Behinderten

Anlässlich des 1000-jährigen Bistumsjubiläums

und der Feierlichkeiten zu „50 Jahre

Malteser Hilfsdienst e.V. in der Erzdiözese

Bamberg“ organisierten die Malteser zeitgleich

mit der Diözesanwallfahrt ebenfalls

eine Fahrt nach Rom. 70 Frauen und Männer,

behinderte und nicht-behinderte Menschen,

nahmen an der Buswallfahrt teil.

99

A u g u s t 2 0 0 7


100

Ö k u m e n e

S i t u a t i o n d e r Ö k u m e n e i m B i s t u m B a m b e r g

Die Ökumene – damit ist das Bemühen um die Einheit der verschiedenen

christlichen Kirchen gemeint – nimmt in der Erzdiözese Bamberg

einen hohen Stellenwert ein. Denn die Situation ist hier eine ganz

besondere: Im Vergleich zu den anderen bayerischen Bistümern ist

Bamberg ein katholisches Diaspora-Bistum. Es gibt hier also insgesamt

gesehen mehr nicht-katholische Christen als römisch-katholische.

Dabei ist das Zahlenverhältnis regional sehr verschieden ausgeprägt:

Es gibt Gegenden, in denen Katholiken deutlich in der Mehrheit sind,

aber auch umgekehrt.

Ein gutes Miteinander zwischen den Christen ist Tradition im

Bistum Bamberg. Vor allem im Jubiläumsjahr wurde die Ökumene an

vielen Orten und zu vielen Gelegenheiten gefeiert und dadurch der

Dialog zwischen den christlichen Kirchen gefördert.

Die Erzdiözese Bamberg in Zahlen

Evang. Luth. Kirchenkreis Ansbach-

Würzburg:

rund 435.000 Mitglieder in 462 Kirchengemeinden

(19 Dekanatsbezirke);

30 % an der Gesamtbevölkerung

Regionalbischof: Oberkirchenrat

Helmut Völkel

Evang. Luth. Kirchenkreis Bayreuth

rund 500.000 Mitglieder in 338

Kirchengemeinden

(17 Dekanatsbezirke);

43,8% der Gesamtbevölkerung,

Regionalbischof: Oberkirchenrat

Wilfried Beyhl

Erzbistum Bamberg

21 Dekanate, 367 Pfarreien,

Etwa 760.000 Katholiken

bei knapp 2 Mill. Gesamt-

bevölkerung (ca. 38 %)

Erzbischof:

Dr. Ludwig Schick

Evang.-Luth. Kirchenkreis Nürnberg

rund 580.000 Mitglieder in 285

Kirchengemeinden,

(10 Dekanatsbezirke);

44,7% der Gesamtbevölkerung,

Regionalbischöfe: Oberkirchenrätin

Elisabeth Hann von Weyhern und

Oberkirchenrat Dr. Stefan Ark Nitsche

Gesamtbevölkerung:

2.098.051 Einwohnern,

davon

18

38 46

Ökumenische Strukturen und Gremien

Ökumene-Kommission

Ständige Kontaktgruppe von dem Kirchenkreis Bayreuth

und dem Erzbistum Bamberg

Ökumenische Kontakte mit der anglikanischen Diözese Chichester

Lokale Arbeitsgemeinschaften christlicher Kirchen (AcK) in

Ansbach, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Nürnberg.

Regelmäßig gemeinsame Pastoralkonferenzen oder Begegnungen

mit Hauptamtlichen der Evang.-Luth. Kirche.

In mehr als der Hälfte der Pfarreien gibt es Ökumenebeauftragte

oder Ökumeneausschüsse.

Wolfgang Klausnitzer Josef Gründel Jürgen Kaufmann

römischkatholischevangelischlutherisch

andere

Auswahl ökumenischer Ereignisse im

Jahr des Bistumsjubiläums

Vorabend zur Eröffnung des Festjahres, Reformationstag

Evang. Reformationsgottesdienste mit Grußbotschaften der

katholischen Kirche zum Bistumsjubiläum

Gemeinsames Geläut der kath. und evang. Kirchen

Vigilfeiern nach dem Reformationsgottesdiensten und

dem Glockengeläut

Predigt von Erzbischof Dr. Schick und Regionalbischof Beyhl

beim Reformationsgottesdienst in der Erlöserkirche/Bamberg,

anschl. Vigil im Dom

Predigt von Prof. Klausnitzer beim Reformationsgottesdienst

in Bayreuth

31. Oktober 2006, verschiedene Orte

Ökumenischer Pfarrertag

27. November, Selbitz

Neujahresgottesdienst der Arbeitsgemeinschaft

christlicher Kirchen

mit Predigt von Erzbischof Dr. Schick

1. Januar 2007, Unsere Liebe Frau Nürnberg

Theologisches Forum zum Bistumsjubiläum

Vortrag „Wir kennen die Gefahren wohl ...“ Geschichte und Bestandsaufnahme

der Ökumene in Franken (Prof. Klausnitzer)

11. Januar 2007, Kath. Fakultät Bamberg

Ökumenische Podiumsdiskussion am Welttag der Kranken

„Ein bisschen krank ist noch in Ordnung...“

mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick und Regionalbischof Beyhl

10. Februar 2007

Ökumenische Fachtagung

„Der sterbende Mensch im Mittelpunkt“ von Caritas, Diakonie,

Pfarrgemeinden Hospizverein mit Weihbischof Radspieler und

Regionalbischof Beyhl

25. April 2007, Bamberg

Nacht der Kirchen

30. April 2007: Nacht der Religionen in Fürth

5. Mai 2007: Nacht der Chöre in Bamberg

13. Juli 2007: Nacht der Kirchen in Nürnberg

Ökumenische Akademietagung

„Wurzeln und Merkmale europäischer Identität“

4./5. Mai, 2007, Bayreuth

Fest der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen

15. Mai 2007, Bayreuth

Ökumenisches Gumbertus-Fest

15. Juli 2007, Ansbach

Ökumenische Vesper in Erlangen mit Erzbischof Dr. Schick

15. Juli 2007, Erlangen

Akademieabend zur Ökumene „Auf dem Weg zur Einheit“

Mit Hauptreferat von Kardinal Walter Kasper (Rom) und Erwiderung

von Landesbischof Dr. Friedrich Weber

18. August 2007 im CPH/Nürnberg

Ökumenische Sebalduswallfahrt und -vesper

„Weiter sehen als wir sind!“:

Sternwallfahrt und ökumenische Vesper in St. Sebald, Nürnberg

19. August 2007, Nürnberg

Stabsstelle Ökumene und interreligiöser Dialog/Universität und Theologie

Domkapitular Prof. Dr. Wolfgang Klausnitzer ist seit 1998 Ökumenereferent im Erzbistum

Bamberg, Pastoralreferent Josef Gründel unterstützt die Arbeit seit 1999 als

theologischer Mitarbeiter im Ökumenereferat, das seinen Sitz in Bamberg hat.

Für den interreligiösen Dialog ist Pastoralreferent Jürgen Kaufmann seit 2003 in

Nürnberg tätig. Die Verantwortlichen pflegen enge Kontakte zu anderen Konfessionen

und Religionen in der Erzdiözese.


D i e Z u k u n f t d e r Ö k u m e n e

Wo stehen wir? Wie kommen wir weiter?

Von Kardinal Walter Kasper

Ökumene ist ein Charakteristikum

des vergangenen 20. Jahrhunderts.

Dieses 20. Jahrhundert war mit

zwei Weltkriegen wohl das blutigste

und dunkelste Jahrhundert in der

gesamten Menschheitsgeschichte.

Aber es gab einen Lichtblick: Die

getrennten Kirchen haben sich

nach jahrhundertelanger Trennung

auf den Weg der Annäherung und

Einigung gemacht. Dies war für

viele eine Hoffnung und ein Silberstreif am Horizont. So dürfen

wir fragen: Wird das eben begonnene 21. Jahrhundert auch im

Zeichen dieser Hoffnung stehen? Wie wird es weitergehen, und

wird es überhaupt weitergehen?

Es gab schon Zeiten, da war es leichter über Ökumene zu sprechen

als es gegenwärtig der Fall ist. Zumindest hier in Deutschland

scheint die Stimmung „im Eimer” zu sein. Doch gerade

deshalb scheint es mir notwendig, dass von der Ökumene die

Rede ist. Denn Ökumene ist kein Schönwettergeschäft und kein

Freizeitvergnügen. Ökumene ist unser Auftrag und unser Schicksal.

Sie ist unser Auftrag, weil sie dem Gebot des Herrn, ja seinem

Testament entspringt, das er uns am Abend vor seinem Tod

hinterlassen hat. Er hat gebetet, „dass alle eins seien”, und er

hat hinzugefügt: „damit die Welt glaube”. Der Glaube der Welt

und die Überwindung des Säkularismus, letztlich die Einheit und

der Friede in der Welt, hängen also an der Einheit der Christen

und an ihrem gemeinsamen Zeugnis. Insofern ist Ökumene auch

unser Schicksal. Nur gemeinsam haben wir heute eine Chance.

Es gibt zur Ökumene keine verantwortliche Alternative. Gerade

wenn die Zeiten schwieriger werden, müssen wir umso mehr

zusammenrücken.

Das zuerst gesagt und das vorausgesetzt, muss nun auch von der

gegenwärtigen Situation und von den neuerdings aufgetretenen

Irritationen die Rede sein. Manche sprechen von einer ökumenischen

Eiszeit. Ich halte nichts von solchen geologischen Zeitalterbezeichnungen.

Richtig daran ist nur, dass gegenwärtig die

Wärme der Begeisterung fehlt, dass der Schwung dahin ist. Abkühlung

und Ernüchterung sind eingetreten. Irgendwie scheint

im Augenblick das Potenzial und die Kraft für weitere entscheidende

und mutige Schritte erschöpft zu sein.

Ich weiß, dass die jüngste Erklärung der römischen Glaubenskongregation

mit zu dieser emotionalen Situation beigetragen hat.

Viele evangelische Christen fühlen sich durch diese Erklärung

gekränkt und verletzt. Auch nicht wenige Katholiken haben sich

darüber aufgeregt. Das lässt auch mich nicht kalt. Das schmerzt

auch mich. Die Beschwernisse meiner Freunde, meiner Brüder

und Schwestern, sind auch die meinen. Offensichtlich ist es

nicht gelungen, das Anliegen dieser Erklärung verständlich zu

i m B l i c k p u n k t : Ö k u m e n e

Vortrag auf dem Forum „Auf dem Weg

zur Einheit” am 18. August 2007

im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg

machen. Ich will versuchen, bevor ich das von mir vorgesehene

Thema, die geistliche Ökumene, behandle, darauf etwas ausführlicher

einzugehen.

Kränken und verletzen wollten die Autoren der Erklärung und die

ihr nach ausführlicher Diskussion schließlich zugestimmt haben,

niemanden. Es sollte auch niemand herabgesetzt werden, schon

gar nicht Brüder und Schwestern in Christus als die wir uns doch

bezeichnen. Im Gegenteil! Was in der Erklärung gesagt wird, ist

nichts Neues, und niemand, der mit der Diskussion vertraut ist,

konnte darüber überrascht sein. Es ist also keine neue Situation

entstanden. Wer jetzt dagegen protestiert und dies auch noch im

Namen des Konzils tut, hat offensichtlich die Konzilstexte nie

aufmerksam gelesen und ist von falschen Voraussetzungen ausgegangen.

Durch die Taufe wird man ja

Christ und Glied an dem einen

Leib Christi und Glied der

Communio der Kirche.

Das Konzil stand vor der Situation, dass die vorkonziliare Theologie

zwar von einzelnen evangelischen Christen redete, aber

von den evangelischen Kirchen – gelinde und vorsichtig gesagt

– nichts Positives zu sagen wusste. Man sagte: Die katholische

Kirche ist die wahre Kirche Jesu Christi, was durchaus exklusiv

gemeint und verstanden wurde. Das letzte Konzil fand dies als

unbefriedigend. So sagte man nicht mehr, die wahre Kirche ist

die katholische Kirche, sondern die wahre Kirche subsistiert in

der katholischen Kirche, d.h. sie ist in ihr konkret da; sie ist in

ihr vorfindlich und antreffbar (LG 8). Aber dies schließt nicht aus,

dass es außerhalb ihrer sichtbaren Grenzen wichtige Elemente

der Kirche gibt, allen voran die Taufe. Durch die Taufe wird man

ja Christ und Glied an dem einen Leib Christi und Glied der

Communio der Kirche. So kann das Konzil sagen, dass der Heilige

Geist auch in den nicht katholischen Kirchen und Gemeinschaften

wirkt. Die Erklärung nimmt dies auf und geht sogar noch

einen Schritt weiter, indem sie sagt, dass Jesus Christus in diesen

Kirchen und Gemeinschaften heilswirksam gegenwärtig ist.

Das heißt nichts anderes, als dass das Christsein der Nichtkatholiken

überhaupt nicht in Frage steht, auch nicht ein Christsein

erster und zweiter Klasse. Wir bezeichnen uns als Brüder und

Schwestern in Jesus Christus und wir sind es. Daran hat die Erklärung

kein Jota zurückgenommen. Im Gegenteil, sie hat es bekräftigt.

Die Erklärung hat auch einen zweiten Fortschritt des Konzils bekräftigt,

nämlich die Rede von den kirchlichen Gemeinschaften.

Die Unterscheidung zwischen Kirche und kirchlicher Gemeinschaft

ist auf dem II. Vatikanischen Konzil nach langer und sorgfältiger

Reflexion und Diskussion entwickelt worden. Dabei ging

101

A u g u s t 2 0 0 7


10

Ö k u m e n e

es nicht darum, die evangelischen Kirchen abzuwerten, sondern

vielmehr ihrer ekklesialen Bedeutung gerecht zu werden

und gegenüber der vorkonziliaren Theologie aufzuwerten. Die

Formulierung geht auf den ökumenisch wahrlich nicht unaufgeschlossenen

Kardinal König von Wien zurück, einem der aufgeschlossensten

Konzilsväter.

Man stand vor folgender Schwierigkeit: Man erkannte voll an, dass

die evangelischen Christen zur Gemeinschaft der Kirche gehören.

Aber man konnte die Unterschiede nicht verkennen. Also machte

man in Nr. 3 des Ökumenismusdekrets die Unterscheidung zwischen

voller und nicht voller Gemeinschaft. Man sprach also von

Graden – nicht des Christseins – sondern des Kircheseins. Um

aber zum Ausdruck zu bringen, die evangelischen Kirchen sind

nicht einfach freie Zusammenschlüsse nach Art von Vereinen, sie

haben einen kirchlichen Charakter, sprach man entsprechend

dem Vorschlag von Kardinal König von kirchlichen Gemeinschaften.

Das war damals ein Fortschritt und ist es noch heute,

weil man so den kirchlichen Charakter anerkennen konnte.

Sie sagt nämlich nicht, die

evangelischen Kirchen seien

keine Kirche.

Auf diesem Hintergrund wird nun wohl auch die Formel verständlich,

die besonderen Anstoß und so großen Unmut erregt

hat, die evangelischen Kirchen seien nicht Kirchen im eigentlichen

Sinn. Ich räume ein: Diese Formel ist missverständlich,

für viele unverständlich; sie hat verletzt. Man hätte das Gemeinte

besser ausdrücken sollen. Doch missverständlich ist sie nur,

wenn man sie aus dem Zusammenhang reißt und als einzige

Aussage stehen lässt. Doch fairerweise sollte man die Aussage im

Zusammenhang lesen. Sie sagt nämlich nicht, die evangelischen

Kirchen seien keine Kirche. Im Gegenteil, sie sind Kirche bzw.

sie verstehen sich als solche, aber sie sind nicht Kirche in dem

Sinn, wie die katholische Kirche sich versteht, und sie wollen es

auch nicht sein. Sie wollen Kirchen anderer Art, anderen Typs

sein. Nun wird es der katholischen Kirche niemand verübeln,

dass sie sich als Kirche im eigentlichen Sinn versteht und das

auch sagt; ebenso wenig verstehe ich nicht nur, sondern erwarte

es auch, dass sich die evangelische Kirche als eigentliche Kirche

versteht. Würde sie das nicht, wollte ich sie nicht mehr ernst

nehmen, wie sie uns nicht mehr ernst nehmen könnte, würden

wir das eigentliche Kirchesein nicht für uns beanspruchen.

Ich frage mich also, was ist da so aufregend, wenn Katholiken

wie Protestanten jeweils klar sagen, was ihr kirchliches Selbstverständnis

ist, und wenn dabei herauskommt, dass es dabei Unterschiede

gibt, was jeder auch nur halbwegs Unterrichtete auch

schon vorher wusste oder wissen konnte. In diesem Sinn ging es

in der Erklärung darum, die katholische Identität zu klären, oder

um es mit einem Begriff, der gegenwärtig in der evangelischen

Kirche eine erhebliche Rolle spielt, zu sagen: Es sollte das katholische

Profil geklärt und gestärkt werden.

Das tut die evangelische Kirche auf ihre Weise doch auch, und

sie tut es manchmal auf eine Weise, die auch uns nicht gefällt.

Ich könnte verschiedene Erklärungen der EKD und der VELKD

aus den letzten Jahren zitieren, die gar nicht so freundlich über

uns reden; doch ich will nicht aufrechnen, das führt nicht weiter.

Das Beste von evangelischer Seite hat Professor Eberhard Jüngel,

einer der besten theologischen Köpfe von evangelischer, Seite

gesagt. Er hat in der NZZ gefragt: Was sollen wir dazu sagen? Und

seine Antwort völlig unaufgeregt: „Am besten gar nichts.” Dann

führt er fort: „Die katholische Kirche sagt, uns fehle einiges zum

vollen Kirchesein. Das ist aus ihrer Sicht richtig. Aus unserer

Sicht müssen wir sagen: Die katholische Kirche hat einiges zuviel.

Dazu muss ich wiederum sagen: Das ist aus evangelischer

Sicht völlig richtig.“

Das erste im ökumenischen Dialog ist, dass wir diese unsere Unterschiede

nicht verschweigen oder verharmlosen; wir müssen

sie aushalten. Denn jeder Dialog setzt Partner voraus, die wissen

und die auch sagen, wer sie sind und wofür sie stehen, die ihre

jeweilige Identität und ihr jeweiliges Profil haben. Bloß nett zueinander

sein ist eindeutig zu wenig. Eine Wischiwaschi­ und

eine Kuschelökumene helfen nicht weiter. „Die Wahrheit wird

euch frei machen.”

Um es nochmals zu sagen: Die Unterschiede beziehen sich nicht

auf das Christsein und auf das Heil der anderen, sie betreffen

vielmehr die Ebene der Heilszeichen und der Heilsmittel, also

die institutionell­sakramentale Dimension. Sie ist für uns Katholiken

nicht unwichtig oder gar vernachlässigenswert. Die Kirche

hat nach unserer Auffassung eine inkarnatorische Struktur, sie

ist auch in ihrer institutionell­amtlichen Gestalt eine sichtbare

Wirklichkeit.

Hier liegt der Grundunterschied zwischen katholischem und

evangelischem Kirchenverständnis, zwischen sakramental sichtbarer

Kirche und unsichtbarer, bzw. verborgener Kirche. Hier

besteht eine bisher nicht behobene Differenz und es kann nicht

verboten oder verurteilenswert sein, wenn man sie beim Namen

nennt. Als Wissenschaftler habe ich gelernt: ein Problem

zu erkennen und es richtig zu benennen ist bereits die Hälfte

der Lösung. Probleme verschweigen oder verharmlosen nützt gar

nichts. Das ist nicht Stärke sondern Schwäche. Die Erklärung ist

deshalb eine Provokation in dem ursprünglichen und positiven

Sinn des Wortes, eine Herausforderung und eine Aufforderung,

sich dieser Frage nicht zu verschließen, sondern sich ihrer im Dialog

anzunehmen. Die Erklärung ist kein Dialogabbruch, sondern

eine Aufforderung, ihn neu aufzunehmen. (...)

Wir Katholiken haben von den Evangelischen gelernt über die

Bedeutung des Wortes Gottes; sie lernen gegenwärtig von uns

über Bedeutung und die Gestalt der Liturgie. Warum sollte Ähnliches

nicht auch in der Kirchen­ und Amtsfrage möglich sein.

Auch mit den orthodoxen Schwesterkirchen können wir so

weiterkommen. Katholiken und Evangelische verdanken ihnen

schon bisher einen wacheren Sinn für das Mysterium; so ist im

Westen u.a. die Liebe zu den Ikonen gewachsen. Das sind Beispiele,

die sich leicht vermehren ließen. Wir kennen uns noch

viel zu wenig und deshalb lieben wir uns noch zu wenig.

Das war und ist eine Schwäche

vieler bisheriger Dialoge;

sie waren Fachgespräche, die meist

für den „normalen” Gläubigen

kaum zugänglich waren.

Ein solcher Dialog der wechselseitigen Bezeugung und des Austauschs

scheint mir ein wichtiger Weg in die Zukunft zu sein.

Er scheint mir auch deshalb zukunftsträchtig zu sein, weil er

nicht nur eine Angelegenheit von Fachleuten ist. Er ist über­


haupt nicht nur ein intellektuelles und kognitives Problem. Das

war und ist eine Schwäche vieler bisheriger Dialoge; sie waren

Fachgespräche, die meist für den „normalen” Gläubigen kaum

zugänglich waren. Deshalb sind viele wertvolle Dialogergebnisse

Papier geblieben und nicht wirklich rezipiert worden. Sie sind

in einem Regal abgestellt worden und verstauben und sind dann

nach einiger Zeit Gegenstand für kluge Doktorarbeiten. An dem

Dialog des Zeugnisses und des Austauschs dagegen können und

sollen sich alle in jeweils ihrer Weise beteiligen.

(...)

Das II. Vatikanische Konzil hat diese universale Wirksamkeit des

Geistes nicht nur in den Religionen der Menschheit, sondern auch

in der menschlichen Kultur und im menschlichen Fortschritt gesehen

(Gaudium et spes, 26; 28; 38; 41; 44). Papst Johannes Paul

hat diesen Gedanken in seiner Missions­Enzyklika „Redemptoris

missio” weitergeführt. Er sagt: „Der Geist steht also am Ursprung

der Existenz und Glaubensfrage jedes Menschen, die sich ihm

nicht nur in bestimmten Situationen, sondern aus der Struktur

seines Daseins selbst stellt.” Dann fährt er fort: „Die Gegenwart

und das Handeln des Geistes berühren nicht nur einzelne Menschen,

sondern auch die Gesellschaft und die Geschichte, die

Völker, die Kulturen, die Religionen. Der Geist steht ebenso am

Ursprung edler Ideale und guter Initiativen der Menschen auf

deren Wegen” (28).

Eine biblisch geprägte ökumenische Spiritualität kann also nicht

einseitig introvertiert oder rein ekklesiozentrisch sein; sie muss

dem Leben auf der Spur sein und dem Leben dienen. Sie muss

sich also auf den Lebensalltag der Menschen und seine Alltagserfahrungen

ebenso einlassen wie auf die großen Lebens­ und

Überlebensfragen der heutigen Menschheit, aber auch auf die Religionen

der Menschheit wie auf das menschliche Kulturschaffen.

Zu einer ökumenischen Spiritualität gehört die Zusammenarbeit

aller Christen in sozialen, kulturellen Diakonien, in Friedens­ und

Umweltfragen. Nach einem Grundsatz der spätmittelalterlichen

Mystik und des Ignatius von Loyola gilt es, Gott in allen Dingen

zu finden. (...)

Eine legitime ökumenische Spiritualität wird deshalb in erster

Linie eine biblische Spiritualität sein und sich in gemeinsamer

Schriftlesung und in gemeinsamem Bibelstudium auswirken. Sie

wird immer wieder über die biblischen Berichte vom Auftreten

Jesu, seine befreiende Botschaft und sein befreiendes und heilendes

Wirken, seinen Dienst für die anderen, seine Kenosis bis

in den Tod, seine ganze Person und sein ganzes Werk nachsinnen

und sie zum Maßstab nehmen. Sie ist zum anderen sakramentale

Spiritualität. Denn Jesus Christus ist in Wort und Sakrament

gegenwärtig. So ist sie Spiritualität der Tauferneuerung. Sie lebt

vom Austausch der jeweiligen liturgischen Praxis.

So haben wir Katholiken in den letzten Jahrzehnten vieles von

den Erfahrungen unserer protestantischen Brüder und Schwestern

gelernt bezüglich der Bedeutung des Wortes Gottes, der

Heiligen Schrift und der Auslegung der Heiligen Schrift; sie lernen

gegenwärtig von unserer Zeichenwirklichkeit und von unserer

Art der liturgischen Feier. In der Ökumene mit den orientalischen

Kirchen können wir lernen von deren geistlichem

Reichtum, ihrer Achtung vor dem Mysterium; sie können unsere

pastoralen Erfahrungen und unsere Erfahrungen im Umgang mit

der modernen Welt teilen. So kann die Kirche nach einem geflügelt

gewordenen Wort von Papst Johannes Paul II. lernen, wieder

mit zwei Lungen zu atmen.

i m B l i c k p u n k t : Ö k u m e n e

Eine ökumenische

Spiritualität ist darum eine

Spiritualität des Gebets.

Schließlich können und dürfen wir im Geist wie Jesus zu Gott

„Abba, Vater!” sagen (Röm 8,15.26 f; Gal 4,6). Eine ökumenische

Spiritualität ist darum eine Spiritualität des Gebets. Sie wird sich

ähnlich wie Maria und die Apostel und zusammen mit ihnen immer

wieder versammeln und um das Kommen des die Völker in

der einen Sprache einenden Geistes, um ein erneuertes Pfingsten,

beten (Apg 1,13 f). Eine ökumenische Spiritualität lebt, wie Jesus

selbst, aus dem Gebet; sie stimmt ein in das Gebet Jesu selbst

und vereinigt sich mit ihm, dass alle eins seien (Joh 17,21). Im

Gebet hält sie auch, wie Jesus am Kreuz Erfahrungen und Geistverlassenheit

und der Gottverlassenheit (Mk 15,34) aus; nur in

der Kraft des Gebets kann sie ökumenische Schwierigkeiten und

Enttäuschungen sowie ökumenische Wüstenerfahrungen aushalten.

(...)

Was ist die Zukunft der Ökumene? Nun, mit konkreten Vorhersagen

kann man sich im allgemeinen nur blamieren; ich habe keine

besonderen prophetischen Fähigkeiten. Ich weiß nur eines: Die

ökumenische Bewegung ist ein Impuls des Heiligen Geistes (Ökumenismusdekret

Unitatis Reintegratio 1; 4); auf ihn kann man sich

verlassen, aber er ist auch immer wieder für Überraschungen gut.

Deshalb bin ich fest überzeugt, es wird mit der Ökumene weitergehen;

ein Weg zurück ist nicht möglich; er wäre auch gar nicht

verantwortbar. Doch das konkrete Wie, Wann und Wo müssen

und können wir der Führung des Geistes überlassen. Wir müssen

das hier und heute Mögliche tun.

