Fahrgast Zeitung - FAHRGAST Steiermark

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Österreichische Post AG Info.Mail Entgelt bezahltSommer 2012 – 1,90 EuroAb Dezember wieder Zwei-Stunden-Takt Graz–Salzburg!Neue Strecke, neue Busse.Die Nahverkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof nimmt immer konkretereFormen an und wird am 26. November eröffnet.Außerdem bestellten die Holding Graz Linien 41 neue Busse. Erstmalsumfasst eine Bestellung ausschließlich Gelenkbusse, um die Kapazitätsengpässeauf vielen Buslinien beseitigen zu können. Durch dieUmstellung auf Gelenkbusse muss bei einigen Linien auch der Linienverlaufgeändert werden.Graz: Neue Buslinie zwischen St. Peter und St. LeonhardGraz: Gute Organisation des ErsatzverkehrsKanada: Das Land der langen Züge


EditorialInhaltAltes wird neuNach den Zugstreichungenzwischen Graz und Salzburggibt es nun wieder positiveEntwicklungen 3ErsatzverkehrSo oft gab es die Linie E nochnie … 4Minus im WestenLiniennetzreform ja – aberwie? 6Plus im OstenNeue Linie zwischen Puntigamund St. Leonhard 7WestkanadaDas Land der langen Züge 8Editorial 2Kurz meldungen 10Impressum 12UmwegeMomentan sind wieder dieWerbeplakate für das steirischeFreizeit-Ticket, dasÖBB Sommerticket und Interrailzu sehen – ein klaresZeichen dafür, dass Sommerist. Neben Interviews fürZeitung und Radio und Gesprächsterminenbei den SteiermärkischenLandesbahnenund den Graz Linien nutzenwir von Fahrgast den Sommergerne dazu, um die eineoder andere „Testreise“ zumachen. So kann es beispielsweisedurchaus reizvoll sein,von Graz nach Wien überdas Salzkammergut zu fahren.Der Eurocity ab Graz istso gut besetzt, dass die Zugbegleiterdie Fahrgäste bereitsam Bahnsteig einweisen. Einerege Fahrradmitnahme (die ab2013 auch im Railjet möglichsein wird) lässt sich ebensobeobachten, wie etwa 60 Reisende,die in Selzthal in denREX nach Linz umsteigen.Einziger Wermutstropfen: DieLüftung des Waggons ist sehrlaut, der Zugbegleiter kannnichts dagegen tun. Der Anschlussin Stainach-Irdningklappt problemlos (dank derjüngsten Entwicklungen wirddies auch weiterhin öfter alsdreimal am Tag möglich sein).Nach der landschaftlich sehrschönen Fahrt über Bad Aussee,Hallstatt und Gmundenerreicht der Zug nach überzwei Stunden den BahnhofAttnang-Puchheim. Weitergeht es mit der WESTbahn.Während Reisen in ÖBB-Zügender Charme von früheranhaftet, ist bei der „west“ (sowird sie auf den Aushangfahrplänenbezeichnet) vieles jungund neu. Von der oberen Etageder Doppelstockwagen lassensich auf der Westbahnstreckenach wie vor Bauarbeitenbeobachten. Die bereits heutekonkurrenzfähigen Fahrzeitenwerden damit wohl noch weiterverringert und mit der Inbetriebnahmedes LainzerTunnels und des Wienerwaldtunnelsim Dezember 2012ohnehin unschlagbar. Kaumam Westbahnhof in Wien angekommen,strömen bereitsAnsichtskarten601505582567Menschentrauben in die Waggonsund wenige Minutenspäter fährt der Zug in RichtungSalzburg ab. Während esin den nördlichen Landesteilenschon länger schick ist undbald noch schicker wird, denZug zu nehmen, ist bei unshier im Süden noch Baustelle.Der große Bahnhofsumbau inGraz und die Herstellung derNeuen Südbahn sind wichtigeSchritte zu einem integralenTaktfahrplan für Österreich.Vor diesem Hintergrund einesintegrierten Fernverkehrsnetzeswird es umso wichtigersein, dass auch die Feinverteilungin den Städten und Regionenweiter ausgebaut wird.Denn ein großer Strom kannnur viel Wasser führen, wennihn viele Bäche speisen.Martin Mödlinger283612536521Fahrgast-AdressenGelbe Post .....Fahrgast, Postfach 30, 8016 GrazE-mail ............office@fahrgast-steiermark.atHomepage: ....www.fahrgast-steiermark.atMobil ............0650 245 34 20Fax ................(0316) 873-5115Persönlich .....Sie erreichen uns montags von ca. 18.30bis 20.30 Uhr an der Alten Technik,Rechbauerstr. 12, Parterre rechts.Bankverbindung .....P.S.K. 93.029.878, BLZ 600002641 Stk. 0,40 Euro – 10 Stk. 3,60 Euro (jeweils zzgl. Versand)Bestellungen richten Sie bitte unter Angabe der gewünschtenWagennummern an eine unserer Adressen. Für Mitgliederist die Zusendung ab 8 Stück portofrei. Bezahlungper Erlagschein.Fahrgast 2/2012


ÖsterreichAltes wird neuNach den Zugstreichungen zwischen Graz und Salzburggibt es nun wieder positive EntwicklungenIm Sommer 2011 brach eine Schreckensnachricht über die Steiermarkherein: Der wichtige Zweistundentakt zwischen Graz undSalzburg/Innsbruck wurde gestrichen. Durch den Einsatz vonFahrgast kommt er nun nach einem Jahr wieder zurück.Seit Fahrplanwechsel imDezember 2011 verkehrenzwischen Graz undSalzburg nur noch drei stattvorher sechs tägliche Direktverbindungen.Fahrgast Steiermarkhat stark dagegen protestiertund mit dem Interregio-KonzeptAlternativenaufgezeigt. Fahrgast ist es gelungen,die Diskussion überdiese Strecke am köcheln zuhalten. Nun hat sich das Engagementausgezahlt: Die ÖBBhaben angekündigt, mit Dezember2012 den 2-Stunden-Takt auf dieser Relation wiederaufzunehmen.Angefangen hat die Einstellungswelleim innerösterreichischenFernverkehr mitder Abschaffung der DirektverbindungenGraz–Linz undGraz–Bregenz im Dezember2010, da