Programmheft herunterladen - Münchner Philharmoniker

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Programmheft herunterladen - Münchner Philharmoniker

Lorin MaazelMaria Luigia Borsi | Lioba BraunSteve Davislim | Georg ZeppenfeldPhilharmonischer Chor MünchenEinstudierung: Andreas HerrmannMontag, 31. Dezember 2012, 17 UhrDienstag, 1. Januar 2013, 19 UhrMittwoch, 2. Januar 2013, 20 Uhr'12mphil.de'13


Aus der Neuen (Schmuck)-Welt:Ein brillantes Neues Jahr......mit spielerisch fl ießendem Gold:z.B. der 12-teilige »PAULA Jahresring«oder der 7-teilige »PAULA Wochenring«


Ludwig van BeethovenSymphonie Nr. 9d-Moll op. 1251. Allegro, ma non troppo, un poco maestoso2. Molto vivace – Presto – Molto vivace3. Adagio molto e cantabile – Andante moderato4. Finale mit Soli und ChorLorin Maazel, DirigentMaria Luigia Borsi, SopranLioba Braun, MezzosopranSteve Davislim, TenorGeorg Zeppenfeld, BassPhilharmonischer Chor MünchenEinstudierung: Andreas HerrmannMontag, 31. Dezember 2012, 17 UhrSilvesterkonzertDienstag, 1. Januar 2013, 19 Uhr4. Abonnementkonzert k5Mittwoch, 2. Januar 2013, 20 Uhr3. Abonnementkonzert g5Spielzeit 2012/2013115. Spielzeit seit der Gründung 1893Lorin Maazel, ChefdirigentPaul Müller, Intendant


Joseph Carl Stieler: Ludwig van Beethoven (um 1820)3


4 Ludwig van Beethoven: 9. Symphonie d-Moll„Man hat die ‚Neunte Symphonie‘ in einen Nebelvon hohen Worten und schmückenden Beiwortengehüllt“, schrieb Claude Debussy 1901in der „Revue blanche“. „Sie ist – neben dem berühmten‚Lächeln der Mona Lisa‘, dem mit seltsamerBeharrlichkeit das Eti kett ‚geheimnisvoll‘anhaftet – das Meisterwerk, über das am meistenUnsinn verbreitet wurde. Man muss sich nurwundern, dass es unter dem Wust von Geschreibe,den es hervor gerufen hat, nicht schon längstbegraben liegt.“Mythos „Letzte Symphonie“Debussy hat gewiss nicht übertrieben: Es dürftewohl keine zweite Komposition in der Musikgeschichtegeben, die eine solch schillernde undwidersprüchliche Langzeitwirkung entfaltet hatwie Beethovens d-Moll-Symphonie: die „Neunte“.Einerseits schien sie einen historischen Endpunktzu markieren: „Maß und Ziel“ der Instrumentalmusikseien mit der „Neunten“ erschöpft,glaubte Robert Schumann 1835 feststellen zu müssen– sechs Jahre, bevor er selbst mit seinen SymphonienB-Dur op. 38 und d-Moll op. 120 dasGegenteil beweisen sollte. Und Richard Wagnerbehauptete 1849 kühn: „Die letzte SymphonieBeet hovens ist die Erlösung der Musik aus ihremeigensten Elemente heraus zur allgemeinsamenKunst […] Auf sie ist kein Fortschritt möglich, dennauf sie unmittelbar kann nur das vollendete Kunstwerkder Zukunft, das allgemeinsame Dramafolgen.“ Andererseits diente gerade diese Symphonie– von Berlioz über Liszt bis zu Mahler –als Pro totyp einer neuen, die Gattungsgrenzenüberschreitenden Symphonik. Und eine „Neunte“zu schreiben, war fortan für Komponisten eineriskante Unternehmung: nicht allein, weil sie sichunweigerlich dem Vergleich mit Beet hoven stellenmussten, sondern weil eine irra tionale Furcht sichbreit machte, mit der Komposition einer „Neunten“an das Ende der eigenen Lebens frist zu geraten.Anton Bruckner begründete seine tiefsitzendeScheu, sich an eine Symphonie mit der Ordnungsnummer9 zu wagen, ausdrücklich mit dem belastendenGedanken, dass Beethoven „mit der ‚Neunten‘den Ab schluss seines Lebens“ gefundenhabe. Und tatsächlich sollte auch er seine „Neun -te“ nicht überleben ! Auch Gustav Mahler hatte,wie wir in den Erinnerungen der Alma Mahler-Werfel lesen, „Angst vor dem Begriff ‚NeunteSymphonie‘, da weder Beethoven noch Brucknerdie ‚Zehnte‘ er reicht hatten. So schrieb er ‚DasLied von der Erde‘ erst als ‚Neunte‘, strich danndie Zahl durch und sagte mir bei der später folgenden‚Neunten Symphonie‘: ‚Eigentlich ist esja die ‚Zehnte‘, weil das ‚Lied von der Erde‘ jameine ‚Neunte‘ ist.‘ Als er dann an der ‚Zehnten‘schrieb, meinte er: ‚Jetzt ist für mich dieGefahr vorbei !‘ Doch hat er eine Aufführungder ‚Neunten‘ nicht erlebt und niemals seine‚Zehnte‘ vollendet. Da Beet hoven nach der ‚Neunten‘starb und Bruck ner seine ‚Neunte‘ gar nichtmehr vollenden konnte, so war es eine Art Aberglaubenge worden, dass kein großer Symphonikerüber die ‚Neunte‘ hinauskomme.“ Arnold Schönbergsprach schließlich 1912 die Überzeugung aus:„Die ‚Neunte‘ ist eine Grenze. Wer darüber hinauswill, muss fort. Es sieht aus, als ob uns inder ‚Zehnten‘ etwas gesagt werden könnte, waswir noch nicht wissen sollen, wofür wir nochnicht reif sind. Die eine ‚Neunte‘ geschriebenhaben, standen dem Jenseits zu nahe. Vielleichtwären die Rätsel dieser Welt gelöst, wenn einervon denen, die sie wissen, die ‚Zehnte‘ schriebe.“Beethovens d-Moll-Symphonie ist jedoch,


Joseph Carl Stieler: Skizze zum Portrait Ludwig van Beethovens (um 1820)5


6Ludwig van Beethoven: 9. Symphonie d-Mollbei allen musikhistorischen Folgen, vor allem Gegenstandund Projektionsfl äche politischer Idealeund Weltanschauungen geworden. Re präsentiertsie das siegesbewusste Deutschtum oder daseinige Europa ? Spornt sie zum Krieg an, oderermahnt sie zum Frieden ? Manifestiert sich inihr eine republikanische Gesinnung ? Ertönt siegar als Triumph gesang der kämpfenden Arbeiterklasse? Es lohnt sich, angesichts dieser verwirrendenVielzahl einander widersprechenderDeutungsversuche einen vielleicht klärendenBlick zurück in die Geschichte zu werfen undden ideologischen Wechselfällen nach zuspüren,denen Beethovens „Neunte“ ausgesetzt war.Die „Neunte“ zum JahreswechselDie Aufführung von Beethovens d-Moll-Symphoniezum Jahreswechsel folgt einer Tradition, überderen Ursprung in der Arbeitermusik-Bewegungsich nur die wenigsten Konzertbesucher (und-veran stalter) im Klaren sein dürften. Das LeipzigerArbeiterbildungs-Institut ließ für eine „Friedens-und Freiheitsfeier“ in der Silvesternachtdes Jahres 1918 Beethovens „Neunte“ einstudierenund auf führen. Kein Geringerer als ArthurNikisch dirigierte das Städtische Theater- undGewandhaus-Orches ter und Mitglieder des Bachunddes Riedel-Vereins sowie des Gewandhaus-Chores. Der Konzert beginn in der Alberthalle desKristallpalastes war auf 23 Uhr festgelegt, umden Anbruch des neuen, nach dem Ende desKrieges und der Monarchie mit größten Hoffnungenbegrüßten Jahres mit Schillers Wortenund Beethovens „Freuden“-Melodie gebührendfeiern zu können. Der historisch-symbolischeRang jener musikalischen Kundgebung spiegeltsich in den Kritiken wider. Nie sei die 9. Symphonie„so zeit gemäß ge wesen wie heute“, hießes etwa im „Leipziger Tageblatt“, „wenn wirauch noch inmitten der Not, im wirren Chaossind. Diejenigen, die in der November revo lutiondie Erlösung erblicken, werden in ihrer Seelebeim Lied an die Freude die Resonanz empfinden,die anderen werden ihre Sehnsucht nachder Lö sung aller Wirrnisse, nach dem Frieden imLand in das Werk strömen lassen – ergreifenaber muss es heute alle, da wir zu keiner Zeitleidenschaftlicher um unser Schicksal rangenals jetzt“. Die Idee, den Jahreswechsel mit ei nerAufführung der „Neunten“ zu begehen, mach tesich in der Zeit von 1927 bis 1932 auch die BerlinerVolksbühne zu eigen. Mittlerweile sind Silvesterkonzertemit Beethovens „Neunter“ land -auf, landab zu einem alljähr lichen Brauch geworden:vertraut, beliebt, aber kaum noch erhelltvon dem program matischen Anspruch, wie erdie Menschen im Jahr 1918 bewegt hatte.Beethovens „Neunte“ stand auch nach jenemdenkwürdigen 31. Dezember 1918 im Zentrumder Arbeitermusik-Bewegung und ihrer ehrgeizigenKonzertaktivitäten. 1927 nahm der KomponistHanns Eisler den 100. Todestag Beethovenszum Anlass, dessen Musik zum geistigenBesitz „der aufsteigenden Arbeiterklasse, nichtaber der Bourgeoisie“ zu erklären. In der „RotenFahne“, dem Zentralorgan der KommunistischenPartei Deutschlands, schrieb Eisler: „Und wenndieser gewaltige Hymnus an die Freude aufbraust,sich steigert und jubelnd ausklingt, dann kannund muss jeder klassen bewusste Arbeiter, mitKraft und Zuversicht erfüllt, sich sagen können:Diese Töne, die schon jetzt uns, den noch kämpfendenArbeitern, Energien zu führen, werdenerst recht uns gehören, wenn wir über die jetzt