Wir können die Einheit nicht machen. Sie ist ein Geschenk des

Heiligen Geistes. Sie wird uns als eine Art erneuertes Pfingstereignis

geschenkt werden. Papst Johannes XXIII. hat, als er das II.

Vatikanische Konzil mit einer klaren ökumenischen Zielperspektive

eröffnete, von einem solchen erneuerten Pfingsten gesprochen.

Ich bin überzeugt, dass es uns, wenn wir das Unsrige tun,

eines Tages geschenkt wird.

Gottes Geist ist für

Überraschungen gut.

Stellen Sie sich vor, man hätte am Morgen des 9. November 1989

die Passanten in Berlin gefragt, wie lange nach ihrer Meinung

noch die Mauer stehe. Die meisten hätten geantwortet, wir wären

froh, wenn eines Tages unsere Enkelkinder wieder das Brandenburger

Tor passieren könnten. Am Abend dieses denkwürdigen

Tages sah Berlin und sah die Welt völlig unerwartet anders aus. Es

ist meine feste Überzeugung, Gottes Geist wird das Werk, das er

begonnen hat, auch zu Ende führen. Vielleicht oder wahrscheinlich

ganz anders, als wir es uns vorgestellt haben, und ähnlich wie

beim Fall der Berliner Mauer unerwartet. Dann werden wir uns

erstaunt die Augen reiben und uns wundern, wie Barrieren, die

im Augenblick unüberwindlich erscheinen, niedergerissen werden

und neue Wege zueinander offen werden. Gottes Geist ist

für Überraschungen gut.

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A u g u s t 2 0 0 7


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Ö k u m e n e

W a s i s t J a u c h z e n , w a s F r o h l o c k e n ?

Wir danken Gott dafür, dass er so freundlich und gütig ist.

Von Landesbischof Dr. Friedrich Weber, Catholica-Beauftragter der VELKD (Vereinigten

Evangelisch-Lutherischen Kirchen Deutschlands) und Vorsitzender der ACK-Deutschland

Predigt bei der Sebaldusvesper am

Psalm 100

19. August 2007 in St. Sebald, Nürnberg

1 Jauchzet dem HERRN, alle Welt!

2 Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!

3 Erkennet, daß der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!

5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.

L i e b e g e m e i n d e ,

Was ist Jauchzen, was Frohlocken?

„Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage, rühmet, was heute der

Höchste getan! Lasset das Zagen, verbannet die Klage, stimmet

voll Jauchzen und Fröhlichkeit an“ ­ so tönt es im Eingangschor

aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium jubilierend

und aufmunternd.

Ganz anders in der Geschichte von Alois Hingerl, Dienstmann

Nummer 192 am Münchner Hauptbahnhof, der ganz plötzlich

das Zeitliche segnete. Im Himmel angekommen, wurde er zum

„Engel Aloisius“ und es sollte seine neue Aufgabe sein zu „frohlocken“.

Er setzte sich, wie es ihm befohlen ward, auf eine Wolke,

schlug die Harfe und begann „Hosianna“ singend zu „frohlocken“.

Das war aber nun gar nicht seine Sache! Lange dauerte es nicht,

bis Aloisius‘ „Frohlocken“ ins Münchner Granteln umschlug und

er seinem Ärger lauthals Luft verschaffte.

Die wunderbare weihnachtliche Musik im Herz und Weiß Ferdls

Text im Ohr, dazu den Psalm 100 als Predigttext vor mir, versuche

ich herauszufinden, was das denn eigentlich ist, das Jauchzen und

das Frohlocken. Ob Sie es wissen? Wie macht man das: Jauchzen?

Wie geht: Frohlocken? Im Sonnenschein auf der Terrasse sitzend,

habe ich letzte Woche darüber gebrütet und plötzlich wusste ich

es. Sonja von nebenan hat mich drauf gebracht. Die kleine Tochter

der Nachbarn. Sie saß im Planschbecken und patschte mit

ihren Händen in das Wasser um sie her und jedes Mal, wenn die

Spritzer hoch flogen, ihr Gesicht trafen, jubelte sie vor Freude auf.

Und dass sie dabei mit ihren Füßen vor Freude im Wasser strampelte,

war nichts anderes als „Frohlocken“, denn so beschreibt

das Etymologische Wörterbuch das Gemeinte: Vor Freude mit

den Füßen ausschlagen. Von den Kindern können wir es lernen,

wir ernsten Erwachsenen, wir könnten lernen, uns darüber zu

freuen, vorbehaltlos, unverkrampft, dass wir leben, dass wir sind.

Sonja von nebenan hat nicht beim ersten Spritzer überlegt, ob

das Wasser auch sauber ist, wie sie sich wieder abtrocknen soll,

ob sie überhaupt wieder aus dem Planschbecken herauskommt.

Sie freut sich ihres Lebens. Spürt sich und jubelt. Sie fühlt die

Frische auf ihrer Haut und fürchtet nicht die Kühle, die auch im

Wasser ist. Von den Kindern können wir lernen und erkennen:

So wie wir geschaffen sind, so wie Gott uns gemacht hat, so ist es

gut. So unterschiedlich, so verschieden und doch alle die Kinder

des Einen Schöpfers, denn „Er hat uns gemacht und nicht wir

selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.“ Er hat uns

gemacht. Er hat uns nicht als Katholiken oder Protestanten, nicht

als Juden oder Muslime gemacht, sondern als Menschen, die sein

Ebenbild sind. Er hat uns mit Würde ausgestattet, einen jeden

von uns. Er hat uns an unseren Platz in dieser Welt gestellt und

uns unsere Aufgabe zugewiesen. Er hat uns schön gemacht. Geschöpfe

seiner Liebe. Er hat uns unterschiedlich gemacht – keine

gleichgeschalteten Menschen – unterschiedlich und darum sind

wir nur als die Gemeinschaft der Vielen sein Volk.

Ein Tag wie dieser, der Christen aus den verschiedenen Konfessionen

zum Lob Gottes zusammenführt, der deutlich macht, dass

die Vielen erst der Leib sind, ist ein Tag zum Jauchzen und Frohlocken.

Darum, liebe Gemeinde, nach all dem konfessionellen

Pulverdampf, der in den letzten Wochen die Ökumene ein wenig

vernebelt hat, danken wir und loben Ihn, der uns zusammenführt.

Und dieser Dank und dieses Lob finden ihren angemessenen

Ausdruck darin, dass wir uns in der Ökumene des Lebens die

Hände gereicht haben und sie nicht mehr loslassen wollen und

werden. Ich bin dankbar dafür, dass der Präsident des Päpstlichen

Rates für die Einheit der Kirchen – Sie, lieber Kardinal Kasper

­ vor wenigen Tagen in einem ökumenischen Gottesdienst in der

Christuskirche in Rom auf die Irritationen, die ein Dokument

der vatikanischen Glaubenskongregation ausgelöst hat, mit diesem

Bild reagiert haben. „Wir lassen uns nicht mehr los!“ Wenn

dieser Wille ganz fest in unseren Herzen ist, wenn dieser Wille

unser Denken und Handeln bestimmt, dann ist mir nicht bang

um die Ökumene.

„Wir lassen uns nicht mehr los!“

Nur es darf nicht bei wohlfeilen Erklärungen bleiben, es darf auch

nicht dabei bleiben, dass wir fortgesetzt die konfessionellen Profile

an­ und gegeneinander schärfen. Es muss vielmehr um das

„Wachsen der Gemeinschaft“ und des Gemeinsamen gehen, wie

Papst Johannes Paul II. sagen konnte. Ein Beispiel für die auf diesem

Hintergrund wachsende engere Zusammenarbeit der Kirchen

sind die mit dem Leitlinienpapier der Region Westfalen/Lippe

vom November 2005 angeregten „Ökumenischen Gemeindepartnerschaften

am Ort.“ Ökumene mit klaren Vereinbarungen wird

hier ernst genommen, weil christliche Kirchen mehr verbindet

als trennt. Das einst feindliche Gegeneinander oder zumindest

konkurrierende Nebeneinander hat sich zu einem geschwisterlichen

Miteinander entwickelt. In diesem Papier heißt es:

„Unser gemeinsames Fundament ist der Glaube an den dreifaltigen

Gott, die eine Taufe auf seinen Namen, der Glaube an Jesus Christus,

den Erlöser in der Welt und sein befreiendes Evangelium,


das in der Kirche weiterlebt. Wenn wir uns der Unterschiede in

Lehre und Ordnung unserer Kirche bewusst werden, wie sie vor

allem in den Fragen des Amts­ und Kirchenverständnisses noch

vorhanden sind, bleibt dieses gemeinsame Fundament so stark,

dass es uns zusammenhält.“

Die Leitlinien verstehen sich als eine Konkretion der Charta Oecumenica

für die ökumenische Situation in Deutschland. In ihnen

wird festgehalten, dass nicht das gemeinsame Handeln begründet

und gerechtfertigt werden muss. Das getrennte Handeln muss

gerechtfertigt werden. Denn glaubwürdig sind Christen – und

zwar nicht nur in der Außenperspektive – „nur dann, wenn sie in

erfahrbarer, zeichenhaft wirksamer Gemeinschaft in der Öffentlichkeit

leben.“ (Dorothea Sattler)

Um uns herum warten Menschen auf das gemeinsame Zeugnis

der Christen und der Kirchen. Und weil viele in den Kirchen

dieses Zeugnis der Liebe Gottes nicht finden können, suchen sie

es beim Dalai Lama oder in anderen religiösen Lebensformen unserer

Zeit. Manchmal denke ich, dass Gott uns dermaleinst nicht

danach fragen wird, in welcher konfessionellen Form wir den

Glauben bekannt und gelebt haben, sondern er wird uns fragen,

warum wir ihn nicht viel deutlicher, viel fröhlicher gemeinsam

bekannt haben. Soll es denn ewig so weitergehen wie ich es in

dieser Woche aus unserer Partnerkirche in Namibia hörte? Dort

entstehen an vielen Stellen Kapellen der katholischen Christen.

Die Reaktion der lutherischen darauf heißt: Dann müssen wir

mithalten oder etwas dagegensetzen. Natürlich weiß ich um die

unterschiedlichen kulturellen und ethnischen Motive, die gelegentlich

auch zu solchen Haltungen führen. Aber sind wir nicht

längst soweit, dass sich die Abgrenzungen erübrigen und wir viel

deutlicher, viel überzeugender das gemeinsame Zeugnis in Gottesdienst,

Caritas und Diakonie leben könnten? Wir haben uns

die Hände gereicht, als am 31. Oktober 1999 die Gemeinsame

Erklärung zur Rechtfertigung in Augsburg unterzeichnet wurde,

wir haben sie uns am 29. April dieses Jahres im Magdeburger

Dom gereicht, als 16 Kirchen die Taufanerkennung unterzeichneten

und wir reichen sie uns täglich in den Gemeinden, im ökumenischen

Miteinander vor Ort, in der „Ökumene des Lebens“.

Das wird so bleiben, denn zur gelebten Ökumene gibt es keine

Alternative. Und wir müssen uns die Hände wieder reichen auf

der Ebene der Kirchenleitungen und der Lehrgespräche. Die Vereinigte

Evangelisch Lutherische Kirche in Deutschland (VELKD)

hat mit der Deutschen Bischofskonferenz deren Wiederaufnahme

gerade erst im Frühsommer beschlossen.

i m B l i c k p u n k t : Ö k u m e n e

Damals als die israelitische Gemeinde, das Gottesvolk, in einer

langen Prozession in den Tempel einzog, waren sie in aller Bedrängnis,

die auch ihr Leben erfüllte und es mühsam machen

konnte von dem Wissen erfüllt, dass Gott, der Herr, freundlich

ist und seine Gnade ewig währet „und seine Wahrheit für und

für.“ Gott wollten sie danken mit der Prozession am Ende ihrer

Wallfahrt. Aber auch sie müssen sich daran erinnern lassen, dass

es um die „Erkenntnis Gottes“ geht: „Erkennet, daß der HERR

Gott ist!“ Er ist Gott und kein anderer. Er ist der Gott, der in

die Freiheit führt. Der Gott, der in Jesus Christus hineinkam in

unsere Welt und uns in ihm so nahe war und ist, wie uns sonst

niemand nahe sein kann. Dieses Wissen ist uns Trost in aller

Bedrängnis, Trost im Leben und im Sterben.

Hier sind wir am Kern, im Zentrum des Glaubens und hier liegt

der Grund, warum auch wir heute jauchzend und frohlockend

Gott dafür danken, dass er so freundlich und gütig ist.

Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir Christen der getrennten

Kirchen uns stärker als bisher im Lob Gottes verbinden würden,

in der Doxologie, dann kämen wir uns auch in den noch

trennenden Lehrfragen näher. Und es ginge keinem von uns so

wie dem berühmten Dienstmann 192, dem am Ende nur das

Granteln blieb, also das ungute Murren und Brummen über die

schwierige ökumenische Lage.

Es ist genug gegrantelt worden, jauchzen und frohlocken ist

dran, Gott danken für das Erreichte und mutige Schritte weiter

auf dem gemeinsamen Weg.

Dazu segne uns Gott, der Vater Jesu Christi, der sich uns gütig

und gnädig zuwendet.

a m e n .

105

A u g u s t 2 0 0 7


Zeit ist zweitrangig

bei der traditionellen

afrikanischen Kaffeezeremonie

Weltkirchenfest: Die Bischöfe Schick und Sarr

vor einer senegalesischen Hütte

Rund 200 Ordensritter und Ordensdamen trafen sich zum

Provinztreffen der „Grabesritter“ in Bamberg

september 2007

Trommelworkshop – auch für die Kleinsten

Die „Piranhas“ sorgten mit ihren Sambaeinlagen für

südamerikanische Stimmung

Aufmerksame Zuhörerinnen: Diözesaner Ordenstag mit

Abtprimas Notker Wolf


i m B l i c k p u n k t :

E i n e W e l t : D i ö z e s a n p a r t n e r -

s c h a f t m i t T h i è s / S e n e g a l


108

108

Veranstaltungen im September 2007

Samstag, 15. September, Bamberg

Bayerischer Hospiztag

Unter dem Motto „Zuhause sterben – Modellbeispiele

hospizlicher Begleitung und palliativer Fürsorge für

Sterbende und ihre Angehörigen am Lebensende“

haben etwa 300 Teilnehmer im Bistumshaus St. Otto

aus ganz Bayern über Sterbebegleitung im eigenen

Zuhause diskutiert. Sterben solle, soweit möglich, im

Kreis der Familie, als bewusster Prozess zuhause oder

im Hospiz ermöglicht werden. Mit der Umsetzung

der Hospizidee unterstützt die Hospizbewegung die

Entwicklung einer bewussten Haltung zu Tod und

Sterben.

Samstag, 15. September, Bamberg

Provinztreffen der Bayerischen Ordensprovinz

des Ritterordens vom Heiligen Grab zu

Jerusalem mit Investitur von Erzbischof

Dr. Ludwig Schick

Etwa 200 Ordensritter und –damen wohnten dem

feierlichen Pontifikalgottesdienst bei, in dem

der Erzbischof durch den Großprior emeritus des

Ritterordens, Bischof Anton Schlembach, in die

Rittergemeinschaft aufgenommen wurde. Durch

seinen Beitritt zum Ritterorden vom Heiligen Grab

zu Jerusalem solle seine Liebe und Fürsorge zum

Heiligen Land bestätigt und gestärkt werden sowie

seine Haltung zu den Christen dort noch sichtbarer

nach außen getragen werden, wünschte sich Schick

bei seiner Aufnahme.

Sonntag, 16. September, Bamberg

Requiem von Verdi

Konzert der Bamberger Symphoniker im Bamberger

Dom

Sonntag, 16. September, Marienweiher

Kolping-Diözesanwallfahrt nach Marienweiher

Unter dem Leitwort „Die Zukunft gehört Gott und den Mutigen“

nahmen mehr als 500 Frauen und Männer an der Diözesan-

Kolping-Wallfahrt nach Marienweiher teil, bei der Diözesanpräses

Pfarrer Wilfried Wittmann das Amt von Msgr. Günter Kiesewetter

übernahm.

Dienstag, 18. September, Hof

Kirchliche Archive – bedrohtes Kulturgut vor Ort mit

pastoralem Anspruch

Vortrag von Archivdirektor Dr. Josef Urban im Museum

Bayerisches Vogtland, Hof.

Freitag, 21. bis 23. September, Vierzehnheiligen

Die Bamberger Bistumspatrone und ihr Wirken

Ein Kulturwochenende mit Marianne Röhlich, Kath. Erwachsenenbildung

Nürnberg e.V. im Haus Frankenthal, Vierzehnheiligen

Freitag, 21. September, Schnaittach

Kirchliches Kabarett mit der Gruppe „Cherubim“ (Würzburg)

Motto: „Achtung - Gegenverkehr“

Samstag, 22. September, Bamberg

Diakonenweihe

Erzbischof Dr. Ludwig Schick weihte die drei Alumnen Tomasz

Dzikowski, Michael Gehret und Michael Leicht in einem festlichen

Pontifikalgottesdienst im Bamberger Dom zu Diakonen.

Sonntag, 23. September, Rothenburg

„Reformation und konfessionelle Zersplitterung“

Im Jubiläumsjahr

fanden – wie sonst auch

– viele Wallfahrten der

Verbände und Werke, der

Dekanate und Regionen

statt. 2007 standen

viele unter dem Motto

des Jubiläums „Unterm

Sternenmantel“.

Tagesexkursion ins Rothenburger Herrschaftsgebiet, organisiert

von der Katholischen Erwachsenenbildung Nürnberg e.V.


Abbé Hyacinthe Dione, Bischof Jacques Sarr, Erzbischof Ludwig Schick,

Günter Gloser und Josef Sayer (v.l.n.r.) diskutierten im Caritas-

Pirckheimer-Haus Nürnberg über europäisch-afrikanische Zusammenarbeit

Eröffnung des Weltkirchenfestes am Samstagmittag

durch Generalvikar Georg Kestel

Jugendparty des BDKJ mit traditioneller

und moderner Musik aus Afrika

Worldmusic: Nonvio mit Sänger

Alexis Madokpon (Mitte)

Eine „senegalesische Hütte“

Pontifikalamt mit deutscher und senegalesischer Kirchenmusik

V e r a n s t a l t u n g e n

Die beiden Bischöfe Ludwig Schick und Jaques Sarr

unterzeichneten die Partnerschaftserklärung.

Freitag, 21. bis 22. September, Nürnberg

Fest der Weltkirche

Mit einem Expertenforum am Freitagabend

begann im Caritas-Pirckheimer-Haus das „Fest

der Weltkirche“. Günter Gloser, Staatsminister

im Auswärtigen Amt, Prof. Dr. Josef Sayer,

Hauptgeschäftsführer Misereor, Erzbischof Dr.

Ludwig Schick, Bischof Jacques Sarr aus Thiès/

Senegal und Abbé Hyacinthe Dione, Vorsitzender

des Partnerschaftskomitees im Bistum

Thiès, diskutierten über die aktuelle Entwicklungszusammenarbeit

mit Afrika. Am Samstag

präsentierten auf dem Jakobsplatz katholische

Verbände und Vereine ihr Engagement und

ihre Kontakte in der „Einen Welt“. Bei einem

Pontifikalgottesdienst in St. Elisabeth unterzeichneten

Erzbischof Schick und Bischof

Sarr die Partnerschaftsurkunde zwischen den

Bistümern Bamberg und Thiès/Senegal.

109

S e p t e m b e r 2 0 0 7


110

110

Der Feuerstein bei Ebermannstadt erwies sich beim Land-

Tag einmal mehr als attraktiver Veranstaltungsort.

Horst Seehofer diskutierte mit

Moderator Markus Tremmel

über die Themen Energie und

Lebensmittel.

Sonntag, 23. September, Burg Feuerstein

Land-Tag

Das Interesse war überwältigend, die Resonanz

der Besucher ebenso. Etwa 10.000 Jungen

und Mädchen, Frauen und Männer kamen

zum Land-Tag, dem zentralen Ereignis im

Jubiläumsjahr für die ländliche Bevölkerung.

Beim festlichen Gottesdienst zum Beginn des

ereignisreichen Tages machte Erzbischof Dr.

Ludwig Schick auf den Stellenwert der ländliche

Region für Gesellschaft, Wirtschaft und

Umwelt aufmerksam: „Wir müssen das Land

bewahren.“ Unsere schönen Landstriche seien

besondere Gaben Gottes, die uns geschenkt

wurden. Schick appellierte an die Verantwortung

eines jeden Einzelnen, durch sein

Verhalten verantwortungsvoll mit Natur und

Umwelt umzugehen.

Auch für die Kleinen gab es Interessantes zu

entdecken und Neues zu lernen

Das gute Wetter und die vielen Angebote

sorgten bei allen Besuchern für gute Stimmung

Am Pontifikalgottesdienst nahmen auch Bischof Jaques Sarr und Abbè Hyacinthe Dione

(2. und 1. v.r.) aus der neuen Partnerdiözese Thiés teil

Baumpflanzaktion – Zeichen für

Nachhaltigkeit

Die Besucher hatten beim Land-Tag auf dem Feuerstein

eine große Programmauswahl. Prominente

Talkrundengäste wie Bundeslandwirtschaftsminister

Horst Seehofer, die Staatssekretäre Jürgen W. Heike

und Karl Freller sowie Erzbischof Schick, Generalvikar

Msgr. Georg Kestel und Klaus Schwaab, Umweltbeauftragter

des Erzbistums Bamberg, diskutierten

über Bildung, Klimawandel, Energie, Lebensmittel

sowie Attraktivität und Rolle des ländlichen Raumes.

Der Land-Tag fand unter Federführung der Katholischen

Landvolkshochschule (KLVHS) Feuerstein

in Zusammenarbeit mit ländlichen Organisationen

statt. Darüber hinaus präsentierten ein breites

Kultur- und Musikprogramm sowie ein Marktplatz

mit Spezialitäten und handwerklichen Darbietungen

die Vielfalt des Landes und seine Anziehungskraft.

„Der Tag hat gezeigt, wie vital das Land ist“, zog

Heiner Neuner, KLVHS, eine positive Bilanz der

Veranstaltung.

Handwerker zeigten ihre Künste

vom Flechten bis zum Drechseln


Sonntag, 23. September, Nordhalben

Orgelfestival 2007

Der Hofer Dekanatsmusiker Ludger Stühlmeyer spielte an

der Orgel von St. Bartholomäus in Nordhalben Werke von

Bach, Buxtehude, Lefebure-Wely, Mendelssohn-Bartholdy

und Franck.

Mittwoch, 26. September, Bamberg

Orgelkonzertreihe im Dom

Im Rahmen der Konzertreihe mit Domorganisten zum

Bistumsjubiläum spielte der Trierer Domorganist Josef Still

zum Thema „Engel“ u.a. Werke von Goller, Humperdinck,

Scheidemann und Liszt.

Dienstag, 26. September, Neustadt/Aisch

Benedikt XVI. - Das theologische Profil des neuen

Papstes

Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Beinert, Pentling

Donnerstag, 27. September, Nürnberg

Gesprächsrunde mit dem Besuchsdienst der Seelsorge

am Klinikum Nord

Die Veranstaltung des katholischen Seelsorgeteams am

Klinikum Nürnberg Nord beschäftigte sich mit dem Thema,

wie die eigene Lebens- und Glaubensgeschichte das

Verhalten beeinflusst, anderen Menschen zu begegnen.

Samstag, 29. September, Bamberg

Diözesaner Ordenstag

Mehr als 300 Ordensleute aus 27 Frauen- und elf Männerklöstern

waren zum „Jubiläums-Ordenstag“ nach

Bamberg gekommen. Gemeinsam mit dem Abtprimas

des Benediktinerordens, Dr. Notker Wolf, sprachen sie

über ihre „Berufung und Sendung – Zeugnis für die

Hoffnung“. „Wir brauchen Ihre vielfältigen Dienste in

der Verkündigung, im Gottesdienst und in der Caritas“,

machte Erzbischof Ludwig Schick beim abschließenden

Gottesdienst im Dom deutlich. Die Mitglieder der

Ordensgemeinschaften seien „Engel in unserer Zeit“.

Dankbarkeit für den Dienst in der Diözese Bamberg

durch Jahrhunderte hindurch zollte den Ordensleuten

auch Ordensreferent Domkapitular Luitgar Göller. Die

Ordensgemeinschaften seien als „Antwort aus dem

Glauben auf die Not der Menschen“ gegründet worden.

Den Mangel an Ordensnachwuchs, die Ernüchterung

im Alltag des Ordenslebens, die Verpflichtung zu

Ehelosigkeit und Gehorsam, aber auch Selbstmitleid ,

die scheinbar fehlende Anerkennung des Ordenslebens

– in seinem Vortrag sprach der Abtprimas eine Reihe

von Problemen an, mit denen sich die Gemeinschaften

immer wieder auseinandersetzen

müssten. An die

Anwesenden appellierte

er, sich nicht entmutigen

zu lassen, sondern sich

ihrer Berufung bewusst

zu bleiben. Als frohe

Menschen, die Zeugnis von

der Liebe Gottes geben,

sollten sie ihre Aufgaben

erfüllen.

Samstag, 29. September

Sternwallfahrt der Region II (Kronach)

V e r a n s t a l t u n g e n

600 Gläubige aus den Dekanaten Lichtenfels, Coburg,

Kronach und Teuschnitz machten sich unter dem Motto „...

und nirgendwo begegnen wir uns“ auf den Weg nach Bamberg.

Eine Gruppe von Jugendlichen und Junggebliebenen

traf sich schon am Freitagabend in der Basilike Vierzehnheiligen

und wallte in der Nacht in Richtung Domstadt.

Dort feierten alle Wallfahrergruppen einen Gottesdienst in

der Kathedrale mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick.

Pilgerstab und Regenschutz – das waren die wichtigsten Utensilien

bei der Wallfahrt der Region II nach Bamberg

Abtprimas Notker Wolf

111

S e p t e m b e r 2 0 0 7

Der Ordenstag im Erzbistum Bamberg ist für

viele Ordensleute ein Pflichttermin im Kalender

Schwestern aus Indien und den Philippinen

bereichern das Ordensleben im Erzbistum


11

„ T ü r z u r K u l t u r u n d S p i r i t u a l i t ä t A f r i k a s “

Ein Fest zum Auftakt der Diözesanpartnerschaft zwischen den Bistümern

Bamberg und Thiès/Senegal

„Missionarischer Geist ist immer in unserer

Diözese vorhanden gewesen, früher, zur Zeit

des heiligen Bischof Otto, und auch heute“,

freute sich Erzbischof Dr. Ludwig Schick beim

„Fest der Weltkirche“, das am 21. und 22.

