Jahresrückblick 2012 - Jesuitenmission

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Jahresrückblick 2012 - Jesuitenmission

Nachrichten aus Bolivien - November 2012RundbriefEmail-Ausgabe *Von Weihbischof Adolfo Bittschi aus Sucre* In der Auflösung reduziert, dass digital versend-, und lesbar! Nicht zum Drucken geeignet!Jahresrückblick 2012JANUAR15. Januar - Hl. Maurus: ca.3.000-5.000 Leute wallfahrtetenzum Heiligtum des hl. Maurusnach Tomina. Die Festmessefeierte ich in Konzelebrationmit mehreren Priestern.FEBRUAREnde Januar bis 3. Februar durfteich für den Bischof von Camiriund 16 seiner Priester Exerzitienhalten, dies bei 30 °C drinnen(zu der Zeit hatte es bei Euch20 °C Minus).Dann konnte ich an den Exerzitienfür uns Bischöfe undPriester von Sucre teilnehmen.10. Februar: In Wien wurdemeine Großnichte Klara HeleneBittschi geboren:Meine beiden Großnichten: Klara Helenerechts und Vroni Josefa links25. Februar - Hl. Walburga.Einkehrtag für unsere Priesteramtskandidaten.Ende des Monats hatte ich Ischias-Schmerzen und nahm Vitamin BTabletten und zusätzlich Saftzu meiner täglichen Multivitaminkapselein. Als der Schmerznicht nachließ, ließ ich mich nochspritzen (alles ohne Arzt!) undbekam einen Hautausschlag.Der Arzt meinte, es könntenWindpocken sein und stelltemich unter Quarantäne. Gottsei Dank war es aber nur derHautausschlag wegen der zuvielen Vitamine.MÄRZDer 60. Geburtstag meinesBruders Reinhold; er ist Studiendirektoram Katharinen-Gymnasiumin Ingolstadt.Auch meine Schulkameradenund Studienkollegen Josef Krausund Peter Neumann hatten indiesen Tagen ihren 60.Am 3. März 2012 feierte mein BruderReinhold seinen 60. GeburtstagVor 800 Jahren sagte die Hl.Klara der Welt Ade, ließ sichvon Franziskus die langen Haareabschneiden und nahm denSchleier. Sie ist ja die GründerinSchlagzeilen zur Lage in Bolivien16. Januar: Die Zeitung „ElDeber“ meldet: In der zweitenAmtsperiode von Evo Moralesgab es 15 Tote, verursacht vonPolizei (13) und Militär (2), aberdazu kein einziges Gerichtsverfahren.Daher sitzt auch keinVerantwortlicher im Gefängnis.•5. März: Die Zeitung „El Deber“meldet: Die Drogenpolizeibeschlagnahmte seit Anfang desJahres 2012 in 2.011 Einsätzen(d.h. 30 Einsätze pro Tag) 60 tRauschgift - Ein Verfassungsrichter,Gualberto Cusi, bestätigt,dass er bei schwierigenEntscheidungen die Koka-Blätter zu Rate zieht.•Zur Fastenzeit wurde vonunserer Bischofskonfrenz einHirtenbrief zur Bewahrung derSchöpfung herausgegeben, der inder Presse gut aufgenommen,aber von der Regierung scharfangegriffen wurde, weil er aufdas Thema des NaturschutzgebietesTIPNIS (TerritorioIndigena Parque Nacional IsiboroSécure) hinweist, durch dasmitten hindurch eine Straßegebaut werden soll, obwohl esAusweichmöglichkeiten gäbe.•Miguel Vasquez, General derPolizei und Vizeminister fürdie Sicherheit der Bürger, gibtbekannt, dass es mehr als 700Banden im Land gibt (mit internationalenVerbindungen) mitzusammen mehr als 20.000Männern und Frauen, die sich mitAlkohol, Rauschgift und kriminellenDelikten beschäftigen.•- Fortsetzung auf Seite 3 -


