Elektronischer Sonderdruck für Implantatfreie tibiale ... - Docjago.com

docjago.com

Elektronischer Sonderdruck für Implantatfreie tibiale ... - Docjago.com

Der UnfallchirurgOrgan der Deutschen Gesellschaft für UnfallchirurgieOrgan der Union Orthopädie und Unfallchirurgie der Fachgesellschaften DGOOC und DGUElektronischer Sonderdruck fürM. JagodzinskiEin Service von Springer MedizinUnfallchirurg 2013 · 116:589–595 · DOI 10.1007/s00113-012-2167-2© Springer-Verlag 2012T. Wehrhahn · M. Ettinger · M. Petri · E. Liodakis · C. Hurschler · U.-V. Albrecht · C. Krettek ·M. JagodzinskiImplantatfreie tibiale Fixierung des hinterenKreuzbandesEntwicklung und biomechanische TestungDiese PDF-Datei darf ausschließlich für nicht kommerzielleZwecke verwendet werden und ist nicht für dieEinstellung in Repositorien vorgesehen – hierzu zählenauch soziale und wissen schaftliche Netzwerke undAustauschplattformen.www.DerUnfallchirurg.de


OriginalienUnfallchirurg 2013 · 116:589–595DOI 10.1007/s00113-012-2167-2Online publiziert: 17. Juni 2012© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2012T. Wehrhahn 1 · M. Ettinger 1 · M. Petri 1 · E. Liodakis 1 · C. Hurschler 2 · U.-V. Albrecht 3 ·C. Krettek 1 · M. Jagodzinski 11Unfallchirurgische Klinik, Medizinische Hochschule Hannover (MHH)2Labor für Biomechanik und Biomaterialien, Medizinische Hochschule Hannover (MHH)3Institut für Rechtsmedizin, Medizinische Hochschule Hannover (MHH)RedaktionW. Mutschler, MünchenV. Braunstein, MünchenH. Polzer, MünchenImplantatfreie tibialeFixierung des hinterenKreuzbandesEntwicklung und biomechanische TestungHintergrund und FragestellungBei der Rekonstruktion des hinterenKreuzbandes (HKB) haben die Wahl desTransplantats und die Technik der Fixierungeinen hohen Einfluss auf die Primärstabilität.Allerdings wird die Wahl desTransplantats, aufgrund der komplexenanatomischen Struktur des HKB mit seinenzwei Bündeln [1, 2], erschwert.Aufgrund zahlreicher Nachteile solltensynthetische Implantate vermiedenwerden [3]. Den Goldstandard stellenautologe und allogene Transplantate dar.Das Quadrizepssehnen-Knochenblock-Transplantat verwächst mit dem Bohrkanalinnerhalb von 6 Wochen im Rahmeneiner Knochen-zu-Knochen-Heilung[4]. Nachteile dieser Methode stellendie Entnahmemorbidität und die Verminderungder Funktionsfähigkeit des Streckapparatsdar, welcher als Agonist des HKBfungiert [5, 6].Die Quadrizepssehne wird hierzumit Knochenblock aus der proximalenPatella entnommen. Das Quadrizepssehnentransplantatwird von distal nachproximal durch den tibialen Kanal eingezogen,das freie Sehnenende dabei imfemoralen Knochenkanal fixiert. DieseMethode erfordert eine Sehnen-zu-Knochen-Heilung.Die Quadrizepssehnekann auch für die „tibiale single-bundlesingle tunnel“- und „femorale doublebundledouble tunnel“-Technik verwendetwerden.Für die Rekonstruktion des HKB sindlängere Präparate als für die Rekonstruktiondes vorderen Kreuzbandes (VKB)erforderlich. Aufgrund dieser Anforderungenwerden hauptsächlich (doppelte)Semitendinosus- und Grazilissehnen verwendet[7].Die Fixierung der Transplantate inden Bohrkanälen erfolgt heutzutage vonden meisten Operateuren durch die Verwendungvon Implantaten [8, 9, 10].Allerdings kommen dadurch Artefaktebei postoperativen Magnetresonanztomographien(MRT) zustande, und es entstehtdie Notwendigkeit der Implantatentfernungim Falle einer Revision [11, 12]. Beitief eingedrehten Interferenzschraubenzur Fixierung kurzer Transplantate, kannbei Revisionseingriffen die Spongiosa imposterioren Bereich des Tibiakopfes, demFixierungsort des neuen HKB-Transplantats,zerstört werden, und somit das weitereVorgehen erschweren. Bei implantatfreienOperationstechniken treten dieseNachteile nicht auf.Material und MethodenDer Entnahme von Semitendinosus,Grazilis- und Quadrizepssehnen mitKnochenblock dienten 20 Leichenknie.Das Alter der Leichen, deren Gewebe genutztwurde, war 49,2±18,5 (23–75) Jahre.Für die Entnahme lag ein Votum derEthikkommission vor. Die Explantationwurde 1,7±0,76 (1–3) Tage post mortemdurchgeführt. Nach Entnahme der nichtformalinfixiertenPräparate wurden diesebei −27°C tiefgekühlt gelagert. Wirbenutzten die Sehnen von 15 Männernund 5 Frauen. Die mittlere Körpergrößebetrug 175,7±10,3 (154–183) cm. Die Sehnenund die Patella zeigten keine sichtbarenstrukturellen Schädigungen. Der Knochenblockan der Quadrizepssehne wurdevon der proximalen Patella entnommenund hatte eine Länge von 30 mm. Er wurdeauf eine 10 mm durchmessende Bohrschablonegetrimmt, entsprechend demBohrkanal. Der Knoten der Semitendinosussehnehatte einen Durchmesser von10,44±0,53 mm. Für die Verankerung imBohrkanal benutzten wir die Tibiae von27 Schweinen der Deutschen Landrasse.Die Schweine waren 1 Jahr alt, ausgewachsenund wogen zwischen 45 und 54 kg.Der tibiale Hals wurde abgeschnitten undder Knochenschaft der Tibia in einemAluminiumring einzementiert (Technovit4071, Heraeus Kulzer GmbH, Wehrheim).Zur Sicherung gegen Herausziehen wurdeein 5-mm-Stahlstift quer durch Kunststoffund Knochen eingebracht.Teile dieser Arbeit wurden bereits in Ettinger et al. [38]erstpubliziert.Der Unfallchirurg 7 · 2013 |589