September in Nürnberg stattfand. Als Beispiele

nannte Schick die Eine-Welt-Gruppen

in vielen Pfarreien und die Ordensgemeinschaften,

die aktives Engagement für Afrika,

Asien, Lateinamerika und Osteuropa zeigten:

„Dieser missionarische Geist in die weite Welt

hinaus ist keine Einbahnstraße. Er beschenkt

uns hier im Bistum und erhält uns lebendig in

Glaube, Hoffnung, Liebe.“

Mit der Partnerschaftsvereinbarung, so steht

es in der Urkunde geschrieben, gehen die

Bistümer eine Gebets-, Lern- und Solidargemeinschaft

ein. Neben dem Gebet und

der Eucharistiefeier solle die Partnerschaft

gegenseitiges Voneinander-Lernen beinhalten,

das durch persönliche Begegnungen

und Informationsaustausch ermöglicht werden

solle. „Die Diözese Thiès wird für das

Erzbistum Bamberg eine Türe zur Kultur und

Spiritualität Afrikas öffnen. Das Erzbistum

Bamberg wird sich insbesondere für diejenigen

einsetzen, die in Thiès unter Armut und

Ungerechtigkeit zu leiden haben.“

Am Ende des Gottesdienstes überreichte Schick seinem

afrikanischen Amtsbruder einen Kelch und eine Hostienschale.

Die beiden von der Goldschmiedin Theresia Leicht

gefertigten liturgischen Geräte sollen eine Erinnerung an

Bamberg sein.

Am „Fest der Weltkirche“

nahmen mehrere Tausend Besucher

auf dem Jakobsplatz in

Nürnberg teil. An 35 Ständen

präsentierten katholische

Hilfswerke, Eine-Welt-Gruppen

und Vertreter aus afrikanischen

Ländern ihre Waren

und kulinarischen Köstlichkeiten

und informierten über

die Eine-Welt-Arbeit.


DAKAR

Fischfang

Erdnussanbau

Phosphatabbau

Goldmine

Tourismus

Vogelreservat

Nationalpark

Tivaouane

Mont Rolland

KATHEDRALE

ST. ANNE

Thiès Bambey

Poponguine Diourbel

Mbour

Banjul

St. Louis

Louga

BISTUM

THIÈS

Ziguinchor

Mbake

Kaolack

Gambia

Casamance

Richard Toll

Dara

MOSCHEE

VON TOUBA

Kaffrine

Senegal

Kolda

Hauptstadt: Dakar

Fläche: 196.720 qkm2 qkm (Deutschland: 356 356 970 970 qkm) qkm2)

Einwohnerzahl: 10 ca. Millionen, 10 Millionen

39 % der Senegalesen leben in Städten,

allein 20 % der 20 % Bevölkerung der Bevölkerung in Dakar in Dakar, (2 Mill.) (2 Mill.)

Lebenserwartung: ca. 55 Jahre, 60 % unter 25 Jahre, Jahre

(Deutschland: 78 Jahre)

Kindersterblichkeit: 115 von 1000

Kinderzahl: 6,1 pro Frau

Armut: 30 % der leben leben unterhalb unterhalb der der Armutsgrenze

Schulbesuch: Die 68 % Grundschule der Kinder besuchen (école élémentaire) die Grundschule besuchen

68 (école % der élémentaire) Kinder.

Arbeitslosigkeit: Arbeitslosigkeit: 40 % 40 %

i m B l i c k p u n k t : D i ö z e s a n p a r t n e r s c h a f t

S e n e g a l

Gambia Fluss

Wirtschaftslage: 54 % der Bevölkerung arbeiten im Bereich

Landwirtschaft und Fischerei Fischerei.

Regierungsform: Präsidialrepublik

Demokratie

Amtssprache: Französisch und Wolof

Religionen: Religionen 95 % Muslime

4 % Christen

1 % Anhänger der traditionellen Religionen

Die christlichen Kirchen betreiben Schulen und Krankenhäuser.

65 % der Kinder an katholischen Schulen sind Muslime. Dadurch wird

schon in der Schule gelehrt, wie man trotz der religiösen Unterschiede

zusammen leben und arbeiten kann. Die Vertreter beider

Religionen nehmen gemeinsam Stellung zu Themen wie Frieden,

Demokratie, freie Wahlen.

Stabsstelle Weltkirche

Stabsstelle Weltkirche

Seit 1991 leitet Adalbert Kopp die vormalige Diözesanstelle Mission – Entwicklung – Frie-

Seit 1991 leitet Adalbert Kopp die bis 2006 „Diözesanstelle Mission-Entwicklung-Frieden“

den. Zu seinen Aufgaben gehört die Kontaktpflege zu den Missionaren aus dem Erzbistum

genannte Stabsstelle. Zu seinen Aufgaben gehört die Kontaktpflege zu den Missionaren aus

Bamberg, die in aller Welt ihren Dienst tun, die Kooperation mit kirchlichen Hilfswerken, Bil-

dem Erzbistum Bamberg, die in aller Welt ihren Dienst tun, die Kooperation mit kirchlichen

dungs- und Projektarbeit und die Koordination der Diözesanpartnerschaft. Unter der Leitung

Hilfswerken, Bildungs- und Projektarbeit und die Koordination der Diözesanpartnerschaft.

von Generalvikar Msgr. Georg Kestel hat sich ein 13 köpfiges Partnerschaftskomitee gebildet

Unter der Leitung von Generalvikar Msgr. Georg Kestel hat sich ein 13-köpfiges Partner-

mit Vertretern aus dem Ordinariat und der Erzdiözese Bamberg.

schaftskomitee gebildet mit Vertretern aus der Erzdiözese Bamberg.

Msgr. Georg Kestel Adalbert Kopp

Matam

Tambacounda

G u i n e a - B i s s a u

M a u r e t a n i e n

Bakel

Senegal

Kédougou

GOLÉAKOUTO

11

S e p t e m b e r 2 0 0 7


11

Beginn der Zusammenarbeit:

Alois Berner reiste 1964 mit seiner

Frau Anna als Entwicklunghelfer

für das Katholische Landvolk in den

Senegal.

Die Tröpfchenbewässerung hilft bis zu

80 Prozent Wasser einsparen

Mit Engagement dabei: Jugendliche aus der Hauptschule Hallstadt

verkauften den 50. 000 „Senegalbleistift“

Solidarisch – Erbischof Schick spendete 15 00 Euro für einen Schulneubau

Kontakt auf höchster Ebene: Das senegalesische Partnerschaftskomitee im Herbst 2007 zu Gast in der Ordinariatskonferenz

Die Bamberger Caritas

unterstützt den

Brunnenbau im

Bistum Thiés


i m B l i c k p u n k t : D i ö z e s a n p a r t n e r s c h a f t

P a r t n e r s c h a f t t r ä g t s c h o n F r ü c h t e

Junge Menschen aus dem Erzbistum lernen und arbeiten in Senegal

Von Adalbert Kopp, Leiter der Stabsstelle Weltkirche

Das Diözesanforum „Bamberger Pastoralgespräch“, das in

einem dreijährigen Diskussionsprozess Visionen für unsere

Ortskirche entwickeln sollte, hat im Jahr 2000 unter anderem

folgendes Votum formuliert: „Die Erzdiözese Bamberg baut

eine Partnerschaft zu einer Diözese oder einem Land in der

3. Welt auf und erfüllt diese mit Leben.“

Eine Projektgruppe des Diözesansachausschusses Eine Welt

wurde daraufhin beauftragt, bestehende partnerschaftliche

Kontakte aus dem Erzbistum zu analysieren, Kriterien einer

Partnerschaft zu erstellen und einen konkreten Vorschlag auszuarbeiten.

Am Ende dieses Prozesses stand die eindeutige

Empfehlung, eine Bistumspartnerschaft mit der Diözese Thiès

im Senegal einzugehen.

Warum gerade Thiès? Die Anfänge liegen 50 Jahre zurück: Seit

1957 unterhält die Katholische Landjugend Bayerns (KLJB)

Kontakte mit der senegalesischen Landjugend (UJRCS - Union

des Jeunesses Rurales Catholiques du Sénégal).

1979 beschloss der Erwachsenenverband, die Katholische Landvolkbewegung

(KLB) Bayerns, eine Partnerschaft mit den damals

sechs Diözesen im Senegal. Der Diözesanverband der KLB

Bamberg nahm dabei engere Beziehungen zur Diözese Thiès

auf, die 1999 in eine Partnerschaftsvereinbarung zwischen dem

Landvolk und dieser Diözese mündeten.

Die Entwicklung hin zur Bistumspartnerschaft nahm nun Fahrt

auf: Im Dezember 2003 bestätigte die für die Durchführung

der Forumsbeschlüsse verantwortliche Pastoralkommission den

Vorschlag der Projektgruppe.

Im Februar 2004, anlässlich der bundesweiten Eröffnung der

Misereor-Fastenaktion in Bamberg, erklärten Erzbischof Dr.

Ludwig Schick und Bischof Jacques Sarr aus Thiès gemeinsam

öffentlich die Absicht, im Jahr 2007 die Partnerschaft zwischen

beiden Bistümern zu besiegeln.

Lebendiger Austausch: Katharina Wagner (re) aus Stegaurach arbeitete

für sechs Monate in einem Kindergarten im Bistum Thiés, die

Krankenschwester Anita Reh aus Staffelbach ging für ein Jahr in eine

Gesundheitsstation in die Partnerdiözese.

Anfang Februar 2005 reiste das neu gegründete Partnerschaftskomitee

zu einem 14-tägigen Besuch in die künftige Partnerdiözese.

Das Erlebnis der Gastfreundschaft, der Vitalität und des

gesellschaftlichen Engagements dieser Ortskirche ließ alle Teilnehmer

mit der Überzeugung heimkehren: Diese Partnerschaft

hat Zukunft. Zu Beginn des Jahres 2006 besuchten Erzbischof

Dr. Ludwig Schick und der jetzige Generalvikar Georg Kestel

Thiès. Im Juni 2006 gab der Gegenbesuch einer Delegation aus

Thiès den künftigen Partnern die Gelegenheit, Menschen, Einrichtungen

und Strukturen im Erzbistum Bamberg kennen zu

lernen. Anlässlich dieses Besuches wurden Freiwilligeneinsätze

in Thiès vereinbart. Im September 2006 gingen zwei junge Menschen

für ein mehrmonatiges Praktikum in den Senegal. Seit

1. Oktober 2007 arbeiten zwei weitere junge Ehrenamtliche in

einer Gesundheitsstation, einem Kindergarten und in der Jugendarbeit.

Die Überlegung, wie die Partnerdiözese, das Land Senegal, seine

Kultur und das Lebensgefühl der Menschen dort uns nähergebracht

werden kann, führte zur Konzeption einer Wanderausstellung

und einer Material- und Medienmappe für Schulen und

Gemeinden. Im Schulreferat des Erzbischöflichen Ordinariats

entstand die Idee der sogenannten Bleistiftaktion zur Unterstützung

der Schulbildung in der Diözese Thiès. Mit über 60.000

bisher verkauften Stiften ist sie ein großartiger Erfolg. Vor

kurzem fertiggestellt wurde das interkulturelle Filmprojekt, in

dem der Rothenburger Dokumentarfilmer Thilo Pohle Jugendliche

aus Thiès und aus Franken vor der Kamera ihre Wünsche und

Träume erzählen lässt.

Vieles ist gleich, manches verschieden: Thilo Pohle interviewte deutsche

und senegalesische Schüler über ihre Sehnsüchte und Ängste

115

S e p t e m b e r 2 0 0 7


116

A f r i k a – e i n P a r t n e r a u f A u g e n h ö h e

Zusammenarbeit mit Europa muss beiderseitiges Bemühen sein

Von Günter Gloser, Staatsminister im Auswärtigen Amt Impulsreferat beim Expertenforum

„Brücken bauen nach Afrika“ am

21.September 2007 in Nürnberg

Seit dem Zeitalter der Entdeckungen wurde Afrika in zunehmendem

Maße zum Spielball kommerzieller und nationaler

Interessen aus Europa. Die Folgen waren häufig fatal. Denken

wir nur an Imperialismus und Ausbeutung, Hunger und Krieg.

Wir Europäer haben immer wieder versucht, in Afrika einzugreifen.

(...)

In den Jahren nach dem Ende des Kalten Krieges begann eine

Reihe von afrikanischen Visionären, den Boden für ein neues

Selbstverständnis des Kontinents zu bereiten. Nennen möchte

ich hier an erster Stelle Nelson Mandela und

seinen Nachfolger Thabo Mbeki als Präsident

Südafrikas sowie Olusegun Obasanjo aus Nigeria

und Präsident Bouteflika aus Algerien.

Zusammen mit dem senegalesischen Präsidenten

Abdoulaye Wade und seiner Vision

von einem pan­afrikanischen Infrastrukturausbau,

dem so genannten Plan Omega, entwickelten

sie die Grundlagen, welche heute

unter dem Kürzel NEPAD bekannt sind, der

New Partnership for Africa’s Development (…)

Die Ausrichtung der 2002 entstandenen Afrikanischen Union

ist nicht gegen etwas, gegen Fremdbestimmung, gegen

Einmischung in innere Angelegenheiten, sondern zukunftsgerichtet­positiv:

für eine stärkere Zusammenarbeit, für ein

gemeinsames Parlament, für eine Kommission, die der EU­

Kommission angeglichen ist, mit einem Apparat, der sich panafrikanisch

für Frieden und Sicherheit verantwortlich fühlt

und entsprechend handelt (...)

Die afrikanischen Regierungen sind in den letzten Jahren in

wachsender Zahl aus demokratischen Wahlen hervorgegangen.

Das Beispiel Mali zeigt, dass Demokratie nicht an einen

relativ hohen Mindestwohlstand gebunden sein muss. Ein

weiteres gutes Beispiel ist Mauretanien, das in diesem Frühjahr

erstmals einen Machtwechsel durch freie und demokratische

Wahlen erlebt hat (...)

Afrikanische Staaten übernehmen zunehmend Verantwortung

auf dem eigenen Kontinent: südafrikanische Truppen sichern

den Friedensprozess in Burundi, senegalesische und ruandische

Truppen sind in Darfur, Ugander in Somalia – nicht als

Besatzer, sondern unter dem Mandat der Afrikanischen Union,

um dem jeweiligen Land zu helfen, zu einer friedlichen

Zukunft zu finden (...)

Wir müssen lernen, in Afrika einen Partner zu sehen, mit dem

wir die Probleme unserer Zeit gemeinsam und auf Augenhöhe

lösen. Bundespräsident Köhler hat eine deutsch­afrikanische

Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die sich mit der Frage

beschäftigt, wie echte Partnerschaft aussehen kann(...)

Mit den meisten Staaten Afrikas waren viele Fragen des Handelsverkehrs

oder des Marktzugangs in diesen so genannten

Economic Partnership Agreements (EPA), benannt nach den

westafrikanischen Hauptstädten Lomé und Cotonou, festgelegt.

Hier ist jetzt eine Anpassung erforderlich, weil bestimmte

in diesen Verträgen enthaltene Regelungen nicht mehr mit

den Regeln der Welthandelsorganisation

WTO kompatibel sind (...)

Ein zweiter Bereich ist eine gemeinsame

EU­Afrika­Strategie. Im Dezember 2005

hatte der Europäische Rat seine grundlegenden

Vorstellungen für eine strategische

Partnerschaft mit Afrika verabschiedet.

In der Folgezeit ist die EU mit der Afrikanischen

Union in eine intensive Diskussion

eingestiegen (...) Wir hoffen, dass die EU­Afrika­Strategie

beim EU­Afrika­Gipfel im kommenden Dezember in Lissabon

von den Staats­ und Regierungschefs der EU und der afrikanischen

Seite angenommen werden kann (...)

Migrationsdruck durch

Armutsbekämpfung senken

Langfristig soll der Migrationsdruck durch weitere Armutsbekämpfung

in den Herkunftsländern gesenkt werden. Gleichzeitig

denken wir über eine Verbesserung der legalen Migrationsmöglichkeiten

nach, etwa in Form einer temporären

zirkulären Migration, um einen dauerhaften brain drain aus

den Ländern Afrikas zu vermeiden.

Der Senegal ist ein Schwerpunktpartnerland der deutschen

Entwicklungszusammenarbeit. Die bilateralen deutschen

Hilfszusagen seit der Unabhängigkeit des Senegal 1960 belaufen

sich auf etwa 650 Millionen EURO (...) Heute liegt das

Hauptziel auf der Armutsbekämpfung. Dazu kommt die Förderung

von Jugendbeschäftigung in den Städten einschließlich

einer Verbesserung der Rahmenbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten

für kleinere und mittlere Unternehmen.

Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Afrika und

Europa ist und wird ein ständiger Prozess des Suchens, des

Bemühens sein und bleiben. Vor allem aber müssen sich beide

Seiten für sie einsetzen. Wenn Afrikaner und Europäer

dies beherzigen, bin ich sicher, dass wir in der Zukunft viel

gemeinsam erreichen können.


i m B l i c k p u n k t : D i ö z e s a n p a r t n e r s c h a f t

D i e U n g e r e c h t i g k e i t e n a u f z e i g e n

Thiès setzt auf die Partnerschaft im Kampf gegen die Armut

Von Abbé Hyacinthe Dione, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees

im Bistum Thiès

Die Aufgabe der Kirche ist es nicht nur, das Evangelium zu

verkünden, sondern auch die Ungerechtigkeiten aufzuzeigen.

Die Kirche, durch die Treue zu ihrer Mission, versteht es,

„weiter ihre prophetische Rolle zu spielen und die Stimme derer

zu sein, die keine Stimme haben, damit überall die Menschenwürde

eines jeden Einzelnen geachtet wird und dass der

Mensch immer im Mittelpunkt aller Regierungsprogramme

steht“, mahnte Johannes Paul II. Sie hat keine andere Wahl,

denn die Evangelisierung muss alles anprangern und bekämpfen,

was den Menschen entwürdigt und zerstört. Gemäß Papst

Johannes Paul II. beinhaltet „die Erfüllung der Evangelisierung

im sozialen Bereich als Teil der prophetischen Funktion der

Kirche (...) auch die Denunzierung des Schlechten und Ungerechten.“

Das Heil des Christen hat zwingend eine politische

Dimension (Lukas 4), denn es führt dazu, Ungerechtigkeiten

anzugreifen, Ignoranz zu bekämpfen, sich gegen das Elend zu

erheben, „nein“ zu sagen gegen Unterdrückung und willkürliche

Verhaftungen, all das ist Teil der Evangelisierung.

Es gibt im Senegal Herausforderungen auf sozialer und kirchlicher

Ebene:

Ausbildung und Alphabetisierung müssen verstärkt werden

Missionarische Dynamik durch die Festigung der kirchlichen

Solidarität zwischen den Diözesen Thiès und

Bamberg und durch den Austausch nützlicher Erfahrungen

im sozialen Bereich

Unterstützung im Gesundheitsbereich

Beitrag zur Verringerung von Armut und Hunger durch

Verbesserung der Fruchtbarkeit des Bodens und Zugang zu

essentiellen sozio­ökonomischen Infrastrukturen

(Wasser, Entsorgung, Gesundheit und Bildung)

Nicht alle Kinder haben die Möglichkeit, die Schule zu besuchen.

Auch gibt es eine strenge Auslese, und die Berufsaussichten

sind sehr schwierig. „Die Jugendlichen sind beunruhigt

angesichts einer Zukunft, in der sie ihr Potential

nicht nutzen können. Außerdem verlieren sie die Lust zu initiierenden

Aktionen und zu Verantwortungsübernahme, da

sie keine Perspektiven sehen.“ Diese Worte des Bischofs von

Madagaskar zeigen, dass die Verzweiflung der Jugendlichen in

vielen afrikanischen Ländern aktuell ist.

Durch den Vergleich mit dem Westen haben viele Jugendliche

große Träume, aber sie haben auch Komplexe und sind frustriert.

In so einem Klima entstehen schnell Aggressionen und

Revolten. Manche Familien leben alltäglich in der Ungewiss­

Statement beim Expertenforum

„Brücken bauen nach Afrika“

heit, ob sie sich satt essen können. Daher gehen viele Kinder

freiwillig betteln oder werden von ihren Eltern geschickt.

Dazu kommen viele Behinderte, Geisteskranke oder die sogenannten

Talibés, die durch die Straßen ziehen. Die Tradition

der Talibés ist im Senegal verbreitet : es sind Kinder, die eine

Koranschule besuchen, und im Gegenzug dafür gehen sie betteln

und liefern ihre Erträge beim Leiter, beim Marabout, ab.

Eigentlich hat diese Praxis eine religiöse Legitimierung, doch

manchmal ist sie eher eine Form der Ausbeutung der Kinder.

„Ich will raus hier, ich will mein Glück woanders versuchen“.

Das hört man oft von den jungen Senegalesen. Woanders,

damit meinen die Leute vom Land die Stadt. Die aber

ist mitleidslos, anonym und individualistisch. Besonders die

Mädchen sind meist gezwungen, gegen einen Hungerlohn als

Hausmädchen zu arbeiten.

Heutzutage meinen die Senegalesen mit « woanders » oft

Europa oder die USA. Manchen gelingt die Auswanderung.

Sie können dann aus dem Ausland ihre Familien finanziell

unterstützen. Aber für viele bedeutet die Emigration Leid :

Familienverbindungen gehen in die Brüche, die kulturelle Anpassung

ist sehr schwer, die neuen Lebensbedingungen sind

hart, die meist illegale Auswanderung verursacht eine ständige

Angst und meist gibt es nur unregelmäßig Arbeit (...)

Um die jungen Menschen von der Auswanderung abzuhalten,

schrieb die Zeitung « Le Soleil » am 8. September 2006:

„Der Präsident baut auf ein neues Programm der Rückkehr

zur Landwirtschaft.“ Es scheint nämlich, dass hauptsächlich

die Menschen aus ländlichen Gebieten auswandern wollen.

Die Situation auf dem Land ist katastrophal. Die Bischöfe des

Senegal haben in ihrem letzten Hirtenbrief von einer Agonie

der ländlichen Leute und von einer wachsenden Armut gesprochen

(...)

Ein Sprichwort bei uns lautet: „Wenn du schnell gehen willst,

gehe allein. Aber wenn du weit gehen willst, gehe gemeinsam.“

Die Partnerschaft zwischen Bamberg und Thiès ist ein

gemeinsamer Weg, den wir durch Gebetsgemeinschaft, Lerngemeinschaft

und solidarisch gehen wollen. Sie ist ein Zeichen

das wir zusammen den Aufruf Christi, das Reich Gottes

zu verkündigen, erfüllen möchten, ein Reich der Gerechtigkeit,

der Liebe und des Friedens. Durch ihr Ziel des Gebens

und Nehmens hilft uns die Partnerschaft sicher, unsere Erfahrungen

zu teilen und uns gegenseitig im Kampf gegen die

Armut zu unterstützen, die Teil der Mission der Kirche ist.

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M i s s i o n a r i s c h K i r c h e s e i n !

Mission bewegt die Menschen und Mission

gestaltet und verändert jede Gesellschaft.

Von Erzbischof Dr. Ludwig Schick

Lieber Bischof Sarr, geehrter Herr Oberbürgermeister Maly und Herr

Regionalbischof Ark Nitsche, liebe Freunde aus Thiés im Senegal, verehrte,

liebe Schwestern und Brüder, besonders alle, die sich in besonderer Weise

für Mission und Eine-Welt-Arbeit einsetzen und heute Nachmittag aktiv

waren!

Es konnte nicht anders sein, als dass im Rahmen unseres Jubiläums

„Unterm Sternenmantel ­ 1000 Jahre Bistum Bamberg

ein „Fest der Weltkirche“ stattfindet. Unsere Erzdiözese

ist von Anfang an eine „missionarische Diözese“ gewesen.

Schon im Jahr 1007 war ein Motiv für die Gründung, den

Slaven, den damaligen Nachbarn im Osten, das Evangelium

und den Glauben zu bringen. Schon damals ging es um die

„eine Welt“, die geeint im christlichen Glauben, in Freiheit,

Gerechtigkeit und Friede leben sollte. Ca. 100 Jahre später

hat der hl. Otto (1102­1139), der ein hervorragender Bischof

Bambergs war, zwei Missionsreisen nach Pommern unternommen.

Ich denke auch an Lorenz Hopfenmüller, der 1890

in Indien in Shillong als Missionar wirkte. Missionarischer

Geist ist immer in unserer Diözese vorhanden gewesen, auch

heute. Es freut mich, ja begeistert mich, dass in so vielen Pfarreien

unserer Erzdiözese Eine­Welt­Gruppen vorhanden sind,

die sich aktiv für Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa

engagieren. Auch unsere Orden, die Dillinger Franziskanerinnen,

die Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen, die

Salesianer, die Jesuiten und Karmeliten und noch viele, viele

andere wären zu nennen, die sich weltweit engagieren. Der

missionarische Geist in die weite Welt hinaus ist keine Einbahnstraße.

Er beschenkt uns hier im Bistum und erhält uns

lebendig im Glauben, in der Hoffnung und Liebe; er macht

uns fähig, ­ inspiriert von unseren Freunden in Afrika ­ hier

den Glauben froh und frei zu leben und weiterzugeben. An

all das denken wir heute beim „Fest der Weltkirche“. Wir

danken für den missionarischen Geist und die Missionare, die

wir senden konnten und die vielen Priester und Schwestern

sowie die neuen Ideen und die Frische des Christseins, die

wir empfangen haben. Dabei bitten wir, dass dieser Geist

uns erhalten bleibt. Denn für die Kirche gilt: Wenn sie nicht

wächst, geht sie ein, wenn sie nicht leben will, stirbt sie.

Das Fest der Weltkirche zeigt: Die

Kirche im Erzbistum Bamberg will

leben und wachsen

Liebe Schwestern und Brüder! Was braucht es für Mission

und missionarischen Geist, die immer unsere Welt gestalten

und verändern wollen? Was braucht es für gute Eine­Welt­

Arbeit? Mission war nie und kann nie eine Sache des Kopfes,

Predigt beim Pontifikalgottesdienst zur

Besiegelung der Diözesanpartnerschaft in

St. Elisabeth/Nürnberg)

der Ideen und der Vorstellungen sein. Mission ist immer eine

Sache des Kopfes, des Herzens, der Hände und der Füße, des

ganzen Menschen! Mission bewegt den ganzen Menschen

und Mission gestaltet und verändert jede Gesellschaft. Das

Evangelium will den Menschen ein neues Herz geben und das

Reich Gottes einpflanzen, wachsen lassen und mehren, das

bedeutet, die Gesellschaften und die ‚eine Welt­Gesellschaft’

sollen mit Gerechtigkeit, Friede und Freude, mit Solidarität,

mit den Menschenrechten und mit der Menschenwürde, die

jedem zuteil werden müssen, durchdrungen werden.

Mission, die den Menschen verändert, will möglichst vielen

Menschen ein neues Herz, fleißige Hände und starke Beine

geben. Der Kopf soll das Gute, Schöne und Wahre denken

und erkennen, das Herz soll Gott und den Nächsten lieben.

Die Hände müssen zupacken, wo Not am Mann und an der

Frau ist und mit den Füßen soll der vom Evangelium Erneuerte

hingehen und hinstehen, wo er gebraucht wird. Diese

neuen Menschen sollen aus dem Geist Christi heraus, die Gesellschaften

und die ganze Welt umgestalten.

