8 flugplatz news 2/2012 - Schweizer Luftwaffe - admin.ch

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8 flugplatz news 2/2012 - Schweizer Luftwaffe - admin.ch

flugplatznews2/2012

www.armee.ch/flugplatz-meiringen

Verteidigung Luftwaffe, Flugplatzkommando Meiringen

3857 Unterbach, Tel. 033 972 64 64, Fax 033 971 54 42

info.flplkdomei@vtg.admin.ch, www.luftwaffe.ch

Eine gute Nachricht

Liebe Leserin, lieber Leser

Im Herbst 2011 hat das Parlament

den Bundesrat beauftragt, die künftige

Schweizer Armee mit einem jährlichen

Budget von 5 Milliarden Franken

und einem Bestand von 100 000

Soldaten zu planen. Auch einer raschen

Beschaffung von 22 GRIPEN-

Flugzeugen als Teil-Ersatz der TIGER-

Flugzeuge hat es zugestimmt.

Die Luftwaffe plant, die heutigen

Militärflugplätze auch in Zukunft zu

betreiben. Für die Airbase Meiringen

bedeutet dies, dass weiterhin eine Berufsfliegerstaffel

F/A-18 stationiert

sein wird. Dies ist für die Sicherung

der über 200 Arbeitsplätze eine gute

Nachricht. In Bezug auf die Emissionen

bedeutet es, dass wir in Zukunft

mit den maximal 5000 Jet-Bewegungen

(2500 Starts und 2500 Landungen)

auskommen werden. Eine zivile

Mitbenützung des Flugplatzes ist im

Gegensatz zu Payerne oder Sion nicht

vorgesehen. Voraussichtlich im Herbst

2012 wird das VBS das künftige Stationierungskonzept

vorlegen und bei

den Kantonen vernehmlassen.

Ich wünsche mir, dass sich die Region

und der Kanton Bern hinter diese

ausgewogene Lösung stellen, um

den Standort Meiringen-Unterbach

und die damit verbundenen Arbeitsplätze

für die Zukunft zu sichern.

Nun wünsche ich Ihnen eine interessante

Lektüre.

Oberst i Gst Peter Merz,

Kdt Militärflugplatz Meiringen


flugplatznews2/2012

Der Weg zum Titelbild

Schritt für Schritt zum erneuerten

Wahrzeichen der Fliegerstaffel 11:

Der Bieler Airbrushkünstler Stephan

Beutler besprüht das Heck der F/A-18.

Fotos: Franz Blatter

Genie am Werk

Gibt es im Ausbildungsdienst eines WK’s freie Zeit, nützen die Genietruppen des Flugplatzkommandos

13 diese zum Dienst an der Öffentlichkeit.

Jeder, der einmal Militärdienst geleistet

hat, kennt das: Ein Wiederholungskurs

kann ziemlich intensiv

sein – oder eben auch nicht,

weil Planung und Verfügbarkeiten

kein gedrängtes Programm zulassen.

Das ist manchmal auch für

Truppenteile so, die im Flugplatzkommando

13 in Meiringen-Unterbach

Dienst leisten. Zum Beispiel

für die Genie-Kompanie, deren

Einsätze meist speziell und

aufwändig sind und ihre Fähigkeiten

deshalb nicht so einfach trainieren

können.

2Der Militärflugplatz wandelt die-

sen Missstand in eine Win-Win-

Mit Pickel und Schaufel sanierten die Genietruppen im Frühling Wanderwege im Haslital.

Situation um: Im letzten WK (18.

April bis 11. Mai) wurde für die

Genietruppen in den umliegenden

Gemeinden Arbeit organisiert.

So wurden Lawinenhänge

geräumt, Steine abtransportiert

oder aber Wanderwege saniert.

Zum Beispiel in Hofstetten oder

Hasliberg, wo Schwellen eingebaut

und der Weg mit Baggern

oder Spaten, Pickel und Schaufel

verbreitert wurden, so dass Fussgänger

ihre Ausflüge wieder geniessen

können, ohne dass sie ständig einen

Stolperer befürchten müssen.

«Wenn wir sehen, dass ein offenes

Zeitfenster für derartige Ar-

beiten besteht, fragen wir abwechslungsweise

die Gemeinden

der Region an, ob sie ein Bedürfnis

hätten», sagt Philipp Schild,

Chef Logistik im Stab des Flugplatzkommandos

Meiringen Entscheidend

seien dabei zwei

Dinge: «Es muss sich um eine

Arbeit handeln, die öffentlichem

und nicht privatem Zweck dient

– und wir dürfen dabei nicht das

lokale Gewerbe konkurrenzieren.»

Der Flugplatz in Unterbach hilft

grundsätzlich mit den zur Verfügung

stehen Mitteln – zum Wohl

der Allgemeinheit.

Foto: Franz Blatter


I N T E R N

Die Führungscrew von Meiringen

Peter Michel

Chef Luftwaffenanlagen

LBA

Logistikbasis der

Armee, Support

Luftwaffe LBA

armasuisse Immobilien

Stv Kdt

Chef Stab/Personal

Jürg Luchs

Herbert Seiler

Facility

Management

Immobilienbewirtschafter

Kommandant

Flpl Kdo MEI

Oberst i Gst

Peter Merz

Chef Flugbetrieb

Markus Signer

Partnerbetriebe

Roger Bühlmann

Chef FUB

Region West

Führungsunterstützungsbasis,

Region West

Dieter Nussbaumer

Dienstleiter

Flugsicherung

Kdt Fliegergeschwader13

Oberstlt

Daniel Stämpfli

Martin Schmied

Chef TGM LBA

Logistikbasis der

Armee, TechnischesGebäudemanagement

Marianne Wenger

Restaurant

Manager

Zurück auf dem Flugplatz

Irgendwann war genug der Theorie.

«Ich wollte dorthin zurück, wo meine

Sprache gesprochen wird», sagt

Dieter Nussbaumer. Seit März

hat der 50-jährige Grenchner,

der in Kerzers wohnt, sein Büro

dort, wo sich ein Fan der Jet-

Fliegerei zuhause fühlt: Mitten

auf dem Militärflugplatz. Er ist

Chef Flugsicherung der Airbase

Meiringen und als solcher

skyguide-Mitarbeiter.

Vieles ist neu und doch vertraut: Nussbaumer

überwachte schon als Controller

den Luftraum in Payerne bevor

er als Chef Luftraum skyguide verschiedene

Projekte betreute. Danach

war er Sektionsleiter des Bundesamts

für Zivilluftfahrt. Doch noch nie war er

Chef über einen Tower – und noch

nie arbeitete er in Meiringen.

«Das war stets mein Wunsch, in einer

leitenden Funktion ins operative Geschäft

zurückzukehren.» Nun ist Nussbaumer

glücklich. Auch, weil er ein

besonderes Job-Sharing machen kann:

Nachdem er sich in Meiringen eingearbeitet

hat, wird er ab Sommer nur

noch 40 Prozent seiner Arbeitszeit für

die Chef-Funktion auf der Airbase aufwenden.

Daneben begleitet er diverse

skyguide-Projekte. Möglich ist dies,

weil er nicht als Controller arbeitet.

Seine Lizenz verfiel, als er sich beruflich

immer weiter weg von der Piste bewegte.

«Jetzt bin ich wieder da», sagt

er mit einem Strahlen und zeigt zum

Fenster hinaus, wo ein Tiger-F5-Jet

startet. «Ich wollte als Jugendlicher

Jet-Pilot werden. Mit so einem Vogel

bin ich auch schon mitgeflogen.»

3


flugplatznews2/2012

Eine Schweizer

Erfolgsgeschichte

Bereits 1939 gegründet, ist die Pilatus

Flugzeugwerke AG heute der

weltweit führende Hersteller einmotoriger

Turbo-Propellerflugzeuge.

