Deutsche Aufsteiger - Baker & McKenzie

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titEl

Goodbye Deutschland:

Direkt nach dem Referendariat

wurde die Düsseldorfer

Absolventin Özgül Koç

Kahraman Rechtsabteilungsleiterin

in istanbul.

22 azur 02 10 Karrieremagazin für junge Juristen

Abitur machte. Daran schloss sich ihr Jurastudium an, das

sie mit zweimal ‚befriedigend‘ bestand. „Es reichte zur

Promotion“, sagt sie bescheiden. Heute arbeitet sie in

München als wissenschaftliche Referentin am Max-

Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Sozialrecht

und ist dem Landesreferat Türkei zugeordnet.

Zugleich ist sie Teilzeit-Associate in einer Bayreuther

Kanzlei.

Ihre Karriere hat sie dem Engagement ihrer Eltern zu

verdanken, findet Körtek. „Meine Eltern hatten immer

eine Sehnsucht nach Bildung – gerade weil es ihnen in

der Türkei verwehrt blieb.“ Dort konnte Körteks Vater

ähnlich wie ihre Mutter die Schule nicht lange besuchen,

weil er für das Auskommen der Familie arbeiten musste.

1968 verließ er dann seine Heimatprovinz an der Ägäisküste

in der Nähe von Izmir und nahm einen Job in einer

oberfränkischen Textilfabrik an. Inhaltlich konnten Körteks

Eltern ihren Schulweg nicht unterstützen – „aber sie

haben immer hinter mir gestanden“, sagt sie.

Zeiten ändern sich

Warum es bei vielen anderen türkischen Familien nicht

so gut funktioniert, kann sie sich nur so erklären: „Zu

meiner Zeit existierte eine Angst vor dem Fremden. Viele

Eltern wollten nicht, dass die Kinder vermeintlich ‚falsch‘

beeinflusst werden. Zudem war das Interesse an der

schulischen Ausbildung wohl eher gering. Für üblich

SEITE 165 PRAXIS

ImmobIlIenwIrtschaftsrecht

hielten es viele Eltern, dass ihre Kinder die Schule nach

der neunten Klasse verließen und anfingen zu arbeiten.“

So wurde Körtek teilweise mit Unverständnis begegnet,

weil sie die Schule fortsetzte. „Mittlerweile haben sich

die Zeiten geändert, was sicherlich auch darauf zurückgeführt

werden kann, dass die Türken aus ihrer ursprünglichen

Rolle als Gastarbeiter herausgewachsen sind“, findet

sie. „Eine bessere Bildung für die Kinder wird

angestrebt und gewünscht, wobei es aber beim Wunsch

bleibt, wenn der erforderliche Einsatz fehlt.“

Der Gründer des Dortmunder Instituts Futureorg, Kamuran

Sezer, kennt die Problematik. „Natürlich freuen

sich türkische Eltern, wenn die Töchter und Söhne Anwälte,

Ärzte oder Ingenieure werden. Der Bildungserfolg

der Kinder ist auch für sie wie für alle anderen Eltern ein

Prestigegewinn“, sagt der Sozialwissenschaftler. Sie

wüssten aber oft nicht, wie sie den Kindern helfen oder

sie fördern können – vor allem wenn es in der Schule mal

nicht so gut klappt. „Deswegen sollte Integration ganz

klar bei den Eltern beginnen. Sie sind entscheidend.“

Dabei hat die türkische Community bereits den richtigen

Weg eingeschlagen. „Es gibt positive Entwicklungen,

die man nicht kleinreden sollte“, sagt Sezer und

meint Fortschritte im Generationenvergleich, auf die das

Berlin-Institut ebenfalls aufmerksam macht. Das Bildungsniveau

der türkischstämmigen Migranten verbessert

sich etwa von der ersten zur zweiten Generation

Kaum eine branche hat die finanzkrise so stark getroffen wie das Geschäft

mit Immobilien. fabian mühlen und Dr. fabian hinrichs von Dla

PIPer zeichnen nach, wie es so weit kommen konnte und warum anwälte

nun häufiger mittler zwischen Verkäufer und banken sind.

Foto: Frederik Ataöz

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