Cyber-Mobbing? Was tun bei

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Cyber-Mobbing? Was tun bei

Was tun beiCyber-Mobbing?Zusatzmodulzu Knowhow für junge UserMaterialien für den UnterrichtMehr Sicherheit im lnternet durch Medienkompetenz


Titel:Was tun bei Cyber-Mobbing?Zusatzmodul zu Knowhow für junge User. Materialien für den Unterricht.Autoren:Stefanie Rack und Marco Filecciaunter Mitarbeit von:Gudrun MelzerDenise Meisel2. überarbeitete Auflage Dezember 2009Herausgeber:Die Initiative „klicksafe“ (www.klicksafe.de) ist ein Projekt im Rahmen des „Safer Internet Programms“ der Europäischen Union.Es wird von einem von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz koordinierten Konsortium getragen.Diesem gehören die LMK (www.lmk-online.de) und die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) (www.lfm-nrw.de) an.Koordinator klicksafe: Peter Behrens, LMKThe project is co-funded by the European Union, through the Safer Internet plus programme: http://ec.europa.eu/saferinternet.Mit freundlicher Unterstützung von Saferinternet.at/Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation:Für die Überarbeitung des vorliegenden Moduls wurden Inhalte der Broschüre „Schulmaterial – erst denken, dann klicken – Aktiv gegenCyber-Mobbing Vorbeugen - Erkennen – Handeln“ übernommen.Es wird darauf verwiesen, dass alle Angaben in diesem Modul trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr erfolgen und eine Haftungder Herausgeber und der Autoren ausgeschlossen ist.Bezugsadressen:klicksafe-Bürosc/o Landeszentrale für Medien und Kommunikation(LMK) Rheinland-Pfalzc/o Landesanstalt für MedienNordrhein-Westfalen (LfM)Turmstraße 1067059 LudwigshafenTel: 06 21 / 52 02-271Fax: 06 21 / 52 02-279Email: info@klicksafe.deURL: www.klicksafe.deZollhof 240221 DüsseldorfEmail: klicksafe@lfm-nrw.deURL: www.klicksafe.deNichtkommerzielle Vervielfältigung und Verbreitung ist ausdrücklich erlaubt unter Angabeder Quelle klicksafe.de und der Webseite www.klicksafe.de.Layout und Umschlaggestaltung:Designgruppe Fanz & NeumayerSchifferstadt


Modul | Cyber-MobbingÜberblick über das ModulSachinformation1. Cyber-Mobbing – was ist das? 41.1 Was ist so neu an Cyber-Mobbing? 41.2 Ausmaß und Problematik in Deutschland 51.3 Wie werden die neuen Technologien zum Mobben genutzt? 62. Cyber-Mobbing in der Schule 82.1 Das Problem 82.2 Cyber-Mobbing unter SchülerInnen 82.3 Funktionen von Cyber-Mobbing 82.4 Anlässe und Auslöser für Cyber-Mobbing 93. Cyber-Mobbing – Wie kann damit umgegangen werden? 93.1 Vorbeugen: Wie man präventiv aktiv sein kann 103.1.1 Was kann die Schule tun? 113.1.2 Was können Lehrer tun? 113.2 Erkennen: Wie kann Cyber-Mobbing rechtzeitig bemerkt werden? 123.3 Handeln: Was kann man tun, wenn ein Cyber-Mobbing Fall auftritt? 124. Was kann man tun, wenn man betroffen ist? 134.1 Was tun, wenn Lehrende zum Opfer werden? 145. Was sagt das Gesetz? 156. Wie kontaktiere ich Service-Anbieter? 167. Anlaufstellen 188. Links und weiterführende Literatur 18Übersicht über die Arbeitsblätter 21Methodisch-didaktische Hinweise 22Arbeitsblätter (1–6) 24


Modul | Cyber-Mobbing1 Cyber-Mobbing – was ist das?2 Cyber-Mobbing in der Schule3 Cyber-Mobbing – Wie kann damitumgegangen werden?4 Was kann man tun, wenn manbetroffen ist?5 Was sagt das Gesetz?6 Wie kontaktiere ich Service-Anbieter?7 Anlaufstellen8 Links und weiterführende LiteraturSachinformation1. Cyber-Mobbing – was ist das?Unter Cyber-Mobbing (hier wird der Begriff synonym zuCyber-Bullying, E-Mobbing u.Ä. verwendet) verstehtman das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellenoder Belästigen anderer mithilfe moderne Kommunikationsmittel– meist über einen längeren Zeitraum.Cyber-Mobbing findet entweder im Internet (z.B. durchE-Mails, Instant Messenger wie beispielsweise ICQ, inSozialen Netzwerken, durch Videos auf Portalen) oder perHandy (z.B. durch SMS oder lästige Anrufe) statt. Ofthandelt der Täter – den man „Bully“ nennt – anonym, sodassdas Opfer nicht weiß, von wem die Angriffe stammen.Gerade bei Cyber-Mobbing unter Kindern und Jugendlichenkennen Opfer und TäterInnen einander meist auchin der „realen“ Welt. Die Opfer haben fast immer einenVerdacht, wer hinter den Attacken stecken könnte. Cyber-Mobbinggeht in der Regel von Personen aus demeigenen Umfeld aus – der Schule, dem Wohnviertel,dem Dorf oder der ethnischen Community. Fälle, in diegänzlich Fremde involviert sind, sind wenig verbreitet.Beim sogenannten „Cyber-Grooming“, der gezielten Anbahnungsexueller Kontakte mit Minderjährigen über dasInternet, sind die Täter hingegen meist ältere, fremdeMänner. Sie geben sich in Chats oder Online-Communitysgegenüber Kindern oder Jugendlichen als gleichaltrigaus, um sich so das Vertrauen der Minderjährigen zu erschleichen.Meist mit dem Ziel, sich auch in der „realen“Welt mit ihnen zu treffen und sie zu missbrauchen.(Quelle: Saferinternet.at)1.1 Was ist so neu an Cyber-Mobbing?Mobbing ist an sich keine neue Erscheinung, aberCyber-Mobbing unterscheidet sich in einigen Punktenvom „direkten“ Mobbing: Eingriff rund um die Uhr in das PrivatlebenCyber-Mobbing endet nicht nach der Schule oderder Arbeit. Weil Cyber-Bullies rund um die Uhr überdas Internet oder das Handy angreifen können,wird man sogar zu Hause von ihnen verfolgt. Dieeigenen vier Wände schützen also nicht vor Mobbing-Attacken, es sei denn, man nutzt keine Neuen Medien. Das Publikum ist unüberschaubar groß. Inhalteverbreiten sich extrem schnell.Nachrichten oder Bilder, die elektronisch herumgeschicktwerden, sind, sobald sie online sind, nurschwer zu kontrollieren. Filme können beispielsweiseganz einfach von einem Internetportal in einanderes kopiert werden.Deswegen sind Ausmaß und Spielraum von Cyber-Mobbing viel größer als beim „direkten“ Mobbing.Inhalte, die man schon längst vergessen hat, könnenimmer wieder an die Öffentlichkeit gelangen und esOpfern schwermachen, darüber hinwegzukommen. „Cyber-Bullies“ können anonym agieren.Nicht zu wissen, wer der andere ist, kann einem OpferAngst machen und es verunsichern, weil es nicht weiß,wer es belästigt. Der „Cyber-Täter“ zeigt sich seinem Opfernicht direkt, sondern kann anonym agieren, was ihmeine wenn auch vielleicht trügerische Sicherheitund oftmals eine zähe Ausdauer verleiht. Identität von „Cyber-Bully“ und OpferCyber-Mobbing kann sowohl zwischen Gleichaltrigen(z.B. Freunden und Mitschülern) als auch zwischenunterschiedlichen Generationen (z.B. Schülern undLehrern) stattfinden. Alter oder Aussehen spielendabei keine Rolle, da der Cyber-Bully sich eine eigeneIdentität aufbauen kann, die in Wirklichkeit nichtselten ganz anders aussieht. Einige Fälle des Cyber-Mobbings sind unbeabsichtigt.Es kann passieren, dass man jemanden ohne böseAbsicht verletzt, wenn man nicht über die Konsequenzeneines vorschnell veröffentlichten Bildes, einerverletzenden Aussage etc. nachdenkt oder einem nichtwirklich bewusst ist, was z.B. ein übler Scherz oderWitz für einen anderen bedeutet. Da die Reaktionen derOpfer für den Täter nicht sichtbar sind, ist ihm das Ausmaßverletzender Worte oder Bilder häufig nicht klar.(Quelle: Crown Copyright. Mit freundlicher Genehmigungvon Childnet International.)4


Modul | Cyber-Mobbing1.2 Ausmaß und Problematik in DeutschlandAuch wenn noch keine gesicherten Zahlen vorliegen, sokann man trotzdem festhalten: Cyber-Mobbing wird inDeutschland zunehmend zum Thema. Der Negativ“trend“aus Großbritannien hat die deutschen Jugendlichenerreicht. Dies ist eigentlich nicht verwunderlich, wennman bedenkt, dass jugendliches Leben zunehmendinteraktiv stattfindet. Freundschaften, ja sogar Beziehungenwerden heute ganz selbstverständlich imNetz und per Handy gepflegt und gelebt, Kontaktaufnahmeund Kontaktpflege online sind mitunterdie häufigsten Online-Tätigkeiten (JIM-Studie 2009).Profilmanagement, Selbstinszenierung und der bloßeAufenthalt („das Abhängen“) in den verschiedenenSozialen Netzwerken (beispielsweise schülerVZ, werkennt-wen,die Lokalisten) nehmen einen Großteil derZeit junger Menschen ein. Sozial unerwünschtesVerhalten, wie gezieltes Ausgrenzen, Bloßstellen undDiskreditieren anderer, findet, wie andere Ereignissedes Lebens auch, zunehmend im Netz statt.Innerhalb der JIM-Studie 2009 gaben 24% der Befragten(12- bis 19-Jährige) an, jemanden zu kennen,der bereits im Internet gemobbt wurde.Die Gesellschaft reagiert. Immer mehr Fälle von Cyber-Mobbing tauchen in den Medien auf, Cyber-Mobbing-Attacken gegen Lehrer sind Thema deutscher Gesamtlehrerkonferenzen,auf Anti-Mobbing-Seiten ist von einerZunahme an Mobbing mittels Neuer Medien zu lesen.Insgesamt ist eine deutliche Mobilisierung festzustellen.Das Ausmaß an Cyber-Mobbing bei Schülerinnenund Schülern wird offenbar nicht mehr unterschätzt!zwei Mal innerhalb der letzten zwei Monate betroffen.Beleidigungen und das Verbreiten von Gerüchten wurdeals häufigste Form des Cyber-Mobbings benannt. AlsHauptverursacher wurden erneut die Mitschüler/Innengenannt.Der Großteil der Opfer ist von „leichtem“ Cyber-Mobbingbetroffen.Wie oft bist du in den letzten zwei Monaten Opfer von Cyber-Mobbing gewesen?(Quelle: Mobbing bei Schülerinnen und Schülern derBundesrepublik Deutschland, zepf 2009)Cyber-Mobbing geschieht am häufigsten in Communitiesund in Chats.Hier noch einige Zahlen und Fakten:Das Zentrum für empirische pädagogische Forschungder Universität Koblenz-Landau (zepf) hat in einerOnline-Befragung aus dem Jahr 2007 herausgefunden,dass 19,9% der befragten Schülerinnen und Schüler(1.–13. Klasse) bereits von Cyber-Mobbing betroffenwaren bzw. sind. Die Studie wurde Anfang 2009 durchdas zepf wiederholt. Hierbei handelt es sich erneutum eine nicht-repräsentative Studie, allerdings gebendie Ergebnisse wichtige Hinweise über das Phänomendes Cyber-Mobbing. Die Befürchtung, dass sich dieVerbreitung des Cyber-Mobbing ausweitet, wurde nichtbestätigt. Bei einer Befragung von Schülern der 1. bis13. Klasse gaben 16,5% an, selbst von leichtem bisschwerem Cyber-Mobbing betroffen zu sein. Die meistenOpfer waren dabei nur in geringem Maße, also ein bisGibt es jemanden in Deinem Bekanntenkreis, der schon malim Internet fertig gemacht wurde?(Quelle: JIM 2009)5