Mit 1300 Mitarbeitenden, die am

Hauptsitz in Stans tätig sind, ist Pilatus

der grösste Arbeitgeber der Zentralschweiz.

Darüber hinaus gehören

zum Unternehmen drei unabhängige

Tochtergesellschaften in Altenrhein,

Broomfield (USA) und Adelaide (Australien).

Im vergangenen Jahr erzielte

Pilatus einen Umsatz von 731 Millionen

Franken.

Gefragt sind die Propellermaschinen

aus dem Herzen der Schweiz in der

ganzen Welt. In der zivilen Luftfahrt

zählen die PC-12 NG und die PC-6

«Pilatus Porter» zu den führenden

Flugzeugen ihrer Art. Für militärisches

Training hat Pilatus die neue

PC-21, die PC-9 und natürlich den

Dauerbrenner, die PC-7 im Angebot,

die auch alle von der Schweizer Luftwaffe

geflogen werden.

Die PC-7 ist ein Zweiplätzer, der in

seiner ersten Version bereits 1982

abhob. Das PC-7-TEAM fliegt mit einer

modernisierten Version, der PC-7

Turbo Trainer. Dieses Flugzeug hält

einer Zentrifugal-Belastung von 6 G

(sechsfaches Eigengewicht) stand,

kann auf einer Strecke von 480 Me-

tern starten und erreicht Tempi von

4

gegen 450 Kilometern pro Stunde.

Foto: Luftwaffe

Mit Looping und Rolle zu maximaler Eleganz

Das PC-7-TEAM der Schweizer Luftwaffe begeistert mit seinen kunstvollen Figuren die Zuschauer

was mit dem Schweizer Pilatus PC-7 Turbo Trainer alles möglich ist.

Es ist das, wovon viele Menschen

träumen. Aber auch das, wovon

vielen schon beim Zuschauen

schwindlig wird. «Fliegen in seiner

reinsten Form», nennt Hauptmann

Martin «DJ» Vetter, Leader des PC-

7-TEAM, was er und seine acht

Kollegen demonstrieren. Eben deshalb,

weil das mit einer Propellermaschine

des Typs Pilatus PC-7

Turbo Trainer noch möglich sei.

«Da läuft vieles mechanisch, das

Flugzeug reagiert direkt.»

Wie das aussieht, wenn das PC-7-

TEAM in Aktion tritt? Schön und

für den Laien waghalsig. Engste

Radien werden geflogen, bei de-

nen die Piloten durch die Fliehkraft

teilweise mit dem Sechsfachen

ihres Körpergewichts in den

Sitz gedrückt werden. Figuren werden

gezeigt, bei denen die neun

Flugzeuge des Teams nur mit

zwei, drei Metern Abstand voneinander

am Himmel tanzen, zu Looping

und Rolle ansetzen oder auf

dem Rücken fliegen und so maximale

Eleganz erreichen.

1989 wurde das PC-7-TEAM als

Ergänzung zur Patrouille Suisse

fester Bestandteil der Luftwaffe. Es

dient der Luftwaffe zur Nachwuchsförderung,

soll vor allem

junge Menschen begeistern, und

zwar sowohl für den Beruf des Piloten

als auch für das Flugzeug.

Denn die PC-7 Turbo Trainer

stammt aus den Stanser Pilatuswerken

(vgl. linke Randspalte).

Martin Vetter vergleicht das PC-7-

TEAM ungern mit der Patrouille

Suisse. Trotzdem hält er fest: «Was

die Patrouille Suisse mehr an

Speed hat, machen wir durch unsere

Wendigkeit wett: Wir brauchen

weniger Raum, haben andere

Möglichkeiten.» So durfte das PC-

7-TEAM schon am «Zürifest» über

dem Seebecken sein Programm

zeigen oder ist in diesem Jahr am

Zuger Seenachtsfest zu sehen.


und demonstriert dabei gleichzeitig,

Ein Unterschied ist auch, dass die

Patrouille Suisse mit sechs Tiger-F-

5-Jets, das PC-7-TEAM aber mit

neun Propellerflugzeugen fliegt,

was zusätzliche Figuren zulässt.