OriginalienAbb. 3 9 Der Knochenblockder Quadrizepssehnentransplantatewurde konusförmig auf9–10 mm getrimmt.Jeder Knochenblockwurde mit einemzentralen 2 mm durchmessendenBohrlochversehen und mit einemnicht-resorbierbarenFaden (Ethibond 3)armiert. (Aus [38])PräparationstechnikAbb. 1 9 Die Semitendinosussehnewurdeauf 32 cm getrimmtund in ihre Mitte einKnoten gelegtAbb. 2 9 Die freienEnden der Sehnewurden mit demKnoten vernäht(Ethibond 2)Es wurden 9 Präparate pro Gruppe untersucht.Transplantat und Knochenblockwurden während der Präparation undder biomechanischen Testung mit NaCl-Lösung feucht gehalten und vor und nachder Präparation bei −20°C tiefgekühlt. Fürden tibialen Bohrkanal wurde eine Bohrschabloneauf dem ursprünglichen Ansatzdes HKB platziert und eine Bohrerführungshülsezwischen dem Tuberculumtibiae und der Crista posteromedialistibiae eingebracht. Zunächst wurde mitHilfe eines Kirschner-Drahtes die Lagedes Bohrkanals gesichert, um diesen dannin einem zweiten Schritt zu überbohren.Hamstring-Sehnen-Transplantat (K)Die Semitendinosussehne wurde auf32 cm getrimmt und in deren Mitte einKnoten platziert (. Abb. 1). Die freienEnden der Sehne wurden mit dem Knotenvernäht (Ethibond 2, Ethicon GmbH,Norderstedt; . Abb. 2). Die Tibia wurdemit einem flaschenhalsförmigen Bohrkanalversehen. Dabei bestand eine Differenzzwischen distalem und proximalemBohrkanaldurchmesser von ≥2 mm. DasTransplantat wurde von distal nach proximalin den Bohrkanal eingebracht undder Knochenblock eingestößelt, bis er sicham Flaschenhals festsetzte.Quadrizepssehnentransplantat (Q)Der Knochenblock der Quadrizepssehnentransplantatewurde konusförmigauf 9–10 mm getrimmt. Jeder Knochenblockwurde mit einem zentralen2 mm durchmessenden Bohrloch versehen,und mit einem nicht-resorbierbarenFaden ( Ethibond 3, Ethicon GmbH)armiert. Mit diesem Führungsfaden wurdedas Transplantat von distal nach proximalin den tibialen Knochentunnel eingezogen.Das Sehnenende wurde ebenfallsmit einem nicht-resorbierbaren Fadenversehen (Ethibond 2). In die Tibiawurde ein flaschenhalsförmiger Tunnelgebohrt, in den das Transplantat eingebrachtwurde (. Abb. 3).Interferenzschraubentransplantat(I)Die Semitendinosussehnen wurden anden Enden mit einer Baseball-Naht vernäht(Ethibond 2). Die Transplantatewurden anschließend mit einer Interferenzschraubeim Knochentunnel fixiert(Milagro, Mitek). Der Durchmesser derInterferenzschraube und des Knochentunnelswaren gleich. Die Länge der Interferenzschraubebetrug 30 mm.Mechanische PrüfungDie Konstrukte wurden 24 h vor dermechanischen Prüfung bei 4°C aufgetautund während des gesamten Verfahrensmit Kochsalzspray feucht gehalten.Eine biomechanische Prüfmaschine( Mini Bionix 858, MTS Systems Co., Minneapolis,USA) wurde für die Testung derKonstrukte verwendet. Die eingesetztenTibiae wurden mittels Polymethylenmethacrylatin eine Aufnahmehülse eingebettetund der Bohrkanal-Krafteinlenkungs-Winkelauf 50° eingestellt, was demZugwinkel des HKB in 60° Flexion entspricht.Die Distanz zwischen dem Präparatund der Fixierklemme betrug 30 mm.Alle Sehnen wurden auf eine Länge von50 mm getrimmt, wobei 20 mm auf die590 | Der Unfallchirurg 7 · 2013


