Einführung - Das Dokument des Grauens

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Einführung - Das Dokument des Grauens

1. Einführungblikum gegenteilig zum beabsichtigten Effekt reagiert und sich langweilt oder gar halbtotlacht.Doch es gibt eine Ausdrucksform der Furcht, welche ein gefundenes Fressen fürunsere künstlerisch veranlagten Peiniger darstellt. Die Furcht vor dem Unbekannten,welche generell dann eintritt, wenn unsere Sinneseindrücke nicht ausreichen, um unsereUmgebung ausreichend zu beschreiben. Stellen Sie sich vor, sie befänden sich ineiner Holzhütte, inmitten eines in Dunkelheit versunkenen Waldes. Sie hören die ungewohntenGeräusche des Waldes - raschelndes Laub, Rufe einer Eule, das Knackeneines Astes. Es gelingt nicht, die Klänge mit optischen Eindrücken zu verbinden, eswird unheimlich. Wenn sie doch nur eine Lampe hätten...Und wenn sich in Ihrer Gesellschaft dann noch ein Hund befindet, welcher inmittendieses Gedankenganges damit beginnt, ein der Nacht zugewandtes, kehliges Knurrenvon sich zu geben, fährt das Grauen endgültig mit Ihnen Schlitten.Diese letzte Spielart der Angst, die Furcht vor dem Unbekannten, stellt die ultimativeHerausforderung für Schriftsteller, Maler, Musiker und natürlich auch Filmemacherdar. Hier kann man sich relativ sicher sein, mithilfe einiger Tricks und Verfahrensweisendem Publikum das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Der erste Schriftsteller,welcher diese Vorgehensweise bewusst anwendete und auch die entsprechende Regelformulierte, war übrigens H. P. Lovecraft, ein Mann, welchem wir auf unserer Reisedurch das Reich des Schreckens noch des Öfteren begegnen werden.Erwartungsgemäß ist das Unbekannte eine beliebte Spielwiese der Schöpfer fantastischerFilme. Allerdings ist das Horrorgenre als Unterabteilung der Fantastik nichtalleine bei dem Versuch, Furcht und Grauen zu ergründen. Die Science-Fiction mischthier kräftig mit - eine Seelenverwandtschaft, welche schon so manchen Anhänger einesder beiden Genres bei dem Versuch, ein Werk eindeutig dem Horror oder der Science-Fiction zuzuordnen, an den Rand der Verzweiflung getrieben hat. Die Grenze zwischendem Horror und der Science-Fiction erscheint auch in der Tat als ausgesprochenfließend. Da entstehen grässliche Monster durch utopische Experimente. GefährlicheKreaturen treiben ihr Unwesen auf Raumschiffen und fremden Planeten. Bewohneranderer Welten überfallen die Menschheit und knechten ihre Opfer auf grauenvolleArt und Weise. Die Unterscheidung fällt in der Tat oftmals alles andere als leicht.Betrachten wir jedoch die Vorgehensweisen, mit welcher sich die beiden Genreseiner Thematik annähern, so fallen uns wesentliche Unterschiede auf, anhand welcherwir eine klare Abgrenzung vornehmen können. Vertreter aus dem Reich der Science-Fiction setzen sich kritisch mit einem Thema auseinander. Seien es Vorhersagen, wieunsere Zukunft aussehen könnte, oder auch nur die Beschreibungen von Ungeheuern,welche durch die Herumspielerei mit nuklearen Waffen entstanden. Dieses kritischeElement findet man im Horrorfilm in der Regel nicht. Dort wird nichts begründet odergar ein philosophischer Gedanke weitergesponnen - es ist so, wie es ist, das Warum istuninteressant.Ebenso basieren Gedankenspiele der Science-Fiction stets auf Gegebenheiten derGegenwart. Wieder sei hier die Atombombe genannt, welche in den 50er Jahren füreinen ungeheuren Zulauf zur Science-Fiction sorgte. Darüber hinaus könnte man noch5

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