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Editorial Informationen - Kassenärztliche Vereinigung Sachsen

Editorial Informationen - Kassenärztliche Vereinigung Sachsen

XVI

XVI Informationen zum Herausnehmen Trotz insgesamt rückläufiger Behandlungszahlen im Bereich der Physiotherapie befindet sich Sachsen immer noch weit entfernt von der Verordnungsstruktur, wie sie in anderen Bundesländern üblich und ausreichend erscheint. Angesichts dieser Konstellation ist Sachsen mit Abstand weiterhin das verordnungsintensivste Bundesland, insbesondere bei den Heilmittelverordnungen für Physio- und Ergotherapie. In den aufgeführten Grafiken sind Sachsen- und Bundeswerte aus 2004 und 2005 gegenübergestellt. Diese ergeben sich aus den uns zugänglichen Informationen aus dem Verordnungsbereich Heilmittel, welche quartalsweise von den Krankenkassen veröffentlicht werden. Grafik 1 zeigt fünf der umsatzstärksten Heilmittel in der Physiotherapie. Die abgebildeten Behandlungseinheiten (BE) je Versicherten in Sachsen weichen dabei deutlich von den verordneten BE je Versicherten im Bundesdurchschnitt in 2004 und 2005 ab. Die BE in Sachsen liegen bei den aufgeführten Heilmitteln im Durchschnitt 50 % höher als im Bund. Nur bei der Krankengymnastik (KG) ZNS- Erwachsene/Einzelbehandlung liegt Sachsen 30 % unter den durchschnittlichen Behandlungseinheiten des Bundes. Grafik 2 stellt die Verordnungsstruktur pro Verordnungsblatt dar: Bei den Behandlungseinheiten je Verordnungsblatt ist in Sachsen ein Rückgang im Zeitraum 2005 zu 2004 um knapp 18 % von 11,64 auf 9,4 BE pro Verordnungsblatt erfolgt. Dagegen ist selbst bei dem schon auf deutlich niedrigerem Niveau liegenden Bundesdurchschnitt (9,8 BE) immer noch ein Rückgang von 13 % (auf 8,5 BE) zu verzeichnen, was den Schluss zulässt, dass in Sachsen durchaus noch Reserven vorhanden sein dürften. Die Zahl der Heilmittel je Verordnungsblatt liegt in Sachsen derzeit bei 1,4, d.h. auf fast jedem zweiten Verordnungsblatt in Sachsen steht mehr als ein Heilmittel. Damit erfolgte eine Absenkung um 0,1 Heilmittel je Verordnungsblatt gegenüber dem Vorjahr, wobei der Bundeswert Heilmittel je Verordnungsblatt bei nur 1,2 liegt. Grafik 3 zeigt bei der Gegenüberstellung, dass Sachsens Versicherte fast das Doppelte an Behandlungseinheiten mehr als die Versicherten im Bund erhalten. Dies ist auch bei der Anzahl der Verordnungsblätter erkennbar, die in Sachsen 1,6 mal mehr ausgestellt werden. Fazit: In Sachsen werden im Bundesvergleich überdurchschnittlich viele Behandlungseinheiten verordnet. Dabei sind sowohl bei Verordnungsblättern als auch bei den darauf verordneten Heilmitteln höhere Werte als im Bundesdurchschnitt zu verzeichnen. Um die Annäherung an die Bundeswerte zu erreichen, sollten unbedingt folgende Aspekte für ein wirt- Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln Verordnungsstruktur von Heilmitteln in Sachsen im Bundesvergleich Behabdlungseinheiten je Versicherten GRAFIK 2 Verordnungsstruktur je Verordnungsblatt 14 12 10 8 6 4 2 0 11,5 S a c h s e n 9,8 9,4 B u n d S a c h s e n 8,5 B u n d schaftliches Verordnungsverhalten beachtet werden: exaktes Festlegen der Behandlungsfrequenzen, Nutzen von Therapiepausen, Unterschreiten der zulässigen Höchstverordnungsmenge sowie die Abwägung, ob die Verordnung eines Hausbesuches oder ergänzenden Heilmittels unbedingt erforderlich ist. Bei Wunschverordnungen sollte der Arzt den Patienten zur Eigeninitiative (z.B. Sport im Verein) oder ggf. zu einer Umstellung der Lebensführung (z.B. durch Ernährungsumstellung) anhalten. – Verordnungs- u. Prüfwesen/dae – GRAFIK 1 Behandlungseinheiten je Versicherten im Vergleich Sachsen zum Bund 1,80 1,66 (im Bereich Physiotherapie) 1,60 1,50 1,40 1,20 1,26 1,25 1,00 0,80 0,60 0,40 0,20 0,72 0,60 0,21 0,18 0,98 0,79 0,44 0,39 0,86 0,83 0,31 0,32 0,11 0,00 Krankengymnastik, EB Manuelle Therapie Klassische Massage Zeitraum Warmpackungen KG ZNS-Erw. EB 0,17 0,18 0,20 Sachsen 2004 Bund 2004 Sachsen 2005 Bund 2005 1,5 1,3 1,4 1,2 Sachsen Bund Sachsen Bund Behabdlungseinheiten je Versicherten Zeitraum Heilmittel je Verordnungsblatt Sachsen 2004 Bund 2004 Sachsen 2005 Bund 2005 GRAFIK 3 Anzahl Verordnungsblätter und Behandlungseinheiten je 1.000 Versicherte 7.000 6.327 BE 6.000 5.000 4.000 3.000 2.000 1.000 0 552 VBL 357 VBL 3.498 BE 592 VBL 5.589 BE 372 VBL 3.172 BE Sachsen 2004 Bund 2004 Sachsen 2005 Bund 2005 Verordnungsblätter (VBL) Zeitraum Behandlungseinheiten (BE) je 1.000 Versicherte KVS-Mitteilungen Heft 6/2006