das Verkehrsministeriumdiese Relationen nichtmehr im Grundangebot definierthatte. Diese wurden somitnicht mehr finanziert.Schon damals erkannte Fahrgast,dass das derzeitige Konzeptdes Fernverkehrs im innerösterreichischenFernverkehrnicht mehr den Anforderungender Fahrgäste und derBetreiber entsprach. Die Fahrzeitender Intercitys zwischenGraz, Salzburg und Linz entsprachennicht mehr den Bedürfnissenund waren auchgegenüber dem Auto nichtkonkurrenzfähig. Fahrgasterarbeitet daher ein Konzeptzur langfristigen Sicherungdes Fernverkehrs Graz–Salzburgund Graz–Linz. DiesesKonzept wurde unter dem Namen„Interregio-Konzept“ bekannt.PaukenschlagDer Paukenschlag kamdann ein Jahr später mit demFahrplanwechsel im Dezember2011: Die Reduktion derVerbindungen von Graz RichtungWesten. Von sieben Zugpaarensollten vier gestrichenwerden, sodass nur noch dreiFernverkehrszugpaare durchdas Ennstal übrigblieben. DieserKahlschlag im Fernverkehrwar bis dato beispiellos.Das Verkehrsministerium erachtetedrei direkte Zugpaareauf dieser Verbindung als ausreichendund stellte daher dieFinanzierung für die übrigenZüge ersatzlos ein. Es sollteein Rückgrat des Schienenverkehrsin der Steiermark gestrichenwerden. Die Intercity-Züge auf der Relation Graz–Salzburg verbinden nicht nurdie zwei Landeshauptstädte,sie stellen auch die Anbindungstrukturschwacher Regionenmit Graz sicher. Soverlor beispielsweise das Ausseerlandseine Verbindungennach Graz und auch die Umsteigeverbindungennach Linzsollten von vormals sieben aufdrei reduziert werden.Voller EinsatzFahrgast Steiermark begannmit Bekanntwerden derKürzungen sogleich das Gesprächmit den Verantwortlichenund Betroffenen zu suchenund das Interregiokonzeptals langfristige Alternativezu positionieren. So gelanges, gemeinsam mit den LändernTirol, Salzburg und Steiermark,die Kürzungen abzufedern.Dem Bundesland Tirolgelang es, den DirektzugGraz–Innsbruck zu sichern,und das Land Steiermark federtemit einem Ersatzangebotdie enorme Tragweite derKürzungen ab.Diese Ersatzzüge verkehrenzu den selben Zeiten wiedie ehemaligen Fernverkehrsverbindungen,doch diese sindnur mit Nahverkehrswaggonsausgestattet und fahren nurbis Bischofshofen. Viele Fahrgästewaren über diese eklatanteAngebotsverschlechterungmassiv verärgert: Es gabkeine Klimaanlage mehr, dieerste Klasse fehlte in den Ersatzzügenund eine mehr alsdreistündige Fahrt in Nahverkehrswaggonsist außerdemnicht sehr bequem. Dazu kameine oftmalige Überfüllungder zu kurzen Garnituren.VerbesserungenDiese ersten „Verbesserungen“auf der Strecke zwischenGraz und Salzburg federtendie Kürzungen zueinem großen Teil ab, wobeihier eher von Schadensbegrenzungseitens der Länderdie Rede sein kann. Mit demErsatzangebot gibt es zumindestan den reisestarken Tageneinen 2-Stunden-Takt vonGraz Richtung Westen. Dienächsten Verbesserungen tratenAnfang August in Kraftund beinhalteten den Einsatzvon klimatisiertem und fernverkehrstauglichenWagenmaterialin den Zügen des Ersatzangebotes.Die klimatisierten Wagenwurden frei, weil seit MitteJuli beinahe alle Intercity-Verbindungen zwischen Graz,Villach und Wien mit modernenRailjet-Garnituren angebotenwerden. Die ÖBB kündigtenin weiterer Folge an, abFahrplanwechsel im Dezember2012 neue Direktverbindungenzwischen Graz, Salzburgund Innsbruck anzubieten.Konkret heißt das fürdie Fahrgäste, dass ab 9. Dezemberwieder der altbekannte2-Stunden-Takt angebotenwird.Weitere GesprächeFahrgast Steiermark führtemehrere Gespräche mitdem Land Steiermark, derWestbahn und den ÖBB überdie Zukunft des FernverkehrsGraz–Salzburg, Graz–Linzund Graz–Innsbruck. Vonseitender Länder gab es ebensoInitiativen für die langfristigeSicherung des Intercity-Verkehrsauf diesen Relationen.Die Gespräche wurden vonbeiden Seiten mit Nachdruckgeführt und es herrschte zujeder Zeit ein fruchtbares Gesprächsklima.Diesem ist esauch zu verdanken, dass vonSeiten der ÖBB ernsthaftesInteresse bekundet wurde,die Verbindungen auf dengenannten Relationen längerfristigzu erhalten.Was bringt die Zukunft?Die Wiederherstellung des2-Stunden-Taktes ist lobenswertund richtig, aber dennochnur ein erster Schritt.Gut ist, dass das neue Angebotbis 2019 bestellt ist unddamit für hoffentlich siebenJahre keine Diskussionen überEinstellungen und Kürzungenaufkommen werden. NeuesWagenmaterial, Fahrzeitverkürzungen,und mehr Direktverbindungen(z.B. nach Linz)müssen folgen. Fahrgast Steiermarkwird sich auch in Zukunftfür Verbesserungen inder Steiermark gemeinsammit Gleichgesinnten einsetzen.Jakob HolzerFahrgast 2/2012


