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intergraph

horizonte

www.intergraph-horizonte.de 1 | 2012

Verborgene Datenschätze

Das Intergraph-Journal für die Branchen

SIcherheIt · Verwaltung · InfraStruktur · energIewIrtSchaft


2

inhaLt

2 eDitOriaL

3 neWs

VerbOrgene Datenschätze

6 Datenschätze heben

9 neuer blick auf historische Karten

10 sicherheit für Olympia 2012

11 Dynamic gis hält einzug in unser Leben

Interview mit Marc Hänni

anWenDungen unD Lösungen

12 bewährte Lösungen für die netze der zukunft

14 gerüstet für den demographischen Wandel

16 neue einsichten

17 gute investition für e.On bulgaria

it-trenDs

18 räumliche intelligenz per smartphone

19 internatiOnaLe neWs

iMpressuM

intergraph-horizonte – Das Intergraph-Journal für

die Branchen Sicherheit, Verwaltung,

Infrastruktur und Energiewirtschaft

Online-Version unter: www.intergraph-horizonte.de

Redaktionsschluss: 29. Mai 2012

Besteht Interesse an der kostenlosen Zusendung des

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Dr. Matthias Alisch,

Intergraph SG&I Deutschland GmbH

© 2012: Intergraph SG&I Deutschland GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

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auf Datenträger nur mit ausdrücklicher Genehmigung der

Intergraph SG&I Deutschland GmbH. Intergraph und das Intergraph-Logo

sind registrierte Warenzeichen der Intergraph Corporation USA. Alle anderen

hier genannten Marken und Produktnamen sind registrierte Warenzeichen

der jeweiligen Eigentümer.

bildnachweise: Seite 1: NASA; Seite 2: GeoEye; Seite 3: Brian A Jackson/

shutterstock; Seite 4: SBB, Rhein-Neckar-Verkehr; Seite 5: Goodluz/shutterstock,

Landkreis Darmstadt-Dieburg/Hessische Verwaltung für Bodenmanagement

und Geoinformation, Intergraph; Seite 6-7: GEOSYSTEMS; Seite 8:

Staatsbetrieb Sachsenforst/Vermessungsverwaltung der Bundesländer und

BKG; Seite 9: Matthew Gibson/123RF, Sergey Kamshylin/shutterstock, Aerial

Reconnaissance Archive; Seite 10: petesaloutos/iStockphoto, Elliot Moore/

Wikimedia; Seite 11: ESA, EarthData, pressureUA/iStockphoto, Intergraph;

Seite 12-13: Mayflower/aboutpixel.de, Rainer Sturm/aboutpixel.de, EnviTec

Biogas, Energiequelle GmbH; Seite 14: EduLeite/iStockphoto; Seite 15: TU

Darmstadt - Institut für Geodäsie; Seite 16: Sven Grundmann/Fotolia, Leica

Geosystems; Seite 17: berlin-pics/PIxELIO, e.on Bulgaria, Nicolay Kolev; Seite

18: Thampapon/shutterstock; Seite 19: tuzoltosagok.eu, DLR, Intergraph

Liebe Leserinnen unD Leser,

es freut mich, Ihnen heute die neue Ausgabe der Intergraph-Horizonte

präsentieren zu können.

Im Fokus des aktuellen Heftes steht das Rasterdaten-Management und

schon dieses Thema zeigt, dass sich bei Intergraph in den vergangenen

Monaten wieder Einiges getan hat. Mit der Integration von ERDAS –

dem weltweit führenden Unternehmen für die Verwaltung bildbasierter

Geoinformationen – hat Intergraph sein Portfolio raumbezogener

Lösungen vervollständigt. Von der Datenerfassung über die Datenaufbereitung,

die Datenhaltung und Datenanalyse bis hin zur Endanwendung

können wir unseren Kunden heute eine umfassende und effiziente

Abdeckung der Geodaten-Wertschöpfungskette anbieten. Sogar im

Bereich von Lösungen zur Datenvisualisierung am Bildschirm und deren

Ausgabe – etwa als professionelle kartographische Druckwerke.

Intergraph verfügt über die Kompetenz und Erfahrung, die für die

erfolgreiche Umsetzung professioneller Anwendungen nötig sind. Für

den Anwender öffnet sich so der Weg zu einer umfassenden zeit- und

prozessoptimierten Geodatenverarbeitung mit völlig neuen Potenzialen

für praktisch alle raumbezogenen Geschäftsprozesse. Wir fassen

diese Vision unter dem Begriff ‚Dynamic GIS‘ zusammen. Was sie für

Intergraph bedeutet, erläutert Ihnen mein Kollege Marc Hänni, Leiter der

neuen Intergraph Business Unit Geospatial in Deutschland, Österreich

und der Schweiz, im Interview auf Seite 11.

Auch die vorgestellten Anwendungsbeispiele sowie der Nachrichtenteil,

den wir aufgrund der vielen aktuellen Themen ausgeweitet haben, verdeutlichen,

dass Intergraph seine Märkte mit hoher Dynamik erschließt

und entwickelt: Ob Bürger-GIS oder Netzverwaltung für neue Energien,

Technologien für die polizeiliche Ermittlungsarbeit oder Notfall-App –

das Spektrum für den nutzbringenden Einsatz von Intergraph-Technologien,

teils in Kombination mit Angeboten unserer Schwesterunternehmen

in der Hexagon-Konzerngruppe, wächst ohne Frage.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch unseren Kunden und

Partnern danken, die unser Know-how, unsere Technologien und unsere

Kreativität immer wieder aufs Neue herausfordern. Ohne sie und ihr

Vertrauen in uns wären wir nicht da, wo wir heute stehen. Viel Spaß

beim Lesen wünscht Ihnen

Ihr

Dr. Horst Harbauer

Geschäftsführer Intergraph SG&I Deutschland GmbH

& Senior Vice President Intergraph SG&I EMEA

Intergraph-Horizonte online lesen und

Mehrwertangebote zum Magazin nutzen

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IntegratIon von erDaS In Intergraph abgeSchloSSen

neue business unit geOspatiaL:

ganzheitLiche geODatenVerarbeitung

Nach der im Herbst 2010 erfolgten Übernahme

der Intergraph Corporation durch die schwedische

Firmengruppe Hexagon folgte mit Wirkung

zum 01.01.2012 die weltweite Eingliederung

des Unternehmens ERDAS in das Unternehmen

Intergraph. Die ERDAS-Integration ist nun faktisch

auch in den einzelnen Intergraph-Ländergesellschaften

abgeschlossen. Seit 2005 gehört

ERDAS der Hexagon-Gruppe an und besetzt eine

weltweit führende Position im Segment der Verarbeitung

bildbasierter Geoinformationen.

Im Rahmen von Produktbezeichnungen

wird die Marke ERDAS auch unter

Intergraph aufrechterhalten und die

ERDAS-Produkte erfahren für die Version

2012 umfangreiche Neuerungen.

Intergraphs Angebot

raumbezogener Lösungen ist damit vervollständigt.

Unter dem Leitmotiv ‚Dynamic GIS‘ – sprich

ganzheitliche, zeit- und prozessoptimierte Geodatenverarbeitung

– bietet sich in der Hexagon-

Gruppe über Sensoren von Leica Geosystems

und Software sowie Services von Intergraph

eine umfassende und effiziente Abdeckung der

Geodaten-Wertschöpfungskette.

Mit der Eingliederung von ERDAS ging die

Neugründung der Intergraph

Business

Unit Geo-

heSSen Setzt auf eInheItlIche SyStemplattform

LanDesWeite interne gis-ausKunft

Die Hessische Verwaltung für Bodenmanagement

und Geoinformation (HVBG) beauftragte

Intergraph im Herbst 2010 mit der Umsetzung

der landesweiten „GIS-Auskunft HVBG“. Seit

einigen Monaten befindet sich der Service

erfolgreich in Betrieb. Die eingesetzte Intergraph-Lösung

GeoMedia Smart Client bildet

den zentralen systemtechnischen Baustein der

GIS-Strategie der HVBG. Die Behörde widmet

sich der Planung, Steuerung, Organisation und

Durchführung aller Maßnahmen zur nachhaltigen

Entwicklung in städtischen und ländlichen

Räumen. Dafür sind die Daten und Dienstleistungen

von Landesvermessung und Liegenschaftskataster

insbesondere die amtlichen

Geoinformationen – eine wichtige Ressource.

Bereits seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet die

HVBG (damals: Hessische Kataster- und Vermessungsverwaltung)

mit Intergraph-Technologie.

Als Besonderheiten der neuen landesweiten,

internen GIS-Auskunft gelten die Auslegung

1 | 2012 www.intergraph-horizonte.de

für weit mehr als 1.500 Anwender und die

vollautomatisierte Datenversorgung mit sämtlichen

amtlichen Geobasisdaten der HVBG. Darin

eingeschlossen sind ALKIS ® - und ATKIS-Daten

inklusive digitaler Orthophotos (DOP). Die GIS-

Auskunft des HVBG gelangt organisationsweit im

Hessischen Landesamt für Bodenmanagement

und Geoinformation (HLBG) und den nachgeordneten

Behörden (Ämter für Bodenmanagement

– ÄfB) zum Einsatz. Neben der reinen Geobasisdaten-Auskunft

dient Intergraphs Produkt

GeoMedia Smart Client in der „GIS-Auskunft

HVBG“ auch als interne strategische Plattform

für spezielle GIS-Projekte wie etwa TIMOR (Topographisches

Informations-Management), der

Erstellung von Flurbereinigungsplänen und zur

Immobilienwertermittlung.

Die Entscheidung für Intergraph fiel aufgrund

der positiven Praxiserfahrungen mit den zahlreichen

Intergraph-Anwendungen im Verantwortungsbereich

der HVBG und ihrer nachge-

neWs

spatial einher. Darin sind nun sowohl das

Partnerprogramm von Intergraph SG&I als auch

die Betreuung der ERDAS-Distributoren vereint.

„Die Produkte und Mitarbeiter von ERDAS haben

sich schon in der mehrmonatigen Vorphase zur

offiziellen Integration als vielversprechender,

zukunftsweisender Erfolgsfaktor unseres Unternehmens

offenbart“, so Dr. Horst Harbauer,

Senior Vice President Intergraph SG&I EMEA.

„Mit der vollzogenen Eingliederung von ERDAS

und den jetzt direkt bei Intergraph verfügbaren

ERDAS-Produkten rückt das Thema ‚Dynamic

GIS‘ sehr deutlich in den Mittelpunkt der weltweiten

Aktivitäten des gesamten Intergraph-

Konzerns.“

Marc Hänni, Intergraph Geospatial Regional

Manager für Deutschland, Österreich und

Schweiz betont: „Die weltweite Expertise von

ERDAS in Sachen Rasterdatenverarbeitung

und Bilddatenmanagement, kombiniert mit

den ausgereiften und leistungsstarken

GIS-Lösungen von Intergraph, stellt

eine neue Dimension raumbezogener

Angebote aus einer Hand dar. Wir

sprechen in diesem Zusammenhang

von ‚Dynamic GIS‘. Der Begriff steht

für die Verschmelzung von Sensoren,

Software und Services im Sinne einer ganzheitlichen

Geodatenverarbeitung. Wir decken

die gesamt Prozesskette ab: Datenerfassung,

-aufbereitung, -haltung, -analyse,

-visualisierung und schließlich Ausgabe

als kartographische Prints.

ordneten Behörden. So bewährt sich GeoMedia

Smart Client (früher: GeoMedia ResPublica)

seit dem Jahr 2003 im Amt für Bodenmanagement

Heppenheim. Mehrere dezentrale

Web-GIS-Projekte wurden im Land Hessen

basierend auf Intergraph-Lösungen umgesetzt.

Mit der erfolgten Installation der landesweiten

GIS-Auskunft HVBG“ geht eine zentrale Konsolidierung

der Intergraph-Technologie mit integrierter,

automatisierter Datenaktualisierung

als Baustein der HVBG-weiten IT-Infrastruktur

einher. Entsprechend bietet GeoMedia Smart

Client mit seinem Workflow-Manager eine

zukunftssichere Plattform für die Abbildung

geobasierter Prozesse in der HVBG. „Intergraph

ist Lösungspartner in etlichen Bereichen der

HVBG und hat dort seine Fähigkeiten positiv

unter Beweis gestellt“, erläutert Präsident Dr.