Modul | Cyber-Mobbing1 Cyber-Mobbing – was ist das?2 Cyber-Mobbing in der Schule3 Cyber-Mobbing – Wie kann damitumgegangen werden?4 Was kann man tun, wenn manbetroffen ist?5 Was sagt das Gesetz?6 Wie kontaktiere ich Service-Anbieter?7 Anlaufstellen8 Links und weiterführende Literatur1.3 Wie werden die neuen Technologien zum Mobben genutzt?Die unten abgebildete Tabelle zeigt einige Möglichkeiten, wie neue Technologien heutzutage sinnvoll genutzt,jedoch auch, wofür sie missbraucht werden können.(Quelle: Crown Copyright. Mit freundlicher Genehmigung von Childnet International.)TechnologieHandysInstant Messenger(IM)ChatroomsE-MailWebcamsPositive Nutzungsmöglichkeiten Kommunikation durch Text und Bild Bilder und Filme aufnehmen undverschicken Musik hören spielen ins Internet gehen E-Mails schreiben sehr nützlich im Notfall und umKindern mehr Unabhängigkeitzu bieten mit Freunden chatten(schreiben oder reden) schnelle und effektive Möglichkeit,in Kontakt zu bleiben Leute aus der ganzen Welt könnensich in Gruppen zeitgleich übergemeinsame Interessen unterhalten. eine gute Möglichkeit für Bekanntschaften elektronische Briefe, Bilder, Dateienschnell und günstig in der ganzenWelt verschicken Bilder und Videobotschaften vonsich aufnehmen andere über den Bildschirm sehenund mit ihnen reden VideokonferenzenMöglicher Missbrauch wiederholt anonyme Anrufe tätigen und gemeineNachrichten verschicken (einschließlich Drohungen,Einschüchterungen, Beleidigungen) demütigende Bilder oder Videos aufnehmen,herumschicken oder im Internet veröffentlichen(z.B. Happy Slapping) gemeine Nachrichten, Bilder oder Videosverschicken einen anderen Account benutzen, um fieseNachrichten an die Kontaktliste zu verschicken gemeine oder drohende anonyme Nachrichtenverschicken Gruppen, die bestimmte Personen absichtlichignorieren Freundschaften unter falschem Vorwand schließen(um so an persönliche Informationen zu gelangen;mögliche Folgen: Erpressung, Verleumdung) gemeine oder bedrohliche Nachrichten verschicken unpassende Inhalte (inklusive Videos, Bildernoder auch Computer-Viren) verschicken auf einen anderen Account zugreifen, z.B. umpersönliche E-Mails weiterzuleiten oder E-Mailszu löschen unangebrachte Inhalte aufnehmen und verschicken junge Leute zu unangemessenem Handelnüberreden oder zwingen private Aufnahmen nach Trennungen online stellen,um – meist den Expartner/die Expartnerin – inder Öffentlichkeit zu blamieren (auf Portalen wiebeispielsweise youporn)6


Modul | Cyber-MobbingTechnologiePositive NutzungsmöglichkeitenMöglicher MissbrauchSoziale Netzwerke mit Freunden in Kontakt treten undinnerhalb von Online-Communitiesneue (oder alte) Freunde findenund treffen jungen Leuten die Möglichkeitgeben, im Internet kreativ zu sein,sogar Musik zu veröffentlichen persönliche Profile und Homepageskönnen erstellt werden, Inhalte könnenkreiert und hochgeladen werden. gemeine Kommentare zu Bildern oder auf diePinnwand schreiben fiese Bilder oder Videos veröffentlichen auf einen anderen Account zugreifen und damitUnsinn anstellen (wie z.B. Nachrichten schreiben,Informationen löschen oder hinzufügen) absichtlich gegründete Hassgruppen, die sichgegen eine Person richten „Fake-Profile“ erstellen und vorgeben, einebestimmte Person zu sein, z.B. um jemanden zuschikanieren oder zu demütigenVideo-PortaleVirtuelleLernumgebungenGaming-Seiten,Virtuelle Welten(z.B. World ofWarcraft) interessante, unterhaltende undkünstlerische Videos abrufen odereigene hochladen Förderung des selbstständigenLernens Bereitstellung der Unterrichtsmaterialienund Hausaufgaben/Referate während Online-Spielen live mitSpielern aus der ganzen Weltkommunizieren (schriftlich oderverbal) Virtuelle Welten machen es Nutzernmöglich, eigene Avatare zu erstellen– eine Figur, die den jeweiligen Nutzerin der virtuellen Welt repräsentiert beschämende, demütigende Videos über einePerson veröffentlichen private Aufnahmen (häufig erotischen Inhalts) nachTrennungen online stellen, um – meist den Expartner/die Expartnerin – in der Öffentlichkeit zu blamieren unangebrachte Nachrichten einstellen erfahrene Spieler suchen sich schwache, nochunerfahrene Spieler aus, deren Charaktere siewiederholt töten. gezieltes Ausschließen einzelner Spieler ausGruppenaktivitäten und Ereignissen7


Modul | Cyber-Mobbing1 Cyber-Mobbing – was ist das?2 Cyber-Mobbing in der Schule3 Cyber-Mobbing – Wie kann damitumgegangen werden?4 Was kann man tun, wenn manbetroffen ist?5 Was sagt das Gesetz?6 Wie kontaktiere ich Service-Anbieter?7 Anlaufstellen8 Links und weiterführende Literatur2. Cyber-Mobbing in der Schule2.1 Das ProblemCyber-Mobbing ist keinesfalls ein Problem, welches sichauf das Privatleben beschränkt. Immer häufiger wirdauch die Schule zum Schauplatz von Cyber-Mobbing;sowohl Lehrer als auch Schüler werden öffentlich anden Pranger gestellt. Gerade Portale wie „Spickmich“,in dem Schüler „den Spieß umdrehen“ und ihre Lehrerbenoten, zeigen auf, wie leicht auch Lehrer öffentlich– ob nun positiv oder negativ – dargestellt werdenkönnen (siehe auch Kapitel 4_6, klicksafe-Lehrerhandbuch).Laut einer Online-Studie der GEW (Gewerkschaft fürErziehung und Wissenschaft) aus dem Jahr 2007 sindbereits 8% der Lehrer in Deutschland von Cyber-Mobbingbetroffen. Dabei kommt es nicht auf das Alter oderdas Geschlecht an, ein Opferprofil lässt sich nicht soeinfach erstellen. Was die Täter angeht, so lässt sichzumindest feststellen, dass sie zu 70% männlich undzwischen 11 und 20 Jahre alt sind. Es gibt zwar aucheinige Fälle, in denen Cyber-Mobbing zwischen Kollegenstattfindet, das Mobbing an Lehrern wird allerdingshauptsächlich von Schülern betrieben. Es sollte dennochnicht außer Acht gelassen werden, dass ein Großteilder Mobbing-Opfer vor allem Schüler sind und dassMobbing zwischen Gleichaltrigen stattfindet.(Zusammenfassung der Studie auf www.gew.de)Die Opfer von Cyber-Mobbing empfinden zunächsthauptsächlich Wut und Verunsicherung, in einigen Fällenauch Angst. Häufig ist zunächst nicht klar, wer der Angreiferaus dem Hinterhalt eigentlich ist. Stellt sich heraus, werhinter der Schikane steckt, so hat das meist keine gravierendenFolgen für den Täter (keine Strafanzeige/kein Schulverweis).Jedoch bleiben ein Gespräch mit Lehrer und derSchulleitung sowie eine (für Schulen übliche) Bestrafungin der Regel nicht aus. Eindimensionale Bestrafungskonzeptesollten jedoch in diesem wie auch in anderenZusammenhängen der Schülerverurteilung überdacht unddifferenzierter angegangen werden. Was sind die Ursachenfür das Mobbing? Wie ist das Klima an unserer Schule?Wird über Probleme in der Klasse geredet, gibt es einenKlassenrat, eine Kultur der Auseinandersetzung?Welche Umstände haben zum Mobbing beigetragen?die Verlagerung von Teilen des Lebens von Jugendlichenins Internet. Freundschaften und Beziehungenwerden heutzutage ganz selbstverständlich überInternet und Handy geschlossen und gepflegt. Fastdrei Viertel der deutschen Jugendlichen nutzen beispielsweiseInstant Messenger mindestens einmal proWoche. Auch Soziale Netzwerke werden immer wichtiger:Bereits 72% aller 12- bis 19- jährigen Jugendlichennutzen täglich oder mehrmals wöchentlich OnlineCommunities. Erste Hinweise über die Verbreitungvon Cyber-Mobbing liefern die JIM-Studien aus denJahren 2008 und 2009 des MedienpädagogischenForschungsverbundes Südwest. Demnach bestätigtein Viertel der befragten Jugendlichen zwischen 12und 19 Jahren, dass im Bekanntenkreis schon einmaljemand in einem Sozialen Netzwerk (JIM 2008)bzw. im Internet allgemein (JIM 2009) von Mobbingbetroffen war.(Quelle: Saferinternet.at)2.3 Funktionen von Cyber-MobbingUm Cyber-Mobbing besser verstehen zu können,lohnt ein Blick auf den vermeintlichen „Nutzen“, denMobbing für die TäterInnen haben kann: Entlastung: Mobbing dient als Ventil für aufgestauteAggressionen. Anerkennung: Mobbing wird dazu verwendet,sich einen bestimmten Ruf zu verschaffen, z. B.besonders „cool“ zu sein. Stärkung des Gemeinschaftsgefühls: Mobbinggeschieht meist in der Gruppe nach dem Motto:„Gemeinsam sind wir stark“. Demonstration von Macht: Mobbing wird eingesetzt,um Stärke zu zeigen, um klar zu stellen,wer „das Sagen hat“. Angst: Oft spielen auch Versagensängste oder dieAngst, selbst zu einem Mobbing-Opfer zu werden,eine Rolle. Vor allem „MitläuferInnen“ wollen ihreZugehörigkeit zur Gruppe nicht riskieren.(Quelle: Saferinternet.at)2.2 Cyber-Mobbing unter SchülerInnenDa Cyber-Mobbing ein sehr junges Phänomen ist,gibt es erst wenige wissenschaftliche Studien, die dasAusmaß des Problems beschreiben. Unbestritten ist8