GrazGut gemeint (I): Nur wenig Verkehrswert hatte die Kleinbuslinie zwischen Hauptbahnhofund Esperantoplatz, außerdem stand sie oft im Stau.Gut gemeint (II): Für Straßenbahnfreunde ganz nett, aber zu selten und zu unzuverlässigverkehrte die Shopping-Bim zwischen Jakominiplatz und Barmherzigenkirche.Conrad-von-Hötzendorf-Straßeund Jakoministraße gefahren.Diese Linienführung erscheintuns unnötig kompliziertund v.a. Richtung stadteinwärtszu weit von derStammstrecke entfernt. Sinnvollerwäre eine Führung analogzum 3er-Ersatzverkehr bisMandellstraße und ab dortüber die Brockmanngasse zurHaltestelle Neue Technik bzw.in der Gegenrichtung entsprechend.Wenig zufriedenstellendist, dass diesen Sommer einweiteres Mal der Abschnittentlang des St.-Peter-Pfarrwegsnicht bedient wurde. SeitVerlängerung des 6ers wurdensomit bis auf eine Ausnahmejedes Jahr die neue Strecke imSommer eingestellt! Bei derarthäufigen und langandauerndenSperren wäre unsererAnsicht nach ein Konzept zuerarbeiten, wie der östlicheAbschnitt des 6ers – z. B. mitPendeltriebwagen – trotzdembedient werden könnte.Die Abfahrtshaltestelle amJakominiplatz war auf derNebenfahrbahn vor der FirmaNowi angeordnet. Es wärevorteilhaft gewesen, wennbeim Erstatzhaltestelleschildeine Bahnsteigbezeichnungsowie Hinweise, welche Liniehier fährt, angebracht gewesenwären.InformationDie extra aufgelegten Infofolderzu den drei Ersatzverkehrenwaren sehr übersichtlichund informativ. Ebensopositiv hervorzuheben ist,dass in den Fahrzeugen eigensangefertigte Routentafeln verwendetwurden, denen manden aktuellen Linienverlaufsowie die geänderten Umsteigemöglichkeitenentnehmenkonnte.Auch die an den nicht bedientenHaltestellen aufgestelltengroßen Plakate mitTexten in deutscher und englischerSprache haben zurumfassenden Information derFahrgäste beigetragen.Bei den Linienbezeichnungengab es wieder einmalein großes Durcheinander.Obwohl im vergangenenJahr im Rahmen mehrerergemeinsamer Sitzungen vonGraz Linien, Fahrgastbeiratund Fahrgast ein Konzept fürdie einheitliche Bezeichnungder Ersatzlinien ausgearbeitetworden war, kam es wieder zuetlichen inkonsistenten Informationen.So wurde ein unddieselbe Linie gleichzeitigals E, E6 und E6|26 bezeichnet.Auch dass drei verschiedeneBuslinien auf der Frontanzeigeder Busse als „E“ bezeichnetwurden (wie auchdie Shopping-Bim), hat sichernicht zur leichteren Orientierungbeigetragen. Bezeichnend,dass auf der Homepageder Graz Linien die Linien derleichteren Übersicht wegenals E, E0, E2, E3 und E6 dargestelltwaren.Dieses Durcheinander istweder konsistent noch übersichtlichund entspricht auchnicht dem mühsam erarbeitetenKonzept. Sinnvoll wäreunserer Ansicht nach, beiErsatzverkehren, die nur eineeinzige Tramlinie ersetzen,als Liniensignal die eigentlicheLiniennummer zu verwendenund bei wiederkehrendenErsatzverkehren aufLinienbündeln (z. B. Jakominiplatz–Laudongassebzw.Andritz) eindeutige und fixeBezeichungen zu verwenden.Fahrgast regt an, das Konzeptunter Berücksichtigungder bisher gemachten Erfahrungenzu aktualisieren unddann konsequent umzusetzen.Jedenfalls sollten die Informationenauf Fahrzeuganzeigen,Stelen, Fahrplänen undin der Online-Auskunft konsistentsein.Severin KannSehr gut: Je nach Tageszeit änderten sichdie Anzeigen der Ersatzbusse.Nicht sehr gut: Die Bezeichnungen der Ersatzlinienwaren völlig durcheinander.Weiß die Linke, was die Rechte tut? Auf der Homepage der Graz Linien waren abermalsabweichende Liniennummern zu finden.Fahrgast 2/2012


GrazMinus im WestenLiniennetzreform ja – aber wie?Im November steht im Grazer Südwesten die vierte Liniennetzänderungin 13 Jahren an, gleichzeitig wird der Tangentialbuslinienringendlich geschlossen. Doch statt eines großen Wurfes wirdwieder nur an Details gebastelt, ohne die Probleme zu beheben.Route 62“ hieß die Werbebotschaftzur zweitenGrazer Tangentialbuslinie,der Linie 62 vonPuntigam über Straßgang undEggenberg zur Carnerigasse.Zum einen war Fahrgast natürlichhocherfreut, dass nachder Linie 41 nun der zweiteMosaikstein zu einem Tangentialbuslinienringgesetztwar. Doch zum anderen zeigtesich bereits damals: Die Linie62 fährt zwischen Wetzelsdorfund Puntigam einenUmweg über die Gradnerstraße,statt direkt über das Shopping-CenterWest, wie vonFahrgast vorgeschlagen. Außerdemverkehrt die Linie bisheute am Samstag nur vormittags– im Vergleich zur Linie41 (kein Verkehr im Tangentialbusabschnittam Samstag)eine Verbesserung, aber inZeiten langer Einkaufssamstageschon damals ein Anachronismus.Als im Jahr 2000 die Linie64 von Neuseiersberg überPuntigam nach St. Peter verlängertwurde, war der Tangentialbuslinienringfast geschlossen– nur zwischen derTerrassenhaussiedlung unddem Morrehof prangte weiterhineine – kleine, aber lästige– Lücke. Auch die Linie64 fuhr zunächst samstagsnur am Vormittag auf ganzerStrecke. 2002 wurde die Linie78 parallel zum 64er nachNeuseiersberg eingeführt und2003 erfolgte schon die nächste,vorerst letzte, Liniennetzänderungim Südwesten:Die Linie 64 wurde über dasShopping-Center West nachWetzelsdorf statt nach Seiersberggeführt, die Linie 78übernahm – inklusive Abendverkehr– den Südast der Linie64 und die neue Linie 80wurde eingeführt. Die Linie64 fährt seitdem endlich amSamstag bis 18.30 Uhr.StrukturproblemeDoch weiterhin bestehenim Südwesten Probleme imLiniennetz:– Die Linie 64 endet in Wetzelsdorf,einen Kilometervor dem Eggenberger Bezirkszentrum.– Die Verbindung zwischenPuntigam und Eggenbergist weiterhin mit einemUmweg über die Gradnerstraßeverbunden.– Die Linie 62 fährt amSamstag nur bis Mittag.– Zwischen Webling und demGemeindeamt Eggenbergfahren untertags 10 bis 14Busse pro Stunde (also imDurchschnitt alle 4 bis 6Minuten!), ohne dass dafürBedarf bestünde.