Hansgerd Terlinden. „Das Projekt ‚landesweite

GIS-Auskunft‘ erhöht entscheidend unsere

Beratungskompetenz für unsere zahlreichen

Kunden in Hessen.“

3


4 neWs

Intergraph-technologIe für DaS

gröSSte gIS Der SchweIz

generatiOnsWechseL

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB AG)

sind die größte Reise- und Transportfirma der

Schweiz. Das Unternehmen bewegt jährlich über

306 Millionen Fahrgäste und knapp 54 Millionen

Nettotonnen Güter. Für Bau, Projektierung, Unterhalt

und zunehmend auch zum Betrieb der

Bahn-Infrastrukturen arbeitet die SBB AG nun

mit Intergraphs G/Technology, das nach vier

Jahren Entwicklungszeit das Vorgänger-System

FRAMME ablöst. Für die Umstellung wurden

sämtliche Daten via INTERLIS-Datenmodell in

die Oracle-Datenbank migriert. Die Spezialfunktionen

für bahnspezifische Anwendungen

mussten neu programmiert werden, so zum

Beispiel die Gleisnetzgenerierung und die Schematisierung.

Zudem musste eine effiziente

Lösung für die Implementierung sämtlicher

Bahn-Infrastruktur-Projekte gefunden werden.

Gemessen am Umfang gespeicherter Objekte,

der Größe der bewirtschafteten Fläche und der

Zahl der Simultanbenutzer gilt die Lösung als das

größte Geographische Informationssystem (GIS)

der Schweiz. Bereits heute werden sämtliche

Projekte der Schweizerischen Bundesbahnen

im GIS verwaltet und zeigen den aktuellen und

künftigen Stand der Bahnan lagen. Der Nutzwert

liegt in der Qualität der Daten, der Aktualität der

Projekte und den zentralen Daten, die durch über

40 Schnittstellen – etwa zu SAP, Fahrplanplanung,

Betriebsleitsystemen, CAD, Intervention

und Störungen – intensiv genutzt werden. Bei

der SBB AG arbeiten 150 Spezialisten mit dem

G/Tech Designer. Über 2.000 Mitarbeitende

nutzen den G/Tech NetViewer mit rund 1.000

Abfragen jeden Tag. Zurzeit werden bei den

Schweizerischen Bundesbahnen 840 Projekte

im GIS mit G/Technology verwaltet und sämtliche

Projektänderungen über alle Fachschalen

laufend angepasst. Als Projektpartner wirkten die

Basler&Hofmann AG sowie die Fichtner AG mit.

terMine

Besuchen Sie Intergraph auf diesen Veranstaltungen:

intergraph-forum, 19.-20.06.2012, München

rnv gmbh nutzt geotramS von Intergraph

KOMpLettLösung für Den öpnV

Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV), einer

der größten deutschen Nahverkehrsbetriebe, hat

sich für das Geospatial Transportation Asset Management

System (GeoTrAMS) von Intergraph

entschieden. Auf Basis dieser Lösung werden

die gesamten Infrastrukturdaten einschließlich

Haltestellen, Weichen, Übergängen, Schienenauszugsvorrichtungen

(SAV) und das gesamte

Gleisnetz einschließlich Fahrplänen, Bahnsteigen

und Anzeigen verwaltet. Die Lösung der

RNV wird voraussichtlich im September 2012

in den vollständigen Produktivbetrieb gehen

und kann später im gesamten Unternehmen

für alle Workflows implementiert werden. Dies

umfasst auch die Wartungsunterstützung für

Teams vor Ort und die Bereitstellung präziser

Daten für die RNV-Planungsabteilung. Darüber

hinaus nutzt die RNV die Intergraph-Lösung als

strategisches Instru ment für zukünftig geplante

Investitionen in die Wartung und Erweiterung

des Schienennetzes.

Während der ersten Umsetzungsphase kommt

GeoTrAMS in der Infrastrukturabteilung der RNV

zum Einsatz. Später folgen inkrementelle Implementierungen,

die am Ende ein umfassendes

Informationssystem für den gesamten Betrieb

bilden werden. Die GeoTrAMS-Lösung umfasst

Module für das Management der gesamten

Netzwerkinfrastruktur. Hierzu zählt auch ein Mo-

dul zur Videoaufzeichnung, womit ein schneller

Zugang zu kalibrierten Videos der Gleise geboten

und echte Messungen anhand der Videobilder

ermöglicht werden. Die RNV plant, diese Videoaufzeichnungsfunktion

in ihre IT-Infrastruktur

zu integrieren, um für jeden Punkt entlang der

Strecke visuelle Informationen zur Umgebung abrufen

zu können. Mit Intergraph GeoMedia Smart

Client und GeoMedia Transportation Manager

ist GeoTrAMS eines der wenigen webbasierten

Systeme speziell für Tram- und Stadtbahnen,

das auf einer GIS-Standardplattform basiert.

Die offene Technik unterstützt den Zugriff auf

Online-Datenquellen. Die benutzerfreundliche

Oberfläche bietet zudem unternehmensweiten

Zugang zu leistungsfähigen GIS-Funktionen.

„GeoTrAMS verbindet die Leistung eines normalen

GIS mit speziellen Funktionen für öffentliche

Verkehrsbetriebe in einer einzigen Lösung, die

auf einer zentralen Standarddatenbank basiert“,

so Natascha Dörr, Projektleiterin bei der RNV.

„Zukünftig können wir Informationen zu unserer

Infrastruktur deutlich schneller abrufen. Und weil

alle Mitarbeiter der RNV Zugriff auf dieselben

zentral gespeicherten Daten erhalten, lassen

sich Fehlinterpretationen und Inkonsistenzen

erheblich minimieren. Zudem ist GeoTrAMS so

flexibel, dass es problemlos in unsere bestehende

IT-Landschaft integriert werden kann.“

Messe und Kongress geOsummit, 19.-21.06.2012, Bern/Schweiz

fachmesse agit, 04.-06.07.2012, Salzburg/Österreich

intergraph utilities-Workshop, 25.-26.09.2012, Hamburg

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ürger-gIS für lanDKreIS DarmStaDt-DIeburg

räuMLiche infOrMatiOnen für aLLe bürger

Bebauungspläne anschauen oder Schulen und

Kindergärten in der Nähe ermitteln, aber auch

örtliche Radwege oder Wanderrouten recherchieren

– das neue Geographische Informationssystem

für die Bürger des Landkreises

Darmstadt-Dieburg, genannt BürgerGIS, hält

diese Informationen digital und in interaktiver

geographischer Darstellung für Internetnutzer

bereit. Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann

stellte gemeinsam mit Prof. Werner Pilz, dem

ehemaligen Dienststellenleiter des Amts für

Bodenmanagement (AfB) Heppenheim, seinem

Nachfolger Thomas Knöll und dem Projektteam

das neue BürgerGIS des Landkreises Darmstadt-Dieburg

vor. Abrufbar ist eine Vielzahl von

Informationen aus der Kreisverwaltung, dargestellt

auf einer digitalen, intelligenten Landkreiskarte.

Die Grundlagen liefert Intergraph mit

Bebauungspläne via Internet: Über das

BürgerGIS sind detaillierte geographische

Informationen jederzeit abrufbar.

Weltleitmesse security essen, 25.-28.09.2012, Essen

intergeO, 09.-11.10.2012, Hannover (Halle 7, Stand G.15)

intergraph-anwenderkonferenz schweiz, 06.11.2012, Zürich/Schweiz

1 | 2012 www.intergraph-horizonte.de

seiner browserbasierten Bürgerservice-Lösung

auf Basis von GeoMedia Smart Client, vormals

bekannt unter ResPublica. Das BürgerGIS findet

man über die Website des Landkreises

www.ladadi.de unter der Rubrik Bauen/Umwelt.

Das BürgerGIS schafft mehr Transparenz. Informationen

sind zentral und einfach abrufbar.

„Die Funktionalitäten wurden an bewährten

kommerziellen Internet-Kartendiensten orientiert,

die Daten haben bei uns jedoch amtlichen

Charakter“, hebt der Leiter des AfB Heppenheim,

Thomas Knöll hervor. Jeder könne sich deshalb

sicher sein, dass die Informationen seriös sind.

Das BürgerGIS stellt originäre Informationen

des Landkreises aus den Bereichen „Landkreis,

Verwaltung“, „Wirtschaft, Tourismus, Kultur“,

„Bauen, Umwelt“, „Gesellschaft, Soziales“,

„Bildung, Schule“ und „Verkehr, Verbraucherschutz,

Sicherheit“ nutzerfreundlich zur Verfügung.

„Will etwa eine Familie in eine Kommune

des Landkreises umziehen, kann sie über das

BürgerGIS Bebauungspläne und Festsetzungen

anschauen und ermitteln, wo Schulen,

Kindergärten oder Jugendzentren in der Nähe

sind oder wo das nächste Kreiskrankenhaus

ist“, erläutert Kreisbeigeordneter Fleischmann.

Auch bei der Freizeitgestaltung vereinfacht das

BürgerGIS die Planung. Örtliche Fernradwege

sind ebenso abrufbar wie Biotop-Touren oder

Kreiswanderrouten. Projektleiter Dr. Michael

Stroh ergänzt: „Das BürgerGIS wird ständig

weiter wachsen“.

anette breu für pubLic

safety & security

Im Januar 2012 hat Anette Breu die Position

als Account Manager Public Safety &

Security für Deutschland und Österreich

mit dem Fokus Polizei und Grenzschutz

übernommen.

Die Diplom-Geographin begann 2005 als

Intergraph Project Consultant, zunächst

spezialisiert auf GDI und INSPIRE, und

wurde später Projektmanagerin Government.

In den letzten Jahren veränderte

sich der fachliche Fokus in Richtung

Public Safety & Security. Dort war sie

mit Testmanagement und Projektleitung

betraut, ehe nun der Wechsel aus der

Technik in den Vertrieb erfolgte.

Marc hänni neuer

Leiter geOspatiaL

neWs

Seit dem 1. Januar 2012 besetzt Marc Hänni

die Intergraph-Position des Geospatial

Regional Manager D-A-CH und führt als

Geschäftsführer weiterhin die Intergraph

(Schweiz) AG. Die neu gebildete Business

Unit Geospatial ging hervor aus dem bisherigen

Intergraph-Bereich Government &

Transportation und der – ebenfalls zum

01.01.2012 erfolgten – weltweiten Eingliederung

der Firma ERDAS in Intergraph

SG&I. Seit dem Jahr 2007 leitet Marc Hänni

sehr erfolgreich die Intergraph (Schweiz)

AG. Dort war er zuvor mehrere Jahre

im Vertrieb tätig. Als diplomierter Bau-

und Wirtschaftsingenieur begleitet ihn die

Geoinformatik während seiner gesamten

beruflichen Laufbahn.

transport security expo, 14.-15.11.2012, London/U.K.

geOsysteMs user group Meeting, 14.-16.11.2012, Fürstenfeldbruck

fachmesse pMrexpo, 27.-29.11.2012, Köln

5


6

VerbOrgene

Datenschätze

Datenschätze

heben

raSterDaten ermöglIchen aktuelle und detaillierte Analysen räumlicher

Zusammenhänge und sind für vielfältige Fragestellungen unverzichtbar.

Mit der Integration von ERDAS in Intergraph SG&I wird intelligentes Rasterdatenmanagement

zum Bestandteil einer ganzheitlichen Geodatenverarbeitung.