Grösser als die Gegensätze sind

aber die Gemeinsamkeiten: Wie

bei der Patrouille Suisse, besteht

auch das PC-7-TEAM aus

F/A-18-Berufsmilitärpiloten. Rund

20 Prozent ihrer Arbeitszeit investieren

diese in den Kunstflug. Im

beruflichen Alltag fliegen sie die

F/A-18 Hornet. Gleich ist auch

das Auswahlverfahren: Niemand

kann sich bewerben. Bei Abgängen

wählen die verbliebenen Mitglieder

die Nachfolger. In der aktu-

ellen Zusammensetzung ist die in

Meiringen-Unterbach stationierte

Fliegerstaffel 11 stark vertreten:

Mit Leader Vetter, Hauptmann

Rodolfo «Roody» Freiburghaus,

Hauptmann Andreas «Nuk»

Kuhn, Hauptmann Marc «Ebi»

Eberhart und Hauptmann Cyril

«Johnny» Johner fliegen gleich

fünf Piloten aus der Region im

PC-7-TEAM.

Sind die Meiringer Piloten bessere

Flieger? «Nein», sagt Vetter und erklärt:

«Der Neue muss einfach ins

Team passen – fliegerisch könnte

jeder F/A-18-Pilot mitmachen.»

Das hat seine Logik. Die PC-7 ist

Das PC-7-TEAM in voller Aktion.

nicht irgend ein Flugzeug der Luftwaffe,

sondern wird in der Ausbildung

geflogen. Da natürlich auch

nicht nur von A nach B, sondern

mit spektakulärsten akrobatischen

Figuren. Wer also Kampfjets fliegt,

der beherrscht auch die PC-7. Einzig

der Kunstflug im Verband, das

Einstudieren der Formationen ist

neu. Zwei Wochen intensives gemeinsames

Training im Frühjahr

genügen um bereit zu sein, mit

Looping und Rolle dafür zu sorgen,

dass einem schon vom Zuschauen

schwindlig wird. Man

kann aber auch zu träumen beginnen

– vom Fliegen in seiner reinsten

Form.

Foto: Luftwaffe

«Die Sicherheit steht

an erster Stelle»

Hautpmann Martin «DJ» Vetter (31)

aus Thun ist Berufsmilitärpilot der

Fliegerstaffel 11 in Meiringen-Unterbach

und Leader des PC-7-

TEAM.

news: Martin Vetter, wie gefährlich

ist, was Sie im PC-7-TEAM

tun?

Martin Vetter: Die Militärfliegerei

birgt per se gewisse Risiken. Deshalb

gilt für das PC-7-TEAM, was in der

gesamten Fliegerei gilt: Die Sicherheit

steht an erster Stelle.

Danach sieht es aber nicht aus…

Vielleicht sieht es nicht so aus. Aber

wir tasten uns im Training sehr defensiv

an die Figuren heran. Und es

ist ja so, dass jeder Pilot das Flugzeug

bestens beherrscht. Klappt eine

Formation nicht wunschgemäss,

merken wir das frühzeitig und können

reagieren.

Was erlebt man sonst im PC7-

TEAM? Warten da Dutzende Frauen

auf einen nach einer Vorführung?

Das nicht (lacht). Aber an einer Show

wird man schon mit besonderen Augen

angesehen. Auch Autogramme

werden von uns verlangt. Mein tollstes

Erlebnis war, als wir in Rumänien

flogen: Ich glaube, die Menschen

dort hatten zuvor noch nie so was

gesehen. Die waren völlig aus dem

Häuschen, jubelten uns zu, als wir

aus den Flugzeugen stiegen. Denen

haben wir eine riesige Freude bereitet

– und darum geht es letztlich.