Liebe Schwestern und Brüder! Was braucht´s für diese Art der

Mission? Da braucht es drei Dinge: 1. eine gute Botschaft. 2.

engagierte Boten und 3. aufnahmebereite Adressaten.

1. eine gute Botschaft. Die haben wir! Die Person, das Leben,

das Tun, die Gebote und Verheißungen Jesu werden Evangelium,

Frohe Botschaft, genannt. In ihnen ist jedem einzelnen

Menschen und der ganzen Menschheit, „Weg, Wahrheit und

Leben“ (vgl. Joh 10,10) geschenkt. Gott selber hat diese gute

Botschaft in seinem Sohn offenbart. Es gibt keine bessere

Gute Botschaft. Diese gute Botschaft darf aber nicht ein Objekt

für uns bleiben. Sie darf nicht ‚das Evangelium’ sein, ‚der

christliche Glaube’, ‚die Kirche’. Wir müssen sagen können:

mein Evangelium, unser christlicher Glaube, meine Kirche,

weil ich wirklich dazugehöre, ihren Wert erkannt habe, sie

schätze, ganz und gar davon überzeugt bin.

2. Damit sind wir bei der Zweiten Bedingung für Mission ­

der engagierte Bote oder Zeuge. „Wir brauchen Zeugen“, hat

Papst Paul VI. in der Enzyklika „Evangelii nuntiandi“ gesagt:

„Die Menschen heute wollen Zeugen. Und wenn es Gelehrte

sind, dann müssen sie gelehrte Zeugen sein“.


Zeuge ist der, der überzeugt ist, ganz und gar mit Haut und

Haaren, Kopf, Herz, Händen und Füßen, der die Botschaft

wirklich „in“ hat und für den die Botschaft absolut „in“ ist.

Dieser Zeuge engagiert sich dann mit all seinen Kräften.

Die 3. Bedingung ist, dass Empfänger da sind, die diese

Botschaft haben möchten. Die gibt es zur Genüge. Das Wort

Jesu, als er die Menge sah: ‚sie sind wie Schafe ohne Hirten’,

gilt auch heute. Die Menschen unserer Zeit verlangen

nach Gott. Sie suchen nach Mitmenschen, die von Gott erfüllt

sind. Unsere Zeitgenossen brauchen Zeugen des Evangeliums,

die ihnen Hoffnung und Mut geben, damit sie ihr

Leben in die Hand nehmen. Die Menschen, die nach Gott

verlangen, haben wir zu Millionen und Milliarden. Sie warten,

bewusst oder unbewusst, auf die frohe Botschaft des

Evangeliums.

Wir wollen an der Formung der

„Einen Welt“ mitwirken.

Dieses Fest der Weltkirche will dankbar zurückschauen

auf die Mission und die Eine­Welt­Arbeit

in unserer 1000­jährigen Geschichte. Es

will betrachten, was wir getan haben und tun

und uns in all dem stärken.

‚Missionarisch Kirche’ sind wir hier, indem wir

uns um unsere Arbeitslosen kümmern, um die

Jugendlichen ohne Arbeitsstelle, um die Kinder,

die in der „Kinderarmut“ leben und um

die Alten, Kranken und Einsamen. Wir sollen

missionarisch Kirche sein für die Familien, für

die Ausländer, vor allen Dingen auch für die

illegalen Emigranten. Wir wollen uns für Integration

einsetzen, für Klimaschutz und Umweltfragen,

die in allerjüngster Zeit so drängend

geworden sind.

Wir müssen missionarisch Kirche sein in Entwicklungs­

und Schwellenländern, damit dort

die Armut überwunden, die Alphabetisierung

und Bildung Fortschritte machen, die Krankheiten,

vor allen Dingen auch Aids, bekämpft

werden. Wir wollen für Friede und Gerechtigkeit

eintreten und für die Beendigung aller Konflikte.

Dazu ist es auch wichtig, dass wir hier

Waffenexporte kontrollieren und unsere Politik

eine Politik für Gerechtigkeit und Friede auf der

ganzen Welt wird.

Als äußeres Zeichen für unsere erneuten Anstrengungen

für Mission, Frieden und Gerechtigkeit

unterzeichnen wir heute die Diözesanpartnerschaft

mit Thiés im Senegal. Sie soll

nicht ausschließlich, sondern vorbildlich sein.

Sie soll helfen, dass in allen unseren Partnerschaften

mit den Kirchen in den Entwicklungs­

und Schwellenländern wir unseren Beitrag leis­

i m B l i c k p u n k t : D i ö z e s a n p a r t n e r s c h a f t

ten für die Eine Welt, die die Welt Gottes ist und immer mehr

Wirklichkeit werden soll. Wir wollen helfen, dass überall das

Reich Gottes, der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens

sich ausbreitet. Der Herr Jesus Christus, der sein Leben für

uns hingab, gebe uns seinen Segen dazu.

Amen.

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S e p t e m b e r 2 0 0 7


Labyrinth beim Schöpfungsweg am Kloster St. Michael

Workshop beim Diözesankirchenmusiktag

OktOber 2007

Mädchenchor St. Magdalena aus Herzogenaruach

Jugendliche mögen Neues Geistliches Lied und E-Musik

Ausstellung über „Leben in der Diaspora“ in Hof Besinnliche Stunden beim Ökumenischen Kirchentag in Forchheim


i m B l i c k p u n k t :

K i r c h e n m u s i k

K o n z e r t e u n d P r o j e k t e


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1

Veranstaltungen im Oktober 2007

Montag, 1. Oktober, Bamberg

Otto-Tag für Priester und Diakone

Etwa 120 Geistliche nahmen am traditionellen Otto-

Tag teil. Nach einer Eucharistiefeier in St. Michael

wurde der Tag mit dem Referat von Prof. Dr. Michael

Schulz zum Thema „Gnadenlose Pastoral? Der

‚zuvorkommende’ Gott und seine priesterlichen

Mitarbeiter“ im Bistumshaus St. Otto fortgesetzt.

Eine von zwölf Stationen des Schöpfungswegs

Donnerstag, 4. Oktober, Bamberg

Einweihung des Schöpfungsweges am

Kloster St. Michael

Besinnlich, meditativ, erholsam – das soll der

Schöpfungsweg sein, der rund um das ehemalige

Kloster St. Michael angelegt wurde. „Auf fünf

Kilometer Länge führt der Weg vorbei an einmaligen

Naturschönheiten“, freut sich Klaus Schwaab,

Umweltbeauftragter der Erzdiözese Bamberg, der

federführend das Projekt initiiert hatte. Man solle

die Schöpfung Gottes bewusst wahrnehmen, wünschen

sich Schwaab und der Organisationskreis.

Der Schöpfungsweg besteht aus zwölf Stationen,

besinnliche Texte auf Tafeln geben Impulse zu

einem tieferen Verständnis der Schöpfung. Pflanzen,

Wasser und Boden zeigen Gottes Schöpfung und

laden in Verbindung mit einem Zitat aus der Bibel

zum Nachdenken ein: Was haben wir aus der Natur

gemacht? Was können wir von ihr lernen? „Der

Schöpfungsweg zeigt uns den Übergang von der

Stadt – als ein vom Menschen gestalteter Lebensraum

– zum Wald als ursprüngliche Vegetationsform

sowie die von Menschen geschaffenen Veränderungen“,

so Klaus Schwaab. Der Weg führt von der

Klosteranlage St. Michael bis zur

Quellfassung des Ottobrunnens im

Michaelsberger Wald, von dort aus

zu den historischen Steinbrüchen

des Rhätsandsteins und dann wieder

über den Kunigundenweg zurück zum

Kloster.

Der Schöpfungsweg führt auch zurück

zu den Spuren, die die Benediktiner

über Jahrhunderte hinweg rund um

den Michaelsberg hinterlassen haben.

Garten-, Weinbau und die Anlage von

Obstgärten gehen auf die Aktivität

der Ordensgemeinschaft zurück. Historisch

bedeutsam ist auch die von

den Mönchen bereits im Mittelalter

gelegte Wasserleitung. Von den Anfängen

des Klosters bis zum heutigen

Tag versorgt die Quelle im Michaelsberger

Wald über diese Leitung den

Merkurbrunnen im Innenhof der Klosteranlage

mit frischem Quellwasser.

Mit viel ehrenamtlichem Engagement

angelegt: Der Labyrinthgarten

Unter der Koordination von Klaus Schwaab

(re) wurde der Schöpfungsweg durch die

Kooperation verschiedener Partner und die

Unterstützung von Institutionen, Privatpersonen,

Sponsoren und Paten umgesetzt.

Ein kleiner Wegführer verschafft einen Überblick über den Wegeverlauf,

die Stationen und deren Bedeutung. Führungen und besinnliche

Spaziergänge für Schulklassen oder Erwachsene können über das

Umweltreferat der Erzdiözese Bamberg vermittelt werden.


Freitag, 5. Oktober, bis Sonntag, 7. Oktober, Forchheim

Ökumenischer Kirchentag

Circa 1300 Interessierte

besuchten den Ökumenischen

Kirchentag, der mit einer Nacht

der offenen Kirchen, einem

Jugendfest, einer Kirchenmeile,

einem prominenten Redner

wie P. Anselm Grün OSB und

einem reichhaltigen spirituellen

Angebot ein abwechslungsreiches

Programm bot.

Samstag, 6. Oktober, Vierzehnheiligen

Arbeit ist Menschenrecht – Wallfahrt für Arbeitnehmer

und Arbeitslose

Etwa 250 Frauen und Männer nahmen an der Wallfahrt nach

Vierzehnheiligen teil. Erzbischof Dr. Ludwig Schick sprach

sich für Mindestlöhne aus und forderte, dass jeder einen Lohn

erhalten sollte, von dem er leben könne.

Mit der Wallfahrt wollten die Katholische Arbeitnehmerbewegung

(KAB), die Arbeitnehmerpastoral, die Arbeitsloseninitiativen,

die Franziskaner in Vierzehnheiligen und Erzbischof

Dr. Ludwig Schick die persönlichen und gesellschaftlichen

Ängste und Nöte in der Arbeitswelt benennen, gemeinsam den

Wert und die Würde des Menschen in der Arbeitswelt bewusst

machen und im Gebet vor Gott hin tragen.

Samstag, 6. Oktober, Bamberg

Diözesan – Kirchenmusiktag

Pater Anselm Grün

An dem kirchenmusikalischen Höhepunkt zum Bistumsjubiläum

nahmen mehr als 400 Kirchenmusiker, Chorleiter, Organisten

und Sänger teil. Vorträge und Konzerte, offenes Singen,

Notenausstellungen und Workshops sorgten für ein abwechslungsreiches

Programm.

Samstag, 6. Oktober, bis Sonntag, 28. Oktober

Gert Pallier – Lust auf Rot

Die Stadt Feldkirchen in Kärnten – ehemaliges Hochstiftsgebiet

des Bistums Bamberg – machte Bamberg im Jubiläumsjahr

eine Ausstellung zum Geschenk. Die Werke von

Gert Pallier, einem zeitgenössischen Künstler mit einem Faible

für Landschaftsgemälde aus Kärnten und Bamberg, waren in

der Bamberger Stadtgalerie – Villa Dessauer zu sehen.

Sonntag, 7. Oktober, Bamberg

„Sternstunden – 1000 Jahre Bistum Bamberg

Samstag, 13. Oktober, Fürth

Chapeau Claque e.V., Träger

für Kinderkulturarbeit in

Bamberg, präsentierte die

im Rahmen des Bistumsjubiläums

entstandenen

Projekte für Kinder und

Jugendliche im Beisein von

Generalvikar Msgr. Georg

Kestel im Hegelsaal der

Konzert- und Kongresshalle

Bamberg.

Herbstvollversammlung des Diözesanrats der

Katholiken im Erzbistum Bamberg

Die Delegierten

trafen sich in der

1000-jährigen Stadt

Fürth, um über den

Pastoralplan zu

diskutierten. Dabei

wies die Vorsitzende

Elisabeth Schillab

darauf hin, dass

die Arbeit mit dem

2005 eingeführten

Pastoralplan in den

Gemeinden und

Seelsorgebereichen direkt geschehen müsse. Ebenso blickten

die Räte bei der Vollversammlung zufrieden auf die Feierlichkeiten

zum Bistumsjubiläum zurück.

Donnerstag, 18. Oktober, Erlangen

Vortrag: „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr“

Pater Dr. Benno Kuppler SJ aus München sprach über den

Umgang mit Geld, Besitz, Vermögen – Unsere Verantwortung

für soziale Gerechtigkeit.

Freitag, 19. Oktober, Bamberg

Diözesanseniorenwallfahrt

mit Erzbischof Dr. Ludwig

Schick im Bamberger Dom.

Etwa 600 Seniorinnen und

Senioren aus der gesamten

Erzdiözese kamen anlässlich

des Bistumsjubiläums

nach Bamberg. Nach dem

Gottesdienst fand eine

Agape im Kreuzgang des

ehemaligen Dominikanerklosters

statt.

V e r a n s t a l t u n g e n

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Freitag, 19. Oktober, Bamberg

Nacht der Lichter

Viele Jugendliche aus der gesamten Erzdiözese nahmen

an der schon traditionellen „Nacht der Lichter“ im

Bamberger Dom teil, die auch 2007 ein großer Erfolg

und ein spirituelles Erlebnis war. Jugendliche, die schon

einmal in Taizé waren, laden zusammen mit dem BDKJ-

Diözesanverband, der Diözesanstelle Berufe der Kirche

und den evangelischen Kirchengemeinden dazu ein.

Samstag, 20. Oktober, Erlangen

„Unterm Sternenmantel – Lebensbilder aus der

1000-jährigen Bistumsgeschichte“

Ein integratives Theaterstück der Barmherzigen Brüder

Gremsdorf in Kooperation mit Studierenden der Universität

Bamberg/Fachbereich Soziales.

Sonntag, 21. Oktober, Nürnberg

Eröffnung der 21. Kirchenmusiktage

in der Kirche Herz Jesu mit Joseph

Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ unter

Mitwirkung des Palestrina Chors, des

Kammerchors Franconia Vocalis, Solisten

und des auf historischen Instrumenten

spielenden Orchesters „La Banda“ unter

Leitung von Rolf Gröschel. Im Anschluss

an das Konzert überreichte Erzbischof Dr.

Ludwig Schick Gröschel den Päpstlichen

Silvesterorden für dessen langjährigen

Verdienste um die Kirchenmusik.

Sonntag, 21. Oktober, Mittelehrenbach

1000 Jahre Mittelehrenbach

Festgottesdienst mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick

und Weihe einer Statue in Oberehrenbach.

Sonntag, 21. Oktober, Michelfeld

Orgelfestival 2007

Veranstaltungen im Oktober 2007

Regionalkantor Georg Schäffner spielte an der Orgel von

St. Leonhard in Michelfeld Werke von Kayser, Pachelbel,

Spergher, Krebs, Bach und Rathgeber.

Mittwoch, 24. Oktober, Bamberg

Orgelkonzertreihe im Dom

Im Rahmen der Konzertreihe mit Domorganisten

im Bamberger Dom zum Bistumsjubiläum

spielte der Hamburger Kirchenmusikdirektor

Eberhard Lauer Werke von Bach, Couperin und

Reger.

Freitag, 26. Oktober, Bamberg

Übergabe Nachhaltigkeitspreis des

Diözesanausschusses Umwelt

Erzbischof Dr. Ludwig Schick überreichte im Bischofshaus

an das „Cafe im Dunkeln“ und das „Berufungs-Weck-Cafe“

den Preis für den nachhaltigsten Verpflegungsstand am

Heinrichsfest. Damals wurden Stände nach Kriterien wie

Verwendung von Produkten aus dem ökologischen Landbau

und soziale Kriterien bewertet.

Freitag, 26. Oktober, Hof

„Leben in der Diaspora“

Eröffnung der Ausstellung über Geschichte und Gegenwartssituation

der Katholiken in Hof. Die Schau im Museum Bayerisches

Vogtland war bis zum 30. Dezember 2007 zu sehen.

Erzbischof Ludwig Schick übergibt Geschenke des Jubiläumsjahres

an den Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner

Samstag, 27. Oktober, Stadtsteinach

Dekanats-Chortag Kulmbach

„Offenes Singen“ mit den Chören des Dekanats Kulmbach

und Vorstellung des neuen „Bamberger Chorbuches“ mit

abschließendem Abendlob. Die Veranstaltung fand im

Gemeindezentrum in Stadtsteinach statt.


Samstag, 27. Oktober 2007, Burg Feuerstein

Vorstellung des neuen Liedbuchs „Cantate II“

Im Rahmen des 18. Festivals religiöser Lieder wurde das

neue Liedbuch Cantate II vorgestellt, das 358 neue und

alte Lieder aus der Szene des Neuen Geistlichen Lieds

(NGL) enthält.

„Cantate II ist das modernste Buch und die aktuellste

Sammlung im Bereich des NGL“, ist sich Bernd Hackl, Leiter

der Werkstatt NGL in der Erzdiözese Bamberg, sicher.

Das Redaktionsteam stellte mit Diözesanjugendpfarrer

Detlef Pötzl und Jugendamtsleiterin Dr. Elzbieta

Szczebak (sitzend) das neue Liedbuch vor.

Dienstag, 30. Oktober, Bamberg

Abschlusspressekonferenz zum Jubiläumsjahr

„Unterm Sternenmantel“

Viele Journalisten aus den Bereichen Print, Hörfunk,

Fernsehen und Nachrichtenagenturen nahmen

an der Bilanzpressekonferenz im Bischofshaus

teil. Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Generalvikar

Msgr. Georg Kestel, Prälat Luitgar Göller, Michael

Kleiner und Roland Baierl, Koordinierungsstelle

Bistumsjubiläum (v.re.n.li.), konnten über ein

gutes Jubiläumsjahr berichten. Mehr als 300.000

geschätzte Besucher und Teilnehmer an etwa 800

Veranstaltungen in allen Regionen der Diözese

sowie die selbstlose Unterstützung von unzähligen

Ehren- und Hauptamtlichen ließen das Jahr erfolgreich

und mit vielen Impulsen für die Zukunft

enden.

Mittwoch, 31. Oktober, Bayreuth

Halloween

Die lange Nacht mit Texten und Musik in der

Schlosskirche (in Zusammenarbeit mit der Kath.

Erwachsenenbildung in der Stadt Bayreuth):

Abendlob, Vorträge und Nachtkonzert

Donnerstag, 1. November, Bamberg

Abschlussfeier des Bistumsjubiläums am Gründungstag

Der Tag begann um 9.30 Uhr mit einem feierlichen Pontifikalgottesdienst

im Bamberger Dom, um 12.30 Uhr folgte

der Festakt in der Konzert- und Kongresshalle Bamberg. Den

Festvortrag zum Thema „Europas Perspektiven auf dem Fundament

christlicher Werte“ hielt Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering,

Präsident des Europäischen Parlaments. Im Anschluss ließen

die etwa 900 Gäste das Jubiläumsjahr Revue passieren.

Donnerstag, 1. November, Hof

St. Lorenz und St. Michael in Hof –

eine mittelalterliche Großpfarrei im Wandel

Vortrag von Prof. Dr. Enno Bünz (Universität Leipzig)

Samstag, 3. November, Fürth

1000 Jahre Fürth

V e r a n s t a l t u n g e n

Anlässlich des Stadtjubiläums fand ein ökumenischer Festgottesdienst

in der Kirche St. Michael, dem ältesten Gebäude der

Stadt, mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Dr. Johannes Friedrich,

Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern,

und Wolfgang Rieker, Superintendent der Evangelisch-Methodistischen

Kirche in Bayern, statt.

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K i r c h e n m u s i k

V i e l K i r c h e n m u s i k i m J u b i l ä u m s j a h r

Zur Kirchenmusik gehört alles Musizieren, Singen und Spielen im Gottesdienst und in geistlichen Konzerten.

Zum kirchenmusikalischen Dienst zählen Orgelspiel und Chorleitung, mit denen die haupt- und über 500

nebenamtliche Kirchenmusiker in den 67 Gemeinden der Erzdiözese betraut sind.

Genauso aber zählt dazu jegliche kirchenmusikalische Aktivität von Gemeindemitgliedern aller Altersgruppen.

Nach einer Erhebung des Amts für Kirchenmusik aus dem Jahr 000 engagieren sich in der Erzdiözese

regelmäßig etwa 1 .000 Kinder, Frauen und Männer im Kantorendienst, beim Singen und Spielen in einer

Flötengruppe, einem Kinder- oder Jugendchor, einer Band, einer Schola, einem Kirchenchor, einer Bläsergruppe

oder einem Kirchenorchester.

Auch im Jubiläumsjahr führte das Amt für Kirchenmusik mit seinem

Leiter, dem Ausbildungsleiter, den Regionalkantoren und den Dekanatsmusikern

sowie den Lehrern der Ausbildung nebenamtlicher

Kirchenmusiker seine regelmäßige Arbeit fort. Mit Blick auf die Kontinuität

der Kirchenmusik verdient der Ausbildungsbereich besondere

Erwähnung: Im Sommer 2007 befanden sich 81 Schülerinnen

und Schüler in der C- und

D- Ausbildung. Im Jubiläumsjahr

haben 17 Teilnehmer

die D-Prüfung und 12

die C-Prüfung erfolgreich

absolviert.

Chorsingen gehört zum

kirchlichen Leben. Der

Mädchenchor St. Magdalena

aus Herzogenaurach gibt

ein Konzert beim Diözesankirchenmusiktag.

Vesper zum 1000-jährigen Jubiläum

des Bistums Bamberg

Die als Auftragswerk komponierte Vesper des renommierten Komponisten

Wolfram Buchenberg hat die Domkantorei Bamberg zusammen

mit Bläsern der Bamberger Symphoniker und Domorganist Markus Willinger

unter Leitung von Domkapellmeister Werner Pees auf CD aufgenommen.

Die Vesper wurde zum Jubiläumsauftakt am 5. November

2006 im Bamberger Dom uraufgeführt und vertont die tradierten Textvorlagen

der Psalmen und der übrigen Gesänge des Abendlobs. Texte

von Prälat Alois Albrecht kommentieren das Zeitgeschehen aus 1000

Jahren Bistumsgeschichte.

Die Regional- und Dekanatskantoren der Erzdiözese

Bamberg haben sich – wie alle Kirchenmusiker des

Bistums – in hohem Maße im Jubiläumsjahr engagiert.

Eine Auswahl der kirchenmusikalischen Jubiläumsveranstaltungen

Domkapellmeister Werner Pees, Komponist Wolfram Buchenberg

und Domorganist Markus Willinger bei der Uraufführung

am 5. November im Dom.

Regional-Dekanatskirchenmusiktreffen

Speziell im Jubiläumsjahr wurden eigene Dekanatskirchenmusiktreffen

durchgeführt: in

Bamberg am 3. Februar, in Rothenburg o.d.

Tauber am 12. Mai, in Hof am 17. Juni, in Bamberg

am 17. Juni (Regionalchortreffen – Regionalwallfahrt

der Region IV), in Fürth am

30. Juni (Dekanatschortreffen) und in Bamberg

am 29. September (Dekanatschortreffen

– Sternwallfahrt der Region II).

Orgelfestival

18 Konzerte von Organisten der Erzdiözese

an neuen oder kürzlich restaurierten Orgeln –

darunter Orgelweihen in Pinzberg, Hannberg,

Coburg und Herzogenaurach. Nov. 06 – Okt. 07

Neues Geistliches Lied (NGL)

Bernd Hackl, Leiter der Werkstatt Neues Geistliches Lied,

hat gemeinsam mit Ehrenamtlichen und begeisterten

Hobbymusikern ein großes Angebot im Jubiläumsjahr

auf die Beine gestellt, wie z. B. einen deutschlandweiten

Kompositionswettbewerb für Lieder zum Messordinarium

und zum Bistumsjubiläum. Die musikalische

Gestaltung des Abschlussfestaktes in der Konzert- und

Kongresshalle Bamberg am 1. November 2007 und weitere

Veranstaltungen wurden vom NGL geprägt. Bernd Hackl


Chorkonzert am Nachmittag in St. Jakob mit dem Gastchor des

St. Anne Gymnasiums Kopenhagen.

Diözesan-Kirchenmusiktag

Ein großes diözesanes Kirchenmusikfest führte das Amt für Kirchenmusik

am 6. Oktober 2007 in Bamberg durch. Es wandte sich an alle,

die Freude an der klassischen wie auch an moderner Kirchenmusik haben

und bot eine Fülle an Informationen, aber auch Möglichkeiten,

selbständig Stücke auszuprobieren. Vorträge und Konzerte, offenes

Singen und Workshops konnten besucht werden. Die Veranstaltung

wollte vor allem Chören, Chorleitern und Organisten Anregungen für

die Arbeit in den Pfarrgemeinden bieten.

Der Kirchenmusiktag begann vormittags im Joseph-Keilberth-Saal der

Bamberger Konzerthalle mit einem Vortrag des Essener Hochschulprofessors

Dr. Stefan Klöckner, der über die „Kirchenmusik zwischen

Zusammenbruch und Aufbruch“ referierte. Nach den Workshops am

Nachmittag folgte ein Vespergottesdienst mit Erzbischof Dr. Ludwig

Schick im Bamberger Dom.

In zahlreichen

Workshops konnten

die Teilnehmer

Neues lernen

und Bekanntes

vertiefen.

Plakat zum

Diözesan-

Kirchentag

K i r c h e n m u s i k

Veranstaltungen der Dommusik

Monteverdis Marienvesper im Dom

Aufführung der Marienvesper von Claudio Monteverdi am 22. Juli 2007

im Bamberger Dom mit Gerlinde Sämann und Nele Gramß, Sopran,

Markus Zapp und Manuel Warwitz, Tenor, Matthias Horn und Marcus

Schmidl, Bass, sowie dem Vokalensemble am Bamberger Dom und

einem Barockorchester auf historischen Instrumenten. Die Leitung

hatte Domkapellmeister Werner Pees.

Die 1610 komponierte Marienvesper zählt zu den bedeutendsten Werken

der Kirchenmusik. Die der Gottesmutter gewidmete Komposition

ist von außergewöhnlicher Ausdruckskraft und frühbarocker Pracht

und wird aufgrund der notwendigen Musikerspezialisten nur selten

gespielt.

Gastchöre im Dom

Musikalische Gestaltung von Gottesdiensten und Konzerten im Verlauf

des Jahres durch das Kollegium vocale Hirschaid, das Vokalensemble

Schwesterhochfünf aus Bamberg, den Jugendchor St. Magdalena Herzogenaurach,

den Chichester Cathedral Choir, Chöre des Fränkischen

Sängerbundes, die Kantorei St. Stefan Bamberg, den Kammerchor des

Würzburger Doms, den Lassus-Singkreis München, den Chor der Musica

canterey Bamberg und den Eichstätter Domchor.

Zwölf Konzerte durchs Kirchenjahr mit

den Organisten deutscher Kathedralen

Kirchenjahreszeitlich geprägte Orgelkonzerte der Domorganisten von

Würzburg, Regensburg, Berlin, Fulda, Freiburg, München, Münster,

Köln, Magdeburg, Rottenburg, Trier und Hamburg.

Konzert zum Höller-Jahr

Amt für Kirchenmusik und Bamberger Dommusik

Domorganist Prof. Markus Willinger leitet das Amt für Kirchenmusik seit September

2007. Er ist verantwortlich für die Koordination aller kirchenmusikalischen Belange des

Erzbistums, für die Orgel- und Glockenberatung und für die Orgelmusik am Dom.

Domkapellmeister Werner Pees verantwortet die Chormusik an der Domkirche und leitet

den Bamberger Domchor, die Mädchenkantorei und die Domkantorei.

Bei mehr als 65 Anlässen im Jubiläumsjahr war Chor- und Orchestermusik im Dom

zu hören. Die Orgelmusik konnte mit ebenso vielen Veranstaltungen aufwarten.

Konzert zum hundertsten Todestag des in Bamberg geborenen Komponisten

Karl Höller mit Theresia Groß (Sopran) und Markus Willinger

(Orgel) am 21. April 2007 im Bamberger Dom.

Orgelnacht und Lichtkantate anlässlich

der Bistumstage

Vier einstündige Orgelkonzerte am 8. Juli 2007 von 20 bis 24 Uhr im

von Stefan Knor illuminierten Bamberger Dom.

Markus Willinger Werner Pees

1 7

O k t o b e r 2 0 0 7


1 8

K i r c h e n m u s i k

. . . u n d d a s A n t l i t z d e r E r d e w i r d n e u ! “

Kirchenmusik zwischen Zusammenbruch und Aufbruch

Vortrag von Kirchenmusikdirektor Dr. Stefan Klöckner, Essen,

beim Diözesankirchenmusiktag am 6. Oktober 2007 in Bamberg

Wer wollte es bestreiten: Die katholische Kirche Deutschlands

steckt in ihrer wohl tiefsten Strukturkrise seit Jahrzehnten. Ursachen

hierfür gibt es viele – einige sind substantiell: In Deutschland

werden seit Jahrzehnten stets weniger Menschen geboren

als sterben – und noch weniger von den Geborenen werden

christlich getauft und wachsen in eine Kirche hinein. Das ist kein

konfessionelles Problem; denn auch die EKD hat im letzten Jahr

festgestellt, daß sie im Laufe der nächsten knapp 20 Jahre ein

Drittel ihrer Mitglieder und die Hälfte ihrer Finanzkraft einbüßen

wird. Von einer christlichen Volkskirche kann in Deutschland

nicht mehr gesprochen werden. (...) Daß diese Fakten auch

Konsequenzen für die Kirchenmusik haben würde, war vielen

Beteiligten schon sehr rasch klar. Diese Konsequenzen sind in

Deutschland bisher sehr unterschiedlich ausgefallen – je nach

Ausgangslage, nach Region und nach Grad der Sensibilisierbarkeit

der Kirchenleitungen für die pastorale und kulturelle Bedeutung

von Kirchenmusik für die Zukunft der ecclesia catholica in

Deutschland. Das reicht vom panikartigen Total­Ausverkauf über

geplante Fast­Kahlschläge bis hin zu nachvollziehbaren und vernünftigen

Reduktionen und nicht mehr nachvollziehbarem unvernünftigem

Abwarten. Der demographische Blick auf die Zukunft

der Kirche zeigt uns: „Das war ein Anfang nur!“

Wir mögen gerade zwischen Zusammenbruch und Aufbruch stehen

– der Zusammen­bruch soll uns aber nicht lähmen, sondern

Raum schaffen für einen neuen Aufbruch. Das fordert unsere

ganze Kraft und Energie! Für mich ist die Frage von steigender

Wichtigkeit: Wie kann die Kirchenmusik zeigen, daß sie für die

Zukunft der Kirche eine große Chance bietet? Dass sie zu den

Pfeilern gehört, auf die man Kirche der Zukunft bauen kann? Daß

es also eine vorschneller Akt der Panik wäre, sie heute dramatisch

zu reduzieren und damit ein Stück realer kirchlicher Zukunft zu

verschenken? (...) Die deutsche katholische Kirchenmusik, das

einzigartige Chorwesen mit weit über 400.000 Protagonisten, die

singuläre Situation gemeindlichen Singens – all das wird überleben

in dem Maße, wie die Kirchenmusik selber ihre Relevanz für

die Zukunft erweist, wie sie sich mit ihrem Profil flexibel anzugleichen

vermag an kommende Erfordernisse – und (und das haben

wir weniger in der Hand) wie ihre Relevanz auch erkannt und

anerkannt wird von denen, die für die kirchlichen Strukturen der

Zukunft Verantwortung tragen. Wir leben seit Jahrzehnten in einer

zunehmend entchristlichten Welt. (...) Der Zusammenbruch

des Kommunismus in Osteuropa hat zwar ein großes religiöses

Vakuum hinterlassen; dieses ist aber – zumindest in Deutschland

– nicht mit einer Renaissance des Christentum einhergegangen.

Die verstärkte Präsenz des Islam als einer stark missionarischen

Religion hat die Konturen geschärft – was für eine Profilschärfung

des Christlichen in Deutschland und weiten Teilen Europa bis

dato weitgehend ohne Konsequenzen geblieben ist. (...) Wenn

wir uns also zunehmend als missionarische Kirche verstehen müs­

sen – und das ist für mich eine unausweichliche Konsequenz aus

den aufgewiesenen Entwicklungen –, welche Rolle wird dann die

Kirchenmusik hierbei zu spielen haben? Ich möchte hierzu eine

Bibelstelle befragen und sie auf die Kirchenmusik hin auslegen:

Ezechiel 37

Der Prophet Ezechiel schreibt in einer ähnlich trostlosen Zeit,

wie es für viele die unsere zu sein scheint. Israel im Exil, seiner

religiösen Kultur beraubt, seiner kultischen Identität entfremdet.

Eine Knochenwüste: Totes Gebein, bei lebendigem Leibe seelisch

und religiös abgestorben. (...) So fremd unserer Zeit? Die

Zahl der Suchenden nimmt drastisch zu. Sind sie soviel weniger

wert als die, die meinen gefunden zu haben?

Gott schickt den Propheten in diese Knochenwüste. Er sagt:

Spricht du in meinem Namen das lebensspendende Wort, verkünde

die Botschaft vom Heil. Stille ihren Durst nach Lebenssinn.

Und der Prophet macht die erstaunliche Erfahrung: Wo er Gott

zur Sprache bringt, wo er vom Geist Gottes spricht, belebt dieser

Geist das tote Gebein – und die Toten werden lebendig. (...)

Was werden wir also denen antworten, die nach unserem Ziel,

nach unserer Botschaft fragen? Der Ort der Kirche sind die leiblichen

und seelischen Knochenwüsten dieser Welt.

Die Aufgabe der Kirchenmusik ist das prophetische Singen und

Musizieren der erlösenden Botschaft, des heilenden Wortes, der

neuen Vergewisserung oder ersten Verkündigung, daß dieses Leben

einen Sinn und ein Ziel hat.

Die Kirchenmusik hat wie keine andere kirchliche Aktivität eine

große Chance, die Menschen da zu erreichen, wo das Wort, das

Bild, die Katechese die Menschen nicht mehr erreicht. Sie kann

sich zum Spiegel der menschlichen Seele machen und zugleich

zum Licht werden, das diesen Spiegel erhellt. (...) Wo die Kirchenmusik

zum Propheten in der Knochenwüste unserer Welt

werden will, soll sie schreien, um das Elend, die Trauer, den

Schmerz der leidenden Kreatur vor Gott zu tragen; sie soll singen

vor Freude über den Sieg des Lebens, über die Schönheit der

Schöpfung und der Liebe; und sie soll schweigen, wenn die Töne

fehlen: vor der Majestät Gottes und vor dem letzten unergründlichen

Geheimnis des Lebens. Seien Sie gewiss: Der Funke des

Geistes springt über, wird auch die Menschen beleben, die hungern

und dürsten nach einer Antwort auf die große Frage nach

dem Sinn unseres Lebens.

Mit welchen Stichworten kann man nun diese Aufgabe der Kirchenmusik

umschreiben?

a) Die Kirchenmusik ist Dialogpartnerin der Gemeinde (...) – da,

wo sie der Gemeinde hilft, in Ruf und Antwort, in Frage und

Zuspruch, in Aufforderung und Jubel den Dialog zwischen Gott

und Mensch liturgisch abzubilden und zu feiern. Wie schlimm,

wenn eine Kirchengemeinde z. B. ihren Kirchenchor nie von Angesicht

zu Angesicht sieht, sondern nur vom berüchtigten Schild


her kennt, wenn es eine große Aufführung gibt: „Empore heute

nur für den Kirchenchor!“ Man hört auch mit den Augen!

Der Chor ist kein von der Gemeinde abgehobenes

Grüppchen, sondern Teil der

Gemeinde mit besonderen Aufgaben.

So konnte Dr. Albert Stohr, früherer Bischof von Mainz, sagen:

„Die beste Visitenkarte für die Qualität des Chorgesangs ist die

Qualität des Gemeindegesangs!“ (...)

b) Die Kirchenmusik ist gelegentlich aber auch Sprachrohr der

Gemeinde – und als solches Stellvertreter des Gemeindegesangs.

Im Römerbrief schreibt Paulus, daß wir oft nicht wissen, worum

wir beten sollen, und daß der Geist für uns eintritt vor Gott mit

unaussprechlichem Seufzen. Auch die vielen Kompositionen der

christlichen liturgischen Musik – vom Gregorianischen Choral

bis zu so mancher zeitgenössischen Komposition – sind Ausdruck

dieses unaussprechlichen Seufzens: hohe Kunst, mit oft großem

emotionalen Gewicht ausgestattet. An dieser Musik, wenn sie gut

dargeboten wird, hat die Gemeinde einen aktiven Anteil. Denn

die Gemeinde hört, erlebt in einer konkreten liturgischen Situation

diese Komposition als Teil der Verkündigung der christlichen

Botschaft, als Wehen des Geistes, dessen unaussprechliches Seufzen

so unglaublich schöne Tonarten hat. Da, wo uns die Worte

fehlen, treten die Töne für uns ein. Und darüber hinaus ein Anderes

– mit einem weiteren Zitat aus dem Römerbrief gesagt: „Freut

euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden!“ Wer ein

„Halleluja“ oder ein Klagelied singt, verleiht denen Stimme, die

nicht mehr singen können oder wollen. Und das überschreitet

die Grenzen unserer konkreten Gemeinde weit. (...) Heute, in einer

Zeit, wo Tod, Krankheit, Trauer, Anfälligkeit an den Rand des

öffentlichen Bewusstseins zurückgedrängt werden, weil sie nicht

zum modernen, jugendlichen dynamischen Image vom Menschen

passen – heute werden diese Fragen bei den Menschen umso

dringender, weil sie alleingelassen sind. Und doch ist in jedem

Menschen dieselbe Sehnsucht, dieselbe Verwundbarkeit, dieselbe

Angst. Unsere Liturgie, unsere Kirchenmusik muß dem Rechnung

tragen. Sie muß dem Jubeln, der frohlockenden Verheißung

und der Freude – genauso aber auch der Trauer, dem Fragen, der

Verzweiflung und dem Leid Ausdruck verleihen. (...) Im eben

bereits erwähnten Hochgebet finden wir den Satz: „Mach uns

offen für das, was die Menschen bewegt, daß wir ihre Trauer und

Angst, ihre Freude und Hoffnung teilen und als treue Zeugen der

Frohen Botschaft mit ihnen dir entgegengehen.“ Dies kann keine

Kraft so eindrücklich, so tief, so unaussprechlich – wie die Musik!

Ich wünsche mir kirchenmusikalische Literatur, die auch Klage,

Trauer, Leid und die vielen Fragezeichen des Lebens zum Inhalt

haben, die es auch schaffen, diesen Fragen Dynamik und Richtung

zu geben, damit der Gottesdienst unserer Kirche lebensnah,

Leben deutend und zugleich Leben verändernd sein kann.

Jedoch kann ich diese Sätze nicht sagen, ohne zugleich mahnend

darauf hinzuweisen, daß nach meiner Beobachtung bei Chören

und Kirchenmusikern die Tendenz stark zunimmt (und seit mehreren

Jahren weiß ich davon ein immer schmerzvolleres Lied

zu singen!), diese Komponente in den Dienst der persönlichen

künstlerischen Befriedigung zu stellen. Das kann der geistliche

Tod der Liturgie sein! (...) Das Mittelalter kannte hierzu einen bemerkenswerten

liturgischen Brauch. Als die Nonnen eines Klos­

K i r c h e n m u s i k

ters überirdisch schön sangen, sagte die Magistra: „Unsere Seelen

sind in Gefahr! Denn der Teufel schleicht beständig um unser

Gotteshaus und sucht, wenn er packen kann. Und wenn wir nur

auf die Schönheit des Gesanges achten, nimmt er uns am Schopf

unserer Eitelkeit.“ So musste sich eine Schwester an die Türe

setzen, ausgerüstet mit einem großen tiefen Streichinstrument

– der sogenannten „Nonnentrompete“; diese Schwester spielte

gelegentlich mitten in den Psalmengesang hinein einige tiefe und

krächzende Töne, um zum einen den Teufel abzulenken und zum

anderen die Schwestern vor der ästhetischen Selbstverliebtheit

zu bewahren. Über so mancher Chorempore, aber auch an so

mancher Sakristeitüre (innen!) wünschte ich mir ein Schild mit

dem Shakespearschen Satz: „Wahn und Tollheit ist´s, den Dienst

zu machen größer als den Gott!“

Ob der heilige Ambrosius dies vor seinem geistlich­geistigen Auge

gehabt hat, als er in einem seiner Hymnen dichtete: Und Christus

werde unser Brot, / und unser Glaube sei uns Trank, / in Freude

werde uns zuteil / des Geistes klare Trunkenheit. Sobria ebrietas

– wörtlich übersetzt ist es die „nüchterne Besoffenheit“, die uns

Christen prägen soll: trunken vom Inhalt der Botschaft, nüchtern

und klar in der Form ihrer Ansage – und orientiert am Rahmen

des liturgischen Geschehens. (...) Daß die verbindlichen Formen

schwinden, ist für nicht wenige eine Verunsicherung – es ist aber

auch eine große Chance, Neuem nachzuspüren und bisher Unbekanntes

zu entdecken, wie Lothar Zenetti es beschrieben hat:

„Es ist nicht zu leugnen: Was viele Jahrhunderte galt, schwindet

dahin. Der Glaube, höre ich sagen, verdunstet. Gewiß, die wohlverschlossene

Flasche könnte das Wasser bewahren. Anders die

offene Schale: Sie bietet es an! Zugegeben, nach einiger Zeit findest

du trocken die Schale, das Wasser schwan. Aber merke: die

Luft ist jetzt feucht. Wenn der Glaube verdunstet, sprechen alle

bekümmert von einem Verlust. Und wer von uns wollte dem widersprechen!

Und doch: einige wagen trotz allem zu hoffen. Sie

sagen: Spürt ihr´s noch nicht? Glaube liegt in der Luft!“

Ich bin fest überzeugt, daß eine Kirchenmusik, die sich dem Geist

öffnet – seiner selbstreinigenden Kreativität –, die alle selbstverliebte

Zungenrede beiseite lässt und pro­phetisch die Botschaft

vom heiligen menschenfreundlichen Gott in die spirituelle Knochenwüste

unserer Tage hinaussingt und ­spielt ... – daß eine

solche Kirchenmusik zu den indispensablen Grundpfeilern der

Kirche von morgen gehören wird.

Die Kirche von morgen wird mehr das

sein müssen, was die Kirche von heute

bereits ist: missionarische Kirche!

Wir sind nicht nur das Ziel der göttlichen Botschaft – wir sind vor

allem ihr Megaphon! Die Menschen, die uns umgeben und die

dem christlichen Glauben nicht mehr oder noch nicht verbunden

sind, registrieren unsere Religion sehr sorgfältig. Wenn wir Glück

haben, werden sie uns nach ihr fragen: „Was ist euer Heiligstes?

Wovon lebt ihr?“ Und vielleicht werden wir uns dann daran erinnern,

dass in vergleichbarer Situation ein biblischer Autor die

Christen damals aufforderte: „Seid jederzeit bereit, Rechenschaft

zu geben vom Grund der Hoffnung, die euch erfüllt!“

Von dieser Hoffnung zu singen, ist unsere Berufung!

Nicht mehr – aber auch weniger nicht!

1 9

O k t o b e r 2 0 0 7


Generalvikar Georg Kestel las beim Gottesdienst einen Auszug

aus dem Frankfurter Synodalprotokoll vom 1. November 1007

vor, in dem die Gründung des Bistums Bamberg benannt wurde

Schülerinnen der Maria-Ward-Schule Nürnberg präsentierten

Ausschnitte aus dem Musical „König der Löwen“

EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering hielt die Festrede über

„Europas Perspektiven auf dem Fundament christlicher Werte“

1. NOvember 2007

Festliches Pontifikalamt mit vielen Zelebranten aus ganz Deutschland

zum Abschluss des Jubiläumsjahres im Bamberger Dom

Prominente Gäste beim Abschlussgottesdienst im Bamberger Dom

Erzbischof Ludwig Schick und der Bayerische Ministerpräsident Günther

Beckstein vor Beginn des Festaktes in der Kongresshalle


i m B l i c k p u n k t :

A b s c h l u s s f e i e r

a m 1 . N o v e m b e r


1

A b s c h l u s s f e i e r d e s J u b i l ä u m s j a h r e s

„Die Menschen haben erfahren, wie viel Sinn­ und Wertvolles in der Kirche und

der gemeinsamen Arbeit steckt“, resümierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick erfreut

am Ende des Festjahres. Mindestens 300.000 Besucher hatten die Veranstaltungen

in der gesamten Erzdiözese besucht. Alle wichtigen Themen hätten

im Jubiläumsjahr ihren Platz gefunden. Allein zur Abschlussfeier, die mit einem

Pontifikalgottesdienst im Bamberger Dom und einem Festakt in der Konzert­

und Kongresshalle Bamberg begangen wurde, kamen etwa

800 geladene Gäste.

Eine Geste, die beeindruckte:

Nach der Kommunion umarmte Erzbischof

Ludwig Schick die Gäste aus der Ökumene

Beim feierlichen Abschlussgottesdienst

an Allerheiligen im Dom erklang

Barockmusik aus dem 17. Jahrhundert.

Die Bamberger Domkantorei, Vokalsolisten

und ein Barockorchester spielten

unter der Leitung von Domkapellmeister

Werner Pees die „Heinrichsmesse“

von Heinrich Ignaz Franz Biber.


i m B l i c k p u n k t : A b s c h l u s s f e i e r 1 1 . N o v e m b e

Etwa 800 Gäste kamen zur Jubiläums-r

Abschlussfeier nach Bamberg, wie Domkapitular

Josef Zerndl, die Landtagsabgeordneten

Heinrich Rudrof und Helmut Müller sowie

Dompfarrer Gehard Förch (v.re.n.li.)

2 0 0 7

P o n t i f i k a l g o t t e s d i e n s t u n d F e s t a k t

Die beiden emeritierten (Erz-) Bischöfe aus

Speyer und Bamberg, Anton Schlembach (li)

und Karl Braun

Erzbischof Ludwig Schick bedankte sich bei der

Diözesanratsvorsitzenden Elisabeth Schillab für

ihr Grußwort

Ob es um Europa geht? Die Polnische Generalkonsulin

Elzbieta Sobotka und EU-Parlamentspräsident

Hans-Gert Pöttering im Gespräch Zeit für Gespräche: nach einem ereignisreichen

Jubiläumsjahr tauschten die Festgäste Erinnerungen

aus

Sängerinnen und Musikerinnen der Maria-Ward-Schulen in Nürnberg und Bamberg machten den

Abschlussfestakt zu einem unvergesslichen Erlebnis und bewiesen damit: Kinder und Jugendliche

sind wesentlicher Bestandteil des kirchlichen Lebens und stecken mit ihrer Freude an

Fotografin Bärbel Meister mal nicht hinter, sondern

vor der Kamera, zusammen mit Ministerpräsident

Günther Beckstein und Heinrichsblatt-

Chefredakteur Andreas Kuschbert


1

I n s z w e i t e J a h r t a u s e n d

L i e b e s c h w e s t e r n u n d b r ü d e r !

„Wir setzen dabei auf Christus, den Heiligen Geist

und die Menschen.“

Von Erzbischof Dr. Ludwig Schick

Ein ganzes Jahr haben wir das 1000­jährige Bestehen unseres

Erzbistums Bamberg gefeiert. In vielen Gottesdiensten

haben wir Gott dafür Dank gesagt, dass wir 1000 Jahre ‚Kirche

unterm Sternenmantel’ sein durften. Von Christus, dem

Stern, „der nicht untergeht“, wurden wir geleitet. Unter

Gottes Schutzmantel waren wir geborgen. Dafür sagen wir

heute Dank.

Wir haben auch unsere Vorfahren und uns als Sterne neu

entdeckt. Wir waren und sind eine Kirche, die in unsere

Welt hineinleuchtet, die Orientierung aus dem Evangelium

Christi gibt und die Zuversicht ausstrahlt; wir waren und

sind eine Kirche, die vielen Menschen den Mantel der Geborgenheit,

des Schutzes und der Wärme darreicht. Auch

dafür sagen wir heute Dank.

Heute ist aber vor allem der erste Tag des neuen, des zweiten

Jahrtausends der Kirchengeschichte unseres Erzbistums

Bamberg.

Liebe Schwestern und Brüder!

Was wird wichtig sein in diesem zweiten Jahrtausend? Was

nehmen wir mit, wie beginnen wir es? Ich möchte dazu drei

Fragen stellen und auf diese je drei Antworten geben.

Die erste Frage: Worauf dürfen wir setzen?

Erstens dürfen wir auf den lebendigen Jesus Christus setzen.

Der Mittelpunkt unseres Sternenmantels ist der verherrlichte

Herr Jesus Christus. Er sorgt für uns bis zum Ende der

Zeit. Er ist der Weinstock; wer in ihm bleibt, bringt Frucht.

Er bleibt bei uns alle Tage bis zum Ende der Welt. Auf ihn

dürfen wir setzen!

Zweitens dürfen wir auf den Heiligen Geist setzen. Im Großen

Credo wird er „der Herr“ genannt, „der lebendig macht“.

Dieser Heilige Geist hat im ersten Jahrtausend unserer Bistumsgeschichte

gewirkt. Er wird auch im zweiten Jahrtausend

alle Ungeister überwinden. Er wird uns als Christen

und als seine Kirche lebendig erhalten. Lassen wir ihn wirken!

Auf den Heiligen Geist dürfen wir setzen!

Predigt im Pontifikalgottesdienst zum

Abschluss des Jubiläumsjahres an Allerheiligen,

1. November 2007, im Bamberger Dom

Drittens dürfen wir auf die Menschen setzen. Ich bin in diesem

Jubiläumsjahr noch dankbarer geworden für die Menschen

in unserem Erzbistum. Es gibt so viele, die glauben,

beten und mittun, die eine gute Zukunft mitgestalten wollen.

Wir dürfen auf die Menschen setzen, die nach Gottes

Bild und Gleichnis geschaffen sind. Natürlich gibt es auch

Menschen, die gleichgültig sind und solche, die Böses tun.

Aber das tun sie, weil sie Gott in sich noch nicht gefunden

haben. „Deus intimior intimo meo“, hat der hl. Augustinus

gesagt: „Gott ist mir näher als mein eigenes Inneres mir

nahe ist“. Weil Gott im Menschen ist, dürfen wir auf den

Menschen setzen.

Die zweite Frage: Was sollen wir tun?

Die erste Antwort muss lauten: „Kehrt um und bekehrt

euch!“ Der Urruf Jesu zur Umkehr muss wieder zum roten

Faden unseres Lebens und unserer Kirche werden. Nur in

der ständigen Bereitschaft umzukehren, sich zu versöhnen,

Frieden zu stiften, Gott zu lieben und den Nächsten wie sich

selbst, bleibt Kirche authentisch und wirksam. Wir müssen

vom „Unschuldswahn“ weg. Kehrt um und glaubt und lebt

das Evangelium! Das ist das Erste, was wir tun sollen!

Das Zweite: „Gott die Ehre geben“. Der Gottesdienst, der

Sonntagsgottesdienst vor allem, muss wieder als „Conditio

sine qua non“, das heißt unumstritten zu unserem Leben

dazugehören. Die täglichen Gebete, wie das Morgen­ und

Abendgebet sowie auch die Tischgebete, müssen wieder

selbstverständlich werden. Wir müssen Gott die Ehre geben

im Gottesdienst und im Alltag des Lebens, damit wir allzeit

vor Gottes Angesicht wandeln. Das müssen wir tun!

Das Dritte: Die Apostelgeschichte berichtet: Sie waren ,ein

Herz und eine Seele’. Deshalb kamen täglich neue Christen

hinzu. ‚Ein Herz und eine Seele sein’. Das ist keine Romantik,

auch nicht nackte Tatsache oder Besitz auf der hohen

Kante, sondern tägliches Bemühen, gut miteinander umzugehen,

wohlwollend zu sein, Streit zu beenden, herzlich sich

einander zuzuwenden, solidarisch zu sein, keinen fallen zu

lassen, das Wort des anderen retten. Das bedeutet, ein Herz

und eine Seele sein’. So ist die Kirche auch missionarische

Kirche. Das sollen wir tun!


Und die dritte Frage: Wobei müssen wir bleiben?

Erstens: ,Beim Wort Gottes bleiben’. Das trägt uns auch der

Sternenmantel auf. Christus im Zentrum, umgeben von den

Symbolen der vier Evangelisten, streckt uns das Buch des

Lebens, die Heilige Schrift, entgegen. Es ist eine Tatsache,

dass immer mehr Bibeln gekauft und verkauft werden, aber

das Lesen der Bibel und die Kenntnis ihres Inhaltes gehen

eher zurück. Das Wort Gottes muss aus den Schränken auf

die Tische und von den Tischen in unsere Herzen und Köpfe.

Ich weiß, Schwestern und Brüder, dass das nicht einfach

ist. Aber beginnen Sie mit dem Lesen der Seligpreisungen

und der Bergpredigt, dem Lukasevangelium und der Apostelgeschichte.

Lesen Sie betend. Immer mehr geht Ihnen so

das Wort Gottes auf. Ich wünsche mir, dass in allen unseren

Pfarreien Bibel­ und Gebetskreise entstehen, die sich mit

dem Wort Gottes beschäftigen. Das Wort Gottes ist lebendig.

Gott spricht selbst in ihm zu uns, Christus spricht uns heute

in den Evangelien an. Beim Wort Gottes bleiben!