– Die Linie 33 fährt einengroßen Umweg zwischender nördlichen StraßgangerStraße und dem Jakominiplatz.VerkehrsmodellDie Stadt Graz und dieGraz Linien investierten einegroße Summe Geld in ein Forschungsprojekt,um die Verkehrsströmein Graz modellierenzu können und damit Entscheidungenüber künftige Liniennetzetreffen zu können.Dieses Modell ist europaweiteines der ausgereiftesten. Mitdiesem Modell wurden bereitsmehrere Szenarien, unter anderemeine Liniennetzreformim Grazer Südwesten, untersucht.Es gibt also einen klar umrissenenProblemkatalog, esgibt die Werkzeuge für eineUntersuchung von Liniennetzenund es gibt Vorstudien.BastelnDoch wer nun glaubt, dassdiese Ergebnisse oder gar diebestehenden Probleme in diefür November angesetzte Liniennetzumgestaltungeingeflossenwären, hat sich getäuscht!Statt eines großenWurfes wird einfach die Linie64 in Puntigam in zwei Teilegeteilt, im Osten bis St. Leonhardverlängert und dort stattder Linie 82 nach Stifting geführt.Zurück bleibt eine verkümmerteRumpflinie zwischenWetzelsdorf und Puntigamsowie eine Linie 64,die zwar endlich die wichtigeVerbindung zwischen St. Peterund St. Leonhard herstellt,aber durch die Verlängerungnach Stifting sogar noch längerals vorher ist – obwohldie „Instabilität langer Buslinien“der Grund ist, die Liniein Puntigam zu teilen.Die Erkenntnisse des Forschungsprojektesoder derVorstudien flossen – erraten!– leider nicht in den Planungsprozessein. Die oben genanntenProbleme bleiben bestehen,zudem kommt noch derzusätzliche Umsteigezwangzwischen St. Peter und Wetzelsdorfhinzu. Im Gegensatzzum Grazer Osten (sieheArtikel gegenüber) gibt es imWesten also keine Verbesserungen,dafür neue Probleme.Fahrgast oder Fahrgastbeiratwaren zu keiner einzigenSitzung zu dem Thema geladen.Das Ergebnis wurde imZuge eines Jour Fixe nebenbeipräsentiert, obwohl Fahrgastder Stadt Graz und auchden Graz Linien mehrmals inverschiedenen Gremien seineMitarbeit angeboten hatte.FazitWie verhält man sich alsoals Fahrgastvertretung, wenneinerseits endlich wichtige Linieneingeführt werden undandererseits bereits die vierteChance, das Liniennetz mitseinen Defiziten zu reformieren,ungenützt verstreicht?Wir freuen uns. Wir freuenuns wirklich. Und trotzdemkönnen wir es nicht glauben,wieso schon wieder das Offensichtlicheversäumt wurde.65Wetzelsdorf (7)Peter-Rosegger-Straße (31,33,62)Grottenhofstraße (31,33,62)Gablenzkaserne (31,62)PS.: Die Umstellungfindet am 26. November,gemeinsam mit derEröffnung der NahverkehrsdrehscheibeHauptbahnhofstatt. Am 9. Dezember ist derinternationale Fahrplanwechsel.Hätte man nicht noch zweiWochen warten können, umalle Änderungen gleichzeitigdurchzuführen?Jakob HolzerWagJaureStraßFahrgast 2/2012


Graznergge(32)6465Plus im OstenNeue Linie zwischen Puntigam und St. LeonhardEndlich wird der Grazer Tangentialbuslinienring geschlossen. Endlichgibt es eine Direktverbindung zwischen Puntigam und St. Leonhard.Und endlich gibt es einen Abend- und Sonntagsverkehr inder Petrifelder Straße.Mit 26. Novemberwird im GrazerOsten ein wesentlicherQualitätssprung stattfinden.Die Linie 64 wirdnach St. Leonhard verlängertund mit der Linie 82verknüpft. Damit gehtein lang gehegterPuntigam Bahnhof(5,62,78,80)St. Leonhard/LKH(7,41,77)Reiterkaserne (1,7)Merangasse (1,7,63)Schillerplatz (3,61,63)Schörgelgasse (60,63)St. Peter Friedhof (6)Schulzentrum St. Peter(6,68,71,72,76U)64EFahrgast-Wunsch in Erfüllung:der Tangentialbuslinienringum Graz wird geschlossen.Außerdem gibt es endlicheinen Abendverkehr zwischenMurpark und St. Peter.Puntigamer Straße (34)Liebenau Murpark(4,72,73U,74,74E)DetailsIm Detail ist zu Redaktionsschlussfolgendes bekannt:– Zwischen Wetzelsdorf undBahnhof Puntigam fährtdie Linie 65 statt der Linie64.– Die Linie 64 verkehrt neuvom Bahnhof Puntigam aufunveränderter Strecke zumSchulzentrum St. Peter undvon dort weiter über diePetersgasse, den WaltendorferGürtel, die Plüddemann-und die Merangassesowie die Leonhardstraßenach St. Leonhard/LKHund weiter über die Streckeder Linie 82 nach Stifting.Zwischen St. Leonhard/LKH und Reiterkasernewird in Richtung Puntigamüber die Elisabethstraßegefahren.Stifting6464ENeue HaltestellenDurch die Umlegung profitiertauch die ungünstige Haltestellensituation:– Die Haltestelle MerangasseRichtung St. Peter wirdhinter die Kreuzung verschobenund sollte im Idealfalleine verbesserte Umsteigesituationbringen.– Die Haltestelle SchillerplatzRichtung St. Peterwird nach Norden vor dieStadtbibliothek verschoben,womit endlich eineakzeptable Auftrittsflächeentstehen kann und derUmstieg zu Linie 61 verbessertwird.– Gegenüber der bestehendenHaltestelle Schörgelgassewird eine neue HaltestelleRichtung St. Petereingerichtet. Damit kannman endlich in alle Richtungengut zwischen denLinien 63/64 und der Linie60 umsteigen.– Die neue Haltestelle „WaltendorferGürtel“ erschließtendlich einen weißen Fleckam Grazer Stadtplan.