Modul | Cyber-Mobbing2.4 Anlässe und Auslöser für Cyber-MobbingAnlässe und Auslöser für Cyber-Mobbing könnenvielfältig sein. Meistens stehen die Angriffe in Zusammenhangmit einer längeren Vorgeschichte undsind Ausdruck für gestörte Kommunikation und mangelndeEmpathie. Mobbing ist Teil der Normalität: Mobbing gehörtnicht selten zum alltäglichen Umgang in einerGruppe, es wird toleriert und bleibt ohne Folgen.Wenn BeobachterInnen wegschauen und Mobbing-Opfern nicht dabei helfen, sich zu wehren, könnenBelästigungen über Jahre hinweg andauern. Langeweile: Cyber-Mobbing kann aus Langeweileentstehen, beispielsweise indem ein Foto eines/rMitschülers/Mitschülerin in einer Online-Communitynegativ kommentiert wird. Daraus kann sich einStreit entwickeln, der sich aufschaukelt und immerweitere Kreise zieht. Interkulturelle Konflikte: Oft spielen bei Cyber-Mobbing auch interkulturelle Konflikte zwischenJugendlichen verschiedener Nationalitäteneine Rolle. Konflikte in der Klassengemeinschaft: BestehendeSpannungen innerhalb einer Klasse verlagernsich zunehmend ins Internet bzw. auf dasHandy. Der „Klassen-Streber“ wird beispielsweise(auch) in Sozialen Netzwerken verspottet oderSchüler auch zuhause via SMS von ihren Klassenkameradenbelästigt. Freundschaften verändern sich: Freundschaftenbrechen auseinander und unter ehemals bestenFreundInnen entstehen Hass– und Rachegefühle. Klassengemeinschaften verändern sich: EineKlasse wird neu zusammengestellt oder neueSchülerInnen kommen dazu (z.B. „Wiederholer“). Unerwünschte Veröffentlichung von persönlichenInformationen: Persönliche Details oderintime Bilder/Videos, die nicht für die Öffentlichkeitbestimmt sind, werden weitergegeben – teilweiseauch ohne böse Absicht. Oft sind sich Kinder undJugendliche nicht bewusst, wie verletzend so eineBloßstellung sein kann.(Quelle: Saferinternet.at)3. Cyber-Mobbing – Wie kann damit umgegangenwerden?Jugendliche wissen häufig nicht, welchen Schaden siemit einer veröffentlichten Bild- oder Video-Montageim Internet anrichten können oder welche Empfindungverletzende oder bedrohliche Nachrichten bei Betroffenenauslösen können. Für sie ist das oft nur einSpaß, um sich an Lehrern, beispielsweise wegen einerschlechten Note, zu rächen oder um einen Mitschülerzu ärgern. Leider gibt es kein Patentrezept gegenCyber-Mobbing. Die Arten und Motive sind zu unterschiedlich,um einheitlich dagegen vorgehen zu können.Darum ist es wichtig, dass alle Lehrer ein Gespür fürMobbing und den Zusammenhang mit Cyber-Mobbingentwickeln.Es ist sinnvoll, den Schülern im Vorhinein zu vermitteln,welche Folgen dieses Handeln haben kann und dassCyber-Mobbing ganz und gar nicht „angesagt“ ist. Hierbeisind präventive Maßnahmen gefragt, mit denen sichdas ganze Kollegium und die ganze Schule, vielleicht inForm von Projekttagen, auseinander setzen sollte. Dabeimuss allen Lehrern und der Schulleitung klar werden,dass exzessive Mediennutzung heute selbstverstänlichzum Lebensalltag der Jugendlichen gehört. Laut aktuellerJIM-Studie (2009) ist zum ersten Mal seit zehnJahren der Anteil der Jugendlichen, die einen eigenenComputer besitzen, mit 75% deutlich höher als derProzentsatz derjenigen mit einem eigenen Fernsehgerät(60%). Darum sollten sich auch Lehrer mit dembei Jugendlichen so beliebten Medium Internet undseinen Anwendungsmöglichkeiten (MSN, Soziale Netzwerkeetc.) auseinander setzen, sich über Trends informierenlassen und möglichst „upgedatet“ bleiben.Cyber-Mobbing unter Jugendlichen spielt sich fastausschließlich in der unmittelbaren Alltags-Umgebungder Opfer ab – und die Schule ist ein wichtiger Teildavon. Es ist daher wahrscheinlich, dass entsprechendeFälle in oder im Umfeld der Schule auftauchen.Von den SchülerInnen, über die Schulleitung und dieLehrenden bis hin zu den Eltern – alle können imFalle eines Konflikts beteiligt und betroffen sein.Vor allem die Schulleitung sieht sich bei Cyber-Mobbing-Vorfällenmit der Herausforderung konfrontiert,innerhalb kürzester Zeit oft sehr emotionsgeladeneVermittlungsarbeit zu leisten. Gespräche an Schulenzeigen, dass solche Vorkommnisse sehr rasch an dieDirektionen herangetragen werden. Hier ist es ratsam,9


Modul | Cyber-Mobbing1 Cyber-Mobbing – was ist das?2 Cyber-Mobbing in der Schule3 Cyber-Mobbing – Wie kann damitumgegangen werden?4 Was kann man tun, wenn manbetroffen ist?5 Was sagt das Gesetz?6 Wie kontaktiere ich Service-Anbieter?7 Anlaufstellen8 Links und weiterführende Literaturauf weitere Vermittlungsangebote durch Klassenvorstände,BeratungslehrerInnen, Peer-MediatorInnenoder der schulischen Sozialarbeit zurückzugreifen.(Quelle: Saferinternet.at)Ein kleiner Exkurs am Rande: Kennen Sie HappySlapping? Bedeutet: „Lustiges Draufschlagen“, aberlustig ist da gar nichts. Zumindest nicht für dieOpfer, die gedemütigt, verletzt und zur allgemeinenBelustigung dabei mit der Handykamera gefilmtwerden; Verbreitung der Aufzeichnungen – wennauch nur im engsten Freundeskreis und nicht wie invielen Fällen auf Videoportalen – obligatorisch.Handyfilmchen, die vom Inhalt her in Deutschlandverboten sind, werden außerdem als „heiße Ware“auf dem Schulhof gehandelt, vom Hardcore-Pornoüber Gewaltdarstellungen bis hin zu Aufzeichnungvon Kriegsgräueln (beispielsweise Exekutionen).Je härter, desto besser. Oft ist das Anschauen dieserFilme auch als Mutprobe gedacht. Informationenüber „Handyfilme“ in der gleichnamigen Broschüre aufwww.servicebureau.de. Eine Übersicht über unzulässigeAngebote für Jugendliche im Internet bietetdie Kommission für Jugendmedienschutz:( www.kjm-online.de).3.1 Vorbeugen: Wie man präventiv aktiv sein kann.3.1.1 Was kann die Schule tun? Wissen schaffenDie ganze Schule braucht eine einheitliche Definitionvon Cyber-Mobbing. Jeder muss sich über das Ausmaßim Klaren sein und Cyber-Mobbing von direktemMobbing unterscheiden können. Junge Menschenund ihre Eltern sollten über die Verantwortung derSchüler im Internet und auch über die Sanktionenbei Missbrauch aufgeklärt werden. Eltern und Schülersollten wissen, dass die Schule ihnen Unterstützunganbieten kann, auch wenn das Cyber-Mobbingaußerhalb der Schule stattfindet. Verhaltenskodex (Schulordnung) und Kulturdes respektvollen UmgangsEs ist sicher sinnvoll, einen von Schulleitung, Lehrern,Schülern und Eltern gemeinsam erarbeiteten Verhaltenskodexzu erstellen und diesen auch fortlaufend,je nach aktuellen Gegebenheiten, zu aktualisieren.Dieser Verhaltenskodex beinhaltet das Verbot der Nutzungvon Handy und Handykamera in Unterricht undPause und schließt auch das Mobbing über das Internetund Handy aus. Der Verhaltenskodex wird vonallen Beteiligten zu Schuljahresbeginn unterschrieben. Anti-Mobbing-Beauftragter undStreitschlichterkonzeptEs ist sinnvoll, einen Anti-Mobbing-Beauftragten zuberufen oder, falls dieser schon existiert, sein Aufgabengebietum „Cyber-Mobbing“ zu erweitern. Essollte sich hierbei um ein Mitglied der Schulleitungoder um einen Lehrer handeln, da diese den Überblicküber die Schüler und die Kommunikationswegeinnerhalb der Schule haben. Das Konzept der Streitschlichterals Möglichkeit, von Schüler zu SchülerKonflikte lösen zu können, sollte auch in diesemZusammenhang eingesetzt werden. Hilfe von außen suchenPräventionsbeamtInnen der Polizei können sehreindringlich über mögliche Konsequenzen desCyber-Mobbings berichten. Auch Workshops (z.B.von klicksafe.de) für den sicheren und verantwortungsvollenUmgang mit Internet und Handy helfenbei der Bewusstseinsbildung an Schulen. Außerdemkönnen SchulpsychologInnen, SchulsozialarbeiterInnenund MediatorInnen in Fällen von Cyber-Mobbingrasch und professionell eingreifen und vermitteln.(Quelle: Saferinternet.at) Integration des Themas in den UnterrichtIntegrieren Sie Cyber-Mobbing als Problemthematikin Ihren Unterricht. So wird die Aufmerksamkeitexplizit auf das Thema gelenkt, und die Schüler merken,dass es sich bei Cyber-Mobbing um ein eigenständigesProblem handelt, welches thematisiert werdenmuss. Dieses Modul soll Sie hierbei unterstützen. Weiterbildung für Lehrende zu Konfliktthemen:Um reagieren zu können, bevor ein Konflikteskaliert, ist Sensibilität erforderlich. Nur wenn10


Modul | Cyber-MobbingLehrende sich in Konfliktlösungstechniken weiterbilden,ist es ihnen möglich, erste Anzeichen vonSpannungen zu erkennen und entsprechend zuhandeln. Neben zahlreichen Weiterbildungsangebotenan Pädagogischen Hochschulen sind unteranderem auch Angebote von privaten Anbieternwie zum Beispiel das Kursangebot des InstitutsKonflikt-Kultur ( www.konflikt-kultur-freiburg.de)oder Websites wie www.mobbing.seitenstark.deoder www.juuuport.de zu empfehlen.(Quelle: Saferinternet.at) Die positive Nutzung der Neuen Medien fördernSetzen Sie Neue Medien gezielt ein, um das positiveund erfolgreiche Lernen zu unterstützen und um dasPotenzial des personalisierten Lernens zu realisierenund zu erweitern, indem das Lernen flexibler, kreativerund greifbarer gemacht wird.Erkunden Sie sichere Wege, die Neuen Medien mitden Schülern zu nutzen, um Selbstachtung, Durchsetzungsvermögen,Mitverantwortlichkeit und dasEntwickeln von Freundschaften zu unterstützen.Fördern und diskutieren Sie den respektvollen Umgangim Internet sowie die Themen Internetsicherheitund vor allem Datenschutz (Welche Daten gebe ichvon mir preis?). Zeigen Sie Ihren Schülern, dass dieErwachsenen in der Schule die von ihnen genutztenMedien verstehen, oder (falls dies nicht der Fall ist)bringen Sie die Schüler dazu, Sie darin zu unterrichten!Regelmäßige Rückblicke sind fundamental, wennSie dauerhaft sicherstellen wollen, dass IhreAnti-Mobbing-Gesetze funktionieren und auf demneuesten Stand sind. Erwägen Sie, eine jährlicheUntersuchung durchzuführen, in der Sie Schülerzu ihrer Mobbing-Situation befragen und auchdie Zufriedenheit der Eltern eruieren, denn diesesollten auch integriert und dadurch informiertwerden. Veröffentlichen Sie die Entwicklung unddie Aktivitäten für die gesamte Schulgemeinschaft– vielleicht auf Ihrer Schulhomepage. WennSie Mobbing und Cyber-Mobbing als ständiges,dauerhaftes Problem – auch im Kollegium –behandeln, werden Sie Erfolg haben, sich selbstund Ihre Schüler vor Mobbing-Angriffen zubewahren.3.1.2 Was können Lehrer tun? SchülerInnen in ihrem Selbstbewusstseinstärken: Kinder und Jugendliche, die lernen, selbstbewusstund selbstbestimmt zu agieren, wissensich in schwierigen Situationen besser zu helfen.Sie beziehen Angriffe weniger auf sich selbstund können in der Regel gelassener mit Mobbingumgehen. Empathie der SchülerInnen steigern: In vielenFällen ist es SchülerInnen nicht bewusst, dass ihreTaten andere verletzen. Maßnahmen zur Sensibilisierungin diesem Bereich sind daher sinnvoll. Klassenklima verbessern: Oft tauchen Cyber-Mobbing-Fälle in ohnehin „schwierigen“ Klassenauf. Regelmäßige Maßnahmen, die das Klassenklimaverbessern und den Zusammenhalt in derKlasse stärken, können hier vorbeugend wirken.Dazu zählen vor allem projektbezogene und gruppenbasierteLernformen sowie „offenes Lernen“. Wertschätzung füreinander lernen: Ein wertschätzenderUmgang miteinander heißt, dieBeziehungsebene von der Sachebene trennenzu können. Dies bedeutet für Lehrende undSchülerInnen, zwischen der Sympathie für einePerson und den objektiven Gegebenheitenunterscheiden zu lernen. Positives Feedback geben: Oft kommen gut gemeinteWorte beim Gegenüber anders an alsbeabsichtigt: „Ich mag an dir, dass du nicht lästerst.“ist z.B. als positive Aussage gedacht, aber negativformuliert. Besser wäre: „Ich mag an dir, dass du Geheimnissefür dich behalten kannst“. Gutes Verhältnis zwischen Lehrenden undSchülerInnen schaffen: Ein gutes Vertrauensverhältnisträgt dazu bei, dass sich von Cyber-Mobbingbetroffene SchülerInnen schneller an ihre LehrerInnenwenden und so möglichst früh Hilfe organisiertwerden kann.(Quelle: Saferinternet.at)11