Der Blick in Google Earth oder die Webcam eines Touristenortes

kostet eine Mausklick und ist heute für viele

selbstverständlicher Bestandteil einer Internetsuche. Das

kommt nicht von ungefähr: Raumbezogene digitale Bilddaten

verhelfen komplexen räumlichen Informationen

zu einem intuitiven Verständnis und eröffnen damit in

Sekundenschnelle buchstäblich neue Einsichten. Geliefert

werden diese sogenannten Rasterdaten – in Abhängigkeit von der

Fragestellung des Anwenders – von Spezialkameras an Flugzeugen oder

unbemannten Flugobjekten (UAVs), von Satelliten oder terrestrischen

Laserscannern, aber auch von Überwachungskameras, die stationär das

Geschehen an einer U-Bahnhaltestelle aufzeichnen oder mobil das Innere

eines Kanalrohrs erfassen. Die Aktualität und Auflösung der Bilddaten ist

dabei frei wählbar: Moderne Sensoren erreichen auch bei großflächigen

Erfassungen Genauigkeiten im Zentimeterbereich, kommerzielle Satelliten

liefern bei Bedarf sogar tagesaktuelle Aufnahmen. Auch die Bereitstellung

und Verwaltung bewegter Bilder in Echtzeit stellt heute technisch kein

Problem mehr dar. Eingescannte Karten oder Bilder, wie sie etwa die

Kampfmittelräumdienste in Nordrhein-Westfalen nutzen, stehen ebenfalls

als Rasterdaten für eine IT-gestützte raumbezogene Darstellung und

Analyse zur Verfügung.

neue perspektiven

Weltweit belegen ungezählte Praxisbeispiele, dass Rasterdaten in vielen

Bereichen nicht nur eine bessere Sicht, sondern tatsächlich einen

neuen Blick auf räumliche Zusammenhänge eröffnen können. Dies

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gilt natürlich für Anwender, die klassischerweise mit Geographischen

Informationssystemen arbeiten – die öffentliche Liegenschafts- und

Straßenverwaltung, Versorgungs- und Telekommunikationsunternehmen.

Doch auch in Aufgabenbereichen, die bei der Nutzung räumlicher

Intelligenz noch in den Anfängen stehen und vielleicht gar kein GIS im

klassischen Sinne benötigen, kann der gezielte Einsatz von Rasterdaten

erheblichen Mehrwert schaffen: Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste

sowie deren Krisenstäbe können Einsätze auf Basis aktueller und detaillierter

Lageinformationen besser planen. Verkehrsbetriebe gewinnen

neue Einblicke in ihre Netze und Betriebseinrichtungen. Betreiber von

Versorgungs-, Industrie- und Infrastrukturanlagen können die Planung

und Überwachung einfacher und effektiver gestalten und selbst für Versicherungen

oder die Immobilienwirtschaft eröffnen bildhafte räumliche

Informationen ungeahnte Möglichkeiten realitätsbezogener Analysen.

Im Rahmen eines intelligenten Rasterdatenmanagements können diese

Potenziale erschlossen werden.

Wertvolle ergänzung

In der fachlichen Anwendung ergänzen Rasterdaten das Vektormodell

räumlicher Darstellung und Analytik. Die Methoden eignen sich für unterschiedliche

Anwendungsfelder und werden dementsprechend in vielen

Bereichen kombiniert – idealerweise innerhalb einer einheitlichen Systemumgebung.

Vektordaten beschreiben raumbezogene Objekte anhand von

Punkten in Koordinatensystemen, Sach- und Geometriedaten sind dabei

klar getrennt. Über Vektordaten können Objekte daher gut beschrieben und

selektiert werden. Die Vektorform eignet sich sehr gut für reine Speicherungen,

Fortführungen und Verwaltungen. Rasterdaten dagegen setzen sich

aus einer Menge von Bildelementen zusammen. Ein Untersuchungsgebiet

wird in kleine, zumeist regelmäßige Zellen (Pixel) zerlegt. Die Zahlenwerte

der einzelnen Pixel können dabei eine quantitative oder qualitative Bedeutung

haben. Der Rasterdatensatz beinhaltet Informationen über Lage,

Orientierung, Rastergröße und Art der Zahlenwertkodierung, jedes Pixel

kann inhaltlich und geometrisch eindeutig zugeordnet werden. Komplexe

thematische Auswertungen lassen sich auf Basis von Rasterdaten flexibel

und elegant realisieren. Das lohnt sich zum Beispiel dort, wo räumlichzeitliche

Veränderungen in die Analyse einbezogen werden sollen, also

bei langfristigen natürlichen Entwicklungsprozessen oder kurzzeitigen

katastrophenhaften Naturereignissen: Bodenabsenkungen oder Erosion,

Änderungen an Bauwerken oder in der Vegetation, aber auch kleinräumige

Ereignisse wie Korrosionsprozesse lassen sich im Bildvergleich zeitnah und

detailliert erschließen. Dabei profitieren Anwender von einer enormen Verbesserung

der Klassifizierung, die in modernen Rasterdatenmanagement-

Systemen automatisch und hochdifferenziert erfolgt, so dass Elemente

und Strukturen in den Rasterbildern nahezu eindeutig identifiziert werden

können. So entwickelte ERDAS im Rahmen eines Pilotprojekts mit dem

Remote Sensing Technology Institute und dem Deutschen Zentrum für Luftund

Raumfahrt (DLR) jüngst Algorithmen für die automatisierte Auswertung

von Radardaten, mit deren Hilfe zum Beispiel eine effiziente Überwachung

von Pipelines und anderen Infrastruktureinrichtungen möglich ist.

intelligentes rasterdatenmanagement

Behörden und Unternehmen weltweit haben hohe Summen in die

Beschaffung von Rasterdaten investiert. Allerdings schlummern viele

dieser Datenschätze ungenutzt in den Archiven, weiß Irmgard Runkel,

Rasterdatenspezialistin und Geschäftsführerin beim Intergraph-Partner

GEOSYSTEMS. „Um vorhandene Bilddaten in Wert zu setzen und bei Bedarf

neue Rasterdaten gezielt zu nutzen, ist ein intelligentes Rasterdatenmanagement

erforderlich. Hier besteht noch großer Handlungsbedarf.“ Eine

Herausforderung liegt darin, digitale Archivdaten effizient zu speichern, zu

verwalten und bereitzustellen. Überdies müssen aktuell anfallende Geodaten

inklusive ihrer Metadaten laufend in das System integriert werden.

1 | 2009 2012 www.intergraph-horizonte.de

VerbOrgene

Datenschätze

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Raumbezogene digitale Bilddaten eröffnen in vielen Anwendungsbereichen

neue Perspektiven. Mit einem leistungsfähigen Rasterdatenmanagement

können die enormen Potenziale erschlossen werden.

Die Datennutzer erwarten einen einfachen und schnellen Zugriff, möglichst

direkt aus der gewohnten Arbeitsumgebung heraus. Keine triviale Aufgabe,

denn Rasterdaten werden zeilenweise gespeichert und benötigen deutlich

mehr Speicherplatz als Vektordaten. Voraussetzung für ein effizientes Datenmanagement

in einer bezahlbaren Hardwareumgebung ist somit eine

intelligente Verdichtung der Daten. Dabei gilt es, ein Komprimierungsformat

und einen Kompressionsfaktor zu finden, der bei kleinstmöglicher Dateigröße

die für die jeweilige Aufgabenstellung notwendige Bildqualität liefert.

Das Dateiformat JPEG 2000 erfüllt diese Anforderungen in hohem Maße:

Die Kompression bei JPEG 2000-Daten basiert auf einer Wavelet-Transformation,

die eine sogenannte inkrementelle progressive Dekompression

ermöglicht: Das Bild wird beim Öffnen komplett angezeigt. Der Zugriff

erfolgt aber zunächst nur auf die gröbste Auflösungsstufe. Während des

weiteren Ladefortschritts erhöht sich die Anzahl der Details so lange, bis

die gewünschte Anzeigeauflösung erreicht ist. Da nur ein kleiner Teil der

Datei geladen werden muss, beschleunigt sich der Bildaufbau erheblich.


8

VerbOrgene

Datenschätze

Darüber hinaus wird das Datenstreaming über Netzwerke möglich. Gerade

bei der Langzeitarchivierung von Luftbilddaten kann durch die Überführung

in das JPEG 2000-Format je nach Dateiinhalt etwa 50 bis 70 Prozent des

nötigen Speicherplatzes eingespart werden. Da JPEG 2000-Daten neben

der räumlichen Ausdehnung auch alle notwendigen Informationen zur

verwendeten Projektion enthalten, können diese in den gängigen GIS-

und Bildverarbeitungspaketen (zum Beispiel ERDAS IMAGINE) lagerichtig

eingelesen und dargestellt werden.

rasterdaten im netz

Neben dem lokalen, rein dateibasierten Zugriff über spezifische

Viewer oder Anwendungsprogramme bietet eine Client-Server-

Architektur eine weitere, sehr sinnvolle Option

für die Rasterdatennutzung. Die webbasierte

Lösung ermöglicht eine Bereitstellung

der Daten außerhalb

des lokalen Netzwerks, was

wesentlich zur Verbreiterung

des Nutzerkreises und zur

Erhöhung

der Wert-

rasterDatenManageMent in Der praxis

Ein anschauliches Beispiel für eine optimierte Rasterdatenverwaltung

liefert der Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS), der sich bereits vor einigen

Jahren für ein Rasterdatenmanagement-System auf Basis von Intergraph-

ERDAS-Produkten entschieden hat. Die Lösung wurde von GEOSYSTEMS,

Intergraphs Distributionspartner für ERDAS in Deutschland, auf Basis der

offenen Softwareplattform ERDAS APOLLO entwickelt. Dabei wurden in

einem ersten Schritt die teilweise heterogen vorliegenden Daten homogenisiert

und die Metadaten automatisch katalogisiert. Die Lösung von Intergraph-ERDAS

und GEOSYSTEMS gewährleistet durch Geoprozessierung

und intelligentes Rasterdatenhandling eine redundanzfreie Datenhaltung.

Dabei nutzt das System vorhandene Systemkomponenten beim SBS und

fügt sich nahtlos in die vorhandene IT-Struktur ein. Die Verwaltung von

tausenden Datensätzen, das Suchen, Ausschneiden und Weitergeben

an andere Nutzer funktioniert effizient und schnell. Dadurch kann das

SBS-Referat FGIS/Kartographie/Vermessung als zentrale Stelle schnell

und flexibel auf Ortho- und Satellitenbilder, digitale Geländemodelle und

Karten zugreifen und diese zeitnah an andere Bedarfsträger (Geschäftsleitung,

Forstreviere und Forstbezirke) weitergeben. Die „Auslieferung“

des angeforderten Datensatzes ist dabei variabel gestaltbar und erfolgt

zum Beispiel als OGC-konformer Webdienst, als Datei direkt aus ERDAS

IMAGINE oder anderen Fachapplikationen oder auf Speichermedien. „Mit

der Entwicklung können wir unser Datenspeichervolumen wesentlich reduzieren.

Außerdem stellt uns das neue System einen effizienten Workflow

zur Datenweitergabe zur Verfügung, mit dem wir flexibel jede Anfrage

bedienen können.“, stellt Katrin Kranz, Leiterin des SBS-Referats, fest.

Die Potenziale des leistungsfähigen Rasterdatenmanagements erwiesen

sich spätestens im Mai 2010: Ein Tornado fegte über die Wälder in Teilen

Sachsens, der Sturm hinterließ am Pfingstmontag eine Schadensspur

von etwa 100 Kilometern Länge und sechs Kilometern Breite. In dieser

Situation war es besonders für die Forstbehörden wichtig zu wissen, wel-

schöpfung aus den Daten beiträgt. Dabei erfolgt der Zugriff über OGCkonforme

Webdienste. Der Nutzer trifft mit Hilfe von ausgewählten Dateneigenschaften

(zum Beispiel räumliche Ausdehnung, Aufnahmedatum,

Auflösung) eine gezielte Datenauswahl und kann die Daten auf dem eigenen

System visualisieren. Die Originaldaten verbleiben stets bei der datenhaltenden

Stelle. Die Kommunikation zwischen Nutzer und Datenanbieter

läuft über WWW-basierte Anfragen. Im einfachsten Fall wird die Antwort der

Anfrage (zum Beispiel ein Ausschnitt eines Datensatzes) direkt im Browserfenster

des Nutzers angezeigt, spezielle Software muss nicht installiert

werden. Umgekehrt erlauben nahezu alle aktuellen GIS-Anwendungen auch

den direkten Zugriff auf OGC-Dienste. Die Produktlinie ERDAS APOLLO

wurde unter anderem für den Umgang mit JPEG 2000-Daten optimiert.