– Die Fahrgäste im Stiftingtalkönnen durch die Durchbindungmit der Linie 64nun ohne weiteres Umsteigenzusätzlich zu den Linien7, 41 und 77 auch dieLinien 1, 63, 60 und denganzen Süden von Graz erreichen.Außerdem kannnun am gleichen Bahnsteig(Reiterkaserne, Odilieninstitutoder Merangasse) vonder Straßenbahn zum Busumgestiegen werden.BetriebszeitenWie erwähnt bringt dieseUmgestaltung des Liniennetzesendlich einen AbendundSonntagsverkehr in diePetrifelder Straße sowie zumWaltendorfer Gürtel. Die Linie64 verkehrt ab Novembervon Montag bis Sonntag von5 bis 24 Uhr zwischen Stiftingund Murpark, montagsbis samstags zwischen 5 und20 Uhr bis Puntigam.Die Betriebszeiten der Linie65 sind noch nicht endgültigbekannt, zumal in diesemBereich derzeit die Linie64E bis 21 Uhr verkehrt undzu Redaktionsschluss ein Betriebbis 20 Uhr angekündigtwar.FazitFahrgast ist hocherfreut,dass der lange fällige Lückenschlussim Grazer Liniennetzendlich erfolgt. Eine Verbindungvon Puntigam nach St.Leonhard trägt maßgeblichzur Angebotsqualität in Grazbei. Sehr positiv ist weiters,dass der dringend notwendigeAbendverkehr in der PetrifelderStraße nun eingeführtwird. Was immer noch fehlt,ist ein Samstagsverkehr aufder Linie 41. Außerdem hätteman im Zuge der Umstellungnoch andenken können, auchdie Linien 41 und 77 zu einerLinie zu verknüpfen, um auchden Fahrgästen aus der RagnitzUmsteigen zu ersparen.Im Gegensatz zum GrazerWesten (Siehe Artikel gegenüber)kann also für den Ostengesagt werden: Gut gemacht!Jakob HolzerFahrgast 2/2012


InternationalWestkanadaDas Land der langen ZügeDas zweitgrößte Land der Erde beeindruckt nicht nur durch seineriesige Fläche, sondern auch durch enorm lange Güterzüge und innovativeinnerstädtische Verkehrskonzepte. Ein Blick nach Westkanada.im 15-Minuten-Takt über denBurrard Inlet verbindet. DieseFähre kann man mit ganz normalenBus- und Metrofahrscheinenbenutzen.Vielleicht werden ja baldBusse mit nordamerikanischenFahrradgestellen inGraz herumkurven.UmlandverkehrIns Umland oder in die AgglomerationVancouver verkehrenneben Expressbussenauch so genannte „CommuterTrains“. Diese West CoastExpress genannten Pendlerzügeverkehren in der RegionVancouver auf einer 70 kmKanada ist mit 9.984.670km² das zweitgrößteLand der Erde undmehr als 100 Mal größer alsÖsterreich. Dementsprechendgrößer sind auch die Entfernungenzwischen den großenBallungsgebieten. Die RegionWestkanada erstreckt sichvom Bundesstaat Sasketchewanüber Calgary und Albertabis British-Columbia undVancouver. Die recht spärlichenBahnlinien sind jedochüber zwei Millionen Menschen.Haupttransportmittelist der Skytrain, ein vollautomatischesU-Bahnsystem. Inder Innenstadt verkehrt derSkytrain im Untergrund, weiteraußerhalb jedoch meist aufeiner aufgeständerten Trasse.Der Skytrain wurde zurWeltausstellung 1986 errichtetund immer erweitert. Sowurde zu den OlympischenWinterspielen 2010 sogar eineganz neue Linie errichtet.Der Skytrain ist mit 69 km das längstevollautomatische Transportsystem der Welt.Die modernen Doppelstockzüge des West Coast Express in Mission.einigermaßen gut in Schussund werden mehrmals täglichvon Güterzügen befahren.Stadtverkehr in VancouverVancouver ist einer derwichtigsten Umschlagplätzefür Güter Richtung Asien, undin der Agglomeration wohnenNeben dem Skytrain besitztVancouver ein sehr dichtesBusnetz und eines der wenigenO-Bus-Netze Nordamerikas,welches ständig ausgebautwird. Erwähnenswert istauch der SeaBus, eine Personenfähre,die die Stadt Vancouvermit NordvancouverFahrradmitnahmeDie Fahrradmitnahme inöffentlichen Verkehrsmittelnist ein zweischneidigesSchwert. Zum einen brauchenFahrräder Platz, zum anderenträgt aber die Mitnahmezur Erhöhung der Attraktivitätdes Radelns und der „Öffis“bei.Graz lehnt seit langem dieMitnahme von Fahrrädern inStraßenbahnen und Bussenkategorisch ab, mit der Begründunges gebe zu wenigPlatz in den Fahrzeugen.Es geht auch anders, wieVancouver zeigt. In Vancouverist vorne an den Bussenein Gestell zur Mitnahme vonzwei Fahrrädern befestigt.Dieses Gestell besitzt einigeVorteile:– So hat der Buschauffeur beider Verladung den Überblickund kann bei falscherVerladung sofort eingreifen.– In der Hauptverkehrszeitwird kein wertvoller Fahrgastraumdurch Räder verstellt.– Man sieht sofort, ob nochPlatz vorhanden ist und esgibt keine Diskussion, obvielleicht doch noch Platzgibt. Voll ist voll.langen Strecke von der WaterfrontStation bis nach Mission.Doch diese Züge sindnicht mit einem S-Bahn-Systemwie Graz zu vergleichen.Denn es sind reine Pendlerzüge,das heißt, dass in derFrüh zwischen sechs undacht Uhr fünf Züge von Missionnach Vancouver fahrenund am Nachmittag zwischendrei und sechs Uhr fahren allefünf Züge wieder zurücknach Mission. Dieses Zugsystemist wirklich nur für Pendlergeeignet, da die Züge nurverkehren, wenn gependeltwird. Samstags und sonntagskommt man mit dem Zug alsoweder von Mission nachVancouver oder umgekehrt,es stellt somit auch keine Alternativezum Auto dar.GüterverkehrAuf den befahrenen Eisenbahnstreckenherrscht regerGüterverkehr, der in Kanadaim Wesentlichen von zwei pri-Fahrgast 2/2012


InternationalPersonenverkehr in KanadaDer Personenfernverkehrwird von der staatlichen GesellschaftVIA Rail betrieben.Er ist sehr spärlich augebildetund nicht mit dem Fernverkehrin Europa zu vergleichen.Die Züge sind vor allemauf Touristen ausgerichtetund verkehren nach dem Motto„der Weg ist das Ziel“. Siesind am ehesten mit dem Glacier-Expressin der Schweizvergleichbar. VIA Rail betreibtauf verschiedenen Streckenfolgende Züge:– „The Canadian“ Der Paradezugverkehrt dreimal proWoche auf der 4466 kmlangen Strecke von Torontoüber Winnipeg, Saskatoon,Edmonton und Jasper nachVancouver. The Canadianverkehrt mit erneuertenEdelstahlwaggons aus den1950er Jahren.– „Ocean“ Dieser Zug verkehrtsechsmal pro Wocheund White River an dreiTagen in der Woche.– Der „Hudson Bay“ verkehrtvon Winnipeg bisnach Churchill an zwei Tagenpro Woche.– Der „Skeena“ verkehrt vonJasper über Prince Georgenach Prince Rupert an dreiTagen pro Woche.– Der „Malahat“ verkehrtauf Vancouver Island täglichvon Victoria nach Nanaimound Courtenay.Der Fernreise-Busverkehrwird eigentlich nur von privatenFirmen betrieben wie zumBeispiel von der bekanntenFirma Greyhound Lines, Inc.AutoverkehrIm Autoverkehr unterscheidetsich Kanada nicht wesentlichvon den USA. Das Stadtbildist geprägt von überdimensionalenAutobahnkreuzenund Konstruktionen, diein Europa wegen des großenEin O-Bus mit Fahrradhalterung in der Stadt Vancouver.Hier gilt: „Die Fahrradmitnahme ist aus beförderungstechnischen Gründen möglich“.Ein 4 km langer Güterzug der Canadian Nationalunweit der Ortschaft Boston Bar im Tal des Fraser River.vaten Eisenbahnunternehmenbetrieben wird, der CanadianPacific (CP) und der ehemalsstaatlichen Canadian NationalRailway (CN).Beide Unternehmen besitzeneigenes Rollmaterial undeigene Strecken. Dieser Umstandführt an einigen Stellenzu einer absurden Dichte anEisenbahnstrecken.So gibt es entlang dem Fraser-und dem Thompson Riverauf jeder Flussseite stellenweiseeine zweigleisig ausgebauteBahnstrecke; die eine gehörtder CN, die andere der CP. Bisvor wenigen Jahren fuhr jedeBahngesellschaft auf ihrerStrecke, doch seit einigen Jahrenwird nun zusammengearbeitet:auf der Strecke mit denbesseren Schienen fahren nundie beladenen Züge in RichtungPazifik und auf der anderendie leeren Züge in die andereRichtung.Die Güterzüge erreichenin Kanada und auch Nordamerikafür Europäer mitunterastronomische Längen.Ein durchschnittlicher Güterzugist ungefähr 4 km langund wird meistens von vierbis fünf sechsachsigen 6250PS (4660 kW) starken Diesellokomotivengezogen.Die neueste ÖBB-Diesellokder Reihe 2016 hat übrigensca. 2000 kW und die maximaleLänge eines Güterzugsist in Europa auf ca. 700 Meterbegrenztvon Halifax nach Montréal.– Der „Chaleur“ verkehrt andrei Tagen pro Woche vonGaspé nach Montreal.– Der „Abitibi“ verkehrt auchdreimal pro Woche vonSenneterre nach Montreal.– Der „Saguenay“ verkehrtvon Jonquière nachMontreal an drei Tagen proWoche.– Der „Lake Superior“ verkehrtzwischen Sudbury– Der „Corridor“ verkehrtebenfalls täglich von Windsorüber Hamilton und Torontonach Ottawa, Montrealund Quebec.Dieser Fernverkehr ist beiWeitem keine Alternative, dadie Fahrkartenpreise relativhoch sind und selbst größereStädte aus Kostengründeneinfach ausgelassen werden.So hat die viertgrößte StadtKanadas, Calgary mit über 1Mio Einwohnern, keinen Eisenbahnanschlussmit Personenfernverkehr,die Stadt Reginawird ebenfalls ausgelassen.FernbusverkehrAuch der Busverkehr bietetkaum eine brauchbare Alternativezum Auto. So fahrendie Fernbusse an den meistenAttraktionen und Sehenswürdigkeitenvorbei und verkehrenvor allem zwischen dengroßen Städten.Platzbedarfs und wegen dervielen Brückenbauwerke niegebaut werden würden. Oftgibt es gar keine Alternativenzum Auto, da es so etwaswie Regionalbusse kaum gibtund die meisten Verkehrsmittelnur auf Pendler eingestelltsind, wie der West Coast Express,eindrücklich beweist.Die Besiedelungsstrukturin Europa und die Bevölkerungsdichtebegünstigen natürlichöffentliche Verkehrsmittel.Aber auch in Kanadawäre mehr möglich, dochder Wille und das Bekenntniszum öffentlichen Verkehr fehlen,wie Aussagen des RegierungsbeamtenHarvie Andréaus Alberta beweisen.So sagte er zu dem Umstand,dass Calgary Anfangder neunziger Jahre vom Zugverkehrabgeschnitten wurde,dass es ihm egal sei, ob er je inseinem Leben wieder ein Personenzugsehe.Jakob HolzerFahrgast 2/2012


SteiermarkRegiomoveTagung und Fachmesse Regiomovefand diesmal in Leoben stattDie über die Grenzen bekannte und geschätzte Tagung und Fachmesse„Regiomove“ ging diesmal in Leoben über die Bühne undüberzeugte mit durchdachtem Konzept und interessanten Vorträgen.Die im Zweijahresrhythmusvom B.I.M.veranstaltete Fachtagungfand diesmal am 23.und 24. April an der MontanuniversitätLeoben unterdem Generalthema „Verkehrund Emotionen“ statt.Ein dicht gedrängtes Programmvon Vorträgen hochkarätigerFachleute und alternativangebotene Arbeitskreisegaben Raum für regeDiskussionen, die selbst beimanch kontroversiellen Statementssich überengagiert einbringenderDiskutanten routiniertmoderiert wurden. AuchPausen erwiesen sich nicht als„Zeit untätiger Muße“: Vonder hausinternen Gastronomievorzüglich umsorgt, nahmendie Teilnehmer rundumdie Möglichkeit wahr, informellmit manch sonst „unerreichbarem„Gesprächspartner“in die Diskussion einzutreten.VorträgeEmilia