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durch • 16

ISRAEL

NACHRICHTEN AUS

Nr. 2 – Februar 2009

BETH-SHALOM

Ein Blick

Ein ganz normaler

Tag • 18

Gaza

nach

Seite 5


Wir dürfen wissen, dass

der Hüter Israels weder

schläft noch schlummert

Liebe Israelfreunde

E D I T O R I A L

Viele Freunde Israels haben sich in letzter Zeit gefragt, was eigentlich mit

der sprichwörtlichen Schlagkraft der israelischen Armee los ist. Jahrelang

liess Israel den Beschuss der Stadt Sderot durch die Raketen der Hamas

aus Gaza über sich ergehen, ohne zurückzuschlagen. Dabei hatte Israel die

Siedlungen im Gazastreifen geräumt und seine Truppen von dort abgezogen,

um der Welt zu zeigen, dass es bereit ist, um des Friedens willen Verzicht zu

leisten. Doch der von den Palästinensern geforderte Abzug brachte nicht

die erwartete Beruhigung, sondern das genaue Gegenteil.

Trotz der fortwährenden Angriffe durch die Hamas hielt Israel sich immer

noch zurück und führte keine ernsthaften Vergeltungsschläge durch, um der

Welt seine Bereitschaft zu zeigen, dem Frieden eine Chance zu geben. Vor

der im Dezember letzten Jahres erfolgten Militäraktion warnte die israelische

Regierung die Hamas noch einmal eindringlich, jedoch ohne Erfolg. Der

israelische Generalstabschef sagte dann auch nach dem Beginn der Aktion

gegen die Hamas in Gaza, dass diejenigen, die die Zurückhaltung Israels als

Schwäche ausgelegt hatten, sich getäuscht hätten.

Aufgrund dieser jahrelangen Zurückhaltung hatten die Regierungen vieler

Länder der Welt Verständnis für das Vorgehen Israels, sogar arabische

Staaten und auch Mahmud Abbas, der Vorsitzende der palästinensischen

Autonomiebehörde. Von dort kamen ebenfalls eindringliche Warnungen an

die Hamas, endlich mit dem Raketenbeschuss aufzuhören, wenn sie nicht

eine Katastrophe heraufbeschwören wolle. Nach zwei Wochen Krieg wollte

der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einen Waffenstillstand vermitteln,

doch die Hamas lehnte diesen Versuch ab, weil man zuerst ihre Bedingungen

erfüllen sollte. Israel kam diese Ablehnung gelegen, weil es die Infrastruktur

der Hamas in Gaza wie geplant weiter zerstören konnte.

Nun aber, nachdem Israel der Hamas einen ziemlich vernichtenden Schlag

versetzt hat, herrscht erst einmal Waffenstillstand. Es hat sich bestätigt,

dass die gesamte Infrastruktur der Hamas in Gaza unterirdisch durch Tunnel

verbunden ist. Die Zerstörung dieser Infrastruktur und des Tunnelsystems

gehörte zu den erklärten Kriegszielen Israels, damit die Hamas nie wieder

so stark werden kann wie vor dem Krieg. Israel bombardierte Hunderte von

Schmuggeltunneln unter der Philadelphia-Linie. Die Zerstörung der Hamas

selbst war kein Ziel der Militäraktion, weil sich die Kommandozentralen dieser

Terrorgruppe in Damaskus und Teheran befinden. Israel konnte deshalb nur

dafür sorgen, die Hamas in Gaza zu schwächen. Trotzdem wird die Bedrohung

durch Terrorgruppen und Organisationen wie Hamas weiter bestehen

bleiben. Für die Kenner der biblischen Prophetie wird diese Bedrohung in

dem grossen Überfall auf Israel gipfeln, von dem die Bibel redet. Wir dürfen

jedoch wissen, dass der Hüter Israels weder schläft noch schlummert.

Mit diesem Trost grüsse ich Sie mit einem herzlichen Shalom aus Israel

Ihr Fredi Winkler

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I N H A L T F E B R U A R 2 0 0 9

Nachrichten aus Israel • 2/2009

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®

E D I T O R I A L

3 von Fredi Winkler

B I B L I S C H E B O T S C H A F T

5 Ein Blick nach Gaza

J E S C H U A U N D I S R A E L

10 Wer will Jeschua von Israel trennen?

Persönliche Zeilen von Dr. Mordechai

Waron. Anlässlich des Gaza-Krieges richtet

Dr. Mordechai Waron einen persönlichen

Brief an unsere Leser und Freunde des Assaf-Harofeh-Krankenhauses.

Seite 11

Aschkelon, 19.04 Uhr. Eine E-Mail mit dieser

Überschrift schickte mir meine Freundin

Maxine. In Aschkelon herrschte an jenem

Tag Daueralarm. Die Telefonleitungen

waren beständig besetzt, so fragte ich per

E-Mail nach, wie es ihr und ihrer Familie

gehe. Sie gestattete mir, ihre Antwort zu

übersetzen und zu veröffentlichen. Seite 15

H I N T E R G R U N D I N F O R M A T I O N E N A U S I S R A E L

11 Persönliche Zeilen von Dr. Mordechai Waron

12 Die Militäroperation im Gazastreifen

13 «Genug ist genug»

15 Aschkelon, 19.04 Uhr

16 «Wir halten durch!»

17 Ansprache des Generalstabschefs

18 Ein ganz normaler Tag der «Notfallroutine»

19 Die Courage eines Kindermädchens

19 Detektoren spüren radioaktives Material auf

20 Nie mehr Bypass-Operationen?

20 Silber bei der Schacholympiade

21 Israel verbietet Spam

21 Anstieg der Neueinwanderer- und Rückkehrerzahlen erwartet

22 Hassbotschaften aus dem Nahen Osten auch in Deutschland unerwünscht


Ein Blick

D I E B I B L I S C H E B O T S C H A F T

nach Gaza

Die Berichterstattung der Nationen über Israel ist oft einseitig und verzerrt. Aus welchem

Grund? Warum verurteilt alle Welt den Verteidigungskrieg Israels? Hat die Bibel

etwas über den aktuellen Konflikt zu sagen? Gibt es Parallelen?

Norbert Lieth

Warum sind die Nationen derart blind, wenn es um

Israel geht? Ihre Berichterstattung ist nicht selten einseitig,

voreingenommen, zweideutig, unverhältnismässig oder

kurzsichtig. Man stellt die Verteidigung des Staates Israel

in ein falsches Licht, man bezeichnet Israel als Aggressor,

als Terrorstaat und als Besatzungsmacht. Man beklagt die

Opfer auf palästinensischer Seite, ohne die Opfer Israels zu

erwähnen. Man verurteilt das «überzogene» Vorgehen des

israelischen Militärs, ohne zu erwähnen, wie viele Raketen

zuvor auf israelischen Boden eingeschlagen haben. Man

klagt Israel an, ohne sachgemäss und entschieden darauf

hinzuweisen, dass es nie so weit gekommen wäre, wenn die

Hamas nicht angegriffen hätte.

Soll man darüber lachen, weinen oder einfach nur den

Kopf schütteln, wenn zwei grüne schweizerische Nationalräte

an einer antiisraelischen Demonstration in Bern teilnehmen,

an der die Staatsfahne Israels verbrannt wird? Wie soll man

es einordnen, wenn politische Parteien eine Demonstration

gegen den demokratischen jüdischen Staat nicht nur

befürworten, sondern dazu aufrufen, aber über

brutalsten Terrorismus kein Wort verlieren?

Antwort auf dieses

verdrehte Verhalten

geben uns drei Bibelverse:

«Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tiefes Dunkel

die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine

Herrlichkeit erscheint über dir» (Jes 60,2). Tiefes Dunkel

bedeckt die Völker, während es über Israel langsam hell wird.

Ja, je näher das Wiederkommen Jesu für Israel rückt – «aber

über dir geht auf der Herr» –, desto dunkler wird es

über die Natio- nenwelt.

«Er wird auf diesem Berg

die Schleierhülle wegnehmen,

die alle Völker ver- hüllt, und die

Decke, womit alle Nationen

bedeckt sind» (Jes 25,7). Die

Nationen sind mit einer «Schleierhülle»

be- deckt.


D I E B I B L I S C H E B O T S C H A F T

Nachrichten aus Israel • 2/2009

«… bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit

die Sinne verblendet hat …» (2.Kor 4,4). Der Gott dieser

Weltzeit, der Satan, verblendet die Sinne der Menschen.

Geistlich tot. Der Zustand des Menschen – tot – bestimmt

den Lebenslauf der Welt: «Auch euch, die ihr tot wart durch

Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gelebt habt

nach dem Lauf dieser Welt …» (Eph 2,1-2). Es ist eine erschreckende

Wahrheit, dass man tot sein kann, obwohl man

lebt (vgl. Eph 2,5). Auch redet 1. Timotheus 5,6 von der

Möglichkeit «lebendig tot» zu sein.

Physisch lebt der Mensch, aber geistlich ist er seit dem

Sündenfall tot. Und das hat Auswirkungen auf alle seine Taten

und letztlich auf das ganze Geschehen in der Welt. Darum

heisst es auch: «nach dem Lauf dieser Welt». Der geistliche

Tod zieht sich durch alle Instanzen.

Paulus erklärt uns,

warum das so ist: «… dass

ihr in jener Zeit ohne Christus

wart, ausgeschlossen

von der Bürgerschaft Israels

und fremd

den Bündn

i s s e n

der Verheissung;

ihr hattet

6

Menschen ohne Jesus kennen Gott nicht, sie

sind vom Leben Gottes ausgeschlossen, sie

sind geistlich tot

keine Hoffnung und wart

ohne Gott in der Welt» (Eph

2,12).

Das ist eine wahrhaft

trostlose Bilanz, ohne Christus,

ohne Hoffnung, ohne

Gott und ohne Leben! Da rufen

sich die Menschen immer

wieder zu: «Geniesse das Leben!»

Aber wie will jemand

sein Leben geniessen, wenn

er es noch gar nicht hat? Ein

totes Leben kann man nicht

geniessen. Epheser 4,18 sagt

deshalb über Menschen, die

bewusst ohne Gott leben,

dass ihr «Verstand verfinstert

ist», dass sie «entfremdet sind

dem Leben Gottes» und dass

«Unwissenheit» in ihnen ist,

«wegen der Verhärtung ihres

Herzens». So tragisch diese Aussage auch ist, so ist sie doch die

Wahrheit. Menschen ohne Jesus kennen Gott nicht, sie sind

vom Leben Gottes ausgeschlossen, sie sind geistlich tot.

Und dieses geistliche Todsein bestimmt den Lauf der

ganzen Welt, des Einzelnen, der Familien, der Völker und

der Politik. Unsere Welt ist gekennzeichnet von Blindheit,

Unwissenheit und geistlichem Tod. Sie ist verdreht und falsch

gepolt. Hier haben wir «inmitten eines verdrehten und verkehrten

Geschlechts» die Aufgabe, «als Lichter in der Welt»

zu leuchten, indem wir «das Wort des Lebens» darbieten (Phil

2,15). Dazu gehört auch das Thema Israel.

Die gefallene Stellung des Menschen nutzt ein anderer

für sich.

Der Weltbeherrscher. Ohne Gott sind die Menschen

durch ihre Sünden tot, «gemäss dem Fürsten, der in der Luft

herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams

wirkt» (Eph 2,2). In diesem geistlich toten Zustand

wird der Mensch eben nicht von Gott, sondern von dem

beherrscht, der die Sünde und den Tod in die Welt brachte,

von dem Fürsten der Welt. Er tritt als der «Gott dieser

Weltzeit» auf den Plan und verblendet die Sinne derer, die

geistlich tot sind (2.Kor 4,4). Er ist der Diabolos, der alles

verdreht und durcheinanderwirft. Und das erklärt auch die

unsachgemässe Berichterstattung über Israel.

Epheser 6 legt dar, dass unsere Welt von Satan und seinen

Dämonen vom Kosmos aus beherrscht wird: «Denn unser

Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern

gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die

Weltbeherrscher der Finsternis

dieser Weltzeit, gegen

die geistlichen Mächte der

Bosheit in den himmlischen

Regionen» (V 12).

Das griechische Wort für

«Weltbeherrscher» lautet

«Kosmokrator», wovon das

Wort «Kosmos» abgeleitet

wird. Die Bibel sagt über

ihn:

– Er ist der Gott dieser

Weltzeit.

– Er verblendet die Sinne

der Völker.

– Er ist der Fürst, der in der

Luft herrscht.

– Er wirkt in den Söhnen des

Ungehorsams.

– Er ist der Weltbeherrscher

der Finsternis dieser

Weltzeit.

– Er ist der Boshafte in den

himmlischen Regionen, der

Kosmokrator.

Eine Gott gegenüber ungehorsame

Menschheit, die

Seinen Sohn Jesus Christus

ablehnt, ist abhängig vom

Fürsten (oder Mächtigen),

der zwischen Himmel und

Erde wirkt und die Welt

von dort aus beeinflusst. Doch Satan und seine Dämonen

beeinflussen nicht nur, sie beherrschen auch die Völker der

Erde. Dass das grausame Auswirkungen auf den Einzelnen,

die Familien, die Gesellschaft und die Nationen hat, liegt

auf der Hand.

Satan ist zudem der «Vater der Lüge» und der «Menschenmörder

von Anfang an» (Joh 8,44). Die Konflikt- und

Krisenherde sind von ihm herbeigeführt und gehören zu

seinem Kampf gegen Gott. Je mehr wir nun in der Endzeit

fortschreiten, desto grösser werden die Auseinandersetzungen.

Dies gerade in den Regionen, die aus biblisch-prophetischer

Sicht eine besondere Endzeitrolle spielen. Es ist

förmlich zu spüren, dass «etwas in der Luft liegt».


Die Offenbarung spricht von einer zukünftigen Zeit, in

der Satan auf die Erde geworfen wird (Offb 12,7-12) und

die dann dementsprechend von Terror, Dämonie, Gewaltherrschaft

und Kriegen durchdrungen sein wird.

Jesaja 14 und das aktuelle Geschehen in Gaza. In

Jesaja 14 finden wir zum Gaza-Konflikt interessante Parallelen.

Ab Vers 12 wird zuerst der Fall Satans (Luzifers) geschildert.

Der einstige Morgenstern,

der sich über die

Sterne Gottes erheben und

Gott gleich sein wollte, ist

vom Himmel gefallen. Jetzt

treibt er sein Unwesen in

dem Luftraum, der im Epheserbrief

beschrieben ist, bevor

er schliesslich auch von

dort verbannt werden wird.

Er konzentriert sich mit seinem

mörderischen Treiben

ganz auf diese Erde und im

Speziellen auf die Region, in

der Jesus Christus die Erlösung

vollbrachte und in der

Er wiederkommen wird.

Sicher nicht von ungefähr

wird gegen Ende des

Kapitels das Philisterland auf

der einen und Zion auf der

anderen Seite erwähnt: «Im

Todes-

jahr des

Königs

Ahas ist

dieser Ausspruch ergangen:

Freue dich nicht, ganz Philisterland,

dass der Stock

zerbrochen ist, der dich

schlug! Denn aus der Wurzel

Die Welt wird von Satan und seinen

Dämonen vom Kosmos aus beherrscht

der Schlange wird eine Natter hervorkommen, und deren

Frucht wird ein fliegender, feuriger Drache sein. Und die

Erstgeborenen der Armen werden weiden und die Geringen

sicher wohnen; aber deine Wurzel will ich durch Hunger

töten, und deinen Überrest wird er umbringen. Jammere,

o Tor! Schreie, o Stadt! Verzage, ganz Philisterland! Denn

von Norden kommt Rauch und eine lückenlose Schar! Was

wird man den Boten des Heidenvolkes antworten? Dass der

Herr Zions Grundmauern gelegt hat, und dort werden die

Elenden seines Volkes Zuflucht finden» (Jes 14,28-32).

Zunächst geht es in Jesaja 14 um die prophetische

Ankündigung des Gerichts über Babylon, später über die

Ankündigung des Falls Assyriens (V 24-27) und schliesslich

um das Gericht über das Philisterland (V 28-32). Wenn auch

einiges bereits geschichtlich erfüllt ist, hat das ganze Kapitel

doch eine prophetische Dimension bis in die Endzeit.

Warum?

– Dieses Kapitel beschreibt eine Zeit, in der das Volk Israel

zurückkehrt und die Völker seine Knechte sein werden:

«Denn der Herr wird sich über Jakob erbarmen und Israel

wieder erwählen und sie zur Ruhe bringen in ihrem Land.

Und der Fremdling wird sich ihnen anschliessen, und sie

werden dem Haus Jakobs anhängen. Und die Völker werden

sich ihrer annehmen und sie an ihren Ort bringen; und das

Haus Israel wird sie im Land des Herrn als Knechte und

Mägde zum Erbbesitz erhalten; so werden sie die gefangen

nehmen, deren Gefangene sie gewesen sind, und diejenigen

beherrschen, die einst sie bedrängten» (14,1-2).

Das war bei der ersten Rückkehr aus Babylon unter

Serubbabel nicht der Fall, damals kehrten lediglich 42 360

Juden zurück (Esr 2,64) und diese blieben die Knechte

Persiens (Esr 9,9). Es gibt aber eine letzte Rückführung

der Juden, bevor Jesus zurückkehrt, und in dieser Zeitphase

befinden wir uns heute (Am 9,14-15).

– Zudem deutet Jesaja auf eine Zeit, in der Gott Seinem

Volk Ruhe verschafft: «Es wird geschehen, an dem Tag, an dem

der Herr dir Ruhe verschafft von deiner Qual und Unruhe und

von dem harten Dienst, der dir auferlegt war» (14,3).

Das ist in der Weise bei der ersten Rückführung aus

Babylon ebenfalls nicht geschehen, es ist aber für die

Zukunft vorausgesagt. «Denn wenn Josua sie zur Ruhe

gebracht hätte, so würde nicht danach von einem anderen

Tag gesprochen. Also bleibt dem Volk Gottes noch eine

Sabbatruhe vorbehalten» (Hebr 4,8-9).

– Des Weiteren schildert Jesaja über Babylon hinaus den

Fall Satans (14,12ff), was ebenfalls ein Hinweis darauf ist,

dass Jesajas Blick weiter reicht, wird doch der Fall Satans

schliesslich nach Offenbarung 12 noch seine Vollendung

finden.

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D I E B I B L I S C H E B O T S C H A F T

Nachrichten aus Israel • 2/2009

Gegen Ende von Jesaja 14 wird der Kampf zwischen dem

Philisterland und Zion beschrieben. Das Wohngebiet der

Philister befand sich an der Mittelmeerküste im Südwesten

Israels in der Nähe von Ägypten, wobei eine der Hauptstädte

der Philister Gaza war (Ri 16,21; 1.Sam 6,17-18).

Die Philister gehörten durch die ganze Geschichte

hindurch zu den ärgsten Feinden Israels. Der Konflikt zwischen

Israel und den Philistern war unter anderem deshalb

so gefährlich und gestaltete sich darum als so zäh, weil sie

innerhalb der Grenzen des Landes lebten, das Gott Israel

wikipedia

zugesprochen hatte. Darum konnten sie ihren Krieg gegen

das jüdische Volk ohne grosse Hindernisse führen.

Das alles ist heute wieder hochaktuell, die Geschichte

wiederholt sich. Als Israel am Anfang seiner Geschichte

unter Josua in das von Gott verheissene Land zog, gehörten

die Philister zu den grössten Feinden. Nun, am Ende der

Geschichte, nachdem Israel seit 1948 ein eigener Staat ist,

gehören die Bewohner jenes Gebietes wieder zu den grössten

Feinden des jüdischen Volkes.

Ich sage bewusst, «Bewohner jenes Gebietes», weil

die heutigen Palästinenser nicht von den Philistern der

damaligen Zeit abstammen. Es gab – nachdem Israel das

Land verlassen hatte – nicht einmal einen arabischen Staat

in dieser Region, aber die Namen sind wieder aktuell, die

Problematik und der Feind sind immer noch derselbe.

Der jüngste Kampf der palästinensischen Hamas gegen Israel

ist wiederum ein aktueller Hinweis auf die Erfüllung noch

zukünftiger biblischer Prophetie. Es stecken einige Aussagen

in den letzten Versen von Jesaja 14, die aufhorchen lassen,

da sie damals aktuell waren und es heute wieder sind. Ich

möchte nicht behaupten, dass dies jetzt die Erfüllung wäre.

Es geht mir nur darum, aufzuzeigen, dass sich die Geschichte

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wiederholt, die Bibel immer aktuell ist und es interessante

Parallelen gibt, die uns an das ewig gültige Wort erinnern, das

seiner letzten Erfüllung unabwendbar näher kommt.

Die Verse 28-29 beschreiben die Freude der Philister

über den Tod des Königs Ahas und darüber, wie sie sich

deshalb als Sieger wähnten. «Im Todesjahr des Königs Ahas

ist dieser Ausspruch ergangen: Freue dich nicht, ganz Philisterland,

dass der Stock zerbrochen ist, der dich schlug!»

Ahas war der Enkel von Usija, der die Philister besiegt, ihr

Gaza: Wieder gehören die Bewohner jenes

Gebietes zu den grössten Feinden Israels

Land eingenommen, ihre Mauern niedergerissen und unter

ihnen Siedlungen gebaut hatte (2.Chr 26,6-7). Die Herrschaft

dauerte unter seinem Sohn Jotam und dessen Sohn

Ahas an (2.Chr 26,23; 27,9). Unter Ahas ging es mit Juda

aber stark bergab und im Norden kamen die Syrer (Aramäer)

und siegten über ihn (2.Chr 27,5).

Als der als «Hardliner» bekannte ehemalige Ministerpräsident

Israels, Ariel Scharon, einen Schlaganfall erlitt und

der Libanonfeldzug im Norden (beherrscht von Syrien) ein

Desaster wurde, freuten sich die palästinensischen Terrorgruppen

und wähnten sich als Sieger über Israel.

Doch in Vers 29 werden die Philister gewarnt: «Freue

dich nicht, ganz Philisterland … Denn aus der Wurzel der

Schlange wird eine Natter hervorkommen, und deren Frucht

wird ein fliegender, feuriger Drache sein.» Die Philister sollten

sich nicht sicher wähnen, denn ein anderer würde kommen

und sie wieder bezwingen. Der Sohn Ahas’ war Hiskia

und über diesen heisst es: «Er (Hiskia) schlug die Philister

bis hin nach Gaza und dessen Gebiet, vom Wachtturm bis

zu den festen Städten» (2.Kön 18,8).

Die heutigen terroristischen Gruppierungen fühlten sich

Israel überlegen und sicher und sie versteckten auch ihre


Schadenfreude nicht. Sie nutzten den Waffenstillstand mit

Israel, um Waffen anzuhäufen und dann mit neuer Kraft

loszuschlagen. Doch was daraufhin geschah, kam für sie

und für die ganze Welt vollkommen überraschend. Israel

liess sich den erneuten Raketenbeschuss nicht länger bieten,

sondern griff mit voller Kraft wie ein «fliegender Drache»

aus der Luft an. Aus einem «zerbrochenen Stab» (Scharons

Schlaganfall und dem Libanonfeldzug) wurde ein fliegender,

feuriger Drache.

Übrigens kommt diese Dreierkombination von Stock,

Natter und Drache nicht von ungefähr: «Freue dich nicht,

ganz Philisterland, dass der Stock, der dich schlug, zerbrochen

ist! Denn aus der Wurzel der Schlange wird eine giftige

Natter kommen, und ihre Frucht wird ein feuriger fliegender

Drache sein» (Jes 14,29; Lth).

– Der Stock ist identisch mit der Schlange, darum heisst es

«aus der Wurzel der Schlange».

– Aus diesem Stock bzw. der Wurzel der Schlange, die zerbrochen

schien, wird eine giftige Natter oder giftige Viper

(Hfa) hervorkommen.

– Aus ihr (der Schlange) wird schliesslich ein fliegender,

feuriger Drache kommen. «Freut euch nicht zu früh, ihr

Philister … Der Stock, der euch schlug, ist zwar nun zerbrochen,

doch aus der toten Schlange wird eine giftige Viper

und aus dieser ein fliegender Drache!» (V 29; Hfa)

Gegen die Feindschaft und Tyrannei Ägyptens setzte

Mose damals seinen Stock ein, den er auf die Erde werfen

musste und der zur Schlange wurde (2.Mo 4,2-4). Jetzt

könnte man meinen, der Stock sei zerbrochen, die Schlange

tot, Gottes Geschichte mit Israel habe aufgehört. Aber

dem ist nicht so. Die Heilsabsichten Gottes mit Seinem Volk

entwickeln sich weiter durch die Geschichte hindurch bis

zur letzten Wiederherstellung Israels. Aus einem Stab wird

eine Schlange, aus der Schlange eine giftige Natter und aus

der giftigen Natter schliesslich ein fliegender Drache. Im

höchsten prophetischen Sinn sind die Wurzel der Schlange

und der fliegende Drache deshalb ein Bild für den Messias,

der schliesslich die Feinde Israels besiegen wird.

– Der Messias ist der Wurzelstock, der Zweig aus dem

Stumpf Isais und der Schössling aus seinen Wurzeln (Jes

11,1).

– Er ist die lebendige Verkörperung der ehernen Schlange

in der Wüste (Joh 3,14).

– Und so gewaltig es ist, dass aus einem Stock eine Schlange

wird und aus einer Schlange ein Drache, so gewaltig-herrlich

wird der unscheinbare Mann aus Nazareth in den Lüften

in grosser Kraft und Herrlichkeit wiederkommen und für

Israel kämpfen. Der, der einst wie die eherne Schlange am

Kreuzesholz aufgehängt wurde – was wie eine Niederlage

aussah und worüber sich die Feinde freuten –, wird als

feuriger Drache zurückkehren.

Vers 31 beschreibt den damaligen Angriff Assyriens auf

das Philistergebiet, nach dem Feldzug Hiskias. Der zerbrochene

Stock deutete auf Ahas, die sich daraus entwickelnde

Natter auf Hiskia und der fliegende Drache auf Assyrien:

«Jammere, o Tor! Schreie, o Stadt! Verzage, ganz Philisterland!

Denn von Norden kommt Rauch und eine lückenlose

Schar!» Die Stadt sollte schreien, das Land erzittern, weil sie

vom Norden her von einer «lückenlosen» Schar angegriffen

werden würden. Genau in dieser Art hat auch das israelische

Militär Gaza vom Norden her angegriffen; zunächst aus der

Luft wie ein «fliegender Drache» und danach rückte es mit

Bodentruppen gleich einer lückenlosen Schar in das Gebiet

ein. Das prophetische Wort ist oft vielschichtig, so auch

hier, indem wir in diesen Versen eine dreifache Bedeutung

finden:

– Die Erfüllung zur Zeit Jesajas.

– Eine Erfüllung durch die ganze Geschichte des jüdischen

Volkes.

– Eine Voll- und Enderfüllung in dem Messias.

In Vers 32 entdecken wir ebenfalls eine interessante Parallele

zu unserer Zeit: «Was wird man den Boten der Heiden

sagen? ‹Der Herr hat Zion gegründet, und hier werden die

Elenden seines Volks Zuflucht haben›» (Lth).

Die Heiden (UNO, EU) meldeten sich zu Wort und sandten

ihre Abgeordneten nach Israel, mit der Aufforderung

zur Mässigung.

Doch hinter allem, was in Israel vor sich geht, steckt

eine Botschaft: Der Herr erfüllt Seine Verheissung an Zion.

Er, der Zion wieder gegründet hat (1948), wird schliesslich

selbst der Zufluchtsort für Sein Volk sein. Wir lesen in der

Offenbarung, wie der Herr Jesus Satan endgültig besiegt und

aus dem Himmel verbannt und wie das neue Jerusalem auf

die Erde kommt. Dann wird die Welt vom Messias regiert

und es wird Gerechtigkeit und Frieden unter den Völkern

herrschen. «Er wird auf diesem Berg die Schleierhülle wegnehmen,

die alle Völker verhüllt, und die Decke, womit alle

Nationen bedeckt sind» (Jes 25,7).

Vom Tod zum Leben. Es ist ein Wunder, wenn Tote auferstehen

– geistlich gesehen nicht weniger, doch Letzteres

geschieht immer wieder.

Jesus Christus ist gekommen, für uns gestorben, aus

den Toten auferstanden und über alle Himmel erhöht, um

geistlich Tote und Blinde zu erwecken. «Die hat er wirksam

werden lassen in dem Christus, als er ihn aus den

Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den

himmlischen Regionen, hoch über jedes Fürstentum und

jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der

genannt wird, nicht allein in dieser Weltzeit, sondern auch

in der zukünftigen» (Eph 1,20-21).

Jesus ist erhöht über jede andere Macht und alles ist Ihm

unterworfen. Somit ist Jesus auch weit über den erhöht, der

nach Epheser 2,2 im Luftbereich herrscht und diese Welt dämonisiert.

Jeder, der an Jesus glaubt, wird lebendig, geistlich

von neuem geboren und der Stellung nach in Jesus bereits in

die himmlischen Regionen versetzt. Er steht deshalb nicht

mehr unter dem Machtbereich Satans, sondern unter der

Herrschaft des Geistes Jesu (Kol 1,13).

«Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner

grossen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns,

die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus

lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr errettet! – und

hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen

Regionen in Christus Jesus» (Eph 2,4-6).

Diese Veränderung haben schon viele Menschen erlebt

und das ist immer wieder ein Beweis für die Wahrheit der

Kraft Jesu. �

9


J E S C H U A U N D I S R A E L

Nachrichten aus Israel • 2/2009

10

EIN MESSIANISCHES PANORAMA AUS JERUSALEM

Wer will Jeschua von Israel trennen?

«Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und

sieh!» (Joh 1,46).

DR. GERSHON NEREL – TEIL 31

Wie in den letzten zweitausend Jahren

bemüht sich auch heute das etablierte

Judentum um eine Trennung zwischen

Jeschua und dem jüdischen Volk. Wenn jemand

als Jude geboren ist, kann er oder sie

an alles Mögliche glauben und gilt dennoch

als vollwertiges Mitglied des Judentums.

Die Sache verhält sich jedoch anders,

wenn ein Jude oder eine Jüdin an Jeschua

als Messias und Sohn Gottes glaubt. Denn

für Juden, die an der jüdischen Tradition

festhalten, kommt die Konvertierung zum

Christentum einem Verrat gleich. Diese Position

wird nicht nur von orthodoxen Rabbinern

vertreten, sondern auch von ihren

Kollegen aus Kreisen des konservativen

und des Reformjudentums, von Richtern

des Obersten Gerichtshofs, säkularen Journalisten,

ja sogar von Professoren und

Stu-

denten an

Universitäten.

Anders ausgedrückt ist

diese Sichtweise in allen Kreisen des jüdischen

Volkes noch immer weit verbreitet.

Für den Durchschnittsjuden, und

zwar nicht nur den normalen Bürger «auf

der Strasse», gibt es eine deutliche Trennungslinie

zwischen Juden und Nichtjuden,

zwischen dem «jüdischen Messias, der noch

nicht gekommen ist», und dem Messias

der Nichtjuden (hebr.: Goyim). Bei vielen

Debatten zwischen Juden und Christen

weigert sich deshalb die jüdische Seite, an

Jeschua glaubende Juden mit einzubeziehen,

Für den Durchschnittsjuden gibt es eine

deutliche Trennungslinie zwischen dem «jüdischen

Messias» und dem Messias der

Nichtjuden

weil sich die Vertreter des etablierten Judentums

als einzig wahre Juden ansehen.

Die Gesprächspartner aus «allgemein

anerkannten» jüdischen Kreisen sind

zwar bereit, Dialoge mit nichtjüdischen

Christen zu führen, aber die Teilnahme

von jüdischen Gläubigen an Jeschua wird

verächtlich als für die Diskussion «irrelevant»

abgelehnt. Man befürchtet offenbar,

dass die Anwesenheit jüdischer Jünger

Jeschuas bei solchen Gesprächen die im

Verlauf der Geschichte errichtete Barriere

zwischen «uns» (den «wahren» Juden)

und «den anderen» (den Nichtjuden) zum

Einstürzen bringen könnte. Diese Art von

Trennungslinie möchte ich an zwei Beispielen

veranschaulichen.

Kürzlich hat ein ebenfalls an Jeschua

glaubender Kollege von mir einem Professor

an der Hebräischen Universität vorgeschlagen,

mich zu einem Kolloquium über

Juden und Christen im heutigen Israel

einzuladen. Ich hätte bei dieser Veranstaltung

aus der Perspektive jüdischer

Gläubiger an Jeschua sprechen sollen.

Also rief ich den Organisator dieses

Seminars an. Er bat mich, ihm rechtzeitig

vor Beginn des Kolloquiums im

Van-Leer-Institut in Jerusalem meinen

Lebenslauf und eine

Liste meiner akademischenPublikationen

in einer E-Mail

zuzusenden. Ich

entsprach seiner

Bitte, erhielt aber keine Antwort. Als ich

den Organisator schliesslich noch einmal

anrief, sagte er mir, mein Thema sei «für

die Zielrichtung dieses Kolloquiums nicht

relevant». Er hielt es noch nicht einmal für

nötig, sich für seine ausbleibende Antwort

auf meine E-Mail zu entschuldigen. Ich

war zwar enttäuscht, aber trotzdem nicht

besonders überrascht, weil mir so etwas

nicht zum ersten Mal passiert ist. Aber

um der Wahrheit willen sollte ich auch

erwähnen, dass ich bei anderen Gelegenheiten

in akademischen Kreisen eingeladen

war, um die jüdisch-messianische Position

darzulegen, in der Regel allerdings «nur»

aus einer historischen Perspektive heraus,

ohne die Möglichkeit, «relevante», aktuelle

Themen anzusprechen.

Ein weiterer Fall wurde sogar von den

Medien aufgegriffen. Am 26. November 2008

erschien in der Tageszeitung The Jerusalem

Post ein Artikel mit der Überschrift «Birthright-Programm

filtert messianische Juden

heraus». Der Untertitel lautete: «Bestimmte

Handlungen enttarnen Bewerber als Nichtjuden».

Das Birthright-Programm (hebr.: Taglit)

organisiert für jüdische Jugendliche aus den

USA kostenlose Reisen nach Israel. Erst seit

Kurzem gibt es ein Auswahlverfahren, weil

die Organisatoren des Programms messianische

Juden an der Teilnahme hindern wollen.

In einem Fragebogen müssen die Bewerber

auch eine Frage zu ihrer Religionszugehörigkeit

beantworten und sich zum etablierten

Judentum bekennen. Ausserdem müssen sie

eine Erklärung unterschreiben, die in etwa

so lautet: «Ich gehöre nicht zu Gruppierungen

oder folge Praktiken, die dem messianischen

Judentum, den Jews for Jesus oder sonstigen

judenchristlichen Strömungen zugeordnet

werden können.» Nach einer im Fragebogen

enthaltenen Klausel können Bewerber sofort

vom Programm ausgeschlossen werden,

wenn sie bekennen, jüdische Gläubige an

Jeschua zu sein. In diesem Fall verlieren sie

ein symbolisches Wertguthaben, und sie können

sogar zur Rückzahlung der gesamten,

vom Programm getragenen Reisekosten (um

die 2 000 US-Dollar) verpflichtet werden. Bei

dieser Ausgrenzung aus dem jüdischen Volk

handelt es sich um eine religiöse Diskriminierung,

die bei anderen Juden in dieser Form

nicht vorkommt. Da spielt es offenbar keine

Rolle, ob sie Anhänger des Buddhismus oder

des Atheismus sind.

Allerdings können solche Repressalien

jüdische Jünger Jeschuas nicht von ihrer

jüdischen Identität trennen und auch nicht

aus dem gesellschaftlichen Leben in Israel

ausschliessen. De facto ist der Einfluss

messianischer Juden bereits deutlich spürbar

geworden, weil die Realität und die täglich zu

beobachtende Erfüllung biblischer Prophezeiungen

letzten Endes stärker sind als jedes

Vorurteil. �


ASSAF HAROFEH

H I N T E R G R U N D I N F O R M A T I O N E N A U S I S R A E L

Persönliche Zeilen von Dr. Mordechai Waron

Anlässlich des Gaza-Krieges richtet Dr. Mordechai Waron einen persönlichen Brief an unsere Leser und Freunde

des Assaf-Harofeh-Krankenhauses.

«Liebe Freunde, ich übermittle Ihnen

ein herzliches Shalom aus dem Heiligen

Land. Ich schreibe Ihnen diese Zeilen,

während Israel wieder einmal um sein

Existenzrecht kämpfen muss. Das Assaf-Harofeh-Krankenhaus

– Ihr

Krankenhaus in

Israel – ist auf

alle Eventualitäten

eingestellt, auch

auf die Behandlung

vieler Verwundeter


Dieser Krieg

wurde uns von

der grausamen

Hamas-Terrorgruppe

absichtlich

aufgezwungen.

Dieser Krieg ist,

wie Staatspräsident

Peres es in

der Weltpresse

formulierte, der

irrsinnigste und

dümmste Schritt

der Hamas-Terroristen,

denen das

Leben und Leiden

der palästinensischen

Zivilisten

vollkommen egal

sind, und die es

zudem nicht im

Geringsten interessiert,

dass sie die gesamte Region in

Gefahr bringen.

Was geht eigentlich in den Köpfen der

Hamas-Anführer vor? Glauben sie, dass die

Israelis aus ihrem Land fliehen werden,

weil sie sie mit Raketen beschiessen? Das

Volk Israel, das sich nach dem Holocaust

im Heiligen Land einfand, hat keinen anderen

Ort zum leben. Es hat keinen anderen

Ort, wohin es fliehen kann. Wir könnten lediglich

ins Meer springen. Daher haben wir

nur eine einzige Alternative: Hier bleiben

und kämpfen. Niemand in der Welt kann

uns das Recht auf Selbstverteidigung

verweigern.

Was hat Israel nicht alles versucht,

um diese Kraftprobe im Gazastreifen

zu vermeiden? Seit über sieben Jahren

beschiessen die Hamas und anderer Terrorgruppen

aus dem Gazastreifen heraus

unsere Dörfer und Städte. Sie wollen

möglichst viele Menschen töten, darunter

auch Frauen und Kinder. Es ist ein Wunder

Gottes, dass diese Tausende von Raketen

in den letzten sieben Jahren nicht noch

mehr Opfer gefordert haben.

Zuerst behaupteten sie, dass die Raketen

abgeschossen würden, weil Israel im

Gazastreifen Siedlungen unterhalte. Doch

dann entschied Ariel Scharon, das besetzte

Gebiet des Gazastreifens an die Palästinenser

zurückzugeben. Bei einer traumatischen

Aktion wurden 7 000 Juden, die dort

teilweise seit vier Jahrzehnten lebten, aus

ihren Häusern herausgeholt, um die Siedlungen

zu räumen. Scharon und die legitime

Palästinensische Autonomiebehörde unter

Mahmud Abbas stimmten darin überein,

alles dafür zu tun, dass der Gazastreifen

Ariel Scharon liess Siedlungen im Gazastreifen

gewaltsam räumen und zerstören. Seither

vermehrte sich der Raktenbeschuss

mit seiner extrem hohen Bevölkerungsdichte

neue Hoffnung auf eine bessere

Zukunft erhält. Doch dann übernahm die

Hamas die Macht im Gazastreifen. Anfangs

spielte sie ein augenscheinlich demokratisches

Spielchen. Schliesslich warf sie

alle demokratische Augenwischerei über

Bord und liess im ganzen Gazastreifen

nur noch Gewalt und Terror sprechen.

Hunderte von Fatah-Anhängern wurden

ermordet. Alle Pläne, die Lebensqualität

im Gazastreifen zu verbessern, wurden

ignoriert. Stattdessen verwandelte die

Hamas den Gazastreifen in ein einziges

grosses Waffenlager, in dessen Raketenfabriken

alle möglichen zerstörerischen

Flugkörper zusammengebastelt wurden.

Das Kriegsmaterial lagerte sie einfach in

den Wohnhäusern unschuldiger Zivilisten,

die die Hamas auf diese Weise zu menschlichen

Schutzschilden machte.

Sieben Jahre lang beschoss sie die

Bevölkerung in Israels Süden Tag für Tag

mit unzähligen Raketen. Aus humanitären

Gründen hielt sich Israel mit Reaktionen

zurück. Doch humanitäre Gesten werden

nun einmal oft als ein Zeichen von Schwäche

ausgelegt. So-

mit wurden immer

mehr Raketen auf

Israel abgefeuert.

Dieser Wahnsinn

erreichte im Dezember 2008 seinen Höhepunkt,

obwohl im Juni 2008 eine sechsmonatige

Feuerpause vereinbart worden

war, die die Hamas jedoch wiederholt

verletzte. Die internationale Gemeinschaft

einschliesslich Ägypten und Jordanien versuchte,

die Hamas zu einer Verlängerung

des Waffenstillstands zu bewegen. Damals

reiste unsere Aussenministerin Tzipi Livni

eigens nach Kairo, um die Verhandlungen

in dieser Angelegenheit abzuschliessen.

Am selben Tag schoss die Hamas insgesamt

85 Raketen auf Israel ab. Zugleich

erklärte die Hamas, an einer Feuerpause

nicht interessiert zu sein. Das kam einer

Kriegserklärung gleich. Was also hätte

Israel tun können? Hätte Israel den unaufhörlichen

Beschuss mit Raketen, der

immer mehr israelische Opfer forderte,

weiterhin tolerieren sollen? Hat jemand

das moralische Recht, das zu tun?

11


H I N T E R G R U N D I N F O R M A T I O N E N A U S I S R A E L

Nachrichten aus Israel • 2/2009

Ein Krieg war somit unabwendbar. Ich

empfinde ehrliches Mitgefühl für die friedliche

palästinensische Bevölkerung, die keine

Gewalt unterstützt. Und dennoch bleibt

es nun einmal eine Tatsache, dass auch sie

es war, die die Hamas mit an die Macht

brachte. Jeder Palästinenser, der im Keller

seines Wohnhauses Waffen versteckt, die

ausschliesslich dazu da sind, um Israelis

zu töten, ist als Terrorist anzusehen.

Für uns ist es wichtig, dass Sie diese Tatsachen

kennen und verstehen, denn Sie sind

eine der sehr wenigen Stimmen in Europa,

die sich für uns Gehör verschaffen kann.

Das Einzige, was Israel fordert, ist ein

Ende des fortwährenden Raketenbeschusses

und des Kriegsmittelschmuggels in den

Gazastreifen. Für Israel geht es dabei um

Leben und Tod. Es ist in jeder Hinsicht

eine hundertprozentig gerechtfertigte

Forderung. Gott möge uns davor schützen,

dass Israel in die nächste Phase des

12

KRIEG IN ISRAEL

Krieges eintreten und dorthin vordringen

muss, wo sich die Hamas inmitten der dicht

gedrängten Zivilbevölkerung versteckt und

hinter dem Schutzschild von Frauen und

Kindern ihre Waffen lagert.

Wir danken Ihnen erneut für Ihre

Unterstützung und für Ihre Freundschaft.

Ihre guten Taten haben im Laufe der Jahre

in Israel Tausende von Menschenleben

gerettet. Wir hoffen, dass wir die Freude

haben werden, Sie in einer Atmosphäre des

Friedens in Israel begrüssen zu können.

Mit den besten Wünschen für Gesundheit

und Freude. Möge Gott Sie alle segnen, Ihr

Dr. M. Waron.» Übersetzt von AN

Kommentar: Der Kampf Israels

ist eigentlich auch unser Kampf. Denn

die Feinde Israels werden vom Fürsten

dieser Welt beherrscht. Israel und wir

Christen haben denselben Gegner: «Euer

Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein

Die Militäroperation im Gazastreifen

brüllender Löwe …» (1.Petr 5,8). Für Israel

ist es ein physischer Kampf, für uns ein

geistlicher.

Auch sind wir in den edlen Ölbaum Israel

eingepfropft worden und so organisch

mit Israel verbunden (vgl. Röm 11,17-24).

Deshalb nehmen Christen auch besonders

Anteil am Ergehen Israels.

Wir haben ein neues Soforthilfe-Projekt:

das Kinderheim Neve Hanna in Kirjat Gat,

das in Reichweite der Raketen aus Gaza

liegt. Die Schutzräume dieses Kinderheims

müssen dringend erneuert werden, damit

die Kinder vor möglichen weiteren Raketen

in Sicherheit sind. Auch das Assaf-Harofeh-Krankenhaus

braucht weiterhin unsere

Hilfe. Unterstützen Sie Israel mittels des

beiliegenden Einzahlungsscheins, bitte mit

Vermerk: «Soforthilfe für Israel». Jede Gabe

für ein Projekt wird ohne den geringsten

Abzug nach Israel weitergeleitet. Helfen

Sie uns, Israel zu helfen! CM �

Ab Mitte Dezember 2008 wurde der Süden Israels unentwegt mit Raketen aus dem Gazastreifen beschossen.

Am 27. Dezember 2008 lief die Operation «Gegossenes Blei» an. Nach einer Woche israelischer Luftangriffe

folgte am 3. Januar 2009 der Einsatz von Bodentruppen.

Um 15.30 Uhr klingelte das Telefon

bei Familie Sinwar in einem der Wohnviertel

in Gaza-Stadt. Die Tochter Iman nahm

den Hörer ab. «Salam», sagte am anderen

Ende eine tiefe Männerstimme in bestem

Arabisch. «Hier ist die israelische Armee.

In zehn Minuten wird Ihr Haus bombardiert.

Wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist, dann

verlassen Sie das Haus sofort.»

Fünf Minuten später standen alle neun

Mitglieder der Familie bereits im Treppenhaus.

Dort stiessen sie auf ihre Nachbarn,

die ebenfalls in dem Haus lebten. Auch

sie hatten einen solchen Anruf erhalten.

Draussen waren schon viele Menschen auf

den Beinen. Sie alle hatten einen Anruf von

Die israelische Armee warnte alle Bewohner

des von der Hamas missbrauchten Hauses

telefonisch

der israelischen Armee erhalten. Um genau

15.40 Uhr lag das Haus, in dem Familie

Sinwar gewohnt hatte, in Trümmern. Das

Bombardement der israelischen Luftstreitkräfte

liess auch das enorme Waffen- und

Sprengstofflager explodieren, das die

Hamas im Keller dieses Wohnhauses

angelegt hatte.

Bei diesem Bombardement wurde kein

einziger Zivilist verletzt.

Es gab auch andere Fälle. Nizar Rian,

ein hochrangiger Hamas-Anführer, erhielt

ebenfalls einen Warnanruf der israelischen

Armee. Er hatte einen seiner Söhne zu einem

Selbstmordanschlag auf einen israelischen

Grenzposten geschickt. Trotz der

Warnung, dass das

gesamte Wohnviertel

in Jabalija bombardiert

werden würde,

wollte er unter keinen

Umständen das

Haus verlassen. Er verbot auch seinen

vier Frauen und Kindern, die Flucht zu

ergreifen. Die Familie kam ums Leben.

So sieht der Kampf des Staates Israel

im Gazastreifen aus.

Es ist zu bezweifeln, dass irgendwo

auf der Welt zu irgendeinem Zeitpunkt

ein Krieg auf diese Weise geführt wurde.

Doch Kriege können nicht punktuell

sein. Kriege sind nicht human. Das gibt es

nicht. Dennoch versuchte die israelische

Armee im Gazastreifen, einem der am

dichtesten bevölkerten Flecken der Erde,

so menschlich wie nur irgend möglich


vorzugehen. Alleine in den ersten drei

Tagen des Kampfes erhielten 9 000 palästinensische

Familien im Gazastreifen

Anrufe. Bei der israelischen Armee heisst

diese Vorgehensweise, die keine andere

Armee der Welt praktiziert, schlicht und

einfach: «Anklopfen». «Wir», sagte ein befehlshabender

Offizier, «gehen gegenüber

der unschuldigen Zivilbevölkerung mit

Samthandschuhen vor. Gegen die Hamas

lassen wir die eiserne Faust walten. Das

Problem ist, dass diese Terroristen sich

hinter der Zivilbevölkerung verstecken

und sie als menschliche Schutzschilde

missbrauchen.»

Israels Armee versuchte, ihre Samthandschuh-Politik

gegenüber der Zivilbevölkerung

immer mehr auszudehnen.

Dazu gehörte auch eine einseitig deklarierte

tägliche Waffenruhe für jeweils drei

Stunden an den Nachmittagen. So sollte

den Zivilisten ermöglicht werden, sich mit

Trinkwasser, Lebensmitteln und Medikamenten

zu versorgen, die Israel weiterhin

über die offen gehaltenen Grenzübergänge

zum Gazastreifen passieren liess.

Die Hamas ihrerseits nutzte diese israelische

Vorgehensweise auf zynischste

Weise aus. Viele leitende Hamas-Anführer

hatten nichts anderes zu tun, als sich

während der Kriegstage in den Tunneln zu

verkriechen, die ihre Terrororganisation

ENDE DER GEDULD

«Genug ist genug»

beispielsweise unter dem Al-Shifa-Krankenhaus

in Gaza angelegt hatte. Dieses

«Privileg» billigten sie ihren eigenen

Bürgern, der Zivilbevölkerung von Gaza,

jedoch nicht zu. Sie missbrauchten sogar

Kinder als menschliche Schutzschilde.

Sie schossen Raketen vom Gelände einer

Schule ab, auch als diese sich während

der Kampfhandlungen mit immer mehr

Flüchtlingen füllte. Die israelische Armee

reagierte auf den von dort ausgehenden

Raketenbeschuss. Das Ergebnis solcher

Vorgänge und die Reaktion darauf ist

manchmal so tragisch und schwer, dass

man so etwas kaum in Worte fassen kann.

Während der Kampfhandlungen sind auch

Fehler gemacht worden – Fehler, die tragische

Folgen hatten. Und dennoch: Nur

ein kleiner Teil der Bomben, die aus der

Luft abgesetzt wurden, verfehlte das eigentliche

Ziel. Unter den Toten sind viele

unschuldige Zivilisten, darunter auch

Frauen und Kinder. Das ist tragisch. Das

ist sehr schwer hinzunehmen. Doch leider

ist so etwas in einem Krieg, der in einem

bebauten und bewohnten Gebiet ausgetragen

wird, nicht zu vermeiden.

Die arabischen TV-Sender sendeten

aus Gaza schreckliche Bilder. Sie liessen

sie endlos über die Bildschirme flimmern.

Auch in Israel waren solche Bilder zu

sehen. Was die Welt aber zumeist nicht

sah, war das Blut und der Schmerz auf

israelischer Seite. An der Front um die

Meinung der Weltöffentlichkeit hat Israel

den Krieg – wie immer – verloren. ZL

Kommentar: Mose sagte in einem

seiner Abschiedsworte: «Wohl dir, Israel!

Wer ist dir gleich, du Volk, das durch den

HERRN gerettet ist?» (5.Mo 33,29). Werden

wir durch die Vorgehensweise der israelischen

Armee nicht daran erinnert? Welche

Armee ruft die Feinde an, sie sollten sich

in Sicherheit bringen, da ihr Haus als

Waffenlager diene? Das erkennt die Welt

nicht an.

Übrigens, die Zahl der von Hamas angegebenen

Toten kann niemand beweisen.

Man weiss von dieser Terrororganisation,

dass sie nur zu gerne solche Zahlen manipuliert

und hochschraubt. In andern

Krisenherden der Welt (Irak, Afrika usw.)

sterben weit mehr Menschen durch Kriege

und kaum einer demonstriert. Im Fall Israels

ist das natürlich anders. Hier wurde

wieder einmal mit zweierlei Mass gemessen.

Der Hauptgrund ist, dass Israel eben

Gottes Volk ist. Damit ist alles gesagt.

Ich möchte noch auf einen Link zu

einem interessanten englischsprachigen

Beitrag über die Hintergründe des Gaza-

Konflikts hinweisen: www.youtube.com/

watch?v=j61ktUeDDuo. CM �

Der Krieg im Gazastreifen ist schlicht und ergreifend aus einem Grund ausgebrochen: Dem Staat Israel und

seinen Bürgern reichte es, den fortwährenden Raketenbeschuss der Hamas hinzunehmen. Sie hatten die

Nase voll.

Die Israelis hatten genug davon, gegenüber der Terrororganisation

Hamas Geduld und Toleranz an den Tag zu legen. Die Hamas hat den

Bogen überspannt, hat die Zurückhaltung

und Selbstbeherrschung Israels und seiner

demokratischen Regierung ausgenutzt und

im wahrsten Sinne mit dem Feuer gespielt.

Nun hatten die Israelis die Nase voll von den

unverschämten Forderungen der Hamas-Anführer,

die die ganze Zeit über fleissig Raketen

abgeschossen und

zugleich gegenüber

der internationalen

Gemeinschaft nur

Israel hat genug von diesem «Hamastan» vor

seiner Haustür

gejault und gejammert haben. Sie haben

israelische Dörfer und Städte fortwährend

beschossen und sich anschliessend darüber beklagt, dass Israel als

Reaktion darauf die Grenzübergänge zeitweise schloss und forderte,

dass der Schmuggel von Kriegsmitteln aufhören sollte.

Israel reichte es, dass diese Terrororganisation skrupellos Raketen

auf Wohngebiete der Zivilbevölkerung feuerte. Der Beschuss wurde

absichtlich auf

urbane Zentren des

Negev gerichtet,

auf die Hauptstadt

der Negev-Wüste,

Beerscheba, auf

Sderot, Aschkelon

und Aschdod. Es

sollten möglichst

viele israelische

Zivilisten in Angst

und Schrecken

versetzt, getötet

und verletzt werden.

Die Israelis hatten die Nase voll von diesem radikal-islamischen

«Hamastan» vor ihrer Haustür, das zudem vom Iran unterstützt

13


H I N T E R G R U N D I N F O R M A T I O N E N A U S I S R A E L

Nachrichten aus Israel • 2/2009

wird. Die Israelis hatten genug davon, nett und freundlich zu sein.

Inzwischen interessierte es sie auch nicht mehr, was andere über

sie denken.

Die Hamas nannte es gerne «Tahdiya», was so viel wie «Periode

der Ruhe» bedeutet. Diese temporäre Feuerpause war im Juni 2008

unter Vermittlung der Ägypter ausgehandelt worden. In den Monaten

der «Tahdiya» verfolgten die Angehörigen der israelischen Sicherheitsdienste

zähneknirschend die Vorgänge auf der palästinensischen

Seite. Es war klar, dass die Hamas den Krieg fortsetzen wollte und

die «Ruhepause» dazu nutzte, sich vorzubereiten und aufzurüsten. In

den Gazastreifen wurden in den folgenden Monaten Tausende von

Raketen, Tonnen von Sprengstoff und Zehntausende von Gewehren

geschmuggelt. Der Schmuggel erfolgte durch die Tunnel, die vom

Gazastreifen aus angelegt worden waren und unzählige unterirdische

Verbindungen nach Ägypten schafften.

Dutzende von Raketen gingen im israelischen Kernland nieder.

Israel reagierte nicht. Das Kabinett, das grundlegend mit den bevor-

stehenden Wahlen beschäftigt war, verwarnte die Palästinenser im

Gazastreifen. Der Beschuss solle sofort eingestellt werden. Doch

eine Reaktion auf die Angriffe blieb aus.

Die Hamas-Anführer legten das als Schwäche aus, als ein

politisches Schweigen aufgrund der in Israel bevorstehenden

Knesset-Wahlen. Schwäche muss man ausnutzen. Also gingen

die Terroristen ans Werk. Ohne Unterlass wurde Israel mit Raketen

beschossen. Und die Hamas stellte Forderungen: Der Raketenbeschuss

werde erst eingestellt, wenn die Grenzübergänge

geöffnet würden.

Am Sabbat, 27. Dezember 2008, beschloss Israel, dieser absurden

Situation ein Ende zu setzen. Israelische Kampfflugzeuge griffen

an und zerstörten etliche Waffenarsenale der Hamas. Andere

israelische Flugzeuge nahmen sich die Orte vor, wo Raketen in

den Rampen zum Abschuss bereitstanden. Zugleich wurden durch

Luftangriffe Dutzende von Schmuggeltunneln an der Grenze des Gazastreifens

zu Ägypten zum Einsturz gebracht. Diese Militäraktion

kam vollkommen überraschend. Der Schaden, der der militärischen

Infrastruktur wie auch der Moral der Hamas zugefügt wurde, ist

enorm. Israel gab sich jedoch weder der Euphorie noch Illusionen

hin. Zu deutlich hatte man nämlich noch das Szenario des Zweiten

Libanonkriegs vom Sommer 2006 vor Augen.

14

Wie einst Churchill in seiner berühmten «Blut, Schweiss, Tränen»-Rede

im Krieg gegen NS-Deutschland, so machte auch die

Führungsspitze des Staates Israel der Bevölkerung des Landes

klar, dass der Kampf gegen die Hamas-Terrororganisation nicht so

schnell vorbei sein würde. Man bereitete die Bürger darauf vor, dass

die Situation für sie, trotz des gut verlaufenen Anfangs, schwieriger

würde und Hunderte von Raketen in Israel niedergehen könnten. Das

war tatsächlich der Fall. Die israelischen Luftangriffe setzten dem

Raketenbeschuss kein unmittelbares Ende. Vielmehr schaffte es die

Hamas, den Radius auszudehnen. Somit kamen letztlich auch noch

die israelischen Bodentruppen zum Einsatz, die einen schwierigen,

für beide Seiten verlustreichen Auftrag auszuführen hatten.

Aufgrund der Lehren, die Israels Verantwortliche aus dem Zweiten

Libanonkrieg gezogen hatten, setzte man sich bescheidenere

Ziele, nicht die «Niederschlagung des Terrors», ja noch nicht einmal

«das Ende des Hamas-Terrors». Stattdessen wurde verkündet, für die

Bewohner in Israels Süden wieder ein Leben in Ruhe und Sicherheit

herstellen zu wollen.

Zwei Wochen nach Beginn der

Kampfhandlungen verabschiedete

der Weltsicherheitsrat der Vereinten

Nationen eine Resolution, die

eine sofortige Feuerpause forderte.

Die Hamas lehnte die Resolution ab,

denn sie hat kein Interesse an internationalen

Beobachtern an den

Grenzübergängen und einem Aufspüren

all ihrer Schmuggeltunnel.

Auch Israel lehnte die Resolution

ab, die keinen Lösungsvorschlag

dafür beinhaltete,

Israelische Bodentruppen an der Grenze zum

Gazastreifen

wie der zukünftige

Schmuggel von

Kriegsmaterial

in den Gazastreifen unterbunden

werden kann.

Die israelischen Bürger sind

durchaus gewillt, die erforderliche Last zu tragen und Opfer zu bringen,

wenn dabei eine akzeptable Lösung herauskommt. Als diese

Zeilen unmittelbar vor Redaktionsschluss geschrieben wurden,

gingen die Kampfhandlungen noch weiter. ZL

Kommentar: Die Tatsache, dass in vielen Städten weltweit gegen

Israel demonstriert wurde, zeigt, wie verkehrt, verdreht und verführt

die Menschen sind. Das kann man nur so erklären, dass der

Gott dieser Welt der Satan ist. Als Israel täglich über Monate und

Jahre mit Raketen beschossen wurde, gab es weltweit praktisch

keine einzige Demonstration gegen die Hamas. Lange hat Israel

geschwiegen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Fast 2 000 Jahre lang

wurden die Juden verfolgt, gequält und ermordet. Aber Gott erfüllt

Seine Verheissungen und Israel ist wieder da, als ein Staat mit einer

starken Armee.

Der Hass gegen Israel geht so weit, dass jedes Mittel recht zu

sein scheint: So zeigte das französische TV (France 2) bei einer Berichterstattung

über den Gazakonflikt eine 12-sekündige Sequenz

vom Libanonkrieg vor zwei Jahren, die angeblich die Opfer eines

israelischen Angriffs vom 1. Januar und die Panik der Bevölkerung

danach zeigte. In Wirklichkeit handelte es sich – wie gesagt – um

Aufnahmen, die bereits im Jahr 2005 gemacht wurden. CM �


MOMENTAUFNAHME

Aschkelon, 19.04 Uhr

Eine E-Mail mit dieser Überschrift schickte mir meine Freundin Maxine. In Aschkelon herrschte an jenem Tag

Daueralarm. Die Telefonleitungen waren beständig besetzt, so fragte ich per E-Mail nach, wie es ihr und ihrer

Familie gehe. Sie gestattete mir, ihre Antwort zu übersetzen und zu veröffentlichen.

«Es begann als ein schöner Morgen

im Januar 2009. Doch ab 10.30 Uhr war

es mit unserer Ruhe vorbei. Wir hatten

fast stündlich Alarm. Jedes Mal, wenn der

Alarm ‹Farbe Rot› ertönte, war eine Rakete

aus dem Gazastreifen in unsere Richtung

im Anflug. Und wieder heulten die Sirenen.

Wir waren gerade bei meiner Schwiegermutter.

Wir sprinteten ins Treppenhaus.

Einen Schutzraum

haben wir nicht,

also bot das Treppenhaus

mehr

Schutz als das

obere Stockwerk.

Die Familienparade

war schnell

angetreten: meine

Schwiegermutter,

mein Mann, meine

Nichte und ich.

Dann ein enormer

Knall. Das Haus

«Unsere Söhne kämpfen 15 Minuten von Zuhause

entfernt für unser Leben! Wir bleiben!»

wackelte. ‹Die ist

bei uns eingeschlagen!›,

brüllten meine

Nichte und mein

Mann gleichzeitig.

‹Keiner rührt sich von der Stelle!›

Obwohl man fünf Minuten warten soll,

hielten wir es kaum eine Minute aus. Wir

rannten nach draussen. Aus einem Haus

in einer anderen Strasse stieg Qualm auf.

Wir gerieten in Panik. Vielleicht hat es

eine Häuserreihe weiter hinten eingeschlagen,

dort wo eine Freundin wohnt?

Wir rannten los. Kaum waren wir um die

nächste Häuserecke gebogen, da ertönten

schon andere Sirenen: Polizei, Krankenwagen,

Bergungsdienste, Kommando

zum Schutz der Zivilfront … Begleitet

von Journalisten, Kameramännern und

Nachbarn – Nachbarn, die ich seit Jahren

nicht mehr gesehen hatte, Nachbarn, die

ich noch nie in meinem Leben gesehen

hatte … Alle waren da. Die Polizei hatte

in Windeseile alles abgesperrt, mit einem

rot-weissen Plastikband, so wie bei einem

Verbrechen – na ja, das hier war schliesslich

auch ein Verbrechen … Als wir näher

kamen, nur wenige Minuten, nachdem die

Rakete eingeschlagen war, gingen die Mitarbeiter

des Kommandos zum Schutz der

Zivilfront bereits von Haustür zu Haustür,

um zu fragen, ob die Menschen in Ordnung

seien. Kaum zu begreifen, wie schnell und

effizient sie waren!

Die Rakete hatte nicht bei unserer

Freundin eingeschlagen, sondern zwei Häuserreihen

weiter, direkt neben dem Haus

einer Rabbinerfamilie. Sie war in dem Park

eingeschlagen, in dem wir mehrmals täglich

mit unserem Hund Gassi gehen … Ich konnte

meine Augen nicht abwenden. Es war kaum

zu glauben. Nur etwas weiter nach links und

die Rakete hätte das Haus getroffen. Nur einen

Strassenzug weiter und sie hätte mein

Haus erwischt … Ein Wunder!

Als ich so dastand und mir die Worte:

‹Das ist ein Wunder›, immer wieder durch den

Kopf gingen, sprach mich ein brasilianischer

Reporter an. Er wollte mich fürs Fernsehen

interviewen.

Mitten im Interview kam es erneut

zum Alarm ‹Farbe Rot›. Jeder rannte um

sein Leben – das ist wörtlich zu verstehen!

Ich rannte hinter den Mitarbeitern

für Zivilschutz her. Wir kauerten in einem

Hauseingang. Andere, die auf dem freien

Parkgelände standen, warfen sich einfach

nur auf den Boden, die Hände schützend

über den Kopf haltend. Es war eine Szene

wie im Film. 30 Sekunden zuvor hatten hier

noch 60 bis 70 Menschen gestanden. Die

Rakete schoss über uns hinweg und schlug

weiter nördlich ein. Kaum hatten wir den

Knall gehört, klingelte mein Handy. Mein

Mann schrie ins Telefon: ‹Wo steckst du?

Komm sofort nach Hause!›

Zu Hause angekommen, blieben die Telefone

bis in die Abendstunden nicht mehr still.

Viele Menschen boten uns an, zu ihnen zu

kommen – Verwandte, Freunde und Bekannte,

ja sogar Menschen, zu denen wir kaum

Kontakt haben. Das ist genau das, was Israel

zu einem ganz besonderen Land macht.

Doch wir bleiben. Wenn ich die Koffer

packe, dann nur, um mit meinen Söhnen

in einem Hotel ein schönes Wochenende

zu verbringen. Doch sicherlich nicht jetzt,

nicht zu einem Zeitpunkt, an dem unsere

Jungs nur 15 Minuten von Zuhause entfernt

darum kämpfen, dass wir hier in Sicherheit

leben können. Ich werde keinen Millimeter

von hier weggehen», schrieb mir meine

Freundin Maxine. AN �

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H I N T E R G R U N D I N F O R M A T I O N E N A U S I S R A E L

Nachrichten aus Israel • 2/2009

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RAKETEN AUF ASCHKELON

«Wir halten durch!»

Aschkelon ist eine malerische israelische Hafenstadt am Mittelmeer. Seit einiger Zeit jedoch leben die Einwohner

sowie insgesamt 900 000 andere Israelis im Süden des Landes in Angst und Schrecken. Sie harren in

Luftschutzräumen, in Bunkern und manchmal nur in Treppenhäusern aus.

Mitten im Gespräch ist ein unglaublicher

Krach zu hören. Das Heulen

einer Sirene. Auf den Gesichtern meiner

Gesprächspartner ist kein Lächeln mehr

zu sehen. Die kleine Lior, erst elf Jahre

alt, zittert am ganzen Körper. Die fünf

Mitglieder der Familie sitzen mit mir im

Wohnzimmer zum Gespräch zusammen. Sie

springen auf und rennen in den Schutzraum

ihrer Wohnung. Ich folge ihnen auf den Fersen.

30 Sekunden später hören wir einen

unglaublichen Knall.

«Das war weit weg», meint Rinat, die

Mutter der Familie, gelassen. «Bleib hier»,

weist sie mich an, denn ich war schon drauf

und dran, das enge Zimmer zu verlassen.

«Noch ist es nicht vorbei. Manchmal schiessen

sie zwei oder drei Raketen auf einmal

ab. Vor einer Woche ist das einem Freund

passiert. Nach der ersten Detonation

verliess er den Schutzraum. Es hatte in

seiner Nähe eingeschlagen und er wollte

unbedingt wissen, wo genau. Er wurde

verletzt.»

«Ich hasse den Krach, wenn die Raketen

einschlagen», sagt Lior sich an ihre

Mutter klammernd. Ihr Vater flüstert mir

leise zu, dass ihre Tochter bald schon ihren

zwölften Geburtstag hat. «Gestern», so

meint er, «hat sie nachts ins Bett gemacht.

Sie geht noch nicht einmal mehr alleine auf

die Toilette und schon gar nicht alleine ins

Bad, um zu duschen.»

Rinat arbeitet beim Landwirtschaftsministerium.

Sie wohnt mit ihrer Familie

in einem mehrstöckigen Haus, ganz in der

Nähe des Fussballstadions im Norden der

Stadt Aschkelon. Erst letzte Woche zog

ein neuer Nachbar in die Gegend. Verteidigungsminister

Ehud Barak mietete in

der Strasse eine Wohnung, um seine Solidarität

mit Aschkelons Einwohnern zu

bezeugen – und auch, weil es sich später

im Wahlkampf gut machen könnte …

In Aschkelon leben 120 000 Menschen.

Es ist eine typische Hafenstadt mit Mittelmeerflair.

Sie ist das Ziel von Raketen,

die wesentlich mehr Zerstörungskraft

haben als die Raketen, die schon seit

Jahren in Sderot niedergehen. Seit der

Krieg begonnen hat, schlugen Dutzende

von Raketen in Aschkelon ein, mehr als

in anderen Orten des westlichen Negev.

Ich kenne die Stadt und

dennoch erkenne ich

sie jetzt nicht wieder.

Die Strassen sind menschenleer.

Nur wenige

Autos sind unterwegs.

Obwohl es winterlich

kalt ist, fahren alle mit

offenen Fenstern. Falls

die Sirenen heulen, will

man das auf jeden Fall

hören.

Alon, der 16-jährige

Sohn der Familie,

erklärt mir, dass das

schon der fünfte Alarm

an diesem Morgen war.

Fünf Mal heulten die

Sirenen und über zehn

Aschkelon: Die Bewohner rennen um ihr

Leben. 25 Sekunden bleiben, um Schutz

zu finden

Raketen schlugen ein.

Er führt mich an ein

Fenster. Am Horizont

kann man Häuser im

nördlichen Gazastreifen sehen.

Direkt neben dem Haus ist eine Parkanlage.

Im Rasen sind mehrere grosse

Löcher. «Letzte Woche», erklärt Alon,

«schlugen dort einige Raketen ein.» Er

war gerade zusammen mit seinem Vater

am Wagen. Sein Vater arbeitet übrigens

bei den israelischen Sicherheitsbehörden,

aus diesem Grund kann ich weder

seinen Vornamen noch den Familiennamen

erwähnen. Vater und Sohn wollten

zum Supermarkt fahren. «Ich habe einen

Sprint hingelegt, sogar der Weltrekordler

Ben Johnson hätte mich nicht eingeholt!»,

schmunzelt der Vater. «Ich habe mich auf

Alon geworfen, um ihn zu schützen.» So

leben sie nun schon seit fast zwei Wochen.

Der Fernseher läuft Tag und Nacht. Rinat

geht nicht zur Arbeit, die Kinder haben


keine Schule. Sie bleiben Zuhause, immer

in Reichweite des Schutzraums. Ihnen

bleiben bei Alarm nur 25 Sekunden Zeit,

um Schutz zu suchen. So langsam fällt

ihnen sprichwörtlich die Decke auf den

Kopf. Wir sitzen wieder im Wohnzimmer.

Ich frage sie, was sie von einem möglichen

Waffenstillstand halten.

«Unter keinen Umständen», entfährt es

mehreren Familienmitgliedern gleichzeitig.

«Wenn wir jetzt aufhören, dann geht das

alles in einigen Wochen wieder von vorne

los», sagt Rinat. «Wir sind bereit, hier

auszuharren, unter der Bedingung, dass

damit ein für alle Mal Schluss gemacht

wird. Während der letzten Feuerpause

2008 hat die Hamas die Zeit genutzt, um

aufzurüsten. So eine Feuerpause brauchen

OPERATION «GEGOSSENES BLEI»

wir nicht noch einmal.» Ich frage sie, ob

sie sich nicht überlegen, wegzuziehen. Der

Ton lässt keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit

der Antwort: «Bestimmt nicht.

Unter keinen Umständen. Ich bin hier

geboren. Das ist mein Zuhause.»

Als ich mich auf den Weg zurück nach

Jerusalem mache, ist es in Aschkelon ruhig.

Am Stadtrand halte ich an, um einen

Tramper mitzunehmen, einen Reservisten

der Armee. Er sieht müde aus. «Ich heisse

Dror», stellt er sich vor. «Du kommst von

dort, nicht wahr?» «Ja, ich war dort mitten

drin.» «Und wie ist die Stimmung in unseren

Reihen?», frage ich. «Bestens. Alle

sind hoch motiviert. Das ist nicht mehr

die gleiche Armee, die in den letzten Libanonkrieg

gezogen ist. Wir haben unsere

Ansprache des Generalstabschefs

Lehren daraus gezogen. Jetzt mangelt es

uns an nichts, weder an Ausrüstung noch

an Nachschub und Verpflegung. Ausserdem

sind wir bestens trainiert und gut

in Form …» Dann frage ich ihn, was er

von einem Waffenstillstand hält, wie er

in der internationalen Diplomatie gerade

diskutiert wird. «Persönlich hätte ich natürlich

gerne, dass es so bald wie möglich

aufhört. Ich will nach Hause, zu meiner

Frau und meinem Kind. Aber wenn ich es

insgesamt betrachte, dann dürfen wir unter

keinen Umständen jetzt aufhören. Wir

müssen die Arbeit dort zu Ende führen und

diese Bedrohung beenden – jetzt und für

immer.» (Als diese Zeilen geschrieben

wurden, war noch kein Waffenstillstand

in Sicht, Anm. d. Redaktion.) ZL �

Der israelische Generalstabschef sagte seinen Truppen am 4. Januar 2009: «Unsere Feinde irrten, als sie

die Zurückhaltung und Beherrschung, die wir an den Tag gelegt haben, als Schwäche interpretierten.» Ein

Auszug aus seiner Ansprache.

Der Generalstabschef der israelischen Armee, Generalleutnant

Gabi Aschkenasi, wandte sich am Morgen, nachdem die Bodentruppen

ihren Einsatz begonnen hatten, an seine Soldaten.

«Soldaten und Befehlshaber der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte,

Berufssoldaten und Reservisten. Die Israelischen

Verteidigungsstreitkräfte haben gestern die zweite Phase der

Operation «Gegossenes Blei» eingeleitet, die im Wesentlichen

aus den Truppenbewegungen des Heeres in das Gebiet des Gazastreifens

besteht. Wir haben diese Operation gut vorbereitet

aufgenommen, wir sind bestens trainiert und durchdrungen von

einem tiefen Gefühl der Mission …

Wir wünschen diesen Krieg nicht. Doch diejenigen, die Zerstörung

und Schrecken in unser Zuhause und in unsere Familien

getragen haben, finden uns fest entschlossen vor, sie in die Knie

zu zwingen! Wir haben das Ziel, das Recht der Bürger des Staates

Israel – der Frauen, der Männer, der Alten und der Kinder – auf ein

Leben ohne Furcht zu verteidigen! Wir werden zurückschlagen,

den Terror bekämpfen und alle seine Zweige und Befürworter

schwer treffen, und alle, die uns Schlechtes wollen, wissen lassen,

dass wir es ernst meinen mit der Sicherung des Friedens und der

Souveränität des Staates Israel, jetzt und für immer!

Wir stehen nicht im Krieg mit den palästinensischen Zivilisten.

Unsere Feinde sind die Terroristen, die Hamas und ihre Ableger,

die ihre eigene Bevölkerung zum «menschlichen Schutzschild»

gemacht haben. So wie sie werden wir uns nicht verhalten. Wir

werden unsere Aufgabe mit Gewissenhaftigkeit und Vernunft

umsetzen und unseren Werten und unserem Erbe treu bleiben.

Soldaten und Befehlshaber der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte,

viele Augen sind heute auf euch gerichtet, aus dem

ganzen Land. Die Blicke verheissen Stolz und Hoffnung. Ich kenne

euch, ich kenne eure Kraft und eure Hingabe. Ich bin mir eines

jeden von euch und seines Vermögens sicher und stolz darauf,

dass ich euch in dieser Stunde als Befehlshaber vorstehen darf.

Wir werden dem Feind einen bleibenden Schlag versetzen und den

Einwohnern im Süden unseres Landes Sicherheit zurückgeben!

Seid stark und wir werden stark sein!» Übersetzung von AN

Kommentar: Dass bei den Tausenden von Raketenangriffen

auf Israel nicht mehr Menschen umgekommen sind, muss als ein

Wunder Gottes bezeichnet werden. Die folgenden Fakten und

«Zahlen» belegen dies eindrücklich:

– Sogenannte Kassam-Raketen werden seit Oktober 2001 auf israelische

Dörfer und Städte im Süden des Landes geschossen.

– Sderot wurde zum ersten Mal 2002 angegriffen.

– Insgesamt gingen seither in Israel (ohne jetzige Kriegshandlungen)

rund 8 000 Raketen nieder.

– Alleine im Jahr 2008 (davon ein halbes Jahr «Feuerpause»!)

gingen in Israels Süden 1 750 Raketen nieder.

– Beispiel einer Woche in Sderot, 10. bis 17. Januar 2008: 150

Raketen (Jewish Agency).

– Den Kassam-Raketen-Angriffen seit Oktober 2001 sind 13 jüdische

Israelis und 2 Araber zum Opfer gefallen (Wikipedia).

– Im Januar 2009 kamen 5 Israelis durch das Feuer aus Gaza ums

Leben (Arutz 7).

– Von 27. Dezember 2008 bis 10. Januar 2009 sind über 800 Raketen

in Israel eingeschlagen.

– Vorwarnzeit: Sderot 15 Sekunden, Aschkelon 25 Sekunden, Kirjat

Gat 45 Sekunden, Beerscheba 1 Minute.

(Liste aller «wesentlichen» Attacken bis Ende 2007: http://

en.wikipedia.org/wiki/List_of_Qassam_rocket_attacks).

Gott hört auf die Gebete vieler Israelfreunde weltweit. Lassen Sie

uns nicht müde werden, für Israel im Gebet einzustehen. CM �

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Nachrichten aus Israel • 2/2009

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«NEWS-TICKER»

Ein ganz normaler Tag der «Notfallroutine»

Meldungen, wie sie jeder Israeli im Internet über einen sogenannten «News-Ticker» im Minutentakt einsehen

kann. Es wurde ein beliebiger, «normaler» Tag im Januar 2009 ausgewählt. Wiedergegeben wird lediglich

ein sehr kleiner Bruchteil der einander jagenden Schlagzeilen.

Alarm in Aschkelon: Sofort Schutz suchen

oder auf den Boden liegen, Hände schützend

über die Ohren und den Kopf, mindestens 5

Minuten in dieser Position verharren, da

mehrere Raketen unterwegs sein könnten

03.30 Uhr: Der israelischeGeheim-

dienst warnt, dass die Hisbollah-Miliz an der Nordgrenze angreifen

könnte.

06.30 Uhr: Alle Bildungseinrichtungen im Umkreis von 40 Kilometern

zum Gazastreifen bleiben geschlossen. 300 000 israelische Kindergarten-

und Schulkinder bleiben weiterhin in den Schutzräumen.

07.07 Uhr: In der Nacht wurden fünf israelische Soldaten im Gazastreifen

verletzt.

07.54 Uhr: Massive Raketenangriffe aus dem Gazastreifen im westlichen

Negev, keine Verletzten.

08.03 Uhr: Vier israelische Soldaten schwer verwundet.

09.42 Uhr: Zwei Raketen schlagen in der Eschkol-Region ein, keine

Verletzten.

10.03 Uhr: Israel lässt 80 Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen

passieren.

10.13 Uhr: Arabisch-israelische Jugendliche in Nordisrael werfen

Steine auf vorbeifahrende Autos von jüdischen Bürgern.

10.20 Uhr: Test der Sirenenalarmsysteme in Zentral-Israel, Grossraum

Tel Aviv.

10.40 Uhr: Zwei Raketen schlagen im offenen Gelände im Stadtgebiet

von Aschkelon ein.

10.52 Uhr: Verteidigungsminister Barak kondoliert der Familie eines

gefallenen Soldaten.

11.49 Uhr: «Farbe Rot»-Alarm in Sderot.

12.07 Uhr: Mehrere Schockopfer aufgrund von drei Raketen, die in

Sderot detonierten.

12.31 Uhr: Kassam-Rakete explodiert im Hof eines Wohnhauses in

Sderot.

13.19 Uhr: Alarm in Aschkelon.

13.31 Uhr: Zwei Raketen schlagen in Beerscheba ein.

13.50 Uhr: 900 000 Israelis im Süden unter Raketenbeschuss.

14.31 Uhr: Aussenministerin Livni: Israel ist die vorderste Front des

Westens gegen den islamischen Terrorismus.

14.38 Uhr: Aussenministerin Livni: Wir kämpfen nicht gegen Zivilisten,

aber die Hamas versteckt sich hinter ihren eigenen Bürgern.

14.58 Uhr: Seit den Morgenstunden schlugen in Israels Süden 26

Raketen ein.

15.02 Uhr: Rakete schlägt in Aschkelon ein.

15.50 Uhr: Rakete trifft leeren Kinderspielplatz in Aschkelon, keine

Verletzten.

17.04 Uhr: 19 Menschen in Aschkelon wegen Schock nach Raketenangriff

im Krankenhaus behandelt.

17.32 Uhr: «Farbe Rot»-Alarm in Sderot.

17.38 Uhr: Zwei Kassam-Raketen schlugen vor einigen Minuten in

Sderot ein.

18.02 Uhr: Zwei Kassam-Raketen treffen den Kibbuz Shaar Hanegev,

eine schlägt auf verwaistem Fussballfeld ein.

20.24 Uhr: Alarm in Aschkelon.

20.25 Uhr: Vier Raketen schlagen in Aschkelon ein.

21.07 Uhr: Zwei Israelis durch palästinensische Raketen im Kibbuz

Shaar Hanegev verletzt.

21.47 Uhr: Raketen schlagen in Aschkelon ein.

22.06 Uhr: Netanjahu: Der Schmuggel von Ägypten aus in den Gazastreifen

muss aufhören.

23.03 Uhr: Mitglied der Knesset Avraham Ravitz in kritischem Zustand

nach Notfall-Herzoperation.

00.35 Uhr: Griechische Basketballmannschaft sagt Spiel in Israel aus

Protest gegen Gaza-Operation ab.

01.40 Uhr: Verluste des Geschäfts- und Handelslebens in Israels Süden

belaufen sich seit dem massiven palästinensischen Raketenbeschuss

auf 60 Millionen Schekel (1,2 Millionen Euro).

03.03 Uhr: Drei israelische Soldaten gefallen, einer schwer verwundet.

Zusammengestellt von AN �


STAATLICHE ANERKENNUNG

Die Courage eines Kindermädchens

Die Anschläge im indischen Mumbai haben gezeigt, dass die Verbreitung von Angst und Ungewissheit ein

machtvolles Element des Terrorismus ist. Dennoch war inmitten des Blutbads für ein israelisches Kleinkind

ein Wunder geschehen.

In unserer letzten Ausgabe berichteten wir über das indische

Kindermädchen, das den zwei Jahre alten Mosche, Sohn des

ermordeten Rabbiner-Ehepaars Gavriel und Rivki Holtzberg,

rettete. 1 In den ersten Stunden nach dem Anschlag wurde das

Kindermädchen zusammen mit dem Jungen im Privathaus des leitenden

Sicherheitsoffiziers der israelischen Botschaft in Mumbai

untergebracht. Dort trafen dann auch die Eltern von Rivki Holtzberg

ein. Sie waren überglücklich, ihren Enkel in die Arme schliessen

zu können. Nur wenige Stunden später mussten sie erfahren, dass

ihre schwangere Tochter und ihr Schwiegersohn brutal ermordet

worden waren.

Während sich israelische Trauma-Experten auf den Weg nach

Indien machten, um dort dem lokalen medizinischen Personal einen

Schnellkurs zur Behandlung von traumatisierten Terroropfern zu

geben, trat das Kindermädchen zusammen mit Mosche und dessen

Grosseltern die Reise nach Israel an.

Die 44-jährige Inderin Sandra Samuel ist selbst Witwe und

Mutter von zwei Kindern. Die Christin ist die einzige noch lebende

Bezugsperson des kleinen Mosche. Daher war es für sie keine

HAIFA

Frage, bei dem Jungen zu bleiben und mit ihm nach Israel zu reisen.

«Mosche wurde jeden Abend von seiner Mutter ins Bett gebracht.

Er versteht einfach nicht, was los ist, und ruft beständig nach seiner

Mama», sagte Sandra Samuel in einem TV-Interview in den israelischen

Medien einige Tage nach ihrer Ankunft in Israel. Mosches

Grosseltern stellten schnell fest, dass ihr Enkel ausschliesslich die

Nähe seines Kindermädchens sucht, sind ihm doch alle anderen

Personen in der neuen unbekannten Umgebung völlig fremd.

Sandra Samuel erhielt für ihre Courage eine offizielle Anerkennung

vom israelischen Innenministerium. Auf Anweisung des

israelischen Innenministers Meir Shitrit wurde ihr der Status einer

«Gerechten der Nationen» verliehen – eine Ehrenauszeichnung, die

der Staat Israel Nichtjuden vergibt, die unter Einsatz des eigenen

Lebens Juden retten. Dank dieses Status’ kann Sandra Samuel so

lange sie wünscht in Israel bleiben. Zudem hat sie das Recht auf

soziale und wirtschaftliche Hilfestellung. AN �

1 Siehe Nachrichten aus Israel, «Israel und die Anschläge in

Mumbai», S. 10

Detektoren spüren radioaktives Material auf

Haifa ist der geschäftigste Hafen des Staates Israel. Jährlich werden hier rund 1,5 Millionen Container verschifft.

Dort wurde nun ein neuartiges Detektorensystem installiert, das einem ganz bestimmten Zweig terroristischer

Machenschaften das Handwerk legen soll.

Die Meldung ging Mitte Dezember

2008 durch die israelischen Medien. Die

Israelische Hafengesellschaft (IPC) hat

in Zusammenarbeit mit der Israelischen

Atomenergiekommission (IAEC) und der

Abteilung für Energie der Nationalen Behörde

für Nuklearschutz (NNSA) im Hafen

von Haifa ein innovatives Detektorensystem

in Betrieb genommen, das schon an

diversen Häfen und Flughäfen in Europa,

im Nahen sowie im Fernen Osten zu finden

ist. Zukünftig werden alle durch Haifas

Hafen laufenden Container diese Detektorenschleuse

passieren, um Anzeichen von

Radioaktivität aufzuspüren.

Dazu hiess es in den israelischen Medien,

dass Sicherheitsbehörden des Landes

gewisse Kenntnisse über mögliche Terroranschläge

in Israel vorliegen. Man ist der

Auffassung, dass der internationale Terrorismus

ein «ultimatives Ziel» verfolgt: Die

Einschleusung einer «schmutzigen» Bombe

nach Israel, um einen «Mega-Terroranschlag»

zu verüben. Doch das Aufspüren

von radioaktivem Material in verschifften

Containern hat noch ein anderes Ziel. Man

weiss, dass in den letzten Jahren immer

wieder einmal radioaktives Material aus

Osteuropa herausgeschmuggelt wurde,

um auf dem Schwarzmarkt verkauft zu

werden. Diesbezüglich glaubt man, dass

daran Staaten wie der Iran, Pakistan oder

der Jemen beteiligt sind, die über grosse

Schifffahrtsgesellschaften verfügen.

Weiter wurde bekannt, dass ein solches

Detektorensystem schon seit längerer Zeit

auf dem internationalen Ben-Gurion-Flughafen

im Einsatz ist.

Yiftach Ron-Tal, ein Generalmajor der

Reserve und Vorsitzender der Israelischen

Hafengesellschaft, sagte dazu gegenüber

der israelischen Presse: «Wir betrachten

die Installation dieser Detektoren für radioaktives

Material als ein wichtiges Element

der Hafensicherheit, was darüber hinaus

dazu beitragen wird, dass Güter weiterhin

schnell und umkompliziert abgefertigt

werden können. Das kommt nicht nur der

Prosperität der israelischen Wirtschaft

zugute, sondern schützt unser Land auch

viel besser vor Terroranschlägen.»

Die Kosten für dieses System haben

sich die Israelische Hafengesellschaft

und die Betreibergesellschaft des Hafens

von Haifa geteilt. Über die Höhe der Summe

herrschte in den Medien Stillschweigen.

Bekannt wurde hingegen, dass dieses Detektorensystem

teilweise auf israelischer

Technologie basiert. Es kann kleinste

Rückstände von radioaktivem Material

aufspüren und analysiert auch, um

welche Art radioaktiver Isotope es sich

handelt. AN �

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Nachrichten aus Israel • 2/2009

ISRAELISCHE TECHNOLOGIE

Nie mehr Bypass-Operationen?

Den Ärzten des Medizinischen Zentrums Carmel in Haifa ist ein Durchbruch gelungen, der eine echte Alternative

zur bisher praktizierten Verlegung von Herzkathetern bedeutet. Dies verspricht vielen Herzpatienten eine

völlig neue Behandlung ihrer Beschwerden.

Arteriosklerose, umgangssprachlich

als Arterienverkalkung bezeichnet, ist

in unserer modernen westlichen Welt

sehr weit verbreitet. Sie kann überall im

Körper auftreten und hat vor allem für die

Herzfunktionstüchtigkeit weitreichende

Folgen, denn sie führt zu schwerwiegenden

Beschwerden und kann einen Herzinfarkt

zur Folge haben. Heute behandelt man eine

solche Arterienverkalkung im Herzbereich

im Vorfeld mit einer Ballondilatation: Während

einer Herzkatheteruntersuchung

werden die verstopften Arterien mittels

eines Ballons wieder geweitet. Hilft das

dem Patienten nicht, ist eine sogenannte

Bypass-Operation erforderlich. Beide

Methoden sind invasiv-medizinische Verfahren,

also chirurgische Eingriffe. Solche

ERSTMALIGER MEDAILLENGEWINN

Operationen könnten nun durch das neue

Verfahren, das die Ärzte des Medizinischen

Zentrums Carmel entwickelt haben, überflüssig

werden.

Alleine in Israel unterziehen sich

jährlich rund 4 000

Patienten einer

Bypass-Operation.

In Deutschland

liegt die Zahl der

behandelten Patienten

bei rund

50 000 jährlich, in

den USA bei rund

einer halben Million.

Da Herzerkrankungen dieser Art

immer weiter verbreitet sind, gehört ein

derartiger chirurgischer Eingriff in vielen

Krankenhäusern längst zur Routine.

Die Mediziner des Medizinischen

Zentrums Carmel entwickelten eine Methode,

die den Körper eines Patienten dazu

bringen kann, selbst neue Blutgefässe zu

bilden, die dann die verstopfen Gefässe

umgehen. Bei diesem neuen Verfahren

sind mehrere Schritte erforderlich. In der

ersten Phase entnehmen die Ärzte dem

Patienten ein rund fünf Zentimeter langes

Silber bei der Schacholympiade

Stück eines Blutgefässes. Daraufhin sind

etwa drei Wochen Laborarbeit erforderlich.

Während dieser Zeit wird das entnommene

Venenstück gentechnisch behandelt,

sodass neue Blutgefässe gebildet werden.

Danach injizieren die Ärzte diese neu

entstandenen Zellen ganz in der Nähe des

durch Arterienverkalkung verstopften

Blutgefässes. Innerhalb weniger Wochen

bildet der Körper des Patienten dann

neue Blutgefässe aus. In dieser Phase, in

der der Körper sozusagen selbstständig

arbeitet, sind die Mediziner dennoch nicht

arbeitslos, denn sie müssen beständig

kontrollieren, dass die neuen Zellen sich

am richtigen Ort vermehren und nicht an

unerwünschten Stellen wuchern.

Die Forschung am Medizinischen

Zentrum Carmel stand unter der Leitung

von Prof. Mosche Fligelman, der die Poliklinik

für Kardiologie leitet. Er arbeitete

eng mit seinem Kollegen Prof. Basil Lewis

zusammen. In einem Interview mit Haaretz

betonte Prof. Fligelman: «Es handelt sich

hier nicht um die Zucht von Stammzellen

und nicht um Gentechnologie, sondern

um den Einsatz von erwachsenen und

dem Körper des Patienten entnommenen

Zellen, die nicht das Potenzial haben, sich

zu Geschwüren zu entwickeln.» AN �

Homepage des Medizinischen Zentrums Carmel:

www.clalit.org.il/carmel

Die 38. Schacholympiade wurde im Spätherbst 2008 im deutschen Dresden ausgetragen.

Die israelischen Männer errangen bei diesem Mannschaftsturnier erstmals eine Medaille.

Das sächsische

Dresden wurde für

elf Spieltage zum

Zentrum aller aktiven

und passiven

Schachliebhaber.

Für sie war die

Schacholympiade

ein besonderes Er-

Dank neuer Technologie aus Haifa könnten

gefährliche Bypass-Operationen bald Vergangenheit

sein

eignis, denn sie wird nur alle zwei Jahre

ausgetragen. Zudem konnten Schachinteressierte

dank moderner Technologie

alle Partien live im Internet verfolgen.

Dieses Mal traten besonders viele Mannschaften

an: 156 Teams aus 152 Nationen

mit insgesamt 2 169 Teilnehmern. Davon

waren 1 270 Personen Spieler, die anderen

fungierten als Trainer und in sonstigen of-

fiziellen Positionen. Unter den Wettkampfteilnehmern

waren in diesem Jahr auch 28

Schachspieler, die zur Weltspitzenklasse

zählen. Die Organisatoren der Schacholympiade

teilten im Vorfeld mit, dass 166

Ehrenamtliche damit beschäftigt waren, die

Hallen für das Turnier herzurichten. Dazu

gehörte auch der Aufbau von 1 050 Schachbrettern

mit 33 600 Schachfiguren für die


täglich stattfindenden 520 Partien. Das

israelische Team der Schachspieler schlug

sich während des gesamten Wettkampfes

sehr gut. Als sie am letzten Tag gegen die

Niederländer gewannen, war ihnen die

Silbermedaille sicher. Insgesamt siegte

die israelische Mannschaft bei den ausgetragenen

Partien acht Mal. Sie errang zwei

Mal ein Unentschieden und unterlag nur

einem einzigen Gegner. Bei den Männern

siegte die Mannschaft aus Armenien, die

MODERNE REKLAMEMETHODEN

Israel verbietet Spam

als Titelverteidiger angetreten war. Den

Israelis folgten die USA und auf Platz vier

die Ukrainer. Die Russen, die einstmals dieses

bedeutende Schachmannschaftsturnier

dominierten, mussten sich mit dem fünften

Platz zufriedengeben. Das Land errang

seit Beginn der Ausrichtung der Schacholympiade

im Jahre 1927 insgesamt 24

Goldmedaillen. Die Männermannschaft des

deutschen Gastgeberlandes erspielte sich

den 13. Rang.

Selbstverständlich traten bei der 38.

Schacholympiade auch Frauen aus Israel

an, doch sie kamen noch nicht einmal

annähernd an ihren grössten Erfolg von

1976 heran. Damals siegte die israelische

Damenmannschaft bei dem im eigenen

Land ausgetragenen Turnier. Dieses Mal

belegte die israelische Damenmannschaft

den 9. Platz, während die Medaillen an

Georgien, die Ukraine und an die USA

gingen. AN �

Seit dem 1. Dezember ist in Israel das Versenden von Reklame per E-Mail, Fax oder SMS verboten. Ebenso

dürfen kommerzielle Unternehmen keine automatischen telefonischen Rundrufe mehr tätigen. Verbraucher in

Israel, die sich immer mehr belästigt fühlten, sind für dieses Gesetz sehr dankbar.

Wer weiterhin per E-Mail, Fax oder SMS belästigt wird, kann mit

jeder empfangenen Reklamesendung einen Schadensersatz in Höhe

von umgerechnet 200 Euro einklagen. Man darf sich fünf Mal im Jahr

ans Gericht wenden und bis zu 30 Klagen pro Firma einreichen. Den

Versendern der sogenannten Spam-Nachrichten, bei denen es sich

um massenweise versandte Werbung handelt, droht zudem eine Strafe

in Höhe von 40 000 Euro.

Ausgenommen von diesem Verbot sind

die Briefkästen vor der Haustür. Die dürfen

weiterhin ungeahndet mit Prospekten gefüllt

werden. Ebenso sind Politiker, die für sich

werben wollen, von dem Spam-Verbot

ausgenommen. Da Israel eigentlich immer

wieder einmal im Wahlkampf steckt, ist dies

für sie besonders wichtig, denn viele haben

ihre Wählerwerbung vollkommen auf die modernen

elektronischen Kommunikationsmittel

umgestellt.

Das Gesetz wurde bereits im Juni 2008 verabschiedet, gewährte

den Firmen jedoch eine Frist von sechs Monaten, um Kunden zu kontaktieren.

Wenn Kunden ihr ausdrückliches Einverständnis geben,

dann dürfen die elektronischen Massenwurfsendungen nämlich

GELOBTES LAND

weiterhin verschickt werden. Unklar ist momentan jedoch, ob diese

Anfrage seitens der Unternehmen schon als Spam-Belästigung

gewertet werden kann. So pflegen manche Zeitungsverlage bis zu

drei Mal in der Woche Leser persönlich anzurufen, um zu fragen, ob

sie nicht das gekündigte Abonnement erneuern wollen. Als Grund

für den Anruf werden speziell ermässigte Abo-Preise und «interessante»

Geschenke genannt, über die man die abgesprungenen Leser

informieren wolle.

Unklar ist auch, ob die bei israelischen

Firmen sehr beliebten telefonischen Umfragen

unter das Anti-Spam-Gesetz fallen.

Israelische Haushalte erhalten fast täglich

Anrufe von Umfrageinstituten, die sich nach

allen möglichen Verbrauchergewohnheiten

erkundigen wollen, von den Fernsehgewohnheiten

über die politische Haltung bis

hin zur Zufriedenheit mit einem bestimmten

Waschmittel. Auch wenn man behauptet,

von dem Waschmittel noch nie etwas gehört zu haben, wird man

penetrant weiter befragt, ob man das besagte Waschmittel nicht

vielleicht schon im Supermarkt gesehen habe und es vielleicht doch

noch ausprobieren wolle. US �

Anstieg der Neueinwanderer- und Rückkehrerzahlen

erwartet

Israel ist ein Einwandererland. Doch viele Israelis lassen sich auch in den USA und Europa nieder, weil sie meinen,

es dort wirtschaftlich einfacher zu haben. Diese Situation wird nun durch die Finanzkrise stark beeinflusst.

Von den heute 7,3 Millionen Bürgern des

Staates sind etwas mehr als fünf Millionen

Juden. Von ihnen haben rund drei Millionen

einen Einwandererhintergrund. Dazu zählen

die Holocaust-Überlebenden aus Europa, die

nach der Staatsgründung kamen. Ihnen folgten

Juden aus arabischen Ländern, die nach

Israels Staatsgründung einer zunehmenden

Gefahr ausgesetzt waren. Seit 1990 zählte

das Land rund eine Million Einwanderer aus

den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Und

seit 1984 kamen 90 000 Juden aus Äthiopien

hinzu. Kurz: In Israel findet man Menschen

aus vielen Ländern. Wenngleich die grossen

Einwanderungswellen vorbei zu sein scheinen,

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H I N T E R G R U N D I N F O R M A T I O N E N A U S I S R A E L

Nachrichten aus Israel • 2/2009

kamen 2007 immer noch 18 129 Neueinwanderer

nach Israel. In den ersten drei Quartalen

des Jahres 2008 waren es 11 400, darunter

weiterhin Juden aus Russland und Äthiopien,

aber auch aus den USA und beispielsweise

Frankreich. Für dieses Jahr erwartet man

einen enormen Anstieg der nach Israel umsiedelnden

Juden. Man geht von rund 30 000

aus. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise

werden vor allem Personen aus der Ukraine,

aus Argentinien und Südafrika erwartet, da

diese Länder in einer schweren Rezession

stecken.

Unter ihnen werden allerdings nicht nur

Neueinwanderer sein. Man erwartet nämlich

auch eine stattliche Zahl sogenannter Rückkehrer,

Israelis, die sich in anderen Ländern

niedergelassen haben, um dort ihr Glück zu

suchen. Vor allem Nordamerika und Europa

üben eine gewisse Anziehungskraft auf Israelis

aus. Dort sind die Gehälter besser und

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AL MANAR TV

der Lebensstandard ist höher. Bei jüngeren

Israelis spielt auch eine Rolle, dass sie dann

keinen Reservedienst mehr leisten müssen.

Nach Abschluss der Berufsausbildung rechnen

sich einige Israelis in anderen westlichen Ländern

auch bessere berufliche Aufstiegschancen

aus. In Israel war in den letzten Jahren immer

wieder die Rede von einem «brain drain», einer

Abwanderung talentierter junger Fachexperten

vor allem in Richtung USA.

Doch schon im letzten Quartal 2008

meldeten die israelischen Behörden einen

wesentlichen Anstieg der aus den USA zurückkehrenden

Israelis. Da man in Israel die

menschlichen Arbeitskräfte als die wichtigste

Ressource des Landes betrachtet, haben das

Ministerium für Einwanderung und die Jewish

Agency umgehend eine weltweite Kampagne

gestartet. Es sollen nicht nur Neueinwanderer,

sondern auch ins Ausland abgewanderte

Israelis dazu ermuntert werden, nach Israel

Hassbotschaften aus dem Nahen Osten auch in

Deutschland unerwünscht

zu kommen. Ihnen wird eine relative wirtschaftliche

Stabilität und staatliche Hilfe bei

der Suche nach Arbeitsplatz und Wohnung in

Aussicht gestellt. Neueinwanderer geniessen

traditionell steuerliche Vergünstigungen, die

durch schnell verabschiedete Reformen inzwischen

auch den zurückkehrenden Israelis

in Aussicht gestellt werden.

Dazu sagte der israelische Minister für

Einwanderung, Eli Aflalo: «Die Rekordzahl

von Israelis, die dieses Jahr (2008) zurückgekehrt

sind, und der dramatische Anstieg

der Nachfragen beweist, dass wir hier eine

Gelegenheit haben, die wir nicht verpassen

dürfen. Die Welle der Einwanderung wird

dazu beitragen, neue Jobs und neue Firmen zu

schaffen. Es wird auch zu einem Anstieg des

Konsums führen und neue Investitionen sowie

höhere Steuereinkommen zur Folge haben.

All das kann zu einem erneuten wirtschaftlichen

Wachstum beizutragen.» AN �

Aus israelischer Sicht ist es ein wichtiger Schritt, den die deutsche Regierung mit dem Verbot unternahm:

Ende 2008 erklärte Bundesinnenminister Schäuble die Tätigkeiten des libanesischen Hisbollah-Senders Al

Manar TV in Deutschland für gesetzwidrig.

In der Begründung der deutschen Regierung zum Verbot des

libanesischen Hisbollah-Senders Al Manar TV wurden deutliche

Worte angeführt. Es hiess darin, dass Al Manar TV (Der Leuchtturm)

Programminhalte verbreitet, die «agitatorische Hasspropaganda gegen

Israels Existenzrecht» beinhalten. Damit verstösst der Sender gegen

den Gedanken der Völkerverständigung und gegen Artikel 9, Absatz 2

des deutschen Grundgesetzes. Darin heisst es deutlich: «Vereinigungen,

deren Zwecke oder deren Tätigkeit den

Strafgesetzen zuwiderlaufen oder die sich

gegen die verfassungsmässige Ordnung

oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung

richten, sind verboten.»

Deshalb wurden in Deutschland Ende November

2008 die Aktivitäten dieses Vereins

auf deutschem Boden für rechtswidrig erklärt.

Praktisch bedeutet dies, dass dieser Verein

keine Werbung mehr für seinen Sender in Deutschland machen darf

und Spendenaufrufe unzulässig sind. Dazu gehört auch, dass der Sender

nicht mehr in den TV-Programmen von Hotels, Cafés oder anderen

öffentlichen Orten vertreten sein darf. Das Verbot betrifft hingegen

nicht den Empfang des Senders von Privatleuten. Deutschland folgt

damit dem Beispiel von Frankreich. Dort war die Ausstrahlung von Al

Manar TV bereits 2004 eingeschränkt worden.

Zu diesem Themenkomplex schrieb Hisbollah-Experte Alexander

Ritzmann, früher Mitglied des Berliner Stadtrats und heute als Berater

bei der Europäischen Stiftung für Demokratie tätig, schon im Herbst

2008 in Die Welt: «Deutschland hat gute Kontakte zur libanesischen

Al Manar TV (Der Leuchtturm)

verbreitet Programminhalte,

die «agitatorische

Hasspropaganda gegen Israels

Existenzrecht» beinhalten

Hisbollah. Im Gegenzug verschonen die Kämpfer Deutschland mit

Anschlägen. Inzwischen kommen aber Zweifel auf, dass die vom Iran

unterstützte Organisation Deutschland tatsächlich nur als Ruheraum

nutzt. Neue Erkenntnisse geben Anlass zu Beunruhigung. (...) Die

Anhänger der Hisbollah in Deutschland treffen sich in 30 Kultur- und

Moschee-Vereinen. Viele davon stehen unter Kontrolle des Iran. (...) Die

Hisbollah rekrutiert Kämpfer in Deutschland und radikalisiert Muslime

in Deutschland. Al-Manar TV, ihr Fernsehsen-

der, ist in Deutschland frei empfangbar. Dort

erzählen Mütter von Selbstmordattentätern

vom Glück über den ‹Märtyrertod› ihrer Söhne

und erhoffen dieses Ende auch für ihre anderen

Kinder. Und der Hisbollah-Chef Hassan

Nasrallah hatte beispielsweise während

des Karikaturenstreits im Februar 2006 über

den Sender Muslime aufgefordert, sich zu

‹opfern›, um die Ehre des Propheten zu verteidigen. Und warum agiert

die Hisbollah in Deutschland unbehelligt? Deutschland unterhält seit

Mitte der 1990er Jahre besondere Beziehungen zur Partei Gottes. So

hat der Bundesnachrichtendienst erst kürzlich wieder einen Gefangenenaustausch

zwischen Israel und der Hisbollah vermittelt.»

In Israel erreichte die Meldung beachtliche Öffentlichkeitswirkung,

weil sie mit dem Besuch des israelischen Ministers für öffentliche

Sicherheit, Avi Dichter, in Deutschland zusammenfiel. Dichter war nach

Deutschland gereist, um mit Schäuble ein Abkommen bezüglich der

deutsch-israelischen Zusammenarbeit im Bereich der Bekämpfung

des internationalen Terrorismus zu unterzeichnen. AN �

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