5


flugplatznews2/2012

Wie man einen

Hammer hält

Am 21./22. September 2012 wird in

der Ausbildungsstätte der Logistikbasis

der Armee auf der Airbase Meiringen

gefeiert. Die angehenden Polymechaniker

erhalten ein umgebautes

Heim – und gleichzeitig ist es 50

Jahre her, seit in Unterbach erstmals

Lehrlinge ausgebildet wurden.

Damals, da hiess die Airbase noch

Militärflugplatz und die Lehrlinge erlernten

den Beruf des Mechanikers.

«Bis 1983 war das Handarbeit. Erst

dann kam die erste elektronische

Maschine», erinnert sich Martin Stoller.

Der 53-jährige Meiringer zeigte

zu jener Zeit den Automechanikern

in der Fahrzeugwerkstatt, wie man

dreht und Werkzeuge schleift. Inzwischen

ist er seit 16 Jahren Ausbildner

der Polymechaniker-Lehrlinge und

sagt: «Zwölf elektronische Maschinen

sind es heute – der Beruf hat

sich sehr gewandelt.»

Dasselbe gilt für die Lehrlinge: «Vor

25 Jahren, da konnte jeder, der vom

Land kam, einen Nagel einschlagen.

Vor 15 Jahren wusste noch jeder,

wie man einen Hammer hält. Inzwischen

gibt es Jugendliche, die ihn in

der Mitte des Stiels anfassen», sagt

er lachend. Handwerklich müsse

man den Lehrlingen heute mehr beibringen

als früher. Dafür seien diese

schulisch viel besser. «Das sind alles

schlaue Typen.» Schlaue Typen, denen

Martin Stoller ab September in

einer modernen Ausbildungsstätte

zeigen kann, wie man einen Ham-

6

mer hält.

Foto: Luftwaffe

P A R T N E R

Auch im Exil lässt sich viel lernen

Weil ihre Ausbildungsstätte auf der Airbase Meiringen umgebaut wird, gehen die Polymechaniker-Lehrlinge

im alten Zeughaus in Balm ihrer Arbeit nach.

Im Exil zu leben ist unangenehm.

Jedenfalls meistens. Doch wenn

Christian Ritz über sein «Asyl»

fernab der «Heimat» spricht, dann

tut er dies mit Begeisterung. «Wir

haben aus der Not eine Tugend

gemacht», sagt der Chef Ausbildungsstätte

der Logistikbasis der

Armee auf der Airbase Meiringen.

Seit Oktober wird auf dem Militärflugplatz

die Werkstatt umgebaut,

deshalb ist der 33-jährige

Walliser Ritz mit seinen Mitarbeitern

und den 20 Polymechaniker-

Lehrlingen temporär ausgezogen.

Neu richtete man sich im kleineren

Zeughaus Balm ein, wo dafür

neue Stromkabel und Internet-

Anschlüsse installiert wurden.

Der Mangel an Platz ist unbestrit-

ten – doch scheinen alle gut damit

zurechtzukommen: «Es gibt

zwar Aufträge, die wir momentan

nicht ausführen können, weil wir

nicht alle Maschinen mitnehmen

konnten», sagt Ritz. Dafür jedoch

habe man Neues kennen und

schätzen gelernt. «Die Lehrlinge

geniessen die Nähe zu Meiringen

und zur Landi – und das grosse

Areal, das sie ganz alleine benutzen

können.» Ausserdem habe

man dafür andere, ungewöhnliche

Aufträge angenommen – zum

Beispiel die Neumontage des

Sturmgewehrs 90.

Als «besonders lehrreich» schätzt

Ritz den Umzug selbst ein: «Dieser

dauerte zwar etwas länger als

einen Monat und zwang uns,

Die provisorische Lehrlingswerkstatt in Balm.

Lernstoff nachzuholen. Gleichzeitig

war er jedoch sehr wertvoll

für alle Lehrlinge, mussten sie

doch überall mithelfen.»