Neujahrsglückwunsch Beethovens für Dorothea Ertmann: „An die Baronin Ertman zum neuen Jahre 1804von ihrem Freunde und Verehrer Beethoven“7


8Ludwig van Beethoven: 9. Symphonie d-Mollherrschende Klasse gesiegt haben werden undden Millionenmassen der bis dahin Unterdrücktenmit dem Triumph gesang Beethovens zujauchzenwerden: ‚Seid umschlungen, Millionen !‘“Freiheit, Gleichheit, BruderliebeDie ideologische Inanspruchnahme der „Neunten“durch die politische und musi kalische Linke reichtzurück bis in die Epoche des Vormärz. Franz Brendel,Herausgeber der „Neuen Zeitschrift für Musik“(ab 1844) und Wortführer der musikalischenFortschrittspartei, feierte Beethoven als In begriff„des neuen, durch die Revolution hervorgerufenenGeistes, er ist der Komponist der neuen Ideenvon Freiheit und Gleichheit, Emancipation derVölker, Stände und Indi viduen“. Namentlich Beethovens„Neunte“ glaubte er „mit allen Fragender Zeit“ asso ziieren zu können. „Das Ideal derZukunft ist diese rückhaltlose, unbedingte Hingebungan die Menschheit, dieser ächte Socialismus,wie ihn Beethoven zuerst ausgesprochenhat.“ Als Brendel von konservativer Seite angegriffenund aufgefordert wurde, seine Theorievon der Musik als Ausdruck revo lutionären Zeitgeistszu belegen und zum Beweis einige Taktezu nennen, in denen demokratische Denkungs -art nachprüfbar festzustellen sei, ließ er seinenMitarbeiter Ernst Gottschald mit stilisierter Empörungantworten: „Sie begreifen nicht, wie musikalischeKunstwerke aristokratische oder demokratischeGesinnungen ausdrücken können ? GlaubenSie, dass Beethoven zu Schiller’s Gedicht ge -griffen, um blos einmal Gesang mit einer Symphoniezu verbinden ? Finden Sie in diesen Tönenkeine tiefere Bedeutung als in irgend einemHymnus ? Wenn er in gewichtigen Accorden singt:‚Seid umschlungen, Millionen, diesen Kuss derganzen Welt !‘ – erkennen Sie in solchen Stimmungengar keinen geistigen Zusammenhangmit den Ideen der modernen Demokratie, mitden Ideen der Freiheit, Gleichheit, Bruderliebe ?“Wenige Wochen nach dem Ausbruch der Barrikadenkämpfedes Mai 1849 studierte RichardWagner die „Neunte“ in Dresden ein. Unter denZuhörern der Generalprobe am 31. März be fandsich auch der russische Anarchist Michail Ba ku -nin, der am Schluss zum Podium trat und Or ches -t er und Dirigent ermutigte, sie sollten, wenn beimnahen Weltenbrand auch alle Musik verloren ginge,für den Erhalt dieser Symphonie ihr Lebenwagen. Als dann während der Kampfhandlungenam 6. Mai das Alte Dresdner Opernhaus ein Raubder Flammen wurde, traf Wagner mit einem derAufständischen zusammen, der ihm zurief: „HerrKapell meister, ‚der Freude schöner Götterfunken‘hat gezündet, das morsche Gebäude ist in Grundund Boden verbrannt.“ Dieses unerwartete Pathoshabe, so Wagner in seiner Autobiographie, „seltsamkräftigend und befreiend“ gewirkt.Urgermane oder Antifaschist ?Aber die Rezeptionsgeschichte der „Neunten“kennt durchaus nicht nur republikanische, linksdemokratischeoder sozialistische Kapitel. Eineganz andere Welt- und Werksicht offenbart sichschlagartig in jenem Feldpostbrief, den die Zeitschrift„Die Musik“ zu Beginn des Ersten Weltkriegsdokumentierte und dessen Verfasser seinen„tatkräftigen Willen“ bekundete, „einst siegreichund ohne Schatten des Hohnes der Welt dengroßen deutschen Freudenhymnus anzustimmen:‚Seid umschlungen, Millionen !‘“ Auch der MusikhistorikerHermann Abert wusste zu berichten,


Anton Graff: Friedrich Schiller, gemalt 1785 in Dresden zur Entstehungszeit der Ode „An die Freude“9


10Ludwig van Beethoven: 9. Symphonie d-Molldass Beethovens „Kampf- und Heldensymphonien“– zu denen er die „Neunte“ zählte – „in den Tornisternunserer Feldgrauen zu finden waren. DerErzklang in Beethovens Kunst übertönte alle anderen.“Im Dritten Reich wurde Beethoven dannapodiktisch zum „Symbol deutscher Selbstbehauptung“und zum „germanischen Meilensteinmenschen“erklärt, „geboren aus der Urkraft deutschenMenschentums“. Gleichwohl blieb BeethovensOpus 125 mit seiner so gar nicht zeitge -mäßen Botschaft „Alle Menschen werden Brüder“für das nationalsozialistische Deutschlandein heikler Fall. Wie in einem Brennglas bündeltsich der ideologische Streit um den „Besitz“ der„Neunten“ in jenen Zeilen, mit denen Hanns Eisler1938 die Unvereinbarkeit von Beethovens Symphoniemit Propaganda und Realität des Nationalsozialismusunterstrich, um das Werk im selbenAtemzug auf die moralisch richtige, d. h. aufseine Seite zu ziehen: „Können wirklich die Faschistendieses Werk übernehmen ? Bei ihnenmüssten doch die Worte ganz anders lauten, nämlichso: ‚Alle Menschen werden Brüder, mit Ausnahmesämtlicher Völker, deren Länder wir annektierenwollen, mit Ausnahme der Ju den, derNeger und vieler anderer.‘ Dieser Beethoven istkein Zeuge für die faschistische Diktatur, aberer ist das Vorbild für den Antifaschisten, und dergroße Zeuge für die Wahrheit und die Gerechtigkeitunseres Kampfes.“Und heute ? Ist der Streit um Beethovens „Neun -te“ entschieden ? In unseren ideologisch windstillenTagen ist er zumindest ab gefl aut. Und seitdie „Freuden“-Melodie 1972 zur sog. „Europa -hymne“ bestimmt worden ist, tritt auch ihre ursprünglichefriedens stiftende Idee wieder stärkerins Bewusstsein: „Deine Zauber binden wieder,was die Mode streng geteilt.“ In Augenblickenvon historischer Dimension allerdings scheintsich nach wie vor kein anderes Werk zwingenderzur Aufführung anzubieten als eben dieseSymphonie. 1989, nach dem Fall der Mauer, dirigierteLeonard Bernstein am Ort des Ge schehens,in Berlin, Beethovens „Neunte“. „Zu umjubeltenmusikalischen Freiheits feiern gerietenüber Weihnachten die bei den Berlin-Konzerteunter Leonard Bernstein im Ost- und Westteilder Stadt“, mel dete damals die Deutsche Presse-Agentur. „Bei beiden Konzerten ließ der amerikanischeDirigent den Schluss chor von Beethovens9. Symphonie ‚Alle Menschen werden Brüder‘in leicht geänderter Fassung singen: ‚Freiheit,schöner Götter funken‘ (im Original: ‚Freude, schönerGötterfunken‘). Sowohl in der West-BerlinerPhil harmonie an Heiligabend als auch im Ost-Berliner Schauspielhaus am ersten Weihnachts -tag wurden Bernstein und das von ihm geleitete,aus Ost- und Westmusikern inter national zusammengesetzteOrchester enthusiastisch ge -feiert. Auf Monitoren neben der Kaiser- Wilhelm-Gedächtniskirche und auf dem Platz der Akademieverfolgten im Freien Tausende die Konzerte.Fernseh- und Hörfunk stationen aus mehr als 20Ländern übertrugen das Ost-Berliner Gastspiellive. Im Programm heft hatte Bernstein vermerkt:‚Ob wahr oder nicht – ich glaube, dies ist einAugenblick, den der Himmel gesandt hat, umdas Wort ‚Freiheit‘ immer dort zu singen, woin der Partitur von ‚Freude‘ die Rede ist. Ich binsicher, dass Beethoven uns seinen Segen gege -ben hätte.‘“


Der Gesangstext11„An die Freude“Friedrich SchillerTextvorlage für den 4. Satzin Beethovens BearbeitungRezitativ(Basssolo)O Freunde, nicht diese Töne !Sondern lasst uns angenehmereanstimmen,Und freudenvollere.Allegro assai(Soli und Chor)Freude, schöner Götterfunken,Tochter aus Elysium,Wir betreten feuertrunken,Himmlische, dein Heiligtum !Deine Zauber binden wieder,Was die Mode streng geteilt;Alle Menschen werden Brüder,Wo dein sanfter Flügel weilt.Wem der große Wurf gelungen,Eines Freundes Freund zu sein;Wer ein holdes Weib errungen,Mische seinen Jubel ein !Ja – wer auch nur eine SeeleSein nennt auf dem Erdenrund !Und wer’s nie gekonnt, der stehleWeinend sich aus diesem Bund !Freude trinken alle WesenAn den Brüsten der Natur,Alle Guten, alle BösenFolgen ihrer Rosenspur.Küsse gab sie uns und Reben,Einen Freund, geprüft im Tod,Wollust ward dem Wurm gegeben,Und der Cherub steht vor Gott.Allegro assai vivace.Alla Marcia(Tenorsolo und Männerchor)Froh, wie seine Sonnen fliegenDurch des Himmels prächt’gen Plan,Laufet, Brüder, eure Bahn,Freudig wie ein Held zum Siegen.(Chor)Freude, schöner Götterfunken,Tochter aus Elysium,Wir betreten feuertrunken,Himmlische, dein Heiligtum !