Neben der Bereitstellung von den Standard-OGC-Diensten WMS, WMTS,

WCS können JPEG 2000-Daten gleichzeitig über die Streamingprotokolle

JPIP und ECWP mit noch einmal deutlich erhöhter Performance übertragen

werden. Zusätzlich wird auf Serverseite die CPU-Last reduziert, da keine

Neuberechnung von Daten mehr erfolgen muss, sondern nur noch gezielt

angefragte Wavelet-Blöcke an den Client übertragen werden. Die Dekompression

und Umprojektion der Daten erfolgt gänzlich auf dem Client,

was den Server deutlich entlastet. Die Struktur der waveletbasierten

Daten ermöglicht zusätzlich ein sehr effektives Caching der übertragenen

Informationen auf dem Client. Über Plug-Ins kann das Datenstreaming für

Webbrowser und viele gängige GIS-Applikationen nachgerüstet werden.

che Schäden der Orkan im Wald angerichtet hatte, wie viele Kubikmeter

Schadholz zu verzeichnen sind, ob die Waldwege noch befahrbar sind

und wo mögliche Polterplätze zur Lagerung des Schadholzes eingerichtet

werden können. Dafür sind aktuelle digitale Orthophotos nötig. Der Staatsbetrieb

Sachsenforst gab daher umgehend die Befliegung von 600 Quadratkilometern

Waldfläche in Auftrag. Die Firma ILV Fernerkundung beflog

das Gebiet und berechnete die Orthobilder. „Im Haus haben wir dann

die Einzelbilder zu einem Mosaik zusammengesetzt und komprimiert“,

sagt Karina Hoffmann, Referentin Fernerkundung im Kompetenzzentrum

Wald und Forst des SBS. Die Ausgangsdaten bestanden aus 326 Kacheln

von je zwei mal zwei Kilometer Größe in einer räumlichen Auflösung von

20 Zentimetern, sowohl in Colorinfrarot als auch Echtfarbe. Das Mosaik

wurde direkt als ECW erstellt und dabei um den Faktor 15 komprimiert.

„ECW steht für Enhanced Compression Wavelet – dieses Kompressionsverfahren

erlaubt eine deutliche Reduzierung der Datenmenge bei

Bilddaten“, erklärt Heike Weigand von GEOSYSTEMS den Vorgang. Zudem

unterstützt das EWC-Format eine schnelle Datenübertragung und stellt

damit eine sehr gute Grundlage für einen rasterbasierten Webdienst

dar. Die ECW Mosaike wurden in das Rasterdatenmanagementsystem

FGIS_raster importiert und Kartendienste für die Orthobilder erzeugt.

Über den ERDAS APOLLO Image Web Server wurden diese Dienste in dem

Datenportal FGIS_online bereitgestellt. Bereits Anfang Juli 2010 konnten

somit alle Forstbehörden und Landkreise in Sachsen über FGIS_online

auf die aktuellen Orthophotos des Sturmschadens zugreifen und hatten

damit genaue Geoinformationen zur Schadenserfassung und Koordination

der Aufräumarbeiten. FGIS ist das Forstlich-Geographische Informationssystem

der Sachsenforst, in das die Orthophotos eingestellt wurden.

„Besonders die Forstbehörden nutzen den Service sehr stark“, resümiert

Karina Hoffmann. „Wir haben da viele positive Rückmeldungen. Die Behörden

sind froh, dass die Luftbilder so schnell zur Verfügung standen.“

www.intergraph-horizonte.de 1 | 2012


B

ei den beiden Kampfmittelbeseitigungsdiensten

(KMBD) in Nordrhein-Westfalen

wurde das gesamte historische Luftbildarchiv

mit einer Bilddatenmanagementlösung

katalogisiert und eine Online-Auswertung implementiert.

Die neue Lösung umfasst einen

Rasterdatenkatalog für rund 350.000 Luftbildaufnahmen

aus dem Zweiten Weltkrieg

sowie eine Routine zur Datenvorbereitung

und Katalogeinpflege. Weiterer Bestandteil ist

ein Web-Client für die Bildauswertung durch

die Luftbildauswerter. Die Lösung wurde vom

Intergraph-Partner GEOSYSTEMS

GmbH auf Basis der Softwareplattform

ERDAS APOLLO

entwickelt.

Jährlich gehen

über 7.000 Anfragen bei

den Dienststellen des KMBD in

Düsseldorf und Hagen ein. Entsprechend

sind Verdachtsflächen in Bezug auf die Gefährdung

durch Kampfmittel zu untersuchen, zum

Beispiel im Vorfeld einer Baumaßnahme. Schnelligkeit,

Zuverlässigkeit und Nachprüfbarkeit sind

die wichtigsten Kriterien bei der Bearbeitung

dieser Anfragen. Zur Antragsbearbeitung nutzt

der KMBD historische Luftbildaufnahmen, die als

Papierabzüge in den KMBD-Archiven liegen. Die

Aufnahmen lassen erkennen, wo schwerpunktmäßig

Kampfmittel abgeworfen wurden. Sogar

einzelne Blindgänger-Verdachtspunkte sind zu

erkennen. Mit HiRA (Historisches Rasterdaten-

Archiv) ist ein zentral sowie gesichert gehosteter

Bilddatenkatalog entstanden, auf den die

Luftbildauswerter mittels eines speziellen HiRA-

Web-Client zugreifen. Die Luftbildauswahl und

-beurteilung erfolgt online und hochperformant.

Der komfortable Auswertungs-Workflow bietet

frei wählbare Filterkriterien und ist über ein

projektbezogenes Auswerteprotokoll jederzeit

nachprüfbar. Jede Dienststelle verfügt über einen

individuell angepassten HiRA-Web-Client mit

eigenen Darstellungs- und Suchrechten.

Online-bildauswertung

Bei Antragseingang wird vom KMBD eine Projektnummer

vergeben, über die der gesamte Prozess

der Bildsuche, -auswahl und -bewertung bearbeitet

wird. Mittels eines Suchpolygons, das die

Antragsfläche abbildet, oder wahlweise über eine

schon vorhandene Projektnummer, lässt sich der

Auswerter eine Auswahlliste der im Archiv vorliegenden

Kriegsluftbilder anzeigen. Zusätzliche

Suchoptionen wie Maßstab, Aufnahmezeitfenster

oder andere verbessern das Ergebnis. Im HiRA-

Web-Client wird das Ergebnis der Suche

als File-Liste angezeigt, wobei durchaus

bis zu 1.000 Files in der Auswahlliste

stehen können. Dank des intelligenten

Datenprocessings von ERDAS und des

hochperformanten Datenstreamings

über ECWP dauert es weniger als eine

Sekunde, um ein angeklicktes Luftbild in

seiner Gesamtheit darzustellen. Für die weitere

Bearbeitung stehen dem Luftbildauswerter im

HiRA einfache und intuitive Werkzeuge zur

Bildnavigation, Kontraststreckung, Helligkeitsveränderung

und Bildrotation sowie zur Kennzeichnung

der Bildqualität zur Verfügung. Durch

stufenloses Zoomen und freies Bewegen können

Bilder verschiedener Zeitschnitte überlagert und

damit wie im „Daumenkino“ betrachtet und

bewertet werden.

georeferenzierung

Eine exakte Georeferenzierung ist zur weiteren

Überprüfung von Verdachtsflächen und

zur Kartierung der Blindgängerverdachtspunkte

bIlDDatenmanagement beI

Der KampfmIttel-beSeItIgung

norDrheIn-weStfalen

neuer bLicK

auf histOrische LuftbiLDer

1 | 2012 www.intergraph-horizonte.de

Heute arbeiten die Luftbildauswerter beim

KMBD im digitalen Rasterdatenarchiv.

VerbOrgene

Datenschätze

9

unerlässlich. Alle gescannten historischen Luftbilder

werden von einem externen Dienstleister

für den KMBD mit Passpunkten versehen, mittels

derer eine hochgenaue Georeferenzierung

möglich wird. Über eine Softwareroutine, die

von GEOSYSTEMS in einer zweiten Projektphase

entwickelt wurde, läuft beim KMBD auf zehn

Rechnern parallel die Georeferenzierung aller

Luftbilder unter Verwendung der gemessenen

Passpunkte sowie weiterer vorliegender Referenzinformationen.

große zeitersparnis

Das neue Bilddatenmanagement verkürzt den

Workflow von der Antragserfassung bis zum

Bericht von vormals zehn notwendigen Arbeitsschritten

auf heute nur sechs. Die Bearbeitung

eines Antrages hat ohne die Online-Bildauswertung

90 Minuten in Anspruch genommen; nun

werden nur noch 50 Minuten benötigt. Armin

Gebhard, Referent für Kampfmittelbeseitigung

beim Ministerium für Inneres und Kommunales

des Landes Nordrhein-Westfalen zieht ein

positives Fazit: „Durch den Einsatz von HiRA

konnten Bearbeitungszeiten deutlich verkürzt

werden. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen

komfortabler geworden. Die Auswertequalität ist

gleichbleibend gut.“


10

VerbOrgene

Datenschätze

M

illionen von Menschen werden vom

27. Juli bis zum 12. August in die britische

Hauptstadt reisen und sich vor

Ort mit U-Bahnen und Regionalzügen im weiteren

Stadtgebiet bewegen, in dem die rund 25

olympischen Wettkampfstätten zu finden sind.

In der Tat eine enorme Herausforderung für

die British Transport Police (BTP). Sie ist zuständig

für die Sicherheit des schienengebundenen

Personentransports im Vereinigten Königreich

und als eine von mehreren Polizeitruppen unmittelbar

an den Planungen für die Olympischen

Sommerspiele 2012 beteiligt. Das drastisch

erhöhte Fahrgastaufkommen stellt schon im

Vorfeld hochkomplexe Anforderungen an die

Bahnpolizei: Um die Sicherheit der Fahrgäste

zu gewährleisten und im Bedarfsfall punktgenau

einzugreifen, sind zum Beispiel sichere Zugangs-

und Evakuierungswege und die optimale

Position der Einsatzkräfte vor Ort zu planen.

Potenzielle Gefahrenstellen müssen erkannt

und entschärft werden, Einsatzszenarien durch-

gespielt und die Zusammenarbeit mit Polizei,

Feuerwehr und Rettungsdienst geregelt werden.

Umfangreiche und exakte Lagedaten sind zur

Bewältigung dieser Aufgaben unverzichtbar.

gemeinsame geodaten-infrastruktur

Mit dieser Zielsetzung entwickelte die British

Transport Police eine übergreifende Infrastruktur

für raumbezogene Daten. Die webbasierte

Plattform sollte allen beteiligten Sicherheitsorganisationen

auch die Möglichkeit bieten,

in Echtzeit auf aktuelle Bilddaten aus unterschiedlichen

Quellen zuzugreifen – das Spektrum

reicht von Karten und Luftbildern über

Verkehrsdaten bis hin zu Überwachungsvideos.

Auch eine Verschneidung der Daten sowie ihre

Bereitstellung in den jeweiligen Einsatzleitund

Stabssystemen stand im Pflichtenheft.

Angesichts der unterschiedlichen Datenformate

und IT-Infrastrukturen, die dabei zu integrieren

waren, baute die British Transport Police auf

Industriestandards: „Wir haben von Beginn an

klargestellt: Lösungen, die nicht OGC-konform

sind, kommen für uns nicht

in Frage“, erinnert sich

IT-Leiter Richard Smith.