Zusammenfassung · AbstractUnfallchirurg 2013 · 116:589–595 DOI 10.1007/s00113-012-2167-2© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2012T. Wehrhahn · M. Ettinger · M. Petri · E. Liodakis · C. Hurschler · U.-V. Albrecht · C. Krettek · M. JagodzinskiImplantatfreie tibiale Fixierung des hinteren Kreuzbandes.Entwicklung und biomechanische TestungZusammenfassungEinleitung. Eine stabile Press-fit-Fixierungdes hinteren Kreuzbandes (HKB) ist aufgrundder Implantatfreiheit eine in Betracht zuziehende Technik zur ligamentären Kniegelenkrekonstruktion.Bis zum jetzigen Zeitpunktexistieren keine biomechanischenDaten bezüglich einer Press-fit-Fixierungzur Rekonstruktion des HKB. Zweck dieserStudie war es, die biomechanischen Eigenschaftenvon Hamstring- und Quadrizepssehnentransplantatenin Press-fit-Technik mitdenen einer Interferenzschraubenfixierungzu vergleichen.Material und Methoden. Insgesamt wurdenHamstring- und Quadrizepssehnentransplantatevon 20 Leichenkniegelenken verwendet,deren Alter 49,2±18,5 Jahre betrug. EinePress-fit-Fixierung der Semitendinosussehne(K) und eine Quadrizeps-Knochenblock-Fixierung (Q) wurden mit der Fixierungmittels Interferenzschraube (I) verglichen. Eswurden 3 Gruppen á 9 Präparate gebildet, diean insgesamt 27 porcinen tibiaezyklischenDehnungen ausgesetzt und anschließend biszum Versagen belastet wurden. Die maximaleVersagenslast, das Dehnungsverhalten unddie Elongation während der Belastung wurdenuntersucht.Ergebnisse. Die maximale Versagenslast betrug518±157 (387–650) N für die K-Gruppe,620±102 (541–699) N für die Q-Gruppe und558±119 (466–650) N für die I-Gruppe. DieSteifigkeit betrug 55±27 (18–89) N/mm fürdie K-Gruppe, 65±21 (49–82) N/mm für dieQ-Gruppe und 117±62 (69–165) N/mm fürdie I-Gruppe. Die Elongation zeigte für alleGruppen einen signifikanten Größenunterschiedzwischen dem 1. und 5. Zyklus imVergleich zur Elongation zwischen dem5. und 20. Zyklus (p


rung während der zyklischen Belastung( gemessen im Längensensor), war in allenGruppen signifikant größer als die zwischenden Markierungen auf der Sehne(p


Originalienfür BPTB-Transplantate und 25,7±6,2 N/mm für vierfache Hamstring-Sehnentransplantate.Brand et al. [9] erhieltenWerte von 45±15 N/mm für Interferenzschraubenfixierungenmit Quadrizepssehnenund 58±14 N/mm für Interferenzschraubenfixierungenmit Hamstring-Sehnen.Die Interferenzschraubenfixierungin dieser Studie (117±62 N/mm)weist die größte Steifigkeit im Vergleich zuallen oben genannten Studien auf. DieseTatsache könnte an der guten Qualität derSehnentransplantate liegen.Die signifikant höhere Dehnung derQ Transplantate (p