Wobei müssen wir noch bleiben? Bei den Armen! Die Armen

dürfen wir niemals vergessen. Eine Kirche, die nicht bei den

Armen ist, handelt nicht nur gegen die Anweisung Gottes

„Seid barmherzig wie euer Vater im Himmel barmherzig

ist“, wie es der Priester und Levit im Evangelium taten, sondern

findet auch keine Gemeinschaft mit Jesus Christus gemäß

seinem Wort: „Was ihr den Geringsten meiner Brüder

getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25). Wir müssen

bei den Armen bleiben! Hier bei uns sind es die Arbeitslosen,

die Sozialhilfeempfänger, die Emigranten, die Alten und

Sterbenden, die ungeborenen Kinder, die in der Gefahr stehen,

abgetrieben zu werden, und die Behinderten. Weltweit

müssen wir bei den Millionen Armen bleiben, die tagtäglich

hungern und verhungern, bei den Aids­, Malaria­ und Tuberkulosekranken.

Wir müssen auch bei denen stehen, die

geistig arm sind, die meinen, dass sie mit Macht und Reichtum,

mit Gewalt, Terror und Krieg ihr Leben sichern und

die Welt retten. Die Erste der Seligpreisungen: „Selig, die

arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich“ und

die Folgenden zeigen die richtige

Richtung. Die Armen sind auch unsere

Lehrmeister in der Beziehung

zu Gott und miteinander. Bei den

Armen müssen wir bleiben.

Drittens müssen wir bei den Heiligen

bleiben! Es hat Sinn und Bedeutung,

dass unsere Diözese am Allerheiligentag

gegründet ist. Das ist für

mich unbestreitbar und fordernd:

Die Heiligen müssen eine besondere

Bedeutung bei uns haben.

i m B l i c k p u n k t : A b s c h l u s s f e i e r 1 5 1 . N o v e m b e r 2 0 0 7

Liebe Schwestern und Brüder! Bei den Heiligen bleiben,

damit meine ich die Muttergottes als die Erste und Größte

der Heiligen. Ich meine damit den hl. Benedikt, den Vater

des Abendlandes. Ich denke an den hl. Franziskus von

Assisi. Ich nenne Heinrich und Kunigunde, den hl. Otto,

den hl. Sebald, Johannes den Täufer, den hl. Stephanus

und den hl. Laurentius, die im Hochstift Bamberg so große

Bedeutung hatten, unsere Namenspatrone und die zeitgenössischen

Mutter Teresa und Maximilian Kolbe sowie die

vielen unbekannten Heiligen bis hinein in unsere Zeit. Von

Elias Canetti stammt das Wort: „Viel mehr als Ziele braucht

der Mensch vor sich, um leben zu können, ein Gesicht“,

ein Gesicht, das anspricht, das einlädt und mitzieht. Unsere

Kirche muss auch in Zukunft viele Heilige durch Jesus

Christus und sein Evangelium haben. Dafür müssen wir bei

den Heiligen bleiben.

Liebe Schwestern und Brüder!

Worauf dürfen wir setzen?

Auf den lebendigen Jesus Christus,

auf den Heiligen Geist und auf die Menschen, die nach

Gottes Bild und Gleichnis geschaffen sind.

Was sollen wir tun?

Tagtäglich in Umkehr und Buße, in Versöhnung und Erneuerung

verharren.

Dem Gottesdienst und Gebet, der Liebe zu Gott, dem Vater,

und Jesus Christus, unserem Bruder, nichts vorziehen.

Immer wieder ein Herz und eine Seele sein.

Wobei sollen wir bleiben?

Beim Wort Gottes,

bei den Armen

und bei den Heiligen.

Beginnen wir so dieses neue Jahrtausend unserer Bistumsgeschichte.

So werden wir Kirche unterm Sternenmantel

bleiben. Der Herr segne unsere Wege. Amen.


1 6

„ E u r o p a s P e r s p e k t i v e n a u f d e m

F u n d a m e n t c h r i s t l i c h e r W e r t e “

„Wer Bamberg sieht, weiß, was europäische Kultur und

christliche Identität heißt.“

Von Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europäischen Parlaments

Ohne seine christlichen

Wurzeln ist Europa

schlechterdings nicht zu

erklären. Das Bistum Bamberg

ist ein wahrhaftes

Beispiel für diese unverrückbare

Tatsache. (...)

Sie haben mich als Vertreter des Europäischen Parlaments

eingeladen ­ ein Parlament, das seit 1979 direkt von den

Bürgerinnen und Bürgern der Europäischen Union gewählt

wird. Heute vertreten 785 Abgeordnete in 8 Fraktionen 492

Millionen Menschen zwischen Belfast und Nikosia, zwischen

Tallin und Lissabon. (...) Wir wollen in all dieser Vielfalt die

Einheit des Kontinents fördern. Denn nur in einer klugen

Kombination von Einheit und Vielfalt werden wir in Europa

den Frieden bewahren und in der Welt die Rolle spielen können,

die von Europa erwartet wird. (...)

Wir haben der christlichen Theologie unsere Überzeugung

von der Gottesebenbildlichkeit des Menschen zu danken. In

diesem Geist treten wir heute in der Politik für die unverwechselbare

Würde des Menschen ein. Keine andere religiöse

oder geistige Kraft hat uns je ein so großes und gewichtiges

Erbe aufgetragen, das uns zugleich befreit und in die

Pflicht nimmt. (...) Es hat mich stets bewegt, was der große

verstorbene Papst Johannes Paul II. über die geistige und

religiöse Erneuerung Europas gesagt hat. Und mit Ihnen berührt

es mich innerlich sehr, wie sehr unser jetziger Heiliger

Vater, Papst Benedikt XVI., auf die Jugend der Welt zugeht.

Seine beiden großen Reisen in seine deutsche Heimat haben

unser Land verändert und, ja ich meine man darf es sagen:

erneuert. (...)

Der materielle und kulturelle Reichtum Europas ist ein unendlicher

Schatz, den wir pflegen wollen. Wer Bamberg

sieht, weiß, was europäische Kultur und christliche Identität

heißt. Bamberg ist ein Hort des Geistes, aus dem Europa

gemacht ist und der uns alle weiter wachsen lässt. (...) In

seiner bedenkenswerten Predigt beim ökumenischen Eröff­

Festvortrag beim Festakt zum Abschluss des Jubiläumsjahres

an Allerheiligen, 1. November 2007,

in der Konzert- und Kongresshalle Bamberg

nungsgottesdienst zum Europatag 2007 hat Ihr Erzbischof

Ludwig Schick markant formuliert: „Die Europäische Einigung

ist gottgewollt.“ Er hat über den Bezug des Sternenmantels

zur Europafahne gesprochen und an die biblischen

Bezüge erinnert: Die zwölf Sterne als Zeichen für die zwölf

Stämme Israels, die zwölf Sterne auf dem Haupt der apokalyptischen

Frau in der Offenbarung des Johannes. Beides, die

Fahne mit den zwölf Sternen und die „Ode an die Freude“

nach den herrlichen Klängen Ludwig van Beethovens gehören

weiter und selbstverständlich zum politischen Kern der

Europäischen Union. (...) Die europäischen Symbole sind

faktisch verankert.

Im EU­Reformvertrag wird es keinen Gottesbezug geben.

Ich bedauere dies persönlich sehr. Die Fraktion der Europäischen

Volkspartei/Europäische Demokraten hat ohne

Unterlass in den vergangenen Jahren für einen Gottesbezug

geworben. (...) In weiten Kreisen Europas findet man

Zustimmung, wenn man sagt, dass der Bezug auf Gott den

Menschen vor sich selbst und seinen Schwächen und Grenzen

schützt. Aber in Europa ist weiterhin eine laizistische

Staatsauffassung stark, die eine strikte Trennung von Politik

und Religion will. Sie hat sich im Verhandlungsprozess

durchgesetzt. (...) Aber lange schon wurde in der europäischen

Öffentlichkeit über das Christentum nicht mehr so

unbefangen – und ich meine: im Kern auch positiv – gesprochen

wie in den letzten Jahren. Auch darin kommt zum

Ausdruck, dass Europa eine Wertegemeinschaft ist, die auch

auf den christlichen Wurzeln gründet.

Aber auch ohne einen ausdrücklichen Gottesbezug haben

die christlichen Werte natürlich Eingang in den Reformvertrag

gefunden, auch wenn sie dort nicht als solche bezeichnet

werden ­ die Würde des Menschen; der Mensch als

Person, verantwortlich für sich und die Gemeinschaft; die

Menschenrechte; die Prinzipien der Solidarität und der Subsidiarität.

Durch die Einbeziehung der Grundrechtscharta in

den Reformvertrag erhalten diese künftig dieselbe Rechtsverbindlichkeit

wie die Verträge selbst.


Es ist mir ein sehr persönliches Anliegen, dass die Bedeutung

der Europäischen Union als einer Wertegemeinschaft

in der Breite unserer europäischen Bevölkerung verankert

wird. Erzbischof Ludwig Schick sagte im Mai in der schon zitierten

Predigt: „Europa darf nicht nur eine Union von Geld,

Kapital und Macht von Völkern und Rassen, sondern muss

vor allem eine Union von Liebe und Frieden sein.“ Ich kann

Erzbischof Schick nur beipflichten. In meine eigene Sprache

übersetzt: Die Europäische Union muss an allererster Stelle

als Wertegemeinschaft bestehen. Sie muss unermüdlich und

ohne Abstriche für die Würde des Menschen eintreten und

sie muss den Dialog aller Kulturen fördern. (...)

Ich möchte gerne jedem der zwölf Sterne der EU-Fahne einen

Wert unserer Europäischen Union zuordnen.

Stern Eins:

Der Wer t des Friedens

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die europäische Einigung

ein Werk des Friedens ist. Über fünf Jahrzehnte haben

wir die schrittweise Aussöhnung verfeindeter Völker und

Staaten in Europa erlebt. Was mit der deutsch­französischen

Versöhnung begann, fand seine logische Fortführung in der

Vereinigung der beiden zu lange und brutal geteilten Hälften

Deutschlands und Europas.

Dass Europa heute wiedervereinigt ist, verdanken wir vor

allem dem Freiheitswillen der Völker Mittel­ und Osteuropas,

der „Solidarnos´c“­Bewegung und der unterstützenden

Kraft des großen Papstes Johannes Paul II., der den Menschen

in seiner Heimat zugerufen hat: „Habt keine Angst!”

(...)

Immer stärker wird die Europäische Union unterdessen als

Friedensmacht auch außerhalb Europas angesehen und unser

Einsatz geschätzt. Mehr als ein Dutzend friedenserhaltende

und polizeiliche Missionen hat die EU inzwischen in

aller Welt durchgeführt. (...)

Stern Zwei:

Der Wer t der Menschenwürde

In der Grundrechtscharta der Europäischen Union sind unter

anderem die Würde des Menschen und das Recht auf

Unversehrtheit verankert. Das umfasst sowohl den Respekt

gegenüber der individuellen Person als auch die Verantwortung

gegenüber der Gesellschaft. Im jetzt verabschiedeten

Vertragsentwurf heißt es dazu: „Die Union erkennt die

Rechte, Freiheiten und Grundsätze an, die in der Charta der

Grundrechte vom 7. Dezember 2000 ... niedergelegt sind;

die Charta der Grundrechte hat dieselbe Rechtsverbindlichkeit

wie die Verträge“.

i m B l i c k p u n k t : A b s c h l u s s f e i e r 1 7 1 . N o v e m b e r 2 0 0 7

Für die europäische Politik wird dieser Satz weit reichende

Konsequenzen haben, insbesondere für die Menschenrechtspolitik.

Eine konsequente europäische Außenpolitik muss die

Menschenrechte der bedrängten Christen im Sudan oder der

moslemischen Zivilbevölkerung in Tschetschenien ebenso

verteidigen wie die durch den Terrorismus herausgeforderte

internationale Gemeinschaft, sei es auf dem amerikanischen

oder auf dem europäischen Kontinent oder wo auch immer

in der Welt. Die Würde eines Palästinensers ist die gleiche

wie die eines Israelis, die Menschen in China oder Burma

haben Anspruch auf ihre Menschenrechte, die Häftlinge in

Guantanamo Anspruch auf ein rechtstaatliches Gerichtsverfahren.

Wir sind nur glaubwürdig, wenn wir uns ohne Opportunismus

und Parteilichkeit, so gut es geht, gerecht und

fair für die Menschenrechte überall in der Welt einsetzen.

Um dieses Engagement zu unterstreichen, verleiht das Europäische

Parlament seit 1988 den Sacharow­Preis für geistige

Freiheit, (...) den heuer der sudanesische Menschenrechtsanwalt

Salih Mahmoud Osman erhält. (...)

Stern Drei:

Der Wer t der Freiheit

Wir wollen die freie Entfaltung des Menschen und einer jeden

Gesellschaft. Deshalb schützen wir die Grundrechte und

deshalb schützen wir das Recht jeder nationalen Gemeinschaft

in Europa. Europa ist nicht ein Europa der großen gegen

die kleinen Staaten, der Starken gegen die Schwachen.

Europa ist nur dann mit sich im Reinen, wenn alle gemeinsam

die Einheit in Freiheit als ein beständiges Geben und

Nehmen akzeptieren. Dabei gehört die volle Religionsfreiheit,

auch in allen Ländern, die EU­Mitglied werden wollen,

zum Kern unserer Identität.


1 8

Stern Vier:

Der Wer t der Gerechtigkeit

Die Europäische Union wird nur dann auf Dauer von den

Bürgerinnen und Bürgern der Europäischen Union als ihre

eigene Union angenommen werden, wenn sie sich sozial integriert

fühlen in diese Union. Deshalb ist Gerechtigkeit ein

zentraler Maßstab bei der Verwirklichung unserer wirtschaftlichen

Ziele. Wir wollen keine Marktwirtschaft, die nicht

eine soziale Verpflichtung besitzt. Es wird immer Stärkere

und Schwächere geben, unter den einzelnen Menschen wie

unter den Regionen Europas. Aber niemand und keine Region

darf sich ausgegrenzt fühlen und sozial benachteiligt. (...)

Stern Fünf:

Der Wer t der Solidarität

Die Europäische Union ist heute der größte Geber von Entwicklungshilfe

weltweit. Darauf sind wir nicht stolz, sondern

empfinden dies als unsere Pflicht und unseren angemessenen

Beitrag zur Bekämpfung der schlimmsten Armut

in dieser Welt. Der Beschluss der Vereinten Nationen über

die Millenniums­Entwicklungsziele hat die Notwendigkeit

vermehrter Anstrengungen unterstrichen, um Hunger und

Armut in der Welt zu mildern und schließlich zu beseitigen.

Wir sind jedoch heute nach wie vor weit davon entfernt,

diese Ziele erreicht zu haben.

Nicht zuletzt in Afrika, wo das Niveau der Entwicklung sowie

der humanitären Situation in vielen Ländern besorgniserregend

ist, müssen weitere Initiativen gesetzt werden, um

dem Kontinent in seiner Entwicklung zu helfen. Die Hilfe für

Afrika steht ganz oben auf der Agenda der portugiesischen

EU­Ratspräsidentschaft, mit dem zweiten Afrikagipfel Ende

dieses Jahres als Höhepunkt. (...)

Wir wollen faire Strukturen der Weltwirtschaft und eine

Globalisierung, vor der niemand Angst haben muss (...) Wir

wollen keines unserer Mitgliedsländer alleine stehen lassen,

wenn es irgendeinem Druck von Außen, etwa bei seiner

Energieversorgung oder in Bezug auf die Einwanderung,

ausgesetzt ist. Wir erwarten aber auch, dass sich alle Mitgliedsländer

daran beteiligen, dass unsere Visionen gelebte

Normalität in der ganzen Union werden.

Stern Sechs:

Der Wer t unserer Wurzeln

Die Europäische Union (...) gründet in den geistigen Wurzeln,

die uns die Antike, das Judentum und das Christentum,

die Aufklärung und die vielen Anregungen aller Zeiten

von innen und außen überliefert haben. (...) Wir wollen uns

nicht nur in unserer Kultur wieder finden, sondern auch

Schritt um Schritt unser politisches Schicksal, unsere politische

Zukunft miteinander teilen (...)

Stern Sieben:

Der Wer t unserer Vielfalt

Europas Reichtum liegt in seiner kulturellen Eigenheit und

Vielfalt. Dieses Erbe wollen wir nicht nur schützen, sondern

als Vorteil wahrnehmen und fördern. Unser Ziel ist eine starke,

funktionsfähige Europäische Union, in der die Nationalstaaten,

aber ebenso die Regionen und auch die Städte und

Gemeinden eigenständig ihre Aufgaben erfüllen. Alle diese

vier Ebenen sind Ausdruck und zugleich Forum unserer Europäischen

Kultur. Wir dürfen diese verschiedenen Ebenen

nicht als Konkurrenten verstehen, sondern als gleichberechtigte

Elemente unserer europäischen Identität. Wir wollen

diese Vielfalt bewahren und zugleich erreichen, dass unsere

Vielfalt uns miteinander stärkt, aber nicht gegeneinander zur

Überheblichkeit verleitet.

Stern Acht:

Der Wer t der Einheit

Die europäische Einigung muss den Menschen dienen. Es

ist auch verleumderisch, wenn manchmal behauptet wird,

Europa erzwinge eine Einheitlichkeit, einen Superstaat, auf

Kosten von Vielfalt und Freiheit. In Tat und Wahrheit stärkt

die Einheit Europas die Vielfalt unserer Kultur, die Mehrsprachigkeit

unserer Völker, die Kontrolle der Gewalt und

den Ausgleich zwischen den Interessen. (...)

Stern Neun:

Der Wer t der Weltof fenheit

In früheren Jahrhunderten mussten Europäer auswandern,

weil ihre Existenz sozial gefährdet war oder weil sie aus politischen

oder religiösen Gründen verfolgt wurden. Unterdessen

ist die Europäische Union zu einem Ort der Einwanderung

geworden. Es ist bedrückend zu sehen, dass Menschen

ihr Leben vor den Küsten Afrikas oder im Mittelmeer verlieren,

weil sie sich aus Verzweiflung in die Hände skrupelloser

Schlepper begeben haben, die sie in navigationsuntüchtige

Boote gepfercht haben.

Wir dürfen dies nicht dulden, ebenso wenig wie wir organisierten

Menschenhandel aus anderen Regionen dulden dürfen,

durch den viele junge Frauen zur Prostitution in Europa

gezwungen werden. Allen Menschen, die sich legal hier aufhalten

oder sogar zu Staatsbürgern eines der Mitgliedsländer

geworden sind, müssen wir mit der gleichen Selbstverständlichkeit

begegnen wie wir es von uns selber, die wir hier

angestammt sind, erwarten. Aber auch die Menschen, die

nicht legal bei uns leben, haben wie jeder andere Mensch

ihre eigene Würde. (...)


Stern Zehn:

Der Wer t der Bewahrung

der Schöpfung

Umweltschutz ist ein Gebot der Vernunft. Wir verbrauchen

mehr Güter dieser Welt als die meisten anderen Regionen

der Erde. Das verpflichtet uns zu besonderen Anstrengungen,

um nach erneuerbaren Energieträgern zu suchen, um

im Klimaschutz Vorreiter zu sein und um die Natur zu pflegen,

die uns umgibt. (...)

Die Verleihung des diesjährigen Friedensnobelpreises an den

Weltklimarat der UNO und an den früheren amerikanischen

Vizepräsidenten Al Gore muss unser aller Unterstützung finden.

(...)

Das Europäische Parlament hat unter anderem durch die

Gründung eines Sonder­Ausschusses ein wichtiges Zeichen

seines Engagements zur Bekämpfung des Klimawandels gesetzt.

Mit Ausnahme des britischen Parlaments ist unser

Ausschuss derzeit weltweit das einzige parlamentarische

Gremium, das sich ausschließlich mit dem Klimawandel befasst.

(...)

Stern Elf:

Der Wer t des Dialog der

Kulturen

Ich habe mir vorgenommen, während meiner Amtszeit als

Parlamentspräsident alle arabisch­islamischen Nachbarstaaten

zu besuchen, um deutlich zu machen, dass wir Nachbarn

sind. (...) Wir wollen Partnerschaft und, wenn es geht,

Freundschaft mit der arabischen und islamischen Welt.

Meine Erfahrung ist, dass die meisten Menschen in der arabischen

Welt dieses auch wollen. (...) Wenn der notwendige

Dialog mit der islamischen und arabischen Welt erfolgreich

sein soll ­ und er muss erfolgreich sein ­ dann muss er sich

gründen auf die Prinzipien der Wahrhaftigkeit und der gegenseitigen

Toleranz. Nicht erst die Gefahren des Terrorismus

haben uns gelehrt, wie wichtig der Dialog der Kulturen

ist. Wir spüren auch im Blick auf die Einwanderer aus anderen

Kulturkreisen, vor allem aus islamischen Ländern, wie

wichtig das Gespräch miteinander über die Grundlagen der

eigenen Religion und Kultur ist (...)

i m B l i c k p u n k t : A b s c h l u s s f e i e r 1 9 1 . N o v e m b e r 2 0 0 7

Stern Zwölf:

Der Wer t der Zuversicht

Jetzt kommt es darauf an, in Zeiten des weltweiten Wandels

die Europäische Union fit zu machen, damit sie ihre Rolle als

globaler Partner vollständig übernehmen kann. Es ist nötig,

dass die Unionsbürger die europäische Integration als ihre eigene

Sache innerlich annehmen.

Wir müssen wieder mehr über den Nutzen als über die Probleme

der Integration sprechen. Wir müssen Europa wieder

von seinen Chancen her definieren und nicht nur auf die

vielen Grenzen schauen, die unserem Handeln auferlegt sein

könnten. Wir haben Grund zur Zuversicht, ohne dabei naiv

zu sein. (...)

Um Europa aus dem Geist seiner Werte zu bauen, brauchen

wir Geduld. Wir müssen zuhören, lernen, verstehen und

dann danach handeln. Wer wüsste besser als die katholische

Kirche, dass es des langen Atems, der Geduld bedarf, um zu

guten Ergebnissen zu gelangen? Zu dem großen Vermächtnis

von Papst Johannes Paul II. gehört, dass er uns gelehrt

hat, Europa aus der Kraft seiner zwei Lungen zu verstehen

­ der westlich, germanisch­romanischen, und der östlichen,

der slawisch­byzantinischen. Beide Lungenflügel gehören zusammen,

sie bilden die Einheit der kulturellen Identität des

christlichen Europas.

Als 1007 das Bistum Bamberg gegründet wurde, lebten die

Christen in Europa noch in Einheit zusammen. Seit der Kirchenspaltung

1054 sind wir um viele Erfahrungen reicher

geworden. Wer wüsste dies besser als Sie, meine Damen und

Herren, hier in Bamberg. Ich will mich nicht in die Kontroverse

einmischen, ob der berühmte „Reiter“ im Bamberger

Dom nun der Heilige Stephan von Ungarn ist oder nicht. Viel

wichtiger für unsere Zukunft in Europa ist doch die Tatsache,

dass dieser große Heilige Ungarns uns hilft, die beiden Lungenflügel

Europas wieder zusammenzuführen. 1083 wurde

Stephan I. von Ungarn von der katholischen Kirche heilig

gesprochen. Und im August 2000 wurde Stephan auch von

der orthodoxen Kirche heilig gesprochen. Nach fast tausend

Jahren ist dies die erste Heiligsprechung, welche die römischkatholische

und die orthodoxe Kirche verbindet. (...)

Symbole haben immer einen doppelten Zweck: Sie dienen

der Identifikation mit der Institution, für die sie stehen. Sie

vermitteln aber auch einen Anspruch – an uns selbst und zur

Erklärung über unser Tun an andere. In diesem Sinne stehen

der Sternenmantel des Bistums Bamberg und die Fahne mit

den zwölf Sternen der Europäischen Union nebeneinander.

(...) Sie gehören zusammen, so wie Religion und Politik zu

den beiden Pfeilern des Lebens in Europa gehören. Europas

Zukunft steht auf den christlichen Wurzeln, die wir bekennen.

Dies ist der Kern unserer Identität. Ihr wollen wir auch

weiterhin verpflichtet bleiben. (...)


1 0

1 0

Dr. Günther Beckstein

Bayer. Ministerpräsident

1000 J a h r e b i s t u m

b a m b e r g ; das sind 1000 Jahre

Leben und Glauben und Kultur

prägende Kraft im Norden Bayerns.

1000 Jahre Bistum Bamberg

bedeutet auch, seit zehn

Jahrhunderten die Menschen zu

begleiten, ihnen den Weg in eine

andere Welt aufzuzeigen, ihnen

aber ebenso zu helfen, das Leben

auf der Erde sinnvoll zu gestalten.

S e h r g e e h r t e d a m e n u n d h e r r e n ,

wenn die Leute in unserem Land an die Kirche

denken, denken viele zuerst an Verbote und

Gebote, an „Du sollst“ und „Du sollst nicht“.

Das ist für viele abschreckend, sie wollen sich

ihre Lebensführung nicht vorschreiben lassen.

Doch meiner Meinung nach lassen sich diese

ganzen Ge­ und Verbote in zwei Fragen zusammenfassen,

die sich bestimmt jeder von uns

schon einmal gestellt hat: „Wofür lebst Du?“

und „Was gibst Du?“. Ich möchte Ihnen an dieser

Stelle zeigen, wie ich diese Fragen für mich

persönlich beantworten würde.

D i e b a m b e r g e r h a b e n e s

gut mit ihrem Heinrich dem Zweiten:

Der sächsische Kaiser hat bereits

1007 Dom und Bistum gegründet,

„das an Glanz und Pracht alle

anderen Bischofssitze in Deutschland

übertraf“, dazu noch unsere

Nachbarin „locum Furti“ – und wurde

(dafür?) dann 1146 heilig gesprochen.

Als 1015 Heinrich II. das Bistum

nach Süden arrondierte, führte

er die Grenze entlang der Pegnitz

und damit mitten durchs Herz der

alten Noris – ein untrügliches Zeichen

dafür, dass er gar nicht wusste,

welches Juwel da im Bistum lag. Das

entdeckte erst der dritte Heinrich.

Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg

Die christlichen Kirchen geben den Menschen

Orientierung und stehen ihnen

in Krisenzeiten bei. So haben auch die

über eine halbe Million Heimatvertriebenen,

die nach 1945 ein neues Zuhause

im Erzbistum Bamberg gefunden haben,

große Unterstützung erhalten. Für den

Staat sind die Kirchen unverzichtbar,

denn sie geben die ethischen Grundlagen

und christlichen Werte vor, ohne

die ein Staat auf Dauer nicht existieren

kann. Die christlichen Kirchen sind Wahrer

des Glaubens und der Werte, Kulturträger

und Anwalt für die Armen und

Schwachen.

w o f ü r L e b s t d u ?

Ich lebe für eine lebenswerte und gerechtere

Welt, in der alle Menschen ohne Hunger und

Krieg leben können. Mir ist wichtig, dass auch

die künftigen Generationen ein gutes Leben

führen können. Meine Enkel sollen in einer

Welt aufwachsen, die ihnen ein Lebensumfeld

bietet, in dem sie sicher und zufrieden

leben und sich verwirklichen können, dass

sie in einer intakten Umwelt und in Frieden

aufwachsen.

