Download Referat (PDF 625 kb) - Appenzeller Suchtsymposium

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„I didn‘t likeit andI didn‘tinhale andI never triedit again.“„I madesomemistakesmorethan 20 yearsago.“Persönlichkeitsstörungen undSuchtAppenzeller Suchtsymposium-9.9.04R. Stohler, PUK- Zürich


Inhalt• Sind Personen mit schädlichem Gebrauchrespektive Abhängigkeitenpersönlichkeitsgestört?• Gibt es eine Suchtpersönlichkeit?• Prädisponieren Persönlichkeitsstörungen fürSubstanzstörungen?• Wie beeinflussen Persönlichkeitsstörungendie Therapie von Substanzstörungen?


Temperenzler-Bewegung alsWiege des Abstinenzgedankens„The CURSE is upon us,and there is but oneCURE:Total Abstinence, by thehelp of God, for theIndividual, andIn den Klauen des MonstersFrontseite von T. S. Arthur: Grappling with theProhibition for the State.“Monster (Lovell Company, New York, 1877)


Neue Suchtmodelle im 20.JahrhundertNicht die Substanz ist das malum in se sondern diedefekte Persönlichkeit„ „All compulsive drug users whom Iever got to know show what Kernbergso excellently described and studied as“borderline personality organization.”Leon Wurmser (1978) THE HIDDEN DIMENSION: PSYCHOPATHOLOGY OF COMPULSIVE DRUG USE Jason Aronson, New York


Defekte Persönlichkeiten?JacquesPrévertWilliamFaulknerAlbertoGiacomettiMickJagger


ICD-6: 1952-196736 Psychopathien und NeurosenPsychopathie (psychopathische Persönlichkeit)AlkoholismusSüchtigkeit - außer AlkoholismusHysterische ReaktionDepressive ReaktionParanoische ReaktionZwangsneurosenSonstige NeurosenSonstige Störungen der Intelligenz und der Persönlichkeit


ICD-8: 1968-1978Neurosen, Persönlichkeitsabartigkeiten und sonstige nichtpsychotische psychische Störungen (300 - 309)NeurosenPersönlichkeitsabartigkeitenSexuelle AbwegigkeitAlkoholismusArzneimittel- und RauschgiftsuchtKörperliche Störungen, vermutlich psychogenSpezielle Symptome, n.a.k.Passagere situationsabhängige psychische StörungenVerhaltensstörungen in der KindheitNicht psychotische psychische Störungen bei körperlichenErkrankungen


Gibt es eine Suchtpersönlichkeit?• Seit der Mitte des 19. JahrhundertsSuche nach Suchtpersönlichkeit• 1962 Statement des Subkomitees fürAlkohol der WHO: Es gibt keineHinweise dafür, dass es speziellePersönlichkeitszüge gibt, die prädiktivfür die Entwicklung von Störungendurch Alkohol seien.


Suchtpersönlichkeit II• Neues Interesse auf Grund genetischerBefunde ab 1985• Entwicklung von Alkoholiker-Typologien(Cloninger, von Knorring, Babor, Kendler,Sher): 2-5 Subtypen• Hauptsächlich zwei Persönlichkeitszüge:Impulsivität und „negative emotions“• Verschiedene Einwände: Therapie-induziert,eher Folge als Ursache des Konsums, keineklare Trennung


IrgendeinePersönlichkeitsstörung (DSM-IV)100806040percent of use in each group200


Prävalenz von Persönlichkeitsstörungen inverschiedenen Gruppen SubstanzgestörterSubstanzstörungen (schädlicher Gebrauch/Abhängigkeit) und"liberale" Diagnosis einer antisozialen Persönlichkeitsstörung (Iowa-Adoptionsstudie, Cadoret et al., 2004)100343 male adoptees 388 female80percent of use in each group604020Substanceuse pattern0noalc onlydrug onlypoly subsnoalc onlydrug onlypoly subs# in group131116888229951351


Einfluss von Persönlichkeitsstörungenauf die Behandlung“..., it is notable that patient baseline, asmeasured by the ten variables usedhere had relatively less impact onsuccessful outcome than characteristicsof the treatment program and whatactually happened to the patient after hewas admitted to a program.”Ball & Ross, 1991


Schlussfolgerungen I• Substanzstörungen undPersönlichkeitsstörungen sind assoziiert.Dies gilt vor allem fürPersönlichkeitsstörungen vom Cluster B undspeziell für die ASP. Allerdings zeigen sichbedeutende Prävalenzunterschiede ineuropäischen und us-amerikanischenUntersuchungen. Vermutlich ist dies auf diegut bekannte „kontextuelle Kontamination“der ASP-Diagnose zurück zu führen.


Schlussfolgerungen II• Die Assoziation „Persönlichkeitsstörung-SUD“ist bei Patienten mit gleichzeitigem„Missbrauch“ von Alkohol und illegalenDrogen am ausgeprägtesten• Ob eine Kausalität im Sinne von„Persönlichkeitsstörungen führen gehäuft zuSubstanzstörungen“ vorliegt, ist unklar


Schlussfolgerung III• Das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörungist unter folgenden Bedingungen nicht miteinem schlechteren Behandlungs-Outcomeverknüpft:– Die komorbide PS muss diagnostiziert undbehandelt werden. Besonders wichtig ist derAusschluss von neurokognitiven Störungen beiz.B. unkomplianten Patienten


Schlussfolgerungen IV• Eine Suchtpersönlichkeit (z.B. lügen,stehlen, agieren, fordern; Selbstdefekt)lässt sich nicht zeigen. Allerdings magteilweise eine „Gassensozialisation“ dieHerausbildung solcher Eigenschaftenfördern


Hypothetisches Modell über denZusammenhang „AbhängigkeitkomorbideStörung“• Abhängig auf Grund „schwieriger“ Umstände• Abhängig auf Grund einer vorbestehenden odererworbenen unspezifischen Prädisposition oderAlteration (z. B. „Impulskontrollstörung“)• Abhängig auf Grund einer spezifischenPrädisposition/Alteration• Mischformen


Medikation bei „Grenzgängern“Versuch einer diagnostischen Klärung(Organizität/ADHD/ Bipolarität/PS/schizophrenieformeS.)Syndromale Medikation, keine „Antisucht-Medikation“Medikation auch bei Persistenz von DrogenkonsumCave Krampfschwelle (triz. AD, Olanzapine,Leponex)Cave Interaktionen (z. B. ß-Blocker-Kokain)Cave Compliance (z. B. Labor-Kontrollen)

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