Mehr als sonst habe man da gemeinsam

arbeiten müssen, es sei

«ein unverhoffter Teambuilding-

Event» gewesen. Die Eindrücke

waren so positiv, dass Christian

Ritz bei der Rückkehr im August

plant, in den vier Umzugswochen

Lehrlinge im letzten Lehrjahr mit

kleinen Führungsaufgaben zu betrauen.

«Sie sollen mit Hilfe der

jüngeren Auszubildenden gewisse

Umzugsarbeiten leiten.» Klingt

so, als ob das Exil am Ende nicht

als Verbannung, sondern als wertvolle

Erfahrung in Erinnerung

bleiben wird.

Foto: Franz Blatter


Mehr als ein Museum

Das Besucherzentrum «Tiger Gate» im Hangar 1 bietet Ausstellungsstücke der Luftwaffe,

kompetente Führungen und auch Action.

Bernhard Bigler warnt vor: «Im

Moment ist alles in Bewegung.

Fertig wird es erst ab August sein»,

sagt der Bereichskontroller im

Stab der Airbase Meiringen, beim

Öffnen der Türe zum Hangar 1.

Tatsächlich sind im Innern einige

Handwerker an der Arbeit. Das

Besucherzentrum «Tiger Gate»

wird attraktiver gestaltet, damit

künftig noch mehr geboten werden

kann.

Wobei: Was die Besucher jeweils

am Mittwochnachmittag zu

sehen bekommen, ist schon jetzt

nicht wenig. Gezeigt werden ein

vorläufig stillgelegter Tiger-F-5-

Kampfjet als Ausstellungsobjekt

sowie ein Alouette-III-Helikopter

und diverse Komponenten aus

der Fliegerei wie Triebwerke, Fall-

Besuchen Sie uns

schirm oder Schleudersitz. Immer

beliebt ist zudem der Tiger-Flugsimulator.

Künftig wird dieses

Prunkstück Konkurrenz erhalten,

wird doch in die Alouette ein Helikopter-Simulator

eingebaut, so

dass man – im echten Helikopter

sitzend – simuliert abheben kann.

Hinzu kommen Ergänzungen wie

eine Wand mit Gucklöchern, die

Filmausschnitte zeigt und Stellwände,

auf denen die Geschichte

der Airbase Meiringen festgehalten

wird.

Geschichte jedoch ist nur das

eine. Das Besucherzentrum lebt

vor allem auch von den Geschichten.

Von Anekdoten der Mitarbeiter,

welche die Besucher in Empfang

nehmen, sie führen und an

ihrem Wissen teilhaben lassen.

Bernhard Bigler erklärt den Schleudersitz des Tiger-F5-Kampfjets.

«Wir sind kein Museum», sagt

Bernhard Bigler. Um sich dann zu

korrigieren: «Nein, eigentlich sind

wir mehr als ein Museum.»

Was noch fehlt, ist ein F/A-18-Jet.

Diesen zu bekommen, dürfte

noch längere Zeit unmöglich

sein. Gelegenheit, die «Hornisse»

zu besichtigen gibt es trotzdem:

Dreimal pro Jahr führt die Airbase

grosse Betriebsführungen

durch. Darüber hinaus können

Gruppen von mehr als acht Personen

auch in den Genuss einer privaten

Betriebsführung kommen.

Dies allerdings nur, wenn sie sich

frühzeitig melden und das gewünschte

Datum sich mit den übrigen

Pflichten und Terminen des

Flugplatzkommandos Meiringen

vereinbaren lässt.

Vom 3. Mai bis 31. Oktober, jeweils am Mittwoch von 14.00 bis 15.30 Uhr «Besuch bei der Luftwaffe»

im Hangar 1. Anmeldung ist erforderlich bis spätestens am Vortag 12.00 Uhr bei den

Tourist-Informationen in Meiringen und Brienz.

Am 18. Juli und 17. Oktober 2012, jeweils 14.00 bis 16.30 Uhr «Betriebsbesichtigung» mit

diversen Vorführungen. Anmeldung ist erforderlich bis spätestens am Vortag 12.00 Uhr bei den

Tourist-Informationen in Meiringen und Brienz.