Schnell wurde auch

Die British

Transport Police

steht 2012

vor enormen

Herausforderungen.

klar, dass nur ein marktführender Anbieter die

hohen Ansprüche an die effiziente Speicherung,

Verwaltung und Nutzung der umfangreichen und

komplexen Daten erfüllen konnte.

erDas-Lösungen überzeugen

sicherheit

für OLyMpia 2012

DIe brItISh tranSport polIce nutzt erDaS apollo für DaS management

raumbezogener Daten beI Den olympISchen SpIelen 2012 In lonDon

Als Spezialist für das Management großer

Mengen räumlicher Daten konnte ERDAS der

British Transport Police mit ERDAS APOLLO

eine überzeugende Lösung präsentieren. Die

Anwendung ließ sich nahtlos in die vorhandene

Infrastruktur integrieren und verteilt beliebige

Geodatenvolumen und -formate über OGCkonforme,

sichere Webdienste an praktisch jede

angebundene GIS-, CAD- oder Weblösung. Auch

bei Nutzern, die über geringere Bandbreiten

beim Netzzugriff verfügen, geschieht das in

Echtzeit. „Bisher konnten nur etwa 50 Prozent

unserer Bilddaten auf einem Server vorgehalten

werden, auch der Zugriff auf diese Daten war

oft problematisch“, sagt Richard Smith. „Als

nationale Polizeitruppe benötigten wir jedoch

eine Lösung, mit der das Material schnell und

sicher gespeichert und abgerufen werden kann

– ERDAS APOLLO leistet das.“ ERDAS APOLLO

wird zudem an die Oracle 11g-Technologie

angebunden, die von der BTP genutzt wird, um

die exponentiell wachsende Menge an Informationen

innerhalb der Behörde effizient abzulegen

und zu verwalten. Für Karten- und Luftbildaten

wird vorrangig Oracle Spatial genutzt. ERDAS

APOLLO stellt diese Daten über Webdienste

bereit, die sowohl Web Map Services als auch

das ECWP-Protoll unterstützen.

beste grundlagen

Nach der Implementierung von ERDAS APOLLO

verfügt die British Transport Police nun über ein

Datenmanagement-Tool, mit dem sich sowohl die

vorhandenen Rasterdaten als auch die verfügbaren

Anwendungssysteme optimal in Wert setzen

lassen: Über die bereichsübergreifende Dateninfrastruktur

stehen alle erforderlichen räumlichen

Informationen schnell und aktuell zur Verfügung.

Auf dieser Basis kann bereits die Planung im

Überblick über die tatsächlichen Gegebenheiten

vor Ort erfolgen. Aufgrund des umfangreichen

Datenmaterials lassen sich Szenarien absolut

realitätsnah simulieren und Einsatzpläne detailgenau

vorbereiten – optimale Voraussetzungen

für die Sicherheit der Besucher von Olympia 2012.

www.intergraph-horizonte.de 1 | 2012


Dynamic GIS hält Einzug in unser Leben

In den letzten Jahren wurden wir Zeuge einer rasanten Weiterentwicklung bei der Erfassung, Verarbeitung und Präsentation

raumbezogener Daten. Experten sind überzeugt: In der Konsequenz werden sich die Geodatennutzung und der

Markt für die Geoinformationsverarbeitung radikal ändern – hin zu integrierten, durchgängigen Echtzeit-Systemen: dem

Dynamic GIS‘. Dies ist für Intergraph weit mehr als nur eine Vision, beflügelt vor allem durch Ola Rollén, dem CEO des

Mutterkonzerns Hexagon. Wir sprachen mit Marc Hänni, dem Leiter der neuen Intergraph Business Unit Geospatial in

den Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz.

statt gedruckten Kartenblättern nutzen wir webbasierte und mobile

Mappinglösungen. flugzeuggestützte analogfilme sind hochauflösenden

digitalen satellitenbildern und echtzeitaufnahmen durch

Drohnen (uaVs) gewichen. Die terrestrische Vermessung wird zur

gnss-gestützten positionierung. anstelle analoger höhenlinien-

Karten treten digitale punktwolken und 3D-Visualisierungen. insulare

gis-anwendungen werden zu geodateninfrastrukturen. Der Desktoppc

weicht dem cloud computing. sprich: Die technologischen Möglichkeiten

der raumbezogenen Datenerfassung und -bereitstellung

haben sich in den letzten Jahren enorm erweitert. Welchen einfluss

hat das auf die erwartungen der professionellen nutzer?

Marc Hänni: Die Stärken einer leicht verständlichen geographischen

Visualisierung sind in das Bewusstsein der breiten Bevölkerung getreten,

nicht zuletzt durch Google Earth und Microsoft Bing Maps. Die

Erwartungen an das Leistungspotenzial raumbezogener Technologien

sind bei professionellen Anwendungen seit der Jahrtausendwende

enorm gestiegen. Raumbezogene Informationen sollen schnell erfasst,

vermittelt, verstanden sowie sehr oft interoperabel und möglichst offen

genutzt werden. Heute gilt es mehr denn je, auf den wachsenden Informationsbedarf

umgehend reagieren zu können. Dies schließt nicht

nur aktuelle Daten ein, sondern über das Web zugängliche, vollständig

dienstebasierte Karten, die in Echtzeit zuverlässige und praktisch umsetzbare

Informationen darbieten.

betrifft das nur die systeme und arbeitsroutinen oder auch die

Daten?

Hänni: Die Daten sind von ganz entscheidender Bedeutung. Mehr denn je

zuvor können wir die reale Welt um uns herum per Satelliten- und Luftbild

mit bis zu wenigen Zentimetern Bodenauflösung wahrnehmen, analysieren

und überwachen. Die Technologien der modernen Datenerfassung

werden mit hochentwickelten Algorithmen zur Datenverschmelzung und

Objekterkennung kombiniert. Diese Informationen werden schließlich

über intelligente, leicht bedienbare Anwendungen für den Endnutzer

bereitgestellt. So eröffnen sich ungeahnte Wertschöpfungsketten aus

Geoinformationen.

Was bedeutet das für die gis-anbieter?

Hänni: Das ‚Dynamic GIS‘ katapultiert die gesamte Branche in eine neue

Ära. In dieser verwischen integrierte raumbezogene Systeme zunehmend

die traditionellen Grenzen zwischen Vermessung, Photogrammetrie,

1 | 2012 www.intergraph-horizonte.de

VerbOrgene

Datenschätze

11

Fernerkundung, Kartographie und Geoinformatik. Die Einzeldisziplinen

verschmelzen miteinander, denn oberste Prämisse der Praxis ist es,

die vielschichtige Geodatenverarbeitung möglichst allumfassend abzudecken.

Wie kann man sich das konkret vorstellen?

Hänni: Die Kopplung von Sensoren, Software und webbasierten oder

mobilen Diensten führt zu Echtzeitinformationen und hochintelligenten

Analyseprozessen sowie unmittelbaren Reaktionsmöglichkeiten. Dynamische

Geoinformationsverarbeitung trifft auf ein vielfältiges Einsatzspektrum.

Dazu ein anschauliches Beispiel: Treten Veränderungen an

kritischen Infrastrukturen, an Bauwerken, an sonstigen Objekten oder in

definierten Gebieten auf und sind Sensoren zur Überwachung installiert,

werden diese Veränderungen von raumbezogenen Monitoring-Systemen

erkannt, verarbeitet und daraus zuverlässige Informationen bereitgestellt.

Beim Überschreiten definierter Toleranzgrenzen können Warnmeldungen

ausgelöst und Reaktionsmaßnahmen vorgeschlagen werden. Die im

Feld erfassten originalen Rohdaten eröffnen somit erst durch das Monitoring,

die Verarbeitung, Analyse, Informationsverteilung und Kopplung

mit einem entscheidungsunterstützenden System

ihr gesamtes Potenzial. Die öffentliche Verwaltung,

Verkehrsgesellschaften, Versorgungs- und

Kommunikationsunternehmen oder Behörden

und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben

erhalten im Falle akuter Veränderungen der

sensorisch überwachten Einzelobjekte oder

flächenhaften Strukturen umgehend gesicherte,

aussagekräftige Echtzeitinformationen. Deren

Analyse mündet prozessgesteuert in Vorschläge zur

Reaktion, Abhilfe und zum Schutz von Leben, Eigentum

und kritischen Infrastrukturen.

Die eingeleiteten Maßnahmen

unterliegen ihrerseits einer

kontinuierlichen Überwachung

und Dokumentation.

Ich bin absolut sicher: ‚Dynamic

GIS‘ wird in nicht

allzu ferner Zukunft in noch

mehr Bereichen unseres

Lebens Einzug halten.


12

anWenDungen unD

Lösungen

In Der KombInatIon aus verschiedenen erneuerbaren Energien

liegt die Lösung für die Energieversorgung der Zukunft. Intelligente

GIS-Lösungen erhalten im Zuge dieser Entwickung auch

für die Betreiber von Wind- und Solarparks, Biogas- und anderen

dezentralen Energieerzeugungsanlagen strategische Bedeutung.

Um den reibungslosen technischen Betrieb der Anlagen als

auch den Netzbetrieb zu gewährleisten, entschied sich

die Energiequelle GmbH aus Zossen/Brandenburg (www.

energiequelle.de) vor drei Jahren, ein Geographisches

Informationssystem (GIS) einzuführen. Das rund 100 Mitarbeiter

starke Unternehmen plant und errichtet als Betreibergesellschaft

Windenergie-, Biogas- und Photovoltaik- Anlagen sowie Umspannwerke in

Deutschland und Europa, sorgt zudem für die Anbindung an private oder

öffentliche Netze und übernimmt bei Bedarf die kaufmännische und technische

Betriebsführung. Damit verbunden sind vielfältige Anforderungen

an die dezentrale regenerative Energieversorgung.

Datenerfassung

Die Dokumentation der regenerativen Energieanlagen erfolgt im GIS inklusive

einer umfangreichen Datenerfassung des Leitungsbestandes (Hoch-,

Mittel- und Niederspannung) und der Wind- und Solarparks. Auf dieser

raumbezogenen Anlagen-Dokumentation baut auch das Störfallmanagement

auf. „Erfolgen Beschädigungen am Kabelsystem zum Beispiel durch

Tiefbauarbeiten oder weisen Anlagen Störungen auf, ist es notwendig, dass

man schnell auf zuverlässige Pläne und Daten zurückgreifen kann“, so

Andrea Körber, Abteilung Grundstücke/CAD/GIS der Energiequelle GmbH.

„Dank des GIS lassen sich Anlagen und Störungsstellen umgehend identifizieren.“

Gegenüber den Netzen von Energieversorgungsunternehmen

unterscheiden sich die von Energiequelle betriebsgeführten Netze darin,

dass die eigenen Kabeltrassen teilweise sehr lang und nicht redundant

aufgebaut sind. Außerdem finden sich die einzelnen Netze der Energiequelle

über ganz Deutschland verteilt. „Umso wichtiger ist es, dass die

Kabelbestandspläne jederzeit und überall für die Berechtigten aktuell

verfügbar sind“, erläutert Körber.

beWäh

für Die

„Änderungen am Kabelbestand müssen zentral eingepflegt und

schnell den Berechtigten zugänglich gemacht werden.“ Neben der geographischen

Lage müssen weitere Informationen zu entnehmen sein, wie

Grundstücksinformationen, technische Daten der Kabel- und Muffentypen,

Schaltpläne, Messprotokolle sowie Behördenansprechpartner bei den

Gemeinden und den Straßenmeistereien. „Und diese Forderungen kann

nur ein GIS erfüllen. Mit G!NIUS von Intergraph haben wir uns für ein

modernes Netzinformationssystem entschieden, bei dem alles aus einer

Hand kommt“, so Michael Raschemann, Geschäftsführer Energiequelle.

netzaufbau

Der typische Aufbau eines Netzes bei erneuerbaren Energien: Mehrere

Windenergieanlagen, eine Photovoltaikanlage oder eine Biogasanlage

bilden den Stromeinspeiser. Teilweise befindet sich in einem Anlagenpark

noch eine Station. Von dieser Station oder dem Einspeiser

aus führen ein Mittelspannungskabelsystem und ein Steuerkabel zum

Netzeinspeisepunkt. Dieser wiederum besteht in der Regel aus einer

Übergabestation oder einem Umspannwerk. Hier endet dann das von

Energiequelle betriebsgeführte Netz und damit die Abdeckung im GIS.