Der – bezeichnenderweise fränkische

– Kaiser betrieb erfolgreiche

Wiedergutmachung dadurch, dass er

1040 das bambergische Marktrecht

von Fürth nach Osten an einen Ort

transferierte, dem er dann – endlich

– 1050 den Namen „Norenberc“

gab. Ein Heiliger ist er aber nicht

geworden.

Dies also die Erklärung dafür, warum

die Stadt Nürnberg ihr Millennium

erst 43 Jahre nach dem Erzbistum

Bamberg feiern kann. Wir freuen

uns sehr, dass trotzdem der großangelegte

„Glaubensweg – 1000 Jahre

Bistum Bamberg“ bei uns stattfand.

Einstmals waren beide die wichtigsten

Akteure des alten Nordgaus

(der übrigens heute in der Metropolregion

Nürnberg ungefähr wieder

zusammenkommt) – deshalb wollen

wir auch bei den herzlich Gratulierenden

ganz vorne stehen!

Renate Schmidt

Bundesministerin a.D.

In Bayern wissen wir, was unsere Gesellschaft

und unsere politische Ordnung den

christlichen Traditionen und Wertvorstellungen

verdanken. Deshalb liegt mir

sehr viel daran, die guten Beziehungen

zu den christlichen Kirchen zu bewahren

und zu intensivieren. Ich bin überzeugt,

dass die vertrauensvolle Zusammenarbeit

zwischen dem Erzbistum Bamberg und

dem Freistaat Bayern auch in naher und

ferner Zukunft eine fruchtbare Fortsetzung

finden wird.

w a s g i b s t d u ?

Ich gebe alle Liebe, die ich geben kann,

versuche an meine Kinder und Enkelkinder

alles Wissen und alle Erfahrung

zu vermitteln, die ich sammeln durfte,

und helfe auch materiell dann aus, wenn

es nötig ist.

So habe ich zum Beispiel kein Ferienhaus

auf meiner Lieblingsinsel Lanzarote, aber

hoffentlich eine glückliche Familie.

Dr. Johannes Friedrich

Evang.-Luth. Landesbischof

von Bayern

D e r e r z d i ö z e s e b a m b e r g

gilt anlässlich ihres Bistumsjubiläums

auch der Gruß der Evangelisch­Lutherischen

Kirche in Bayern.

Diese tausend Jahre sind keine rein katholische Geschichte.

Der größere Teil, die ersten 550 Jahre, bilden unsere

gemeinsame Geschichte. Deshalb feiern wir evangelischen

Christinnen und Christen freudig mit. Erst mit dem Augsburger

Religionsfrieden 1555 war die Kirchenspaltung

amtlich.

Der Sternenmantel hat Christus in seinem Zentrum. Gerade

dazu sagen wir als evangelische Kirche kräftig Ja. Bei

allem, was uns in den letzten 450 Jahren getrennt hat: Uns

verbindet Christus als der tragende Grund der Kirche. Er

ist das Zentrum unseres Glaubens, die Wurzel christlicher

Liebe und die Kraftquelle aller Hoffnung. Unsere Geschichte

der letzten 1000 Jahre ist eine Geschichte der Gotteserfahrung

und Gottesbewahrung. Darum ist das Jahr 2007

ein guter Anlass zur Freude und zur Feier.


Dr. Thomas Jung

Oberbürgermeister

der Stadt Fürth

G e d a n k e n z u m B i s t u m s j u b i l ä u m

Wa n n i m m e r i c h d i e o s t e rz

e i t in meiner Heimatstadt

Fürth verbringen darf, ist ein

Termin feststehend:

die Feier der Heiligen Osternacht in der wunderschönen

Kirche St. Heinrich in der Fürther Südstadt. Dort erlebe

ich eine Feierlichkeit und Stimmung, auf die ich mich

schon Wochen zuvor sehr freue. Dieser ganz besondere

Gottesdienst unter dem Bildnis der Bistumsheiligen Kunigunde

und Heinrich gibt Kraft und emotionale Stärke

für das ganze Jahr.

So wird das Bistum Bamberg mit seinem Stifter auch in

der Fürther Südstadt und auch für den Fürther Oberbürgermeister

sehr unmittelbar und persönlich.

Ich wünsche, dass die Erfahrungen der wunderbaren Liturgie

der Osternacht viele Menschen machen dürfen und

der Jubelruf „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ vielen Menschen

Hoffnung und Kraft gibt.

Dr. Siegfried Balleis

Oberbürgermeister der Stadt Erlangen

N a c h d e m d a s b i s t u m b a m b e r g 1 0 1 6

nach Süden bis zur Pegnitz erweitert worden war,

lagen die Stadt Erlangen östlich der Regnitz im

Bamberger Sprengel, die Muttersiedlung Alterlangen

und das 1923 eingemeindete dompropsteiliche

Büchenbach westlich des Flusses im Würzburger

Bistumssprengel, bevor 1810 auch dieser Bereich

kirchlich an Bamberg kam.

Wilhelm Wenning

Regierungspräsident von Oberfranken

Z u m J u b i L ä u m gratuliere ich als Regierungspräsident

von Oberfranken, dessen allergrößter Teil zur Erzdiözese

Bamberg gehört, ganz herzlich. Mit dem traditionellen

Ruf bei der Weihe eines Bischofs „ad multos

annos“, das heißt „auf viele Jahre“, wünsche ich dem

Erzbistum, den Verantwortlichen in der Bistumsleitung,

aber auch den Gläubigen alles Gute für die Zukunft und

vor allem Gottes Segen. Was hat sich in den 1000 Jahren

Bistumsgeschichte nicht alles ereignet?

Am Anfang stand die Gründung gegen manchen Widerstand durch den später

heilig gesprochenen Kaiser Heinrich II. In den folgenden Jahrhunderten lenkten

tüchtige Bischöfe, darunter der hl. Bischof Otto und Suidger, der spätere Papst

Clemens II., die Geschicke des Bistums. Sie sorgten sich um das Seelenheil der

ihnen anvertrauten Gläubigen, setzten sich aber auch dafür ein, dass großartige

Bauwerke und Kunstwerke im ganzen Bistum geschaffen wurden wie der

weltberühmte Kaiserdom, die Neue Residenz, die Schlösser Pommersfelden und

Seehof, die Basilika in Gößweinstein und vieles andere mehr. Doch neben dem

Einsatz der Oberhirten und ihrer Mitarbeiter im pastoralen Dienst darf auch die

schlichte Gläubigkeit vieler Frauen und Männer im Laufe der zurückliegenden

zehn Jahrhunderte und ihr vom Geist der christlichen Nächstenliebe motivierter

Einsatz z.B. in Bildungsstätten und sozialen Einrichtungen, aber auch in Nachbarschaft

und Familie, nicht unerwähnt bleiben.

M a n c h e e r e i g n i s s e werfen ihre

Schatten voraus, andere hinterlassen

Spuren. Auf das Jubiläum „1000 Jahre

Bistum Bamberg“ trifft dies beides zu.

Die beeindruckende Jubiläumsausstellung

auf dem Domberg, das spektakuläre

Heinrichsfest, das diesmal in ganz

Bamberg begangen wurde, sowie die

Internationalen Künstlerbegegnungen,

die die Villa Concordia in Zusammenarbeit

mit den Mitarbeitern des Erzbistum

beisteuerte, werden wohl noch

lange Gesprächsstoff bieten. Doch auch

die vielfältigen Ereignisse im ganzen

Erzbistum haben für einen bleibenden

Eindruck gesorgt. Ein Höhepunkt war

sicherlich das Konzert der Bamberger

Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie

in der päpstlichen Sommer­

Andreas Starke

Oberbürgermeister der Stadt Bamberg

residenz Castel Gandolfo, welches das

Erzbistum Bamberg im Rahmen der

Jubiläumsfeierlichkeiten Papst Benedikt

XVI. zum Geschenk machte. Viele Menschen,

die sich auf Pilgerfahrt in Rom

befanden, durften daran teilnehmen.

Für die Gläubigen war das Bistumsjubiläum

sicherlich ein Ereignis, an das

sie sich noch viele Jahre erinnern werden.

Doch es hat auch jene Menschen

berührt, die sonst der Kirche eher von

Ferne verbunden sind.

Das Erzbistum gehört untrennbar zur

Stadt Bamberg und ich freue mich, dass

wir im Rahmen der Feierlichkeiten im

letzten Jahr noch etwas näher zusammengerückt

sind.

Karl Inhofer

Regierungspräsident

von Mittelfranken

E r z b i s c h o f L u d w i g

Schick hat den Sternenmantel

als Symbol für „Behaglichkeit

und Barmherzigkeit“ bezeichnet.

Ich freue mich, dass die

Wärme und der Schutz, den

der Sternenmantel denen bietet, die sich unter ihm

befinden, allen Menschen gelten soll. Ich begrüße

das „Fest der Freundschaft“, das der damalige Generalvikar

Alois Albrecht ausgerufen hat und bei

dem Sie den Dialog mit anderen Religionen pflegen

wollen. Ich sehe auch die evangelisch­katholischen

Begegnungen und das gemeinsame Glockenläuten

zu Beginn des Jubiläumsjahres als gutes Symbol der

Annäherung der großen christlichen Kirchen. Solche

Begegnungen finden nicht nur „unterm“ Sternenmantel

statt, sie mehren auch den Glanz, der

von diesem Mantel ausgeht.

1 1

Wir Erlanger können also mit Fug und Recht behaupten,

dass wir zu den ältesten „Sternen“ auf dem

Kaisermantel der Erzdiözese Bamberg gehören – ein

„Stern“, der kirchengeschichtlich durchaus einiges

zu bieten hat. Das beweist schon ein Blick auf die Altstadtsilhouette

mit ihren vier großen Gotteshäusern.

1000 Jahre Geschichte, die von Nähe, Nachbarschaft

und Verbundenheit, aber auch allerlei grundsätzlichen

Verschiedenheiten geprägt sind, bieten

reichlich Anlass zu weiterem Austausch und mancherlei

Miteinander.


1

1 M o t t o l i e d

„ U n t e r G o t t e s

S t e r n e n m a n -

Johannes D. Kessler Daniel A. Schmidt

Texter Johannes D. Kessler und Komponist Daniel A. Schmidt haben bei einem bundesweit ausgeschriebenen

Wettbewerb zum offiziellen Mottolied des Bistumsjubiläums die Jury überzeugen

können mit ihrem - eng an das Motto des Jubiläumsjahres angeknüpften - Titel.


H y m n u s

G e b e t e z u m B i s t u m s j u b i l ä u m

1

ie eintausendjährige kirche

von Bamberg im Bild des Weinstocks

Preist Gott, unseren herrn!

Preist ihn, den ursprung von allem!

Einst hat er sein Wort in die Welt gesandt

und gab es in tod und sterben.

Der same ging auf, schlug Wurzeln und wuchs

zum Weinstock mit fruchtbaren Reben.

Er hat ihn verpflanzt auch in unser land

durch heinrich und kunigunde.

Der Glaube brach an, die hoffnung erstand,

die liebe trieb heilige Blüten.

Der Weinstock lebt fort, trägt Blüte und Frucht,

gereift in eintausend Jahren.

Was damals begann, ist heute noch jung

und wächst in ewige Zukunft.

Dem schöpfer sei lob, der alles erschuf,

das all und die Erde darin.

Dem Weinstock sei Preis, der rettet die Welt

und nährt uns mit Geist und leben.

amen

G e b e t

Ausschnitt aus dem

Sternenmantel

Kaiser Heinrichs II.,

Christus mit den

vier Evangelisten;

nachgezeichnet von

Erhard Schütze

Du Gott des lebens und der Geschichte, schöpfer der Welt

und des menschen, vor dir sind tausend Jahre wie ein tag.

Dankbar schauen wir zurück auf tausend Jahre, die du mit

der kirche von Bamberg gegangen bist.

heinrich, der heilige kaiser, war darin unser Fürsprecher

und schutz. unter seinem sternenmantel pilgerte dein Volk

im Bistum Bamberg durch zehn Jahrhunderte. Wir rühmen

dich für das, was in dieser Geschichte geworden und gewachsen

ist und Gestalt angenommen hat.

Wir preisen dein Wirken und deinen Beistand für die vielen

Generationen, die uns vorangegangen sind. sie sind christus,

deinem sohn, nachgefolgt und durch ihr leben dir

entgegengegangen. schenke ihnen deine ewige Gemeinschaft

und erbarme dich ihrer schwächen und ihrer schuld.

schau auf uns, die der Botschaft deines sohnes heute zu

folgen versuchen. Du kennst unsre herzen und siehst unser

Bemühen. Du weißt um die Versuchungen unserer Zeit und

die Gefahr, dich in unserem alltag zu vergessen.

Du hast uns eingebunden in die Verantwortung für die

menschheit, für die schöpfung und für eine friedvolle Welt.

schenke uns den Geist deines sohnes, damit durch uns

dein Reich wachse überall und für alle menschen. mach uns

zu einem Werkzeug der Einheit und des Friedens, zu einer

Quelle der hoffnung und der Zuversicht.

Führe die kirche von Bamberg in eine Zukunft, in der sie

dir und den menschen dient.

amen

Text: Prälat Alois Albrecht


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Nach dem „Stilwörterbuch“ bedeutet „Ausblick“ Blick ins

Weite und in die Zukunft. Ausblick ist immer mit positiven Eigenschaftsworten

wie schön, herrlich und grandios verbunden.

Ausblick bedeutet auch Aussichtspunkt, von dem aus man das

Auge in die Ferne schweifen lassen kann. Das Jubiläumsjahr

„Unterm Sternenmantel – 1000 Jahre Bistum Bamberg“ war

ein „Aussichtspunkt“. Die Großereignisse wie z. B. das Heinrichsfest,

das Fest der Weltkirche und die ökumenische Sebalduswallfahrt,

die Ausstellungen und die vielen Veranstaltungen

auf regionaler Ebene im ganzen Bistum haben es uns

ermöglicht, den Blick schweifen zu lassen. Wir konnten die

Vielfalt und Lebendigkeit unserer Kirche im Erzbistum Bamberg

erleben. Von diesem „Aussichtspunkt“ schauen wir ins

Weite und in die Zukunft. Dabei stehen mir vor allem drei

ausdrucksvolle Bilder vor Augen, die im Jubiläumsjahr große

Bedeutung hatten: das Bild vom Sternenmantel, vom Weinstock

und vom wandernden Volk Gottes, das attraktiv und mitreißend

ist. Sie haben uns bei all unseren Festlichkeiten begleitet.

Zuerst der Sternenmantel: Es hat mich sehr gefreut, dass

dieses Symbol so einen großen Widerhall gefunden hat und

für so viele Aktionen Pate stand. Dieses Bild strahlt Hoffnung

und Zuversicht aus, bedeutet aber auch Auftrag. Es erinnert

an den Stern, der die Weisen aus dem Morgenland zur Krippe

nach Betlehem führte (vgl. Mt 2,1­12). Es weist auf Jesus

Christus, den strahlenden Morgenstern hin, dessen Licht nie

verlischt. Es erinnert an die Aussage Jesu in der Offenbarung

des Johannes über sich selbst: „Ich bin … der strahlende Morgenstern“

(Offb 22, 16). Jesus Christus ist die Orientierung

unseres Lebens, auf IHN ist Verlass.

Das Bild vom Stern erinnert aber auch an die Aussage des

Sehers von Patmos, der den erhöhten Herrn sieht, „der die sieben

Sterne in seiner Rechten hält“ (Offb 1,2a). In der Offenbarung

des Johannes stehen die sieben Sterne für die sieben

Gemeinden in Kleinasien, an die das Schreiben gerichtet ist.

Die sieben Sterne können heute unsere Pfarreien, Seelsorgebereiche,

Orden, Vereine und Gemeinschaften bezeichnen.

Jesus Christus, der Herr im Himmel, hält sie in seiner Hand.

Das gibt Zuversicht! Wir sind von seiner Hand gehalten. Deshalb

können wir Sterne für die Menschen sein. Wir dürfen

Orientierung, Hoffnung und Zuversicht geben. Das ist ein

schöner, herrlicher, grandioser Ausblick!

Der Mantel erinnert uns zunächst und zuerst an den Schutzmantel,

den der Herr uns allen bis zu seiner Wiederkunft bereithält

und umlegt. „Ich breitete meinen Mantel über dich

von Erzbischof Dr. Ludwig Schick

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und bedeckte deine Nacktheit“ (Ez 16,8), schreibt der Prophet

Ezechiel. Dieses Bild ist aber auch ein Auftrag: Wir Christen

sollen für unsere Mitmenschen, besonders für die Bedürftigen,

Mantel sein, der schützt und birgt.

Ein zweites Bild haben wir oft gebraucht, das des Weinstocks.

Es sagt uns, dass wir in Jesus Christus eingewurzelt sind, in

ihn, den wahren Weinstock. „Ich bin der Weinstock, ihr seid

die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt

reiche Frucht“ (Joh 15,8).

Von IHM, dem Weinstock, empfangen wir aus der Heiligen

Schrift und in den Sakramenten, besonders in der sonntäglichen

Eucharistie, Kraft und Leben. Er schenkt uns reiche

Frucht für andere und für uns. Das Bild vom Weinstock ist ein

schöner, herrlicher und Mut machender Ausblick auf die Zukunft.

Das dritte Bild ist das Bild des wandernden Volkes Gottes. Wir

haben es im „Ausblick“ des Pastoralplans verwendet. Es ist

dem Propheten Sacharja entnommen: „Wir wollen mit euch

gehen, denn wir haben gehört: Der Herr ist mit euch“ (Sach

8,23). Das Bild bestätigt uns: Der Herr ist mit uns; wir sind

das wandernde Volk Gottes. In den vergangenen 1000 Jahren

war er bei uns und wird auch bei uns bleiben. Wir wissen

nicht, wie die Zukunft der Kirche von Bamberg aussehen wird,

nur ein paar wenige Schritte vor uns überblicken wir. Aber

der Herr ist mit uns bis zum Ende der Zeit! Das werden unsere

Mitmenschen auch spüren, so spüren, dass sie mit uns gehen

wollen. Durch uns sollen sie Gott in ihrem Leben erfahren.

So erfüllen wir unseren Auftrag, wanderndes Volk Gottes zu

sein, das nicht für sich da ist und allein das Ziel erreichen

will, sondern der ganzen Menschheit den Weg bahnen, viele

mitnehmen und zur Vollendung bringen soll. Das Bild vom

wandernden Volk Gottes, das attraktiv ist und mitzieht, ist ein

schöner, herrlicher und grandioser Ausblick!

„Vom guten Gott reden, ihn feiern und ihn in Werken der Liebe

übersetzen“, so haben wir im Pastoralplan „Den Aufbruch

wagen – heute!“ geschrieben. Unterm Sternenmantel, als Reben

im Weinstock Christi und als wanderndes Volk Gottes,

werden wir das tun können. Das ist unser schöner, herrlicher,

grandioser Ausblick als Erzdiözese.

Blicken wir in der Zukunft immer wieder auf diese drei Bilder

voller Hoffnung und Zuversicht, wenn wir den „Glauben

stärken, Gemeinschaft leben und für die Menschen da sind.“

Das ist unser Auftrag auch im zweiten Jahrtausend unserer

Bistumsgeschichte. Der gute Gott segne unseren Weg.


Unvergessliche Eindrücke in Rom:

„Das religiöse Leben wird erneuert!“

Etwa 600 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer aus dem

gesamten Erzbistum Bamberg waren im Rahmen der Jubiläumswallfahrt

vom 31. August bis 6. September in Rom, darunter

die bahnreisenden Diözesanwallfahrer, Behindertenwallfahrer,

Radwallfahrer und Pfarreiwallfahrer aus Schlüsselfeld.

Der Zug brachte die Pilger in 19 Stunden von Bamberg nach Rom

„Man spürt, dass die Leute gerne mitsingen, mitbeten und

mitgehen“, resümierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick. Die

Menschen seien auf Pilgerschaft, sie nähmen den Glauben

unter die Füße, um damit den Glauben zu mehren. „Dadurch“,

so Schick, „wird das religiöse Leben erneuert.“ Wie

er empfanden viele Pilger: Es war ein einmaliges und unvergessliches

Erlebnis. Gottesdienste, u.a. in der Lateran­Basilika

und im Petersdom, ein kleines Konzert der Domkantorei in S.

Caecilia, das Konzert der Bamberger Symphoniker in Castel

Gandolfo, die Papstaudienz auf dem Petersplatz, das hautnahe

Erleben historischer Stätten und vieles mehr werden die Mitreisenden

nicht so schnell vergessen.

Beim Auftaktgottesdienst in der Lateranbasilika erinnerte der

Erzbischof daran, dass im Lateran Papst Johannes XVIII. vor 1000

Jahren die „Geburtsurkunde“ des Bistums Bamberg unterzeichnet

hatte. „Hier ist der Ursprung unserer Diözesankirche“, so Schick.

J u b i l ä u m s w a l l f a h r t n a c h R o m

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Prälat Walter Brandmüller, Präsident des Päpstlichen Komitees

für Geschichtswissenschaften und gebürtiger Franke,

ermunterte bei seiner Predigt im Petersdom die Gläubigen,

zu ihrem katholischen Glauben zu stehen. „Der katholische

Minderwertigkeitskomplex muss überwunden werden. Ein

frohes, dankbares Selbstbewusstsein muss die Katholiken

wieder erfüllen – und dann: nichts wie heraus aus dem Mauseloch,

in das sich so viele aus Angst vor der

ungläubigen Welt verkrochen haben! Gerade

diese Welt braucht unser Zeugnis. Möge die

Feier dieses 1000­Jahr­Jubiläums des Bistums

Bamberg einen Schlussstrich ziehen unter eine

Zeit der Wirrnis und der Selbstbezweifelung.

Wenn dann ein frischer Wind der Glaubensfreude

und Glaubenstreue durch die Hallen unserer

fränkischen Kirchen weht, dann mag mit dem

2. Millennium ein neuer Frühling neues Leben

wecken.“

Prälat Walter Brandmüller

Ein beeindruckendes Konzert für einen Teil der

Wallfahrer fand in Castel Gandolfo statt. Die Bamberger Symphoniker

spielten unter Leitung von Chefdirigent Jonathan

Nott die siebte Symphonie von Beethoven sowie die fünfte

Symphonie von Schubert. Paul Müller, Intendant der Bamberger

Symphoniker, über das Konzert: „Der Heilige Vater

zitierte in seiner Dankesrede Schubert, der über ein Menuett

Mozarts sagte: „es deuchte ihm, dass die Engel mitsingen“,

und fuhr fort: „Und das ist es, was ich und vielleicht viele von

Ihnen an diesem Abend erleben durften“. Zutreffender und

schöner lässt sich der tiefe Eindruck dieses Konzertes im Beisein

und der enormen geistlichen und menschlichen Präsenz

des Heiligen Vaters an diesem außergewöhnlichen Ort, wo die

Kraft der Tradition und Gegenwart katholischer und abendländischer

Geschichte zusammenfinden, kaum beschreiben.“


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A u s b l i c k

von Elisabeth Schillab,

Runde Geburtstage und Jubiläen sind etwas Besonderes, zu

Recht werden sie auch gebührend gefeiert. Geburtstage und

Jubiläen sind aber auch immer ein Anlass, abseits der fröhlichen

Feiern nachdenklich zu werden:

zurückblicken in die Geschichte und aus den Erfahrungen

lernen (hoffentlich!),

innehalten und eine Antwort auf die Frage „Wo stehe

ich?“ suchen und finden,

sich den Herausforderungen der Gegenwart stellen,

sich getrauen, Träume zu träumen und Visionen für die

Zukunft zu entwickeln.

Wir stehen als Kirche von Bamberg in einer gewaltigen Umbruchphase.

Was uns aus der so säkular gewordenen Gesellschaft

entgegenweht, ist oft alles andere als ein laues

Lüftchen. Volkskirche, das war einmal. Das wir heute mit

unserer Botschaft nur mehr einen kleinen Teil der Menschen

erreichen, hat uns die Sinus­Studie sehr deutlich vor Augen

geführt. Der Mangel an Priester­ und Ordensberufungen ist

massiv spürbar. Die durch die finanzielle Situation der Kirche

im Erzbistum Bamberg bedingten Sparmaßnahmen sind

vielen Menschen nur schwer vermittelbar und verursachen

vielfach Verärgerung. Auch das kooperative Miteinander in

den durch den Umstrukturierungsprozess neu gebildeten

Pfarreiengemeinschaften oder ­ verbünden ist leider noch

viel zu oft nur auf dem Papier des Kooperationsvertrages als

solches festgehalten.

Diese Fakten bereiten uns wenig Freude, es sind Herausforderungen,

denen wir uns stellen müssen, aber sie sind kein

Grund zu resignieren, denn: sie sind nur die eine Seite der

Medaille.

Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken

im Erzbistum Bamberg

Ohne ehrenamtliches Engagement wäre das Bistumsjubiläum um vieles ärmer gewesen –

Informationsveranstaltung für Verbände, Dekanate und Pfarreien im Oktober 2006

Auf der anderen sehen wir, dass sich sehr viele Menschen

in ihren Pfarreien oder Verbänden ehrenamtlich engagieren

und der Kirche vor Ort ein Gesicht geben. An der Basis sind

es Männer und vor allem viele Frauen, die durch ihr Engagement

und ihren Einsatz wichtige Ziele verwirklichen,

nämlich: die Frohe Botschaft weitergeben, den Glauben stärken,

Gemeinschaft leben und für die Menschen da sein. Das

Ehrenamt wird für die Kirche in der Erzdiözese Bamberg in

Zukunft wichtiger denn je sein. Wenn die Zusammenarbeit

von Priestern, haupt­ und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern in der Seelsorge, in den Räten und Kirchenverwaltungen

von gegenseitigem Vertrauen, von Wertschätzung,

geschwisterlichem Miteinander, gemeinsamen Gebet

und Gottesdienst getragen ist, dann sind wir als Kirche in

unserem Erzbistum Bamberg auf einem guten Weg. Richtschnur

und Wegweiser müssen uns dabei die Hl. Schrift und

unser Pastoralplan sein. Mit viel Kreativität, guten Ideen,

Mut zu neuen Wegen, Geduld, der nötigen Gelassenheit und

ganz viel Gottvertrauen wollen wir in und für die Kirche von

Bamberg Zukunft gestalten.

Wagen wir den Aufbruch ins zweite Jahrtausend unseres Bistums:

Setzen wir auf Jesus Christus und setzen wir auf die

Menschen, dann können wir nur gewinnen.

Christus wird, wenn er wiederkommt, im Erzbistum Bamberg

Glauben finden, wenn wir Gott treu bleiben und uns

selbst.

In diesem Sinne: Gott schütze das Erzbistum Bamberg und

seine Menschen!


Historisches Stück

anlässlich der

1000-Jahr-Feier von

Hetzelsdorf

Weinstöcke als

Zeichen für Venetzung

– die Kindertagesstätte

Rappelkiste in Bayreuth

ist eine von zehn

Modelleinrichtungen der

Caritas

Offizielle Festmedaille mit Darstellung eines

Siegels von Heinrich II. aus dem Jahr 1011

sowie dem Sprengel des Erzbistums Bamberg

in der heutigen Zeit

Erzbischof Schick besuchte seinen Klagenfurter

Amtskollegen Dr. Alois Schwarz 2006 beim Kirchtag

in Villach, das bis 1759 zum Hochstift gehörte.

Sternenmantel

-Gebäck der

Berufsfachschule

Maria Hilf in

Bamberg zugunsten

der Sozialinitiative

I m p r e s s i o n e n

Heinrich Löwisch und Alois Halbritter investierten über 100 Arbeitsstunden

in eine Krippe mit der Darstellung der Bistumsgründung

Sternenzauber

zum Aussäen

– „blühender“

Beitrag des

Familienbundes

zum

Jubiläumsjahr

Ministrantentag in Neunkirchen/Sand

„Unterm Sternenmantel“

Braumeister Stephan Michel

und Generalvikar Georg Kestel

bei der ersten Probe des

Jubiläumsbieres

Heinrich und

Kunigunde

aus Dahlien

– Beitrag der

Kolpingsfamilie

Röthenbach

beim Blumenfest

in Röthenbach

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Planungsstrukturen

Das Jubiläum war in den Regionen der Erzdiözese sowohl auf pfarrgemeindlicher wie auch auf

kommunaler, wissenschaftlicher und kultureller Ebene vernetzt. Damit das Festjahr so gut gelingen

konnte, dazu haben die Mitglieder des Kuratoriums beigetragen. Sie übermittelten das Jubiläum in

ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen in die Institutionen hinein. In den Jahren 2002 bis 2006

trafen sich unter der Leitung von Domkapitular Prälat Luitgar Göller die Mitglieder sechsmal in Bamberg.

Mitglieder des Kuratoriums

Dr. Ludwig Schick, Erzbischof; Generalvikar Prälat Alois Albrecht und sein Nachfolger

Msgr. Georg Kestel, Domkapitular Regionaldekan Dr. Josef Zerndl,

Regionalbischof Wilfried Beyhl (Pfarrer Daniel Tenberg und Matthias Weigart, Vertretung),

Regionalbischof Dr. Karl-Heinz Röhlin und Dekan Ottfried Sperl (Günther Schardt, Vertretung),

Evang.-Luth. Kirche; Dr. Antje Deusel, Israelitische Kultusgemeinde Bamberg; Günter Verheugen,

Mitglied der Europ. Kommission; Hans Zehetmair und Dr. Thomas Goppel, Staatsminister für

Unterricht und Kultus; Dr. Werner Schnappauf (Dr. Peter Zeitler, Vertretung), Staatsminister für

Landesentwicklung und Umweltfragen; Dr. Joachim Wuermeling, MdEP; Dr. Bernd Protzner,MdB;

Thomas Silberhorn, MdB; Dr. Heinz Köhler, MdB; Ursula Sowa, MdB; Joachim Herrmann, MdL;

Melanie Huml, MdL; Dr. Helmut Müller, MdL; Friedrich Odenbach, MdL; Heinrich Rudrof, MdL;

Hans Angerer und Wilhelm Wenning (Ltd. Regierungsdirektor Johann Hümmer, Vertretung),

Regierungspräsidenten von Oberfranken; Karl Inhofer (Regierungsvizepräsident Heinz Grunwald,

Vertretung), Regierungspräsident von Mittelfranken; Edgar Sitzmann und Dr. Günther Denzler,

Bezirkstagspräsidenten von Oberfranken; Gerd Lohwasser (Bezirksrat Hans Kühnlein, Vertretung)

und Richard Bartsch, Bezirkstagspräsidenten von Mittelfranken; Herbert Lauer (Bürgermeister

Werner Hipelius, Vertretung), Oberbürgermeister der Stadt Bamberg; Dr. Siegfried Balleis

(Stadtarchivar Dr. Andreas Jakob, Helmut Schmitt und Pierre Leich, Bürgermeister- und

Presseamt,Vertretung), Oberbürgermeister der Stadt Erlangen; Dr. Thomas Jung (Projektbeauftragter

Walter Landgraf, Vertretung), Oberbürgermeister der Stadt Fürth; Ludwig Scholz

(Bürgermeisterin Helene Jungkunz, Vertretung) und Dr. Ulrich Maly (Bürgermeister Horst

Förther und Stadtrechtsdirektor Dr. Hartmut Frommer, Vertretung), Oberbürgermeister der

Stadt Nürnberg; Franz Stumpf (Bürgermeisterin Maria Wagner, Vertretung), Oberbürgermeister

der Stadt Forchheim; Dieter Döhla (Bürgermeister Hans Pechstein, Peter-Michael Tschoepe und

Karsten Kühnel, Fach-bereich Kultur, Vertretung), Oberbürgermeister der Stadt Hof;

Das Kuratiorium traf sich zu sechs

Sitzungen im Bischofshaus


P l a n u n g s s t r u k t u r e n

Norbert Kastner (Bürgermeister Norbert Tessmer, Vertretung), Oberbürgermeister der Stadt

Coburg; Dr. Dieter Mronz (Bürgermeister Bernd Mayer, Vertretung), Oberbürgermeister der

Stadt Bayreuth; Manfred Raum (Bürgermeister Heinz Hausmann, Vertretung), Oberbürgermeister

der Stadt Kronach; Prof. Dr. Helmut Ruppert (Referenten Martina Hagen, Eva Mertins und Jürgen

Ludwig, Vertretung), Präsident der Universität Bayreuth; Prof. Dr.Dr. Godehard Ruppert (Referenten

Christian Kestel, Kerstin Seidenath und Ines Kowalski, Vertretung), Rektor der Universität Bamberg;

Prof. Dr. Georg Langenhorst, Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität Nürnberg;

Dr. Günter Dippold, Bezirksheimatpfleger von Oberfranken; Dr. Andrea M. Kluxen (Hartmut Schötz,

Kulturreferat, Vertretung), Bezirksheimatpflegerin von Mittelfranken; Prof. Dr. Claus Grimm

(Dr. Josef Kirmeier, Vertretung) Präsident des Hauses der Bayerischen Geschichte; Dr. Helmut

Jungbauer, Geschäftsführender Herausgeber des Fränkischen Tags, Bamberg; Dr. Wolfgang Wagner

(Vizepräsident Dr. H. Joachim Hoppe, Vertretung), Präsident Industrie- und Handelskammer

Oberfranken, Bayreuth; Prof. Dr. Bernhard Schemmel und Prof. Dr. Werner Taegert, Direktoren der

Staatsbibliothek Bamberg; Dr. Rainer Hambrecht und Dr. Nöth (Dr. Klaus Rupprecht, Vertretung),

Direktoren des Staatsarchivs Bamberg; Dr. Bernd Goldmann (Simon Kuchlbauer, Vertretung),

Direktor des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia, Bamberg; Dr. Regina Hanemann,

Direktorin der Museen der Stadt Bamberg; Klaus Häffner (Nobert Küber, Vertretung), Studioleiter

Bayerischer Rundfunk in Franken, Nürnberg; Dr. hc Lothar Braun, Vorsitzender des Historischen

Vereins Bamberg; Dr. F. Wolfgang Reddig, Jubiläumsausstellung, Bamberg; Roland Baierl, Michael

Kleiner und Sandra Wahl, Koordinationsstelle Bistumsjubiläum; Dr. Klemens Deinzer, Alexander

Gießen und Dr. Norbert Jung, Referenten des Erzbischofs;

Weitere Planungsstrukturen im Erzbistum Bamberg

Eine Projektgruppe mit Domkapitular Dr. Josef Zerndl, den Referenten des Erzbischofs Dr. Klemens

Deinzer und Alexander Gießen (ab Sept. 2003), Archivdirektor Dr. Josef Urban (bis 2002), dem

Geschäftsführer der Stadtkirche Nürnberg, Hermann Braun, der Koordinationsstelle für das

Bistumsjubiläum mit Michael Kleiner und Roland Baierl, dem Leiter der Arbeitnehmerpastoral,

Dr. Manfred Böhm, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend mit Anja Baumer-Löw und

Sebastian Zink (ab 2004) und der Leiterin der Abteilung Fortbildung Anne Kurlemann entwickelte

von Juni 1999 bis Juni 2005 erste Ideen und Initiativen für das Festjahr.

Der Geschäftsführender Ausschuss tagte ab September 2001 und war vor allem für

organisatorische und planerische Fragen verantwortlich. In dem Ausschuss saßen Prälat Alois

Albrecht (bis März 2006 als Generalvikar) und Generalvikar Georg Kestel (ab April 2006),

Domkapitular Prälat Luitgar Göller, die Referenten des Erzbischofs Dr. Klemens Deinzer

(bis August 2003), Alexander Gießen (ab Sept. 2003) und Norbert Jung (ab Sept. 2006),

die Koordinationsstelle Bistumsjubiläum mit Michael Kleiner, Roland Baierl und Josef Unser

(Okt. 06 bis Sept. 07) und die Stabsstelle Fundraising Dr. Rainer Scherlein (ab Febr. 2006)

Darüber hinaus gab es ab September 2004 Planungsgruppen in den Regionen, ohne die das

dezentrale Feiern des Jubiläums nicht möglich gewesen wäre. Die Regionaldekane, Dekane,

Dekanatsratsvorsitzende und weitere Vertreter entwickelten Ideen, setzten Projekte um und

machten das Bistumsjubiläum zu einem dezentralen Ereignis.

Das Verankern des Jubiläums in der Fläche war das eine, die thematische breite Umsetzung das

andere. Nahezu alle Hauptabteilungen des Erzbischöflichen Ordinariats waren mit ihren Inhalten

vertreten. Die Pastoral unter Leitung von Domkapitular Dr. Günter Raab, die Schule unter Leitung

von Ordinariatsrat Ludwig Brütting, die Erwachsenenbildung (Domkapitular Hans-Jörg Elsner), die

Jugend (Diözesanjugendpfarrer Helmut Hetzel und Detlef Pötzl), die Spiritualität (Domkapitular

Otto Münkemer), Caritas und Soziales (Weihbischof Werner Radspieler und Caritasdirektoren

Bernhard Simon und Gerhard Öhlein), Ökumene und interreligiöser Dialog (Domkapitular Prof.

Dr. Wolfgang Klausnitzer), Europa und die Eine Welt (Generalvikar Prälat Alois Albrecht und sein

Nachfolger Msgr. Georg Kestel), Geschichte, Kunst und Kultur (Domkapitular Luitgar Göller),

Öffentlichkeitsarbeit (Generalvikar), Logistik und zentrale Dienste (Generalvikar und Ordinariatsrat

Josef Schwab), die Koordinationsstelle Bistumsjubiläum (Roland Baierl, Michael Kleiner, Josef Unser

(Nov. 2006 bis Nov. 2007), Sandra Wahl) und die Stabsstelle Fundraising (Dr. Rainer Scherlein).

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Mindestens 45 – in Wirklichkeit viel mehr – Bücher, Lieder- und Notenhefte, Arbeitshilfen, CDs, DVDs, Broschüren

und Flyer wurden zur 1000-Jahr-Feier des Bistums Bamberg veröffentlicht. Nicht alle herausgegeben vom

Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg und den angeschlossenen Gemeinden, Verbänden, Vereinen und Institutionen,

sondern auch von Organisationen und Initiativen kommunaler, wissenschaftlicher und freier Träger. Dieses

Engagement verdient Dank und Anerkennung. Die folgende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Geschichte

1000 Jahre Bistum Bamberg

1007-2007

Unterm Sternenmantel. Katalog

der Jubiläumsausstellung:

Hrsg. Luitgar Göller unter Mitarbeit

von Wolfgang F. Reddig,

Regina Hanemann und Werner

Taegert, 480 S., 330 Farbabbildungen,

Hardcover, Michael

Imhof Verlag, Petersberg 2007

Das Bistum Bamberg um 1007

Festgabe zum Millennium,

Hrsg. Josef Urban, Archiv des

Erzbistums Bamberg (Band

3 der Studien zur Bamberger

Bistumsgeschichte) 432 S.,

210 Abb., Hardcover, Bamberg

2006

Unterm Sternenmantel

1000 Jahre Bistum Bamberg

– Die Geschichte in Lebensbildern:

Hrsg. Michael Kleiner

und Ludwig Unger, 312 S., 450

Abb., Hardcover, Heinrichs-

Verlag Bamberg 3 2007.

Missionierung und Christianisierung

im Regnitz-

und Obermaingebiet

Hrsg. Rolf Bergmann, Günter

Dippold, Jochen Haberstroh,

Christian Lange und Wolfgang

Weiß; Historischer Verein

Bamberg (Schriftenreihe

Band 41), Bamberg 2007

Das Himmelreich zu Erlangen

– offen aus Tradition?

Aus 1000 Jahren Bamberger

Bistumsgeschichte: Hrsg.

Andreas Jakob, Hans Markus

Horst und Helmut Schmitt

(Veröffentlichungen des Stadtarchivs

Erlangen, Nr. 5), 286

S., 470 Abb., Erlangen 2007

Glauben in der Stadt Nürnberg

von damals bis heute

Hrsg. Theo Kellerer und Jürgen

Kaufmann, 56 S.,

50 Abb., broschiert, Müller-

Verlag, Nürnberg 2007

Sakralbauten in Bamberg

Broschüre zur Ausstellung des

Archivs des Erzbistums Bamberg

und des Stadtarchivs Bamberg mit

einem Überblick über alle Kirchen

Bambergs von 1007 bis in die

Gegenwart. Hrsg. Elmar Kerner,

Winfried Theurer, Josef Urban,

Robert Zink, 68 S., Bamberg 2007

KaiserRäume – KaiserTräume

Forschen und Restaurieren in

der Bamberger Residenz: Hrsg.

Johannes Erichsen, Katharina

Heinemann und Katrin Janis,

300 S., broschiert, Hirmer Verlag

München 2007

Das Bamberger Kollegiatstift

St. Stephan. Säkularkanoniker

in einer mittelalterlichen

Bischofsstadt

Hrsg. Ulrike Siewert; Historischer

Verein Bamberg (Schriftenreihe

Band 42), Bamberg 2007

Jubiläumskalender 2007

Bildkalender mit ganzseitigen

Bildmotiven

(Format DIN A 4 als aufklappbare

Doppelseite) aus dem Erzbistum

Bamberg aus Geschichte und

Gegenwart sowie mit spirituellen

Hinweisen und Texten:

Hrsg. Generalvikariat des

Erzbistums Bamberg

Spiritualität und Liturgie

Glaubenswege unterm Sternenmantel

Wallfahren im Erzbistum Bamberg.

37 Wallfahrts- und Gebetsorte, mit

Farbfotos und Diözesankarte, Kontaktadressen

und Stempelfeldern, Lied- und

Gebetsanhang: Hrsg. Karl Heinrich

Brückner, Alfons Demuth, Wilhelm

Mahlmeister und Georg Söhnlein,

124 S., gebunden

Die Bamberger Apokalypse

Ja, ich komme bald. Das Buch mit

sieben Siegeln zum Jubiläumsjahr.

Einzigartige Prachthandschrift aus der

Zeit von Kaiser Heinrich II., hochwertige

Druckqualität mit brillantem

theologischen Kommentar von Hans

Urs von Balthasar; Hrsg. Initiative für

Berufungen und Informationszentrum

Berufe der Kirche, 148 S., Hardcover

Herzensanliegen unterm Sternenmantel

Exerzitien im Alltag. Ein Fastenkurs zum

Jubiläumsjahr. Hrsg. Diözesanstelle

Berufe der Kirche und Referat Spiritualität,

128 S.

Herzensanliegen –

das Gebetbuch

Gebete von Jung und Alt

zum Bistumsjubiläum, die

aus dem Herzen kommen.

Hrsg. Diözesanstelle Berufe

der Kirche, 152 S.

Liturgische und spirituelle Hilfen

Vespergottesdienst mit Vergebungsbitte

Einführung zur spirituellen Stafette

Elemente für die Gestaltung einer Eucharistiefeier

im Rahmen der „Spirituellen Stafette“

Wort-Gottes-Feier im Rahmen der „Spirituellen

Stafette“

Text der Feier der Vigil in den Kirchen des

Erzbistums

Ein Sieben-Tage-Gebet „Die Gaben des Geistes

wie Sterne am Weg“

Bausteine für Fronleichnam in den einzelnen

Ortsgemeinden anlässlich des Bistumsjubiläums

Messfeier zum Abschluss des Bistumsjubiläums

Liturgische Feiern im Rahmen der Bistumstage:

Vesper zur Eröffnung, Morgenlob mit Taufgedächtnis,

Abendlob mit NGL, Eucharistiefeier

Hrsg. Referat liturgische Bildung im Erzbischöflichen

Ordinariat Bamberg und Amt für Kirchenmusik,

download unter www.bistumsjubilaeum.de


P u b l i k a t i o n e n z u m B i s t u m s j u b i l ä u m

Kirchenmusik

Stationen der Kirchenmusik

im Erzbistum Bamberg

Sonderausgabe der Kirchenmusikalischen

Nachrichten, erarbeitet

von Ludger Stühlmeyer

und einem Autorenteam mit

Artikeln zu ausgewählten Stationen

der Bamberger Kirchenmusikgeschichte;

Hrsg. Amt

für Kirchenmusik im Erzbistum

Bamberg, 124 S., broschiert

Vor dir sind tausend Jahre

wie ein Tag

CD, Vesper zum 1000-jährigen

Bestehen des Bistums

Bamberg, Musik: Wolfram

Buchenberg, Text: Alois Albrecht;

Domkantorei Bamberg,

Domorganist Markus Willinger,

Bläser der Bamberger Symphoniker;

Sprecher: Laurin Singer

und Martin Neubauer; Leitung:

Domkapellmeister Werner Pees;

Hrsg. Dommusik im Erzbistum

Bamberg

Vor dir sind tausend Jahre

wie ein Tag

Vesper zum 1000-jährighen Bestehen

des Bistums Bamberg,

Fassung für Schola (Vorsängerin),

Gemeinde und Orgel,

Musik: Wolfram Buchenberg,

Text: Alois Albrecht, Domkantorei

Bamberg, Karl-Heinz

Böhm, Orgel, Domkapellmeister

Werner Pees, Leitung

Orgeln im Erzbistum Bamberg

3 CD in einer Box; ein musikalischer

Weg durch das

Kirchenjahr. Zum Bistumsjubiläum

spielen zwölf Kirchenmusiker

der Erzdiözese auf

13 ausgewählten Orgeln im

Erzbistum Bamberg: Hrsg. Amt

für Kirchenmusik Bamberg

Unterm Sternenmantel

CD und Liedheft zum Wettbewerb

der Werkstatt Neues

Geistliches Lied zum Bamberger

Bistumsjubiläum,

Schmißler & Kett Verlag 2007

Bamberger Chorbuch

200-seitiges Chorbuch mit Kanons,

mehrstimmigen Chorsätzen

und Motetten, zum Teil mit

Orgelbegleitung aus alter und

neuer Zeit, 136 Werknummern

für die Gestaltung von Messe

und Stundengebet; Hrsg. Amt

für Kirchenmusik im Erzbistum

Bamberg, 208 S, broschiert

Liederbuch „Cantate II“

358 neue und schon länger bekannte

Lieder des Neuen Geistlichen Lieds; Hrsg.

Werkstatt NGL der Erzdiözese Bamberg

und BDKJ/Jugendamt der Erzdiözese

Bamberg 2007, 574 Seiten; ein Arrangementheft

ist ebenfalls erhältlich

Arbeitsmaterialien

1000 Jahre Bistum

Bamberg. Ideen und

Materialien für die

Erwachsenenbildung

Hrsg. KEB – KatholischeErwachsenenbildung

im Erzbistum

Bamberg e.V. und

Diözesan-Erwachsenenbildungswerk

Bamberg, 132 S. mit CD,

Farbdruck

Mit der Zeit

und gegen

die Zeit –

Christsein in

1000 Jahren

Bistum Bamberg

Impulse für den

Religions-unterricht,

Ringmappe, DVD, Farbfolien, Hrsg.

Schulreferat im Erzbistum Bamberg, ca.

300 S., Farbdruck

Brücke nach Afrika

Material- und Medienmappe zur Bistumspartnerschaft

Bamberg – Thiès/

Senegal: Hrsg.

Referat Weltkirche

im Erzbistum

Bamberg, Ringmappe

mit DVD,

180 S., Farbdruck

Schafft Gerechtigkeit Frieden?

Eine Arbeitshilfe zu Themen wie Armut,

Globalisierung, Arbeitsrealität. Die Themen

werden aus verschiedenen Blickwinkeln

beleuchtet,

u.a. über einen

biblischen Zugang:

Hrsg. Kath. Arbeitnehmerpastoral

und

Diözesan-Erwachsenenbildungswerk

im

Erzbistum Bamberg,

116 S., Farbdruck

Weitere Publikationen,

CDs und DVDs

Der Bibelgarten in Erlangen

Texte zu über 60 biblischen

Pflanzen, die auf den Bibelgarten

am Bohlenplatz in Erlangen Bezug

nehmen. Hrsg. Erzbischöfliches

Dekanat Erlangen, 124 S.,

viele Abb., Farbdruck

Familien-Bilder

Ein Lesebuch mit Texten prominenter

Autoren und Beiträgen aus

dem Caritas-Schreibwettbewerb,

Hrsg. Caritasverband für die

Erzdiözese Bamberg und für den

Landkreis Forchheim e.V.;

Der Reinerlös des Buches kommt

Familien in Not zugute.

„Um Himmels Willen“

Kirche in der Karikatur. 1000

Jahre Bistum Bamberg,

Katalog zur Ausstellung, Farbdruck.,

84 S., Bamberg 3 2007

Küchengeheimnisse

Ein kulinarischer Streifzug durchs

Erzbistum Bamberg. Hrsg. Referate

Frauen- und Seniorenseelsorge

im Erzbistum Bamberg, 112 S.

Hörspiel – CD

„Unterm Sternenmantel“

Ein Hörspiel für Kinder (ab 8

Jahren) und Erwachsene. Hrsg.

Erzbischöfliches Ordinariat

Bamberg, Audio-CD, 30 Min.

Bunt wie das Leben ist unser

Glaube

DVD, Glaubens- und Lebensgeschichten

aus dem Erzbistum

Bamberg, Hrsg. Referat Seniorenseelsorge,

400 Videoclips

Bamberg . Villach . Kärnten 1007 – 2007

DVD, eine Filmdokumentation über 1000

Jahre Geschichte. Zusätzlich: Kurzfilm

„Herrschaft im Süden“, Musikclip „Die

Stadt Bamberg heute – ein Weltkulturerbe“,

Hrsg. Stadt Villach, DVD , ca. 35 Min.

Weltkulturerbe Bamberg

Faszination einer 1000-jährigen Stadt.

DVD, 35 min

„Unterm Sternenmantel“

DVD über das Erzbistum Bamberg.

Facetten einer deutschen Diözese; Hrsg.

Referat Öffentlichkeitsarbeit, ca. 30 Min.;

ein Kapitel mit Höhepunkten aus dem

Jubiläumsjahr liegt dieser Publikation bei;

Fertigstellung der DVD Mitte 2008.

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Impressum

Herausgeber

Erzbischöfliches Ordinariat Bamberg, Referat Öffentlichkeitsarbeit, und Heinrichs-Verlag GmbH

Redaktionelle Mitarbeit

Michael Anger, Roland Baierl, Michael Kleiner, Elke Pilkenroth, Sandra Wahl (Hilfe bei Fotoauswahl)

Ein Dank geht an Prälat Luitgar Göller, Josef Gründel, Adalbert Kopp, Simon Kuchlbauer, Dr. Klaus-Stefan Krieger,

Werner Pees, Dr. Wolfgang F. Reddig, Franz-Josef Rother, Dr. Rainer Scherlein und Markus Willinger für die redaktionelle

Unterstützung.

Fotos

Wir danken folgenden Einrichtugen und wissenschaftlichen Institutionen sowie Berufs- und Hobbyfotografen für

die Bereitstellung von Fotos und Bildmaterial:

Bamberg, Archiv des Erzbistums; Bamberg, Erzbischöfliches Jugendamt; Bamberg, Jugendtreff IMMERHIN

(Fotowerkstatt); Bamberg, Erzbischöfliches Jugendamt; Bamberg, Staatsbibliothek (Gerald Raab); Bamberg,

Stadtarchiv; Ebermannstadt, Katholische Landvolkshochschule Feuerstein; Kronach, Stadtarchiv; Lichtenfels,

Heilpädagogisches Zentrum; München, Bayerischer Rundfunk; München, Bayerische Staatsbibliothek.

Michael Anger, Roland Baierl, Alexander Biernoth, Christiane Dillig, Jürgen Eckert, Matthias Hoch, Josef Gründel,

Stephan Höpfinger, Andreas Kirchhof, Michael Kleiner, Günter B. Kögler, Klaus-Stefan Krieger, Bernhard Kümmelmann,

Andreas Kuschbert, Gertrud Lange, Adolf Markus, Bärbel Meister, Markus Nietert, Brigitte Pich, Elke

Pilkenroth, Thomas Pinzka, Volker Poerschke, Robert Sauerbeck, Rainer Scherlein, Michaela Wich.

Darüber hinaus haben uns viele Privatpersonen, Pfarrgemeinden und das Heinrichsblatt Fotografien zukommen

lassen. Nicht immer haben wir gewusst, von wem die Fotos stammen und bei wem die Bildrechte liegen.

Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht jeden um Abdruckgenehmigung fragen konnten.

© 2007, Erzbischöfliches Ordinariat Bamberg und Heinrichs-Verlag GmbH

Heft 22 der Schriftenreihe der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats

Alle Rechte der Vervielfältigung und Verbreitung, einschließlich Film, Funk, Fernsehen, Internet und sonstiger

elektronischer Medien sowie der Fotokopie und des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten.

Satz und Gestaltung: bureau visuel (Christine Kaufmann, Bernhard Kümmelmann)

Druck und Bindung: Druckerei Fruhauf, Laubanger 12, 96052 Bamberg

ISBN 978 – 3 – 89889 – 124 – 0

Schriftenreihe der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats,

Redaktion: Hans-Günter Röhrig (bis Heft 20)

Elke Pilkenroth (ab Heft 21)

Heft 18: Die Märtyrer des 20. Jahrhunderts aus dem Erzbistum Bamberg

Heft 21: Dokumentation über den Neujahrsempfang 2007 des Erzbischofs von Bamberg.

Das neue Europa als Herausforderung für die Christen. Mit Vortrag von Karl Kardinal Lehmann

Heft 22: Jubiläumsalbum. Ein Rückblick auf das Festjahr 2007.

Alle anderen Ausgaben der Schriftenreihe sind vergriffen.

Referat Öffentlichkeitsarbeit des Erzbischöflichen Ordinariats Bamberg,

Domplatz 3, 96049 Bamberg

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