12 Der GesangstextDeine Zauber binden wieder,Was die Mode streng geteilt;Alle Menschen werden Brüder,Wo dein sanfter Flügel weilt.Andante maestosoSeid umschlungen, Millionen !Diesen Kuss der ganzen Welt !Brüder – über’m SternenzeltMuss ein lieber Vater wohnen.Allegro ma non tanto(Soli und Chor)Freude, Tochter aus Elysium,Deine Zauber binden wieder,Was die Mode streng geteilt;Poco adagioAlle Menschen werden Brüder,Wo dein sanfter Flügel weilt.Adagio ma non troppo,ma divotoIhr stürzt nieder, Millionen ?Ahnest du den Schöpfer, Welt ?Such’ ihn über’m Sternenzelt,Über Sternen muss er wohnen.Allegro energico, sempreben marcatoPoco allegro, stringendoil tempo, sempre piùallegro, prestissimoSeid umschlungen, Millionen !Diesen Kuss der ganzen Welt !Brüder – über’m SternenzeltMuss ein lieber Vater wohnen.Freude, schöner Götterfunken !Tochter aus Elysium !Freude, schöner Götterfunken !Freude, schöner Götterfunken,Tochter aus Elysium,Wir betreten feuertrunken,Himmlische, dein Heiligtum !Seid umschlungen, Millionen !Diesen Kuss der ganzen Welt !Ihr stürzt nieder, Millionen ?Ahnest du den Schöpfer, Welt ?Such’ ihn über’m Sternenzelt !Brüder – über’m SternenzeltMuss ein lieber Vater wohnen.


Martin Tejček: Ludwig van Beethoven (um 1823)13


14 Richard Wagner über die „Neunte“„Haben Schiller und Beethovenumsonst gelebt ?“Richard WagnerAllen Verehrern des wundervollen Meisters Beethovensteht in Kürze ein seltener Genuss bevor,wenn mit diesem fast zu sinnlichen Worte die erhabeneWirkung bezeichnet werden kann, von welcherbei würdigster Ausführung und erlangtemedelsten Verständnisse sein letztes derartigesWerk, die Neunte Symphonie mit Schlusschorüber Schillers Ode „An die Freude“, sein muss.Dadurch dass die Kapelle gerade die ses Werkzur Aufführung in ihrem diesjährigen sog. Palmsonntags-Konzertgewählt hat, scheint dieservortreffl iche und reiche Verein von Künstlern beurkundenzu wollen, bis zu welcher Höhe seineLeistungen sich zu erheben vermögen; denn wiediese Symphonie unbestreitbar die Krone desBeet hoven’schen Geistes ist, enthält sie ebensounleugbar auch die schwierigste Aufgabe für dieAus führung; bei dem würdigen Geiste aber, derdiesen großen Palmsonntags-Konzertaufführungenbisher stets innegewohnt hat, dürfen wirmit Sicherheit annehmen, dass diese Aufgabegewiss eine vollkommene Lösung erhalten werde.– Endlich darf also auch das größere PublikumDresdens hoffen, dieses tiefsinnigste undriesenhafteste Werk des Meisters sich erschlossenzu sehen, dessen übrige Symphonien bereitszu einer edlen Popularität gelangt sind, währenddieses Werk bisher noch in die Ferne eines geheimnisvollen,wunderbaren Rätsels entrücktblieb, zu dessen erhebender Lösung es aber gewissnur einer vollkommen geeigneten Gelegenheitund eines kräftigen, mutigen Sinnes für dieerhabenste und edelste Richtung der Kunst bedarf,die sich nirgends mit sprechenderer Überzeugungoffenbart hat, als in dieser letzten SymphonieBeet hovens, zu welcher alle seine früherenSchöpfungen der Art uns wie die Skizzen undVorarbeiten erscheinen, durch welche es dem Meistereben nur möglich werden konnte, sich zur Konzeptiondieses Werkes emporzuarbeiten. O höretund staunet !Würde es nicht gut sein, wenn – wenigstensversuchsweise – irgend etwas geschähe, umauch dem größeren Publikum das Verständnisder letzten Symphonie Beethovens, deren Aufführungwir in diesen Tagen entgegensehen,näher zu rücken ?! Wir erinnern hierbei an diewunderlichsten Missverständnisse und sonderbarstenDeutungen, denen dieses Werk so verschiedentlichausgesetzt war, so dass schonvom Umherlaufen der darauf beruhenden Gerüchtezu fürchten stünde, nicht dass sich dasPublikum zu jener bevorstehenden Aufführungetwa nicht zahlreich genug einfinden möchte(dagegen bürgt der Ruf der Wunderbarkeit undSeltsamkeit dieser letzten großen Schöpfungdes Meisters, von dem ja manche behaupten, erhabe diese Symphonie im halben Wahnsinn geschrieben!!) – sondern dass ein wahrscheinlichnicht geringer Teil desselben bei einer erstenund nur einmaligen Anhörung dieser Tondichtungdadurch in Befangenheit und Verwirrungversetzt werde, und ihm somit ein wahrhafter


Richard Wagner über die „Neunte“15Genuss entgehe. Öfter gebotene Gelegenheit zurAnhörung solcher Werke würde allerdings dasgeeignete Mittel zur Verbreitung ihres Verständnissessein; leider aber kommt diese Vergünstigungmeist nur Musikstücken zu gut, die bei ihrerfast übertriebenen Begreifl ichkeit und Leichtverständlichkeitihrer gar nicht bedürfen ! Es wareinmal ein Mann, der fühlte sich gedrängt, alleswas er dachte und empfand, in der Sprache derTöne, wie sie ihm durch große Meister überliefertwar, auszudrücken: in dieser Sprache zu reden,war sein innigstes Bedürfnis, sie zu vernehmen,sein einzigstes Glück auf Erden, denn sonstwar er arm an Gut und Freude, und die Leute ärgertenihn sehr, wie gut und liebend er auch gegenalle Welt gesinnt war. Nun sollte ihm abersein einzigstes Glück geraubt werden, – er wurdetaub und durfte seine eigene herrliche Sprachenicht mehr vernehmen ! Ach, da kam er nahedaran, sich der Sprache selbst auch berauben zuwollen: sein guter Geist hielt ihn zurück; – er fuhrfort, auch was er nun em pfinden musste, in Tönenauszusprechen; – aber ungewöhnlich und wunderbarsollten nun seine Empfindungen werden;– wie die Leute von ihm dachten und fühlten, mussteihm fremd und gleichgültig sein; er hatte sichnur noch mit seinem Innern zu beraten und in dietiefsten Tiefen des Grundes aller Leidenschaft undSehnsucht sich zu versenken ! In welch wunderbarerWelt ward er nun heimisch ! Da durfte ersehen – und hören, denn hier bedarf es keinessinnlichen Gehöres, um zu vernehmen: Schaffenund Genießen ist da eines. – Diese Welt aber war,ach ! die Welt der Einsamkeit: wie kann ein kindlichliebevolles Herz für immer ihr angehören wollen?! Der arme Mann richtet sein Auge auf dieWelt, die ihn umgibt, – auf die Natur, in der ereinst voll süßen Entzückens schwelgte, auf dieMen schen, denen er sich doch noch so verwandtfühlt ! Eine ungeheure Sehnsucht erfasst, drängtund treibt ihn, der Welt wieder anzugehören undihre Wonnen, ihre Freuden wieder genießen zudürfen. – Wenn ihr ihm nun begegnet, dem armenMann, der euch so verlangend anruft, wollt ihrihm fremd ausweichen, wenn ihr zu eurer Verwunderungseine Sprache nicht sogleich zu verstehenglauben solltet, wenn sie euch so seltsam, ungewohntklingt, dass ihr euch fragt: Was will derMann ?! O, nehmt ihn auf, schließt ihn an euerHerz, höret staunend die Wunder seiner Sprache,in deren neugewonnenem Reichtume ihr bald niegehörtes Herrliches und Erhabenes erfahren werdet,– denn dieser Mann ist Beethoven, und dieSprache, in der er euch anredet, sind die Töne seinerletzten Symphonie, in der der Wunderbare allseine Leiden, Sehnsucht und Freuden zu einemKunstwerke gestaltete, wie es noch nie da war !„Zu Beethovens Neunter Symphonie“, 1846Wenn wir aber dem Werte dieser Tapferkeit dieBedeutung der deutschen Musik, wie dies soebengeschah, zur Seite stellen, so meinen wir daruntergewiss eben nur die Musik Beet hovens, nichtjedoch die Musik, wie sie heute gerade in Deutschlandgetrieben wird. Seine Tapferkeit würde manihm allerdings nicht wohl zutrauen, wenn man dieMusik sich anhört, zu welcher der Deutsche unsererTage tapfer ist, und durch nichts kann ebendem Deutschen schlagender nachgewiesen werden,dass er das große Vermächtnis seines Beethovensich noch gar nicht anzueignen gewussthat, als durch den Hinweis auf den Geist seineröffentlichen und eigentlichen Volksmusik. Wiemuss es den Schüler Beethovens gemuten,


16 Richard Wagner über die „Neunte“wenn er unsere so ernst gestimmten Heere nachden läppischen Polka- und itali enischen Opernmelodiendahinmarschie ren sieht ?! Und wennnun gar das Philister-Liederkränzchen sich vorder Schlacht in seiner albernen Weichlichkeit breitmacht, da fragt man sich denn wohl, zu was einLuther seine „feste Burg“ einem solchen Volkegeschenkt hat, wenn es ohne alle Skrupel sein„Rheinwachthäuschen“ ihm zur Seite setzt. Wieder öffentliche Ge schmack der Deutschen in Kunstdingensich gewöhnt hat, das Schlechteste mitdem Besten gleich behaglich zu verschlingen, müssenwir uns denn wohl auch es gefallen lassen,die großartigste Erhebung und die ge wichtigstenTaten unseres Volkes von unseren Dichtern undMusikern so gefeiert zu sehen, als würden siebeim Stiftungsfest eines Turnervereins im Biergartenvor uns ausgeführt. Wenn je, so musstejetzt es sich zeigen, dass es einen Sinn hatte,einen Schiller, einen Beethoven von einer deutschenMutter geboren zu wissen ! Wie wollenwir nun unseren Beethoven feiern ?!Mit Aufführungen seiner Werke ?! Aber diesewerden ja, jahraus jahrein, in unseren Konzertsälengespielt; die Söhne und Töchter unseresvermögenden Bürgerstandes hören sie mit vielemVergnügen an, und in allen Musikzeitungenwird darüber berichtet, wie ausgezeichnet diesalles sei. Und nun das deutsche Volk ?! Sobaldes in die Schlacht zieht, um unerhörte Taten zuverrichten, spielt man ihm aus dem „Trovatore“dazu auf, oder – noch schlimmer ! – der deutscheMusiker komponiert ihm Schlachthymnen und Germanialieder! – Uns dünkt nun, dass gerade dieseErscheinung, die unwiderleglich sich uns aufdrängendeEinsicht in den geradezu schmachvollenAbstand dieser äußeren Erscheinung desdeutschen Wesens von seinem inneren An-sich,eben jetzt, und in diesem großen Jahre uns Stoffzu männlich ernsten Erwägungen des Grundes jenerungeheuren Er schlaffung, in welche der öffentlichedeutsche Kunstgeist verfallen ist, zuführe.Die Ge schichte kommt uns zur Hilfe und setzt indas Jahr des hundertsten Geburtstages seinesgroßen Musikers die siegreiche Erhebung des deutschenVolkes aus viel hundertjährigem Verfall.Feiert jedes von diesen beiden so, dass die eineFeier der anderen würdig sei, so feiert ihr einzigsowohl jene Geburt wie diese Wiedergeburt würdig.Ergänzt das, was euch Beethoven ist, durchdas, was euch die Siege der deutschen Heere sind;empfi ndet die Kraft der deutschen Tat mit der Ener -gie eines von Beethoven’scher Musik erfüllten Herzens,so begreift ihr die Bedeutung des einen wiedes anderen. Dort Taten, hier Werke. Lasset dieTaten unserer Siege das Werk eines wahren undächten deutschen Reiches errichten, so sollen euchjene Werke des großen Beethoven auch zu denedelsten Taten des deutschen Geistes führen.Wie also wollen wir Beethoven feiern ?!Im Erstdruck weggelassener Schlussabschnittder Schrift „Beethoven“, 1871


Ferdinand Waldmüller: Ludwig van Beethoven (um 1823)17


BESONDEREHÖREMPFEHLUNGENVON SONY CLASSICALLORIN MAAZELMEISTERWERKE DER KLASSIK AUF 30 CDSDie Lorin Maazel-Edition enthält herausragende Aufnahmen aus derbeispiellosen Karriere des berühmten Dirigenten, die Maazel mit dengroßen, bedeutenden Orchestern eingespielt hat. Weltweit erstmaligauf CD erhältlich: Mahlers Sinfonie Nr. 1 mit dem Orchestre Nationalde France. Alle CDs sind in der Optik der Original-Alben gestaltet.SOL GABETTASCHOSTAKOWITSCH & RACHMANINOWDie neue CD der Cellistin mit der Live-Aufnahme des Cellokonzertes Nr. 1von Schostakowitsch mit den Münchner Philharmonikern unter Lorin Maazelund einer Aufnahme der Rachmaninow-Sonate für Cello und Klavier mit derPianistin Olga Kern. „Sie spielt, als ginge es um alles.“ SZ www.solgabetta.deLANG LANG DAS CHOPIN ALBUMLang Lang widmet seine neue, in Berlin aufgenommene Solo-CD ganzder Musik Chopins: mit den 12 Etüden op. 25, Nocturnes, dem GrandeValse Brillante, dem Minutenwalzer u.a.Die limitierte Erstauflage erscheint als hochwertiges Büchlein mit50-minütiger Bonus-DVD „Mein Leben mit Chopin“. www.langlang.comwww.sonymusicclassical.de


Die Künstler19Lorin MaazelDirigentDer in Paris geborene Amerikaner erhielt mit fünfJahren Violin- und mit sieben Jahren Dirigierunterricht.Bereits als Jugendlicher stand Lorin Maazelam Pult aller großen amerikanischen Orchester.1953 gab er sein europäisches Debüt als Dirigentam Teatro Massimo Bellini in Catania / Sizilien.Rasch entwickelte er sich zu einem der führendenDirigenten, trat 1960 als erster Amerikanerin Bayreuth auf, debütierte 1961 beim BostonSymphony Orchestra und 1963 bei den SalzburgerFestspielen.Seit über einem halben Jahrhundert ist LorinMaazel einer der am meisten geschätzten Dirigentender Welt. Zuletzt leitete er als Musikdirektordas Opernhaus in Valencia / Spaniensowie von 2002 bis 2009 die New Yorker Philharmoniker.Außerdem ist er Gründer und KünstlerischerLeiter des viel beachteten CastletonFestivals in USA. Ab September 2012 übernimmtLorin Maazel für drei Jahre die Position des Chefdirigentender Münchner Philharmoniker.Seither hat Lorin Maazel mehr als 150 Orchesterin über 5000 Opern- und Konzertaufführungendirigiert, darunter zahlreiche Uraufführungen.Lorin Maazel war Chefdirigent des Symphonieorchestersdes Bayerischen Rundfunks (1993–2002), Music Director des Pittsburgh SymphonyOrchestra (1988–1996), als erster AmerikanerDirektor und Chefdirigent der Wiener Staatsoper(1982–1984), Music Director des ClevelandOrchestra (1972–1982) und künstlerischer Leiterund Chefdirigent der Deutschen Oper Berlin(1965–1971).1985 ernannte das Israel Philharmonic OrchestraLorin Maazel zum Ehrenmitglied, außerdem ister Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker underhielt die Hans von Bülow-Medaille der BerlinerPhilharmoniker.


20 Die KünstlerMaria Luigia BorsiSopranLioba BraunMezzosopranDie gebürtige Italienierin schloss ihre musikalischeAusbildung mit der höchsten Auszeichnungam „Istituto Superiore di Studi Musicali PietroMascagni“ in Livorno ab und belegte anschließendMeisterklassen u. a. bei Renata Scotto, ClaudioDesderi, Rodolfo Celletti und Antonietta Stella.2004 trat Maria Luigia Borsi als Liù in „Turandot“an der Mailänder Scala unter Carlo Rizzi sowieals Micaëla in „Carmen“ am Teatro Massimo inPalermo unter Alain Lombard auf; im gleichen Jahrdebütierte sie auch am Teatro La Fenice in Venedigals Violetta in „La Traviata“ unter Lorin Maazel.Weitere Engagements führten Maria LuigiaBorsi als Desdemona in „Otello“ zu den SalzburgerFestspielen und an das Teatro dell’Opera inRom, jeweils unter Riccardo Muti, sowie als Mimìin „La Bohème“ an das Teatro Comunale in Bologna.Im Konzertbereich trat Maria Luigia Borsials Solistin u. a. in Beethovens 9. Symphonie unterder Leitung von Lorin Maazel sowie mit demRotterdams Philharmonisch Orkest unter der Leitungvon Yannick Nézet-Séguin auf.Lioba Braun studierte zunächst Kirchenmusik undwurde anschließend von Charlotte Lehmann zurMezzosopranistin ausgebildet. Nach einem Fest -engagement am Staatstheater Karlsruhe wechseltesie 1989 an die Wiener Volksoper, kurz daraufan die Wiener Staatsoper. Von 1993 bis 2003war Lioba Braun in den großen Mezzo-Partien wieEboli, Dalila, Azucena, Amneris, Ortrud, Kundryund Venus regelmäßig am Nationaltheater Mannheimzu erleben. Nach ihrem Einspringen bei denBayreuther Festspielen 1994 als Brangäne begannihre internationale Karriere als Wagner-Sängerin,die sie an die Mailänder Scala, die Dresdner Semperoper,die Deutsche Oper Berlin, die BayerischeStaatsoper sowie an die Opernhäuser von Zürich,Stuttgart, Madrid, Barcelona und Los Angelesführte. Mit ihrem umfangreichen Wagner-Repertoirewar sie zudem über viele Jahre hinweg regelmäßigin Bayreuth engagiert. Lioba Braun gastiertbei zahlreichen renommierten Orchesternwie dem Concertgebouw Orkest Amsterdam undden Berliner Philharmonikern.


Die Künstler21Steve DavislimTenorGeorg ZeppenfeldBassDer australische Tenor begann seine musikalischeLaufbahn zunächst als Hornist; seine Gesangsausbildungerhielt er am Victorian College of theArts bei Joan Hammond. Mit weiteren Studienbei Gösta Winberg und Neil Shicoff sowie in derLiedklasse von Irwin Gage in Zürich und am InternationalenOpernstudio Zürich schloss SteveDavislim seine Ausbildung ab und wurde 1994Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich. Gastengagementsführten ihn u. a. nach Athen, Neapel,Hamburg, London, Paris, zu den SalzburgerFestspielen und an die Deutsche Oper Berlin. EinHöhepunkt in Steve Davislims Karriere war dieEinladung der Mailänder Scala, bei der Eröffnungspremiereim Dezember 2005 den Idomeneo zusingen. Im Konzertbereich arbeitet Steve Davislimmit herausragenden Orchestern in ganz Europa,den USA und Australien; so wurde er vonDavid Zinman nach Zürich eingeladen, von FranzWelser-Möst nach Wien, Linz, Zürich und Cleveland,von Michel Plasson nach Dresden und Oslosowie von Roger Norrington nach London.Der deutsche Bassist studierte nach einer Lehramtsausbildungin Musik und Germanistik KonzertundOperngesang bei Hans Sotin und besuchte dieMusikhochschulen in Detmold und Köln. Sein erstesEngagement führte Georg Zeppenfeld 1997 andie Städtischen Bühnen Münster, wo er als Titurelin „Parsifal“ debütierte, ab 2001 gehörte erdann dem Ensemble der Sächsischen StaatsoperDresden an. Unter Dirigenten wie Marc Albrecht,Daniele Gatti und Peter Schneider erarbeitete ersich die wichtigsten Bassrollen wie König Philippin „Don Carlos“ oder Pimen in „Boris Godunow“.2005 sang Georg Zeppenfeld in der „Zauberfl öte“unter Claudio Abbado in Baden-Baden den Sarastro.Seit 2002 trat er wiederholt bei den SalzburgerFestspielen auf, im Jahr 2007 gab er sein Debütan der Bayerischen Staatsoper. Auf dem Konzertsektorarbeitete Georg Zeppenfeld u. a. mitHelmuth Rilling und Peter Schreier zusammen undgastierte bei angesehenen Festivals wie demSchleswig-Holstein Musikfestival oder demBrucknerfest Linz.


22Die KünstlerPhilharmonischer Chor MünchenDer Philharmonische Chor München ist einer derführenden großen Konzertchöre Deutschlands undPartnerchor der Münchner Philharmoniker. Sein Repertoireerstreckt sich von der frühen Mehrstimmigkeitbis hin zur Musik der Gegenwart und umfasstzahlreiche bekannte und weniger bekannteWerke: Anspruchsvolle a-cappella-Literatur allerEpochen und konzertante Opern von Mozart, Verdi,Puccini, Wagner und Strauss bis hin zu Schönbergs„Moses und Aron“ und Henzes „Bassariden“. DerPhilharmonische Chor pflegt diese Literatur genausowie die Chorwerke von Bach, Händel, Mozart,Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Bruckner,Reger, Strawinsky, Orff oder Penderecki. Ersang unter der Leitung so bedeutender Komponistenund Dirigenten wie Gustav Mahler, HansPfitzner, Krzysztof Penderecki, Rudolf Kempe, Herbertvon Karajan, Sergiu Celibidache, Seiji Ozawa,Zubin Mehta, Lorin Maazel, Mariss Jansons, JamesLevine und Christian Thielemann.Um in dieser Bandbreite dem Publikum Stilsicherheitbieten zu können, tritt der PhilharmonischeChor außer in der gängigen Konzertchor-Formationvon etwa 100 Sängerinnen und Sängern auch inkleineren oder größeren Besetzungen auf. Die zusätzlicheArbeit in wechselnden Kammerchor- undVokalensemble-Besetzungen versetzt ihn in dieLage, sowohl barocke als auch moderne Chorliteraturin jeweils geeigneter Formation auf höchstemNiveau zu singen. Im Bereich Alte Musik folgteauf die erfolgreiche Aufführung der „Johannes-Passion“ Johann Sebastian Bachs unter FransBrüggen eine Einladung zu den Dresdner Musikfestspielen.Neue Musik gewinnt ebenfalls anStellenwert: So wirkte der Chor an der Uraufführungder 2. Symphonie von Peter Michael Hamelim Rahmen der „XI. Münchener Biennale“mit. In zahlreichen Programmen des PhilharmonischenChors und seiner Ensembles waren undsind immer wieder Ur- und Erstaufführungen zuhören.Mittlerweile ist der Philharmonische Chor auchein gefragter Interpret von konzertanten Opernchören.Diese von James Levine mit Aufführungenvon „Fidelio“, „Idomeneo“, „Otello“, „Parsifal“und „Moses und Aron“ begründete Tradition wurdeinzwischen erfolgreich fortgesetzt, so u. a. miteinem großen Verdi-Chorabend und mit Auszügenaus Richard Wagners „Meistersingern“ unter ChristianThielemann. Darüber hinaus rundet der PhilharmonischeChor sein Profil mit eigenen Konzertenund Aufnahmen ab, die sich regen Zuspruchsdurch das Publikum erfreuen. Er ist gern gesehenerGast bei Konzertereignissen und Festivals inDeutschland sowie im europäischen und außereuropäischenAusland.


Die Künstler23Andreas HerrmannChordirektorden Madrigalchor der Hochschule, und betreute indieser Zeit Oratorienkonzerte, Opernaufführungenund a-cappella-Programme aller musikalischen Stilrichtungen.Pädagogische Erfolge erzielt Herrmannweiterhin mit der Ausbildung professioneller jungerChordirigenten aus ganz Europa, wie etwa in einemSpezialworkshop über neue a-cappella-Musik.Der 1963 in München geborene Dirigent und Chorleiterschloss sein Studium an der Münchner Musikhochschulemit dem Meisterklassen-Diplom ab. SeineAusbildung ergänzte er durch zahlreiche internationaleChorleitungsseminare und Meister kursebei renommierten Chordirigenten wie Eric Ericsonund Fritz Schieri.Als Professor an der Hochschule für Musik undTheater in München unterrichtet Andreas Herrmannseit 1996 vorwiegend im Hauptfach Chordirigieren.Zehn Jahre, von 1996 bis 2006, leiteteer den Hochschulchor, daneben zeitweise auch1996 übernahm Andreas Herrmann als Chordirektordie künstlerische Leitung des PhilharmonischenChores München. Mit ihm realisierte er zahlreicheEinstudierungen für Dirigenten wie Lorin Maazel,Zubin Mehta, Christian Thielemann, James Levine,Mariss Jansons, Krzysztof Penderecki, ThomasHengelbrock, Manfred Honeck, Ton Koopman undviele andere. Mit dem Philharmonischen Chor undanderen professionellen Chören, Orchestern undEnsembles entfaltet Herrmann auch über sein Engagementbei den Münchner Philharmonikern hinauseine rege Konzerttätigkeit: Konzertreisen alsChor- und Oratoriendirigent führten ihn durch Europa,nach Ägypten und in die Volksrepublik China.CD-Produktionen wie die mit dem Echo Klassik2010 ausgezeichnete BR-Produktion „Merlin“ vonCarl Goldmark, bei der Andreas Herrmann für dieChoreinstudierung verantwortlich war, viele weitereTonaufnahmen sowie die erfolgreiche Zusammenarbeitmit verschiedensten Orchestern, Ensemblesund Rundfunkchören dokumentieren dieinternationale Reputation seiner musikalischenArbeit.


24PhilharmonischeBlätterAuftaktWir brauchen Musik, Musik braucht unsDie Kolumne von Elke Heidenreich1893 wurden dieMünchner Philharmonikergegründet,und sie hießen zunächstnach ihremGründer und MäzenFranz Kaim: dasKaim-Orchester. Aber ab 1928 sprach man von denMünchner Philharmonikern, und wir wissen: wir habenes mit einem Spitzenorchester zu tun, unter derTrägerschaft der Stadt München. Die Stadt setztsich für ihr Orchester ein, sie trägt es. Die Stadt,das sind die Bürger mit ihren Steuern. Wenn wir unsansehen, wie viele exzellent ausgebildete Musikerin diesem Orchester sitzen, welche Dirigenten vonWeltrang mit ihm arbeiten, wie viele Konzerte proJahr gegeben werden, dann ahnen wir, dass dasnicht reicht. Immer sind auch private Sponsorenwichtig, und die gibt es zum Glück für dieses fabelhafteOrchester. Der Verein „Freunde und Fördererder Münchner Philharmoniker e.V.“ unterstützt seinOrchester und den talentierten Nachwuchs seit1983. Man kann Mitglied werden – dann tut manGutes für die Kultur in der Stadt, in der man lebt, fürihr Ansehen in der ganzen Welt, aber auch für sichselbst: Mitglieder haben viele Privilegien wie Sonderkonzerteoder Vorteile bei der Kartenbestellung.Warum schreibe ich das alles in meiner Kolumne,bin ich unter die Werber gegangen? Nein, ich binunter die Verehrer dieses großartigen Orchestersgegangen. Ich sehe die fi nanzielle Krise der Städte,der Gemeinden, der Länder, ja, Europas. Und es istzu fürchten, dass an der Kultur als verzichtbar gespartwird, und schon darum sind Förderer unentbehrlich.Oft schwingt die Angst mit, Mäzene könntenEinfl uss auf Programm und Richtung eines Orchestersnehmen. Wer die Musik wirklich liebt, wirddas niemals tun. Er wird wollen, dass es sie in allenSpielarten und Möglichkeiten gibt, frei nach allenSeiten, auch sorgenfrei.Und wir, wie wollen wir denn überleben in all demDruck um uns herum, wenn wir nicht die Freiräumeder Kunst haben. Immer wieder ist es ein Glück, eintauchenzu dürfen in die Welt der Klänge, die unsumgräbt, bewegt und trägt. Die Regisseurin AndreaBreth hat über die Zeit, in der wir leben, gesagt:„Ich empfinde sie als einen täglich zunehmendenVerlust an Menschlichkeit, an Geistigkeit, an Sprache,verantwortungslos, mit wachsender Vereinsamung,immer größerer Kluft zwischen Arm undReich, erfüllt von Wurstigkeiten.“Gegen die Wurstigkeiten setzen wir die Musik.„Was man musiziert“, schrieb Gustav Mahler 1904an Bruno Walter, „ist doch der ganze fühlende, denkende,atmende, leidende Mensch.“Wir sind dieser Mensch. Wir sitzen da und hörenzu. Und sind wieder, hoffentlich, getröstet und gestärkt.Das Orchester wird unter Lorin Maazel auch oft aufReisen gehen. Es wird seine Botschaft in die ganzeWelt tragen. Diese Botschaft hat Shakespeare in„Was ihr wollt“ so ausgedrückt: „Wenn die Musikder Liebe Nahrung ist, spielt weiter!“In diesem Sinne: Spielt weiter!


PhilharmonischeBlätter6 Fragen an …25Ilona CudekInstrument: ViolineBei den Münchner Philharmonikernseit 1993Kai RapschInstrument: Englischhorn und OboeBei den Münchner Philharmonikernseit 20041 Schon mal den Instrumentenkofferwostehen gelassen? Ohja. An einer Bushaltestellewährend derSchulzeit, einmal imZug und einmal im Taxi.Ging aber immer gut aus...2 Warum haben Sie eigentlich damals Ihr Instrumentausgesucht? Das war ein totaler Zufall.Mein erstes Instrument war in meiner HeimatPolen das Akkordeon, dann Klavier. Dannmeinte der Musikschuldirektor, ich wäre sehrbegabt und hätte das absolute Gehör, wir solltenes unbedingt mit der Geige probieren. SeinKommentar: „I glaub‘ des kannt‘ wos werden!“.3 Welches Buch lesen Sie gerade? Paolo Coelho:„11 Minuten“. Khaled Hosseini: „Drachenläufer“.David Guterson: „Weiße Zeder“ aufpolnisch.4 Spielt man als Profi in der Freizeit auchnoch einfach so zum Spaß? Klar: Jazz-Parties,Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, mit Freundenprivat musizieren.5 Haben Sie einen Lieblingsplatz in München?Die Stadt München ist mein absoluter Lieblingsplatzauf der Welt, fehlt nur noch das Meer...6 Haben Sie ein Lebens-Motto? Musik hältjung, geistig und körperlich fit, Musik lässt positivdenken, tröstet und gibt Kraft.1 Säßen Sie manchmalgerne im Publikum?Ja, gerne miteinem Glas Wein.2 Mal ehrlich, wieviel üben Sie proTag? Ganz unterschiedlichje nach Programm. Im Schnitt zweiStunden zusätzlich zu den Proben.3 Was sagt man Leuten nach, die Ihr Instrumentspielen? Und stimmt das? Das uns beimspielen der Kopf platzt, zum Glück habe ich esnoch nicht erlebt...4 Was macht man, wenn man einen Einsatzversäumt? An den Nächsten denken. Bloß nichtirritieren lassen, sonst ist der nächste Einsatzauch passé.5 Gab es einen Auftritt, der Sie besonders bewegthat? Ja, gerade letztens: „Auf da Oim“und das Benefizkonzert für Japan mit ZubinMehta mit allen Kollegen aus den anderenMünchner Orchestern.6 Welches Instrument würden Sie gernenoch lernen? Mein Klavierspiel müsste sehrverbessert werden...


26PhilharmonischeBlätterÜber die Schulter geschautHerzlichen Glückwunsch zum 15. GeburtstagAlexander PreußDie Orchesterakademie der Münchner Philharmonikerfeiert ihr 15 jähriges Bestehen. Ach so, schonwieder ein Jubiläum. Wer feiert? Erst 15 Jahre?Lohnt sich das überhaupt? Jawohl, sage ich alsehemaliger Stipendiat. Bitte einmal innehalten!In Zahlen: Gegründet 1997, hat die Orchesterakademieder Münchner Philharmoniker bisher dieVerantwortung für insgesamt über 130 Stipendiatenübernommen. Allein die Stipendien für denmusikalischen Nachwuchs summieren sich aufca. 2 Millionen Euro in den letzten 15 Jahren.Hier geht es also um ein Millionen-Projekt! Undzwar um ein sehr erfolgreiches. Diverse ehemaligeStipendiatinn en und Stipendiaten haben Stellenin renommierten Klangkörpern erspielt, zumBeispiel bei den Wiener Philharmonikern, dem GewandhausorchesterLeipzig, dem Concert gebouwOrchester Amsterdam, dem Tonhalle-OrchesterZürich, der Sächsischen Staatskapelle Dresden,dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunksoder an der Bayerischen Staatsoper.Die ideelle und finanzielle Basis der Orchesterakademiesind die Freunde und Förderer derMünchner Philharmoniker. Sie sind gewissermaßendie Familie im Hintergrund, auf die mansich stets verlassen kann und die mit Erfahrungund Rat in allen Belangen das Orchester unterstützt.Die Gründung der Orchesterakademie war 1997ein Wagnis und ist bis heute ein finanzieller Balanceakt,der durch das Engagement des Vorstandesder Freunde und Förderer immer bewältigtwerden konnte. In München war die Orchesterakademieder Münchner Philharmoniker die ersteund deutschlandweit eine der ersten ihrer Art. Ineinem Probespiel müssen sich die Kandidaten gegenihre Mitstreiter durchsetzen und dazu denhohen Ansprüchen des Orchesters genügen. Weres geschafft hat, gehört für zwei Jahre zu denMünchner Philharmonikern. In dieser Zeit spielendie Stipendiaten im Orchester mit und lernen namenhafteDirigenten und Solisten kennen. VieleWerke sind neu und eine gute Vorbereitung istVoraussetzung, um im Probenalltag nicht unterzugehen.Zwei Kammerkonzerte im Jahr geben den Stipendiatendie Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zupräsentieren. Ergänzt wird die Ausbildungszeitdurch Einzelunterricht bei Orchestermitgliedern,Werkstattkonzerte, Probespielsimulationen undUnterricht in Alexander-Technik. Für mich warendie zwei Jahre in der Orchesterakademie derMünchner Philharmoniker die intensivsten Studienjahre.Nie zuvor habe ich mehr geübt, mehr Konzertegespielt, mehr Konzerte gehört. Die Zeit inder Orchesterakademie war für mich das Sprungbrettin ein Spitzenorchester. Ohne diese Erfahrungwäre ich nicht Mitglied der Münchner Philharmonikergeworden.Die Orchesterakademie der Münchner Philharmonikerist ein Geschenk und eine Erfolgsgeschichteder Freunde und Förderer des Orchesters. Dafürdanken wir unseren Freunden und Förderern undgratulieren von Herzen!


PhilharmonischeBlätterAus dem Gasteig27Der StrategeGünther Ofenmacher koordiniert die Veranstaltungen im GasteigAlexander PreußWer auf eine Bühne im Gasteig will,kommt nicht an ihm und seinen Kolleginnenund Kollegen vom Gasteig Veranstaltungsmanagementvorbei. AlleAnfragen von Konzertveranstaltern,Ausstellern, Künstlern oder auch Kongressveranstalterngehen über ihreSchreibtische. Die „Strategische Veranstaltungssteuerung“des Gasteig liegt in denHänden von Günther Ofenmacher.Viele Konzertbesucher werden ihn vom Sehen kennen.Er ist oft bei den Konzerten anwesend undpfl egt dort nicht nur den Kontakt zu den Künstlernund Veranstaltern, sondern auch zum Publikum.„Nur vor Ort erfährst Du, was los ist. Und lernst dieSorgen und Wünsche auch des Publikums kennen.“Die der Künstler kennt er ganz gut. Solisten, die vorLampenfi eber nicht auf die Bühne wollen. Ein Chor,der ein Konzert in Straßenkleidung bestreitet. „Wasin meinen Hemden, Hosen und Schuhen schon dirigiertwurde…“. Nach Namen gefragt, antwortet erlachend: „Die werde ich Ihnen nicht verraten.“Eine besondere Herausforderung seines Aufgabengebietsist die Planung für den prominentesten Saaldes Gasteig, die Philharmonie. Hier fi nden ca. 280Veranstaltungen im Jahr statt, 150 davon sind klassischeKonzerte. „Dreh- und Angelpunkt der Philharmoniesind die Münchner Philharmoniker“, sagtOfenmacher. Sie spielen hier mindestens 75 Konzertepro Saison und haben dafür das Erstbelegungsrecht.Das Symphonieorchester des BayerischenRundfunks ist an zweiter Stelle zu berücksichtigen.Um diese Termine herumplanen Günther Ofenmacher und seineKolleginnen und Kollegen weitere60 klassische Konzerte sowie weitere120 Veranstaltungen, die von privatenVeranstaltern durchgeführt werden.Nach 15 Jahren im Gasteig hat GüntherOfenmacher ein Gespür dafürentwickelt, was das Münchner Publikum hören undsehen will. Neben den Gastspielen renommierterOrchester aus aller Welt stehen unter anderemauch der „Herr der Ringe“ oder der „Circus Roncalli“mit Live-Orchester auf dem Programm. „Viele,vor allem jüngere Besucher, erleben bei einer solchenFilmvorführung zum ersten Mal ein Orchester– vielleicht ein erster Anstoß für den Besuch einesklassischen Konzertes.“Um dem Publikum ein hochklassiges Angebot zubieten, sind oft Rochaden in der Terminplanung notwendig.Das funktioniert nur dank guter Kooperationzwischen Ofenmacher und dem Hausorchester desGasteig, den Münchner Philharmonikern. „Es gibtkein berühmtes Orchester der Welt, das noch nichtim Gasteig gespielt hätte“, sagt Ofenmacher. Kürzlichwaren die Wiener Philharmoniker und die SächsischeStaatskapelle Dresden zu Gast, das ConcertgebouwOrchester Amsterdam wird kommen.Günther Ofenmacher beschreibt seinen Anspruchmit dem Satz: „Wir haben mit der Philharmoniezwar einen vielseitig einsetzbaren Saal. Aber er istkein Multifunktionssaal, sondern in erster Linie einKonzerthaus.“


28PhilharmonischeBlätterPhilharmonische NotizenIn KürzePhil harmonischeZahl:101Das ist die Zahl ehemaliger Stipendiatender Orchesterakademie der MünchnerPhilharmoniker, die sich Stellen in renommiertenOrchestern weltweit erspielthaben. Sechs ehemalige Stipendiatensind heute MünchnerPhilharmoniker.Ehrenpreis für „Spielfeld Klassik“Die Regierung von Oberbayern verleiht den Ehrenpreisfür besondere Verdienste in der Integrationsarbeit2012 an die Münchner Philharmoniker mit ihremEducationprogramm „Spielfeld Klassik“. Ausgezeichnetwird ein Workshop mit der StädtischenBerufsschule zur Berufsvorbereitung. In der Jurybegründungheißt es: „…die Münchner Philharmoniker(haben) ein umfangreiches Angebot für Kinderund Jugendliche entwickelt. Sie bauen Brückenzwischen Menschen unterschiedlicher Herkunftund Erfahrung, zwischen Kultur und demokratischenGrundwerten. Sie zeigen, wie Integrationmusikalisch funktionieren kann.“Solo-BassDie Bassgruppe der Münchner Philharmoniker hateinen neuen Solo-Bassisten. Christoph Anacker,ehemaliger Solo-Bassist der Staatskapelle Berlin,beginnt Ende Januar seine Probezeit.Philharmonische MarschmusikEin Konzert im Festsaal des Hofbräuhauses mitMarschmusik führt die Bläser der Münchner Philharmonikerzurück zu ihren Wurzeln. Die Leitunghat unser Bassklarinettist Albert Osterhammer.Durch das Programm führt Traudi Siferlinger; Hofbräuhaus,am 03. März 2013 um 11.00 Uhr. DasKonzert steht in engem Zusammenhang mit einerCD-Produktion, die als Benefi zprojekt die Orchesterakademieunterstützen wird. Auf dieser CD dirigierenLorin Maazel und Zubin Mehta Märsche ausBayern, Österreich und Böhmen. Die CD soll im Juli2013 erscheinen.Solo-FlöteDer Niederländer Herman von Kogelenberg, Soloflötist des Philharmonischen Orchesters Rotterdamund ehemaliger Flötist des Concertgebouw OrchestersAmsterdam, hat das Probespiel um die Stelledes Solo-Flötisten gewonnen.Bobs Musikgeschichte(n)Hier meldet sich der Blechschaden-Boss Bob Ross.Sir John Barbirolli, Chefdirigent des Hallé Orchestrain Manchester, wurde von der Frau eines Mitgliedsaus seinem Orchester besucht. Sie erzählteihm, dass sie befürchte, ihr Mann hätte eine Affäremit einer Geigerin aus dem Orchester. Sir Johnblieb sehr gelassen und konnte der Frau einen ritterlichenRat geben: „Machen Sie sich keine Sorgen,selbst wenn es so ist, wird es vorbeigehen.Und ganz abgesehen davon spielt ihr Mann zurzeitbesser denn je zuvor!“Aus „Pfiffe und Applaus“ vonBob Ross (LangenMüller Verlag).Freunde und FördererDie Orchesterakademie der Münchner Philharmonikerwurde vor 15 Jahren von den Freunden und Fördererndes Orchesters gegründet. Der Verein feiertin diesem Jahr sein 30 jähriges Bestehen. Bisherwurden 133 Stipendien vergeben. Die Freunde undFörderer des Orchesters haben allein für die Finanzierungder Stipendien über 2 Millionen Euro akquiriert.Wollen auch Sie Mitglied der Freunde undFörderer des Orchesters werden und die Akademieunterstützen? Dann schreiben Sie uns eine Mailoder rufen Sie uns an. info@ff-mphil.de,Tel. 089 / 215 56 27 50


PhilharmonischeBlätterOrchestergeschichte2913. November 1930:Igor Strawinsky dirigiert zum erstenmal in MünchenGabriele E. Meyer„Im Herbst begannen wieder meine Konzertreisen“,notierte Igor Strawinsky in seinen Erinnerungen,„die sich bis in den Dezember hinzogen“. Auf dieser„Rundfahrt durch ganz Mitteleuropa“ machteer auch in München Station. Die „ganze für seinbedeutendes Schaffen irgendwie interessierteGesellschaft“ der Stadt kam in den Odeonssaal,um das „erstmalige persönliche Erscheinen“ desberühmten russischen Komponisten zu erleben.Dass Strawinsky einen Abend lang ausschließlicheigene Werke auf das Programm gesetzt hatte,erhöhte die Spannung noch zusätzlich. Bislangwar seine Musik in München eher selten zu hörengewesen. Bei den Münchner Philharmonikern erklangam 7. Februar 1924 in einem Konzert mitrussischer Musik neben Borodin und Glasunow alswohl erstes Beispiel „Pétrouchka“, wobei der DirigentWalther Beck einen „glänzenden Erfolg“ verzeichnenkonnte. Am 4. April 1929 brillierte EugenPapst mit dem nur vierminütige Feuerwerk „Feud’artifi ce“. Als letzte Begegnung mit StrawinskysMusik vor dem großen Ereignis dirigierte AdolfMennerich, der zweite Dirigent der Philharmoniker,im Rahmen der „II. Festwoche für Neue Musik“der „Vereinigung für zeitgenössische Musik“die beiden geistreich-witzigen Orchestersuiten. –Strawinsky stellte sich dem Münchner Publikummit einem für sein Schaffen durchaus repräsentativenProgramm vor: den beiden Orchestersuiten,dem „Ragtime“, dem „Oktett“ und der „Pulcinella“-Suite. Erstaunlich offen selbst auf die ungewohntenKlangstrukturen des Oktetts reagierend meintendie Kritiker schon einen Tag später, dass es inder „sogenannten modernen Musik“ auch andereWege geben müsse. „Es kann ja nicht nur Beethovens,es muß ja auch Strawinskys geben! Und dasser ein Könner ersten Ranges ist und ein Schöpfer,dem schon kolossal viel und Eigenartiges einfällt,werden wohl auch die Mißvergnügten diesesAbends nicht leugnen können. Er ist vor allem undimmer amüsant, ein überkultivierter Barbar, manweiß musikalisch nie recht: kommt er aus der unendlichweiten, großartigen russischen Steppe odergeht er auf dem grell erleuchteten Pariser Boulevardfl anieren.“ Der Dirigent Strawinsky überzeugteallerdings schon damals weniger, auch wenn dasgenuin Musikantische in seiner Person sehr wohlempfunden wurde. So beschrieb Oskar von PanderStrawinskys Dirigierstil als „äußerst sachlich, nichtübermäßig geschickt und gar nicht routiniert, sodass er zuweilen sogar in ganz gefährliche Situationengeriet.“ Dennoch hielten sich die MünchnerPhilharmoniker „bis auf eine schwere Entgleisungganz wacker“. Igor Strawinsky, der berühmte Russe,wurde sehr gefeiert. – Nur wenige Jahre nachdiesem bejubelten Konzertereignis durfte er „wenigeraus künstlerischen Gründen als vielmehr ausweltanschaulichen und politischen Gründen“ nichtmehr gespielt werden. – Heute gehört StrawinskysWerk zum Standardrepertoire. Der damaligeAuftritt bei den Münchner Philharmonikern ist,warum auch immer, der einzige geblieben.


30PhilharmonischeBlätterAbonnenten-ForumIm Gespräch mitChristian FrohnholzerHerr Frohnholzer, was verbindet Siemit den Münchner Philharmonikern?Ich war 37 Jahre lang Chormitgliedund habe bis vor zwei Jahren nochselbst bei den Konzerten mitgewirkt.Seitdem ich aus Altersgründen nichtmehr mitsinge, bin ich Abonnent geworden.Bei den „Freunden und Förderern“bin ich dagegen schon seit fünf Jahren.Was waren Ihre prägendsten Konzerterlebnisse?Ich habe sowohl noch unter Celibidache alsauch unter Kempe gesungen. Das wahrscheinlichprägendste Erlebnis mit Celibidache war,als wir in St. Florian in Linz Bruckners f-MollMesse gesungen haben. Das Herzblut, mit derCeli diese Musik dirigiert hat, dazu an diesemOrt – die Atmosphäre war einzigartig!Weshalb haben Sie sich entschlossen, auchMitglied bei den „Freunden und Förderern derMünchner Philharmoniker“ zu werden?Ich finde das Wort „Freunde“ ganz bestechendund auch richtig. Man kann dem Orchester ambesten verbunden bleiben, wenn man Mitgliedder Freunde und Förderer wird. Je älter man wird,umso kostbarer zu schätzen weiß man den Begriff„Freund“. Und die Ausbildung der Akademistenist ein wichtiges Thema für mich. Imweitesten Sinn geht es hierbei umBildung. Wenn man zu den Privilegiertengehört, die sich solch einEngagement leisten können, sollteman sich unbedingt für Bildung engagieren.Auch auf Reisen begleiten die„Freunde und Förderer“ das Orchester.Sie kommen gerade aus Spanien zurück,wo das Orchester einige Konzerte gegebenhat. Wie war‘s denn?Großartig! Ein Höhepunkt war der Tag in Toledo.Maazel war super drauf, die Konzerte waren unglaublichbeeindruckend. Er ist ein Glücksfall fürMünchen und ein Glücksfall für die Münchner Philharmoniker.Ich habe ihn ja ein paar Mal als Chormitgliederlebt, zum Beispiel mit der 8. Mahler,und er ist einfach ein genialer Dirigent. Man hatteihm bisher immer das Herz abgesprochen, aberdas hat sich denke ich verändert – nicht nur inmeiner Wahrnehmung.Und wie zufrieden sind Sie mit Ihren ehemaligenKollegen aus dem Philharmonischen Chor?Der Chor ist wirklich hervorragend geworden,der hat an Qualität unglaublich zugenommen,seitdem Andreas Hermann die Leitung übernommenhat. Toll, dass die Münchner Philharmonikerdieses „Instrument“ zur Verfügung haben.Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,wenn Sie ein Orchesterinstrument spielen, laden wir Sie ein, beim nächsten Konzert des„Abonnenten orchesters der Münchner Philharmoniker“ unter Leitung von Heinrich Klug mitzuspielen.Informationen unter www.muenchner-abonnentenorchester.deProbenbeginn: 28. Januar 2013, Konzert: Sonntag, 10. März 2013, 20 Uhr, Prinzregententheater.


PhilharmonischeBlätterDas letzte Wort hat ...31Prof. Dr. Wilhelm SimsonEhrenvorsitzender der Freunde und Förderer der Münchner Philharmonikerund Vorsitzender des KuratoriumsAls langjähriges Mitglied der Freundeund Förderer der Münchner Philharmonikersind ihre Konzerte fürmich von Beginn an bis heute Freude,Faszination und kreative Erholung.Dies kann ich ganz besondersals Mitglied der Freunde und Fördererder Münchner Philharmonikerund im Kuratorium dieses Kreiseserleben. Beide sind in vielfacherWeise mit dem Orchester nach Innenund nach Außen verbunden.Sie unterstützen finanziell 14 bis18 junge, weltweit ausgesuchteStipendiaten der Orchesterakademie. Die Akademistenwerden von Orchestermitgliedern kostenlosweiter ausgebildet, sie wirken begeistert in Konzertenmit und zeigen ihr großes Können in zweiAkademistenkonzerten. Sie sind die Zukunft vielernamhafter Orchester weltweit. Durch Konzerte,Probenbesuche, Konzertreisen und Mitgliederversammlungenkommen die Freunde und Fördererin einen engen Kontakt mitden Mitgliedern der MünchnerPhilharmoniker und den Stipendiaten,aus dem sich bei mir Freundschaftengebildet haben. Dadurchkann ich tief in das Innenlebeneines so wunderbaren Klangkörperseintauchen, und in die Verwaltungund Intendanz Einblickgewinnen. Nach vielen Jahrenfühle ich mich heute nicht nurals Zuhörer, sondern wie ein Mitgliedder großen Orchesterfamilie.Für dieses Weltklasseorchester,dem Orchester der Stadt München, habe ichfür die Zukunft einen großen Wunsch: Die StadtMünchen möge nicht nur berechtigt stolz auf dasOrchester der Stadt München sein, sondern sichauch endlich zu der Spielstätte des Orchesters,im Gasteig bekennen und diese so ausgestalten,dass sie mit allen Konzertsälen auf Augenhöheverglichen werden kann.


32 VorschauFr. 04.01.2013, 13:30 3. ÖGPSa. 05.01.2013, 19:00 5. Abo dMo. 07.01.2013, 20:00 4. Abo fMaurice Ravel„Le Tombeau de Couperin“Wolfgang Amadeus MozartKonzert für Violine und OrchesterNr. 5 A-Dur KV 219Sergej ProkofjewSymphonie Nr. 5 B-Dur op. 100Lorin Maazel, DirigentArabella Steinbacher, ViolineDi. 15.01.2013, 19:00 2. JuKoAntonín DvořákSymphonie Nr. 9 e-Moll op. 95„Aus der Neuen Welt“Leonard BernsteinDrei Tänze aus „On the Town“Julio Doggenweiler Fernández,DirigentMi. 23.01.2013, 20:00 5. Abo aSa. 26.01.2013, 19:00 6. Abo dSo. 27.01.2013, 11:00 3. Abo mAlban BergDrei Orchesterstücke op. 6Gustav Mahler„Kindertotenlieder“Hans PfitznerDrei Vorspiele aus „Palestrina“Richard Wagner„Wotans Abschied und Feuerzauber“aus „Die Walküre“Ingo Metzmacher, DirigentMichael Volle, BaritonImpressumHerausgeberDirektion der MünchnerPhilharmonikerLorin Maazel, ChefdirigentPaul Müller, IntendantKellerstr. 4, 81667 MünchenLektorat: Stephan KohlerCorporate Design:Graphik: dm druckmediengmbh, MünchenDruck: Color Offset GmbH,Geretsrieder Str. 10,81379 MünchenGedruckt auf holzfreiem und FSC-Mixzertifiziertem Papier der SorteLuxoArt Samt.TextnachweiseWolfgang Stähr, Elke Heidenreich,Alexander Preuß, GabrieleE. Meyer und Wilhelm Simsonschrieben ihre Texte als Originalbeiträgefür die Programmhefteder Münchner Philharmoniker.Die Wiedergabe der Gesangstextenach Beethovens Vertonungvon Schillers „Ode an die Freude“mit Auslassungen bzw. Hinzufügungen.Wagners Anmerkungennach seinen „Dichtungenund Schriften“ Band 9,Frankfurt / Main 1983. LexikalischeAngaben, Kurzkommentareund KünstlerbiographienStephan Kohler. Alle Rechte beiden Autorinnen und Autoren;jeder Nachdruck ist seitens derUrheber genehmigungs- undkostenpflichtig.BildnachweiseAbbildungen zu Beethoven:Joseph Schmidt-Görg / HansSchmidt (Hrsg.), Ludwig vanBeethoven, Bonn 1969. Künstlerphotographien:B. Bernstein(L. Maazel), Ben Ealovega (Borsi),Susie Knoll (L.Braun), RosaFrank (S. Davislim), Agenturmaterial(Zeppenfeld), wildundleise.de(I. Cudek, K. Rapsch,L. Maazel) Leonie von Kleist(E.Heidenreich), Archiv derMünchner Philharmoniker.


LANDESHAUPTSTADT MÜNCHEN UND BAYERISCHER RUNDFUNK PRÄSENTIERENKLASSIK AMODEONSPLATZROLANDO VILLAZÓNTHOMAS HAMPSONYANNICK NÉZET-SÉGUINSYMPHONIEORCHESTER UND CHORDES BAYERISCHEN RUNDFUNKSSAMSTAG, 6. JULI 2013, 20.00 UHRTENORBARITONDIRIGENTMARTIN GRUBINGERPERCUSSIONJAMES GAFFIGAN DIRIGENTMÜNCHNER PHILHARMONIKERSONNTAG, 7. JULI 2013, 20.00 UHRKARTEN: MÜNCHEN TICKET TEL.089 54 81 81 81UND BEKANNTE VVK-STELLENDANK AN: MERCEDES-BENZ MÜNCHEN, BAYERNLB, BAYWA AG,GAHRENS + BATTERMANN, STRÖER DEUTSCHE STÄDTE MEDIENWWW.KLASSIK-AM-ODEONSPLATZ.DE


'12mphil.de'13115. Spielzeit seit der Gründung 1893Lorin Maazel, ChefdirigentPaul Müller, Intendant

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