Bei den Einspeisern und den Stationen werden zudem die Schaltpläne in

Detailfenstern dargestellt.

Begründet durch diesen recht einfachen Aufbau des Netzes drohen im

Falle des Auftretens von Kabelfehlern unbedingt zu vermeidende Totalausfälle

des Parks. „Deshalb ist eine gute Dokumentation und die auf aktuellen,

akkuraten Informationen basierende Kabelbeauskunftung überaus

wichtig“, weiß GIS-Expertin Körber. „Einerseits damit Kabelschäden durch

Baumaßnahmen vermieden werden, andererseits um bei Störungen die

Anlagen innerhalb kürzester Zeit wieder in Betrieb nehmen zu können.“

www.intergraph-horizonte.de 1 | 2012


te Lösung

netze Der zuKunft

raumbezogenes netzinformationssystem

G!NIUS arbeitet mit einer vollständig offenen Datenhaltung in Oracle –

und damit äußerst flexibel. Die graphischen Informationen werden den

bereits vorhandenen CAD-Dateien, die Sachdaten hingegen aus eigens

entwickelten Datenerfassungsblättern entnommen und in die Datenbank

überführt. Die Angaben zu den Eigentümern und Bewirtschaftern der Flurstücke

werden über die Applikation Flurstücksmanager eingelesen, eine

speziell für das Energiequelle-Projekt entwickelte Anpassung von G!NIUS.

beispiel energieautarkes Dorf feldheim

Besondere Beachtung verdient das energieautarke Dorf Feldheim im

Bundesland Brandenburg, ein Ortsteil der Stadt Treuenbrietzen mit 145

Einwohnern. Hier wurde eines der in ganz Deutschland spektakulärsten

Gesamtkonzepte für eine dezentrale regenerative Energieversorgung von

Unternehmen, Privathaushalten und Kommunen verwirklicht.

Der Erfolg dieses Projekts ist der partnerschaftlichen

Zusammenarbeit zwischen

der Stadt Treuenbrietzen, den Einwohnern

von Feldheim und dem Unternehmen Energiequelle

zu verdanken. Errichtet wurden

ein Windpark bestehend aus 43 Windkraftanlagen

mit 74 Megawatt installierter elektrischer

Leistung, ein Umspannwerk mit

einer Nennleistung des Transformators von

100 Megavoltampere, eine Biogasanlage mit 500 Kilowatt

installierter elektrischer Leistung und 530 Kilowatt thermischer

Leistung sowie eine Holzhackschnitzelheizung

mit 400 Kilowatt Leistung. Die Windenergieanlagen, die

1 | 2012 www.intergraph-horizonte.de

anWenDungen unD

Lösungen

Biogasanlage und im Bedarfsfall die Holzhackschnitzelheizung versorgen

im Zusammenspiel 40 Wohngebäude, einen Agrarbetrieb, drei

Ställe des Agrarbetriebes und einen Produktionsbetrieb mit Strom und

Wärme. Der allergrößte Teil der erzeugten Energie wird hingegen in

das öffentliche Netz eingespeist. Doch bevor es soweit war, musste

erst ein komplettes Fernwärme- und Niederspannungsnetz verlegt

werden – Komponenten, die in gewöhnlichen Netzen nicht vorkommen.

Das entsprechende Niederspannungsnetz ist bereits im GIS erfasst, das

Fernwärmenetz folgt in den kommenden Monaten. Grundlagen bilden

auch hier der Bestandsplan aus dem bisher genutzten CAD-System und

die speziellen Datenerfassungsblätter.

„In Feldheim kommen kaum Mittelspannungskabelsysteme, sondern

fast ausschließlich Niederspannungskabel zum Einsatz, immer mehrere

nebeneinander“, erläutert Geschäftsführer Raschemann. „Ganz neu für

uns waren das Wärmenetz und die Hausanschlüsse, die

wir für jeden angeschlossenen Haushalt benötigen.“ Ein

wichtiges Instrument für den Anlagenverantwortlichen war

und ist auch hier das GIS – sowohl bei der Planbeauskunftung

als auch im Störungsfall. Feldheim ist bundesweit

das einzige Dorf mit hundert Prozent CO -neutraler und

2

absolut autarker, direkter Energieversorgung. Das Dorf

wurde Preisträger der Initiative „Bioenergiedörfer 2010“

und im Jahr 2011 Preisträger im Wettbewerb „365 Orte im

Land der Ideen“. Der Beweis ist damit

Feldheim ist bundesweit

erbracht: In erneuerbaren Energien liegt

das einzige Dorf mit

die Lösung für die Energieversorgung

autarker, CO -neutraler

der Zukunft – und ein GIS leistet seinen

2

Energieversorgung.

Beitrag zum Erfolg.

13


14

anWenDungen unD

Lösungen

zuKunftSfähIgeS werKzeug Im Kommunalen

ImmobIlIenmanagement

gerüstet

für Den DeMOgraphischen

Den Kommunen in Deutschland

obliegt die Aufgabe, in den Grenzen

ihrer Leistungsfähigkeit die

Daseinsvorsorge ihrer Einwohner

zu garantieren. Kommunale

Immobilien – Wohnimmobilien, Schulen,

Kindergärten, Sportstätten, Krankenhäuser,

Verwaltungsgebäude – leisten hierzu einen

wesentlichen Beitrag. Speziell die kommunalen

Wohnimmobilien sind dabei von erheblicher sozialer

Bedeutung, da sie ein Grundbedürfnis von

Bevölkerungsgruppen sichern, die sich am allgemeinen

Immobilienmarkt nur eingeschränkt

mit Wohnraum versorgen können. Im Rahmen

eines vom Bundesministerium für Bildung und

Forschung geförderten Forschungsprojektes

zum Thema „nachhaltige Portfoliostrategien

für kommunale Immobilien“ (PokIm) konzipierte

die TU Darmstadt Methoden und Werkzeuge

eines strategischen Managements für das

Immobilienportfolio der öffentlichen Hand. Das

Instrumentarium versetzt Kommunen in die

Lage, passgenaue Maßnahmen für ihr Immobi-

lienmanagement abzuleiten. Erarbeitet wurden

konkrete Methoden und Werkzeuge für das

Portfoliomanagement kommunaler Immobilien

mittels Indikatoren, die eine Entscheidungsfindung

der Kommune auf Basis der örtlichen

Situation unter Berücksichtigung regionaler

Entwicklungen ermöglichen.

Dies ist dringend erforderlich. Denn nach

Einschätzung der Darmstädter Forscher ist in

Anbetracht der derzeit schlechten Finanzlage

der öffentlichen Hand – speziell in den Bereichen

des Erhalts, des Ausbaus und des Aufbaus

öffentlicher Immobilien – ein starkes Defizit

festzustellen.

Demographischer Wandel

Werkzeuge zum kommunalen Immobilienmanagement

müssen unter anderem den Auswirkungen

des demographischen Wandels Rechnung

tragen, denn mit dem steigenden Anteil der

Bevölkerung im Alter von über 65 Jahren ergibt

sich auch eine quantitativ und qualitativ

veränderte Nachfrage nach Wohnraum. Schon

heute gilt es, innerhalb von Gemeinden weiteren

Wohnraum für Senioren und Hochbetagte zu

schaffen. Umnutzungen vorhandener Immobilien

zu seniorengerechtem Wohnraum können –

soweit sie sich bautechnisch dazu eignen – eine

günstige Lösung sein, vorausgesetzt die Lage

der Immobilie erfüllt die speziellen Anforderungen

der künftigen Bewohner.

standorte für seniorenwohnungen

Im Einsatz von Intergraph GeoMedia Professional

mit den Softwareaufsätzen GeoMedia Transportation

Manager und GeoMedia Grid wurde

ein Werkzeug auf Basis eines Geographischen

Informationssystems (GIS) zur Evaluierung gemeindeeigener

Immobilien für seniorengerechtes

Wohnen entwickelt. Als exemplarisches Untersuchungsgebiet

diente eine kreisfreie Stadt

mit rund 43.000 Einwohnern und rund 300

Objekten in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Die Stadtverwaltung arbeitete bereits mit einem

GIS. Die Resultate der lokalen Forschungsarbeit

www.intergraph-horizonte.de 1 | 2012


WanDeL

weisen allgemeingültige Handlungsvorschläge

an alle Kommunen aus. So lassen sich jeweils

eigene Bewertungen von Ortslagen hinsichtlich

ihrer Eignung für eine Nutzung als Altenwohnstandort

durchführen.

Unter Anleitung von Prof. Dr.-Ing. Hans

Joachim Linke und Dr.-Ing. Tine Köhler erarbeitete

Dipl.-Ing. Jan Erik Arndt verschiedene

Kriterien, die die Eignung eines Standortes für

altersgerechten Wohnraum beschreiben. Zudem

wurden alternative Standorte mittels einer

Nutzwertanalyse bewertet. Die Bemessung der

zugehörigen Indikatoren erfolgt über Analysen

in einem Geoinformationssystem auf Basis

von Intergraphs GIS-Software. Hierfür wurden

Geodaten von unterschiedlichen Stellen aufbereitet,

harmonisiert und mittels diverser GIS-

Funktionalitäten zur analytischen Aufbereitung

von Vektor- und Rasterdaten in einen übertragbaren

Gesamtworkflow integriert. So wurde die

(fußläufige) Erreichbarkeit von Versorgungseinrichtungen

oder Orten, die eine gesellschaftli-

1 | 2012 www.intergraph-horizonte.de

che Partizipation ermöglichen, über

Routinganalysen bewertet. Dabei

wurden auch die Geländeverhältnisse

berücksichtigt. Grundlage

dafür waren neben ALKIS © -Daten

frei verfügbare Daten aus Open-

StreetMap sowie Sachdaten aus

eigener Recherche und Registern

wie dem Gewerberegister.

„In Zeiten klammer kommunaler Kassen

kommt den bestehenden kommunalen Immobilien

eine besondere Rolle zu“, erläutert

GIS-Experte Arndt. „Diese können relativ kostengünstig

durch Umbaumaßnahmen in speziellen

Altenwohnraum umgestaltet werden.

Doch damit die Umwandlung in diese Wohnform

auch erfolgreich und nachhaltig ist, empfiehlt

sich dringend die vorgeschaltete Analyse des

Immobilienumfeldes.“ Einzelbetrachtungen der

ins Auge gefassten Gebäude würden in einem

Irrweg münden. „Von geeignetem Altenwohnraum

kann nur gesprochen werden, wenn ein

seniorengerecht ausgestattetes Gebäude in einem

altengerechten Umfeld angesiedelt ist. Und

dieses Umfeld wiederum muss dem zukünftigen

Bedarf im Zuge des demographischen Wandels

auch weiterhin gerecht werden“, ergänzt Prof.

Dr.-Ing. Hans Joachim Linke.

breite anwendbarkeit

Diese Forschungsarbeit nimmt für sich in

Anspruch, für nahezu jede Gemeinde umsetzbar

zu sein. Denn durch die ausschließliche

Nutzung von Daten, die sich in der Regel

bereits in kommunaler Hand befinden oder

kostenfrei verfügbar sind, ist eine äußerst

kostengünstige Durchführung

der Analyse möglich. Der allgemeine

Ansatz bei der Entwicklung der

vorgeschlagenen Nutzwertanalyse

und die Verwendung freier Daten

erlauben es, die Standortanalyse auf

jede Immobilie und nahezu jedes

Wohnumfeld anzuwenden sowie

gemeinde spezifische Gewichtungen

der Kriterien vorzunehmen.

allgemeingültige ergebnisse

Nach Aussagen der Darmstädter

Forscher lassen die Resultate der

Analysen eindeutig darauf schließen,

dass innenstadtnah gelegene Immobilien

in kommunalem Besitz in der

Regel am ehesten als zukünftige Altenwohnräume

geeignet sind. Eine

ähnlich gute und schnell erreichbare

Versorgungs-, Verpflegungs- und Unterhaltungsstruktur

innerhalb eines

kleinräumigen Gebiets gibt es in den

Randgebieten der Städte im Normal-

Weitere Informationen

zum Thema:

anWenDungen unD

Lösungen

fall nicht. Dementsprechend eignen

sich diese innenstadtfernen

kommunalen Immobilien weniger

gut für die Nutzung als Altenwohnraum.

