ONLINE CITY Buchkritiken (NEU)

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Chuck Wendig – Blackbirds (Bastei Lübbe)Eine packende Story über eine außergewöhnliche Streunerin. Miriam Black hat die Gabe, bei Berührung miteinem anderen Menschen, dessen Tod in Zeitpunkt und Art vorauszusehen. Das macht sie einsam und schonein wenig psychopathisch, denn sie versucht stets, ihre eigenen Gefühle auszublenden. Der Trickdieb Ashleykommt ihr auf die Spur und zwingt sie, mit ihm zu arbeiten, um Profit von Leuten herauszuschlagen, die in Kürzedas Zeitliche segnen. Miriam macht mit, verliebt sich jedoch in den Trucker Louis, der sich schuldig fühlt amUnfalltod seiner Frau. Sie wehrt sich dagegen, weil sie gesehen hat, dass er in wenigen Wochen ermordet wird.Hinter ihrem Partner Ashley ist zudem noch ein gefährliches Ganovenpärchen her, das einen geheimnisvollenMetallkoffer zurückhaben will. Und auch diese beiden gehen über Leichen. Das Ganze spitzt sich zu, als Miriamwider besseren Wissens versucht, das Schicksal von Louis zu ändern.Stefanie Viereck – Die falsche Spur (Pendragon)Die Journalistin Lena Vogel macht sich auf und reist in die Vergangenheit. Als Kind verbrachte das Mädchen ausgutem Hause einen wilden und unbeschwerten Sommer mit einem Jungen namens Oliver. Schon damals dämmertees Lena, dass irgendetwas mit Oliver nicht stimmte, aber sie ist nicht dahinter gekommen. Jetzt, als erwachsene Fraulässt sie diese kurze Episode ihrer Kindheit nicht mehr los. Im Verlaufe der Geschichte gerät sie immer mehr in denSog der Vergangenheit, bis ihrer Suche nach Olivers Verbleib schon etwas Obsessives anhaftet.„Die falsche Spur“ ist ein Kriminalroman, der mit Leichtigkeit die Grenzen zwischen Krimi und Literatur aufhebt. Dabeikommt der Krimi ganz ohne blutige Details aus. Besonders gut hat mir die Darstellung der norddeutschenMelancholie und der Stil von Stefanie Viereck gefallen. Ein wirklich empfehlenswertes Buch.John Katzenbach – Der Sumpf (Knaur)Der College –Student Bobby Earl Ferguson ist wegen des brutalen Mordes an einem elfjährigen, weißen Mädchenin einem rassistisch geprägten Prozess zum Tode verurteilt worden und wartet im Gefängnis auf seine Hinrichtung.In seiner hoffnungslosen Situation wendet er sich an Matt Cowart , einen Enthüllungsreporter, der ihm helfen sollseine Unschuld zu beweisen. Rasch ergeben Matts Nachforschungen, dass dem jungen Mann offensichtlich übelmitgespielt wurde. Doch mit seiner Story gewinnt er nicht nur den Pulitzer-Preis, sondern öffnet auch die Büchseder Pandora.Wie auch meine Vorrezensenten wurde ich durch die Ankündigung eines neuen Katzenbachs getäuscht und habekeine Wiederauflage eines frühen Werkes des Autors erwartet, ich kenne jedoch nur den Film, der sehr stark vomBuch abweicht und bereue den Kauf keine Sekunde.Was für ein gelungener, spannender Thriller, packend von der ersten Seite an lässt er den Leser bis zum Schlussnicht mehr los. Genial aufgebaute Charaktere agieren verzweifelt in einer, bis zur Fühlbarkeit realistisch geschilderten, bedrückendenAtmosphäre. Absolute Klasse, für mich einer von Katzenbachs Highlights.Amanda Kyle Williams – Broken (Wunderlich)Schon in ihrem ersten Thriller "Cut" legte Amanda Kyle Williams einen überzeugenden Plot vor. Und auch im zweitenKrimi mit ihrer ebenso toughen wie sympathischen Heldin Keye Street sind es gleich mehrere Fälle, denen Keye mitviel Einsatz und jede Menge Köpfchen auf die Spur kommt. Aber auch hier fordert die Arbeit wieder alles von ihr,gerade weil sie persönlich immer mehr involviert wird - und weil Williams kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es umden noch immer virulenten, unterschwelligen oder auch offen gelebten Rassismus In den Südstaaten der USA geht.Denn ihre toughe Heldin hat chinesische Wurzeln und muss sich gegen so manchen rassistischen Spruch erwehren.So ist “Broken” eine fesselnde Mischung aus knallhartem Thriller, viel Herz und jeder Menge Infos über das Leben inAtlanta. Weiter so.Arne Dahl – Zorn (Piper)Nachdem sich in “Gier” die neue europäischen Sondereinheit um Paul Hjelm erstmals bewähren konnte, lässt ArneDahl sie jetzt erneut ermitteln. Und dabei geht er gleich in die Vollen - ein einzelner Serientäter langt ihm dieses Malnicht, gleich mit zwei unterschiedlichen Rächern haben es die sympathischen Ermittler zu tun. Die darum gestrickteStory entwickelt sich intelligent, überrascht mit unerwarteten Wendungen und wartet mit einiger Action auf, wobei derschwedische Autor auch Themen wie genetische Versuche während des Kalten Krieges oder Verbrechen unter derStalin-Diktatur anspricht. Gleichzeitig lässt er das zunächst sehr heterogene Ermittlerteam, dessen Mitglieder ausmehreren europäischen Staaten kommen, immer stärker zusammenwachsen. Während der Einsätze, aber auchprivat finden die Fahnder zunehmend Vertrauen zueinander. So ist Arne Dahl mit “Zorn”, trotz einzelner Längen, einspannender Euro-Thriller gelungen, der Lust auf mehr macht.Stephanie Fey – Die Verstummten (Heyne)"Die Verstummten" knüpft nahtlos an "Die Gesichtslosen" an und führt das RAF-Thema weiter. Auch über Carinasfamiliäre Verstrickungen erfahren wir einiges, auch wenn hier noch nicht alles aufgelöst wird. Ich denke, es wird nochmindestens einen dritten Band geben, in dem auch das noch restlos geklärt wird.Der Nebenstrang, der in den 1990ern spielt, ist für den aktuellen Fall nötig, meines Erachtens aber zu breitausgeführt - auch wenn die handelnde Person eine große Rolle spielt. Dafür wird dieser Strang aber nichtzufriedenstellend mit dem Hauptstrang verwoben - mir jedenfalls stellen sich am Ende immer noch einige Fragen.Auch die Synästhesie der kleinen Flora ist nur schmückendes und an manchen Stellen effektheischendesNebenwerk. Das hätte man besser integrieren können, denn so wirkt es einfach nur aufgesetzt und für die Handlungnutzlos.Ähnlich geht es mir mit dem Totenkopf, den Carina rekonstruiert.


Sebastian Fitzek – Der Nachtwandler (Knaur)Leon schläft. Nein! Leon träumt! Nein - auch nicht richtig - Leon schlafwandelt. Aber ich beginne lieber mal vonvorn.Scheinbar aus dem Schlaf erwacht, erlebt Leon, wie seine Frau Natalie mit einem blauen Auge, schwerenSchnittverletzungen, einem abgebrochenen Schneidezahn, das Haus verlässt und flieht. - Vor ihm! Was istgeschehen? Leon hatte doch nur geschlafen.Leon weiß überhaupt nicht was los ist und wendet sich an seinen Psychiater, der ihm seit einem Trauma immerzur Seite steht. Jedoch verhält sich der Psychiater sehr seltsam, so dass Leon selbst auf Spurensuche geht.Was ist passiert? Warum kann er sich an nichts mehr erinnern? Wo ist Natalie? Ein, wie ich finde, tolles Buch mitvielen Irrungen und Wirrungen - so wie wir es von dem Autor gewohnt sind. Die zahlreichen Wendungen lassendie Geschichte nie langweilig wirken und man liest und liest und liest.Ich würde mich freuen, wenn es tatsächlich zu einer filmischen Umsetzungen kommen würde, so wie in der Danksagung angekündigt.Stan Nadolny – Weitlings Sommer Frische (Piper)Die Idee, sein Leben - um Jahrzehnte zurückversetzt - noch einmal zu leben, ist nicht ganz neu.Der Protagonist begleitet hier - nach einem Bootsunfall als "Geist" - sein jugendliches Ich durch diverse Stationenseiner früheren Existenz. Durchaus interessant und spannungsfördernd sind die Diskrepanzen im Erleben / Erinnern,die das Nachdenken über den alternativen Verlauf eines bereits gelebten Lebens anregen.Als leider äußerst nervend - in permanent zunehmendem Maße - wird die ungeheure Fülle von kurzenDetailschilderungen aus dem Damals empfunden: Personen, Landschaften, die nähere Umgebung,Verhaltensweisen, Buchinhalte, Schülerdasein, Lehrpersonen... alles nahezu immer nur kurz angerissen - und schondas nächste!Und es geht in diesem Stil auch weiter, als Weitling ins tatsächliche, nun in der Tat veränderte Leben zurückkehrt.Nadolny schreibt das wie unbeeindruckt - undramatisch - auf, klingt alles ganz normal, nicht etwa, als sei da etwasUnerhörtes und Unglaubliches mit seinem Protagonisten geschehen.Ein sehr schönes anspruchsvolles Buch. Macht Spaß es zu lesen.Georg M. Oswald – Unter Feinden (Piper)Mit diesem Buch ist Georg M. Oswald ein sowohl spannendes als auch überraschendes Werk gelungen.Die beiden Ermittler könnten unterschiedlicher nicht sein und ergeben zusammen ein Team, dass den Leser in Atemhält.Der Thriller ist sehr mitreißend geschrieben und hält einen nicht vorhersehbaren grandiosen Schluss für den Leserbereit.Man fragt sich, wie man sich nur immer weiter in den Ermittlungen verstricken kann und ob man am Ende genausohandeln würde.Dies ist ein sehr empfehlenswertes Buch für einen kurzweiligen interessanten Leseabend.Man wünscht sich mehr davon zu lesen.John Hart – Das eiserne Haus ( C. Bertelsmann )Zwei Jungen werden ausgesezt, in einem Waisenhaus müssen sie sich behaupten, was mit einem Mord endet.Dadurch wird nur einer der Brüder,Julian, von einer reichen Frau adoptiert, der andere,Michael, muss sich auf derStraße durchschlagen. Er landet bei der Mafia und wird die rechte Hand des Paten. Als der Clanchef durch seineHand von seinen altersbedingten Leiden stirbt, und er der Liebe wegen aussteigen will, wird er von desseneifersüchtigen Sohn und den Gefolgsleuten gejagt. Denn man steigt nicht einfach aus.Die Jagd wird jedoch nebensäclich als die beiden Brüder sich bei der Adoptivmutter wiedertreffen und Julian desMordes beschuldigt wird. Sein Bruder Michael versucht seinen Bruder zu retten, wie er es immer schon getan hat....Meine persönliche MeinungEin sehr rasanter Thriller, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil ist so flüssig und detailiert, dass ich mir jedeSzene sehr gut vorstellen konnte.Kari Braenne – Der Wald wirft schwarze Schatten ( Rowohlt)Langsam, aber gewaltig, so kann man am besten beschreiben, wie sich diese Geschichte von Kari Braenneentwickelt. Eine Liebe, die verraten wird, Lug und Trug, Schuld und Sühne, tiefe Verletzungen - die klassischenThemen der großen Romane. Von daher würde ich dieses Buch auch nicht unbedingt der Gattung Kriminalromanzuordnen.Es gibt zwar Mysterien und Geheimnisse zu entlarven, die aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart wirken,aber sowohl der Erzählstil der norwegischen Autorin als auch ihre doch eher ungewöhnlichen Figuren sinduntypisch, selbst für einen skandinavischen Krimi.Evelyn, Wilhelm und Robert sind sperrige, nicht sonderlich liebenswerte Protagonisten, und Braenne lässt sieabwechselnd in relativ kurzen Kapiteln ihre Geschichte erzählen.Zu Beginn werden viele Ereignisse nur angedeutet und schaffen so mehr Verwirrung als Klarheit, aber mit fortschreitender Handlung


Es entwickelt sich eine manchmal wundervolle, manchmal aber auch traurige Geschichte, wie sie im wahren Leben passieren könnte,eine echte Empfehlung für den Sommer!Chris Womersley – Beraubt (DVA)"Beraubt" ist ein ungewöhnlicher Roman. Kein Krimi, auch kein Thriller an sich. "Beraubt" ist ein Roman, dereinen von der ersten bis zur letzten Seite packt, der einen in Atem hält, nicht mehr los lässt. Spannung pur. Esgeht um Liebe, um Rache, um Gerechtigkeit. Es geht um eine ungewöhnliche Freundschaft. Chris Womersleygelingt es, die Personen so zu darzustellen, dass man sie sieht. Man sieht die Landschaft, man kann dieTrockenheit des australischen Bodens förmlich riechen. Man fühlt mit Quinn Walker mit, der traumatisiert ausdem Krieg zurückkehrt. Seine Albträume sind spürbar, greifbar.INHALT:Vor zehn Jahren ist Quinn Walker aus seiner Heimatstadt geflüchtet, nachdem er den Mord an seiner kleinenSchwester mitangesehen hat. Doch irgendetwas hat ihn nun zurückgetrieben - ist es die Schuld? DerSchmerz? Der Wunsch nach Rache? Er ist sich nicht sicher, was der Grund für seine Rückkehr ist, und um ihnherauszufinden, muss er bleiben. In den Bergen begegnet er der jungen Sadie, die sich dort seit dem Tod ihrerMutter versteckt. Langsam baut sich zwischen den beiden Vertrauen auf. Doch die Frage ist: Kann Quinn siebeschützen, obwohl er dies bei seiner Schwester nicht vermochte?Ulrike Barow – Baltrumer Bescherung (Leda)Johann Seebald kommt regelmäßig nach Baltrum und geht den Leuten auf die Nerven. Er ist eingeschwätziger Säufer, aber nur auf den ersten Blick. Mit seinen kruden Ideen will er sich, so scheint es,lediglich produzieren, doch dieser Eindruck erweist sich am Ende als falsch. Tatsächlich trägt Johann Seebaldeine Last mit sich herum, die schließlich abzuwerfen zwei Menschen das Leben kostet, beinahe sogar ihn seineigenes, denn das nächste Mordopfer wäre unweigerlich er selbst gewesen.Mit ihren Baltrum-Kriminalromanen hat Ulrike Barow eine schriftstellerische Nische gefunden, die siemeisterhaft ausfüllt. Sie überzeugt nicht nur mit farbigen und glaubhaften Figuren, sondern ihre Stories sindauthentisch und lebensnah.Sie führen ihre Leserschaft an Orte und Schauplätze, die real sind, derenGegenständlichkeit man spürt und aufnimmt, und die so einen Rahmen setzen, in dem sich daskriminalistische Drama nachvollziehbar und eindrucksvoll abspielt. Es ist dieses Konzept, das den Lesermitnimmt, und das Ulrike Barows Romane in besonderer Weise kennzeichnet. So ist es auch wieder mit der"Baltrumer Bescherung". Wer Ostfriesland und seine Menschen liebt, sich in dieser Region aufgehoben fühltund gerne Krimis liest, findet in diesem Buch einen weiteren Volltreffer. Für alle übrigen gilt: greift nach diesemRoman, Ihr werdet in jedem Fall belohnt.Penny Hancock – Ich beschütze dich (Goldmann)Kurzbeschreibung:Sonia liebt das alte Haus an der Themse, in dem sie schon ihre Kindheit verbracht hat und in dem sie jetzt mitihrem Mann Greg lebt. Doch eines Tages geschieht etwas, das ihren geordneten Alltag in den Grundfestenerschüttert – denn es steht ein junger Mann vor ihrer Tür, der sich eine seltene Schallplatte von Gregausleihen möchte. Vom ersten Moment an übt Jez eine verstörende Wirkung auf Sonia aus, und sie spürt,dass sie von einem dunklen Sog erfasst wird, der stärker ist als sie selbst. Noch kann sie nicht ahnen, dasssich ihr Leben von diesem Moment an unaufhaltsam auf einen Abgrund zubewegt. Denn Jez rührt an dietiefsten Obsessionen ihrer Seele – und Sonia ist bereit, zum Äußersten zu gehen, damit sie endlich ihrenFrieden findet...Ich beschütze dich ist ein Psychothriller, der zwar auch einen Mord beinhaltet, aber ohne blutige Szenenauskommt. Penny Hancock legt ihr Hauptaugenmerk vielmehr auf die Seele ihrer Protagonistin Sonia, diesehr einsam ist und den 15-jährigen Jez, den Neffen ihrer Freundin Helen, der sich bei ihr eine Schallplatteausborgen will, gefangen nimmt.Ich fühlte mich sehr gut unterhalten von diesem doch eher ruhigen Psychothriller, in dem die Protagonistin schon eher bemitleidenswertals abstoßend wirkt.Ian Rankin – Mädchengrab (Manhattan)Der neue Rankin knüpft nahtlos an das starke letzte Buch vor der schöpferischen Pause von Ian Rankin an.Zum Buch selbst:John Rebus, den man sich als Rentner nicht hätte vorstellen können, sitzt natürlich nicht untätig zu Hausesondern arbeitet in einer »Cold Case«-Abteilung an alten, ungelösten Verbrechen. Als ihn eine Frau, derenTochter verschwunden ist, um Hilfe bittet, fängt er an in einem alten Fall zu ermitteln.Dies erfolgt in seiner unnachahmlichen Art mit vielen einzelgängerischen Aktionen, gewürzt mit so manchemPint Bier und einigen Whiskeys. Natürlich benötigt er ab einem gewissen Punkt der Ermittlungen auch wiederdie Hilfe von Siobhan Clarke, was zu einem weiteren Wiedersehen führt. Selbst der mit zunehmendem Alterimmer sympathischer wirkende Morris Gerald Cafferty kommt wieder zu Ehren.Das John Rebus durch seine Arbeitsweise und seine Beziehung zu MGC in das Fadenkreuz des internenErmittlers Malcolm Fox gerät ist dabei fast als unausweichlich anzusehen.Das Buch ist nicht nur für eingefleischte Rankin/Rebus-Fans ein absoluter Genuss, der kurzweilig ist und dieHoffnung weckt, daß auch dieser Band nicht der Letzte sein wird.


Sara Gran – Das Ende der Welt (Droemer)Eine unglaublich direkte Sprache, die einem selbst beim Lesen auf die Füße tritt. Gran stürzt sich ungeplantin einen neuen Fall. Doch diesmal trifft es sie leider persönlich, denn es handelt sich bei dem Toten um ihrenletzten wirklich festen Freund Paul. Ihr Assistent ist verwirrt, denn normalerweise werden beide erst dazugerufen, wenn die Ermittlung schon als hoffnungslosen Fall abgetan wird. Aber diesmal läuft das hier ganzanders! Claire verfällt während diesem Fall ganz den Drogen und man realisiert, dass San Francisco keinharmloses Städtchen ist. Ihr Assistent übernimmt währenddessen noch ein paar kleine andere Fälle undClaire kämpft um die Aufklärung und um ihr eigenes Leben.Ein wunderbarer Rückblick in Claires Kindheit bringt alle mit auf die Spur nach der vom Roten Detektivvorhergesagten Lösung des Falles: Such das Mädchen!Elisabeth Herrmann – Das Dorf der Mörder (Goldmann)Eines vorweg: Dieses ist ein Buch, dass man nicht mehr aus der Hand legen kann. Allein der Prolog ausder Sicht des Hundes Bruno ist es wert, dieses Buch zu lesen.Elisabeth Hermann erzählt die Geschichte, die mit einem Mord im Berliner Tierpark beginnt und in einemtrostlosem Dorf in Brandenburg endet. Es ist die Geschichte der Schwestern Cara und Charlie und die derStreifenpolizistin Sanela Beara und des Psychologen Jeremy Saaler und ihren Bemühungen, diesenscheinbar klaren Fall von Mord zu untersuchen.Charlie hat den Mord im Tierpark gestanden und Barea und Saaler versuchen jeder auf seine Weise, denFall und die Hintergründe der Tat ans Licht zu bringen.Die Autorin schafft es, einen Spannungsbogen zu erzeugen, der bis zur letzten Seite anhält. Sie hat dieGabe, ins Detail gehen zu können, ohne es langatmig oder langweilig werden zu lassen.Unbedingt lesen und sehr empfehlenswertRebecca Niazi – Shahabi – Ich bleib so scheiße wie ich bin (Piper)Welche Erwartungen habe ich an ein pinkes Buch mit einem schwarzen Lama darauf, das mich auffordert,"Scheiße" zu sein?Richtig:Ich nehme es nicht für bierernst, sondern erwarte, unterhalten zu werden!!Und das tut dieses Buch in vortrefflicher Weise:Witzig, ironisch, böse greift es all die bösen Bücher und Menschen an, die uns verformen wollen, damit wirihren Idealen entsprechen...Dieses Buch nimmt die Bücher und Menschen auf die Schippe, die der Meinung sind, nur ihre Meinung istdie wahre:die Diätbücher, die Sportbücher, die "jetzt rauche und trinke ich nicht mehr Bücher".Den Chef, der einem sagt, wo doch "die eigene wahre Berufung" liegt - natürlich nie da, wo man gerneselber arbeiten möchte.Den Nachbarn, dessen Garten keine Löwenzahnblumen hat, die Freundin, die eine "bessere Mutter ist".Das Modell, das 3 Monate nach der Geburt schon wieder auf dem Laufsteg steht.Jeder kennt diese Hassobjekte, jeder weiß, dass auch diese Menschen ihre Probleme haben und dass man eigentlich nicht mit ihnentauschen will. Niemand will sich diesen Besserwissern anpassen - und doch hilft es einfach ungemein, sich über so etwas mal richtigvon Herzen lustig zu machen. Und das tut dieses Buch.Es wahrt dabei aber die Grenzen des guten Geschmacks, es legt auch stets Wert darauf, dass es sich zwar über Diätbücher lustigmacht, dass diese aber durchaus ihre Daseinsberechtigung haben - ebenso darauf, dass es weder eine Aufforderung zum Rauchennoch zum Trinken oder ähnlichem ist.


Jenk Saborowski – Biest (Piper)Ein brutaler russischer Strippenzieher, "das Biest", möchte Europa von Energieimporten aus Russlandabhängig machen. Um seinen perfiden Plan in die Tat umzusetzen, baut er ein weit gestreutes Netzwerkauf. Als er bereits dabei ist, seine Helfer aus dem Weg zu räumen, um alle Spuren zu verwischen, bemerkter, dass jemand ihm bereits auf die Schliche gekommen ist..."Das Biest" ist ein anspruchsvoller Thriller, der im Jahr 2012 spielt. Er beschreibt ein Szenario in Europa,dass durchaus eintreten kann: Nämlich dass Terroristen mithilfe eines modifizierten ComputervirusAtomkraftwerke angreifen, wodurch Radioaktivität austritt und die Bevölkerung gefährdet.Der Plot ist sehr ausgefeilt. Er beginnt mit mehreren Handlungssträngen, die später ineinander laufen. DieHandlung ist bis zum Ende spannend und packend, sodass man es gar nicht mehr aus der Hand legenmöchte. Insgesamt ein sehr gelungendes, gut recherchiertes Zweitwerk.Julie Hastrup – Blut für Blut (Piper)In Kopenhagen wird eine Sozialarbeiterin Kissi brutal ermordet, die sich um den Schutz von Migrantinnenkümmerte.Brutale Vergewaltigungen in Schweden führen den ermittlenden Kommissar Niclas nach Kopenhagen.Rebekka, die Ermittlerin im Fall der ermordeten Kissi in Dänemark wird schnell in die Ermittlungen derVergewaltigungen in Schweden involviert.Was haben die beiden Fälle miteinander zu tun und was haben die Vergewaltigungen mit einemUnaufgeklärten Sexualmord in den 90 er Jahren zu tun.Und auch in den Frauenhäusern, in denen Kissi gearbeitet hat, gibt es Morde, die scheinbar zeitgleich mitdem Einzug einer pakistanischen Frau zusammenhängen.Viele verschiedene Handlungen und Spozialkritik, mit vielschichtigen Persönlichkeiten unterschiedlicherHerkunft und viel politischem Zündstoff.Aber es lohnt sich. Sehr spannend.

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