weiß blau weiß - Markomannia

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Nachruf auf Erhard Goebel – gestorben am 30. Januar 2011

Michael Zimmermann

Lieber Erhard, bzw. Errat, wie Dich Deine Eltern nannten. Das letzte Mal

haben wir uns gesehen beim

Markoausflug nach Abtswind,

das dürfte 3 Jahre her sein.

Beim Stadtrundgang liefst Du

mit Deiner Helga ein Stück vor

uns her und mir fiel auf, dass

Dein Tritt unsicher geworden

war, kein Vergleich mit Deiner

körperlichen Behändigkeit,

wie ich sie noch Mitte der 90er

Jahre beim Bau meines Hauses

durch Deine Firma erlebt

hatte! Ich dachte mir – jetzt

kann ich es Dir ja sagen – dass

Deine Lebensuhr am Ablaufen

war.

Das erste Mal in unserem

Leben sahen wir uns im

Sommer 1953 auf der Bühne

des Studentenhauses zum 47.

Stiftungsfest der

2 Erhard Goebel [Hanni Berger] Absolventenvereinigung

Markomania. Eine ganze Reihe junger Männer hatte sich um Aufnahme

beworben. Außer uns Beiden fallen mir noch die Namen Walter Baume,

Oskar Bossenmeier, Alfred Frisch und Richard Haffner ein, die allesamt in

der Markomania einen guten Klang haben. Du warst kein Absolvent der

OR, sondern eine Art Quereinsteiger und hast den Weg zur Marko durch

Vermittlung von Bbr. Manfred Knufinke gefunden.

Die „Gnade der späten Geburt“ war Dir nicht zuteil geworden und Du

musstest am Endkampf des 2. Weltkrieges als Volkssturmjunge

teilnehmen, hattest aber das unbeschreibliche Glück aus Krieg und

Gefangenschaft lebendig herausgekommen zu sein. Deine schlesische

Heimat war allerdings verloren und Deine vertriebene Familie versuchte in

Mittelfranken einen Neuanfang.

Weiß-Blau-Weiß Juni 2012 6 / 72

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