Modul | Cyber-Mobbing1 Cyber-Mobbing – was ist das?2 Cyber-Mobbing in der Schule3 Cyber-Mobbing – Wie kann damitumgegangen werden?4 Was kann man tun, wenn manbetroffen ist?5 Was sagt das Gesetz?6 Wie kontaktiere ich Service-Anbieter?7 Anlaufstellen8 Links und weiterführende Literatur3.2 Erkennen: Wie kann Cyber-Mobbing rechtzeitigbemerkt werden?Für Lehrende ist es nicht immer einfach, Fälle vonCyber-Mobbing rechtzeitig zu erkennen. Dazu trägtauch bei, dass Lehrende meist erst sehr spät in einenVorfall eingebunden werden oder erst davon erfahren,wenn der Konflikt bereits eskaliert ist.Da sich Cyber-Mobbing und „direktes“ Mobbing aufdie Betroffenen sehr ähnlich auswirken, gelten fürdie Früherkennung vergleichbare Maßstäbe. ImFolgenden sind einige Anhaltspunkte, wie Mobbingfrühzeitig erkannt werden kann, dargestellt. Durchfrühe Maßnahmen können Spannungen schonim Vorfeld abgebaut und weitere Mobbing-Attackenverhindert werden. Mögliche Hinweise auf problematischeKonflikte erkennen: Anonymer „Briefkasten“: SchülerInnen erhaltendurch die Einrichtung einer eigenen E-Mail-Adresseoder eines Briefkastens die Möglichkeit, Mobbing-Vorfälle anonym zu melden. Es gilt zu beachten:Dieser anonyme Beschwerdekasten kann auch zum„Anschwärzen“ von anderen SchülerInnen missbrauchtwerden. Verschlechterung des Klassenklimas: Wennsich das Klima innerhalb der Klassengemeinschaftverschlechtert und die SchülerInnen einander unfreundlicherbegegnen, kann diese Entwicklung vonMobbing begleitet sein. Zerbrochene Freundschaften: Vor allem bei Mädchenpassiert es immer wieder, dass ehemals besteFreundinnen zu Opfern bzw. Täterinnen von Mobbing-Attackenwerden, da sie viele intime Geheimnissevoneinander kennen und diese dann gegeneinanderverwenden. Auf Schulveranstaltungen: Gerade bei der Zimmeraufteilungauf Klassenfahrten oder Ausflügen/Sportfesten wird sichtbar, wie gut einzelne SchülerInnenin die Klassengemeinschaft eingebunden sind.In solchen Situationen werden neben Außenseiter-Innen auch eventuelle Bruchlinien innerhalb einesKlassenverbands sichtbar.Mögliche Symptome von Cyber-Mobbing: Wird einKind zum Opfer einer Cyber-Mobbing-Attacke, sind dieSymptome jenen anderer psychischer Belastungen sehrähnlich: Vermehrte gesundheitliche Probleme: Dazuzählen Symptome wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen,häufigeres Fehlen, Schlafprobleme oderbedrückte Stimmung. Verhaltensänderungen: Alarmsignale können eineplötzliche Verschlossenheit sein, ein Leistungsabfall inder Schule oder der Rückzug in andere Welten, wiez.B. in Online-Spiele- oder Fantasiewelten. Fehlen persönlicher Gegenstände: Vor allemEltern kann auffallen, dass besonders geliebte Gegenständeoder Geld plötzlich fehlen. Herunterspielen: Mobbing-Opfer werden bei erstenGesprächen mit Erwachsenen meist keinen direktenHinweis auf einen Vorfall geben oder die Situationherunterspielen. Wenn Sie einen konkreten Verdachthaben, sind viel Geduld und erneute Gesprächsangebotenotwendig.(Quelle: Saferinternet.at)3.3 Handeln: Was kann man tun, wenn ein Cyber-Mobbing Fall auftritt?Wird ein Cyber-Mobbing-Fall bekannt, so muss dieSchule – die Schulleitung oder der Klassenvorstand– unverzüglich reagieren. Zunächst sind folgende Fragenabzuklären: Was ist konkret vorgefallen? Welche Personensind beteiligt? Wie schwer ist das Delikt? Mit den Beteiligten reden: Opfer und TäterInnen(sofern bekannt) befragen und gemeinsam eineLösung, inklusive einer Wiedergutmachung, finden. Eltern einbinden: Einen Elternabend veranstalten.Eltern haben oft keine Vorstellung davon, was Cyber-Mobbing eigentlich ist und sind sich der möglichenTragweite solcher Vorfälle nicht bewusst. In der Schule thematisieren: Auf keinen Fall darfCyber-Mobbing totgeschwiegen werden. Jeder Vorfallmuss als Chance genutzt werden, um Aufklärung zubetreiben: Wie fühlt man sich als Opfer? Welche Mo-12


Modul | Cyber-Mobbingtive haben die TäterInnen? Konkrete Fälle können alsAnlass genommen werden, um präventive Maßnahmenumzusetzen. Die Lehrer einbeziehen: Neben der Arbeit mitOpfern und TäterInnen ist es sinnvoll, die Lehrereinzubinden und Weiterbildungsmöglichkeiten (beispielsweiseim Rahmen einer schulinternen LehrerInnenfortbildung)anzubieten, die dabei helfen, mitCyber-Mobbing-Vorfällen richtig umzugehen. Umgang mit Internet und Handy regeln: Wasist erlaubt, was ist nicht erlaubt? Welche Sanktionengibt es bei Missbrauch? Manchmal kann es schonzu einer Entspannung führen, wenn beispielsweisedas Handy in der Zeit des Unterrichts abgeschaltetwerden muss und dies in der Schulordnung geregeltist. Auch die Klassenfahrt kann handyfrei gestaltetwerden, wenn das Handy täglich zu einer festen Zeit(z.B. eine halbe Stunde vor dem Abendessen) fürKontakte mit der Familie genutzt werden kann.Überlege dir z.B. bei ICQ auch ganz genau, von wemdu Nachrichten annehmen möchtest. Am Besten nurvon Kontakten, die du bestätigt hast, weil du weißt,wer das ist. Einstellen unter Hauptmenü > Optionen >DatenschutzDu kannst aber auch Benutzer nachträglich sperren, die dueigentlich schon in deine Kontaktliste aufgenommen hast. PräventionsbeamtInnen der Polizei zu Rateziehen: Dies macht vor allem Sinn, um einschätzenzu können, ob rechtliche Schritte eingeleitet werdensollen oder nicht. SchulpsychologInnen, SchulsozialarbeiterInnen,BeratungslehrerInnen kontaktieren:Diese können in Cyber-Mobbing-Fällen erfahren undkompetent mit allen Beteiligten zusammenarbeitenund entsprechende Maßnahmen einleiten.(Quelle: Saferinternet.at)4. Was kann man tun, wenn man betroffen ist? Sperre den „Cyber-Mobber“Die meisten verantwortungsbewussten Anbieter vonSozialen Netzwerken oder anderen Internetdienstengeben dir die Möglichkeit, jemanden, der sich miesverhält, zu sperren oder zu melden. Nutze dieseFeatures, sie sind nicht umsonst da.Bei schülerVZ kannst du z.B. unter dem Profilbild derPerson, die dich belästigt mit einem Klick die Funktion„Nutzer melden oder ignorieren“ aktivieren.Als letzten Ausweg kannst du deine Kontakt-Details,wie deine IM- oder Handynummer, ändern, um unerwünschtenKontakt zu vermeiden. Antworte nichtReagiere nicht auf beleidigende oder unangenehmeNachrichten, auch wenn es dir schwer fällt. Eine Reaktionvon dir ist genau das, was der „Cyber-Mobber“will, er fühlt sich so bestätigt. Sollten die Nachrichtennicht aufhören, eröffne einen neuen E-Mail-Account. Sichere BeweiseLerne, wie du Kopien von unangenehmen Nachrichten,Bildern oder Online-Gesprächen machst. Sie werdendir helfen, anderen zu zeigen, was passiert ist undkönnen helfen, deinen Peiniger zu ermitteln.13


Modul | Cyber-Mobbing1 Cyber-Mobbing – was ist das?2 Cyber-Mobbing in der Schule3 Cyber-Mobbing – Wie kann damitumgegangen werden?4 Was kann man tun, wenn manbetroffen ist?5 Was sagt das Gesetz?6 Wie kontaktiere ich Service-Anbieter?7 Anlaufstellen8 Links und weiterführende Literatur Rede darüberWenn du oder jemand den du kennst im Internetoder über Handy eingeschüchtert oder schikaniertwirst/wird, musst du damit nicht alleine umgehen.Um Hilfe zu bekommen, wende dich an– deine Freunde, denn das tut erstmal gut unddu bist nicht alleine– einen Erwachsenen dem du vertraust, der dirdabei helfen kann, den Fall am richtigen Ort zuberichten– eine Anti-Mobbing Gruppe (z.B. im schülerVZdie Respekt im Netz-Gruppe)– die Nummer gegen Kummer und schilderedein Problem: 0800 / 111 0 333 oder 116 111(Montag bis Samstag von 14–20 Uhr)Wenn du nicht gerne telefonierst, kannstdu auch schreiben an: www.kijumail.de– den Service-Anbieter, bei dem du gemobbtwirst (Internet, Handy)– deine Schule: dein (Vertrauens-) Lehrer kanndich unterstützen und kann die Person, diedich mobbt, zur Rede stellen– die Polizei, wenn das Cyber-Mobbing ernst istund ein potentiell krimineller Fall vorliegt wiez.B. eine Morddrohung.Schau auch selbst nicht einfach zu, wenn du merkst,dass jemand gemobbt wird, sondern unterstütze dasOpfer und berichte über das Cyber-Mobbing.Denn wie würdest du dich fühlen, wenn dir keinerhelfen würde?TIPP: So fertigst du einen Screenshot(„Bildschirmfoto“) an:Drücke auf deiner Tastatur die „Druck“- oder„Print“-Taste. So kopierst du das, was deinBildschirm gerade anzeigt, in die Zwischenablage.Öffne ein Textverarbeitungsprogrammwie „Word“, das Programm „Paint“ oder einanderes Bildbearbeitungsprogramm (Start> Programme > Zubehör > Paint), und fügedeinen Screenshot ein („Strg“ + „V“). Speicheredas Bild so ab, dass du es wiederfindest,wenn du es jemandem zeigen willst.4.1 Was tun, wenn Lehrende zu Opfern werden?Auch Lehrende können Opfer von Cyber-Mobbingwerden: Immer mehr PädagogInnen werden vonSchülerInnen mit aggressiven und/oder anzüglichenSMS belästigt oder im Internet diffamiert. Häufig filmendie Jugendlichen auch während des Unterrichtsmit ihren Handys und veröffentlichen die Aufnahmen„zum Spaß“ im Web. Die betroffenen LehrerInnenerfahren oft erst viel später, dass sie von ihrenSchülerInnen einem potenziell weltweiten Publikumzur Belustigung ausgesetzt wurden.Werden die Vorfälle bekannt, sitzt die Scham beiden gemobbten Lehrenden verständlicherweise tief.Obwohl die psychische Belastung gravierend seinkann, schweigen die meisten Opfer – auch weil dieUnterstützung durch KollegInnen oder Vorgesetzteoft fehlt. Doch nichts zu tun ist bei Mobbing geradeder falsche Weg, denn meistens werden die Belästigungendadurch nur noch schlimmer. Wichtig ist es,sich auf die Beine zu stellen, aktiv Gespräche mitder Familie, Bekannten, KollegInnen etc. zu suchenund unter Umständen auch professionelle Hilfe,beispielsweise im Rahmen von Selbsthilfegruppenoder einer psychologischen Beratung, in Anspruchzu nehmen. Das hilft dabei, sich mit der eigenenPerson auseinanderzusetzen und sich klar zu werden,warum man überhaupt zum Opfer gewordensein könnte und welche Verhaltensweisen speziellbei SchülerInnen Hass- oder Rachegefühle auslösen.Was die rechtliche Seite betrifft, fallen viele dieserVorfälle teilweise in einen juristischen Graubereich.Ob beispielsweise das bloße Filmen von Lehrendenwährend des Unterrichts erlaubt ist oder nicht,ist rechtlich nicht geklärt. Anders ist die Situationjedoch, wenn es sich dabei um eine „nachteiligeDarstellung“ handelt – wenn z.B. Videoaufnahmenoder Fotos so aufgenommen oder zusammengeschnittenwerden, dass eine Lehrkraft damit lächerlichgemacht wird. In diesem Fall gilt das „Recht ameigenen Bild“, das der abgebildeten Person erlaubt,eine Löschung des veröffentlichten Materials zuverlangen (z.B. beim Website-Betreiber). Weitererechtliche Bestimmungen, die in Zusammenhang mitCyber-Mobbing wirksam sind, können Sie in Kapitel5 „Was sagt das Gesetz?“ nachlesen.Doch wie kann Cyber-Mobbing nun effektiv in derSchule bekämpft bzw. verhindert werden? Generell14


Modul | Cyber-Mobbinggilt: Ein gutes Schulklima beugt Gewalt vor, deshalbist es wichtig, am Vertrauensverhältnis zwischenSchülerInnen, Lehrenden und Schulleitung permanentzu arbeiten. Zahlreiche Anregungen für IhrenUnterricht zum Thema „Aktiv gegen Cyber-Mobbing“finden Sie in den Arbeitsblättern des klicksafe-Moduls„Was tun bei Cyber-Mobbing“.Empfehlenswert ist in jedem Fall, Cyber-Mobbingklar sichtbar für alle in die Schul- bzw. Hausordnungaufzunehmen oder eine Schulvereinbarung mitklaren Schutzregelungen zu erarbeiten, z.B. in derSchule nur mit Erlaubnis der Beteiligten filmen oderfotografieren zu dürfen. Je transparenter das Themavon Beginn an behandelt wird, desto einfacher fälltes, im konkreten Fall konstruktive Entscheidungen zutreffen. Eine entsprechende Vorlage für eine Schulvereinbarunggegen Cyber-Mobbing finden Sie aufder letzten Seite dieser Broschüre. Ein Tipp: WennSchülerInnen aktiv an der Gestaltung mitarbeiten,halten sie sich eher daran!(Quelle: Saferinternet.at)5. Was sagt das Gesetz?Cyber-Mobbing wird gesetzlich noch nicht direktbestraft. Jedoch bieten verschiedene Cyber-Mobbing-Handlungen die Möglichkeit, rechtliche Maßnahmenzu ergreifen. Zunächst stellt sich die Frage, ob dasMobbing öffentlich oder geschlossen stattfindet.Öffentlich: Werden Videos oder Bilder ohne Zustimmung veröffentlicht,mit denen du nicht einverstanden bist,wird hier das Persönlichkeitsrecht, genauer gesagt,das „Recht am eigenen Bild“ (oder Bildnisrecht)verletzt. Werden, beispielsweise in Foren, Sozialen Netzwerkenoder Blogs Unwahrheiten verbreitet oderBeleidigungen ausgesprochen, kann man Unterlassungsanspruchfordern oder Strafanzeige wegenVerleumdung/übler Nachrede erstatten.Insgesamt gilt: Drohung, Erpressung oder Nötigung, egal durchwelches Medium, egal ob öffentlich oder geschlossen,sind Straftaten! Melde so etwas sofort, hier istdie Polizei der richtige Ansprechpartner.TIPP: Das Arbeitsblatt 5 befasst sichschwerpunktmäßig mit dem Thema „Rechtund Gesetz“. Es wäre sinnvoll, wenn Siesich selbst einmal einen Überblick überdie Gesetzeslage verschaffen, ehe Sie dasanspruchsvolle Thema mit Ihren Schülernangehen.Informationen zu den bestehenden Gesetzen:„Recht am eigenen Bild“:www.bundesrecht.juris.de(unter > Gesetze & Verordnungen > K >KunstUrhG > §22)„Anti-Stalking-Gesetz“:www.bmj.bund.de(unter Themen > Strafrecht> NationalesStrafrecht > Stalking)Geschlossen: Wird man per E-Mail, Instant Messenger oderSMS fortlaufend beleidigt oder belästigt, tritt unterUmständen das Anti-Stalking Gesetz in Kraft.15


Modul | Cyber-Mobbing1 Cyber-Mobbing – was ist das?2 Cyber-Mobbing in der Schule3 Cyber-Mobbing – Wie kann damitumgegangen werden?4 Was kann man tun, wenn manbetroffen ist?5 Was sagt das Gesetz?6 Wie kontaktiere ich Service-Anbieter?7 Anlaufstellen8 Links und weiterführende Literatur6. Wie kontaktiere ich Service-Anbieter?Soziale NetzwerkeViele Betreiber Sozialer Netzwerke bieten inzwischendie Möglichkeit, Cyber-Mobbing-Vorfälle zu melden.Sie haben leicht zu findende Meldefunktionen, diebenutzerfreundlich sind.Erhalten die Anbieter Hinweise auf Cyber-Mobbing,werden sie diese prüfen und können Inhalte löschen,die illegal sind oder gegen den Verhaltenskodex aufeine andere Weise verstoßen. Sie haben dabei auchdie Möglichkeit, Profile von Mitgliedern zu löschen,die sich nicht an die Regeln halten.Hier exemplarisch einige Kontaktmöglichkeiten:schülerVZHier gibt es die Möglichkeit, Personen zu ignorieren.Dies sollte immer der erste Schritt sein, wenn manbeleidigende oder unangenehme Nachrichten oderPinnwandeinträge erhält. So können keine Nachrichtenmehr von dieser Person empfangen werden.Hören die Belästigungen nicht auf, hat man dieMöglichkeit, diese Person beim Betreiber zu melden.Man klickt dazu unter dem Profilbild des Bullies auf„xxx ignorieren/melden“ und füllt folgendes Fenster aus:Sollten Fotos eingestellt sein, die das „Recht am eigenenBild“ verletzen oder ansonsten unerwünscht sind, gibtes die Möglichkeit, Bilder zu melden. Diese Bilderwerden dann, nachdem sie geprüft wurden, von denBetreibern entfernt.Hartnäckige Belästigungen können den Betreiberndirekt gemeldet werden; diese haben dann die Möglichkeit,das Profil zu sperren oder ganz zu löschen.Bei schülerVZ sollte man auch unbedingt die Tippszur Einstellung seiner Privatsphäre durchlesen und seineEinstellungen entsprechend ändern bzw. anpassen(> Privatsphäre > Tipps).wer-kennt-wenMöchte man jemanden bei wer-kennt-wen ignorieren,dann muss man unter dem Profilbild desjenigen, denman sperren möchte auf „... ignorieren“ klicken. Solltediese Maßnahme nicht erfolgreich sein, kann manBelästigungen und kritische Inhalte mit Angabe desOrtes und des Grundes melden.16


Modul | Cyber-MobbingInstant MessengerEgal welchen Instant Messenger man nutzt, es ist heutzutageStandard, dass es die Möglichkeit gibt, Personenzu ignorieren, sodass man keine Nachrichten mehrvon ihnen erhalten kann. Hier sind unter der Kategorie„Instant Messenger“ einige Messenger aufgelistet,und es wird unter „Sicherheitseinstellungen“ jeweilsbeschrieben, wie man sich bei unerwünschtem Kontaktam besten verhält: www.chatten-ohne-risiko.de.Sollte man Mitglied eines Sozialen Netzwerkes sein, indem es keine Möglichkeiten gibt, jemanden zu ignorierenoder zu melden, empfiehlt es sich, das Netzwerk zuverlassen. Es ist nicht üblich und auch nicht seriös, wennes keine Stelle gibt, an die man sich wenden kann!Video-PortaleEs gibt auch die Möglichkeit, Videos auf Video-Portalenentfernen zu lassen. Dazu ist es erforderlich, dass dieVideos illegalen Inhaltes sind – wie z.B. Kinderpornografie,Gewaltdarstellungen oder Hassvideos – oder siesonstige Regeln verletzen. Dazu zählen auch Videos, indenen man, ohne seine Erlaubnis gegeben zu haben,gezeigt wird, oder Filme, in denen über einen in diskriminierenderArt und Weise gesprochen wird. In denmeisten Video-Portalen gibt es einen „Melden“-Button.Klickt man darauf, hat man die Möglichkeit, anzugeben,warum man das Video meldet. Ist man beispielsweiseungefragt abgebildet worden, kann man angeben, dassseine Persönlichkeitsrechte durch dieses Video verletztwerden. Der Betreiber ist dann verpflichtet, das Videoaus seinem Portal zu entfernen. Bekannte Video-Portalesind z.B.YouTube, MyVideo, Clipfish.Das Online-Stellen von privaten, intimen Aufnahmen desExpartners/der Expartnerin auf Porno-Portalen (wiez.B. YouPorn) ohne Erlaubnis des oder der Betroffenen fälltauch in diesen Bereich. Nicht selten sind solche Maßnahmenals „Racheakte“ gedacht, etwa nach einer nichtverwundenen Trennung.Chatrooms/Foren/BlogsNormalerweise haben Chat-Betreiber klare und leichtzu findende Meldefunktionen, die es einem ermöglichen,ihnen direkt zu schreiben. So können Benutzer, diesich nicht an die Chat-Regeln halten, gelöscht werden.Einige Chatrooms werden moderiert, so könnenModeratoren zunächst eine Verwarnung aussprechen.In Foren gibt es normalerweise auch Moderatoren.Wenn sie sehen, dass unangebrachte Nachrichten oderKommentare veröffentlicht werden, haben sie dieMöglichkeit, diese Kommentare zu löschen und denUrheber direkt zu sperren. Findet man sich in einem Chatoder Forum wieder, in dem niemand auf Beschwerdenreagiert, sollte man dieses Portal in Zukunft bessermeiden.HandyanbieterDie Handyanbieter dürfen aus Datenschutzgründendie Handynummer von Kunden nicht herausgeben,auch nicht, wenn von einer Nummer eine Belästigungausgeht. Jedoch kann man einige Nummern (wennsie nicht unterdrückt sind) auf seinem Handy-Displaysehen. Bekommt man wiederholt unerwünschte SMSoder wird von ständigen Anrufen belästigt, sollte mansich von seinem Handyanbieter eine neue Nummergeben lassen.E-MailBekommt man unerwünschte, beleidigende oder garbedrohende E-Mails, sollte man die Mail-Adresse desBelästigers zunächst wie eine Spam-Adresse behandeln.Man kann jede beliebige E-Mail-Adresse auf die Spamlistesetzen. Dann kommen die unerwünschten Nachrichtengleich in den Papierkorb.Bei massiver Bedrohung sollte in allen genanntenFällen umgehend die Polizei aufgesucht werden.17


Modul | Cyber-Mobbing1 Cyber-Mobbing – was ist das?2 Cyber-Mobbing in der Schule3 Cyber-Mobbing – Wie kann damitumgegangen werden?4 Was kann man tun, wenn manbetroffen ist?5 Was sagt das Gesetz?6 Wie kontaktiere ich Service-Anbieter?7 Anlaufstellen8 Links und weiterführende Literatur7. Anlaufstellen Kinder- und Jugendtelefon – Helpline„Saferinternet.de“Das „Kinder- und Jugendtelefon“ von Nummergegen Kummer e.V. ist die deutsche Helpline fürKinder und Jugendliche zu Problemen im Internet.Die Beraterinnen und Berater hören zu, entlastenemotional und leisten konkrete Hilfe, wenn es umCyber-Mobbing, sexuelle Belästigung im Chat,Abzocke, Pornografie, Computer-Spielsucht oderum jugendgefährdende Inhalte geht. Anrufe sindanonym und kostenlos.www.kinderundjugendtelefon.deFür Kinder und Jugendliche:Mo–Sa von 14–20 UhrTel.: 0800 -111 0 333 oder 116 111 (anonymund kostenlos in Deutschland über das Festnetzund Handy)Jugendliche beraten Jugendliche am KinderundJugendtelefon:samstags von 14 bis 20 UhrTel.: 0800 -111 0 333 Örtliche Polizeidienststellehttp://juuuport.deJugendliche beraten Jugendliche: Themen zumBereich Medien, die Kinder und Jugendlichebewegen, können im Forum oder als E-Mail anjuuuport formuliert werden. Diese werden vonden juuuport-Nutzern bzw. den juuuport-Scoutsbeantwortet.Für all diejenigen Kinder und Jugendlichen,die nicht gerne telefonieren, gibt es eineBeratung im Internet.www.kijumail.deFür Eltern:Mo–Fr von 9–11 UhrDi und Do von 17–19 UhrTel.: 0800 -111 0 550 (anonym und kostenlosin Deutschland über das Festnetz und Handy)8. Links und weiterführende Literatur Mobbing/Cyber-Mobbingwww.klicksafe.dewww.servicebureau.de/publication.phpwww.lizzynet.de/dyn/107293.phpwww.jugendinfo.dewww.mobbing.seitenstark.deInformationen zum Thema Cyber-Mobbing,Datenschutz u.v.m.Broschüre des Service Bureau zum DownloadenInformationen auf dem Mädchenportal Lizzynet.deSammlung von Informationen zu den ThemenMobbing und Cyber-MobbingInformationen rund um das Thema Mobbing fürKinder, Eltern und Lehrer. Hier findet sich außerdemeine eindrucksvolle Ideensammlung zur Bekämpfungvon Mobbing (auch an Schulen)18


Modul | Cyber-Mobbingwww.childnet-int.org und www.stopcyberbullying.orgwww.schueler-mobbing.dewww.time4teen.dewww.gdp.de (unter „Deutsche Polizei“ in der Ausgabe10/2006)www.spiegel.de (Cyber-Mobbing in die Suchleisteeingeben)www.youtube.com/watch?v=PnJL8lmUVVAEnglischsprachige Seiten zum Thema für Eltern undPädagogenBlog, Forum und ein Webquest zumThema Mobbing allgemeinInternetangebot der Polizeilichen Kriminalpräventionder Länder und des Bundes für Kinder undJugendliche. Auch Mobbing ist hier ThemaHier finden sich Tipps eines Kriminalpsychologen,wie man sich vor Cyber-Mobbing schützen kannSammlung von Informationen und Berichten zumThemaBericht von 3sat aus dem Magazin Kulturzeit mitdem inhaltlichen Schwerpunkt „Mobbing auf Videoportalen“ Mobbing/Cyber-Mobbing an Lehrkräftenwww.gew.de (unter Arbeit und Recht > Arbeit und Gesundheit> Internet-Mobbing)www.lehrer-online.de(in der Suchleiste „Mobbing“ eingeben)Mobbing von Lehrkräften im Internet (www.schulministerium.nrw.de unter Informationen fürLehrerinnen und Lehrer > Beratung für Lehrkräfte >Was tun bei Mobbing im Internet > rechts nebendem Artikel: „Im Kontext: die aktuellsten Handlungsempfehlungen…“www.brd.nrw.de(unter Themen > Sicherheit und Ordnung >Medienmissbrauch > Beschwerdeformularfür Lehrkräfte zur Meldung von Persönlichkeitsrechtsverletzungenim Internet)Online-Studie der Gewerkschaft Erziehung undWissenschaft aus dem Jahr 2007 zum Thema Cyber-Mobbing in Schulen vor dem Hintergrund der zunehmendenMobbingfälle gegen LehrerMöglichkeit des Downloads einer Handreichung gegenInternetmobbingEine Broschüre des Ministeriums für Schule undWeiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen.Das Material beschreibt die Problematik vom Cyber-Mobbing mit dem Schwerpunkt Lehrer als Opferund geht dabei anhand von Beispielen aus derPraxis auf die pädagogischen und rechtlichen Möglichkeitenzum Vorgehen gegen Cyber-Mobbing ein.Beschwerdeformular für LehrerInnen in Nordrhein-Westfalen zur Meldung von Persönlichkeitsrechtsverletzungenim Internet19


Modul | Cyber-Mobbing1 Cyber-Mobbing – was ist das?2 Cyber-Mobbing in der Schule3 Cyber-Mobbing – Wie kann damitumgegangen werden?4 Was kann man tun, wenn manbetroffen ist?5 Was sagt das Gesetz?6 Wie kontaktiere ich Service-Anbieter?7 Anlaufstellen8 Links und weiterführende Literatur Wissenschaftliche Studien zum Thema Mobbing/Cyber-Mobbingwww.zepf.uni-landau.de(unter > das zepf > Downloads > Sonstiges)- Mobbing bei Schülerinnen und Schülern in derBundesrepublik Deutschland- Mobbing bei Schülerinnen und Schülern der BRD. Eineempirische Untersuchung auf der Grundlage einer Onlinebefragungwww.zepf.uni-landau.de (unter > das zepf > Downloads> Sonstiges > Cyberbullying in Germany)Grimm, P. / Rhein, S. / Clausen-Muradian, E. (2008).Gewalt im Web 2.0. Der Umgang Jugendlicher mitgewalthaltigen Inhalten und Cyber-Mobbing sowiedie rechtliche Einordnung der Problematik. Schriftreiheder NLM 23. Vistas: BerlinWissenschaftliche Studie des Zentrums für empirischepädagogische Forschung (zepf) der UniversitätKoblenz-Landau zum Thema Mobbing bei Schülerinnenund Schülern in der Bundesrepublik Deutschland(2007 und 2009)Vertiefendes Ergebnisposter der Studie (in Englisch)Das Buch widmet sich dem Thema der unterschiedlichenGewaltformen im Internet bzw. im Web 2.0.Unter anderem wird das Thema Cyber-Mobbingwissenschaftlich beleuchtet. Material für den Unterrichtwww.lehrer-online.de(unter Dossiers > Lebenswelten > Gewalt in der Schule >das Jugendbuch zum Thema)www.saferinternet.at/uploads/tx_simaterials/Aktiv_gegen_Cyber-Mobbing.pdfBuchbesprechung: Lehrer-Online bringt das Jugendbuch„Rache@“ zu der Thematik Cyber-Mobbing mitausführlichem Materialpaket zum Einsatz als Schullektüreheraus.„Aktiv gegen Cyber-Mobbing.Vorbeugen – Erkennen – Handeln.“Unterrichtsmaterial zum Thema Cyber-Mobbing vonSaferinternet.at/Österreichisches Institut für angewandteTelekommunikation20


Modul | Cyber-MobbingÜbersicht über die ArbeitsblätterÜbersicht über die ArbeitsblätterStunde Thema Thema Inhalt Arbeitsblätter1 . Stunde Einstieg „Let’s fight it together“(Filmtitel)2. Stunde Definition Mobbing, Bullying,Cyber-Bullying – was ist das?Anhand eines englischen Films (7 min.)mit einem Fallbeispiel zum Thema sollendie Schülerinnen und Schüler in das Themaeingeführt werden.Nach dem Versuch einer eigenenDefinition sollen die Schülerinnen undSchüler mithilfe einer Internetrechercheund der Bearbeitung von TextenDefinitionen für Mobbing, Bullying undCyber-Mobbing finden und erläutern.AB 1AB 23. Stunde Folgen Was erleben die Opfer? Durch ein (konstruiertes, aber realistisches)Fallbeispiel sollen die Schülerinnen undSchüler lernen und dafür sensibilisiertwerden, welche gravierenden physischen,psychischen und sozialen Folgen Mobbingfür die Opfer haben kann.AB 34. Stunde5. StundeUrsachen Warum machen die Täter das? In einer Fotostory sollen die Schülerinnenund Schüler einen typischenCyber-Mobbing-Fall nachstellen unddadurch mögliche Ursachen reflektierenund darstellen können.AB 46. Stunde Recht undGesetzWelche Strafen drohen denTätern?Durch die entsprechenden Paragrafenwerden die juristischen Straftatbestände(§185, 186, 187 und 238) aufgezeigt.Die Schülerinnen und Schüler sollendiese kennenlernen und visualisieren. Imzweiten Schritt sollen sie ein speziellesCyber-Mobbing-Gesetz formulieren.AB 57. Stunde Prävention Wie können wir vorbeugen? Mit einer Sammlung eigener Ideen undmit Materialien zur Prävention sollendie Schülerinnen und Schüler zu einemkonkreten Maßnahmenkatalog für ihreKlasse/ihre Schule kommen.AB 621


Modul | Cyber-MobbingMethodisch-didaktische HinweiseMethodisch-didaktische HinweiseAlle Arbeitsblätter entsprechen in etwa dem mittleren Schwierigkeitsgrad des Lehrerhandbuchs (ab Klasse 7)ArbeitsblattAB 1AB 2AB 3ThemaEinstiegDefinitionFolgenZeitangabe (Unterrichtsstunden)11–21–2ZieleDie Schülerinnen undSchüler sollen anhanddes Fallbeispiels (Film)die grundlegendeProblematik des Cyber-Mobbings kennenlernenund übermögliche Motive derhandelnden Personenund über möglicheseigenes Verhaltenreflektieren können.Die Schülerinnen undSchüler sollen aus ihrerAlltagserfahrung eineeigene Definition fürMobbing (und Cyber-Mobbing) findenund diskutieren können.Diese sollen sie mitDefinitionen, die sie mitHilfe einer Internetrecherchefinden, vergleichenkönnen.Durch ein (konstruiertes,aber realistisches)Fallbeispiel sollen dieSchülerinnen undSchüler lernen unddafür sensibilisiertwerden, welchegravierenden physischen,psychischen undsozialen FolgenMobbing für die Opferhaben kann.Methodische HinweiseMit einem „Blitzlicht“sollen die Schülerinnenund Schüler zunächstfrei ihre Eindrücke desFilms wiedergeben.Mit einem Arbeitsblattkönnen die Handlungsweisenund die Gründealler handelndenPersonen erarbeitetwerden. Zum Schlusssteht in einem Unterrichtsgesprächdie Frage,wie jeder Einzelne anstelleder Personen imFilm gehandelt hätte.Mit der Methode„Placemat“ sollen dieSchülerinnen undSchüler zunächst ihreDefinition des (wohlbekannten) „Mobbings“ inGruppenarbeit sammelnund mit Definitionen ausdem Internet vergleichen.Mit einem Text wirdder Unterschied zumBullying erläutert, danachsollen die Schülerinnenund Schüler den Begriff„Cyber-Mobbing“ imUnterrichtsgesprächerläutern können.Nach dem Lesen desFallbeispiels und desTextes zur Langzeitwirkungsollen dieSchülerinnen undSchüler eine Mindmapzu den Folgen vonCyber-Mobbing bzw.-Bullying erstellen unddiskutieren. Danachsollen in Form eineskurzen Textes (als E-Mail)erste Maßnahmen zurUnterstützung vonOpfern überlegt werden.Methode/n und MaterialTV-Spot (engl.) imInternet, „Blitzlicht“„Placemat“,Internetrecherche„Mindmap“OrganisationsformenPlenum (Stuhlkreis),KleingruppenKleingruppenPlenum, EinzelarbeitZugang Internet /PCjajanein22


Modul | Cyber-MobbingMethodisch-didaktische HinweiseArbeitsblattAB 4AB 5AB 6ThemaUrsachenRecht und GesetzPräventionZeitangabe (Unterrichtsstunden)322ZieleDie Schülerinnen undSchüler sollen zunächstihre eigenen Gedankenzu den Ursachen vonCyber-Mobbing reflektierenund sich austauschenkönnen sowiedie so gewonnenenErkenntnisse mitExpertenmeinungenvergleichen können.Anschließend soll diesin Form einer Fotostorykreativ umgesetztwerden können.Die Schülerinnen undSchüler sollen sich überdie Straflage im Fallvon Cyber-Mobbinginformieren und,angeregt durch einenSpiegel-Online-Artikelzum Thema, eineGesetzesvorlage dazuformulieren können.Die Schülerinnen undSchüler sollen über dieVorbeugung gegenCyber-Mobbing reflektierenund diskutierenkönnen, indem siezunächst eigene Ideensammeln und dann mitanderen vergleichen undin eine Rangordnungbringen. Sie sollen einenAktionsplan für dieSchule erstellen können.Methodische HinweiseMit der Methode„Fischgräte“ sollen dieSchülerinnen undSchüler zunächst nachGründen für Täter suchenund in Gruppenarbeitzu einer Sammlungvon Gründen gelangen.Danach sollen sie inGruppen typischeSituationen nachstellenund fotografieren.Anschließend werdendie Gruppenergebnissein Form kurzer Präsentationenverglichen.Nach der Methode„Partnerinterview“, dassich auf einen Textzum Thema bezieht,sollen die Schülerinnenund Schüler in Kleingruppendie in Fragekommenden Gesetzein Form eines Plakatesvisualisieren und eineFormulierung für eineigenes speziellesGesetz finden.Mit der Methode„Stufenleiter“ sollendie Schülerinnen undSchüler zunächsteigene Vorschlägesammeln und ordnen.Anschließend werdendiese diskutiert und inRangordnung (= Stufenleiter)für die ganzeGruppe gebracht undauf einem Plakat festgehalten.Methode/n und Material„Fischgräte“, Internetrecherche,Fotostory„Partnerinterview“,Klassengespräch„Stufenleiter“,Internetrecherche,Flyer-ErstellungOrganisationsformenKlein- und GroßgruppenPartnerarbeit,KleingruppenKleingruppenZugang Internet /PCjajaja23