Jahresrückblick 2012Die Klarissinnen aus Incahuasi mit ihrem ehemaligenstolzen Pfarrerdes Ordens der Klarissinnen.Hier in Sucre sind unter den 24Klarissinnen inzwischen fünf ausIncahuasi (siehe oben).Die Schwestern bedanken sichdurch meinen Rundbrief beiADVENIAT, „Kirche in Not“und beim Ministerium für wirtschaftlicheZusammenarbeit, fürdie Hilfe in den letzten Jahren.Unter anderem wurden schönealte Fresken wieder freigelegt.25. März: Papst Benedikt XVI.besuchte Mexiko und Kuba.Und ich feierte mit diözesanenMarienschwestern zwei ewigeund zwei zeitliche Gelübde.APRILIn der Karwoche gab es wiederviele Beichten in der Bischofskircheund ichdurfte dreimal predigen.Dank derZeitverschiebungkonnten MonsignoreAntonio Sayaberaund ich die Ostervigilmit unserem hl.Vater Papst Benediktin EWTN (http://w w w. e w t n . d e / )mitverfolgen.Am Osterdienstag,10. April, kammeine zweite GroßnichteVroni Josefa Forster zurWelt.Während der Bischofskonferenzstarb in Cochabamba unser langjährigertreuer Mitarbeiter inCinti, Harald Quartier. Ich konntemit P. Otto und Mitbrüderndas Requiem für ihn feiern.MAIEines der Fresken im Konvent der Klarissinnen, die mitdeutscher Hilfe wieder sichtbar gemacht wurden: DerEngel des Herrn brachte Maria die Botschaft und sieempfing vom Heiligen Geist.Heimat-Mission mit Firmungenin der lieben DiözeseEichstätt (inIngolstadt: HerzJesu, Nürnberg: inFischbach-Altenfurt-Moorenbrunn,Schelldorf-Kipfenberg,Neumarkt:Heilig Geist undin Roth), in Barcelona(bei PfarrerBreitenhuber)und in Nairobi(bei Verwandten).19. Mai: Taufevon Klara HeleneBittschi in Nürnberg,Zum Guten Hirten.27. Mai: Pfingstsonntag Taufevon Vroni Josefa Forster (rechts).An Fronleichnam durfte ich beider Prozession das Allerheiligstein den Dom tragen. Dabeidachte ich an den 12-jährigenJesus, der vor 2000 Jahren vomHl. Josef und der GottesmutterMaria in den Tempel von Jeru-salem geführt wurde. Tagsdarauf, am 8. Juni, konnte ichmit zur 80. Geburtstagsfeier vonPfarrer Johann Eichenseer, derbald darauf, am 14. Juli, seinenletzten Berg zum himmlischenJerusalem bestieg. Er war fürmich und viele andere, u.a. auchfür Bischof Gregor Maria, eingroßes Vorbild als Mensch undPriester mit Leib und Seele.19. Juni - Zurück in Bolivien.In Villa Charcas darf ich DonRosalio Martínez das Lektoratübertragen. Er ist der ersteKandidat für das Ständige Diakonatin der Erzdiözese Sucre.Mit seiner Frau Avelina hat ervier Kinder. Eines ist verheiratet,eines eine Ordensfrau als Missionarinin Peru, eines ist Ordenspriesterund eines ist Theologie-Student.29. Juni - Apostel Peter undPaul. In Sucre feierten wir dasGoldene Priesterjubiläum unseresErzbischofs Jesús Pérezmit der Teilnahme mehrererBischöfe und vieler Priester.JULIWinter in Bolivien. Durch Einströmenvon Südpolarluft wurdees noch ein paar Grad kälterals sonst. 15 °C im Zimmer alsRaumtemperatur. Heizung habeich nur im Bad.In der ersten Woche desMonats trafen sich hundertDiözesanpriester aus ganzBolivien in Cochabamba undDie hl. Taufe von Vroni Josefa Forster


ich war mit dabei. Zum erstenMal hielten wir eine Woche der„Erzdiözese“ ab, mit Vorträgenin Sucre und Anbetungsstundenin den Pfarreien.Am 26. 7. kam Padre Leonardoin die Clínica in Camargo.Unser bolivianischer KardinalTerrazas, Erzbischof von SantaCruz, feierte mit fast allenBischöfen sein GoldenesPriesterjubiläum.AUGUSTDrei Tage der Priester-Fortbildungmit dem Thema „Diemissionarische Pfarrei“.9. August: „Evangelisierungs-Konzert“ mit Martin Valverdeaus Mexiko.Dann durfte ich mich übereinen Besuch aus der HeimatdiözeseEichstätt freuen: PfarrerRoland Seeger mit Freunden.An Mariä Himmelfahrt feiertenunsere diözesanen Marienschwestern„Instituto Marianodel Apostolado Católico“ ihrGoldenes Gründungsjubiläum.Die Zeit der Firmungen begann.Ein Missionar aus Bergamo inItalien predigte uns Bischöfendie Exerzitien über das Lukas-Evangelium.SEPTEMBERAm 30. August eröffnete ich wiein den vergangenen Jahren dieNovene zum Hochfest der Stadtpatroninvon Sucre, der „Virgende Guadalupe”.Ich durfte die Exerzitien fürunsere Weihekandidaten halten.Am 19. 