Lesetipp26. Aune AK, Ekeland A, Cawley PW (1998) Interferencescrew fixation of hamstring vs patellar tendongrafts for anterior cruciate ligament reconstruction.Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 6:99–10227. Kurosaka M, Yoshiya S, Andrish JT (1987) A biomechanicalcomparison of different surgical techniquesof graft fixation in anterior cruciate ligamentreconstruction. Am J Sports Med 15:22528. Weiler A, Hoffmann RF, Stähelin AC et al (2000)Biodegradable implants in sports medicine: thebiological base. Arthroscopy 16:305–32129. Prodromos CC, Hecker A, Joyce B et al (2009) Elongationof simulated whipstitch post anterior cruciateligament reconstruction tibial fixation aftercyclic loading. Knee Surg Sports TraumatolArthrosc 17:914–91930. Chen CH, Chen WJ, Shih CH, Chou SW (2004)Arthroscopic anterior cruciate ligament reconstructionwith periosteum-enveloping hamstringtendon graft. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc12:398–40531. Weiler A, Hoffmann RFG, Stähelin AC et al (1998)Hamstring tendon fixation using interferencescrews: a biomechanical study in calf tibial bone.Arthroscopy 14:29–3732. Steiner ME, Hecker AT, Brown CH, Hayes WC (1994)Anterior cruciate ligament graft fixation. Am JSports Med 22:24033. Morrison JB (1970) The mechanics of the kneejoint in relation to normal walking. J Biomech3:51–6134. Hadjicostas PT, Soucacos PN, Berger I et al (2007)Comparative analysis of the morphologic structureof quadriceps and patellar tendon: a descriptivelaboratory study. Arthroscopy 23:744–75035. Hadjicostas PT, Soucacos PN, Paessler HH et al(2007) Morphologic and histologic comparisonbetween the patella and hamstring tendonsgrafts: a descriptive and anatomic study. Arthroscopy23:751–75636. Caborn DNM, Urban WP (1997) Biomechanicalcomparison between BioScrew and titanium alloyinterference screws for bone-patellar tendon-bonegraft fixation in anterior cruciate ligament reconstruction.Arthroscopy 13:229–23237. Kocabey Y, Klein S, Nyland J, Caborn D (2004)Tibial fixation comparison of semitendinosus-bonecomposite allografts fixed with bioabsorbablescrews and bone-patella tendon-bone grafts fixedwith titanium screws. Knee Surg Sports TraumatolArthrosc 12:88–9338. Ettinger M, Wehrhahn T, Petri M et al (2012) Thefixation strength of tibial PCL press-fit reconstructions.Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 20:308–314Der Orthopäde bietet Ihnen jeden Monat umfassende und aktuelle Beiträge zuinteressanten Themenschwerpunkten aus allen Bereichen der Orthoäpdie.In mehreren Übersichtsartikeln wird ein Sachgebiet vertiefend dargestellt.Möchten Sie ein bereits erschienenes Heft nachbestellen? Einzelne Ausgaben können Siedirekt bei unserem Kundenservice zum Preis von je EUR 35,– zzgl. Versandkosten beziehen:Heft 6/2013FFTalus verticalisFFExtraartikuläre Arthrorise nach Grice/Green vs. Kalkaneusverlängerungsosteotomie nachEvansFFTherapie des Rezidivklumpfußes und residueller Deformitäten nach kongenitalemKlumpfußFFKlumpfußbehandlung im Wandel der ZeitFFCME: Der kindliche Knick-Senk-FußHeft 7/2013FFDifferenzialindikationen aktueller Endoprothesensysteme der SchulterFFOberflächenersatz des HumeruskopfsFFMöglichkeiten und Grenzen der schaftfreien OberarmkopfprotheseFFKurzschaftprothesen der SchulterFFStandzeiten und Komplikationen der Schaftendoprothesen bei OmarthroseFFCME: Injektionstherapie beim Zervikalsyndrom© Klaus Rüschhoff, Springer MedizinSo erreichen Sie unseren Kundenservice:Springer Customer Service Center GmbHKundenservice ZeitschriftenHaberstr. 769126 HeidelbergTel.: +49 6221 345-4303Fax: +49 6221 345-4229E-Mail: leserservice@springer.comwww.DerOrthopaede.deDer Unfallchirurg 7 · 2013 |595

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine