Untersuchungen zur Vitrifikation von immaturen und In-vitro ...

vmf.uni.leipzig.de

Untersuchungen zur Vitrifikation von immaturen und In-vitro ...

192.2.1.4 Glyzerin (GLY)Die Permeabilität des Glyzerins ist im Vergleich zu den anderen hier genannten CPAs amgeringsten (SZELL et al. 1989, PEDRO et al. 2005). Die Fähigkeit zur Ausbildung einer stabilenGlasphase wird als relativ schlecht beschrieben (BAUDOT et al. 2000). Ein Vorteil des Glyzerinsist seine geringe Toxizität. Nach Aussetzen von bovinen immaturen Oozyten bei Raumtemperaturin eine 40%ige Glyzerinlösung konnten 32% der Eizellen eine Kernmaturation vollziehen, für EG,DMSO und PROH betrugen die erreichten Maturationsraten 15%, 0% und 8% (DEPIESSE etal. 1991). GLY ist das erste verwendete Kryoprotektivum und wurde vor allem zumkonventionellen Tiefgefrieren von Embryonen eingesetzt (POLGE et al. 1949, FRIEDLER etal. 1988, FAHNING u. GARCIA 1992). Auch für die Vitrifikation verwendete man Glyzerin vorallem zur Konservierung von Embryonen und in Kombination mit anderen CPAs (TACHIKAWAet al. 1993, AGCA et al. 1994, MARTINEZ u. MATKOVIC 1998, DATTENA et al. 2000). DieKonservierung boviner maturer und immaturer Eizellen beschrieben LE GAL und MASSIP (1999).2.2.2 Nicht-penetrierende KryoprotektivaDurch Zusatz von Stoffen, die selbstständig zu keiner oder nur zu ungenügender Vitrifikation einerLösung beitragen, kann die Wirkung der penetrierenden Kryoprotektiva modifiziert werden(KASAI et al. 1981, FRIEDLER et al. 1988). Diese Stoffe können zwar aufgrund ihres hohenMolekulargewichtes die Zellmembran nicht passieren, schützen durch die Anwesenheit imextrazellulären Raum vor Lösungsschäden, stabilisieren die Zellmembran und verhindern osmotischbedingte Schäden (MERYMAN 1971, SHAW u. JONES 2003). Ihre Schutzfunktion üben siehauptsächlich während der Äquilibrierung durch Dehydrierung aus, und während derDilutionsphase des Gefriervorganges bewahren sie die Zelle vor zu großen Volumenänderungen,indem sie die Geschwindigkeit von Wasserinflux und Kryoprotektorenefflux im intra- undextrazellulären Milieu beeinflussen (FRIEDLER et al. 1988). Die Kombination nicht-penetrierenderCPAs mit penetrierenden CPAs in Vitrifikationsmedien bewirkt eine Erniedrigung der Toxizitätdurch die geringere Einzelkonzentration der zytotoxischen Kryoprotektiva (KASAI et al. 1990,1992, SHAW et al. 1997, KULESHOVA et al. 1999b).Die Gruppe dieser CPAs besteht aus unterschiedlichen, chemischen Stoffklassen. Saccharidestellen dabei die am häufigsten verwendeten CPAs dar (FRIEDLER et al. 1988). Daneben werdenMakromoleküle wie Ficoll, PVP und PVA eingesetzt (SHAW u. JONES 2003). KryoprotektiveProteine aus Serumkomponenten wie fetales Kälberserum (FKS) und bovines Serumalbumin (BSA)stellen osmotisch aktive Kolloide biologischen Ursprungs dar.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine