Hepatitis C - 50 Fragen und Antworten - Swiss Experts in Viral ...

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Hepatitis C - 50 Fragen und Antworten - Swiss Experts in Viral ...

An wen richtet sich diese Broschüre?Diese Broschüre ist für Menschen mit einer Hepatitis C Virusinfektion gedacht. Sie richtetsich aber auch an deren Angehörige, Partnerinnen und Partner und an eine interessierteÖffentlichkeit.Was möchte diese Broschüre erreichen?Viele Einzelheiten der Hepatitis C Virusinfektion und ihrer möglichen Folgekrankheitensind heute bekannt. Viele Fragen sind aber noch offen und viele Lösungen bleibenErmessenssache. Wer betroffen ist, muss mitentscheiden können. Voraussetzung hierfürist eine umfassende Information. Diese Broschüre hat zum Ziel, den Betroffenen dieGrundlagen für ihre Entscheidungen zu vermitteln. Die Broschüre will und kann aberdas direkte Gespräch mit dem betreuenden Arzt und dem Leberspezialisten keinesfallsersetzen.Wie soll man diese Broschüre lesen?Die Broschüre enthält 50 Fragen und beantwortet diese gemäss dem heutigen Wissensstand.Die Fragen sind nach Themen gegliedert und in Gruppen zusammengefasst. Zielist es, die Antworten in klarer und für den Laien verständlicher Form zu geben, ohnedadurch den Inhalt zu verfälschen. Bleiben dennoch Fragen oder Unklarheiten bestehen,so wird dem Leser/der Leserin empfohlen, das direkte Gespräch mit dem betreuendenArzt oder einem Leberspezialisten zu suchen. Weiterführende Adressen finden sich amSchluss der Broschüre.© 2013 by SEVHep; 2. Auflagec/o Centro di EpatologiaClinica LuganeseMoncuccoVia Moncucco 106900 LuganoSwitzerlandTel. +41 (0)91 960 85 03Fax +41 (0)91 960 87 18www.viralhepatitis.ch


DisclaimerInhaltsverzeichnisDas Material, welches wir in dieser Broschüre und auf unserer Webseite präsentierenoder anderswo in irgendwelcher Form veröffentlichen, ist ausschliesslich für Pädagogik-,Ausbildungs- und Informationszwecke. Wir können für eine Vielzahl von medizinischenFragen und Verfahren Informationen präsentieren oder veröffentlichen, aber es ist nichtbeabsichtigt, medizinische Diagnosen oder Anweisungen für Behandlungen zu liefern.Der Inhalt von SEVHep darf nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder fürdie Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden. SEVHeppraktiziert nicht direkt Medizin und gibt auch keine medizinischen Ratschläge. AlleInformationen stellen in keiner Weise Ersatz für professionelle Beratungen oder Behandlungendurch ausgebildete Ärzte dar. Sie sollten unter keinen Umständen auf Grund vonInformationen, die Sie von uns erhalten, den Rat Ihres Arztes oder anderer qualifiziertermedizinischer Berater missachten oder ignorieren. Konsultieren Sie immer Ihren eigenenVertrauensarzt für jegliche Gesundheitsfragen.SeiteFragen4–5 1–3 Grundsätzliches zur Leber und zur Hepatitis6–12 4–13 Grundsätzliches zur Hepatitis C13–14 14–17 Übertragung des Hepatitis C Virus15–18 18–26 Diagnose und Verlaufsuntersuchung19–21 27–36 Was soll ich tun, wenn ich betroffen bin?22–27 37–47 Medikamentöse Behandlung28 48–50 Weitere wichtige Informationen29–30 Stichwortverzeichnis31 AnhangVerweisziele («Links») von unserer Webseite zu anderen Webseiten werden einzig undallein zu Ihrem Vorteil zur Verfügung gestellt und wir erklären ausdrücklich, keinerlei Einflussauf die Gestaltung und die Inhalte der verlinkten Seiten zu haben. Wir distanzierenuns hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Seiten auf unserer Webseiteund machen uns ihrer Inhalte nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf unsererWebseite angebrachten Links.Obwohl wir alle angemessenen Schritte unternehmen um zu versichern, dass all das Material,das durch uns veröffentlicht wird, korrekt ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung,übernehmen wir keinerlei Gewähr für die Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität derbereitgestellten Informationen und übernehmen keinerlei Gewähr für irgendwelcheVerzögerungen, die entstehen, um die Information auf den neuesten Stand zu bringen.Dieser «Disclaimer» definiert die Grundlage, auf welcher Basis wir Material auf unsererWebseite und anderswo veröffentlicht haben, und es muss klar verstanden werden, dasswir Haftung für den Verlust oder Schaden, resultierend durch den unrichtigen Gebrauchder Information, beinhaltet in dem von uns veröffentlichten Material, ausschliessen.


Fragen 1 und 2Fragen 2 und 3Grundsätzliches zur Leber und zur HepatitisGrundsätzliches zur Leber und zur Hepatitis1. Was ist die Aufgabe der Leber?Die Leber ist die «chemische Fabrik» unseres Körpers und zuständig fürverschiedenste lebenswichtige Stoffwechselfunktionen. Sie ist ein Organ vonbemerkenswerter Komplexität und an Hunderten von Stoffwechselschrittenbeteiligt. Sie entgiftet und reinigt den Körper von schädlichen Substanzen,indem sie diese abbaut und so über Urin oder Galle ausscheidungsfähig macht.Sie ist auch für den Abbau von verschiedenen Medikamenten verantwortlich.Sie baut Nahrungsbestandteile wie Fette, Eiweisse und Zucker in Körperbausteineum, speichert wichtige körpereigene Substanzen wie Zucker, Vitamine,Spurenelemente und Mineralstoffe und stellt sie anderen Organen zur Verfügung,wenn sie gebraucht werden. Sie bildet Galle, welche im Darm einewichtige Rolle bei der Verdauung und der Aufnahme von Nahrungsbestandteilen(vorallem von Fetten) spielt. Zudem kann die gesunde Leber geschädigteund zerstörte Anteile, das heisst Leberzellen und Lebergewebe, rasch wiedererneuern (Regeneration).2. Was ist eine Hepatitis?Hepatitis heisst «Entzündung der Leber». Eine Leberentzündung kann sichfolgendermassen entwickeln: Ein äusserer Einfluss (Noxe), zum Beispiel Alkoholoder bestimmte Viren, führt zu einer Schädigung der Leber. Dies lockt Entzündungszellen(weisse Blutkörperchen) an, welche aus dem Blut an den Ort desSchadens wandern. Die Entzündungszellen haben zur Aufgabe, den Schadeinflussund alle geschädigten Leberzellen zu beseitigen. Diese Abräumreaktionstellt die Entzündung dar. Gelingt sie vollständig, hört die Entzündung auf, diegeschädigten und abgeräumten Leberzellen werden erneuert, die Leberentzündungist ausgeheilt und der ursprüngliche Zustand, eine gesunde Leber,ist wieder hergestellt. Kann der Schadeinfluss jedoch nicht vollständig eliminiertwerden und die Entzündung nicht ausheilen, kommt es zur chronischenEntzündung (chronische Hepatitis). Dauert eine solche chronische Leberentzündunglange genug, können geschädigte und untergegangene Leberzellennicht mehr erneuert, sondern nur noch durch Narbengewebe ersetzt werden.Mit der Zeit zerstören Narbenstränge zunehmend den Aufbau der Leber, esentsteht eine Narbenleber, eine so genannte Leberzirrhose. Durch Abnahmedes funktionstüchtigen Lebergewebes kann es dann dazu kommen, dass dieLeber ihre Aufgaben nur noch ungenügend wahrnehmen kann (Leberinsuffizienz).Dies kann sich im fortgeschrittenen Stadium unter anderem in einemRückstau von Gallenfarbstoff (Gelbsucht), einer verzögerten Blutstillung nachVerletzungen und durch Rückstau von Giftstoffen in einer Störung von Hirnfunktionen(Konzentrationsschwäche, Schläfrigkeit) äussern. Zudem behindertdie Lebervernarbung den ungehinderten Blutfluss durch die Leber. Das vomDarm her kommende Blut staut sich vor der Leber an. Es kann zur Vergrösserungder Milz und später zum Abpressen von Flüssigkeit in die Bauchhöhle,zu so genanntem Bauchwasser (Aszites), kommen. Zudem sucht sich das Blutneue Wege, um die Leber zu umfliessen. Mit Vorliebe geschieht dies über dieVenen der Speiseröhre, worin sich Krampfadern (Varizen) bilden können. SolcheKrampfadern können platzen und dadurch zu lebensbedrohlichen Blutungenmit Bluterbrechen führen. Schliesslich kann auf dem Boden einer Narbenleber(Leberzirrhose) mit jahrelang bestehendem Untergang und Erneuerung vonLeberzellen eine bösartige Entartung, das heisst ein Leberzellkrebs (hepatozelluläresKarzinom), entstehen. Je nach Art des Schadeinflusses (respektive einerKombination verschiedener schädigender Einflüsse) spielen sich diese Vorgängerascher (in Jahren) oder langsamer (in Jahrzehnten) ab, wobei die entscheidendenFaktoren beim Einzelnen oft unbekannt bleiben.3. Was kann eine Hepatitis auslösen?Eine chronische Leberentzündung mit ihren möglichen Folgen kann ganz verschiedeneUrsachen haben. Zu den bei uns häufigsten gehören die folgenden:Alkohol, bestimmte Viren, gewisse und zum Teil vererbte Stoffwechselstörungenund seltener bestimmte Medikamente. Bei den viralen Ursachen stehendie eigentlichen Hepatitis-Viren (A – E), insbesondere das Hepatitis B Virus(HBV) und das Hepatitis C Virus (HCV), im Vordergrund. Je nach schädigenderUrsache spricht man zum Beispiel von einer Alkoholhepatitis, einer viralenHepatitis C usw.4 5


Frage 7Frage 7Grundsätzliches zur Hepatitis CGrundsätzliches zur Hepatitis C7. Was geschieht, wenn die Infektion chronisch wird?Die Hepatitis C Virusinfektion dauert beim grössten Teil (über 70 bis 80 Prozent)der Infizierten länger als sechs Monate und verläuft somit chronisch. Die chronischeHepatitis C Virusinfektion kann wie folgt verlaufen:Chronische, asymptomatische Hepatitis C:Nicht nur die Hepatitis C Virusinfektion bleibt länger als sechs Monate bestehen,auch die Leberentzündung nimmt einen chronischen Verlauf. Die überwiegendeMehrzahl dieser Patienten spürt jahre- bis jahrzehntelang nichtsvon ihrer chronischen Hepatitis C Virusinfektion respektive ihrer chronischenLeberentzündung. Zwei Verlaufsformen können unterschieden werden: ChronischeHepatitis C mit dauernd normalen Transaminasen: Bei 30 bis 40 Prozentder chronisch mit Hepatitis C Virus Infizierten sind die Leberwerte im Blut(Transaminasen) dauernd normal. Eine Gewebeprobe aus der Leber (Leberbiopsie)zeigt dabei meist eine nur wenig ausgeprägte chronische Entzündung mitfehlender oder nur ganz geringer Vernarbungstendenz (Fibrose). Diese Formder chronischen Hepatitis C Virusinfektion verläuft in aller Regel eher milderkann aber nach Jahrzehnten zur Leberverhärtung (Fibrose) und zur Leberzirrhoseführen.Hepatitis C bedingter Leberzirrhose auf. Schliesslich kann bei einem kleinenTeil der Patienten (zirka 1 bis 2 Prozent pro Jahr) mit Hepatitis C Virus bedingterLeberzirrhose ein Leberzellkrebs entstehen. Auch nach Jahrzehnten muss alsonicht jede chronische Hepatitis C Virusinfektion zu einer für den Infiziertenbemerkbaren Krankheit führen. Eine Leberzirrhose kann sich entwickeln, ohnedass der Betroffene etwas spürt. Beide Tatsachen sind wichtig, wenn es umEntscheidungen über weitere Abklärungen oder Untersuchungen und einemögliche medikamentöse Behandlung geht.Chronische, symptomatische Hepatitis C:Die chronische Infektion kann gelegentlich zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität(vor allem durch Müdigkeit, Leistungsschwäche und Depression)führen, seltener auch zu anderen Beschwerden, wie sie auch im Rahmen einerakuten Hepatitis C auftreten können. Solche Beschwerden können in Wochenbis Monate dauernden Schüben auftreten oder mehr oder weniger dauerndvorhanden sein. Der Schweregrad solcher Symptome lässt keine Rückschlüsseauf den Krankheitsverlauf zu.Chronische Hepatitis C mit erhöhten Transaminasen:Bei der Mehrzahl der chronisch mit Hepatitis C Virus Infizierten (60 bis 70Prozent) sind die Leberwerte im Blut (Transaminasen) aber leicht gradig und imVerlauf oft stark, zum Teil über den Normbereich hinaus, schwankend erhöht.Eine Gewebeprobe aus der Leber (Leberbiopsie) zeigt eine chronische Entzündungunterschiedlicher Ausprägung und mit unterschiedlicher Vernarbungstendenz.Das Ausmass der Erhöhung der Leberwerte im Blut (Transaminasen)stimmt dabei nur schlecht mit dem Ausmass der Entzündung respektive derVernarbungstendenz im Lebergewebe überein. Die chronische Hepatitis C kannbei einem Teil der Patienten innert Jahren bis Jahrzehnten zur Narbenleber(Leberzirrhose) führen:Innert 20 Jahren entwickeln zirka 20 Prozent eine Leberzirrhose (bei älterenPatienten signifikant mehr als bei Patienten unter 40 Jahren). Auch die Leberzirrhoseverursacht anfänglich oft noch keine Beschwerden. Erst im fortgeschrittenerenStadium kann die Leberzirrhose zu lebensbedrohlichen Komplikationenführen: Es können Bauchwasser (Aszites), Blutungen aus Krampfadern in derSpeiseröhre, Hirnleistungsschwäche und Leberversagen auftreten. SolcheKomplikationen treten innert fünf Jahren bei zirka 20 Prozent der Patienten mit8 9


Fragen 8 und 9Fragen 10 und 11Grundsätzliches zur Hepatitis C8. Welche Vorgänge führen von einer Infektion zur Krankheit?Das Hepatitis C Virus infiziert fast ausschliesslich Leberzellen, so genannteHepatozyten. Es nistet sich in diesen Zellen ein, aber ohne direkt einenwesentlichen Schaden anzurichten. Um den Eindringling zu bekämpfenund zu eliminieren, muss die infizierte Leberzelle zerstört und abgeräumtwerden. Dafür sind die bereits erwähnten körpereigenen Entzündungszellenzuständig und unter diesen vor allem spezialisierte Immunabwehrzellen,die so genannten T-Lymphozyten. Ob es diesen gelingt, alle infiziertenLeberzellen ein für allemal abzuräumen und damit die Infektion auszuheilen,hängt unter anderem wahrscheinlich davon ab, wie stark die Abräumreaktionist. Welche Faktoren die Stärke dieser Abräumreaktion bestimmen, istnoch nicht ausreichend bekannt.Es dürfte sich aber teilweise um vererbte Eigenschaften des körpereigenenAbwehrsystems handeln. Ist die Entzündungsreaktion wenig ausgeprägt,so werden pro Zeiteinheit nur relativ wenige Leberzellen abgeräumt, istsie hingegen stark ausgeprägt, werden entsprechend mehr Leberzellenzerstört. Auch kann eine Gelbverfärbung des Augenweisses und der Haut,eine so genannte Gelbsucht, hinzukommen. Diese kommt dadurch zustande,dass der gelbe Gallenfarbstoff von den Leberzellen nicht mehr normalin die Gallenflüssigkeit ausgeschieden werden kann, sondern sich im Blutzurückstaut. Wie bereits erwähnt, kann das Hepatitis C Virus (beziehungsweisedie infizierten Leberzellen) in den meisten Fällen durch die Entzündungsreaktionnicht vollständig abgeräumt werden und die Entzündungverläuft chronisch. Im Rahmen der chronischen Leberentzündung kann esdann zur Narbenbildung (Fibrose) und innert Jahrzehnten zur Ausbildungeiner Narbenleber, einer so genannten Leberzirrhose, mit allen möglichenFolgen kommen.Grundsätzliches zur Hepatitis C10. Warum gibt es grosse Unterschiede im Verlauf der chronischenHepatitis C?Warum die chronische Hepatitis C beim einen Patienten nur langsam, beimanderen rascher voranschreitet, ist nach wie vor nur teilweise bekannt. Zu denFaktoren, die den Verlauf beeinflussen, gehört Alkoholkonsum. Auch das in unsererGesellschaft akzeptierte Ausmass (zum Beispiel ein bis zwei Stangen Bieroder zwei bis drei Deziliter Wein täglich) beschleunigt die Vernarbungstendenzin der Leber und damit die Entwicklung einer Zirrhose. Dieser verlaufsbestimmendeFaktor ist als einziger vom Patienten selbst beeinflussbar.Die Hepatitis C schreitet auch umso rascher voran, je älter der Patient zum Zeitpunktder Infektion ist, wenn gleichzeitig eine Hepatitis B Virus- oder eine HIV-Infektion vorliegt sowie beim männlichen Geschlecht. Neben den erwähntenFaktoren muss es wichtige weitere Einflüsse auf den Krankheitsverlauf geben,die man bis heute aber noch nicht kennt.Auch das Übergewicht, welches zu einer Fettleber führen kann, und der CannabisKonsum können die Evolution der HCV-Infektion beschleunigen.11. Wie verbreitet ist die Hepatitis C Virusinfektion weltweit?Schätzungsweise sind weltweit rund zwei bis drei Prozent der Menschheit mitdem Hepatitis C Virus infiziert, also zirka 130 bis 170 Millionen Menschen. Esgibt grosse regionale Unterschiede in der Verbreitung der Hepatitis C Virusinfektion.In Teilen Westeuropas wird sie bei weniger als einem Prozent derBevölkerung gefunden, wohingegen sie beispielsweise in Ägypten, Libyen,Mongolei, Pakistan und in einigen afrikanischen Ländern bei mehr als fünfProzent der Bevölkerung vorkommt.9. Gibt es Immunität gegen das Hepatitis C Virus?Bei den meisten Virusinfektionen und auch bei vielen Infektionen mitanderen Krankheitserregern entsteht nach Ausheilen der Infektion eineImmunität, das heisst der Patient ist (meist lebenslang) gegen weitere Infektionenmit demselben Virus respektive Erreger geschützt. Im Verlaufe einerHepatitis C Virusinfektion entwickelt sich eine solche Immunität in allerRegel nicht. Dies bedeutet, dass man sich nach Ausheilung einer Hepatitis CVirusinfektion erneut mit dem Hepatitis C Virus anstecken kann.10 11


Fragen 12 und 13 Fragen 14 und 15Grundsätzliches zur Hepatitis C12. Wie häufig kommt die Hepatitis C Virusinfektion in der Schweiz vor?Für die Schweiz wird angenommen, dass 0.7–1% der Gesamtbevölkerungmit dem Hepatitis C Virus in Kontakt gekommen ist, was zirka 55’000–78’000Personen entspricht. Modellrechnungen gehen davon aus, dass tatsächlich1.25–1.75% Personen infiziert sind. Lediglich bei zirka 20’000 Personen isteine Infektion festgestellt worden, also wissen die Allermeisten nicht, dass sieinfiziert sind. Diese Zahlen sagen wenig darüber aus, in wie vielen Fällen dieInfektion ausheilt, chronisch verläuft respektive Folgekrankheiten wie eineLeberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursacht.13. Was sind die Unterschiede zwischen der Hepatitis C- und derHepatitis B- oder A-Virusinfektion?Bis heute wurden fünf verschiedene Hepatitisviren entdeckt. In der Schweizsind vor allem die Hepatitisviren A, B und C von Bedeutung. Die Hepatitis AVirusinfektion verursacht eine akute Hepatitis, die meist mild und unbemerkt,selten aber auch als schwere Leberentzündung verlaufen kann; sie wird abernie chronisch und führt immer zu lebenslanger Immunität. Auch die Hepatitis BVirusinfektion verursacht eine akute Hepatitis, welche oft mild und unbemerktverläuft, sich in zirka zehn Prozent als akute Krankheit, selten als Leberversagen,manifestieren kann. Bei Infektion im Jugendlichen- und Erwachsenenalter,wie dies bei uns meist vorkommt, entsteht bei über 90 Prozent Immunität. Inzirka zehn Prozent kann das Abwehrsystem die Hepatitis B Viren nicht aus demKörper vertreiben, die Hepatitis B geht in einen chronischen Verlauf über mitähnlichen Krankheitsfolgen wie die chronische Hepatitis C. Zum Vergleich: DieHepatitis C Virusinfektion verläuft in über 70 Prozent chronisch und es ist nichtsicher, ob je Immunität entsteht.Übertragung des Hepatitis C Virus14. Wie kann das Hepatitis C Virus übertragen werden?Das Hepatitis C Virus wird durch das Blut infizierter Menschen übertragen:Hepatitis C Virus enthaltendes Blut eines infizierten Menschen muss in dieBlutbahn eines anderen Menschen gelangen. Früher, vor der Entdeckung desHepatitis C Virus, konnte dies auch mit Bluttransfusionen oder durch Verabreichungvon Blutprodukten (Gerinnungsfaktoren, Eiweisskonzentrate, antikörperhaltigeMedikamente) geschehen. Seit 1990 wird alles gespendete Blut aufeine Infektion mit dem Hepatitis C Virus getestet, eine Übertragung auf diesemWeg ist seither praktisch ausgeschlossen. In den vergangenen zehn Jahren standdie Übertragung durch infizierte Nadeln und Spritzen sowie andere Stich- undSchnittutensilien ganz im Vordergrund. Dies betraf und betrifft auch heutenoch vor allem Benützer von intravenösen Drogen, die gegenseitig Spritzenund Nadeln austauschen oder gemeinsam andere Spritzutensilien (Löffel, Filter)benützen. Selten können auch intranasal verabreichte Drogen, unsachgemässeTätowierungen, Piercings oder Akupunktur mit unsterilen Instrumenten zurInfektion führen. Auch Ansteckungen durch gemeinsam benützte Rasierklingensind beschrieben. Eine Virusübertragung bei der gemeinsamen Benutzung vonZahnbürsten ist theoretisch möglich, beschrieben wurde dies aber bis heutenoch nicht. Die Übertragung einer Hepatitis C Virusinfektion beim ungeschütztenGeschlechtsverkehr kommt zwar vor, ist aber selten. Das Risiko liegt zwischen0,5 und 5 Prozent, wobei eher 0,5 Prozent wahrscheinlich ist. Damit ist diesexuelle Übertragung des Hepatitis C Virus viel seltener als diejenige des HepatitisB Virus oder des HIV. Selten (unter fünf Prozent) ist auch die Übertragung derInfektion während der Schwangerschaft, das heisst von der Mutter auf das Kind(ausser wenn die Mutter gleichzeitig mit dem HI-Virus infiziert ist). Beim Stillenbesteht keine Ansteckungsgefahr für das Kind. Die meisten Experten empfehlendeshalb bei stabiler Partnerschaft den geschützten Geschlechtsverkehr wegeneiner Hepatitis C Virusinfektion nicht. Frauen mit chronischer Hepatitis C Virusinfektionkönnen ohne spezielle Massnahmen gebären und stillen.15. Wie kann ich mich schützen?Das Vermeiden der Risikosituationen ist der beste Selbstschutz vor einer Ansteckungmit dem Hepatitis C Virus: Also kein intravenöser Drogengebrauch und– falls nicht vermeidbar – nur sterile Einwegnadeln und -spritzen verwenden,kein Spritzentausch, kein Teilen von Löffeln und Filtern; Piercings, Tätowierungenund Akupunktur nur von Fachleuten und mit sterilen Instrumenten durchführenlassen; Zahnbürsten und Rasierklingen nie tauschen oder gemeinsamverwenden; ausserhalb einer stabilen Partnerschaft immer Kondome benützen.12 13


Fragen 16 und 17 Fragen 18 und 19Übertragung des Hepatitis C Virus16. Habe ich mich angesteckt?Möglicherweise mit dem Hepatitis C Virus angesteckt haben sich insbesonderePersonen, die vor 1991 eine Bluttransfusion oder Blutprodukte erhalten haben,und Personen, die Drogen mittels Spritzen konsumieren oder konsumierthaben (eine einzige «unsaubere» Injektion genügt). Ebenso weisen Personen,die nicht sachgemäss durchgeführte Tätowierungen oder Piercings erhaltenoder sich paramedizinischen Spritzenkuren unterzogen haben, ein Risiko auf,sich mit dem Hepatitis C Virus angesteckt zu haben. Es wird empfohlen, dasssich solche Personen auf das Hepatitis C Virus testen lassen, auch wenn sie sichgesund fühlen und bei sich selbst keine Hinweise auf eine Lebererkrankungfestgestellt haben. Menschen, die sich gesund fühlen und nie einem der beschriebenenRisiken ausgesetzt waren, müssen sich nicht testen lassen.17. Wie habe ich mich angesteckt?Oft wird eine Hepatitis C Virusinfektion erst nach Jahren bis Jahrzehnten entdeckt.Es ist dann schwierig, nach so langer Zeit noch Zeitpunkt und Übertragungswegherauszufinden. Man kann die Liste der Ansteckungsmöglichkeitenund Risikosituationen im Geiste durchgehen, wie sie in Frage 14 aufgeführtsind. Das Resultat ist bestenfalls ein Verdacht, aber kaum je Gewissheit. Dabeiist es wichtig zu wissen, dass der Übertragungsweg auch bei sorgfältigen Abklärungenin zehn bis 20 Prozent der Fälle ungeklärt bleibt.Diagnose und Verlaufsuntersuchung18. Was lässt an eine Hepatitis C Infektion denken?Nur ein kleiner Teil der Hepatitis C Virusinfektionen wird aufgrund von Beschwerdenrespektive Hinweisen auf eine Lebererkrankung entdeckt. Ursachehierfür ist, dass – wie schon mehrfach erwähnt – die Infektion sehr oft überJahre bis Jahrzehnte keine Beschwerden verursacht. Die Entdeckung einerHepatitis C Virusinfektion erfolgt deshalb oft zufällig bei sich völlig gesundfühlenden Personen im Rahmen von Check-ups, Vorsorgeuntersuchungen oderbeim Blutspenden.19. Wie wird eine Hepatitis C Infektion festgestellt?Eine Infektion mit dem Hepatitis C Virus wird mittels spezifischer Laboruntersuchungenfestgestellt (diagnostiziert). Basisuntersuchung ist der so genannteAnti-HCV-Suchtest. Dabei wird untersucht, ob im Blut Antikörper/Abwehrstoffegegen das Hepatitis C Virus vorhanden sind. Ein positiver Anti-HCV-Test lässtlediglich die Aussage zu, dass irgendwann eine Hepatitis C Virusinfektion stattgefundenhat, nicht aber, ob eine solche ausgeheilt oder noch im Gange ist.Aus diesem Grunde werden heute im Blut oft Bestandteile des viralen Genoms,das heisst die HCV-RNS, gemessen, wie bereits in Frage 4 besprochen. Nur mittelsNachweis der Hepatitis C Virus-RNS im Blut kann gesichert werden, dassaktuell noch eine Hepatitis C Virusinfektion vorliegt. Ein negativer Test schliesstaber eine HCV-Infektion nicht ganz aus da die Virusmenge im Blut, fluktuierenkann. Deshalb sollten bei Verdacht auf Hepatitis C und negativer HCV-RNSNachbestimmungen durchgeführt werden. Der Nachweis und die Menge derHepatitis C Virus-RNS im Blut ist entscheidend für die Indikation und später fürdie Beurteilung des Therapieerfolges. Im Rahmen einer allfälligen medikamentösenTherapie muss man auch den Hepatitis C Virus-Genotyp kennen.14 15


Fragen 20, 21 und 22 Fragen 23 und 24Diagnose und Verlaufsuntersuchung20. Wie werden die durch Hepatitis C Virus bedingten Erkrankungenfestgestellt und beurteilt?Ist eine Hepatitis C Virusinfektion festgestellt, heisst dies noch nicht, dass injedem Fall auch eine Leberentzündung (Hepatitis) oder andere Folgekrankheitenvorliegen oder sich entwickeln werden. Um beurteilen zu können, ob eineLeberentzündung oder Folgekrankheiten vorliegen, muss der Arzt die Vorgeschichteund die Beschwerden kennen sowie eine sorgfältige klinische Untersuchungund Laboruntersuchungen (inklusive Leberwerte) durchführen. Umein vollständiges Bild zu erhalten, sind meist auch eine Ultraschalluntersuchungdes Bauches und, insbesondere wenn es um eine Behandlung geht, auch dieBeurteilung des Lebergewebes mittels Leberbiopsie oder durch nicht-invasiveTests (z. B. Fibroscan, AFRI) wichtig. Dabei gilt es getrennt zu beurteilen, ob eineHepatitis C Virusinfektion vorliegt, wie ausgeprägt eine allfällig vorhandeneEntzündung in der Leber ist und welches Stadium eine eventuell vorliegendeVernarbung in der Leber erreicht hat.21. Was ergeben die Vorgeschichte und die klinische Untersuchung?Der Arzt kann durch das genaue Erfragen der Vorgeschichte Hinweise auf denInfektionsweg, den Zeitpunkt der Infektion und den bisherigen Infektionsverlauferhalten. Es gilt, allfällige frühere Laborresultate zu sichten und zu beurteilen.Hinweise können auch diskrete medizinische Zeichen der Haut und dieBeurteilung der Leber- und Milzgrösse und der Leberhärte ergeben. Auch eineUltraschalluntersuchung ist oft hilfreich. Der Arzt wird dann zusätzlich Laboruntersuchungen(unter anderem Leberwerte) durchführen lassen und dann denBetroffenen beraten, ob eine Leberbiopsie durchgeführt werden soll.22. Was bedeuten die Virusmenge und der Virus-Genotyp?Wie erwähnt, können im Blut direkt Bestandteile des Erbguts des Hepatitis C Virus,die HCV-RNS, bestimmt werden. Der Nachweis von HCV-RNS im Blut sichertnicht nur das Vorliegen einer aktuellen Hepatitis C Virusinfektion, die Messungder Menge dieser HCV-RNS ergibt auch einen Hinweis auf das Ausmass der Virusvermehrung.Diese ist wesentlich zur Abschätzung des Behandlungserfolgeswährend und nach der Therapie. Die bereits erwähnten Hepatitis C Virus- Untergruppen(Genotypen) führen nach heutiger Erkenntnis wahrscheinlich nicht zuwesentlich unterschiedlichen Krankheitsverläufen. Sicher ist aber, dass der HCV-Genotyp die Ansprechrate der heutigen medikamentösen Therapien entscheidendbeeinflusst. Die Dauer der medikamentösen Behandlung wird denn auchvom Genotyp und vom Ansprechen auf die Therapie bestimmt.Diagnose und Verlaufsuntersuchung23. Was sind Leberwerte?Unter Leberwerten versteht man Enzyme (Eiweisse, die Stoffwechselschrittevermitteln, insbesondere die Transaminasen), die im Rahmen von Stoffwechselvorgängenin der Leber Eiweisse (Proteine) umbauen. Werden im Verlaufe einerLeberentzündung Leberzellen zerstört und abgeräumt, treten die Transaminasenvermehrt ins Blut über und lassen sich dort als «erhöhte Leberwerte» nachweisen.Diese geben somit einen Hinweis auf das Vorliegen einer Leberzellschädigung.Das Ausmass der Transaminasenerhöhung spiegelt aber gerade beider chronischen Hepatitis C nur schlecht das Ausmass der Entzündung in derLeber wider. Über diese kann letztlich nur eine Leberbiopsie zuverlässig Auskunftgeben. Im weiteren Sinne gehören auch andere Enzyme (z. B. alkalischePhosphatase) zu den Leberwerten. Andere Laborwerte (z. B. die Konzentrationdes Gallenfarbstoffes, des so genannten Bilirubins, oder gewisser Eiweisse wieAlbumin und Gerinnungsfaktoren im Blut) erlauben grob die Funktion und dieFunktionsreserve der Leber abzuschätzen.24. Was bedeutet eine Leberhistologie und welche Informationen gibt sie?Die zuverlässigste und umfassendste Auskunft über das Ausmass der Entzündungund das Stadium der Vernarbung in der Leber ergibt sich bei einer HepatitisC Virusinfektion aus der mikroskopischen Untersuchung von Lebergewebe.Um dieses zu gewinnen, ist eine Leberbiopsie oder Leberpunktion nötig. EineLeberbiopsie ist ein kleiner Eingriff, der in den meisten Fällen ambulant erfolgenkann. Nach einer lokalen Betäubung (wie beim Zahnarzt) entnimmt dabeider Arzt mit einer Nadel ein kleines Stückchen Lebergewebe, das dann unterdem Mikroskop beurteilt werden kann. Der Eingriff dauert inklusiv Vorbereitungzirka zehn bis 20 Minuten und wird gefolgt von einer zirka sechsstündigenÜberwachungsphase. Das Risiko ist gering, sollte aber ebenso wie das genaueVorgehen vorgängig mit dem Arzt besprochen werden.16 17


Fragen 25 und 26 Fragen 27, 28 und 29Diagnose und Verlaufsuntersuchung25. Gibt es andere Untersuchungen, die zur Beurteilung einer Hepatitis Chilfreich sind?Es gibt viele andere Untersuchungen, die bei der Beurteilung einer Hepatitis Cim Einzelfall hilfreich sein können, sei es auch «nur» zum Ausschluss andererUrsachen für die Lebererkrankung. Andere Untersuchungen zielen darauf ab,das Ausmass der Entzündung und der Vernarbung in der Leber ohne Leberbiopsiezu bestimmen. Es sind dies einerseits Blutuntersuchungen (Hyaluronat-Bestimmmung, HepaScore, FibroSure u.a.m.) oder apparative Untersuchungenwie der Fibroscan oder die Ultraschalluntersuchung mit ARFI.26. Wie weit sollen die Leberuntersuchungen bei einer chronischenHepatitis C Virusinfektion gehen?Die Beantwortung der Fragen 19 bis 25 zeigt, wie komplex eine Leberabklärungsein kann. Viele Untersuchungen, ein grosser Aufwand bei der Beurteilungder Resultate und nicht zuletzt auch die Kosten spielen eine Rolle.Deshalb muss sorgfältig abgewogen werden, welche Untersuchungen durchgeführtwerden sollen und wie oft. Wichtig ist die Fragestellung: Will ich nurwissen, ob ich infiziert bin, oder geht es um die Beurteilung des Vorliegens unddes Schweregrades einer Leberschädigung oder um die Therapie? Der Betroffenemuss mitentscheiden, die Beratung durch einen erfahrenen Leberspezialisten(Hepatologen, Infektiologen oder entsprechend ausgebildeten Internisten)ist angesichts der Komplexität jedoch unerlässlich.Was soll ich tun, wenn ich betroffen bin?27. Was bedeutet eine chronische Hepatitis C Virusinfektion für mich?Eine Hepatitis C Virusinfektion ist keinesfalls ein Todesurteil und beeinflusstwahrscheinlich die Lebenserwartung bei einem Grossteil der Betroffenen kaumoder überhaupt nicht. Man kann mit dem Virus über Jahre bis Jahrzehnte leben,sehr oft ohne wesentliche Beschwerden und ohne Einschränkungen. Es könnenaber auch – glücklicherweise nur bei einem Teil der Infizierten – Symptome auftreten,zum Beispiel Müdigkeit, Leistungsschwäche usw. Dies ist nicht lebensbedrohlich,kann aber die Lebensqualität einschränken.Mit der heutigen medikamentösen Behandlung kann die Infektion gestopptund die Krankheit geheilt werden, allerdings nicht bei allen Betroffenen undnur wenn der richtige Zeitpunkt gefunden wird. Liegt bereits eine fortgeschritteneLeberzirrhose vor, sind die Erfolgschancen der heutigen medikamentösenBehandlung eingeschränkt. Die Behandlung der Hepatitis C entwickelt sichaber enorm rasch weiter: Was heute unmöglich erscheint, kann morgen möglichwerden. Es ist deshalb wichtig, dass sich der Betroffene von einem Facharzt/ärztinseines Vertrauens regelmässig informieren lässt.28. Was muss ich unbedingt vermeiden?Auf Alkoholkonsum, auch in geringen Mengen, soll nach Möglichkeit ganzverzichtet werden, da er das Voranschreiten der Vernarbung in der Leber beschleunigt.Regelmässiger Cannabiskonsum fördert das Fortschreiten der HepatitisC ebenfalls. Auch zusätzliche Infektionen mit anderen Hepatitisviren undinsbesondere mit dem Hepatitis B Virus sowie mit dem HIV müssen verhindertwerden. Sie belasten die Leber zusätzlich. Das heisst, dass man alle Übertragungsrisikenfür diese Infektionen vermeiden soll und eine Hepatitis A und BImpfung durchführen sollte, ausser es existiert schon ein Schutz dagegen.29. Welche Ernährung wird empfohlen?Es sind keine wesentlichen Einschränkungen nötig. Es gilt: Was schmeckt,schadet auch nicht. Nur soll die Ernährung nicht einseitig, sondern abwechslungsreichund ausgewogen sein. In diesem Sinne darf man auch mit einerchronischen Hepatitis C alles essen, auch alle eiweisshaltigen Lebensmittel(Fisch, Fleisch, Milch, Eier), Getreideprodukte (wie Brot, Teigwaren und Reis),alle Milchprodukte (Joghurt, Vollmilch, Käse) und auch alle Früchte und Gemüse.Es gibt auch keinerlei Hinweise, dass eine Hepatitis C Virusinfektion durchgemeinsame Mahlzeiten oder durch Teilen des Besteckes im gleichen Haushaltübertragen werden kann. Es sind somit auch diesbezüglich keinerlei spezielleMassnahmen erforderlich.18 19


Fragen 30, 31, 32 und 33 Fragen 33, 34, 35 und 36Was soll ich tun, wenn ich betroffen bin?Was soll ich tun, wenn ich betroffen bin?30. Ist körperliche Aktivität erlaubt?Es besteht keinerlei Grund, auf körperliche Aktivitäten und Sport zu verzichten.Körperliche Aktivität verschlimmert eine chronische Hepatitis C nicht. Umgekehrthat aber nach heutigem Wissen speziell hohe körperliche Aktivität auchkeinen günstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.31. Ergeben sich berufliche Einschränkungen durch eine Hepatitis CVirusinfektion?Für einen mit Hepatitis C Virus Infizierten ergeben sich beruflich keine generellenEinschränkungen, insbesondere ist eine mit Hepatitis C Virus infiziertePerson im Alltag nicht ansteckend. Ein mit Hepatitis C Virus Infizierter darf jedeTätigkeit ausführen. Vorsicht ist nur geboten bei blutenden Verletzungen.32. Darf ich küssen und Sex haben?Eine mit Hepatitis C Virus infizierte Person darf uneingeschränkt küssen undschmusen. Nur bei aktiv blutenden Verletzungen ist eine gewisse Vorsichtangebracht. Auch dann ist eine Übertragung nur möglich, wenn Hepatitis CVirus enthaltendes Blut eines infizierten Menschen in genügender Menge indie Blutbahn eines anderen Menschen gelangt. Beim Küssen und Schmusenbesteht deshalb kein Risiko.Anders ist es beim Sex: Eine Übertragung des Hepatitis C Virus ist, wie erwähnt,möglich, aber sehr selten. Deshalb verlangt Sex ausserhalb einer stabilenPartnerschaft respektive mit jedem neuen Partner Safer Sex, also Schutz durchKondome – weniger wegen des Risikos der Übertragung des Hepatitis C Virusals vielmehr wegen desjenigen einer Ansteckung mit dem Hepatitis B Virus undHIV. Bei langjähriger sexueller Beziehung zwischen einer infizierten und einernichtinfizierten Person liegt die Übertragungshäufigkeit bei 0,5 Prozent bismaximal 5 Prozent, wobei eher 0,5 Prozent anzunehmen sind. In einer stabilenPartnerschaft gibt es dementsprechend keine anerkannten Empfehlungen fürgeschützten Geschlechtsverkehr, deshalb gilt es zusammen mit seinem Partnerzu entscheiden, ob man sich zur Vermeidung des an sich geringen Risikosschützen will oder nicht.33. Was muss ich auf Reisen beachten?Reisen sind für eine mit Hepatitis C Virus infizierte Person jederzeit möglich.Es gibt keine spezielle Einschränkung, solange die Strapazen erträglich sind.Während einer medikamentösen Behandlung ist darauf zu achten, dass trotzder Reise die regelmässige Einnahme der Medikamente nicht unterbrochenwird. Zudem dürfen die Medikamente (insbesondere Interferon) nicht der Hitzeausgesetzt werden. Während einer Behandlung ist es ratsam, wenn am Zielortein Arzt verfügbar ist. Ebenso wird empfohlen ein ärztliches Zeugnis mitzuführen,um bei einem Grenzübertritt nicht Schwierigkeiten wegen der mitgeführtenSpritzen etc. zu riskieren. Die Hepatitis A und B Impfung wird, wie erwähntsehr empfohlen.34. Darf ich, soll ich mich trotz meiner Hepatitis C Virusinfektionimpfen lassen?Für Impfungen gibt es für eine mit Hepatitis C Virus infizierte Person keinerleiEinschränkungen, das heisst man darf und soll die üblichen Impfungen durchführenlassen. Hinzu kommt aber, dass es dringend empfohlen ist, sich gegenHepatitis A und Hepatitis B impfen zu lassen. Diese Infektionen müssen vermiedenwerden, sie belasten die Leber zusätzlich. Gegen die Hepatitis C selbstgibt es leider noch keine Impfung. Es ist auch nicht damit zu rechnen, dass einesolche in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen wird.35. Wie steht es mit der Schwangerschaft bei einer Hepatitis CVirusinfektion?Eine Übertragung des Hepatitis C Virus von der infizierten Mutter auf das Kindim Mutterleib ist zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, kommt aber selten (unterfünf Prozent) vor. Eine Hepatitis C ist deshalb kein Grund, einer Frau von einerSchwangerschaft abzuraten oder spezielle Massnahmen während Schwangerschaftund Geburt zu ergreifen. Eine mit Hepatitis C Virus infizierte Mutter darfihr Kind stillen.36. Wie kann ich andere schützen?Siehe hierzu die Antworten zu Frage 31 und 32. Hier eine Zusammenfassung:Als Hepatitis C Virus-Träger schütze ich andere, indem ich kein Blut oderBlutprodukte spende und generell den direkten Kontakt mit meinem frischenBlut verhindere. Das eigene, Hepatitis C Virus enthaltende Blut soll nicht in dieBlutbahn, das heisst auch nicht auf eine offene, blutende Wunde eines anderenMenschen, gelangen. Jede Person darf aber ohne weiteres einen Verband oderein Pflaster anlegen etc.; dabei besteht keinerlei Gefahr. Betreffend Sex sieheFrage 31.20 21


Fragen 37 und 38 Frage 38Medikamentöse Behandlung37. Wie wird entschieden, ob eine Therapie notwendig ist?Bei der Entscheidung, ob eine chronische Hepatitis C Virus-Infektion behandeltwerden soll, gilt es drei Aspekte gegeneinander abzuwägen:a) die Prognose des Patienten ohne Behandlung: Wie gross ist das Risiko, dassder Patient innerhalb seiner normalen Lebenserwartung schwerwiegendeFolgen seiner Infektion (zum Beispiel eine Leberzirrhose) erlebt? Dabei spielendas Alter des Patienten, aber auch eventuell vorhandene Begleiterkrankungeneine Rolle;b) die Wahrscheinlichkeit für den Patienten, durch die Behandlung geheilt zuwerden. Günstige Faktoren sind dabei eine Infektion mit bestimmten Untergruppendes Hepatitis C Virus (Genotyp 2 und 3), keine oder nur ganz geringeVernarbungen in der Leber, eine geringe Viruslast, ein Alter unter 40 Jahren undweibliches Geschlecht;c) das Risiko, in unerwünschter Weise auf die Behandlung zu reagieren. Dabeispielen die Vorgeschichte und gewisse Veranlagungen eine Rolle.Im Allgemeinen wird eine Behandlung heute in Betracht gezogen, falls eineüber sechs Monate dokumentierte Erhöhung der Leberwerte (Transaminasen)und in der Leberbiopsie mehr als eine nur minimale Entzündung und eineVernarbungstendenz festgestellt wurden. Die Entscheidung für eine Therapielässt aber oft einen Ermessensspielraum, der Betroffene soll deshalb vombehandelnden Arzt über die oben erwähnten Aspekte, insbesondere auch überdie zu erwartenden unerwünschten Wirkungen der Behandlung, ausführlichinformiert und in die Entscheidung einbezogen werden.38. Wie sieht die Therapie aus?In den letzten 10 Jahren wurde die chronische Hepatitis C in der Regel miteiner Kombination von pegyliertem Interferon alpha und Ribavirin behandelt,für eine Dauer von 24 – 48 Wochen abhängig vom Genotyp. Das eine Medikament,Ribavirin, nimmt man täglich zweimal als Tabletten ein, das andere,pegyliertem Interferon alpha, lernt der Patient sich selbst einmal wöchentlichunter die Haut zu spritzen. Die Behandlung dauert 24 Wochen, falls dieInfektion durch den Virus-Genotyp 2 oder 3 verursacht wurde. Falls es sich umHepatitis C Virus vom Genotyp 1 handelt, wird zwölf Wochen nach Beginn derTherapie und nach Messung der Virämie (Anzahl Viren im Blut) entschieden, obdie Behandlung für insgesamt 48 Wochen fortgeführt werden soll.Die erfolgreiche Behandlung führt zu einer Normalisierung der Leberwerteund zum Verschwindens des Hepatitis C Virus aus dem Blut (HCV-RNS nichtmehr nachweisbar). Sechs Monate nach Abschluss der medikamentösenMedikamentöse BehandlungBehandlung müssen diese Werte erneut überprüft werden; Patienten, beidenen die HCV-RNS auch dann nicht mehr nachweisbar ist, gelten als definitivgeheilt. Während der Therapie werden zusätzlich regelmässig Laborkontrollendurchgeführt, mit denen man unerwünschte Wirkungen der Medikamenteerfassen kann, um nötigenfalls die Dosierung entsprechend anzupassen. Esgeht also nicht nur um die Einnahme und die Einspritzung von Medikamenten,sondern auch immer wieder um Kontrolluntersuchungen. Der behandelndeArzt und sein Patient müssen gut kooperieren. Mit der Kombinationstherapiepegyliertes Interferon alpha und Ribavirin liegen die Erfolgschancen bei 45 bis50 Prozent (Genotyp 1), 65 Prozent (Genotyp 4) und bis zu 80 Prozent (Genotyp2 oder 3).Seit 2011 wurden 2 neue Medikamente in Kombination mit pegyliertem Interferonalpha und Ribavirin für die Behandlung des Genotyps 1 in der Schweizzugelassen:Telaprevir und BoceprevirDiese Substanzen blockieren gezielt die Virusvermehrung (Protease-Inhibitoren)und damit hat eine neue Behandlungsära begonnen. Telaprevir (3 maltäglich als Tabletten eingenommen) wird in Kombination mit pegyliertemInterferon alpha und Ribavirin während 12 Wochen verabreicht, gefolgt voneiner weiteren Behandlung mit pegyliertem Interferon alpha und Ribavirin für12–36 Wochen, abhängig von der anti-viralen Antwort.Boceprevir (3 mal täglich als Tabletten eingenommen) wird nach einer4-wöchigen lead-in Therapie mit pegyliertem Interferon alpha und Ribavirinalleine, während 24 Wochen verabreicht. Abhängig von der Ansprechrate wirddie Therapie mit pegyliertem Interferon und Ribavirin alleine für weitere 24Wochen weitergeführt.Mit beiden Tripel-Kombinationen werden die Ansprechraten vom Genotyp 1verbessert mit kompletter und dauerhafter Elimination des Virus von 65–75%.22 23


Fragen 39, 40 und 41 Fragen 41 und 42Medikamentöse BehandlungMedikamentöse Behandlung39. Was ist Interferon?Interferon ist ein natürliches, körpereigenes Eiweiss, das die körpereigene Abwehraktiviert, sodass Viren an der Vermehrung gehindert werden. Die Immunabwehrdes Körpers wird also unterstützt.40. Was ist Ribavirin?Ribavirin ist einem Baustein unserer Erbsubstanz sehr ähnlich und hemmt dieVermehrung verschiedener Viren. Bei der Hepatitis C Virusinfektion bewirkt aberRibavirin alleine keine Unterdrückung der Virusvermehrung, sondern unterstütztauf nicht ganz klare Art und Weise die Wirkung von Interferon.41. Was sind die Nebenwirkungen der Therapie und was kann ich tun umdiese zu lindern?Das Auftreten von Nebenwirkungen und das Ausmass derselben ist individuellsehr verschieden. Die meisten Nebenwirkungen treten zu Beginn der Therapie,das heisst in den ersten vier Wochen, auf und klingen im Verlauf oft allmählichab. Am häufigsten treten einige Stunden nach einer Interferon-Injektiongrippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskel-,Gelenk- und Gliederschmerzen auf. Ferner sinkt der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin)unter Ribavirin ab und Interferon senkt die Anzahl der weissen Blutkörperchen(Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten). Seltener kannbei entsprechender Veranlagung eine depressive Verstimmung auftreten undsehr selten können eine Schilddrüsenunterfunktion oder andere sogenannteAutoimmunkrankheiten ausgelöst werden. Auch Magen- Darm-Beschwerden,Haarausfall, dünnes Haar und trockene Haut können auftreten. Die beschriebenenunerwünschten Wirkungen bilden sich alle vollständig zurück, wenndie Dosis reduziert wird oder die Medikamente abgesetzt werden. Lediglichdie Schilddrüsenunterfunktion (und andere autoimmune Erkrankungen)verschwinden nicht immer vollständig. Da die Behandlung belastend seinkann, aber nicht muss, ist es wichtig, dass sich der Patient vorgängig bei seinembehandelnden Arzt ausführlich über Auswirkungen auf seine Lebensqualitätinformiert. Während der Therapie kann er auftauchende Probleme mit dem Arztbesprechen. Ribavirin kann das werdende Kind im Mutterleib und die Qualitätder Spermien beeinträchtigen. Während der Behandlung und bis sechs Monatenach Behandlungsende dürfen Frauen deshalb nicht schwanger werden undMänner keine Kinder zeugen. Eine adäquate Empfängnisverhütung ist deshalbwährend der gesamten Therapiedauer und für sechs Monate darüberhinaus unerlässlich. Besprechen Sie dies vor Behandlungsbeginn mit IhremArzt. Gegen die grippeähnlichen Symptome und Fieber nützt ein Grippemittel(Paracetamol 1 Tablette à 500 mg, zirka 30 bis 60 Minuten vor der Interferon-Injektion).Dies kann die Grippesymptome abschwächen. Im Übrigen hilft es, dasInterferon vor dem Schlafengehen zu spritzen, so dass Sie die meisten grippeähnlichenNebenwirkungen regelrecht verschlafen können. Die Medikamentemachen die Haut vermehrt trocken und gegenüber Sonnenlicht empfindlich.Es wird empfohlen die Haut mit feuchthaltenden Produkten und bei Bedarf mitSonnenschutzmitteln zu schützen.42. Was sind Boceprevir und Telaprevir und was sind dieNebenwirkungen?Boceprevir und Telaprevir sind die ersten beiden, in der Schweiz registrierten,Vertreter einer neuen Generation von antiviralen Medikamenten, den sogenanntendirekt wirkenden antiviralen Medikamenten (auf Englisch: «directacting antivirals»). Beide hemmen ein virales Enzym, die NS3/4A- Protease. Siewerden in Kombination mit den beiden indirekt wirkenden Medikamenten Ribavirinund pegyliertem Interferon bei Personen welche mit Genotyp 1 infiziertsind, eingesetzt. Beide müssen 3-mal täglich als Tabletten eingenommen werden.Der Ablauf der Behandlung ist unterschiedlich und hängt unter anderemvon der Geschwindigkeit mit der sich die Viruslast reduziert und dem Stadiumder Lebererkrankung ab. Als Nebenwirkungen werden oft Verminderungender roten und weissen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen beobachtet.Manchmal müssen in diesen Fällen Wachstumsfaktoren für rote oder weisseBlutkörperchen eingesetzt werden. Nebenwirkungen welche die Haut betreffenwerden ebenfalls beobachtet. Es können dies trockene Haut, Rötungen undEkzeme sowie eine verstärkte Empfindlichkeit der Haut auf Sonnenlicht sein.Auch hier kann durch eine gute feuchtigkeitsspendende Hautlotion und einenguten Sonnenschutz Vorbeugung betrieben werden. Es kann sein, dass zumZeitpunkt der Lekture dieser Informationsbrochüre weitere neue Medikamenteder Klasse der direkt oder indirekt wirksamen anti-viralen Hepatitis C Medikamentezur Verfügung stehen. Wichtig bleibt, dass Sie sich von Ihrem Arzt gutinformieren lassen und die Vorsichtsmassnahmen genau beachten.24 25


Fragen 43, 44 und 45 Fragen 46 und 47Medikamentöse Behandlung43. Was bedeutet eine Therapie für meinen Alltag?Eine medikamentöse Therapie beeinflusst den Alltag. Sie kann sechs bis zwölfMonate dauern. Es gilt täglich an Medikamente zu denken. Es können Nebenerscheinungenund unerwünschte Wirkungen auftreten. Auch die Umgebungspürt das, da Sie womöglich auf kleinere Alltagsprobleme gereizter reagierenals üblich. Deshalb sind gute Information, eine gute Zusammenarbeit mit dembehandelnden Arzt und ein gutes Einvernehmen mit der Umgebung wichtig.Eine Therapie muss sorgfältig geplant sein. An was muss man speziell denken:Eine regelmässige und pünktliche Einnahme der Medikamente ist für denTherapieerfolg entscheidend. Interferon sollte gekühlt zwischen 2 °C und 8 °Caufbewahrt werden. Wo kein Kühlschrank vorhanden ist, kann kurzfristig eineKühlbox verwendet werden. Die maximale Aufbewahrungsdauer von Interferonbei Raumtemperatur beträgt 48 Stunden. Bitte beachten Sie auch bei denTabletten die angegebenen Ratschläge zur Lagerung.44. Wann ist meine Hepatitis C Virusinfektion geheilt?Am Schluss der Behandlung werden die Laborwerte (Transaminasen, HCV-RNS)geprüft. Geheilt ist derjenige Patient, dessen Leberwerte auch sechs Monate nachTherapieende normal sind und dessen HCV-RNS-Test negativ ausfällt. Erst danngilt die Infektion als geheilt.Medikamentöse Behandlung46. Welche Medikamente sind zurzeit in Erprobung?Es gibt verschiedene neue Substanzen, die zurzeit in Entwicklung oder in klinischerErprobung sind. Diese Medikamente können entweder in Kombinationmit Interferon und Ribavirin oder in Kombinationen untereinander angewendetwerden, um deren Effektivität zu erhöhen und das Risiko einer Selektion vonresistenten Virus-Stämmen zu vermindern. Einige dieser Medikamente werdenin wenigen Jahren in der Schweiz erhältlich sein. Ihr Arzt und unsere Webseitewww.viralhepatitis.ch enthält hierzu Informationen.47. Gibt es alternative Therapiemöglichkeiten?Bis heute sind keine wirksamen alternativen Therapien bekannt, auch wenn esviele Angebote gibt. Nicht wenige Stärkungsmittel enthalten Alkohol, weshalbauf deren Einnahme verzichtet werden sollte. Grundsätzlich gilt auch, dass vieleMedikamente die Leber zusätzlich belasten können. Nehmen Sie deshalb nurMedikamente ein, die Ihnen vom Arzt verschrieben wurden.45. Was bedeutet es für mich, wenn die Therapie nicht erfolgreich ist?Man kennt heute keine Nachteile einer nicht erfolgreichen Behandlung. Diesehat dann nicht geschadet, leider aber auch nichts genützt. Man könnte sich immerhinvorstellen, dass ein vorübergehender Rückgang der Entzündung unterder Therapie der Leber eine «Verschnaufpause» ermöglicht hat. Ein fehlenderTherapieerfolg bedeutet aber nicht, dass mit einer anderen Behandlung späterkeine Heilung mehr möglich ist. Die Behandlung der chronischen HepatitisC entwickelt sich rasch weiter: Was heute unmöglich erscheint, kann schonmorgen möglich werden.Bei fortgeschrittener Leberzirrhose kann eine Lebertransplantation schonheute eine fast normale Lebenserwartung bei ausgezeichneter Lebensqualitätermöglichen.26 27


Fragen 48, 49, und 50StichwortverzeichnisWeitere wichtige Informationen48. Welche Rolle spielt mein Hausarzt?Gerade bei der Hepatitis C ist es wichtig, dass ein Vertrauensverhältnis zum betreuendenArzt besteht. Er muss nicht unbedingt Leberspezialist sein. Wichtigist, dass er gut mit einem Leberzentrum zusammenarbeitet. Im Anhang sind dieAdressen einiger grösserer Zentren aufgeführt.49. Was ist die SEVHep?Die SEVHep ist eine Vereinigung von unabhängigen Ärzten, Leberspezialisten,Virologen, Immunologen und Experten im Gesundheitswesen. Sieverfolgen laufend die neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der Hepatitis CVirusinfektion und bemühen sich, die Ärzte, aber auch die Betroffenen sowiedie Öffentlichkeit zu informieren. Sie haben auch diese Broschüre verfasst.Informationen sind auch auf ihrer Homepage www.viralhepatitis.ch zu finden.Beim Durchlesen dieser Broschüre ist Ihnen bestimmt aufgefallen, dass dasWissen über die Hepatitis C noch lückenhaft ist. Auch profitieren von dem,was bekannt und nützlich ist, heute noch nicht alle Betroffenen.50. Gibt es Selbsthilfegruppen und andere Organisationen?Kontakte zu Selbsthilfeorganisationen, welche in Ihrer Region aktiv sind, könnenSie am besten über Ihre behandelnden Ärzte knüpfen. Dort können SieErfahrungen mit anderen betroffenen Personen austauschen und vom Wissender Anderen lernen. Zum Thema Drogen und Hepatitis finden Sie bei www.hepch.ch weitere Informationen. Zum Thema Lebertransplantation könnenwir auf www.trans-hepar.ch verweisen.Stichwort Frage Stichwort FrageAbwehrstoffe 4/19 Hepatitis-B-Virus 3/10/13/28/34Akupunktur 14/15 Hepatitis-C-Virus 3Akute Hepatitis C6 Hepatitis-D-Virus 3asymptomatischHepatitis-E-Virus 3symptomatischHepatozelluläres Karzinom 2ikterischAlkohol 3/10/28/47 Hepatozyten 8Alkohol-Hepatitis 3 HIV 10/14Alternative Therapien 47 Ikterus 6Ansteckung 14/17 Immunabwehrzellen 8Anti-HCV- Bestätigungstest 19 Immunität 9/13Anti-HCV-Suchtest 19 Impfung34Antikörper 4/19Impfung gegen Hepatitis AImpfung gegen Hepatitis BAszites 7Bauchwasser 7 Infektionsbeginn 21Behandlung 37/38 Infektionsverlauf 5/6/7/8/10/21Behandlungsdauer 22/38 Interferon 38/39/41–43Behandlungserfolg 22/38/44 Kombinationstherapie 38/43Beruf 31 Kondom 15/32Bilirubin 23 Kontrolluntersuchung 38/44Blutprodukte 14/36 Körperliche Aktivität 30Bluttransfusion 14 Krankheitsverlauf 5/6/7/10Boceprevir 38/42 Küssen 32Chronische Hepatitis C7 Laborwerte 5–8/20/44asymptomatischLeberbiopsie 7/20/23/24/37symptomatischLeberfibrose 6/7/24/37Drogenkonsum 14/15 Lebergrösse 21Entzündungszellen 8 Leberhärte 21Erfolgschancen 38/44 Leberhistologie 24Ernährung 29 Leberkrebs 2/7Flavi-Viren 4 Leberpunktion 24Gallenfarbstoff 2/8 Leberuntersuchung 24/26Gelbfärbung 6/8 Lebervernarbung 2/7Geschlechtsverkehr 14/15 Leberwerte 6/7/21/23/37/38/44HCV-Genotyp 4/19/22/Leberzellen 837/38HCV-RNS 4/19/22/Leberzellkarzinom 2/738/44Hepatitis-A-Virus 3/13/34 Leberzellkrebs 2/728


AnhangStichwort Frage Stichwort FrageLeberzirrhose 2/7/8/24/37/45 Spritzentausch 14/15Lymphozyten 8 Stärkungsmittel 47Medikamente 38/39/40–42 Stillen 14/35Medikamente, neue 46 Stoffwechselfunktionen 1Medikamentöse Therapie 38 Symptome 7/27Nachweis der Hepatitis C 19 Tätowierung 14/15Nebenwirkungen 41–43 Telaprevir 38/42Pegyliertes Interferon 38 Therapie 37/38Piercing 14–15 Transaminasen 6/7/23/37/44Ribavirin 38/40 Tripel-Therapie 38/42Ribonukleinsäuren 4 Übertragung 14Schadeinfluss 2/3 Übertragungsweg 14/16/17Schutz anderer 15/36 Ultraschalluntersuchung 20/21Schwangerschaft 14/35 Verletzung 36Selbsthilfegruppen 50 Vernarbung 2/7Selbstschutz 15/36 Virämie 38SEVHep 49 Viral load 4Sex, Safer Sex 14/32 Virushülle 4Sexuelle Übertragung 14 Viruslast 4Sport 30 Virusmenge 4Spritzenkuren 16 Wunde 36SEVHep-AdresseSEVHepc/o Prof. Dr. med. Andreas CernyCentro di EpatologiaClinica Luganese MoncuccoVia Moncucco 106900 Luganoandreas.cerny@bluewin.chhttp://www.viralhepatitis.chAndere interessante Internet Adressenhttp://www.sichimpfen.chhttp://www.sevacciner.chhttp://www.vaccinarsi.chLeberzentrenBaselAbteilung für Gastroenterologie undHepatologieUniversitätsspital BaselPetersgraben 44031 BaselBernInstitut für klinische PharmakologieMurtenstrasse 353010 BernGenèveService de Gastroentérologie etd’HépatologieHôpitaux Universitaires24 rue Micheli-du-Crest1211 Genève 14LausanneDivision de Gastroentérologieet HépatologieCHUVRue du Bugnon 441011 LausanneLuganoCentro di EpatologiaClinica Luganese MoncuccoVia Moncucco 106900 LuganoNeuchâtelConsultation de Maladies InfectieusesDépartement de MédecineHôpital Pourtalès2002 NeuchâtelSt. GallenFachbereichGastroenterologie/HepatologieKantonsspital9007 St. GallenZürichAbteilung für Gastroenterologie undHepatologieUniversitätsspital ZürichRämistrasse 1008091 Zürich


NotizenNotizen


NotizenBestelladresse für weitere Exemplar dieser Broschüre:www.viralhepatitis.ch


Die Broschüre wurde unterstützt durch einen «unrestricted educational grant» von:Bristol-Myers Squibb GmbH, Gilead Sciences, Janssen-Cilag AG, Merck Sharp & Dohme AG, Novartis Pharma AG,Roche Pharma (Schweiz) AG und Roche Diagnostics AG

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