In diesen Gebieten ist

es für alte Menschen, die in ihrer

Mobilität eingeschränkt sind, ungleich

schwerer, auch bis ins hohe

Alter hinein ein selbstbestimmtes,

unabhängiges Leben zu führen.

Schlicht deshalb, weil die Infrastruktur der

nächsten Nachbarschaft hierfür nicht die Vorraussetzungen

erfüllt.

„Dieser Trend, Altenwohnungen in der Innenstadt

anzusiedeln, spiegelt sich bereits in

einigen Projekten deutscher Städte wider und

gewinnt an Bedeutung, vor allem wenn man

bedenkt, dass die Zahl der Über-80-Jährigen

gemäß Statistischem Bundesamt von gegenwärtig

vier auf neun Millionen im Jahr 2060

ansteigen wird“, resümiert Dr.-Ing. Tine Köhler.

Die Forschungsarbeit mündete unter anderem

im Jahr 2011 in die Diplomarbeit von Jan Erik

Arndt.

„Die Resultate und Schlussfolgerungen

aus der entwickelten Standortanalyse für

kommunalen Altenwohnraum leisten wichtige

Ansätze für alle Kommunen, um sich auf die

Auswirkungen des demographischen Wandels

zukunftssicher einstellen zu können“, sagt

Dr. Horst Harbauer, Senior Vice President

Intergraph SG&I EMEA. „Daher freuen wir uns,

dass Intergraph-Software einen Beitrag dazu

leisten konnte.“

Karte der Nutzwerte zur Eignung für seniorengerechtes

Wohnen am Beispiel einer Stadt mittlerer Größe

15


16

anWenDungen unD

Lösungen

W

enn Ermittler einen Tatort oder einen

Unfall konventionell aufnehmen,

müssen sie schnell entscheiden,

was auf welche Weise fotografiert, vermessen

und aufgezeichnet wird. Diese Entscheidungen

sind subjektiv und in der Hektik der Situation

zwangsläufig auch fehleranfällig. Dies gilt

umso mehr, je größer und unübersichtlicher

der Ort des Geschehens ist. Knappe Zeit- und

Personalressourcen tun ein Übriges, um eine

wirklich vollständige Dokumentation in der

Praxis nahezu unmöglich zu machen. So kann

es geschehen, dass wichtige Informationen vom

Unfall- oder Tatort fehlen, die im Nachhinein

nicht mehr zu beschaffen sind. Die dreidimensionale

Erfassung und Auswertung mittels

Sensoren und Softwaresystemen kann das

verhindern. 3D-Laserscanning ist heute aus der

Dokumentation von Tatorten, größeren Unfällen

oder sonstigen Ereignisorten nicht mehr wegzudenken.

Weltweit bedeutender Technologie-

Anbieter ist Leica Geosystems – innerhalb des

Hexagon-Konzerns ein Schwesterunternehmen

von Intergraph.

3D-Laserscanning

High Definition Surveying (HDS) oder 3D-Laserscanning

bezeichnet eine Technik, mit der Geometrien,

also die wirkliche Umgebung, schnell

und genau aufgenommen werden können – im

Innen- und Außenbereich, bei Tag oder in völliger

Dunkelheit sowie an Orten, an denen sich

Einsatzkräfte nicht über längere Zeit aufhalten

können. Der 3D-Laserscanner vermisst berührungslos

alle Oberflächen in allen Richtungen,

die der Sensor von seinem Standpunkt aus „sehen“

kann. Da jeder einzelne Messpunkt mit den

drei Koordinaten, einem Intensitätswert und gegebenenfalls

mit Farbwerten gespeichert wird,

entsteht ein dreidimensionales fotorealistisches

Abbild der Umgebung. Ein typischer Scan beinhaltet

etwa 40 Millionen einzelne Punkte. Die

neue

einsichten

einzelnen Scans werden in der Software zu einer

kombinierten Punktwolke zusammengefasst,

sodass ganze Gebäude von innen und außen

oder ganze Straßenzüge als eine Punktwolke

geometrisch richtig zusammengefügt werden.

Der Laserscanner nimmt Ereignisorte somit

objektiv und wesentlich effizienter auf als jeder

menschliche Ermittler oder Techniker. Millionen

von einzelnen Messpunkten bilden die Realität

genau ab. Die so erzeugten Punktwolken sind

dreidimensional. Diese Daten lassen sich zum

Beispiel mit Leica TruView bearbeiten und die

dokumentierten Szenen aus jedem gewünschten

Blickwinkel analysieren. Auch noch Jahre

später stehen alle Informationen wie Maße

oder Winkel bereit, die für ballistische und viele

Unfallort in der Punktwolke: 3D-Laserscanner

bilden ihre Umgebung fotorealistisch ab.

mIt 3D-laSerScannIng

gewInnt DIe polIzeI

wertvolle grunDlagen

für DIe ermIttlung

unD planung

weitere forensische Untersuchungen von hoher

Bedeutung sind.

einer für alle

Auch in anderen Bereichen der Polizeiarbeit sowie

im Katastrophen- und Brandschutz bewährt

sich die Technologie. Betrachtet man etwa einen

größeren Verkehrsunfall, bildet der Laserscanner

nicht nur die Endlage der Fahrzeuge oder die

Bremsspuren ab, sondern auch die Geometrie

der Straße mit Neigung und Zustand. Zusätzlich

werden Bäume, Sträucher, Schilder oder sonstige

Einbauten erfasst, die unter Umständen den

Hergang beeinflusst haben. Die 3D-Scans der

deformierten Fahrzeuge unterstützen überdies

Geschwindigkeitsanalysen sowie die Rekonstruktion

des Unfallgeschehens.

Großschadenslagen wie Terroranschläge,

Massenunfälle, Flugzeugabstürze oder große

Brandschäden sind ebenfalls mit 3D-Laserscannern

sehr erfolgreich zu dokumentieren. Verschiedene

Teams können gleichzeitig arbeiten

und die Daten dann mittels eines übergeordneten

Koordinatensystems, z.B. mithilfe von GPS,

zusammenführen. Auch in der Sicherheitsplanung

für Groß ereignisse – Staatsbesuch, Großdemonstration

oder Sportevent – können viele

Fragen auf Basis von Karten und Gebäudeplänen

nur mit großem Aufwand beantwortet werden:

Von welchen Positionen aus kann man die Szene

am besten überblicken? Welche Evakuierungswege

stehen zur Verfügung? Von wo könnten

Gefahren ausgehen? 3D-Laserscanning liefert

hier genaue und vor allem aktuelle Daten von

Infrastruktur oder Gebäuden als Grundlage

für eine zuverlässige Planung. Weitere sehr

anschauliche Informationen finden Sie unter

www.leica-geosystems.us/forensic.

www.intergraph-horizonte.de 1 | 2012


netz- unD StromDatenmanagement beI e.on bulgarIa eaD

gute inVestitiOn

für e.On buLgaria

e

ntstanden im Jahr 2005 im Zuge der

Privatisierung der bulgarischen Energiewirtschaft,

gehört die E.ON Bulgaria

EAD mit über 2.000 Mitarbeitern heute zu den

führenden Energieversorgern in Bulgarien. Der

Stromanbieter mit Hauptsitz in Varna betreibt

im Nordosten Bulgariens ein Verteilnetz (Hoch-,

Mittel- und Niederspannung) mit einer Länge

von etwa 42.000 Kilometern und versorgt über

fünf Verteilzentren rund 1,1 Millionen Menschen

mit etwa 5,3 Milliarden Kilowattstunden Strom

pro Jahr. Zusätzlich unterhält die E.ON Bulgaria

26 Umspannwerke sowie 12.000 Transformatoren.

netzinformation mit raumbezug

Für diese komplexe Infrastruktur suchte das

Unternehmen ein umfassendes und durchgängiges

Netzinformationssystem (NIS), welches

die Geschäftsprozesse insbesondere auch mit

räumlichen Informationen unterstützt. Die dazu

erforderlichen Daten sollen eigenständig durch

Mitarbeiter erhoben und gepflegt werden. Neben

der reinen Anlagenverwaltung wollte man

das NIS auch nutzen, um Informationen über die

räumliche Lage der Netzkomponenten, deren

Beziehungen und technische Spezifikationen

für sämtliche Prozesse im Unternehmen bereitzustellen.

Daher galt es, das NIS nahtlos in

die vorhandene Systemumgebung einzubinden.

Die vorhandenen Daten zu Leitungsnetz, Anlagen

und Betriebsmitteln wurden allerdings bis

dato redundant (und teilweise widersprüchlich)

in verschiedenen Einzelsystemen vorgehalten,

was erheblichen Aufwand und hohe Kosten

verursachte. Eine zentrale Vorgabe war es somit,

räumliche Informationen und Sachdaten in einer

zentralen Datenbank zu bündeln, aus der sie jederzeit

aktuell von den einzelnen Anwendungen

abgerufen werden können.

g/technology und g!nius

Diese ehrgeizigen Ziele erreichte der bulgarische

Stromversorger mit Integraph-Technologie: Im

Mai 2010 wurde in Varna ein Geographisches

Informationssystem basierend auf Intergraphs

G/Technology und G!NIUS als Netzinformationssystem

installiert. Die Vorarbeiten hatten bereits

1 | 2012 www.intergraph-horizonte.de

2009 begonnen: Das Projektteam aus Mitarbeitern

von Intergraph und E.ON Bulgaria hatte die

vorhandenen Datenbestände analysiert und ein

Konzept zur Datenmigration entwickelt. Auf dieser

Grundlage wurden zunächst die Daten der

Verteilstationen und Transformatoren sowie des

Mittelspannungsnetzes migriert. Im Ergebnis

stand ein hochperformantes System, das auf

einer leistungsfähigen Server-Infrastruktur bei

E.ON Bulgaria aufsetzt.

Datenerfassung auf expertenniveau

Exakte und zeitnahe Informationen über das

Verteilnetz, verbunden mit einer professionellen

Visualisierung, sind für das Versorgungsunternehmen

von herausragender Bedeutung.

Intergraphs Lösungen ermöglichen der E.ON

Bulgaria, die erforderlichen Informationen über

anWenDungen unD

Lösungen

das oberirdische Niederspannungsnetz professionell

zu erfassen und im GIS unmittelbar für

alle Abteilungen bereitzustellen. Dabei dient das

Netzdaten-Management-System als zentrale

Drehscheibe für die Verwaltung und Nutzung

der Informationen. Nun plant E.ON Bulgaria die

Daten mithilfe leistungsfähiger Schnittstellen,

etwa zu SAP PM, SCADA, Neplan oder EDM, im

Unternehmen noch stärker in Wert zu setzen.

gerüstet für die zukunft

Die Einrichtung des NIS auf Basis von G/Technology

war gleichzeitig der erste erfolgreiche

Schritt hin zu einem Stromdaten-Management-System.

Mit diesem können relevante

Versorgungsdaten etwa zu Netzauslastung

und Stromeinkauf im Zeitverlauf analysiert, in

Echtzeit kontrolliert und in die Zukunft geplant

werden. Seit 2011 läuft die Implementierung

der erforderlichen funktionellen Erweiterungen

des NIS.

Die Investitionen in ein professionelles Netzmanagement

verbessern nachhaltig die Geschäftsprozesse:

Als erstes Versorgungsunternehmen

in Bulgarien erhielt die E.ON Bulgaria EAD, die

zwischenzeitlich an den tschechischen Energieversorger

Energo-Pro verkauft wurde, im März

2012 die Zertifizierung nach ISO 9001:2008.

Die Stromversorgung für 1,1 Million Menschen im Großraum Varna wird bei E.ON Bulgaria EAD

mit Intergraph-Technologie gesteuert.