Modul | Cyber-Mobbing, AB 1: EinstiegArbeitsblatt vomName:„Let’s fight it together“„Let’s fight it together“ – das bedeutet übersetztetwa „Lasst es uns zusammen bekämpfen“.So heißt ein kleiner Film von 7 Minuten Länge, derin Großbritannien mit Schülerinnen und Schülerngedreht wurde. (Lass Dich nicht abschrecken, er istauf Englisch, aber das meiste wirst Du verstehen!)..Quelle: Crown Copyright. Mit freundlicher Genehmigungvon Childnet International.Arbeitsaufträge:1. Schaut Euch den Spot „Let’s fight it together“ aus Großbritannien unterfolgender Internetadresse an:www.digizen.org/cyberbullying/fullfilm.aspxmit deutschen Untertiteln: www.digizen.org/cyberbullying/fullfilm_de.aspx2. Schildert Eure Eindrücke zum Film! Benutzt dazu die Methode „Blitzlicht“, dazumuss jede Schülerin/jeder Schüler reihum zwei Sätze sagen, alle anderendürfen dies nicht kommentieren.3. Wie sind die Eindrücke von dem Film in Eurer Klasse? Versucht, möglichst vieleAussagen zusammenzufassen, und notiert diese an der Tafel.4. Im Film spielen verschiedene Personen mit. Nun sollt Ihr Euch den Figurennähern. Füllt dazu die folgende Tabelle aus („Wie“ und „Warum“):Personen Joe (die Kim („die Lehrerin Mutter Rob, derHauptperson, Täterin“) Mitläuferdas Opfer)Wie?(So verhält sich…)Warum?(Mögliche Gründe fürdas Verhalten)Und wir?(So hätten wiruns verhalten)5. Überlege nun zunächst alleine, danach diskutiere diese Frage mit DeinemSitznachbarn: Wie hättest Du Dich anstelle der Personen im Film verhalten?6. Einige Dich mit Deinem Partner auf ein mögliches Verhalten, und notiere diesebenfalls in der Tabelle („Und wir?“).Redet nun in der Klasse über Eure Tabelleneinträge.


Modul | Cyber-Mobbing, AB 2: Definition Mobbing, Bullying, Cyber-MobbingArbeitsblatt vomName:Mobbing, Bullying, Cyber-Mobbing …Diese Schlagwörter hört man zurzeit immer häufiger.Was bedeuten sie eigentlich, und worin unterscheidensich die Begriffe?Der Begriff Mobbing stammt aus dem englischenSprachgebrauch und leitet sich ab von dem Wort „mob“,welches mit Meute, Gesindel, Pöbel oder Bande übersetztwerden kann. Übersetzt werden kann „to mob“mit den deutschen Wörtern anpöbeln, angreifen oderüber jemanden herfallen. Mobbing ist also gleichbedeutendmit Schikane. Auch in der Schule wird Mobbingzunehmend als ernsthaftes Problem wahrgenommen.Schülerin/Schüler D:Bitte notiere hierDeine Ergebnisse/Gedanken/IdeenSchülerin/Schüler C: Bitte notiere hierDeine Ergebnisse/Gedanken/IdeenBitte notiert hierEure gemeinsamenErgebnisseSchülerin/Schüler A: Bitte notiere hierDeine Ergebnisse/Gedanken/IdeenSchülerin/Schüler B:Bitte notiere hierDeine Ergebnisse/Gedanken/Ideen1. Arbeitsauftrag:Wann ist ein Verhalten eigentlich Mobbing? Überlegebitte zunächst mithilfe eines „Placemats“ alleine, unddiskutiert danach in Eurer Gruppe darüber. SchreibtEure gemeinsame Definition in die Mitte des Placemats,und stellt sie danach den anderen Gruppen vor!2. Arbeitsauftrag:Was sagen Experten über Mobbing? Sucht im Internetnach Definitionen für Mobbing, und vergleicht siemit Eurer Definition!www.mobbing.seitenstark.dewww.lizzynet.de/dyn/109815.php3. Arbeitsauftrag:Und was ist nun Cyber-Mobbing? Wiederholt dieArbeitsaufträge 1 und 2 mit der Frage „Wann istein Verhalten Cyber-Mobbing?“.Methode „Placemat“Bildet eine 4er-Gruppe, und legt ein Blatt (möglichstDIN A3) in die Mitte. Zeichnet einen Kasten in die Mitteund verbindet die Ecken des Kastens mit den Ecken desBlattes, sodass außen vier Felder entstehen. Setzt Euchjeweils vor ein Feld und notierte Eure Gedanken (bittejeder für sich alleine!). Dreht das Blatt danach jeweilsim Uhrzeigersinn um 90°. Lest, was Eure Mitschülerinnen/Eure Mitschüler geschrieben haben (immer noch stumm,aber Ihr dürft es schriftlich kommentieren). Wiederholtdies, bis Euer Bereich wieder vor Euch liegt. Jetzt dürftIhr miteinander reden! Einigt Euch auf eine gemeinsameAussage, und notiert diese in dem Kasten in der Mitte.Der Begriff „Mobbing“ ist – das werdet Ihr bei derRecherche gemerkt haben – gar nicht so einfachmit einer einzigen Definition beschrieben. In vielenanderen Ländern ist er übrigens völlig unbekannt,dort – in England zum Beispiel – sprechen dieExperten lieber von „Bullying“. Das Wort kommt von„bully“, womit ein brutaler Mensch, Tyrann oderDespot beschrieben wird. Es gibt zwar manchmalUnterscheidungen zwischen Mobbing und Bullying(so gibt es beim Bullying oft einen einzelnen Täterund keine Gruppe), aber meistens werden dieBegriffe gleichbedeutend benutzt. Mobbing =Bullying. Trotzdem ist Bullying das bessere Wort,denn es geht vom Täter aus (der „Bully“) undnicht vom Opfer (das gemobbt wird) und verschiebtein wenig die Sichtweise. Kannst Du Dirdenken, warum das wichtig ist?


Modul | Cyber-Mobbing, AB 3: Folgen – Was erleben die Opfer?Arbeitsblatt vomName:In einem Internetforum kann man folgenden Eintrag von daisy15 lesen:Hallo erst mal!Ich bin mir nicht sicher, ob das, was ich hier schreibe,wirklich hier hineingehört, aber ich bin wirklich fertig,und deshalb schreibe ich einfach mal:Es fing alles an vor einem Jahr, da bekam ich plötzlichfremde SMS und E-Mails, die saublöd waren. „Dublöde Kuh“ stand da und „Pass ja auf – wir kriegen dich“.Am Anfang war mir das egal, aber irgendwann nervtees doch ziemlich. Nach ein paar Wochen sagte eineKlassenkameradin, dass ich ja wohl nicht richtig ticke,solche Dinge in Internetforen zu schreiben, und ichwusste gar nicht, wovon sie redet. Dann hat sie es mirgezeigt: Irgendwelche Idioten haben in meinemNamen Einträge gemacht, mal finde ich Hitler gut, dannmal wieder hasse ich alle Lehrer, will mit allen Jungsschlafen, die sich melden und und und ... klaro, dassmein Name mit Adresse und Telefonnummer dortauftauchten. Bei schülerVZ gab es eine Hassgruppe mitmeinem Namen. Ich habe mich kaum mehr in dieSchule getraut, und ich hatte dauernd Bauchschmerzen.Irgendwann kamen auch meine Eltern auf meineschlechte Laune und meine Probleme zu sprechen, undwir haben alle Forenbetreiber angeschrieben, dieseEinträge zu löschen. Es tauchten aber immer wiederneue auf. Und da ging es mir schon richtig schlecht,und ich hatte schlaflose Nächte, bekam das Zittern undmuss dauernd aus dem kleinsten Anlass heulen.Kaum jemand in der Schule wollte noch etwas mit mirzu tun haben.Seit etwa acht Wochen kursieren in meiner Schuleangebliche Nacktbilder von mir, die per E-Mail verbreitetwerden. Die ganze Schule kennt sie, und wenn ichirgendwo vorbeigehe, flüstern sie mir „Pornoqueen“hinterher. Aber ich bin sicher, dass es keine Nacktbildervon mir gibt, jedenfalls habe ich es nie gemerkt,dass ich fotografiert worden bin, nackt natürlich.Mir ist das voll megapeinlich, obwohl ich sicher bin,dass es nicht meine Fotos sein können. Aber wennich in die Schule komme, geht dieses Getuschel los.Es ist so weit, dass ich mich in den Pausen auf demKlo verstecke, wenn ich überhaupt in die Schule gehe,denn ich habe regelrechte Panikattacken morgens.Am liebsten würde ich alles hinschmeißen, sogar anden endgültigen Weg habe ich schon gedacht.Warum machen diese Idioten so etwas? Ich weiß nochnicht mal genau, wer dahintersteckt, auch wenn icheinen Verdacht habe.Meine Eltern haben mich zu einer Psychologin geschickt,und ich nehme jetzt Medikamente gegen diese Angstzustände.Sie riet meinen Eltern zu einem Schulwechsel,aber so einfach weglaufen? Aber so kann es auchnicht weitergehen. Ich fühle mich so miserabel. Mussich erwähnen, dass meine Leistungen in der Schuleim Keller sind? Dabei will ich doch nur meine Ruhe!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!Noch sehr lange Zeit leiden die Opfer, so auch in diesem Fall der Schülerin Samanthaaus einer TV-Reportage:Dennoch ist nicht alles ausgestanden. „Es kommt immermal wieder vor, dass ich Panikattacken bekomme undAngst habe, den Boden unter den Füßen zu verlieren“,gesteht Samantha. Ihre Psychotherapeutin GiselaGeist unterstützt sie daher seit einem Jahr, die Erlebnissezu verarbeiten und die tiefe Traumatisierung zu überwinden.Es sind vor allem die Gespräche, die demjungen Mädchen helfen, wieder ein Gefühl für sich selbstzu entwickeln. „Ich war mir nichts mehr wert, und ichmusste erst einmal lernen, mich selbst wieder zu lieben.Nur wenn du dich selbst liebst, kannst du auch anderewieder lieben“, erkennt sie.(Quelle: http://37grad.zdf.de/ZDFde/inhalt/22/0,1872,5385174,00.htmlzum Film: „Zielscheibe des Spottes“ ; ZDF, 37 Grad,vom 12.06.2007)Arbeitsaufträge:1. Lest die beiden Texte gemeinsam in der Klasse.2. Welche Folgen kann Bullying (= Mobbing) für dieOpfer haben? Denkt daran, dass es neben gesundheitlichenSchäden auch seelische, soziale Folgenhaben kann. Notiere Dir Stichworte zunächst alleine,und sammelt dann in einem Mindmap mögliche Folgenan der Tafel (bezieht auch das Beispiel mit ein).3. Welche Tipps würdest Du daisy15 geben? Schreibeihr eine Mail (auf Papier), in der Du ihr Ratschlägegibst. Lest einige Paper-E-Mails vor und sprecht überdie Ratschläge!