Foto: Franz Blatter

Unsere neuen Lehrlinge

ab August 2012

Lehrberuf

Fachmann Betriebsunterhalt

Lehrberuf Polymechaniker

7

Stefan

Gyger

1996

Brienz

Christian

Ammeter

1997

Innertkirchen

Dominic

Bachofer

1997

Hermrigen

Julian

Engelenburg

1997

Innertkirchen

Adrian

Thomann

1996

Brienz


flugplatznews2/2012

IN DER FREIZEIT

«Natürlich bin ich

noch ziemlich fit»

Walter Spieler (52) aus Interlaken ist

auf der Airbase Meiringen Chef Instandhaltung

der Logistikbasis der

Armee. In seiner Freizeit ist er J+S-

Coach des Skiclubs Gündlischwand.

news: Walter Spieler, Sie sehen so

aus, wie man sich einen J+S-Coach

vorstellt: Gut in Form.

Walter Spieler: Natürlich bin ich noch

ziemlich fit. Das liegt aber daran,

dass ich viel Langlauf betreibe. Mit

der Tätigkeit eines J+S-Coach bleibt

man nicht zwingend in Form.

Was macht denn der J+S-Coach?

Primär bin ich das Bindeglied zwischen

dem Club und der Abteilung

Jugend und Sport des VBS, die für

die landesweite Nachwuchsförderung

im Sport steht. Also transportiere

ich die J+S-Ideen in den Club,

bin besorgt, dass wir immer genügend

Mitglieder haben, die J+S-Leiter

sind und die entsprechenden

Kurse besuchen und überprüfe laufend

unser Angebot. Umgekehrt erfasse

ich Rennen, Kurse oder Leitereinsätze

unseres Clubs im elektronischen

System, was für den Erhalt von

J+S-Geldern entscheidend ist.

Werden Sie persönlich auch dafür

entschädigt?

Ja, vom J+S. Dieses Geld gebe ich an

den Verein weiter.

8

Foto: Franz Blatter

A G E N D A

Antworten im Internet

www.armee.ch/flugplatz-meiringen

Monat

Montag

KW

Flugdienst

Jet

Axalp

Monat

Montag

KW

Flugdienst

Jet

Axalp

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1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26

KVK/WK

Belegungsplan 2012 – wann wird geflogen?

Juli August September Oktober November Dezember

2 9 16 23 30 6 13 20 27 3 10 17 24 1 8 15 22 29 5 12 19 26 3 10 17 24

27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52

Sommerpause ohne

geplanten Jet-Betrieb

Flugdienst von Milizstaffeln mit Flugzeug Tiger

Flugdienst Berufstaffel mit Flugzeug F/A-18

Kein Jetbetrieb geplant

Fliegerschiessen geplant

AXA Fliegerdemonstration Axalp

Flugbetriebszeiten

Montag bis Freitag: 08.00–12.00 Uhr / 13.30–17.00 Uhr

Von Oktober bis März sind einmal pro Woche Nachtflüge geplant (Montag oder Dienstag) 18.00 bis 22.00 Uhr.

Impressum flugplatznews

© Herausgeber: Kommunikation Luftwaffe in Zusammenarbeit mit dem Flugplatzkommando Meiringen

Redaktion: Jürg Luchs (Leitung), Marcel Ammon (Koordination), Oliver Gut (Text), Franz Blatter (Fotokoordination)

Titelbild: Franz Blatter · Konzept/Layout: Atelier KE, Beat Kehrli, Meiringen · Druck: Thomann Druck AG, Brienz

Ausgabe: Juni 2012

Auflage: 28’000 Exemplare, gratis verteilt an sämtliche Haushalte des Verwaltungskreises Interlaken-Oberhasli

Viele Fragen zur Airbase Meiringen werden seit kurzem im Internet beantwortet.

AXA

Ende Flugbetrieb Fr. 14.12.12

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