17


18

it-trenDs

räuMLiche inteLLigenz

per sMartphOne

g

ut fünf Jahre ist es her, seit Apple-

Gründer Steve Jobs das erste iPhone der

Öffentlichkeit präsentierte. Heute sind

knapp die Hälfte aller verkauften Mobiltelefone

sogenannte Smartphones, der Markt wächst im

Gegensatz zum PC-Markt rasant (siehe Grafik).

Besonders attraktiv für den Nutzer werden

die Geräte durch kleine plattformspezifische

Programme, sogenannte Apps, durch die das

Smartphone individuell mit neuen Funktionen

aufgerüstet werden kann. Der App-Umsatz wird

nach Einschätzung der Unternehmensberatung

Booz&Company bis 2014 weltweit auf 40,7

Milliarden US-Dollar steigen.

Viele der praktischen Mini-Programme basieren

auf räumlichen Informationen, allerdings

sind quasi alle aktuell verfügbaren Apps für die

alltäglichen Bedürfnisse des Endverbrauchers

konzipiert. Daher bieten auch die existierenden

raumbezogenen Smartphone-Anwendungen

heute kaum mehr als einfache Location Based

Services wie etwa Standortanzeige und Umkreissuche.

Doch dabei muss es nicht bleiben.

schnittstelle zum endverbraucher

„Wir sehen, dass die Kommunikation mit dem

Bürger für viele Geschäftsprozesse unserer

Kunden erfolgskritisch ist“, erläutert Dr. Horst

Harbauer, Geschäftsführer Intergraph SG&I

Deutschland und Senior Vice President Intergraph

SG&I EMEA. „Genau an dieser Schnittstelle

bieten Apps enorme Vorteile, die wir durch

unsere Entwicklungsarbeit erschließen wollen.“

Aktuell realisiert Intergraph gemeinsam mit der

dänischen Katasterbehörde KMS (Kort & Matri-

kelstyrelsen) und der Feuerwehr Kopenhagen

eine nationale 112-Notfall-App. Um präzise

und situationsgerecht auf Notrufe unter der

Nummer 112 reagieren zu können, nutzen die

landesweiten Notrufzentralen bereits geographische

Daten der KMS. Die neu entwickelte

App integriert diese Informationen und stellt

sie auch für Mobilgeräte wie Smartphones zur

Verfügung. Die Daten zum – unter Umständen

sich verändernden – Standort des Mobilgerätes

werden automatisch über die App ermittelt und

in die jeweilige 112-Einsatzzentrale in Dänemark

übersandt. Der Vorteil: Im Gegensatz zur

konventionellen Handy-Ortung kann die neue

112-App die Position des Anrufers auf wenige

Meter genau bestimmen, so dass die Rettungskräfte

schnell und sehr gezielt eingreifen können

(siehe auch Seite 19). So profitieren beide

Seiten von der neuen Kommunikationsplattform.

Ähnliches gilt in Dänemark, Schweden und Norwegen,

wo Bürger über eine Intergraph-App der

jeweiligen Kommune Straßenschäden melden

können und damit gleichzeitig die Bauämter

entlasten. Weitere mögliche Einsatzbereiche liegen

in kommunalen Auskunftssystemen für die

Mrd.

2,5

2,0

1,5

1,0

0,5

Globaler Absatz internetfähiger Geräte

2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016

PCs

Smartphones

Tablets

Quelle: Business Insider

neue plattformen werDen

geSchäftSprozeSSe Der

KunDen veränDern

Bürger, Service-Apps für den öffentlichen Personenverkehr

oder Smartphone-basierte Kommunikationsschnittstellen

zwischen Versorgern

und Endkunden, etwa zur Meldung von Störfällen

(wahrnehmbarer Gasgeruch, Stromausfall

oder Leckagen im öffentlichen Leitungssystem).

apps für gis-profis

Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones

steigt auch die Nachfrage der Endanwender

im öffentlichen und privaten Sektor nach

GIS-Apps für den professionellen Einsatz – von

der Kartierung bis hin zum interaktiven mobilen

Wartungsmanagement. Da eine App nichts

anderes ist als ein Anwendungsprogramm, ist

die Bandbreite sehr groß. Sie reicht von einfachsten

Werkzeugen mit nur einer Funktion bis

hin zu umfangreichen Programmpaketen. Diese

umfassen einfache Inhalte und Datenbanken

genauso wie Benutzerschnittstellen, die eine

Nutzung bestimmter Webanwendungen auf dem

Smartphone ermöglichen. Dazu sind serviceorientierte

Architekturen und bestimmte Dienste

erforderlich, über die der Nutzer per Browser

zielgerichtet auf die Daten und Funktionen des

Kernsystems zugreifen kann. Hier liegt auch

der Schlüssel zur anspruchsvollen GIS-App.

„Webbasierte Geodaten-Infrastrukturen, Cloud

Computing, Smart Clients und das Arbeiten auf

vielfältigen mobilen Plattformen gehören für

unsere Kunden längst zum Alltag“, stellt Dr. Horst

Harbauer heraus. Für ihn ist es nur eine Frage

der Zeit, bis auch Smartphone-Anwender per App

ausgewählte professionelle, umfassende Dienste

nutzen können und damit räumliche Intelligenz

buchstäblich in jede Westentasche passt.

www.intergraph-horizonte.de 1 | 2012


Intergraph-technologIe für leIStungSfähIge notfallverSorgung

anDaLusien MODernisiert Die

112-nOtruf-Dienste

In der spanischen Region Andalusien leben

rund 8,4 Millionen Menschen auf über 87.000

Quadratkilometern. Eine beinahe 1.000 Kilometer

lange Küste, historische Städte und die

Bergregion der Sierra Nevada locken jährlich

fast 21,5 Millionen Touristen nach Andalusien.

Die Herausforderungen für Notfallversorgung,

Schutz und Rettung sind unter diesen Rahmenbedingungen

groß. Daher setzte die Regionalregierung

ein Großprojekt zur Modernisierung der

112-Notrufdienste auf – von der Definition neuer

Struktur- und Ablaufmodelle für den Einsatzfall

bis hin zur Planung, Entwicklung, Implementierung

und Pflege der erforderlichen IT-Systeme.

Das russische Staatsinstitut für angewandte Mikrobiologie

und Biotechnologie in Obolensk nutzt

jetzt ERDAS APOLLO und ERDAS IMAGINE. Ziel

ist es, die Auswertung räumlicher und zeitlicher

Daten zu Infektionskrankheiten zu unterstützen

und ortsbezogene biologische Risikoanalysen

durchzuführen. Aktuell arbeiten die russischen

Intergraph-Vertriebspartner NeoGeography R&D

Group und Navgeocom gemeinsam mit dem

Staatsinstitut an der Implementierung.

Dank ERDAS IMAGINE werden die Wissenschaftler

künftig in der Lage sein, bei der Bewertung

umweltbedingter Einflussfaktoren auch Satellitenbilder

zu verarbeiten und auszuwerten. ERDAS

APOLLO stellt eine gemeinsame und zuverlässige

Struktur zur Verfügung, über die sowohl Experten

Søren Reeberg Nielsen, Direktor der staatlichen

dänischen Vermessungs- und Katasterbehörde,

ist überzeugt: „Geographische Informationen

können Abläufe effizienter gestalten

und den Bürgerservice verbessern. Wenn wir

solche Informationen in einer 112-App verfügbar

machen, erleichtern wir Notrufe erheblich.“

Damit diese Vision Wirklichkeit wird, arbeitet

die Katasterbehörde jetzt mit der Kopenhagener

Feuerwehr und Intergraph zusammen. Ziel

der Kooperation ist es, eine 112-Notruf-App

für Smartphones zu entwickeln. Die Kopen-

Nach einer europaweiten Ausschreibung wurde

Intergraph gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern

everis und Sadiel beauftragt, modernste

Lösungen für das Notfallmanagement

bereitzustellen. Auf Grundlage einer interaktiven

Echtzeitkarte der Region Andalusien sollen diese

im Einsatzfall eine intelligente Entscheidungshilfe

liefern und sicherstellen, dass relevante Informationen

sicher, schnell und nachvollziehbar

zur Verfügung stehen. Das entwickelte Notfall-

Modell soll auf andere Regionen in Spanien

und weltweit übertragbar sein. John K. Graham,

Präsident von Intergraph Security, Government

& Infrastructure, ist überzeugt: „Die neue Platt-

als auch die breite Öffentlichkeit einen komfortablen

Zugriff auf die relevanten Daten und die mit

ERDAS IMAGINE generierten Mehrwertprodukte

erhalten. Hier kann der Endanwender raumbezogene

Informationen aus unterschiedlichen

hagenerFeuerwehr nutzt schon

heute die Geodaten

der nationalen

Katasterbehörde in

der Notrufannahme.

Beide Institutionen

arbeiten bereits erfolgreich

mit Intergraph-Technologie.

Die

neue App wird diese Informationen

integrieren und auf

mobilen Endgeräten verfügbar

form wird schnelle, situationsangemessene

Entscheidungen ermöglichen, durch die Leben

und Eigentum der Menschen in Andalusien noch

besser geschützt werden.“

erDaS apollo unD erDaS ImagIne verbeSSern überwachung unD beKämpfung von InfeKtIonSKranKheIten

sateLLitenDaten unterstützen russische gesunDheitsbehörDe

Intergraph KooperIert mIt Der DänISchen KataSterbehörDe

nOtfaLL-app für Dänische bürger

1 | 2012 www.intergraph-horizonte.de

Moskau aus 500 Kilometern Höhe

internatiOnaLe

neWs

Quellen finden, abrufen und zusammenhängend

nutzen. „Durch die Anwendung von ERDAS

APOLLO in Verbindung mit ERDAS IMAGINE

erreichen wir bei der Überwachung von Infektionskrankheiten

einen beispiellosen Überblick

über die aktuelle Situation und können so Risiken

und Bedrohungen für die Bevölkerung senken“,

stellt IT-Chef Igor Govorunov fest. Konkret unterstützen

die ERDAS-Produkte zum Beispiel die

Katalogisierung von Primärdaten zur biologischen

und chemischen Sicherheit, die Entwicklung der

ersten jahreszeitlich korrekten Darstellung der

geographischen Verhältnisse auf Basis von Satellitendaten

sowie die Analyse von Umwelteinflüssen

auf Infektionskrankheiten. Zudem liefert

die Lösung schnelle Ereignisinformationen auf

Grundlage von WFS-T-Diensten.

machen, um so eine schnellere Reaktion im

Einsatzfall zu ermöglichen. Die Finanzierung

des Projekts erfolgte durch TrygFonden, einer

nationalen Stiftung zur Unterstützung und

Förderung lebensrettender Maßnahmen.

Für eine gezielte Einsatzplanung und

die Bereitstellung der erforderlichen

Ressourcen sollen die Positionsdaten

des Anrufers direkt in einen der beiden

112-Kontrollräume gesendet werden.

Die mobile App wird den traditionellen

112-Notruf ergänzen

und Intergraph als einen

Vorreiter der Branche

positionieren.

19


Datenschätze heben.

Intelligentere Entscheidungen mit Raumbezug.

EffiziEntE AbdEckung dEr gEodAtEn-WErtschöpfungskEttE –

Wir biEtEn ihnEn diE pAssEndEn LösungEn.

Die Geospatial-Angebote von Intergraph ermöglichen Ihnen eine tiefgreifende, ganzheitliche

Geodatenverarbeitung über die Verschmelzung von Sensoren, Software und Services. Das Portfolio

umfasst branchenführende Desktop-GIS, Fernerkundungs- und Photogrammetrie-Softwarelösungen

sowie die Synthese dieser Technologien in serverbasierten Produkten. Wir unterstützen Sie bei der

Datenerfassung, Datenaufbereitung, Datenhaltung und Datenanalyse bis hin zur Endanwendung und

Visualisierung am Bildschirm sowie der Ausgabe von professionellen kartographischen Druckwerken.

www.intergraph.com/geospatial

Intergraph, GeoMedia, ERDAS IMAGINE und das Intergraph-Logo sind eingetragene Warenzeichen der Intergraph Corporation. © 2012 Intergraph SG&I Deutschland GmbH

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