9. durfte ich meinemtreuen Katechisten RosalioMartínez das Dienstamt desAkolythen (ein Helfer amAltar und bei der Austeilungder hl. Kommunion) übertragen,als zweite Vorstufe zurDiakonenweihe.OKTOBERAm 7. Oktober (Rosenkranzfest)startete ich zu einer Firmreisein die Berge von Cinti. Dabeifuhren wir über einen 4.440 mhohen Pass. Danach ging eswieder auf 2.000 m herunter.Tags darauf riss am Nachmittag,nach einem gewaltigenGewitter, ein Sturzbach das neueFahrzeug der Schwestern einenKilometer weit mit: Totalschaden!„Bischof, hilf uns jetzt.“ADVENIAT hat Gott sei DankHilfe zugesagt.Stunden später starb in Camargo„Padre Leonardo“ Nibler,Ehrendomherr von Sucre undMonsignore,nach zweiM o n a t e ndes Leidens,im Altervon fast 88Jahren. Seit1958 war er- mit Unterbrechungenin der Heimat - hier in Boliviengewesen. Bis zu seinem Tod warer unermüdlich und fleißig in derSeelsorge und mit viel Humor imEinsatz.Am gleichen Tag starb einerder Trierer Missionare, HansVössing, im Alter von 81 Jahren.11. Oktober: In Rom beginntdas Jahr des GLAUBENS* unddie Bischofssynode zur NEU-EVANGELISIERUNG.Ich war da wieder zu Firmungenin den Anden unterwegs.Ende des Monats hatte ich 350Firmungen in Muyupampa undMonteagudo gespendet.Dort stieg am 28. Oktober dasThermometer auf 44 °C undbei Euch fiel zur selben Zeitschon der erste Schnee.Abgesehen von Gewittern hattees in unserer Erzdiözese nochnicht geregnet!* siehe dazu auch die letzte SeiteJahresrückblick 2012Schlagzeilen zur Lage in Bolivien14. Mai: Die Mafias haben sogardie Polizei unterwandert. - Einhalbes Jahr, nachdem Eingeborene,darunter Frauenund Kinder, von der Polizeiverprügelt wurden, lief dieAnzeigefrist zur Untersuchungab, denn wieder einmal ist diePolizei unschuldig. - Ein Ausbilderder Polizei, der zweiAnwärterinnen, die bei denPrüfungen durchgefallen waren,zu einem Pornofilm mit ihm animierte,wurde schließlich dochangezeigt und verurteilt.•2,7 Millionen Bolivianer (dassind ca. 27%) leben immer nochin extremer Armut.•Im ersten Halbjahr 2012 wurden64 Frauen ermordet. Diese„Verunsicherung“ gehört zumSystem, hier wie anderswo inDiktaturen.•Die Ureinwohner vom TIPNISmarschieren im Juni zum 9. Malfriedlich nach La Paz, um mitdem Präsidente zu reden. Dochder „Eingeborenen“ Präsidentließ sie (bei uns war Winter!)mit Wasserwerfern undTränengas abweisen.•Ab dem 22.7. gab es einenlänger andauernden Konfliktzwischen Bergwerksleuten undder Polizei.•September: Die Zeitung „ElDeber“ meldet: Polizisten wurdenzum Drogenschmuggel verleitet.23 Beamte in den letzten12 Monaten.•10. Oktober: Bolivien feiert 30Jahre Demokratie. U.a. werdendie Bürgermeister nicht mehrvon der Regierung bestimmt,sondern vom Volk gewählt. Esgibt einen „Defensor del Pueblo“(Verteidiger des Volkes),aber auch massive Bedrohungder Demokratie, denn dasMilitär und die Richter, die einzigin der Welt, auch vom Volk- Fortsetzung auf Seite 4 -


Jahresrückblick 2012Am 30. und 31. Oktober dannendlich die ersten Niederschlägein der Nacht. Gott sei Dank!NOVEMBERNach Allerheiligen und Allerseelenwar ich wieder aufFirmreisen in den entlegenenPfarreien unterwegs.Vom 8.-13. November tagte dieBischofskonferenz mit Wahlenund Verteilung der Arbeit. Ichwurde als Verantwortlicher fürBibel und Katechese wiedergewählt.Anschließend durfte ich wieder zuFirmungen nach Cinti: San Lucas,Incahuasi, Culpina und LasCarreras. In den vier Jahrenseit ich zum Bischof geweihtwurde konnte ich weit über10.000 Christen das Sakramentder Firmung spenden.23. November:Priesterweihe von zwei jungenBolivianern. Einer davon, JohnnyJohnny Jimenez mit seinen Angehörigen in Sucre (i.d.Kathedrale).Jimenez, kommt aus Incahuasi.Dazu die Weihe von drei Diakonen.(Die Weiheexerzitiendurfte ich im Septemberspenden. Aus Incahuasi kamenseine Familie, der Pfarrer undeinige Katechisten. An seiner Primizkonnte ich nicht teilnehmen,da ich Firmungen hatte.Für Dezember geplant:ADVENT: Der Rummel ist hierGott sei Dank bei weitem nichtso stark wie in Deutschland.4. Dezember: Mein Tauftag.Teilnahme an der Versammlungder Diözesanpriester von Sucrein Villa Serrano.8. Dezember: Hochfest derInmaculada Concepción de laVirgen María, der Diözesanpatronin.An diesem großenFesttag wird eine bolivianischeSchwester der Hijas de SantaAnna (Töchter der hl. Anna) ihreEwigen Gelübde ablegen.Zweiter und dritter Adventssonntag:Weitere Firmungen.9.-11. Dezember: Flug nachLa Paz zu Sitzungen der AbteilungEVANGELSIE-RUNG derBolivianischenBischofskonferenz.12. Dezember:Vierte PriesterratssitzunginSucre.WEIHNACHTEN:Am HeiligenAbend läd ErzbischofJesús Pérez immer allePriester der Stadt ein, die hierkeine Angehörigen haben.Weihnachten feiere ich also inJAHR DES GLAUBENS 2012-2013Für mich persönlich ist die Ausrufung eines Jahres des Glaubensdurch den heiligen Vater Papst Benedikt XVI. ein weiteresZeichen, dass der Heilige Geist in und durch ihn wirkt. Wie einguter Arzt stellt er die Diagnose der Krankheit unserer Zeit undschreibt das Rezept mit der Medizin.Der Papst lädt uns ein, die Freude im Glauben wieder zu entdecken.Das Wissen, ich bin geliebt und angenommen von Gott trotz aller meinerSchwächen und Sünden, denn Gott ist die Liebe.So segne Euch alle im Jahr des Glaubens 2013 der + VATER der uns das Leben gibt,der + SOHN, der uns durch sein Kreuz und seine Auferstehung von den Totenerlöst hat, und der + HEILIGE GEIST, der uns zu Heiligen machen will. Amen.Herzlich Vergelts Gott für Euer Interesse und Euere Hilfe im Gebet und Opfer.Einen gesegneten ADVENT und gnadenreiche WEIHNACHTEN wünscht Euchallen von HerzenEuer + Adolfo Bittschi, Weihbischof von SucreSchlagzeilen zur Lage in Boliviengewählt wurden, sind wie dieBürgermeister (fast) alle vonder Partei…November: Durch die anhaltendeDürre sind ca.16 000 Familien und derenTiere schwer betroffen.•Die Mieten sind in den vergangenenvier Jahren um 139 %gestiegen.•Am 21. November gab es „Hausarrest“für alle Bolivianer, dennes fand nach elf Jahren wiedereine landersweite Volkszählungstatt.Das gesamte Land war stillgelegt.Keiner durfte das Hausverlassen. Unser Priesterhauswar zuerst übersehen worden,weil es auf einem alten Stadtplannoch als Schule eingezeichnetwar. Nach unserem Anrufvon uns kam dann jemand nach21.00 Uhr zu uns!Sucre. Am zweiten WeihnachtstagFahrt nach Camargo, zumGeburtstag von Pater Otto.P.S. Vergesst nicht anWeihnachten großzügig fürADVENIAT zu spenden.IMPRESSUMMonseñor Adolfo BittschiCalle Bolivar 702, Casilla 205SucreBOLIVIENabittschi@hotmail.comFestnetz 00 591 46 45 77 21Mobil 00 591 73 44 06 00Bitte nach der Frauenstimme undnach dem Signal eine Nachricht aufdem Anrufbeantworter hinterlassen.SPENDENKONTO* bei derJesuitenmission NürnbergLiga BankKonto-Nr. 5 115 582Vermerk: 7912 BittschiBLZ 750 903 00Druck: Bischöfliches OrdinariatEichstättTextkorrektur: Ludwig UllingerGestaltung: Gisela Eckstein* Bitte für eine Spendenquittung dieexakte ANSCHRIFT angeben.

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