Modul | Cyber-Mobbing, AB 4: Ursachen - Warum machen die Täter das?Arbeitsblatt vomName:Warum?Warum machen Täter so etwas wie Cyber-Mobbing? Inzwischen wissen wir ja,welche schwerwiegenden Folgen dies haben kann! Mit diesem Arbeitsblatt sollt Ihr Euchmit den Ursachen für Cyber-Mobbing beschäftigen.1. Arbeitsauftrag: Eigene Ideen sammelna) Findet Euch in einer 4er-Gruppe zusammen,arbeitet trotzdem zunächst ganz alleine: Malt einesolche „Fischgräte“ auf. Schreibt nun in den Kopfdas Wort „Cyber-Mobbing“ und auf die Grätenmögliche Ursachen dafür (versucht, die Frage zubeantworten: „Warum macht ein Täter das?“).b) Wenn Deine Gruppenmitglieder fertig sind, stellt EuchEure Fischgräten reihum im Uhrzeigersinn (die/derÄlteste beginnt) vor, diskutiert anschließend diemöglichen Ursachen, die Ihr gefunden habt.c) Malt nun (gemeinsam) auf einem neuen Blatt(vielleicht ein wenig größer?) eine neue Fischgräte,und notiert dort Euer Gruppenergebnis.Stellt nun den anderen Gruppen Euer Ergebnis vor!2. Arbeitsauftrag: Expertenmeinungenrecherchierena) Selbstverständlich gibt es auch Experten, die sichmit dem Thema beschäftigen. Unter folgenderInternetadresse findest Du etwas über möglicheUrsachen für Cyber-Mobbing. Lies den Text bittesorgfältig.www.mobbingberatung.info (unter „Täter“)b) Vergleicht den Text mit Euren Ergebnissen, undergänzt bitte Eure „Fischgräten“!3. Arbeitsauftrag: Eigene Fotostory zum ThemaWenn Ihr die anderen Arbeitsblätter bearbeitethabt, dann wisst Ihr jetzt einiges über Cyber-Mobbing:• WasMobbing“ eigentlich ist.• WasCyber-Mobbing“ ist.• Welche Folgen das für die Opfer haben kann.• Warum Täter so etwas tun.Nun dürft Ihr Euer Wissen in Form einer kurzen Fotostoryumsetzen:a) Erstellt mit Eurer Gruppe eine kurze Fotostory mitmax. 12 Fotos zum Thema Cyber-Mobbing.b) Druckt die Fotos aus, und klebt sie (vielleicht mitSprechblasen?) auf ein Plakat.c) Stellt Euer Plakat den anderen Gruppen vor, unddiskutiert es!d) Wie enden die Fotostorys? Überlegt bitte, wie manetwas gegen Cyber-Mobbing tun kann.TIPP: Schickt uns Eure Fotostorys zu!Ausgewählte Einsendungen werden bei unsauf der Homepage ( www.klicksafe.de)veröffentlicht.


Modul | Cyber-Mobbing, AB 5: Recht und Gesetz – Welche Strafen drohen den Tätern?Arbeitsblatt vomName:„Jeder, der denkt, das Internet sei anonym, der glaubt auch, er werde im Kaufhaus nichtgefilmt“ – so oder so ähnlich könnte man böswillig sagen, wenn Täter von Cyber-Mobbing sichsicher fühlen. Bei jedem Zugriff auf das Internet werden (in Deutschland übrigens für sechsMonate) die Verbindungsdaten beim Provider gespeichert. Es ist also leicht herauszufinden,wer wann und wo im Internet unterwegs war. Und bei einer möglichen Straftat darf ein Richterdiese Verbindungsdaten kontrollieren.Doch auch wenn man den Täter oder die Täterinerwischt, was passiert dann? Welche Strafen drohenden Tätern?1. Arbeitsauftrag: Gesetze kennenlernenLeider gibt es (noch?) keine eigenen Gesetze zuCyber-Mobbing. Es greifen aber mehrere Gesetze desStrafgesetzbuches (StGB).Lest die Gesetze bitte in Form eines „Partnerinterviews“.Methode „Partnerinterview“Zu zweit mit Partner A und Partner B. Beide lesen,und danach fasst Partner A das Wichtigste zusammen,Partner B wiederholt mit den Worten „Habe ich dichrichtig verstanden, dass ...?“. Dann Wechsel derRollen – aber Vorsicht! Jeder darf zwei Fehler einbauen,die der andere finden muss!§ 185 BeleidigungDie Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einemJahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigungmittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafebis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.§ 186 Üble NachredeWer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsachebehauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlichzu machen oder in der öffentlichen Meinungherabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht dieseTatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe biszu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tatöffentlich oder durch Verbreiten von Schriften(§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zuzwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.§ 187 VerleumdungWer wider besseres Wissen in Beziehung auf einenanderen eine unwahre Tatsache behauptet oderverbreitet, welche denselben verächtlich zu machenoder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigenoder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wirdmit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafeund, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlungoder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3)begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahrenoder mit Geldstrafe bestraft.§ 238 Nachstellung(1) Wer einem Menschen unbefugt nachstellt, indemer beharrlich1. seine räumliche Nähe aufsucht,2. unter Verwendung von Telekommunikationsmittelnoder sonstigen Mitteln der Kommunikation oder überDritte Kontakt zu ihm herzustellen versucht,3. unter missbräuchlicher Verwendung von dessenpersonenbezogenen Daten Bestellungen von Warenoder Dienstleistungen für ihn aufgibt oder Dritteveranlasst, mit diesem Kontakt aufzunehmen,4. ihn mit der Verletzung von Leben, körperlicherUnversehrtheit, Gesundheit oder Freiheit seiner selbstoder einer ihm nahe stehenden Person bedroht oder5. eine andere vergleichbare Handlung vornimmt unddadurch seine Lebensgestaltung schwerwiegendbeeinträchtigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahrenoder mit Geldstrafe bestraft.(2) Auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünfJahren ist zu erkennen, wenn der Täter das Opfer,einen Angehörigen des Opfers oder eine andere demOpfer nahe stehende Person durch die Tat in dieGefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigungbringt.§ 22 (KUG/KunstUrhG) Recht am eigenen BildBildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildetenverbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden …Das Recht am eigenen Bild oder Bildnisrecht ist einebesondere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts.Es besagt, dass jeder Mensch grundsätzlichselbst darüber bestimmen darf, ob überhaupt undin welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlichtwerden.


Modul | Cyber-Mobbing, AB 5: Recht und Gesetz – Welche Strafen drohen den Tätern?Arbeitsblatt vomName:2. Arbeitsauftrag: Warnschilder malenTeilt Euch bitte in 4er-Gruppen auf. Wendet dieseGesetze auf (ausgedachte oder tatsächliche) Cyber-Mobbing-Fälle an! Malt dazu ein Warnschild mit denmöglichen Konsequenzen als Plakat.Vergleicht anschließend Eure Warnschilder.Welches ist am deutlichsten?3. Arbeitsauftrag: Ein eigenes Gesetz formulierenLest bitte den Spiegel-Online-Artikel vom 1.7.2008.Auf www.spiegel.de den Text „Weltweit erstesGesetz gegen Cybermobbing“ in die Suchleiste eingeben!TIPP:In der JIM-Studie findest Du vieleinteressante Ergebnissezur Mediennutzung Jugendlicher:www.mpfs.deWie könnte Eurer Meinung nach ein eigenes Gesetzgegen Cyber-Mobbing lauten? Versucht bitte, eineszu formulieren, das die Besonderheiten des „Cyber“-Mobbings berücksichtigt.§Mein Gesetz gegen Cyber-Mobbing


Modul | Cyber-Mobbing, Arbeitsblatt 6: Prävention – Wie können wir vorbeugen?Arbeitsblatt vomName:Was tun?Was kann man eigentlich gegen Cyber-Mobbing tun? Und vielleicht sollte man nicht erst dann etwas tun, wennetwas passiert ist, sondern schon viel früher. Was kann man also zur „Vorbeugung“ gegen Cyber-Mobbing tun? Mitdiesem Arbeitsblatt sollt Ihr eigene Ideen entwickeln und einen Aktionsplan für Eure Schule aufstellen.1. Arbeitsauftrag: Eigene Ideen sammeln2. Arbeitsauftrag: Expertenmeinungenrecherchierena) Selbstverständlich gibt es auch Experten, die sichmit dem Thema beschäftigen. Unter folgendenInternetadressen findest Du etwas über Maßnahmenzur Vorbeugung (Fachleute nennen es gerne„Prävention“) gegen Cyber-Mobbing. Lies die Textebitte sorgfältig.www.lizzynet.de(in die Suchmaske „Cyberbullying“ eingeben > „Wieihr euch vor Cyberbullying schützen könnt“)www.gdp.de(unter „Deutsche Polizei“ > Jahrgang 2006 > Ausgabe10/2006, S.12)www.mobbing.seitenstark.de(unter „für Kinder“ > „Ideen gegen Mobbing“)b) Vergleicht die Texte mit Euren Ergebnissen, undergänzt Eure „Stufenleitern“!a) Findet Euch in einer 4er-Gruppe zusammen,arbeitet trotzdem zunächst ganz alleine:Male eine solche „Stufenleiter“ auf. Bitte schreibeauf die Sprossen Deine Ideen, was man zurVorbeugung gegen Cyber-Mobbing tun kann.Aber Achtung! Oben sollte Deine wichtigste Ideestehen, unten die – Deiner Meinung nach –weniger wichtigen!b) Wenn Deine Gruppenmitglieder fertig sind, stelltEuch Eure Stufenleitern reihum im Uhrzeigersinn(die / der Jüngste beginnt) vor, diskutiertanschließend die möglichen Maßnahmen, die Ihrgefunden habt.c) Malt nun (gemeinsam) auf einem neuen Blatt (vielleichtein wenig größer?) eine neue Stufenleiter,und notiert dort Euer Gruppenergebnis. Stellt nunden anderen Gruppen Euer Ergebnis vor!3. Arbeitsauftrag: Einen Aktionsplan für die SchuleaufstellenSicherlich habt Ihr viele tolle Ideen gesammelt undsortiert, wie man Cyber-Mobbing verhindern kann,aber ... noch stehen sie nur auf dem Papier. Dennjetzt kommt das Schwierigste:a) Verwandelt Eure Ideen in konkrete Vorschläge/Regeln für Eure Schule.Stellt dabei auf einem Plakat einen Fünf-Punkte-Plan (nicht mehr!) auf, was an Eurer Schule getanwerden sollte!b) Erstellt einen kleinen Flyer (ein DIN-A4-Blatt, dasgefaltet ist) mit folgenden Punkten:• Was ist Cyber-Mobbing? (mit zwei Sätzen)• Was bedeutet es für die Opfer? (mit wenigenSätzen)• Euren Fünf-Punkte-Planc) Vielleicht habt Ihr die Möglichkeit, Euren Plan derSchülervertretung oder der Schulleitung vorzustellen?Wenn nicht, dann könnt Ihr ihn doch sicherlich inEurer Klasse umsetzen, oder?


wwwS e l b s t v e r p f l i c h t u n gC y b e r - M o b b i n g :§§§§§i.A. aller Schüler und LehrerDas lassen wiran unserer Schulenicht zu!1. Wir verpflichten uns zu einem fairen, respektvollenund offenen Miteinander, im Klassenzimmer wie auchim www.2. Wenn einer von uns mitbekommt, wie ein andererper Handy, Internet oder SMS terrorisiert wird, dannschauen wir nicht weg, sondern helfen, indem wiruns dafür interessieren und den anderen dazu ermutigen,Cyber-Mobbing zu melden.3. Wir benennen an unserer Schule einen Anti-Mobbing-Beauftragten, der sich auch mit dem Mobbingdurch Neue Medien auskennt (Vertrauenslehrer, Schulpsychologe,...).4. Wir gehen das Thema im Unterricht an (Projekttage,Gesprächsrunde etc.) und bringen es an die Öffentlichkeit(Flyer, Plakate, Artikel in der Schülerzeitung,Eltern informieren).5. Wir überprüfen unsere eigenen medialen Nutzungsgewohnheitenauf unfaires Verhalten, und denkendarüber nach, was es für einen Menschen bedeutet,über einen längeren Zeitraum und oft anonym,fertig gemacht zu werden.Kein Cyber-Mobbingbei uns!(Schulstempel und Unterschrift Schulleitung)


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