Glosse Ein Notfall – in sechs Wochen „Ach was, das ging genauso weiter. Wir hatten ziemliche Schwierigkeiten, einen Patienten bei einem Gastroenterologen für eine notfallmäßige Gastroskopie unterzubringen. Der bei uns am Ort hatte keinen Vertrag mehr mit der AOK, Vertrag gekündigt! Der Kollege im Nachbarort arbeitet nur mit der Bundesknappschaft. Erst in Dortmund habe ich einen Gastroenterologen gefunden, der einen aktuellen AOK-Vertrag hat. Da habe ich für den Patienten dann einen notfallmäßigen Termin in sechs Wochen bekommen. ,Tja’, hat der Kollege gesagt, ,die AOK vergibt ihre Verträge nur noch regional an Schwerpunktpraxen. Und ich habe die einzige zwischen Münster, Essen, Soest und Lüdenscheid für die AOK. Also in sechs Wochen – vorher ist nichts drin.“ „Na, da warst Du sicher froh, als Du endlich wieder zuhause warst“, stupste ich die beste Ehefrau von allen an und lächelte aufmunternd. Doch sie schüttelte nur den Kopf. „Klar war ich froh. Aber nur ganz kurz. Denn zuhause habe ich mich an den Computer gesetzt, um über Internet-Banking Anzeigen KVS-Mitteilungen Heft 6/2006 unser Konto anzusehen. Was habe ich mich erschrocken, so heftig waren wir ins Soll gefallen! Die haben uns die Netzbeiträge, die verschiedenen Verbandsbeiträge, die Gebühren für die letzten Praxisbegehungen durch MDK, Gesundheitsamt und Bezirksregierung abgebucht. Außerdem mussten wir ja die Gehälter für die Helferinnen auszahlen. Wäre ja alles nicht so schlimm gewesen, wenn die Bundesknappschaft nicht die Abschlagszahlungen für die letzten drei Monate storniert hätte. Aber da haben wir nun mal die meisten Patienten. Warum? Na, per E-Mail haben die mitgeteilt, dass wir unserer Verpflichtung zur jährlichen Zertifizierung unserer Praxis nicht nachgekommen seien. Und um etwaige Ansprüche gegen uns durchsetzen zu können, hätten sie eben die Honorarzahlungen des letzten Vierteljahres zurückgehalten. Daraufhin habe ich natürlich sofort die Hotline angerufen. Ich war doch sicher, dass wir dieses verdammte Zertifikat eingereicht haben. Irgendwann rückte die Mitarbeiterin damit heraus, dass wir das falsche Zertifikat abgegeben hätten. Un- Rechtsanwalts- und Steuerkanzlei Alberter & Kollegen Uwe Geisler Rechtsanwalt seres stamme von der Soziozert. Die sei aber nur von den Ersatzkassen anerkannt. Die Bundesknappschaft akzeptiert seit drei Wochen nur noch die Zertifikate der Firma Püttozert. Damit hätten wir unsere vertraglichen Verpflichtungen nicht eingehalten und auch keine Honoraransprüche mehr. Das müssten wir doch wissen.“ „Na klar, wie konnten wir das nur vergessen?“, murmelte ich staunend. „Und dann?“ „Dann habe ich der Zertifikatsfrau gesagt, was ich von solchen traumhaften Verpflichtungen halte. Und das hat mich so sehr geärgert, dass ich endlich aufgewacht bin und nicht mehr wusste, was nun Traum war und was Realität. Ich bin ins Arbeitszimmer gegangen. Auf dem Tisch lagen noch ein paar KV-Formulare, frisch ausgefüllt. Die gibt es also doch noch! Da wusste ich, dass alles zwar ganz realistisch, aber doch nur ein böser Traum war.“ (Mit freundlicher Genehmigung des Autors. Dr. Dryden ist 2. Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe) Beratung in allen medizinrechtlichen Fragen, insbesondere Arzthaftung, Berufsrecht der Ärzte und Apotheker, Zulassungsfragen, Honorarbeitreibung, Regress, Wirtschaftlichkeitsprüfung, Vertragsgestaltung bei Praxisgemeinschaften, Gemeinschaftspraxen, Praxisübernahmen, MVZ und Verträgen zur Integrierten Versorgung sowie Steuerberatung und Kapitalanlageberatung Kasernenstraße 1, 08523 Plauen, Tel. 03741/7 00 10, Fax 03741/70 01 99 AnwaltGeisler@aol.com SUCHE PRAXISPARTNER FA für Allgemeinmedizin/Psychotherapie/ Sportmedizin in eigener Praxis in Leipzig sucht Partner für Gründung einer Praxisgemeinschaft ab sofort. Voraussetzung: FA für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin Informationen bei Dr. Steger, Tel. 0341/2 32 62 51 Angestellter Arzt gesucht! Facharzt für Gynäkologie als Angestellter Arzt in Voll- oder Teilzeit im Kreis Meißen dringend gesucht. Einstieg in eine Gemeinschaftspraxis möglich, max. 1(12 Std.) Bereitschaftsdienst pro Monat, großzügige Urlaubsregelung, Konditionen verhandelbar. Zuschriften unter Chiffre 601 an die KV Sachsen, Landesgeschäftsstelle, Redaktion der KVS-Mitteilungen, PF 100636, 01076 Dresden Vermietung von Praxisräumen Zwei ca. 20 qm große zusammenhängende Räume, auch einzeln,in allgeminmedizinischer Praxis Leipzig-Leutzsch ab 1.Juli 2006 zu vermieten. I. Etage * Konditionen nach Vereinbarung * Anfragen unter Tel.: 0341 / 4 41 06 34 9

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