Andreeva-Moschenpräsentierte in einer visualisiertenZeitreise die traditionell„irrationale“ Konnotationvon Fahrzeugen, mit ihremAnspruch auf Image (Dynamik,Sportlichkeit, Jugendlichkeitetc.) weit über bloßes„Transportbedürfnis“ hinausweisend.Doch ein Paradigmenwechselzu Nachhaltigkeitsei im Gange. Sich änderndeEntscheidungskriterien beimAutokauf und markenspezifischeSlogans der Autofirmenmit neuer Begrifflichkeitals Marketingkonzepte („bluemotion“, „ecoflex“) seien dafürBeleg.Verkehrslandesrat GerhardKurzmann berichtete überambitionierte Initiativen derVerkehrsabteilung des LandesSteiermark, den öffentlichenVerkehr zur Akzeptanzsteigerungmit positiver Emotion zubesetzen.Martin Kalab (Wiener Linien)erweiterte den Steiermarkbezug:Peniblen Diagrammenüber Entwicklung von ModalSplit, Fahrgastzahlen, Jahreskartenetc. folgte ein Bekenntniszu langfristigemMarketing im ÖV zur Verhaltens-und Wahrnehmungsänderung.Der Weg vom einerBehörde zum „personal careand human touch“ eines Mobilitäts-Dienstleistersfinde inder Marketing-Formel „DieStadt gehört Dir“ eine griffigeZusammenfassung.Martin Fellendorf referiertesodann über „Verkehrsmittelentscheidungenaus der Sichtder Wissenschaft“. Zielvorgabesei die Priorität von Erklärungsmodellenvor Trendanalysen.Zahlreiche – auch unvermutete– Parameter wurdenvisualisiert, welche denModal Split beeinflussten.Susanne Wolf-Eberl referierteüber Ergebnisse zweierForschungsprojekte, die„Jugend unterwegs. – Lustund Frust der Öffis“ thematisierten.Einmal mehr müsseauf Emotion als Voraussetzungfür nachhaltige Mobilitätgesetzt, Wahlfreiheitgewahrt; normatives und manipulativesAgieren vermieden,vielmehr Nähe und Sympathiedes öffentlichen Angebotesals Bringschuld vermitteltwerden.Vizebürgermeisterin LisaRücker stellte unter dem Titel„Verkehrsmittelwahl als Folgepolitische Entscheidungen“entsprechende Planungen fürdie Landeshauptstadt zur Diskussion.Johannes Theissen (Bonn)berichtete über „emotionalesMarketing für ÖffentlichenNahverkehr in Frankfurt“.Herr Eder referierte über„Qualität und Service derPostbus AG“ und postuliertediesen Anspruch als Zukunftsstrategiedes Mobilitätsanbieters.Peter Haibach von Pro-Bahn brachte eine Fülle vonVorschlägen unter den provokantenTitel „Angebot trifftNachfrage“ ein.Martin Müllner referierteüber die anvisierte intermodulare„österreichweite verkehrsmittelübergreifendeVerkehrsauskunft“,in die Verkehrsmittel-und Infrastrukturbetreibersowie Redaktionen eingebundenseien und deren Umsetzungin einem über zwei Jahrelaufenden Projekt im Auftragder Asfinag geprüft werde.In zahlreichen Vortägen auf Basis von Wissenschaft und Praxis wurde das Thema„Verkehr und Emotionen“ von allen Seiten ausführlich beleuchtet.Herr Blaguss, Juniorchefdes gleichnamigen Reisebüros,stellte die Westbus AG alsErgänzung zur privaten WestbahnAG vor. Der Vortragvon Stefan Wehinger über dieWestbahn AG selbst mussteleider kurzfristig abgesagtwerden,Gerlinde Rehrl stellte imVortrag „Herz oder Hirn?“Entscheidungsparameter imSpannungsfeld von Emotionund Ratio vor, die im Wesentlichenfür alle EntscheidungenGültigkeit hätten. PersönlicheVerantwortung sei nie zurDisposition zu setzen.Christian Einzinger (für dieCEIT alanova) schlug im Referat„Bus Stop 3.0“ die Entwicklungvon Bushaltestellenhin zu multifunktionalenZentren der Regionalentwicklungvor und unterlegte diesmit konkret realisierten, eindrucksvollenBeispielen.ResümeeEine Tagung dieses Qualitätsanspruchserfordert einhohes Maß penibler Vorbereitung,um erfolgreich zusein. Diese ist den Organisatorenzweifelsfrei zu attestieren.Die Tagungsteilnehmergingen einmal mehr bereichertnach Hause, um mitaktualisierten Informationenund Standpunkten „ausgestattet“als Multiplikatoren zuwirken.Karl Rinnhofer10Fahrgast 2/2012


KurzmeldungenFahrradabteile im RailjetKurzmeldungenNach einer Presseaussendungund einem Auftritt vonFahrgast im Radio Steiermarkverkündeten die ÖBB,die Railjet-Garnituren bisFrühjahr 2013 mit Fahrradabteilenauszurüsten. Durch dieseMaßnahme wird eine langjährigeForderung von Fahrgastund der Radlobby Arguserfüllt. Zukünftig werdenin jeder Garnitur sechs Fahrradstellplätzevorhanden sein.Das Radabteil wird in denSteuerwagen eingebaut, wozusätzlich auch extra breiteEinstiege vorhanden sein werden,um die Fahrräder in denZug einladen zu können. ImFahrradabteil wird es zusätzlichSteckdosen geben, um E-Bikes aufladen zu können.Änderungen bei Grazer BuslinienDas verkehrspolitische Zielder Stadt Graz bis zum Jahr2020 ist, den Modal Split imBereich des Öffentlichen Verkehrsvon aktuell ca. 20 % auf24 % zu erhöhen. Dieses Zielist ohne Setzung von Maßnahmenauf bereits heute überlastetenLinien nicht zu erreichen.Daher werden sukzessiveVerbesserungen, wie derAnkauf von Gelenks- und 15-Meter-Bussen, und Angebotserhöhungenbei neuralgischenLinien vorgenommen. Die Linien40 und 32 werden in hinkünftignur mehr mit Gelenkbussenbetrieben werden.Weiters ist geplant, die Linien31 und 63 mit Gelenksbussenzu führen. Dafür müsseneinige Adaptierungen vorgenommenwerden. Die Linie 31wird bei Umstellung auf derRelation Uni/RESOWI–Weblingverkehren, im Gegenzugdazu wird die Linie 39,die dann mit 15-Meter-Bussengeführt werden soll, vom Urnenfriedhofzur Wirtschaftskammerverkehren.Die Linie 63 soll mit Umstellungauf Gelenkbusse nurmehr bis zum St.Peter Schulzentrumgeführt werden, jedochauf der längeren Streckeüber die Haltestelle Morrehofund nicht über die Hans-Brandstetter-Gasse. Ebensodie Linien 41 und 67 werdenab 2012 sukzessive auf Gelenksbusseumgestellt. Längerfristigwird es auch bei denLinien 34/34E und 52 zu Kapazitätsausweitungenkommen.Railjet mit WLAN ausgerüstetSeit Ende 2011 werden dieRailjet-Garnituren sukzessivemit mobilem Gratis-Internetausgerüstet. Mittlerweileverkehren auch auf der Südbahnnach Graz und Klagenfurtinternet-taugliche Züge.Bis Ende 2012 sollen alleRailjets mit WLAN ausgerüstetsein. Alle Railjets, welchemit Gratis-Internet ausgerüstetsind, kann man an einemAufkleber an der Einstiegstüreerkennen. Die WLAN-Verfügbarkeitin den Garniturenist jedoch vom Mobilfunknetzdes Anbieters abhängig.So kommt es vor allem auf derSemmering-Strecke und anderengebirgigen Abschnittenimmer wieder zu Netzunterbrechungen.Südbahn wird auf RechtsverkehrumgestelltWegen der Eröffnung desneuen Wiener Hauptbahnhofeswird die Südbahn von WienMeidling nach Payerbach-Reichenauund andere Streckenim Wiener Raum, unter anderemdie Flughafenschnellbahnund die Stammstrecke der S-Bahn, von Links- auf Rechtsverkehrumgestellt.In Österreich wird seit jeherauf zweigleisigen Streckennicht einheitlich rechtsoder links gefahren. Auf derWestbahn beispielsweise fährtman schon seit einiger Zeit aufder rechten Seite, auf der Südbahnwird seit dem Bau linksgefahren. Die Kosten derUmstellung von Links- aufRechtsverkehr werden mit ungefähr16 Mio. Euro beziffert,obwohl in Österreich grundsätzlichalle zweigleisigenStrecken für Gleiswechselbetriebausgerüstet sind.Das meiste Geld wurde inden Bau von Überholgleiseninvestiert. Dies wurde nötig,da die Überholungen der Zügenun auf der anderen Gleisseiteund an anderen Orten als bisherstattfinden. Die Fahrgästemussten sich seit 6. Augustan die neue Situation gewöhnenund besonders bei den betroffenenBahnhöfen auf dasgeänderte Wegleitsystem achten.Massive Kürzungen beim PostbusMit dem Schulbeginn am 9.September kommt die nächstemassive Einstellungswelleauf Postbuslinien: Praktischder gesamte Verkehr inder Oststeiermark an Samstagen,Sonn- und Feiertagen sowiein den Ferien wird eingestellt,zurück bleibt eine Ansammlungvon Schülerverkehrslinien.Auch die Linie 420 vonGraz nach Lassnitzhöhe fährtan Samstagen nur noch einmal,nachdem der Sonntagsverkehrbereits letztes Jahreingestellt worden ist. Nur aufLinien, auf denen der Postbusdurch Verkehrsdiensteverträgean ein Angebot gebundenist, ändert sich nichts.Dies zeigt wieder die Misere,dass die derzeitige Strukturdes Verkehrsverbundeses den Verkehrsunternehmenerlaubt, wesentliche Einschnitteeinfach so durchzuführen,denn weder der Verkehrsverbundnoch das LandSteiermark haben bei den sogenannten„EigenwirtschaftlichenVerkehren“ ein Mitspracherecht.Dabei sind dieseVerkehre keineswegs eigenwirtschaftlich– sonst müssteman sie ja nicht einstellen –sondern werden durch die öffentlicheHand über die Schüler-und Lehrlingsfreifahrtfinanziert.Wer zahlt, schafft hier eindeutignicht an.Kein Parallelverkehr mehr imÜbelbacher TalAls einzig positives Elementder Postbuseinstellungenwird die Linie 150 zwischenPeggau und Übelbacheingestellt. Damit wird dielangjährige Fahrgast-Forderungerfüllt, Eisenbahnliniennicht durch Parallelverkehrezu schädigen. Der Restverkehrvon Übelbach nach Kleintalund Neuhof hat natürlich Anschlussan die S-Bahn.Ab September wird der Parallelverkehrim Übelbacher Tag endlich abgeschafft.Fahrgast 2/2012 11


Mit den Eisenbahnstrecken von Graz nachKöflach bzw. Wies-Eibiswald, sowie mitden zahlreichen Buslinien erschließt dieGKB umweltbewusst und kostengünstig dieSchilcherheimat Weststeiermark!Auf den Bahnhöfen und Haltestellen derGKB gibt es Park&Ride-Plätze, wo Sie alsBahnfahrer Ihr Auto oder Zweirad kostenlosabstellen können.Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbHA-8020 Graz, Köflacher Gasse 35-41+43 (0)316 5987-0 www.gkb.atFahrgast Steiermark 2/2012Die Zeitung der steirischen Fahrgastvertretung,unabhängig und überparteilich.Erscheinungsweise: Nach Möglichkeit vier Mal im Jahr.Auflage: 1000 Stück.ImpressumMedieninhaber, Herausgeber und Redaktion:Fahrgast Graz/Steiermark, Postfach 30, 8016 Graz.Österreichische Post AGInfo.Mail Entgelt bezahlt Ich interessiere mich für Ihre Tätigkeit und ersucheSie, mir Informationsmaterial zuzusenden. Ich bestelle ein Jahresabo der Zeitung Fahrgast zumPreis von 5,80 Euro inkl. Porto und Versand. Ich trete dem Verein Fahrgast Graz/Stmk. als Mitgliedbei. Jahresbeitrag 20,– Euro; für Familien 25,– Euro;jeweils inklusive Zeitung.NameAdresseUnterschrift................................................................BitteausreichendfrankierenFahrgast Graz/Stmk.Postfach 308016 GrazWenn Sie Fahrgast-Mitglied werdenwollen oder lieber nur ein Zeitungsabomöchten, dann benutzenSie bitte nebenstehende Postkarte.2/2012

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