Profis zeigen Profil - Mikado

mikado.online.de

Profis zeigen Profil - Mikado

7.2009

Juli

ISSN 0944-5749

12,80 C=

Technikzentrum

Box forscht mit

Sportbau

Holz stählt Beton

Feuerwehrhaus

Heiß aufs Löschen

Organ des Bundes

Deutscher Zimmermeister

Organ der Europäischen

Vereinigung des Holzbaus

Unternehmermagazin für Holzbau und Ausbau

Gewerbebau

Profis zeigen Profil


Top Sanierung?

www.energieundbau.de

DAS Portal für

� News / Fachartikel

& Fachbeiträge

� Baupreis-Datenbank

� Planer-Datenbank


Energieeffi ziente

Projekte u.v.m

EnEV

Erneuerbare Energien

Altbausanierung

Gebäudetechnik


Editorial

Christoph Maria Dauner,

Chefredakteur mikado

Holzbau hat die Nase vorn

Fachzeitschrift des Jahres 2009 – mit dieser Auszeichnung der Deutschen Fachpresse darf

sich mikado seit Ende Mai schmücken. Über diese Anerkennung der Experten-Jury freut sich

das mikado-Team natürlich riesig. Gleichzeitig wissen wir, dass erst der intensive Austausch

mit Ihnen, liebe Leser, so einen Erfolg möglich macht. Ihre konstruktive Kritik, kreativen

Anregungen und fachlichen Forderungen hoben unser redaktionelles

Konzept auf das nun gewürdigte Niveau. Für diesen fruchtbaren

Dialog möchte ich mich bei Ihnen bedanken und hoffe, dass

wir uns weiter so effektiv austauschen.

Besonders gefiel der Experten-Jury „die beispielhafte

crossmediale Vernetzung, das hohe Qualitätsniveau

der Markenfamilie im Printbereich und das Gelingen,

gleichzeitig Nutzen zu stiften und Entertainment zu bieten“.

Daran haben unsere Partner aus den Zimmererverbänden

großen Anteil. Ihr Entschluss, mit mikado als offiziellem

Verbandsorgan die unternehmerischen Herausforderungen zu begleiten, stellte die Weichen

für das Zimmererhandwerk Richtung Zukunft. Seit diesem Start erhält die Redaktion

zuverlässigen Input aus dem Bundesverband, den Landesverbänden und den Innungen.

Informationen, die mikado zu dem Qualitätsmagazin machen, das Sie als Leser erwarten.

Oft zeigt sich Qualität übrigens schon auf den ersten Blick. Beispielsweise geben

Gewerbebauten immer eine Visitenkarte für die jeweilige Firma ab. Deshalb zeigen wir

Ihnen in dieser Ausgabe ab Seite 12 besonders gelungene, charakterstarke Gewerbeprojekte

in Holz. Lassen Sie sich also inspirieren.

Ihr

www.mikado-online.de 3


4

mikado 7.2009 Inhalt

Hallen- und Gewerbebau

Immer mehr Unternehmen setzen bei ihren Neubauten

auf Holz. Das ist ökonomisch und ökologisch vernünftig

und chic. Kurz: Es fördert ein positives Firmenimage –

nach innen bei den Mitarbeitern und nach außen bei

den Kunden. Seite 12

Thema des Monats Hallen- und Gewerbebau

12 | Büro- und Ausstellungsgebäude

In der kleinen unterfränkischen Gemeinde Euerfeld

begrüßt am Dorfeingang ein ganz moderner Kubus

die Ankömmlinge. Der hervorstechende Holzbau

ist die bauliche Visitenkarte eines dort schon lange

ansässigen Zimmereibetriebs.

16 | Fachhochschule

Dem Motto „weniger ist mehr“ trugen Architekten

und Tragwerksplaner des Anbaus auf dem Campus

Kuchl voll und ganz Rechnung: Beim schnörkellosen

Neubau im Passivhausstandard gibt es außer

Stützen und Riegel nur drei aussteifende Wandscheiben.

Zudem benötigt er als Passivhaus sehr

wenig Energie.

20 | Fertigungshalle

Beim Bau der neuen Fabrikhalle von Opitz in Neuruppin

waren Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

die großen Themen. Das Ergebnis sind 10 800 m 2

Produktionsfläche und ein richtungsweisendes

Gebäudekonzept. „Zukunftsfabrik“ heißt die neue

Halle: auf der einen Seite mit Holz als Baustoff, der

zu 100 Prozent aus Sonnenenergie entsteht, auf der

anderen eine Technik, die die Sonnenstrahlung zur

Energieversorgung aktiv nutzt.

mikado 7.2009

STEFAN MEyER, BERLIN

Architektur

Ein Traditionsunternehmen geht ungewöhnliche Wege:

Ein österreicherischer Familienbetrieb baute mit Brettsperrholz-Elementen

sein eigenes Bürohaus. Es dient

als Forschungsobjekt und auch als Demonstrationsobjekt

für Kundengespräche. Seite 32

Ingenieurholzbau

24 | Sportzentrum

Ein ganzheitliches Konzept rund um Fitness,

Gesundheit und Wellness bietet das Sportcenter

Rückgrat in Donaueschingen. Dafür haben die

Betreiber zusammen mit Holzbauer und Architekt

eine maßgeschneiderte Hülle konzipiert und

gebaut. Um die großen Spannweiten herzustellen,

wählte der Planer für die Deckentragwerke ein

Holz-Beton-Verbund-System.

Details im Griff

29 | Holzbalkon

Holzkonstruktionen im Außenbereich sind wetter-

und damit wasserbeansprucht. Jeder Detailpunkt

muss holzgerecht ausgebildet sein, besonders bei

der Verbindung des Balkons zur Außenwand.

Architektur

32 | Bürogebäude

Wenn ein Holzbauunternehmen für sich selbst ein

Gebäude plant, sollte das natürlich etwas ganz

Besonderes sein: eine Abbildung der Firmenkompetenz.

Im österreichischen Feldkirchen gelang das

auf überzeugende Weise.

MARTIN STEINTHALER


Holzwelten

Wenn es brenzlig wird, rücken sie aus. Die Feuerwehren sorgen bei Unfällen, Bränden,

Sturmtief-Folgen oder anderen Unwägbarkeiten für professionelle Hilfe. Um

möglichst schnell an den Einsatzort zu gelangen, sind Material und Einsatzfahrzeuge

zentral in einzelnen Wachen untergebracht. Das neue hölzerne Feuerwehrhaus ist

der ganze Stolz der Neuseddiner Feuerbrigade. Seite 54

Produkt und Praxis

38 | Brettsperrholz-Elemente

Bauherren schätzen Massivholz wegen seiner

Natürlichkeit, Zimmerer wegen seiner schnellen

Montage. Dieter Balazs errichtete ein Einfamilienhaus

mit „Flexcross“ von Holzbau Stephan.

Holzwelten

54 | Gerätehaus

Starker Auftritt: Brandenburgs erstes Feuerwehrhaus

aus Holz steht in Neuseddin im Landkreis

Potsdam-Mittelmark. Hier hat sich die Freiwillige

Feuerwehr ein schickes neues Gerätehaus gebaut.

Rubriken

3 | Editorial

6 | Kurz und bündig

31 | Ihr gutes Recht

37 | Büro kompakt

40 | Produkte

40 | Inserentenverzeichnis

42 | Verband aktuell

46 | Branchenführer

48 | Landesbeirat Holz Bayern

49 | Unternehmen

58 | Vorschau/Impressum

Titel:

Martin Steinthaler;

com-ing VT

GmbH, Dipl.-Ing.

G. Limberger;

Torsten Seidel/

Roswag &

Jankowski

Architekten

Bild Downloadkasten:

Bart Claeys,

iStockphoto.com

Ein Magazin der

WEKA MEDIA

GmbH & Co. KG

www.mikado-online.de 5

TORSTEN SEIDEL/ROSWAG & JANKOWSKI ARCHITEKTEN


ARCHITEKTEN 4A

GEORGE DOyLE, ISTOCKPHOTO.COM

mikado-Interview

6

kurz & bündig

Verwaltungsbehörde baut Dreigeschosser in Holz

Am 20. Juni 2009 öffnete der Erweiterungsbau des Landratsamts

Oberallgäu in Sonthofen, ein dreigeschossiger Holzbau mit fast

3000 m 2 Nutzfläche und KfW-40-Standard. Es handelt sich um

das größte bisher in Bayern verwirklichte Verwaltungsgebäude

in Holzbauweise. mikado sprach darüber mit Uschi Müller,

Partnerin in der Allgäuer Bürogemeinschaft „Architekten 4A“.

mikado: Frau Müller, was war

ausschlaggebend, dass sich das

Landratsamt Oberallgäu für die

Holzbauweise entschied?

Gerichtsurteil

Uschi Müller: Schon mit unserem

Entwurf beim Architektenwettbewerb,

bei dem wir den ersten

Preis gewannen, hatten

wir einen Holzrahmenbau mit

Massivholzdecken vorgeschlagen.

Dieses Konzept vertraten

wir dann auch beim anschließendenEntscheidungsfindungsprozess

mit großem Nachdruck.

Wir betonten, dass die Holzbauweise

durch den hohen Vorfertigungsgrad

sehr wirtschaftlich

ist, dass die Trocknungszeit sehr

kurz und dadurch das Gebäude

schnell benutzbar ist. Des Weiteren

wiesen wir darauf hin,

dass ortsansässige Holzbaube-

◂ Das Landratsamt Ostallgäu ist der

größte bisher in Bayern

errichtete Behördenbau in Holz

HAF sucht neue Finanzierung

Das Bundesverfassungsgericht entschied bei einer

Klage gegen das Holzabsatzfondsgesetz, dass

die bisherige solidarische Finanzierung über eine gesetzliche

Zwangsabgabe verfassungswidrig sei. Unter

Federführung der „Plattform Forst & Holz“ arbeiten die

Verbände der Holzwirtschaft nun

an alternativen Lösungen. Einig

ist man sich, nur nach einer neuen

Finanzierungsgrundlage zu suchen,

die zentrale Holzabsatzförderung

aber weiter bestehen zu lassen.

Alle Maßnahmen in einer zentral

Organisation zu bündeln, habe sich

als Konzept in der Vergangenheit

gut bewährt. www.haf.de

mikado 7.2009

triebe und die heimische Holz-

und Forstwirtschaft davon profitieren.

Und wir fanden dann

sogar noch eine Vergaberegelung,

derzufolge das verwendete

Bauholz nachweislich aus der

Region innerhalb eines 100-km-

Radius stammen muss.

Welche Vorbehalte gab es gegen

die Holzbauweise?

Man vermutete, dass die Baukosten

gegenüber der Massivbauweise

deutlich höher wären.

Diesen Vorbehalt konnten wir

dann im Laufe des Entscheidungsfindungsprozesses

mit

harten Fakten widerlegen. Und

dann kam natürlich auch wieder

das scheinbar unvermeidliche

Schlagwort von der „Barackenbauweise“.

Hier konnten

wir die Befürchtungen mit guten

Beispielprojekten auflösen.

War die Überzeugungsarbeit

schwierig und langwierig?

Ja, wir mussten anfangs ziemlich

viel Überzeugungsarbeit leisten.

Die Berechnungen für die Gegen-

überstellung der Kosten für Holzbau

und Massivbau waren sehr

zeitaufwendig. Um bei der Präsentation

im Kreistag besser argumentieren

zu können, holten

wir uns die Unterstützung verschiedenerHolzbau-Organisationen

wie dem Holzforum Allgäu

und dem Cluster Forst & Holz

„Wir mussten anfangs ziemlich viel

Überzeugungsarbeit leisten.“

Unfallprävention

Durch die Reform der Arbeitsschutzvorschriften

ist ein Bauunternehmer bei

der Unfallprävention zu stärkerer

Eigenverantwortung verpflichtet.

Die Berufsgenossenschaft

Bau (BG Bau) hat deshalb

eine CD-ROM zur Gefährdungsbeurteilung

herausgegeben, angepasst

an die Bedürfnisse der

verschiedenen Gewerke – also

in Bayern. Das zahlte sich dann

letztlich auch aus.

Wie kann der Holzbau generell

mehr Akzeptanz erreichen?

Gute Architektur und eine solide

Ausführung sind das Wichtigste.

Ein funktionaler Entwurf mit einer

zeitgemäßen Architektursprache

konnte in unserem Fall zunächst

Gefahren sicher beurteilen

▴ CD-ROM „Gefährdungsbeurteilung“

der BG Bau

auch der Zimmerer. Ergänzend erhalten die Nutzer

eine Fülle von Arbeitshilfen, Formulare, Betriebsanweisungen

und Vorschriften.

www.bgbau-medien.de → Gefährdungsbeurteilung


BLACKRED, ISTOCKPHOTO.COM

kurz & bündig

die schwierige Entscheidung des

Bauherrn für unser Konzept und

den Holzbau herbeiführen. Die

professionelle Ausführung durch

einen versierten Holzbaubetrieb

– hier: Holzbau Hubert Schmid

aus Marktoberdorf – bestätigten

den Auftraggeber auch im Ergebnis

von der Richtigkeit seiner

Entscheidung. Wichtig war

natürlich eine sorgfältige Detailplanung.

Die in den Köpfen sitzenden

Klischees unterliefen wir,

indem wir Holz nicht als Dekoration,

sondern zur Konstruktion

verwendeten.

Gab es während der Bauphase

irgendwelche Schwierigkeiten

mit den Behörden?

Nein, die Zusammenarbeit lief

mit allen beteiligten Behörden

sehr gut. Anspruchsvolle Aufgabenstellungen

beispielsweise

hinsichtlich des Brandschutzes

lösten wir kooperativ.

Zahlte die Behörde pünktlich?

Ja, bis jetzt zahlten sie immer

vorbildlich.

▴ Dipl.-Ing. (FH) Uschi

Müller und ihre

Partner realisierten

den größten

Verwaltungsbau

Bayerns

in Holzbauweise

Wie haben Sie das geschafft?

Wir nehmen an, dass die Qualität

des Projekts und unser Engagement

den Auftraggeber sehr

zufriedenstellten und er sich

deshalb sehr korrekt zeigt. Vertraglich

haben wir da vorher keine

Zusatzklauseln eingefügt.

Frau Müller, herzlichen Dank für

das Gespräch.

Umsatzsteuer

Liquidität verbessert sich

Eine erhebliche Erleichterung für kleine und mittlere Betriebe ist die

Anhebung der Ist-Versteuerungsgrenze bei der Umsatzsteuer von bislang

250 000 Euro Jahresumsatz in den alten Bundesländern auf nunmehr

bundeseinheitlich 500 000 Euro. Die Neuregelung ist seit 1. Juli 2009

in Kraft und gilt zunächst bis 31. Dezember 2011. Betriebe, die davon

profitieren, müssen die Umsatzsteuer

erst dann ans Finanzamt abführen,

wenn ihr Auftraggeber die Rechnung

tatsächlich bezahlt hat. Die Vorsteuer

für bezogene Leistungen können sich

die Unternehmer jedoch sofort erstatten

lassen. Angesichts von 19 % Umsatzsteuer

und schlechter Zahlungsmoral

bedeutet dies eine erhebliche

Verbesserung der Liquidität.

www.mikado-online.de 7


BRUNO KLOMFAR

8

Spanien

Holzmesse sucht Aussteller

Trotz der Baukrise bleibt Holz als Baumaterial in

Spanien im Aufwind. Seit Inkrafttreten des neuen

technischen Baukodex (CTE) im März 2007 hat es an

Bedeutung gewonnen und sein Image stark verbessert.

Aufgrund des großen Erfolges auf der Fimma/Maderalia

2007, der größten internationalen Fachmesse für

die Holzverarbeitung in Spanien, wird die Deutsche

Handelskammer für Spanien dort auch 2009 wieder

einen Gemeinschaftsstand für deutsche Unternehmen

organisieren. Die Fimma/Maderalia findet vom 3. bis

6. November in Valencia statt. Hersteller, die es interessiert,

dort aufzutreten, melden sich bei Beatriz Olias,

der Projektleiterin für Markt- und Absatzberatung:

beatriz.olias@ahk.es

www.ahk.es ı www.fimma.feriavalencia.com

▴ Im Jahr 2007 war der deutsche Gemeinschaftsstand gut besucht

mikado 7.2009

kurz & bündig

Ausstellung

Augsburg zeigt Hermann Kaufmann

Das Architekturmuseum Schwaben zeigt in Augsburg die Ausstellung „Wood

Works“ über das Werk Hermann Kaufmanns. Der österreichische Architekt

zählt zu den Pionieren des modernen Holzbaus in Europa. Im Fokus der Ausstellung

steht das nach seiner Planung realisierte Gemeindezentrum Ludesch

in Vorarlberg, mit dem er baubiologisch und energietechnisch Maßstäbe setzte.

Das für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung mehrfach ausgezeichnete Projekt

wird durch Zeichnungen, Grafiken und Fotos veranschaulicht und mit Original-Materialien

begreifbar gemacht. Die Ausstellung ist noch bis 30. August

2009 zu sehen und täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

www.architekturmuseum.de/augsburg ı www.hermann-kaufmann.com

◂ Das Gemeindezentrum Ludesch gilt als Meilenstein modernen Holzbaus

Nach nur viermonatiger Planungs- und sechsmonatiger Bauzeit

eröffnete die Sektion Wetzlar des Deutsche Alpenvereins

Anfang 2009 die größte Kletterhalle zwischen Frankfurt und Kassel.

Auf einer Grundfläche von 400 m² und einer Höhe von 14 m

bietet der Kubus rund 1000 m² Kletterwandfläche mit mehr als

180 Kletterrouten. Die in Holzrahmenbauweise erstellte Außenhülle

war komplett vorgefertigt und in nur elf Tagen aufgestellt.

Bis auf den holzverschalten

Eingangsbereich ist

die gesamte Fassade mit

Trapezblech bekleidet. Später

sollen hier dann in einem

zweiten Bauabschnitt weitere

1000 m² Außenkletterwandfläche

folgen.

www.cube-kletter.de

www.fuener-architekten.de

▸ Das 14 m hohe Innere bietet

rund 1000 m2 Kletterwandfläche

Kletterhalle

Alpenverein übt in Holz

FÜNER ARCHITEKTEN, WETZLAR


Energieeffizienz

kurz & bündig

◂ Das Plus-Energie-Haus

der

TU Darmstadt

Plus-Energie-Haus in Berlin

Das Darmstädter Plus-Energie-Haus ist nun in Berlin

zu bewundern. Bundesbauminister Wolfgang

Tiefensee eröffnete den Ausstellungspavillon vor dem

Hauptbahnhof. Sein Ministerium wirbt damit für energieeffizientes

Bauen. Das Gebäude gewann 2007 den internationalen

Solar-Decathlon und 2009 den Deutschen

Holzbaupreis. Bis zum 30. September 2009 ist es am

Washingtonplatz jeweils von Dienstag bis Sonntag

von 11 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet.

www.plus-energie-haus.bmvbs.de

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EU-Richtlinie

Null-Energie bis 2019 Standard

Das Europäische Parlament verabschiedete

eine „Richtlinie

für Energieeffizienz in Gebäuden“,

nach der Neubauten ab 2019 mindestens

so viel Energie gewinnen

müssen, wie sie verbrauchen. Die

EU-Mitgliedsstaaten sollen bis

zum 30. Juni 2011 nationale Pläne

zur Umsetzung entwickeln. Als

Frage des Monats

Förderinstrument soll bis 2014 ein

Energieeffizienzfonds entstehen.

Wie die Bilanzierung genau aussieht,

ist noch offen. Die Energie-

gewinnung könnte eventuell auch

über Gemeinschaftsanlagen externer

Anbieter erfolgen.

www.europarl.europa.eu

→ Binnenmarkt und Industrie

Braucht die Holzbaubranche den Holzabsatzfonds?

A) Ja, und zwar genau in der Form wie bisher.

B) Die Holzbaubranche sollte ein auf ihre Bedürfnisse

zugeschnittenes Marketing betreiben.

C) Nein, jedes Holzbauunternehmen sollte sein eigenes

Marketing betreiben.

Stimmen Sie ab im Internet: www.mikado-online.de

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kurz & bündig

▴ Eine bewohnbare Skulptur ist die Villa des Stararchitekten Daniel Libeskind

10

Erdbebensicherheit

Erschütternde Testerfolge

Der Holzbau gilt als erdbebengerechte Bauweise, aber

um wirklich erdbebensicher zu sein, sind in der Planung

entscheidende Parameter zu beachten: Grundriss, Aussteifungskonzept,

Gebäudehöhe, Tragwerk, Baumaterial,

Massenverteilung, Steifigkeit und Duktilität. Wenn die stimmen,

ist ein Holzgebäude extrem erschütterbar. In Japan bestand

ein Siebengeschosser aus Brettsperrholz einen Test auf

dem größten Erdbebentisch der Welt ohne größere Schäden

oder bleibende Verformungen. Ein ausführlicher Bericht darüber

steht auf der mikado-Website zum Download bereit.

www.mikado-online.de

→ Ihre aktuelle mikado-Ausgabe → Downloadpaket ▴ Siebengeschosser aus Holz …

Ästhetik/Optik

Recycling/End of life

Wärmeschutz

Dauer der Bauzeit

Baukosten

20%

Marktforschung

▴ Ergebnis der Befragung von Planern und Bauherren

Gewerbebau steht voll auf Holz

53%

68% 31% 4%

66%

64%

47%

32% 1%

34%

0% 20% 40% 60% 80% 100%

mikado 7.2009

2%

1%

64% 16%

Vorteil Holz Neutral Nachteil Holz

KNAUF-CONSULTING

PROPORTION GMBH

Villenarchitektur

Unikat von der Stange

Der New Yorker Stararchitekt Daniel Libeskind, in

Deutschland bekannt durch den Bau des Jüdischen

Museums in Berlin, entwarf nun eine spektakuläre Villa in

Holzrahmenbauweise. Das Gebäude ist mehr eine bewohnbare

Skulptur als ein klassisches Wohnhaus. Mit Unterstützung

mehrerer Unternehmen wird es gerade zum ersten Mal

realisiert: als Empfangsgebäude der Firma Rheinzink in

Datteln. Anschließend wird es als Design-Öko-Fertighaus

weltweit vermarktet – seriell hergestellt, aber trotzdem exklusiv:

Jeder Bauherr erhält Gebietsschutz, d.h. ihm wird

garantiert, dass das Gebäude in seiner Region kein zweites

Mal verkauft wird. Außerdem erhält jedes Gebäude besondere

Eigenheiten, die es zu einem Unikat machen.

www.libeskind-villa.com

▴ … wird mit 2 m/s gerüttelt

Eine Vorliebe für Holz als Konstruktionsmaterial haben im

Industrie- und Gewerbebau 14 Prozent der Bauherren, keine

Präferenz haben 50 Prozent. Knapp zwei Drittel der Bauherren

stehen dem Holz also positiv bis neutral gegenüber. Dieses

Ergebnis einer Marktstudie, die der Holzabsatzfonds (HAF)

in Auftrag gab, überrascht, denn mit 2,3 Prozent ist der Anteil

der Holzbauweise in diesem Bereich bisher noch recht niedrig.

Durch Experteninterviews und eine repräsentative Befragung

von 200 Architekten und Bauherren konnte in der Studie herausgearbeitet

werden, welche Argumente hier wichtig sind: Der

Preis ist entscheidend, Atmosphäre und Optik sind noch sekundär,

nehmen aber an Bedeutung zu.

www.infoholz.de ı www.knauf-consulting.de

ROMANO MAGRONE


So läuft das Spiel

▸ Altes Dachfenster gegen moderne Velux-Dachfenster

austauschen

▸ Möglichst viele Typenschilder der alten Fenster sammeln,

egal welchen Alters und von welchem Hersteller

▸ Die gesammelten Typenschilder mit vollständig ausgefüllter

Absender-Adresse an Velux Deutschland GmbH, Stichwort:

Renovierungsgewinnspiel, D-20703 Hamburg, senden.

Jedes Typenschild ist ein Los! Das heißt: Je mehr Typenschilder

ein Teilnehmer einsendet, desto größer ist die Gewinn-Chance.

Mitmachen kann jeder ab 18 Jahren, außer Mitarbeiter von

WEKA MEDIA und Velux und deren Angehörige. Gewinnen

kann jeder Teilnehmer nur einmal. Eine Barauszahlung

der Gewinne ist nicht möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Teilnahmeschluss ist der 30. September 2009.

kurz & bündig

Gewinnspiel

Wer wird Renovierungsmeister 2009?

mikado sucht zusammen mit dem Dachfensterhersteller Velux den

„Renovierungsmeister 2009“. Teilnehmen können alle Handwerker, die

Dachwohnfenster austauschen. Diese Aufgabe spielt eine immer wichtigere

Rolle, denn energieeffizientes Wohnen legt mit der ab 1. Oktober 2009

gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) nochmals an Bedeutung

zu. Moderne Dachwohnfenster senken die Energie- und Heizkosten

spürbar. Und so gut wie jedes alte Dachwohnfenster kann ohne großen

Aufwand durch ein neues ersetzt werden.

Das gibt es zu gewinnen!

1.-10. Preis

Spaß- und Action-Wochenende für PS-Fans

Vom 13. bis 15. November

2009 in Mecklenburg-

Vorpommern. Übernachtet

wird im Robinson-Club am

Fleesensee. Nach einem

ausgiebigen Frühstück geht

es zum stillgelegten Teil eines

Kieswerks und dort kann man sich den ganzen Tag nach

Herzenslust mit Lkw, Baggern, Radladern und Quads im

Gelände vergnügen. Abgerundet wird das Event durch ein

attraktives Rahmenprogramm.

11.-50. Preis

Laser-Entfernungsmesser DLE 40 Professional von Bosch

Das hochwertige und handliche Gerät

passt in die Hemdtasche. Die Schutzart

IP 54 und die mitgelieferte Schutzhülle

schützen das Gerät in rauer Baustellenumgebung.

Folgende Funktionen stehen

zur Verfügung: Längenmessung, Flächenmessung,

Volumenmessung, Additions-

und Subtraktionsfunktionen.

Sonderpreis

Ballonfahrt für das schönste Renovierungsfoto

Neben den Typenschildern

können auch die schönsten

Fotos eines Dachfensteraustauschs

teilnehmen und einen

von drei Sonderpreisen gewinnen.

Digitale Fotos sind ganz

unkompliziert unter www.

velux.de/renovierungsgewinnspiel hochladbar. Print-Fotos

können zusammen mit den Typenschildern eingeschickt

werden. Die drei Gewinner dürfen sich zusammen mit

einer Begleitperson jeweils auf eine Fahrt mit dem Velux-

Ballon über den Dächern ihrer Region und eine Veröffentlichung

ihres Projektes in der Fachpresse freuen.

www.mikado-online.de 11


Büro- und Ausstellungsgebäude

Zimmerei verschönert Ortseingang

In der kleinen unterfränkischen Gemeinde Euerfeld begrüßt am

Dorfeingang ein ganz in der Tradition moderner Architektur stehender

Kubus die Ankömmlinge – die bauliche Visitenkarte eines dort schon

lange ansässigen Zimmereibetriebs.

12 mikado 7.2009

Das neue


Gebäude ist ein

markanter

Auftakt der

kleinen Ortschaft

Euerfeld


Thema des Monats Hallen- und Gewerbebau

Ein großzügiger


Eingang lädt

die Besucher zum

Betreten ein

Beim Namen „Bauhaus“ denken

Branchenfremde wahrscheinlich

zunächst an die gleichnamigen Baumärkte,

bei denen es sich meist um

trostlose Stahlbetonhallen in noch

trostloseren Gewerbe- und Industriegebieten

an den Rändern von Städten

handelt. Profis wissen natürlich:

Der Name stammt ursprünglich von

einer der einflussreichsten Architekturschulen

des 20. Jahrhunderts, deren

erklärtes Ziel es war, Kunst und

Handwerk zusammenzuführen und

eine zeitgenössische Formensprache

zu entwickeln.

Ein Gebäude, das ganz für diese

Bautradition steht, gibt es nun

an ganz ungewöhnlicher Stelle: Bei

einer kleinen Landpartie im mainfränkischen

Hinterland findet man

es in der kleinen Gemeinde Euerfeld

– als markantes Zeichen direkt am

Ortseingang, das Ortsbild der 480

Einwohner zählenden Gemeinde

maßgeblich prägend.

Das ist für ein Dorf sehr ungewöhnlich,

denn der Gebäudetypus

der Kiste fand hier kaum je die rechte

Verwendung – und wenn, dann allenfalls,

weil „Nebensächliches“ sich

darin gut stapeln und lagern lässt.

Es müssen also schon einige triftige

Gründe zusammengekommen sein,

dass ein so avantgardistisches Gebäude

in einem traditionsorientierten

Ort an prominenter Stelle laut „Hallo“

sagen und zum Glücksfall der modernen

Baukunst werden darf.

Familienbetrieb geht neue Wege

Bauherr und Nutzer des neuen Gebäudes

ist ein traditionsreicher Holzbaubetrieb,

der hier schon seit über

125 Jahren beheimatet ist. Gegründet

wurde er im Mai 1882 vom Zimmermeister

Heinrich Rössner. Heute leitet

ihn in vierter und fünfter Generation

Anton Rössner mit seiner Tochter

Katharina. Aus dem Sägewerks- und

Zimmereibetrieb heraus hat man sich

zwischenzeitlich zu einem Spezialisten

für schwierige Zimmererarbeiten

und Bauen in Holzrahmenbauweise

entwickelt.

In Holzrahmenbauweise errichtet

wurde natürlich auch dieses Gebäude,

das am östlichen Rand des

www.mikado-online.de 13


Rössnerschen Betriebsgeländes liegt,

direkt an der Hauptstraße als Ortsauftakt.

Entworfen hat es 2006 der

Architekt Reinhold Jäcklein aus dem

benachbarten Volkach. Die Bauleitung

übernahmen der Seniorchef, der

Steckbrief

Bauvorhaben:

Büro- und Ausstellungsgebäude

Holzbau Rössner

D-97337 Dettelbach-Euerfeld

Bauweise:

Holzrahmenbau

Energiestandard:

Niedrigenergiestandard

Bauzeit:

Sommer 2007 bis Sommer 2008

Nutzfläche:

380 m²

Umbauter Raum:

2300 m³

Bauherr und Holzbauunternehmen:

Holzbau Rössner

D-97337 Dettelbach-Euerfeld

www.holzbau-roessner.de

Entwurf:

Architekturbüro

Reinhold Jäcklein BDA

D-97332 Volkach

www.architekturbuerojaecklein.de

Thema des Monats Hallen- und Gewerbebau

14 mikado 7.2009

das Unternehmen seit 1974 leitet,

und die Juniorchefin, die 2007 ihr

Architekturstudium erfolgreich beendete,

selbst.

Die Fundamente waren schon da.

Sie gehörten einer inzwischen abgerissenen

Gerätehalle. An sie erinnert

nichts mehr. Der Neubau setzt völlig

neue Maßstäbe – gestalterisch und

technisch. Von der Größe her sprengt

er aber die am Ort seit Jahrhunderten

übliche Maßstäblichkeit nicht, sondern

bewahrt sie.

Neubau weckt bei Interessenten

Begeisterung für Holz

Entschieden modern, klar und schnörkellos

einfach positioniert sich Holzbau

Rössner im 127. Jahr seines Bestehens.

„Wir wollen zeigen, was mit

Holz alles geht und wie kompetent

wir in Sachen Holzbau sind“, verdeutlicht

Katharina Rössner das Ziel,

das hinter dem Neubau steckt. Da sei

nichts zufällig entstanden, sondern

alles bewusst entschieden worden,

fügt sie bestimmt hinzu.

Der zweigeschossige Gebäudekubus

mit einer Gesamtnutzfläche

von 380 m 2 steht denn auch sehr

selbstbewusst da. Hier laufen in naher

Zukunft die Fäden der Unternehmensorganisation

und -kommunikation

zusammen: Das Archiv im

Vom Eingang


führt ein

breiter Flur zur

Treppe und

erschließt dabei

die Büro-

räume im Erd-

geschoss

Obergeschoss bewahrt das Gedächtnis

der Firma. Der ebenfalls im Obergeschoss

liegende Ausstellungs- und

Vortragsraum ist für Veranstaltungen

konzipiert, die sowohl über 125-jährige

Unternehmenstradition als auch

die Gegenwart und Zukunft des Holzbaus

zeigen.

Das Gebäude selbst ist ebenfalls

„Ausstellungsobjekt“, macht die Qualität

heutiger Holzbautechnik sinnlich

erfahrbar und begeistert potenzielle

Bauherren.

Fassaden zeigen, was Holz

heute alles kann

Wie eine große Skulptur steht es

an der Grenze vom Dorf zur freien

Landschaft. Die geschlossene kubische

Form ist an drei Kanten jeweils

über Geschosshöhe hin aufgeschnitten

– nicht willkürlich, sondern immer

funktional und gestalterisch begründet.

Die dem von außerhalb kommenden

Besucher zugewandte Gebäude-

ecke ist im Obergeschoss komplett

aufgeglast und blickt den sich Nähernden

sozusagen an. Die dem

vom Ortsinneren kommenden Besucher

und den „Altbauten“ zugewandte

Ecke ist im Erdgeschoss tief

eingeschnitten und erzeugt einen

großzügigen, vor Wind und Wetter


Thema des Monats

schützenden Eingangsbereich – eine

einladende Geste. Nach hinten zum

Freigelände, das nach Süden leicht

ansteigt, ist im Obergeschoss eine

komplette Ecke ausgeschnitten, um

eine großzügige Terrasse zu ermöglichen.

Die Fassade wirkt nur auf den ersten

Blick einheitlich, bei genauerem

Hinsehen zeigt sich, dass sie aus vier

verschiedenen Oberflächen besteht:

aus drei Holzschalungsarten und aus

einer verputzten Fläche. Die einheitlich

graue Farbe bewirkt, dass das

Gebäude optisch trotzdem als ruhige

Einheit wirkt.

Alle Details – jede Zarge, jede

Wand, jedes Treppenelement und

jeder Bodenbelag – sind mit großer

Sorgfalt und hohem Können erstellt.

Hier wird Handwerk zur Baukunst –

ganz so, wie es sich die Bauhaus-Lehrer

vor 100 Jahren erträumten.

Durch die gekonnte Gestaltung

und die hochwertige Bauausführung

wirkt das traditionelle Ortsund

Landschaftsbild auch nicht – wie

heute oft üblich – „verbaut“, sondern

„kultiviert“. Und so steht der Neubau

in Euerfeld im doppelten Sinne am

Rand: Er akzentuiert auf vorbildliche

Weise den Ortseingang und er steht

an der Spitze des technischen Fortschritts

beim Holzbau.

Rüdiger Klein, Altenschönbach ▪

STEFAN MEyER, BERLIN

◂ Im Obergeschoss

blickt man

vom Ausstellungsraum

durch

ein Eckfenster auf

die Landstraße

und ankommende

Besucher

Obergeschoss

Erdgeschoss

Schnitt

Terrasse Ausstellungsraum

Nebenraum

WC

Technik

www.mikado-online.de 15

Flur

Flur

Archiv

Büro

Ausstellung

Flur

Vorbereich

Büro

Büro Büro

Büro


Thema des Monats Hallen- und Gewerbebau

Fachhochschule

Weniger ist mehr

Dem Motto „weniger ist mehr“ trugen Architekten und Tragwerksplaner des Anbaus

auf dem Campus Kuchl Rechnung: Beim schnörkellosen Neubau im Passivhausstandard

gibt es außer Stützen und Riegel nur drei aussteifende Wandscheiben.

16 mikado 7.2009

▴ Erweiterung der

FH Salzburg

noch im Bau und

ohne Holzlamellenvorhang

als Sonnenschutz

KURT POCK


Thema des Monats

Der österreichische Ort Kuchl

liegt im breiten ebenen Tal der

Salzach auf 465 m Höhe am Fuße

des gewaltigen Göllmassives und

ist etwa 25 km von der Landeshauptstadt

Salzburg entfernt. Zur

Fachhochschule Salzburg gehören

mehrere Gebäudekomplexe an verschiedenen

Standorten. Einer davon

befindet sich auf dem Campus Kuchl,

etwa 1 km außerhalb des Ortes. Mitte

2008 haben hier die Arbeiten für

die Erweiterung des FH-Gebäudes

begonnen. Während das bestehende

Gebäude als Mischbau in Holz

und Beton errichtet wurde, sah das

Architekturbüro Dietrich Untertrifaller

für die Erweiterung einen Holzbau

vor. Das Gebäude ist im Herbst

2009 vor Semesterbeginn beziehbar.

Insgesamt entstehen 1400 m² Nutzfläche

mit Bibliothek, Labors, Seminar-,

Projekt- und Veranstaltungsräumen.

Dem Weitblick des Nutzers

und der Salzburger Landesregierung

ist es zu verdanken, dass die Erweiterung

als erster universitärer Bau im

Passivhausstandard ausgeführt werden

konnte.

Die Architektur des dreigeschossigen

Gebäudes vermeidet Schnörkel

und strebt klare, auf das Wesentliche

reduzierte Linien an. Auch das

Tragsystem zeigt sich nüchtern: Die

Tragstruktur bildet ein Skelett aus

Trägern und Stützen im Achsabstand

von 3,14 m sowie drei aussteifende

Scheiben. Zwei der Scheiben sind Teil

des massiven Treppenhauskerns. Aus

Brandschutzgründen ist er in Stahlbeton

mit Betonfertigteiltreppenläufen

ausgeführt. Die dritte aussteifende

Scheibe ist die gebäudehohe

Abschlusswand aus Brettsperrholz.

Dreigeschossige Tragstruktur mit

Hohlkasten-Decken

Der etwa 34,50 m lange, 11,15 m

breite und 11,40 m hohe Neubau hat

zwei lastabtragende Achsen. Die eine

liegt in Achse 1, die gleichzeitig die

rückwärtige Längsfassade bildet. Sie

besteht aus BS-Holz-Stützen (b/h =

60 x 14 cm) und -Trägern (b/h = 16 x

60 cm). Die andere liegt in der Mittelachse

3. Dass die Planer hier im Erdgeschoss

Vollstahlstützen (Ø 13 cm)

▸ Das 3D-CAD-

Modell zeigt,

wie der Gebäudekomplex

der

FH Salzburg bald

aussieht

▸ Statisches

Modell

▸ Montage der

Stützen

und Träger im

1. Obergeschoss

DIETRICH I UNTERTRIFALLER

KURT POCK

KURT POCK

Achsmaß:

3,14 m

www.mikado-online.de 17


KURT POCK

Steckbrief

Bauherr:

Weco FH Holztechnikum GmbH

A-5020 Salzburg

Nutzer:

Fachhochschule Salzburg GmbH

A-5020 Salzburg

www.fh-salzburg.ac.at

Architekt:

Dietrich ı Untertrifaller

Architekten ZT GmbH

Projektleitung:

Peter Nußbaumer

und

Bernhard Breuer

A-6900 Bregenz

www.dietrich.untertrifaller.com

Baumanagement:

SABAG Salzburger

Bauträger GmbH

A-5020 Salzburg

www.sabag-baumanagement.at

Tragwerksplanung:

Dipl.-Ing. Kurt Pock

A-9800 Spittal a.d. Drau

www.holz-tragwerk.at

und

Dr.-Ing. Johann Gaderer

A-5310 Mondsee

www.statikbuero.at

Ausführende Holzbaufirma:

Zimmerei Rupert Burgschwaiger

A-5620 Schwarzach

www.holzbau-burgschwaiger.at

Gesamtbaukosten:

3 Mio. Euro inkl. USt.

Thema des Monats Hallen- und Gewerbebau

18 mikado 7.2009

und in den Geschossen Stahlträger

(HEB 240) eingesetzt haben, hat architektonische

Gründe: Die Rundstützen

im Erschließungsbereich des

Erdgeschosses sollten als sichtbare

Bauteile möglichst filigran sein. Zum

anderen wollten die Planer die Stahlträger

vollständig in den abgehängten

Decken „verstecken“. Das wäre

mit den sehr viel höheren BS-Holz-

Trägern nicht möglich gewesen.

Damit die 60 cm breiten BS-Holz-

Stützen in Achse 3 ein entsprechend

breites Auflager haben, erhielten die

Stahlträger aufgeschweißte Konsolen,

auf denen die Stützen verschraubt

werden konnten.

Die Deckenelemente sind als Hohlkästen

ausgebildet und haben eine

Systemhöhe von 48 cm. Sie bestehen

ober- und unterseitig aus einer

Kerto-Q-Platte und dazwischen liegenden

10 cm breiten und 40 cm hohen

BS-Holz-Rippen (e = 50 cm). Für

den notwendigen starren Verbund

zwischen Platten und Rippen sorgen

Nagelpressleimungen.

Die Hohlkasten-Elemente spannen

8,20 m von Achse 1 bis 3 und kragen

dann mit 2,95 m bis zur Achse

4 aus (Einfeldträger mit Kragarm).

Im Bereich der Stützen sind sie ausgespart.

Da es nur drei aussteifende Scheiben

gibt, ist die Lastkonzentration

auf jede einzelne besonders hoch.

Das erforderte eine entsprechende

KURT POCK

◂ Erschließungsbereich

im

1. Obergeschoss

▴ Bereiche

der Zug- (rot) und

Schubverankerungen

(blau)

der gebäudehohenAussteifungswand

Bauteildimensionierung. Als Hauptaussteifung

des Anbaus fungiert die

11,40 m hohe, über drei Geschosse

durchgehende Brettsperrholzwand

der Gebäudestirnseite. In ganzer

Höhe werkseitig vorgefertigt, wurde

sie in vier etwa 2,80 m breiten

Streifen vor Ort montiert und zu einer

16 cm dicken Scheibe verbunden.

Sie ist am Fuß über die gesamte

Wandbreite mit einbetonierten Ankerplatten,

aufgeschweißten Stahlblechen

und selbstbohrenden Stabdübeln

(SFS WS-T 7) im Fundament

eingespannt.

Wenige Scheiben steifen aus

L-förmige Stahlbleche sichern die

Wandscheibe in den Eckpunkten gegen

abhebende Kräfte, die zum Beispiel

bei Wind auf die Längsseiten des

Gebäudes auftreten. Die dazwischen

liegenden Anschlüsse dagegen fungieren

als Schubanker und nehmen

die daraus resultierenden Schubkräfte

auf. Gleichzeitig müssen aber auch

die Schubbeanspruchungen in den

Vertikalstößen in die Scheibe eingeleitet

werden. Die Aufgabe übernehmen

Nagelbleche, aufgebracht auf

den Stößen über die gesamte Höhe

und auf beiden Seiten der Wand.

Auf der Raumseite stützt sich die

Brettsperrholzwand gegen die Deckenscheiben

bzw. BS-Holz- und

Stahlträger. Um sie anzuschließen,


KURT POCK

ordneten die Tragwerksplaner in den

Achsen 1 und 3 zusätzlich BS-Holz-

Stützen direkt vor der Giebelwand

an, wo die Träger entweder aufgelagert

(Achse 3) oder über Z-Profile

eingehängt (Achse 1) wurden.

Hohlkästen trotzen Feuer

Das Gebäude muss eine Feuerwiderstandsklasse

von F60 (REI 60) erfüllen.

Dafür erhielten die Stahlträger

und -stützen einen Brandschutzanstrich.

Für den Nachweis, dass auch

die Hohlkastendecken dieser Anforderung

genügen, waren Brandversuche

am Institut für Brandschutztechnik

und Sicherheitsforschung

(IBS) in Linz notwendig. Zu klären

war vor allem, ob die Stoßstellen der

Hohlkästen brandsicher sind, was der

60-minütige Versuch bestätigte: Zwar

Thema des Monats Hallen- und Gewerbebau

ZIMMEREI RUPERT BURGSCHWAIGER

▴ L-förmige

eingeschlitzte

Stahlbleche

sichern die Wandscheibe

in den

Ecken gegen abhebende

Kräfte

▸ Der Anschluss

der BS-Holz- und

Stahlträger an

die Wandscheibe

erfolgt über

Stützen vor der

Wand

◂ Brandversuch

zur Prüfung

des Feuerwiderstands

der

Hohlkasten-Elemente

KURT POCK

brennt innerhalb von einer Stunde

die untere Platte der Hohlkästen ab,

doch die Stege bleiben unversehrt. Da

die Hohlkästen brandschutztechnisch

so dimensioniert sind, dass sie auch

ohne diese Platte, quasi als Plattenbalken,

tragfähig sind, ist damit die

erforderliche Feuerwiderstandsdauer

gewährleistet.

Wenig Energie, angenehmes

Raumklima, gute Akustik

Passivhausstandard erreicht der Erweiterungsbau

der FH Salzburg

durch eine gedämmte Gebäudehülle

mit Dämmstoffdicken von bis zu 35

cm, Dreifachverglasungen, einer Lüftungsanlage

mit Wärmerückgewinnung

sowie die Nutzung von Solarenergie.

Im Inneren sorgen zahlreiche

geölte Holzoberflächen an Wänden,

▸ Die Rippen der

Hohlkasten-

Elemente sind

BURGSCHWAIGER

auch nach

60 Minuten

RUPERT

Feuereinwirkung

unversehrt ZIMMEREI

Decken und Böden durch ihre feuchteregulierenden

Eigenschaften für ein

ausgezeichnetes Raumklima und eine

angenehme Akustik.

Rundum Holz

Zu guter Letzt gibt sich das neue

Gebäude rundum als Holzbau zu erkennen.

Zwar sind die abgehängten

Decken, hinter denen sich die Installationen

und die Lüftungstechnik

verbergen, aus Gipskartonplatten,

der Holzbau bleibt dennoch als

solcher erlebbar.

Selbst bei der Fassade haben sich

die Planer zum Holz bekannt und bei

der Bekleidung einen offenen Rhombenschirm

aus unbehandelter Weißtanne

gewählt. Fortsetzung findet die

Holzfassade schließlich im Sonnenschutz:

Vor die raumhoch verglasten

Gänge in den Obergeschossen,

die die Seminarräume und die Bibliothek

erschließen, ist ein feststehender

außen liegender Sonnenschutz

aus Weißtannenlamellen angebracht.

Er reduziert das einfallende Abendlicht,

ermöglicht aber einen gefilterten

Blick auf den Vorplatz. Von

hier aus werden die Studenten ab

Herbst in den ebenso schlichten wie

markanten Holzbau zu ihren Veranstaltungen

strömen, als hätte es ihn

schon immer gegeben.

Dipl.-Ing. (FH) Susanne Jacob-Freitag,

Karlsruhe ▪

www.mikado-online.de 19


Thema des Monats Hallen- und Gewerbebau

Fertigungshalle

Zukunftsfabrik setzt neue Maßstäbe

Beim Bau der neuen Fabrikhalle von Opitz in Neuruppin standen Energieeffizienz

und Nachhaltigkeit im Fokus. Das Ergebnis überzeugt: 10 800 m 2 Produktionsfläche und

ein richtungsweisendes Gebäudekonzept.

20 mikado 7.2009


▴ Bei Nacht strahlt

die neue

Produktionshalle

futuristisch

Das Innere


beherbergt Euro-

pas größte

Fertigungsstätte

für Dach-

konstruktionen

Von Berlin kommend, nimmt

man auf der Autobahn A24 die

Abfahrt „Neuruppin“ und sieht dann

die „Zukunftsfabrik“ schon von Weitem.

Ein riesiger weißer Baukörper,

flach und breit. Wenn nachts produziert

wird, leuchtet er futuristisch.

Er sieht fast unwirklich aus inmitten

der idyllischen Umgebung des Ruppiner

Landes.

Es handelt sich um eine Produktionshalle

des Unternehmens Opitz,

das seine beiden Sparten „Holzbau“

und „Solar“ effektiv vereint. „Zukunftsfabrik“

heißt sie, weil es „grüner“

fast nicht mehr geht: auf der

einen Seite mit Holz ein Baustoff,

der zu 100 Prozent aus Sonnenenergie

entsteht, auf der anderen eine

Technik, die die Sonnenstrahlung

zur Energieversorgung aktiv nutzt.

„Sonnendynamisches Bauen“ nennt

Opitz das.

Europas größte Produktionshalle

für Dachkonstruktionen

Von der Planung bis zur Auslieferung

sind alle Abläufe logistisch lückenlos

und CAD/CNC-gesteuert. Die

drei Holzbaubereiche „High-Tech-

Abbund“, „Nagelplattenkonstruktionen“

und „Holztafelbau“ laufen auf

getrennten Produktionsstrecken und

modernsten Maschinen. Besonderes

Augenmerk galt einer optimierten

Lagerlogistik: Hochregallager, die auf

die Produktionsprozesse abgestimmt

sind, und Transportstraßen, die ideale

Anlieferung und Abtransport ermöglichen.

Das Solar-Unternehmen produziert

Solarthermie-Elemente, die großteils

Eigenpatente sind. Beide Produktreihen

fließen bei der Herstellung von

Ganzsolardächern zusammen. Das

Ganze benötigte viel Platz – und so

hieß es bei aller Effizienz: „Nicht kleckern“.

10 800 m 2 Produktionsfäche

waren dann schließlich notwendig,

was bedeutet: Es entstand Europas

größte Fabrikationsstraße für Dachkonstruktionen.

„Ich möchte neue Wege aufzeigen,

wie sich Fabriken selbst mit Energie

versorgen können, und gleichzeitig

Produkte anbieten, die dem Kunden

helfen, Energie zu sparen“, erläutert

Opitz seine Idee. „Nun haben wir das

Gute mit dem Nützlichen verbunden

und eine Fabrik für unsere Produkte

gebaut, die selber eine energieeffiziente

Hülle ist und alle gestellten

Anforderungen in sich vereint. Gebäude

verbrauchen die größten Energiepotenziale

– und so haben wir die

Aufgabe, an dieser Stelle wegweisend

zu sein.“

Nachhaltigkeit war Kernanforderung

bei der Planung

Der Einsatz regenerativer Energien,

eine ökologische Bauweise und eine

sparsame Ablauforganisation waren

Ziele, die bei der Konzeption,

www.mikado-online.de 21


Planung und Umsetzung des Gebäudes

immer im Mittelpunkt standen.

Detailliert deklinierten die Beteiligten

alle Basisbereiche der Fabrik ökologisch

und wirtschaftlich durch. Dabei

zog man ein renommiertes Energieinstitut

hinzu, orientierte sich an

neuesten Kraft-, Wärme- und Anlagentechniken

und überlegte, wie

man die Prozesse optimieren kann.

Den Grundstein legte Brandenburgs

Ministerpräsident Matthias

Platzeck, der dann knapp neun Monate

später die Halle auch offiziell

eröffnete. Sofort war sie Vorzeige-

objekt und die Landesinvestitionsbank

Brandenburg (ILB) kürte sie Mai

2009 zum „Objekt des Monats“.

Die Vorarbeiten begannen mit dem

Recycling der alten Halle, die hier

noch stand und der neuen Halle Platz

machen musste: 21 000 t Material

konnte Opitz bei seinem Neubau wiederverwerten.

Ansonsten war Holz

als Baustoff natürlich zwingende

Vorgabe. Die Brettschichtholzbinder

stellte das Prümer Holzwerk her, an

dem Opitz beteiligt ist. Davon wurden

600 m 3 verbaut, was 1800 Festmetern

Holz, 3 ha Wald und 1800 t

gespeichertem CO 2 entspricht.

Die Stützen sind allerdings nicht

aus Holz. Der Grund liegt im Inneren.

Schwerlast-Stapler transportieren

hier große Lasten. Dabei kommt

Thema des Monats Hallen- und Gewerbebau

22 mikado 7.2009

es immer wieder zu Berührungen

mit den Stützen. Des Weiteren zieht

sich eine schwerlastige Krananlage

durch die Halle. Bei diesen ungewöhnlichen

Anforderungen erwies

sich dann Stahlbeton als das besser

geeignete Material.

Mit vorgefertigten Bauteilen und

einer ausgetüftelten Logistik war die

Bauzeit sehr kurz. Und das war hier

besonders wichtig, denn damit konnte

Opitz seine Produktionsausfälle,

die durch den Abriss der alten Halle

entstanden, auf ein notwendiges Minimum

reduzieren.

Die gesamte Fassade ist komplett

lichtdurchlässig. Weiteres Tageslicht

kommt von den Sheddächern. Deren

Nordseiten sind verglast, während die

Südseiten mit Photovoltaikzellen bestückt

sind. So ist das gesamte Innere

tagsüber von oben und von allen vier

Seiten mit natürlichem Licht durchflutet.

Das schafft für die Mitarbeiter

eine angenehme Atmosphäre und reduziert

den für die Beleuchtung notwendigen

Stromverbrauch.

Die Warmwasserbereitung und das

Beheizen erfolgt zu 100 Prozent aus

selbst gewonnener Energie. Es wird

sogar mehr gewonnen als das Gebäude

verbraucht: Es handelt sich

also um ein Plusenergie-Gebäude.

Die Photovoltaik-Anlagen auf den

Dachflächen sind insgesamt 1800 m 2

◂ Fünf Monate

dauerte der

Bau der Halle

▴ Im Inneren

befinden

sich 10 800 m2 Produktionsfläche

Die neu ent-


wickelten

Windmühlen zur

Stromerzeu-

gung finden auf

dem Dach Platz

groß und erzeugen jährlich 235 kWp

Strom – ein Ertrag von rund 110 000

Euro und der Jahresverbrauch von

etwa 100 Haushalten.

Auf dem Dach finden demnächst

neu entwickelte Windmühlen ihren

Platz, die 90 kWp Strom liefern.

Und die Carport-Anlagen im Außenbereich

werden ebenfalls mit


solarthermischen Dachflächen ausgerüstet,

um so noch weitere 60 kWp

zu erzeugen.

Die Holzabfälle aus der Produktion

werden später zum Heizen der Verwaltung

und des Sozialtrakts genutzt,

die sich zurzeit noch in Planung befinden

und Passivhausstandard erreichen.

Auch in anderen Bereichen

achtete das Unternehmen auf

Nachhaltigkeit: Ein 180 000 l großes

Regenrückhaltebecken dient der Bewässerung

der Außenanlagen, für die

Toilettenspülung und für die Feuerlöschversorgung.

Innovativer Holzbau wird Vorbild

für deutschen Mittelstand

Dass die Halle nicht nur energieeffizient

und nachhaltig wird, sondern

auch schön, war natürlich auch wichtig.

Schließlich will Opitz hier ein

deutliches Zeichen Richtung Zukunft

setzen: „Unser Ziel ist, Grünes Bauen

mehrheitsfähig zu machen.“

Die Mehrheit einer Jury hat er

von seinen Ideen schon überzeugen

können: Am 26. Juni 2009 zeichnete

Lothar Späth seine Firma als

„Top 100“ der innovativsten mittelständischen

Unternehmen Deutschlands

aus – als einziges Unternehmen

in Berlin-Brandenburg.

Sabine Opitz-Becker, Köln ▪

Thema des Monats Hallen- und Gewerbebau

▴ Die Sheddächer

sind auf

ihrer Südseite

ganz mit

Photovoltaikzellen

bestückt

OPITZ, NEURUPPIN

Steckbrief

Bauherr:

Opitz Holzbau GmbH & Co. KG /

Opitz Solar GmbH

D-16816 Neuruppin

www.opitz-holzbau.de

www.opitz-solar.de

Realisierungsphasen:

▸ Planungszeit:

Mai bis November 2007

▸ Bauzeit:

Januar bis Mai 2008

Gebäudegröße:

▸ Produktionsfläche:

10 800 m2 ▸ Umbauter Raum:

120 000 m3 Ökologisches Konzept:

▸ Komplettes Recycling des

Altbestandes: 21 000 t StB

▸ Holzabfall-Verwertung zur

Heizung von Verwaltung

und Sozialtrakt

▸ Passivhausstandard für

Verwaltung und Sozialtrakt

▸ Stromgewinnung mit

Photovoltaik-Anlagen und

Vertikalwindmühlen

▸ Regenrückhaltebecken:

180 000 l

Energiegewinn:

▸ Photovoltaik auf Hallendach:

235 kWp

▸ Vertikalwindmühlen auf

Hallendach: 90 kWp

▸ Photovoltaik auf Carport-

Dächern: 60 kWp

▸ Photovoltaik auf Verwaltungsgebäude:

30 kWp

▸ Gesamtmenge gewonnener

Energie: 415 kWp

Architektur:

Kujas & Richter Architekten

D-16827 Alt Ruppin

Energieplanung:

Tetra Ingenieure GmbH

D-16816 Neuruppin

www.tetra-ingenieure.de

Statik:

Ingenieurbüro Detlev Rahn

D-15345 Eggersdorf

Holzbauunternehmen:

Opitz Holzbau GmbH & Co. KG

D-16816 Neuruppin

www.opitz-holzbau.de

Schlüsselfertiger

Objekt-

und Industriebau

Industrie

Gewerbe

Verwaltung

Reitanlagen

Landwirtschaftliche Gebäude

Brüninghoff

Holzleimbau

Zimmerei

Kompetenz

im

Hallenbau

Beton- und Stahlbau

Fertigbauteile

Schlüsselfertiges Bauen

Brüninghoff GmbH & Co. KG

Industriestr.14 · 46359 Heiden

Tel.: 028 67/9739-0 · Fax: 9739-900

info@brueninghoff.de · www.brueninghoff.de

www.mikado-online.de 23


Ingenieurholzbau

Sportzentrum

Weit gespanntes Rückgrat

Ein ganzheitliches Konzept rund um Fitness, Gesundheit und Wellness bietet

das Sportcenter Rückgrat in Donaueschingen. Dafür haben die Betreiber zusammen mit

Holzbauer und Architekt eine maßgeschneiderte Hülle konzipiert und gebaut.

Neue Trainingsmethoden, individuelle

Beratung und hochqualifiziertes

Personal – seit dem Frühjahr

2009 bietet das neu eröffnete Sportcenter

Fitness, Wellness und Gesundheit

auf hohem Niveau.

Gebäude setzt konsequent auf

Nachhaltigkeit

In prominenter Lage im Schlosspark

von Donaueschingen entstand

ein Gebäude, das in Materialwahl

und Energiekonzept konsequent

auf Nachhaltigkeit setzt und damit

die Philosophie des Bauherrn auch

im baulichen Bereich umsetzt. Der

Sportpark Rückgrat ist als kompaktes

kubisches Gebäude 2-geschossig

24 mikado 7.2009

konzipiert mit ca. 1400 m² Nutzfläche.

Das im Passivhausstandard errichtete

Gebäude mit einem Heizenergiebedarf

vom max. 15 kWh/m²

wurde mit einem sehr umfassenden

Energiekonzept geplant, das zum Ziel

hat, CO 2 -Emissionen sowohl bei der

Erstellung als auch im Betrieb möglichst

zu vermeiden.

Weit gespannt für mehr Offenheit

Im Trainingsbereich im Erdgeschoss

sorgen eine filigrane Stahlkonstruktion

und sehr weit spannende

Holz-Beton-Verbunddecken für einen

offenen Charakter. Bodentiefe

Verglasungen mit ungestörtem Ausblick

in den Schlosspark und ins

Nach nur neun


Monaten Bauzeit

konnten

die Bauherren des

Bewegungs-

centers Eröffnung

feiern

Grüne verstärken den Eindruck. Das

Café im Erdgeschoss lädt mit seiner

Freiterrasse an einem schönen

Gartenteich und seiner ruhigen Lage

zum Verweilen der Gäste ein. Direkt

am Donau-Radwanderweg gelegen,

lockt das Sportzentrum externe Gäste,

Schlossparkbesucher und Fahrradfreunde

an.

Holz und Beton im Verbund

Um große Spannweiten herzustellen,

wählte der planende Architekt

Dipl.-Ing. Günter Limberger für die

Deckentragwerke eine Holz-Beton-

Verbundkonstruktion. Damit gelang

es ihm, die geplanten Spannweiten

von 6,50 m wirtschaftlich und bei


Ingenieurholzbau

schlanker Dimensionierung herzustellen.

Mit einer reinen Holzkonstruktion

hätten sich die Schall- und

Schwingungsbelastungen, die in

den Gymnastikräumen im Obergeschoss

auftreten, nicht zufriedenstellend

lösen lassen. Gute Erfahrungen

mit der wirtschaftlichen Holz-Beton-

Verbund-Decke und die gute ingenieurtechnische

Unterstützung des

Systemanbieters erleichterten die

Entscheidung.

Die Unterzüge wurden in unterschiedlichen

Dimensionen in Stahlbauweise

hergestellt. Das Deckentragwerk

selbst besteht aus Tragbalken aus Nadelholz

in C24 mit den Abmessungen

14 x 26 cm und einer Brettschalung.

In die Balken schraubten die Zimmerer

TCC-Schubverbinder 7.3/150 mm

nach Vorbemessung im 45-Grad-Winkel

ohne Vorbohren ein. Ein definierter

Anschlag sorgte dabei für die richtige

Einschraubtiefe. Auf Abstandhalter

wird die Armierung Q 188 verlegt und

mit einer 6 cm dicken Betonplatte in

der Qualität C25/30 versehen. Während

der Betonierung wurde die Decke

unterseitig mit leichter Vorspannung

abgestützt.

Eine ganz spezielle Verbindung

Eine Besonderheit der Deckenkonstruktion

in Donaueschingen ist die

Verbindung der Decken mit den Außenwänden:

Die Holzbauer befestigten

die Decke mittels Balkenschuhen,

damit sie die innere OSB-Platte

als luftdichte Ebene im Deckenabschluss

sauber weiterführen konnten.

Das und weitere optimierte Details

führten zu einem hervorragenden

Blower-door-n 50 -Wert von 0,18.

Acht Schwitzmöglichkeiten

Im Obergeschoss sind der Wellness-

und Saunabereich und die Umkleideräume

sowie verschiedene Kursräume

untergebracht.

Das Herzstück des Wellnessbereichs

bilden die verschiedenen Saunen,

die in einem kreisrunden Turm

untergebracht sind. Der setzt sich

über das Dach nach oben fort und

ist weithin sichtbares Zeichen. Die

Dachrotunde ist als Terrasse ebenso

Das auf


Maß geschneiderte

Gebäude setzt

das Thema Nach-

haltigkeit

konsequent um

Außenbereich für die Sauna wie auch

Ausblickspunkt in die Umgebung.

Besondere Auswahl

Bei der Baustoffauswahl legten Bauherr

und Planer auf ökologische und

nachhaltige Baustoffe besonderen

Schraube hält Holz-Beton-Verbund zusammen

Wert. So sind neben der Bauweise

in Holz viele Produkte insbesondere

im Dämmstoffbereich aus Recyclingprozessen

hergestellt. Die Bodenplatten

mit einer 45 cm starken unterseitigen

Glasschaumschotterschicht

verbinden hohe Tragfähigkeit und

gute Wärmedämmung miteinander.

Kern der Holz-Beton-Verbundlösung ist der TCC Integral-Schubverbinder, eine patentierte und

bauaufsichtlich zugelassene Spezialschraube (Z-9.1-603). Sie verbindet Holzbalkendecke und

Betonscheibe zu einem elastischen Verbundtragwerk. Der nichtbrennbare und druckfeste Beton

liegt in der Druckzone und nimmt hohe Lasten auf. Er dämpft Schwingungen, reduziert die

Schallweiterleitung und erhöht die Brandsicherheit. Das leichte und zugfeste Holz liegt in der

Zugzone. Die Schubverbinder verteilen die anfallenden Lasten zwischen den beiden Tragwerken.

Die Spezialschrauben sind auf die auftretenden Knick- und Schubbelastungen ausgelegt,

ihre Geometrie verhindert Ausreißen und sichert eine definierte Einschraubtiefe. Punktuelle

Lasten werden auf mehrere benachbarte Tragwerksbalken verteilt. Die lastverteilende Funktion

ermöglicht eine Verdoppelung bis Verdreifachung der Verkehrslast. Das Ergebnis des coming-Holz-Beton-Verbunds

sind Decken mit hoher Tragfähigkeit, die in Bezug auf Schallschutz,

Brandschutz und Schwingung gute Werte erzielen.

Die bauaufsichtlich zugelassenen (Z-9.1-603) und patentierten TCC Integral-Schubverbinder

können unabhängig von den Umgebungsbedingungen sicher verbaut werden. Mit dem Setzen

der Schrauben, dem Verlegen einer Bewehrung auf Abstandshalter und Einbringen des Aufbetons

ist das Verfahren mit nur wenigen Arbeitsschritten sicher und wirtschaftlich.

Die Berechnung und Dokumentation von Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit, Brandschutz und

Schallschutz inklusive Schwingungsnachweis erfolgt über die com-ing-Software. Das Programm

erstellt alle notwendigen bauphysikalischen Berechnungen und prüffähigen Nachweise.

www.mikado-online.de 25


Ingenieurholzbau

Die Außenwände in Holzständerbauweise

sind ebenso wie das Dach mit

eingeblasener Zellulose gedämmt.

Die Fenster sind als Holzfenster mit

3-Scheiben-Verglasung und Passivhausrahmung

ausgeführt.

Die Putzflächen an den Wand-

und Deckenflächen sind in warmen

Cappuccino-Tönen hergestellt und

Arch.: Mag. Arch. Rudolf Berger, Fotos: Ing. Josef Kammerstetter

26 mikado 7.2009

stehen im Kontrast zu den Sichtbetonelementen

im Erdgeschoss.

Farbiger Kontrast

Der Checkraum z. B. ist als freier

Kubus ins Haus gestellt, trennt den

Trainingsbereich zum Café räumlich

ab und dient vor allem der

WEIT GESPANNTE KOMPETENZ

WIEHAG GmbH · A-4950 Altheim

Linzer Str. 24 · Tel.: +43 (0)7723/465-0

offi ce@wiehag.com · www.wiehag.com

◂ Holz-Beton-

Verbund-

Decken haben

große

Spannweiten und

Schwingungen

im Griff

▴ Der integrierte

Anschlag

verhindert zu

tiefes Einschrauben

der

Schubverbinder

Ginzinger electronic systems, Weng im Innkreis (A) – Büro-, Produktions- und Lagergebäude

SPREAD YOUR IDEAS

Kundenberatung als Beratungsplattform.

Die Treppe mit Stufen aus Betonfertigteilen

wird mit Farblicht in

Szene gesetzt und bildet Mittelpunkt

und optische Akzente zugleich.

Auch die Außenfassade ist überwiegend

in Putz gestaltet, hier hat

der Planer lediglich den Eingangsbereich

und die Dachrotunde mit einer


Ingenieurholzbau

metallic-schwarzen Holzschalung

hervorgehoben.

Speziell für das als Fitnessstudio

geplante Gebäude entwickelte Architekt

Günter Limberger, dessen Büro

sich auf regenerative Energiekonzepte

und energieeffiziente Bauweisen

spezialisiert hat, ein eigenständiges

Konzept mit dem Ziel, neben

▴ Die temporäre

Abstützung

verhindert ein

Durchbiegen

des Tragwerks und

zu hohe

Spannungen

▸ 6 cm Aufbeton

ergeben eine

steife Scheibe, die

Schall- und

Schwingungsprobleme

löst

EGGER EUROSTRAND ® OSB � TOP

NEU: �� mm OSB VERLEGEPLATTE �N&F

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EGGER EUROSTRAND ® OSB 4 TOP ist für die Ausbildung von Scheibentragwerken (Dach,

Decke, ggf. Wand) mit großen Spannweiten geeignet. Jetzt ist sie auch in 30 mm mit Nut und

Feder erhältlich.

der nachhaltigen Bauweise auch im

Betrieb besonders wirtschaftlich und

CO 2 -neutral zu sein. Den geringen

Heizenergiebedarf von max. 15 kWh

pro m² aufgrund der Passivhausbauweise

deckt eine Holzpelletsanlage ab.

Die bisherigen Betriebserfahrungen

zeigen jedoch, dass auch bei winterlichen

Außentemperaturen die inneren

Gewinne meist ausreichen, um das

Gebäude ausreichend zu temperieren.

Die Heizanlage kommt also nur

zum Einsatz, wenn die 29 m² große

thermische Solaranlage mit Vakuum-

Röhrenkollektoren nicht ausreicht,

um das Warmwasser zu erzeugen. Der

Ganzjahreswirkungsgrad der thermischen

Solaranlage liegt trotz des

PROFESSIONAL

www.mikado-online.de 27

NEU:

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COM-ING VT GMBH, DIPL.-ING. G. LIMBERGER


Grundriss Obergeschoss

Grundriss Untergeschoss

Freibereich

Gymnastik

Teich

Direkter Zugang

zur Tennishalle

Große

Freiterrasse

Ingenieurholzbau

Gymnastik 2

Five Bereich

Beweglichkeitskonzept

Checkraum

1 und 2

Saunabereich

Wellness Damen

Gymnastik 3

Kinderland

Check in

Sports-Bar

Bistro – Lunge

Umkleide Damen

Eingang

28 mikado 7.2009

Verwaltung

Physiotherapie

Krafttraining

Cardio Bereiche:

– Laufband

– Cross-Trainer

– Ergometer

– Trainingszirkel

Umkleide Herren

Saunabereich

Ruhebereich außen

Entspannung

Dachterrasse

Ruheraum innen

Technik

Regenwasser-

nutzung

Gymnastik 1

hohen Warmwasserbedarfs noch bei

ca. 50 %. Zum Konzept gehört auch

eine Lüftungsanlage mit ca. 85-prozentiger

Wärmerückgewinnung und

ein rund 1000 m² großer Erdreichwärmetauscher,

der als Flächenkollektor

die Zuluft im Winter vorwärmt

und im Sommerbetrieb der Raumkühlung

dient.

Gemeinsam mit einer Kühlmöglichkeit

über die Fußbodenheizung

wird somit auch die sommerliche

Behaglichkeit mit einem einfachen,

aber sehr effizienten System und

ohne großen Apparatebedarf sichergestellt.

Gebäude setzt auf Ökostrom

Als architektonischen Glanzpunkt

und als äußeres Zeichen für den regenerativen

Ansatz des Gebäudes

montierten die Handwerker an der

Südfassade eine 10 kWp–Photovoltaik-Anlage,

die zusammen mit der 35

kWp-Dachanlage dafür verantwortlich

ist, dass das Gebäude eine positive

CO -Emissionsbilanz aufweist.

2

Zu diesem Konzept passt auch, dass

das Gebäude trotz dieser Maßnahmen

den gesamten Netzstrom als

Ökostrom bezieht.

Maria-Isabel Kiefer, Mainz ▪

Steckbrief

Bauvorhaben:

Rückgrat – Fitness, Wellness,

Gesundheit, Donaueschingen

Bauweise:

Neubau in Holzständerbauweise

mit Holzbetonverbund-Decken

Baujahr: 2008

Baukosten: 1,75 Mio. Euro

Planer/Architekt:

Architekturbüro Limberger

D-78166 Donaueschingen

www.guenter-limberger.de

Statik:

Ingenieurbüro Sättele

D-79843 Löffingen-Unadingen

www.saettele-ing.de

Holz-Beton-Verbund:

com-ing VT GmbH

CH-9050 Appenzell

www.com-ing.ch


Details im Griff Juli 2009

Holzbalkon

Feuchtigkeit lässt Balkon einstürzen

Objekt

Etwa zehn Jahre alte Mehrfamilienhäuser

in Massivbauweise mit

Wärmedämmverbundsystem besaßen

an der West- und Südseite Balkone

aus Holz. Die waren über verzinkte

Stahlbauteile an den Enden der Holzkonstruktionen

jeweils auf Zug bzw.

Druck und Schub mit den Außenwänden

verbunden.

Die Balkone bestanden aus einem

Stabwerk mit waagerechten Zugstäben,

die auch auf Biegung beansprucht

wurden. Auf den Zugstäben

ruhten die Bohlen des Gehbelags.

Die Druckdiagonalstreben führten zu

einem Stahlauflager, das in der Fassade

eingelassen war. Die obere Zugverankerung

war ebenfalls mit Stahlschuhen

gelöst.

Außer dem Gehbelag aus Hartholzbohlen

besteht die restliche

Konstruktion aus Nadelbauholz in

Holzkonstruktionen im Außenbereich sind wetter- und damit

wasserbeansprucht. Jeder Detailpunkt muss holzgerecht ausgebildet

sein, besonders bei der Verbindung des Balkons zur Außenwand.

Ein Wohnhaus


in Massiv-

bauweise besaß

Holzbalkone,

die an der Außen-

wand

befestigt waren

▸ Durch fehlenden

Feuchtigkeitsschutzverfaulte

das

Holz, sodass der

Balkon eines

Tages in

die Tiefe stürzte

gehobelter Ausführung. Die Balkonumwehrung

ist ebenfalls eine reine

Holzkonstruktion.

Schadensbild

Ohne merkliche Vorankündigung

brachen dann plötzlich kurz nacheinander

mehrere dieser Holzbalkone

aus den Zugverankerungen heraus

Auf einen Blick

Objekt Mehrfamiliengebäude in Massivbauweise mit an der

Fassade befestigten Holzbalkonen

Schadens-

bild

Schadens-

ursache

Schadensbehebung

und stürzten krachend in die Tiefe.

Dabei tordierte die gesamte Balkonkonstruktion

um die zweite Zugverankerung.

Schadensursachen

Bei der Untersuchung zeigte sich,

dass die Verankerungen der Holz-

stäbe mit den verzinkten Stahleinbau-

Einige Holzbalkone brachen aus den Zugverankerungen

heraus und stürzten ab

Holz war beim Wandanschluss eingeputzt, dauerhaft

hoher Feuchtigkeit und somit Fäulnis ausgesetzt

Neue Balkone wurden so befestigt, dass das Holz keiner

längerfristigen Feuchtigkeit ausgesetzt ist

www.mikado-online.de 29


30

Tatsächliche fehlerhafte Ausführung:

Details im Griff Juli 2009

Der Holzanschluss lag im Wärmedämmverbundsystem und war eingeputzt

teilen innerhalb des Wärmedämmverbundsystems

der Fassade lagen und

ohne jede Schutzvorkehrung eingeputzt

waren. Dadurch konnte in den

baupraktisch unvermeidlichen Fugen

zwischen Holz, Stahl und Putz

Schlagregen eindringen.

Die Auflagerpunkte trockneten

nicht mehr vollständig aus und es

kam zu „Allmählichkeitsschäden“:

Die eingeputzten Holzenden verfaulten

mit der Zeit. Nachdem eine

Zugankerstelle aus den Schraubverbindungen

ausgerissen war, versagte

jeweils die gesamte Konstruktion und

der Balkon stürzte in die Tiefe.

Hinzu kam, dass die waagerechten

oberen Hölzer, insbesondere im Bereich

der Befestigung der Holzbohlen,

aus technischen Gründen keine vollständige

anstrichtechnische Wartung

erfahren konnten und somit besonders

zu Fäulnis neigten. Ein vorzeitiges

Entdecken des Versagensfalles

Fachregeln:

Balkenschuh

für Balken 12/12

Um die fachgerechten Planung

und Ausführung von Balkonen

dreht sich Band 02 der vom Bund

Deutscher Zimmermeister (BDZ)

herausgegebenen Reihe „Fachregeln

des Zimmerhandwerks“.

Bestellung: www.fg-holzbau.de →

Fachschriften

mikado 7.2009

Vorbildliche Anschlusslösung:

Der Anschlusspunkt Holz-Stahl liegt nun deutlich vor der Fassade

feuerverzinkte

Stahlkonstruktion

ist relativ schwierig, da man „in die

Ritze“ nur schwer hineinsehen kann

und zudem die Fassaden-Begrünung

den Blick auf die Konstruktion noch

einschränkte.

Die Eingrünung mit wildem Wein

hatte zudem noch zur Folge, dass

durch die Verschattung eine relativ

feuchte Atmosphäre langanhaltend

auf die Holzkonstruktion einwirken

konnte und die Verrottungsvorgänge

beschleunigte.

Schadensbehebung

Die Balkone mussten völlig neu konstruiert

und neu aufgebaut werden.

Verzinkte Stahlteile ergänzten die

Holzkonstruktion, die mit den bestehenden

Ankern so verschraubt

werden konnten, dass die neuen

Verbindungen zwischen Stahl- und

Holzteilen außerhalb des Wärmedämmverbundsystems

lagen.

Somit waren die Anschlusszonen

der Holzteile nicht mehr langzeitig

einer Feuchtebeanspruchung ausgesetzt.

Denn holzzerstörende Pilze bilden

sich schon bei einer längerfristigen

Holzfeuchte von mehr als 20

Prozent.

Schadensvermeidung

Bei den neuen Balkonen legte man

großen Wert auf vorbildliche Detailausbildung:

Sämtliche waagerechten

Holzoberflächen sind zur schnel-

leren Wasserableitung geneigt. Die

Verbindungsstellen erhielten partiell

Kunststoff-Unterlagen zur Reduktion

der Wasserverweilung und zur zusätzlichen

Durchlüftung. Durch diese

Aufständerungen entstand die Möglichkeit

einer besseren anstrichtechnischen

Pflege und einer visuellen

Kontrolle der Anschlüsse.

Die noch nicht abgestürzten Balkone

sicherte man nachträglich mit zusätzlichen

Verlängerungen aus Stahl.

Diese werden seither im halbjährlichen

Turnus intensiv untersucht.

Dipl.-Ing. Georg Philipps, ö.b.u.v.

Sachverständiger, Murr a.d. Murr ▪

Hier gibt’s weitere Infos:

Der Artikel ist die gekürzte und

überarbeitete Fassung eines

Schadensberichts, der unter dem

Titel „Balkone als Holzkonstruktion

– Einsturz durch fehlerhafte

Befestigung“ in „Günter Zimmermann,

Ralf Schuhmacher (Hrsg.):

Bauschadensfälle, Band 3. Fraunhofer

IRB Verlag, Stuttgart 2003“

erschien. Bestellung:

www.irb.fraunhofer.de →

Fraunhofer IRB Verlag

Alle Artikel dieser Publikationsreihe

sind auch in digitaler

Form über die Online-Datenbank

„Schadis“ erhältlich:

www.irbdirekt.de/schadis


Sobald die Werkleistung des Auftragnehmers

abgenommen ist,

endet die Vertragserfüllungsphase

und beginnt die Gewährleistungsphase.

Der Auftragnehmer muss dem

Auftraggeber während der Gewährleistungsphase

für die Mangelfreiheit

der Werkleistung einstehen, also

Mängelansprüche auf Nacherfüllung,

Minderung oder Schadenersatz erfüllen.

Erst wenn die Verjährungsfrist

für diese Ansprüche abgelaufen ist,

kann sich der Auftragnehmer auf die

Einrede der Verjährung berufen. Deshalb

ist es wichtig zu wissen, wann

die Mängelansprüche verjähren.

Verjährungsfrist beginnt erst

nach Abnahme zu laufen

Von ganz entscheidender Bedeutung

für den beruflichen Alltag ist, dass die

Verjährungsfrist überhaupt in Gang

gesetzt wird. Dies erfolgt mit Abnahme

des Werkes. Der Auftragnehmer

sollte deshalb nach Abschluss seiner

Arbeiten mit aller Konsequenz die

Abnahme seiner Leistungen durch

den Auftraggeber einfordern und diese

sorgfältig dokumentieren. Denn

ohne Abnahme beginnt die Verjährungsfrist

in der Regel nicht zu laufen.

Und wenn sie nicht läuft, kann

sie folglich auch nicht ablaufen. Dies

wird mit folgenschweren Konsequenzen

leider häufig übersehen.

Je nach Vertrag beträgt die

Laufzeit vier oder fünf Jahre

Hat die Verjährungsfrist zu laufen begonnen,

so kann ihr Ende ohne Weiteres

nach der jeweils geltenden Verjährungsfrist

berechnet werden. Im

BGB-Vertrag ist die Verjährung der

Management Ihr gutes Recht

Forderungsmanagement, Teil 2

Je früher die Abnahme, desto besser

Jedem Auftragnehmer sollte unmittelbar nach Abschluss der Baumaßnahme

die Abnahme herbeiführen, damit die Gewährleistungsfrist in Gang gesetzt wird. Der

Auftraggeber kann die allerdings unterbrechen oder hemmen.

Mängelansprüche in § 634a BGB geregelt.

Danach verjähren Mängelansprüche

des Auftraggebers gegenüber

dem Auftragnehmer bei Bauwerken

in fünf Jahren. Ist die VOB/B Vertragsbestandteil

geworden, beträgt

die Verjährungsfrist für Mängelansprüche

bei Bauwerken vier Jahre,

wobei eine abweichende Vereinbarung

möglich ist. In der Praxis wird

die Verjährungsfrist auch im VOB/B-

Vertrag regelmäßig auf fünf Jahre

verlängert.

Verjährungslauf stoppen:

Hemmung oder Unterbrechung

Der Auftraggeber kann den Lauf der

Verjährungsfrist „stoppen“. Dabei ist

zwischen der „Hemmung“ und der

„Unterbrechung“ zu unterscheiden.

Bei einer „Hemmung der Verjährung“

wird der Zeitraum der Hemmung

in die Verjährungsfrist nicht

eingerechnet, der Fristlauf steht also

still. Eine Verjährungshemmung tritt

z.B. ein, wenn die Parteien über Mängelansprüche

Verhandlungen oder

eine gerichtliche Auseinandersetzung

führen.

Davon zu unterscheiden ist die

„Unterbrechung der Verjährungsfrist“,

im Gesetz als „Neubeginn der

Verjährung“ bezeichnet. Der Neubeginn

bewirkt, dass die bis zum Eintritt

des Unterbrechungstatbestandes

verstrichene Zeit nicht mehr berücksichtigt

wird und eine neue Verjährungsfrist

wieder von vorn zu laufen

beginnt. Eine „Unterbrechung der

Verjährung“ tritt z.B. ein, wenn der

Auftragnehmer den Mangelbeseitigungsanspruch

anerkennt.

„Ohne Abnahme beginnt die Verjährungsfrist nicht zu

laufen und kann folglich auch nicht ablaufen.“

Autor

Schriftliche Mängelrüge lässt

neue Verjährungsfrist anlaufen

Einen speziellen, über die gesetzlich

geregelten Fälle hinausgehenden Unterbrechungstatbestand

enthält § 13

Nr. 5 Abs. 1 VOB/B. Danach lässt eine

schriftliche Mängelrüge des Auftraggebers

eine neue Verjährungsfrist anlaufen,

allerdings nur für diesen gerügten

Mangel.

Diese Unterbrechung der Verjährungsfrist

durch schriftliche Mängelrüge

gilt nur bei Vereinbarung der

VOB/B, hat aber große praktische Bedeutung:

Die Verjährungsfrist verlängert

sich um zwei Jahre.

Zu beachten ist hierbei, dass jeweils

nur die erste Mängelrüge die

Verjährungsfrist für den gerügten

Mangel verlängert. Wiederholte

Mängelrügen desselben Mangels

haben dagegen keine erneute Unterbrechung

zur Folge. ▪

Dr. Burkhard Siebert ist Rechts-

anwalt auf dem Gebiet des Bauvertragsrechts

und berät dabei u.a.

die Mitgliedsunternehmen des Verbands

Hessischer Zimmermeister.

www.mikado-online.de 31


Bürogebäude

32

Architektur

Wenn ein Holzbauunternehmen für sich selbst ein Gebäude

plant, sollte das natürlich etwas ganz Besonderes sein: eine

Abbildung der Firmenkompetenz. Im österreichischen Feldkirchen

gelang das auf überzeugende Weise.

mikado 7.2009

Das neue


Technikzentrum

besteht aus

selbstentwickelten

Wandelementen


Architektur

Das Holzbau-Unternehmen Ing. E.

Roth aus dem österreichischen

Feldkirchen plant und produziert

seit den 1960er-Jahren Fertighäuser,

die unter dem Namen „Wigo-Haus“

bekannt sind. Ursprünglich aus einer

Zimmerei hervorgegangen, steht das

Familienunternehmen für professionelle

Handwerkskunst, die es durch

zeitgemäße Techniken und neue

Ideen kontinuierlich verbessert.

Zusammen mit der Fachhochschule

Kärnten entwickelte Roth im

Rahmen eines mehrjährigen Forschungs-

und Entwicklungsprojekts

ein neues Wandelement und einen

dazugehörigen Fertigungsprozess

samt maschinellem Anlagenkonzept.

Mit dem daraus hervorgegangenen

automatisierten Herstellverfahren

kann das Unternehmen

heute seine neuen Wandelemente

aus Brettsperrholz mit integrierter

Wärmedämmung – „rodo.cel“ genannt

– ebenso in Serie fertigen wie

klassische Brettsperrholz-Elemente

ohne Dämmstoffeinlagen für Decke

und Dach. Das Gesamtsystem firmiert

unter dem Namen „rodo.system“

und bildet seit 2008 die Basis

der neuen Wigo-Häuser.

Eigenes Bürohaus dient als

Demo-Objekt

Anfang 2008 errichtete das Unternehmen

für sich ein neues Technikzentrum:

ein Büro- und Verwaltungsgebäude

mit Schulungsräumen

und Archiv. Es liegt auf dem Firmengelände,

nicht weit von der Fertigungshalle

entfernt. Das war natürlich

die ideale Gelegenheit, um die

Leistungsfähigkeit der eigenen Produkte

zu demonstrieren, und so entstand

das Gebäude gänzlich aus den

neuen rodo.system-Elementen.

Das Gebäude dient also nicht nur

als fotogenes Vorzeigeobjekt, sondern

auch dazu, Erfahrungen zu

sammeln – vor allem bei der Verwendung

von Holz als erdberührtem

Material. Die neu entwickelten Massivholz-Elemente

sollten ihre Praxistauglichkeit

zeigen.

Für ein Unternehmen, das bisher

hauptsächlich Einfamilienhäuser errichtet

hat, war dieses Bürogebäude

natürlich enorm wichtig, denn mit

Ein weit


ausladendes Vor-

dach betont

den Eingang und

begrüßt

die Besucher

dem schon realisierten Gebäude ist

es wesentlich einfacher, völlig neue

Kundenkreise zu überzeugen und zu

gewinnen, vor allem wenn das Ergebnis

so gelungen ist wie hier.

Der Herstellprozess

verringert Verschnitt

Die im Technikzentrum verbauten

Wandelemente bestehen aus Deck-

lagen mit dazwischen liegenden

Querriegeln aus mehreren 3 cm

dicken Brettlamellen. Zwischen die

Riegel wird Zellulose-Dämmstoff

eingeblasen und die Einblasöffnungen

nach dem Verfüllen geschlossen.

Durch die bereits integrierte

Wärmedämmung lässt sich die Statik

der Fassadendämmung minimieren

und somit die gesamte Wand-

dicke reduzieren.

Die Brettsperrholz-Elemente können

bis zu einer Größe von 10,5 m

x 3 m hergestellt werden. Eine spezielle

Verklebe- und Aushärtetechnik

ermöglicht dabei einen sehr viel

kürzeren Produktionsprozess als

sonst üblich, was die Herstellung äußerst

wirtschaftlich macht.

Kernstück des neuen Herstellprozesses

ist eine modulare Presse, die

als Wärmequelle zum Trocknen die

Mikrowellentechnologie nutzt und

zusammen mit einer automatisierten

Beleim- und Positionieranlage in das

maschinelle Anlagenkonzept integriert

ist. Durch die Automatisierung

des Auflegeprozesses der Brettsperrholz-Lamellen

können bei der Produktion

auch gleich die Ausschnitte

für Fenster und Türen berücksichtigt

werden. Das neue Verfahren spart

somit den Arbeitsgang des nachträglichen

Ausschneidens ein und minimiert

den Verschnitt.

Brettsperrholz-Elemente können

Erde berühren

Im Rahmen des F&E-Projekts wurden

beim Technikzentrum Roth auch

erstmalig Brettsperrholz-Elemente

– 19 cm massiv, ohne integrierte

www.mikado-online.de 33


34

Architektur

Dämmung – als Kelleraußenwände

verbaut. Der 40,50 m lange und

16 m breite Baukörper ist zur Hälfte

unterkellert. Das „Kellergeschoss“

ist im vorderen Bereich aufgrund des

abfallenden Geländes frei zugänglich

und wirkt daher eher wie ein

Erdgeschoss.

Die Brettsperrholzwände sind hier

zum Teil mit Erde eingeschüttet. Wie

bei erdberührten Bauteilen üblich,

erhielten sie auf der Außenseite eine

Abdichtungsbahn, eine Wärmedämmung

und eine weitere Abdichtung.

Für diese Anwendung laufen an der

Fachhochschule Kärnten seit einigen

Jahren wissenschaftliche Untersuchungen

zum Feuchteverhalten und

zu den Wärmedämmeigenschaften.

Der Schichtenaufbau und die Detail-

ausbildung der eingesetzten Brettsperrholz-Kellerwände

sind bereits

das Ergebnis davon.

Um schließlich auch die bauphysikalischen

Simulationsrechnungen

mit der realen Situation vor Ort vergleichen

zu können, erhielten die

Wände an definierten Stellen Mess-

Sonden. Wie sich zeigte, stimmen

die Theorie- und Praxiswerte nahezu

überein. So lassen die Messergebnisse,

die es bis dato gibt, den Schluss

zu, dass Brettsperrholz-Elemente als

erdberührte Bauteile tadellos funktionieren.

Eine Aufstockung ist mitgeplant

und jederzeit möglich

Unterschiedlich hohe Dachbereiche

betonen die räumliche Dreiteilung

des Gebäudes in Längsrichtung.

Daran orientiert sich auch das

Haupttragwerk: ein Träger-Stützen-

System aus Brettsperrholz-Bauteilen

im Achsabstand von 4,80 m.

Im Hinblick auf eine spätere Aufstockung

erforderten vor allem die

Knotenpunkte „Stütze/Querträger“

in den Mittelachsen besondere Beachtung

und eine spezielle Detail-

lösung. Hier sollen sich die Querträger

des mittleren Dachbereichs und

die aus den Seitenbereichen auf den

Stützen quasi „stapeln“ lassen. Um

alle Bauteile in einer Achse zu verbinden,

erhielten die Stützenköpfe

Ausklinkungen für ein „etagen-

weises“ Auflagern.

Um später zusätzliche Lasten einer

Aufstockung über die stehenden,

statisch hoch tragfähigen Lamellen

der Brettsperrholz-Querträger

gleichmäßig in die Stützen weiter-

leiten zu können, bekamen die

Auflagerflächen der Ausklinkungen

und die verbleibenden Stützenköpfe

2 cm dicke Stahlplatten.

Bei der Gebäudeaussteifung

schöpften die Planer alle Möglichkeiten

aus, um ohne Verbände durchgehende

Fensterbänder im mittleren

mikado 7.2009

▴ Das Innere ist

natürlich

belichtet. Unterschiedliche

Deckenhöhen

betonen

die Dreischiffigkeit

MARTIN STEINTHALER

Dachbereich zu realisieren. Das Aussteifungskonzept

konzentriert sich

aus diesem Grund auf die Boden-

und Dachscheibe, die umlaufenden

Außenwandscheiben sowie einige

innen liegende Querwände.

Gebäude erhält Kärntner

Landesbaupreis 2008

Das neue Technikzentrum erhielt

2008 den Kärntner Landesbaupreis.

Die Jurybegründung: „Es ist diese

durch Lichtführung von mehreren

Seiten und die lichte homogene Materialisierung

entstehende Atmosphäre,

die besonders stimmig und

überzeugend wirkt … In der Anwendung

von Holz als innovativem

Werkstoff ist die Verknüpfung

der werkseigenen Tradition mit einer

neuen, zukunftsorientierten Gedankenwelt

spürbar. So wird eine im

Werk selbst entwickelte Art der Massivholzwand

hier erstmals – auch im

erdberührten Bereich – eingesetzt

und in ihren Anwendungsweisen

demonstriert. Insgesamt ist mit diesem

Projekt eine vielversprechende

Neuinterpretation des Einsatzes von

Holz für ein Verwaltungsgebäude

gelungen. In diesem Aufgabenbereich

des Bauens liegt ein enormes

Potenzial für ressourcenschonende

Architektur.“

Das Kärntner Unternehmen konnte

mit seinem rodo.system außerdem

den Innovations- und Forschungspreis

des Landes Kärnten in zwei

Kategorien erringen und ist damit

auch für den Staatspreis „Econovius“

nominiert – ein Sonderpreis, der

im Rahmen des Staatspreises „Innovation“

an die findigsten Unternehmer

kleinerer und mittlerer Betriebe

geht. Die Kriterien für die Auswahl

der Projekte sind vielfältig. In die

Bewertung fließen besonders der

Innovationsgrad des Produktes, der

Entwicklungsaufwand und das damit

verbundene unternehmerische

Risiko ein.

So darf man also gespannt sein,

wie die Entwicklungen weitergehen

und was sich das findige Traditionsunternehmen

in Zukunft noch alles

für den Holzbau ausdenkt.

Dipl.-Ing. (FH) Susanne Jacob-Freitag,

Karlsruhe ▪


Erdgeschoss

Architektur Juli 2009

A A

Schnitt A-A

Untergeschoss

A A

Steckbrief

Bauprojekt:

Technikzentrum Roth

A-9560 Feldkirchen/Kärnten

Bauweise:

Holzmassivbauweise

mit Brettsperrholz (BSP)

Energiestandard:

Niedrigstenergiebauweise

Bauzeit:

Februar bis Mai 2008

Baukosten:

1,7 Mio. Euro

Nutzfläche:

840 m 2

Umbauter Raum:

2900 m³

Bauherr und Holzbauunternehmen:

Ing. E. Roth GmbH

Holzbauwerke

A-9560 Feldkirchen/Kärnten

www.roth-holzbau.at

www.wigo-haus.at

Architekten:

Architekturbüro

Dipl.-Ing. Ernst Roth

A-9560 Feldkirchen/Kärnten

www.arch-roth.at

2rainer

Dipl.-Ing. Clemens Rainer

A-8010 Graz

www.2rainer.at

Tragwerksplaner:

Dipl.-Ing. Kurt Pock

A-9800 Spittal a.d.D.

www.holz-tragwerk.at

Dipl.-Ing. Gerolf Urban

A-9800 Spittal a.d.D.

www.zt-urban.at

Bauphysikalische Untersuchungen:

Dipl.-Ing. Dr. techn.

Christoph Buxbaum

A-9800 Spittal a.d.D.

www.fh-kaernten.at/bph

www.mikado-online.de 35


Fassadenschnitt

36

Vordach:

Foliendach

12 cm Brettsperrholz 3-lagig mit

Innengefälle

Architektur Juli 2009

Außenwand Erdgeschoss:

3 cm Foliendach

20 cm Massivholzwand 5-lagig,

vorgehängt, mit gedämmten Hohlräumen

20 cm Massivholzwand 5-lagig,

tragend, mit gedämmten Hohlräumen

1,5 cm Gipskarton-Platte (teilw.)

Außenwand Untergeschoss,

ab 30 cm über Terrain:

Kunstharzputz

Gewebe mit Spachtelmasse

14 cm EPS-Wärmedämmplatten

Bitumenkleber

20 cm Brettsperrholz 5-lagig

1,5 cm GK-Platte (teilw.)

Außenwand Untergeschoss,

erdberührend:

0,5 cm Noppenbahn

14 cm XPS-Wärmedämmplatten

Bitumenkleber

Bitumen-Isolierung 5-lagig

20 cm Brettsperrholz 5-lagig

1,5 cm Gipskarton-Platte (teilw.)

mikado 7.2009

Dach:

Foliendach

26–30 cm EPS-Gefälledämmung

Bitumen-Isolierung

12 cm Brettsperrholz 3-lagig

10 cm Lattung 2-lagig

3 cm Gipskarton-Decke,

2-lagig mit

Heiz- und Kühlfunktion und

teilw. Akustik-Lochung

Zwischendecke:

1 cm Klebeparkett

6 cm Fließestrich

Trennfolie

3 cm Trittschalldämmung

5 cm EPS-Wärmedämmplatten

20 cm Brettsperrholz 5-lagig

7 cm Lattung 2-lagig

1,5 cm Gipskarton-Decke

(teilw. Akustik-Lochung)

Boden:

1 cm Klebeparkett

6 cm Fließestrich beheizt

Trennfolie

3 cm Trittschalldämmung

5 cm EPS-Wärmedämmplatten

Bitumen-Isolierung

20 cm Stahlbetonplatte

5 cm Sauberkeitsschicht

40 cm Drainageschotter


Management Büro kompakt

Verkaufstraining, Teil 3

Der imaginäre Befürworter

Eine glaubwürdige Institution, die ihr Produkt für gut befunden hat, ist das beste

Verkaufsargument. Zudem sind schriftliche Belege für gute Qualität unschlagbar.

STIFTUNG WARENTEST

Holen Sie eine


dritte Person

oder Organisation

ins Boot, die

die Qualität Ihres

Produkts lobt.

Hier macht sich

die Güte-

überwachung gut

Fremde loben effektiver: Eine

glaubwürdige Institution, die Ihr

Produkt oder Ihre Dienstleistung für

gut befunden hat, oder ein Experte,

der ein positives Urteil gefällt hat –

damit lassen sich zwei Fliegen mit einer

Klappe schlagen. Sie müssen sich

bzw. Ihr Produkt nicht selbst loben.

Das positive Urteil einer anerkannten

Institution oder Person räumt Zweifel

aus dem Weg.

Sagen Sie „Glauben Sie Stiftung

Warentest oder der unabhängigen

Gütaüberwachung, denn die

Experten haben unser Produkt auf

Herz und Nieren geprüft.“ Führen Sie

Untersuchungen ins Feld und verweisen

Sie auf Tests und Statistiken, die

Ihr Produkt gut aussehen lassen.

Zeigen Sie dem Kunden auch

schriftliche Belege für die gute Qualität

Ihrer Dienstleistung oder Ihres

Produktes, denn was Menschen

schriftlich sehen, zweifeln sie in der

Regel weniger an. ▪

Marc M. Galal, Frankfurt

www.marcgalal.com

→ Im September: 3-Stufen-Plan zum Erfolg

www.mikado-online.de 37


Produkt & Praxis

Brettsperrholz-Elemente

Regendichter Rohbau in nur einem Tag

Bauherren schätzen Massivholz wegen seiner Natürlichkeit, Zimmerer wegen

seiner schnellen und einfachen Montage. Dieter Balazs errichtete ein Einfamilienhaus

mit dem System „Flexcross“ von Holzbau Stephan.

Die Kunden von „Balazs Holzhaus“

schätzen Holz, weil es natürlich,

ökologisch und gesund ist.

Dieter Balazs, Inhaber des im mittelfränkischen

Röttenbach beheimateten

Holzbauunternehmens, sieht in ihm

auch einen Hightech-Werkstoff. Angetan

haben es ihm die Brettsperrholz-

Elemente „Flexcross“ von Holzbau

Stephan.

Die großflächigen Massivholz-

Elemente weisen trotz ihres geringen

Gewichtes eine hohe Formstabilität

und Festigkeit auf. Sie bestehen

aus kreuzweise verleimten Fichtenbrettern

– je nach Einsatz und statischen

Anforderungen in drei-, fünfoder

siebenschichtigen Brettlagen,

38 mikado 7.2009

manchmal sogar noch mehr. Ihr

Quell- und Schwindverhalten ist gering.

So lassen sie sich passgenau

für Wände, Decken und Dächer einsetzen.

Großelemente bringen Vorteile

„Die großflächigen Wand- und Deckenscheiben

sind einfach zu planen“,

beginnt Johann Lanz, Planungsleiter

bei Balazs, seine Vorliebe

für das Produkt zu erläutern. „Man

ist an kein Raster gebunden und die

Öffnungen und Durchbrüche können

wir an jeder Stelle individuell platzieren.“

Der Hersteller fräst sämtliche

Fenster- und Türausschnitte

werksseitig aus. Wenn Durchbrüche

schon bekannt sind, können sie ebenfalls

gleich eingearbeitet werden. Ansonsten

erstellen sie die Handwerker

auf der Baustelle mit herkömmlichen

Bohrern und Fräsern.

Die montagefertig angelieferten

Elemente sind mit einem Kran und

drei bis vier Zimmerern schnell und

einfach montiert. Dadurch ist ein regendichter

Rohbau nach nur einem

Tag fertig. Das reduziert die Montage-

kosten und gewährleistet einen sofortigen

Witterungsschutz.

Als Verbindungsmittel dienen

Scheibenkopf-Holzbauschrauben

der Stärken 8 bis 10 mm. Als Werkzeuge

sind Schrauber, Bohrhammer,

PAUL STEPHAN GMBH & CO. KG


Produkt & Praxis

Setzlatte und Schrägsprieße notwendig

– das, was Zimmerer gewöhnlich

zum Montieren so hernehmen.

Bauherren lieben behagliche

Wohnatmosphäre

Familie Arnold, Bauherren eines Einfamilienhauses

in Röttenbach, wollten

Holz vor allem, weil sie die behagliche

Atmosphäre schätzen, die es

erzeugt – optisch mit seiner Oberfläche,

raumklimatisch mit seiner großen

Masse und seinen feuchtigkeitsregulierenden

Eigenschaften. Positiv

überrascht waren die Arnolds über

die gute Schalldämmung.

Handwerker schätzen

Unterstützung des Herstellers

Balazs ist vor allem begeistert, dass er

vom Hersteller tatkräftige Unterstützung

bekommt: „Stephan hat uns in

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der Planungsphase beraten, die statische

Berechnung übernommen und

dann die komplette Werkstatt- und

Montageplanung erstellt. Die Wand-

und Deckenelemente wurden fix und

fertig abgebunden, pünktlich auf die

Baustelle geliefert und direkt vom

Lkw herunter montiert.“

Auf der Baustelle ging durch

das durchdachte System alles sehr

schnell. Die im Erdgeschoss erforderlichen

Lärchenholzschwellen hatte

Stephan bereits werksseitig am Wandelement

vormontiert. Innenwand-

und Eckanschlüsse sind standardmäßig

gefalzt, was die Montage einfach

macht und eine hohe Qualität gewährleistet.

Und was Balazs natürlich auch

wichtig war: Die angebotenen Preise

und Kosten wurden eingehalten. „Dadurch

konnten wir dieses Bauvorhaben

auch mit dem geplanten und kalkulierten

Ergebnis abrechnen.“ ▪

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Steckbrief

Produktname:

Brettsperrholzelemente

System „FLEXcross“

Verklebung:

PUR, lösungsmittel- und

formaldehydfrei

Elementdicken:

Außenwände: 100 mm

Innenwände: 80 mm

Deckenelemente: 120 mm

Dachelemente: 100 mm

Maximal: 400 mm

Standardmaße:

Breite: 2,50 m / 3,00 m

Länge: 6,00 m / 9,00 m / 18,00 m

max. Breite: 4,00 m

max. Länge: 20,00 m

Hersteller:

PAUL STEPHAN GmbH + Co. KG

D-74405 Gaildorf

Telefon 0 79 71/2 58-0

Internet: www.stephan-holz.de

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www.mikado-online.de 39

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40

Produkte

Legetische

ab 15.800 €

www.randek-bautech.com

Inserenten

A

Abbundzentrum, Dahlen 53

Albert, CH-Kägiswil 51

Auwärter, Waldershof 53

B

Bruckamp, Lübecke 53

Brüninghoff, Heiden 23

D

Dieckmann, Melle 53

Dölker, Horb 53

E

Egger, Brilon 27

F

Frick, Türkheim 41

G

Grossmann, Rosenheim 49

H

Hauck, Neckarbischofshofen 45

Hofatex, Slowakei 9

I/J

Janssen, Werlte 7

L

Lachner, Bad Feilnbach 42

Limbach, Solingen 43

M

MH-Massivholz, Altenstadt 42

Monier, Oberursel U4

N

Nelskamp, Schermbeck 37

O

Opitz, Köln 52

P

Pavatex, Leutkirch 39

Piske, Vilshofen 48

Poppensieker+Derix 43

R

Randek, SE-Falkenberg

40, 42, 48

S

Stephan, Gaildorf 45

Suttner, Haselbach 53

W

Weihele, Görisried 53

WEKA, Kissing U2, U3,

Gesamtbeilage

Wiese, Meschede 53

Die Fixclip-Schiene von Knapp dient zur

Verglasung von Holzfenstern. Sie ermöglicht

die Befestigung der Glashalteleiste in

einem Arbeitsgang. Die Abdichtung von

außen kann trocken oder nass erfolgen.

Nach dem Anschießen in der vorgesehenen

Nagelrille bzw. nach dem Anschrauben in

den vorgebohrten Löchern wird die Glashalteleiste

nur noch angeclipst. Das Ergebnis

ist ein Fenster ohne sichtbare Schraubenköpfe

und Nägel. Die neue Schiene

findet Anwendung bei der Neuanfertigung

oder Sanierung im Fenster- und Türenbereich.

Eine durchgängige Abdichtung erfolgt

mithilfe von zwei Dichtungslippen.

Auf der Rückseite der Schiene befinden

sich zwei weiche Andrucknoppen, die dem

Schutz und Halt der Scheibe dienen. Für

▴ Dicht, unsichtbar, schnell montiert: die Fixclip- den sicheren Halt der Holzglasleisten wur-

Schiene für Glashalteleisten

den Widerhaken angebracht. Das Verglasungssystem

ist für V68-Normfenster mit

2- und 3-fach-Verglasung geeignet. Laut Herstellerangaben hält es

in allen vier Prüfklassen (Windlast, Schlagregen, Luftdichtheit und

Stoßfestigkeit) höchsten Anforderungen stand.

Knapp GmbH

D-85609 Aschheim

Telefon 0 89/9 04 75 56-0

www.knapp-verbinder.com

Heco stellte auf der Ligna einen neuen Schwellenanker zur

Befestigung von Holzbauteilen auf Beton vor. Die neue

„Multi-Monti-TimberConnect“ (MMS-TC) verbindet das patentierte

Betongewinde der Multi-Monti mit einem Holzgewinde.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Befestigungen

kombiniert die Zulassung Bemessungen nach ETAG (Beton)

und DIN 1052 (Holz). Das führt zu einer deutlich höheren

Zug- und Querlastübertragbarkeit als bei anderen Verbindungsmitteln.

HECO-Schrauben GmbH & Co. KG

D-78713 Schramberg

Telefon 0 74 22/9 89-0

www.heco-schrauben.de

mikado 7.2009

Befestigungsschiene

Klipp und klar

Schwellenanker

Gegensätze verbinden

▸ Wenn Holz auf Beton trifft, ist der neue Schwellenanker

von Heco ein geeignetes Verbindungsmittel


Produkte

Handkreissäge

Coole Akkus sägen mehr

▴ Die Handkreissäge „KSA 18 LTX“ von Metabo arbeitet mit

neuartigen Akkus, die sich schneller aufladen und länger leben

Metabo präsentierte auf der Ligna die neue Handkreis-

säge „KSA 18 LTX“ mit 165 mm Sägeblatt und einer Schnitttiefe

von maximal 53,5 mm. Bei voll geladenem Akku sägt

das Modell rund 50 m Spanplatte von 19 mm Stärke. Neben

Holzwerkstoffen eignet sich das 4,3 kg leichte Werkzeug

auch für Kunststoffe und Leichtmetalle, längt Holzbohlen

ab, schneidet Platten auf der Baustelle zu und unterstützt

überall dort, wo Flexibilität und Mobilität gefragt sind. Alle

Akkugeräte des Herstellers beziehen ihren Strom aus einem

„18-Volt-Li-Power-Extreme-Akku“ mit 2,6 Ah. Dank

moderner „Air-Cooled-Ladetechnologie“ leben die Akkus

laut Hersteller nicht nur länger, sondern tanken den Strom

auch schneller.

Metabowerke GmbH ı D-72622 Nürtingen

Telefon 0 70 22/72-0 ı www.metabo.de

Lachner hat sein Holz-in-

Holz-Verbindungssystem

„Lignatool“ auf Kundenwunsch

erweitert und diese

Neuheiten auf der Ligna

2009 vorgestellt. Es gibt

jetzt für die im norddeutschen

Raum gebräuchlichen

Holzquerschnitte

ein weiteres Schablonen-

modell: das LT080. Neu ist

auch der Vertikalanschlag,

mit dem sich die Schablo-

Verbindungssystem

Schneiden, fräsen, fertig

ne parallel zur höheren Querschnittsseite ausrichten lässt und an

dem die ebenfalls neu entwickelte Schnellfixierung angebracht ist.

Ein weiteres neues Werkzeug ist die Schnittführung. Sie stellt im

Zusammenspiel mit einer handelsüblichen Benzin- oder Elektro-Kettensäge

und dem Adapter für das Sägeschwert entlang der

Führung exakte Schnitte in beliebigen Winkeln her. Optional zeigt

eine Laserlinie die Schnittkante an. Die neu entwickelte Zapfenfräs-

Schablone LTZ 040 stellt sämtliche zimmermannsmäßigen Zapfen

mit einer Breite von 40 mm her. Die Zapfen können einseitig oder

beidseitig abgesetzt und auch schräg gefräst werden. Das Holz-in-

Holz-Verbindungssystem

ist modular aufgebaut:

Sämtliche Komponenten

wie Anschläge, Fräsführung

oder Zubehörteile

passen auf jedes Schablonenmodell.

E. J. Lachner GmbH

Spezialmaschinenvertrieb

D-83075 Bad Feilnbach-Au

Schwalbenschwanz-Zapfen sind mit dem


Schablonenfrässystem kein Problem

▴ Die Schneidevorrichtung für Kettensägen

ermöglicht gerade, schräge und Schifter-Schnitte

Telefon 0 80 64/10 62

www.lachner-innovativ.de

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Wendetische

ab 22.300 €

www.randek-bautech.com

42

Schleifmaschinen

mikado 7.2009

Produkte

Scharfe Messer schneiden besser

▴ Schleifmaschine für

Holzbearbeitungswerkzeuge

Software

Damit Planer und Konstrukteure

die Energieeinsparverordnung

zukünftig bei allen Baumaßnahmen

leichter berücksichtigen

können, haben die Software-Hersteller

Dietrich’s und

Visionworld eine Schnittstellen-

Lösung entwickelt. Das CAD-

System von Dietrich’s definiert

das Gebäude mit Räumen

und Zoneneinteilungen. Für die

energietechnische Bearbeitung

werden die Gebäudegeometrien

aufbereitet und dann an die

Software von Visionworld übergeben.

Eine 3D-Kontrolle für

Neue Schleif-Lösungen für verschiedene Holzbearbeitungswerkzeuge

zeigte Haas auf der Ligna.

Sie sind prinzipiell als Universalschleifmaschinen

für komplexe Geometrien ausgelegt. Fünf

Achsen und eine sechste optionale Achse geben

ihnen hohe Freiheitsgrade, sodass die Werk-

stücke rundum in nur einer Aufspannung bearbeitet

werden können. Dazu kommt eine vom

Hersteller entwickelte Steuerungs- und Simulationssoftware,

die der Anwender einfach auf die

jeweilige Aufgabe hin programmiert und die eine

hohe Flexibilität erlaubt. Damit ist es möglich,

auch individuelle Schleifaufgaben schnell umzusetzen.

Eine vollautomatische Beladung und Teileentnahme

macht eine mannlose Produktion rund

um die Uhr möglich.

Haas Schleifmaschinen GmbH

D-78647 Trossingen

Telefon 0 74 25/33 71-0

www.multigrind.com

Energiestandards visualisieren

▴ Das CAD-Programm erstellt die Konstruktion, das

EnEV-Programm analysiert das Gebäude bauphysikalisch

Zonen und Geometrien ist dabei immer verfügbar. Die in Dietrich’s verwendeten

Aufbauten von Wänden, Decken und Dachflächen beinhalten bereits alle

bauphysikalischen Werte, sodass eine nachträgliche Zuweisung nicht mehr

nötig ist. Die Programme „EnEV-PRO 2009“ für den Wohnbau und für den

Nichtwohnbau nehmen dann die entsprechenden Analysen vor. Mit der Software

lassen sich unter anderem auch die inzwischen obligatorischen Energie-

ausweise erstellen.

Dietrichs’s Datenverarbeitung für Handel und Produktion AG

D-85579 Neubiberg

Telefon 0 89/61 44 21-0

www.dietrichs.com


Produkte

Fertigkeller

Holz gräbt sich tief ein

▴ Mit vorgefertigten Massivholzelementen ist ein Keller schnell verwirklicht

Für den Kellerbau hat BauBarth ein Wandelement-System aus

Polystyrol- und Holzmassivplatten entwickelt. Damit wird der Holzhausbau

vom Massivbau unabhängig. Die Hauptvorteile liegen in

der Zeitersparnis durch Vorfertigung, in der ansprechenden Innenseitenoberfläche

und im Wärmedämmwert, der Passivhausstandard

erreicht. Bei der Vorfertigung werden Bewehrungen und Aussparungen

eingebaut. Isolierung und Abdichtungsbahn gegen Erdreich

sind auf der Außenseite angebracht. Die Montage des kompletten

Kellers mit Decke und das Ausgießen der 12 cm breiten Hohlräume

mit Ortbeton sind an einem Tag machbar.

BauBarth Holzbau Hausbau ı D-88969 Owingen

Telefon 0 75 51/92 32-0 ı www.baubarth.com

Faltleittafel

Leuchtendes Beispiel

Zur zusätzlichen Absicherung

von Gefahrenstellen auf Baustellen,

im Straßenverkehr

oder bei Unfällen gibt es

jetzt selbstleuchtende Faltleittafeln.

Sie müssen lediglich

entfaltet und ans Fahrzeug

geheftet werden. Starke

Magnete bieten bei jeder Witterung

sicheren Halt selbst auf unregelmäßigen

Metalloberflächen. Ergänzend kann man

sie über reißfeste Ösen dauerfest verzurren. Auf der

82 x 44 cm großen PVC-Fläche warnen vier reflektierende

Richtungspfeile den Verkehr. Bei Nacht, Nebel und Regen

lässt sich eine leistungsstarke LED-Beleuchtung zuschalten.

Sie brennt bis zu 50 Stunden und ist als Lauf-, Blink- oder

Dauerlicht einstellbar.

Eurasia Deutschland GmbH ı D-35415 Pohlheim

Telefon 0 64 04/65 70 53-0 ı www.eur-asia.de

Partner des Holzbaus

Fordern Sie unsere Mediadaten an:

Tel.: +49 82 33.23-71 35 · Fax: +49 82 33.23-71 11

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Wir geben Holz eine neue Dimension

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41372 Niederkrüchten · info@derix.de

Tel 02163/89880 · Fax 02163/898887

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Poppensieker & Derix Niederlassung Hamburg ·Heegbarg 25 · 22391 Hamburg

Telefon 040/60682105·Telefax 040/60682104·hamburg@poppensieker-derix.de

Die ganze Bandbreite des Holzleimbaus

www.mikado-online.de 43


44

Produkte

Büromanagement

Dämmschüttungen aus Poraver kommen vor allem bei der

energetischen Gebäudesanierung zum Einsatz. Die cremeweißen

Dämmkugeln sind ein Recyclingprodukt aus Glas. Das

Blähglasgranulat in verschiedenen Korngrößen schützt gegen

Kälte und Schall. Lose Schüttungen eignen sich für eine

nicht-druckbelastete Dämmung. Für druckbelastete Bereiche

wie Fußbodenausgleich, Bodenaufbau, Flachdachdämmung,

Terrassen und Balkone gibt es zement- und harzgebundene

Produktvarianten. Das Granulat ist mit dem blauen Umweltengel

ausgezeichnet und enthält keinerlei Lösemittel.

Dennert Poraver GmbH ı D-96132 Schlüsselfeld

Telefon 0 95 52/9 29 77-0 ı www.poraver.de

mikado 7.2009

Dämmung

Strategie gegen das Vergessen

Die neue Version des MOS’aik CRM (Customer Relationship Management)

bietet dem Anwender innovative und überarbeitete

Funktionen. Das Programm eignet sich für jedes Unternehmen, das

seine Kundendaten und -vorgänge im Detail dokumentieren und

Arbeitsabläufe durchgängig abbilden möchte. Eine zentrale Datenbank

bietet eine einheitliche Informationsbasis für jeden Mitarbeiter.

Die Erweiterung „workflow“ unterstützt das strukturierte

Abwickeln von Vorgängen.

Moser GmbH & Co. KG ı D-52139 Würselen

Telefon 0 24 05/47 11 ı www.moser.de

▴ Die neue Kurzwellplatte „Structa Casa“ gibt es in der Größe

940 x 620 mm und in fünf Farben

Wärmeverluste zuschütten

◂ Holzbalkendecken lassen sich mit Dämmschüttungen modernisieren


Der Bereich „workflow“ denkt mit und automatisiert Abläufe

Dachplatte

Kurzwellen trotzen Sturm

Die neue Kurzwellplatte „Structa Casa“ von Eternit hat eine feine

Struktur sich überlappender Elemente mit gestrecktem Wellental.

Die einfache Anbringung über zwei Plattenhaken und einen Bohrbefestiger

pro Platte bestätigten Windkanaltests als sturmsicher.

Die Platte eignet sich für Dächer ab einer Neigung von 10° und

kann ohne Dichtungsprofil verlegt werden. Zum Sortiment gehört

neben Flächenplatten mit und ohne Eckenschnitt auch ein umfassendes

Zubehör mit verschiedenen Firstkappen, Schneefang- und

Befestigungsmaterialien.

Eternit Aktiengesellschaft ı D-69126 Heidelberg

Telefon 0 18 05/65 16 51 ı www.eternit.de


Produkte

Montagepult

Multitasking für Zimmerer

Mit dem neuen Montagepult von Hundegger ist auf

einer Grundfläche von 2,5 x 13 m eine Fertigung ohne

zeitaufwendiges Wenden möglich. Zwei Personen können

Ständerelemente gleichzeitig von beiden Seiten

zusammenbauen, z.B. hinten nageln oder klammern

und vorn die Isolierung einlegen und beplanken.

Hans Hundegger Maschinenbau GmbH

D-87749 Hawangen ı Telefon 0 83 32/92 33-0

www.hundegger.de

◂ Doppelt so schnell geht die Montage von Ständerelementen,

wenn dank dieses Montagepults zwei Leute

gleichzeitig an einem Element arbeiten können

Dämmplatten

Wohlige Füße auch im Winter

Die fachgerechte Dämmung

der Kellerdecke

vermindert

die Gesamtheizkosten

um bis zu

6 %. Hierfür hat IsoBouw

ein neues Produkt mit erweiterten

Eigenschaften entwickelt. Die „W-KD-HD“ ist mit 50 x

50 cm handlich und leicht zu verarbeiten. Zwei unterschiedliche

EPS-Arten sind miteinander verklebt: Auf der

Hinterseite befindet sich Neopor mit einer Wärmeleitfähigkeit

von 0,031 W/(mK), wodurch sich die Dicke des

gesamten Dämmelements deutlich reduziert.

IsoBouw Dämmtechnik GmbH ı D-74232 Abstatt

Telefon 0 70 62/6 78-0 ı www.isobouw.de

Photovoltaik

Wärme ergänzt Strom

Hersteller Systaic entwickelt Lösungen

für eine effizientere Nutzung der

Sonnenenergie. Wo sich Strahlung

in Strom verwandelt, entsteht Hitze,

die bei herkömmlichen Anlagen ungenutzt

der Umwelt zugeführt wird.

Systaic verwendet sie über ein Wärmepumpensystem

für die Erzeugung

von Warmwasser und reduziert damit

den Energieverbrauch.

systaic AG ı D-40213 Düsseldorf

Telefon 02 11/82 85 59-0

www.systaic.com

www.mikado-online.de 45


Baustoffe

Abdichtungen

Absturzsicherung

Brettschichtholz

Qualitätsprodukte für

Handel & Handwerk

HAAS-Massivholzplatte

HAAS Holzprodukte GmbH

Industriestraße 8

D-84326 Falkenberg

Telefon 08727/18-585

Telefax 08727/18-554

info@haas-holzindustrie.com

www.haas-holzindustrie.com

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Dämmstoffe

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Deutsche Rockwool

Mineralwoll GmbH &CO. OHG

Postfach 207·45952 Gladbeck

Telefon: 02043/408-0

Telefax: 02043/408-444

www.rockwool.de

Steinwolle-Dämmstoffe

für den Wärme-, Schall- und

Brandschutz.

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Holzdübelelemente

Betriebsmittel

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Paletten-Regale

Montage-/Transporthilfen

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78052 VS-Tannheim

Tel. 07705/92 99 0 · Fax 07705/92 99 15

e-mail:

riegger@-Schwarzwald-Abbund.de

www.Schwarzwald-Abbund.de

EDV

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Kapellenweg 4

88339 Bad Waldsee

Fon: +49-7524-48644

ww

Fax: +49-7524-48660

Alphaschift@gmx.de . l a-

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Coburg-Lichtenfelser Waldtag

Rushhour im Wald

So viele Menschen sieht man sonst nur zur städtischen Rushhour, mochten

sich die Besucher des ersten Coburg-Lichtenfelser Waldtages an Christi Himmelfahrt

gedacht haben. 12 000 Menschen strömten über den Waldwanderrundweg.

Über 32 Aktionsstände verwandelten

die Forststraße zu einem

Erlebnisparcours für die ganze Familie:

Während ein Märchenerzähler

die Kleinen verzauberte, staunten

die Väter bei den Vorführungen

der Forst- und Maschinentechnik.

Die Stände präsentierten die gesamte

Wertschöpfungskette Holz, vom

Harvester über ein mobiles Sägewerk

bis zum Holzbaubetrieb.

Den Veranstaltern des Waldtages

ist es gelungen, den Besuchern

Umweltbildung und waldpädagogische

Themen, aber auch die forstund

holzwirtschaftliche Nutzung des

Waldes und des Holzes spannend zu

präsentieren und somit spielerisch

und sinnlich näherzubringen.

Initiiert hatte den Walderlebnistag

das Amt für Ernährung, Landwirtschaft

und Forsten Coburg in

ANSELM VON HUENE, HAF

◂ Wilhelm

Wenning

(Regierungspräsident

der Oberpfalz),

Mitarbeiter

Holzbau Seiler,

Oliver Kröner

(AELF Coburg) mit

Heinrich Rudrof

(MDL) (v.l.n.r.)

Zusammenarbeit mit den Bayerischen

Staatsforsten, der WaldbesitzervereinigungLichtenfels-Staffelstein

und der Waldbauernvereinigung

Coburg.

Der Schirmherr, Regierungspräsident

Wilhelm Wenning, stellte die

Bedeutung des Waldes für die Region

heraus. Mit 40 % Waldfläche liege

Oberfranken über dem bayerischen

Durchschnitt. Der Wald habe eine

herausragende Bedeutung als Wirtschaftsmotor

in der Region. Bleibt zu

hoffen, dass beim nächsten öffentlichen

Bau daran gedacht wird. ▪

Veranstaltungen im Herbst 2009

12. und 13. September:

Sechsämterland Holztage in Wunsiedel

13. September:

Waldbesitzertag in Volkach

18. September:

Holzbautag in Miesbach (18 Uhr)

26. September bis 4. Oktober:

TRUNA Verbrauchermesse in Traunstein

2. bis 4. Oktober:

Holz Erleben – Stolz auf Holz,

1. Holzmesse in Straubing

11. Oktober:

Waldbesitzertag in Eichstätt

15. Oktober:

Holzbautag am Landratsamt Starnberg (17 Uhr)

17. und 18. Oktober:

Holztec in Kempten, Holzforum Allgäu

31. Oktober:

Waldbesitzertag in Eggenfelden


Unternehmen

Bayerische BauAkademie

Hoch hinauf und tief hinunter

▴ Auf der Baumaschinen-Ausstellung konnten die Besucher viele

Maschinen in voller Aktion bewundern

Zahlreiche interessierte Fachbesucher informierten sich

im April bei der Baumaschinen-Ausstellung in der Bayerischen

BauAkademie über technische Daten, neue Entwicklungen,

Trends und den praktischen Nutzen einzelner

Maschinen und Geräte. Die Großzügigkeit des Geländes

nutzten zahlreiche Aussteller, um ihre Baumaschinen in

voller Aktion zu präsentieren. So konnten die Ausstellungsbesucher

direkt vor Ort technische Besonderheiten

diskutieren und sich vom Nutzen der angebotenen Maschinen

und Geräte überzeugen.

Bayerische BauAkademie

D-91555 Feuchtwangen ı www.baybauakad.de

Systaic

Aufschwung statt Klimakrise

Das Solartechnologie-Unternehmen Systaic vermeldete in seinem

Zwischenbericht zum ersten Quartal 2009, dass Umsatz

und Ergebnis über ihren Prognosen lägen. Der Uumsatz übertraf

mit knapp über 50 Mio. Euro den Wert des Vorjahres (3,5 Mio.

Euro) um ein Vielfaches. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug

2,3 Mio. Euro (Q1 2008: -2,8 Mio. Euro). Das Unternehmen

sieht in der positiven Entwicklung im Bereich Solarkraftwerke

einen wesentlichen Grund für die gute Entwicklung im Konzern.

Die Umsatzerlöse im Segment

Energiedachsysteme seien

saisonal bedingt im ersten Quartal

niedrig. Für das Gesamtjahr

2009 geht der Vorstand davon

aus, den Umsatz um mindestens

30 % auf über 260 Mio. Euro bei

einer operativen Marge von rund

7 % steigern zu können.

systaic AG

D-40213 Düsseldorf

www.systaic.com

▸ Michael Pack, Vorstands-

vorsitzender der Systaic AG, sieht in

der positiven Entwicklung

bei den Solarkraftwerken einen

wesentlichen Grund für

die gute Geschäftsentwicklung

UNSERE LEISTUNG ÜBERZEUGT!

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Grossmann Bau

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Telefon: 0 80 31 / 44 01-51

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www.grossmann-bau.de

www.mikado-online.de 49


50

Kompetenzzentrum Biberach

Nachhaltig hoch drei

Eine Neuauflage der Biberacher Holzbau Praxis am 24. und

25. April 2009 widmete sich den Themen Energetische Modernisierung

und Nachhaltigkeit. Im Kompetenzzentrum Holzbau

und Ausbau trafen sich Holzbauunternehmer, Planer, Ingenieure

und Hersteller zu Vorträgen und fachlichem Austausch.

Der Leiter des Kompetenzzentrums Gerhard Lutz bedankte sich

in seinem Abschlusswort bei den Ausstellern und Teilnehmern

für ihr Kommen und kündigte die 3. Biberacher Holzbau Praxis

für den 23. und 24. April 2010 an.

Kompetenzzentrum Holzbau und Ausbau

D-88400 Biberach

www.kompetenzzentrum-bc.de

Die Akteure des DMBV (v.l.n.r.): Norbert Weimper (Verbandssprecher),


Bernd Fuchs (Vorsitzender Gütegemeinschaft Blockhausbau),

Dieter Schenkling (Vorsitzender Deutscher Massivholz- und Blockhausverband),

Günther Mager (Geschäftsführer). Der zweite Vor-

sitzende und Schatzmeister Reinhard Frammelsberger ist nicht auf dem Bild

mikado 7.2009

Nelskamp

Unternehmen

Na sauber!

Zimmermeister Jan-Bernd Reckfort sanierte in Münster sein Mehrfamilienhaus

aus den 1920er-Jahren nach ökologischen Kriterien. Auf dem Dach

neutralisiert die neue ClimaLife-Eindeckung Schadstoffe aus der Luft. Die

veraltete Eindeckung ersetzen jetzt granitfarbene, umweltaktive Dachsteine

von Nelskamp. In der Oberfläche der S-Pfannen ist Titandioxid enthalten,

das u.a. Stickoxide aus der Luft in ungefährliches Nitrat umwandelt. Bei

Sonnenschein ist dieser Effekt besonders stark. „Nach der Komplettsanierung

verbraucht das ganze Haus nur noch so viel Energie wie vorher eine einzige

Wohnung“, bilanziert Reckfort. Er unterschreitet damit die Vorgaben der aktuellen

Energieeinsparverordnung (EnEV) für einen Neubau um 30 %.

Dachziegelwerke Nelskamp GmbH ı D-46514 Schermbeck ı www.nelskamp.de

◂ Zimmermeister Jan-Bernd Reckfort auf seinem neuen Dach.

Die 200 m2 ClimaLife-Dachsteine waren innerhalb einer Woche eingedeckt

▴ Akademiedirektor i.R. Borimir Radovic stellte seine Erkenntnisse

aus dem Normenausschuss zu „Wärmedämmverbundsystemen“ vor

DMBV

Neue Köpfe denken gut

Der Deutsche Massivholz- und Blockhausverband (DMBV) hat

eine neue Führungsriege gewählt. Der neue Vorsitzende des

Deutschen Verbands heißt Dieter Schenkling. Sein Vorgänger

im Amt, Karl-Heinz Köster, der den Verband seit seiner

Gründung im Jahr 1984 führte, wies in seiner Abschiedsrede

darauf hin, dass die Blockhausbauweise allen Anforderungen

an gesundes, energiesparendes und klimaschonendes Bauen

in hervorragender Weise gerecht werde. Neuer Vorsitzender

der europaweiten Gütegemeinschaft Blockhausbau ist seit der

letzten Verbandstagung Bernd Fuchs.

Deutscher Massivholz- und Blockhausverband DMBV

D-81673 München

www.dmbv.de


Unternehmen

Decker

Individuell stecken

▴ Wenn die Platten auf der Baustelle ankommen, sind sie bereits

an die individuellen Bedürfnisse angepasst und fertig zur Montage

Unter den Namen ED-BSP und ED-MHM vermarktet Decker

Brettsperrholz und Massiv-Holz-Mauer. Die Fertigung der

Holzelemente erfolgt millimetergenau in den Plattenmaßen

bis zu 3,25 m x 16 m. Auf Wunsch erhält der Kunde Unterstützung

im Bereich Elementplanung, Konstruktionsdetails,

statische und bauphysikalische Unterstützung. Auf die Baustelle

kommen montagefertige Bauteile mit Fälzen, Fenster-

und Türausschnitten, gefrästen Installationsschlitzen

oder Bohrungen. Das bedeutet kurze Montagezeiten trotz

Anpassung an die individuellen Bedürfnisse.

Eugen Decker Holzindustrie KG

D-54497 Morbach ı www.hochwald.com

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Drexel und Weiss

Kompakt und echt smart

Der Wolfurter Passivhaus-Haustechniker Drexel und Weiss freut

sich über die Zertifizierung seines Kompaktgeräts „aerosmart“

für Lüftung, Heizung und Warmwasserbereitung durch das Passivhaus

Institut in Darmstadt (PHI). Mit den Worten „das derzeit

beste Kompaktgerät auf dem

Markt“ überreichte der Leiter

des Passivhaus Instituts

Wolfgang Feist das PHI-Zertifikat

auf der 13. Internationalen

Passivhaustagung in

Frankfurt. Neben der Energieeffizienz

zeichne sich das

Gerät durch niedrige Akustikwerte

und Bedienerfreundlichkeit

aus.

drexel und weiss energieeffiziente

haustechniksysteme GmbH

A-6922 Wolfurt

www.drexel-weiss.at

◂ Ein bis Ende 2009 gültiges

PHI-Zertifikat halten

Geschäftsführer Christof Drexel

und Reinhard

Weiss in ihren Händen

���� pfetex

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52

Steico

Unternehmen

Stefan Lackner ist neuer Leiter der Bereiche

Marketing und Produktmanagement bei

Raico. Der diplomierte Betriebs- und Volkswirt

leitete in den letzten fünf Jahren die

Bereiche Marketing, Produktmarketing und

den Vertrieb für Deutschland, Schweiz und

Tschechien eines Sondermaschinenbauers.

RAICO Bautechnik GmbH

D-87772 Pfaffenhausen ı www.raico.de

Ausgezeichnetes Schichtholz

Das Furnierschichtholz SteicoUltralam hat am 8. Mai 2009 die CE-

Zertifizierung erhalten. Sie gewährleistet, dass das Produkt den

Kennwerten der EN 14374 entspricht und somit grundsätzlich europaweit

als Bauprodukt vertrieben werden kann. Die europäische

Norm EN 14374 enthält alle für die Bemessung von z.B. Unterzügen

oder Deckenbalken notwendigen Materialkennwerte wie Biegefestigkeit,

Druckfestigkeit und Biegesteifigkeit.

STEICO Aktiengesellschaft ı D-85622 Feldkirchen ı www.steico.com

Brandenburg·16816 Neuruppin

Philipp-Oehmigke-Str.2·Fax 03391/5196-33 � 03391/5196-0

Sachsen-Anhalt·06386 Elsnigk

Scheudersche Straße 11·Fax 03 49 73/283-33 � 03 49 73/283-0

NRW·50858 Köln

Ackerwinde 28·Fax 02 21/55405822 � 02 21 / 554 0580

www.opitz-holzbau.de·www.opitz-solar.de

mikado 7.2009

Raico

Frischer Wind

◂ Der neue Leiter Marketing und Produktmanagement

bei Raico heißt Stefan Lackner (40)

◂ Fest und stabil

selbst bei geringer

Breite:

Das Furnierschichtholz

SteicoUltralam

Sema

Oldie but Goldie

25 Jahre Sema – Ein Grund zum Feiern und zur Präsentation

der Jubiläumsversion V 11.0. Die Vorstellung

der neuen Version auf der Ligna lockte neben vielen

regionalen Kunden und Interessenten ebenfalls sehr

viele internationale Besucher an, die sich die neuen

Entwicklungen der hauseigenen Programmierer während

der Messe vorführen ließen. Ein großer Schritt

im Rahmen der Internationalisierung war die Unterzeichnung

der Verträge mit dem neuen Partner David

Williams von der Fa. Sailloft Ltd., der zukünftig die

Interessen des Softwareunternehmens in Großbritannien

vertreten wird.

SEMA GmbH ı D-87499 Wilpoldsried ı www.sema-soft.de

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen

steigerte die

Stihl Gruppe 2008 Absatz

sowie Umsatz und gewann

Marktanteile hinzu. Bei einem

Plus von 2,6 % zum

Vorjahr verbuchte das Unternehmen

einen weltweiten

Umsatz von 2143 Mio.

Euro. Für 2009 rechnen die

Schwaben mit einem Umsatz

deutlich unter Vorjahresniveau.

Das Stammhaus

bekomme die Krise in der

Bauwirtschaft zu spüren. Im

Großen und Ganzen sei das

Unternehmen jedoch nicht

von der Finanzmarktkrise

betroffen: Investitionen

Stihl

Gegen die Krise gestemmt

▴ Eine positive Bilanz trotz

mancher Schwierigkeiten zieht der

Vorstandsvorsitzende

Dr. Bertram Kandziora für die Gruppe

werden weiterhin aus Eigenmitteln finanziert.

ANDREAS STIHL AG & CO. KG

D-71336 Waiblingen ı www.stihl.de

Sonnendynamisches Bauen · Industrieller Holzbau undSolarsysteme

Firmenchef Martin Opitz Perfektion ausder OpitzZukunftsfabrik Opitz Solar Kompaktsysteme Individuell konstruierte Hausbausätze Opitz Dachkonstruktionen


Lohnabbund und Massiv-Holz-Mauer

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54

Holzwelten Gerätehaus

Starker Auftritt: Brandenburgs erstes Feuerwehrhaus aus Holz steht in Neuseddin,

einem Ortsteil der Gemeinde Seddiner See im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Hier hat

sich die Freiwillige Feuerwehr ein schickes neues Gerätehaus gebaut.

mikado 7.2009


Holzwelten Gerätehaus

Wenn es brenzlig wird, rücken

sie aus: die Feuerwehren. Je

nach Kommune als Freiwillige oder

Berufsfeuerwehr organisiert, sorgen

sie bei Unfällen, Bränden, Sturmtief-

Folgen oder anderen Unwägbarkeiten

für professionelle Hilfe. Und das

überall. Um möglichst schnell und

ohne große Hindernisse an den jeweiligen

Einsatzort zu gelangen, sind

Material, Bekleidung, schweres Gerät

und Einsatzfahrzeuge logistisch

zentral in einzelnen Wachen untergebracht.

Die Gebäude unterliegen

neben den üblichen Anforderungen

zusätzlichen Vorgaben durch die Bestimmungen

der Feuerwehrnormen.

Die Holz-


rahmenbauwände

tragen

weitgespannte

Dächer aus

Brettstapel-

Elementen und

Brettschicht-

holzbindern

Gestalterisch gebunden

Die galt es zu berücksichtigen, als

die Gemeinde Seddiner See der Freiwilligen

Feuerwehr Neuseddin ein

neues Gerätehaus in zentraler Lage

an der Kunersdorfer Straße errichten

ließ. Der vom Berliner Architekturbüro

Roswag & Jankowski Architekten

geplante Neubau umfasst

neben der Fahrzeughalle auch Gemeinschafts-,

Lager- und Sozialräume.

In nur siebenmonatiger Bauzeit

entstand ein Holzrahmenbau, der

sich neben der optimalen Funktionalität

auch an der städtebaulichen

Einordnung in den örtlichen Kontext

orientiert: Der L-förmige Bau

umschließt einen Vorplatz, der als

Staufläche für die Einsatzfahrzeuge

dient und durch seine Öffnung zu

den umliegenden Schul- und Wohngebäuden

die räumliche Situation am

Ortseingang neu definiert.

Form folgt Funktion

Bei der Grundrissgestaltung orientierten

sich die Planer am funktionalen

und störungs- bzw. behinderungsfreien

Betrieb. Der Fahrzeughalle

mit vier Stellplätzen nachgeordnet

sind Lagerräume, Kleiderkammer,

Haustechnik sowie ein Bindemittel-

und Treibstofflager. Unmittelbar an

die Fahrzeughalle im rechtwinklig

www.mikado-online.de 55


56

Holzwelten Gerätehaus

angrenzenden Baukörper finden sich

die Umkleide- und Sanitärbereiche,

gefolgt von Erste-Hilfe-Raum, Werkstatt,

Büro, Teeküche, Versammlungs-

und Schulungsraum sowie dazugehörigen

Sanitäreinrichtungen. Neben

der klaren Gliederung der Funktionsbereiche

sorgten die Architekten

für eine optimale Wegeführung im

Einsatzbereich. Gleiches gilt für die

Zu- und Abfahrtswege im Außenbereich,

wo sich kreuzende Wege von

Einsatzfahrzeugen und anfahrenden

Rettungskräften ausschließen.

Bahn mit UV-Schutz

Tyvek UV Facade schützt die

Dämmung und die Konstruktion

von offenen oder hinterlüfteten

Fassaden vor UV-Strahlung und

Feuchtigkeit.

Der Hersteller gibt eine zehnjährige

Produktgewährleistung

bei einer Fugenbreite bis zu

3 cm. Die Fassadenbahn ist bis

zu vier Monate lang frei

bewitterbar, klassifiziert nach

EN 1928 in W1 und mit einem

s -Wert von 0,035 m hoch-

d

diffusionsoffen (nach EN ISO

12572).

www.construction.tyvek.com

▴ Das Feuerwehrhaus

erreicht

Passivhausstandard

mit einer

hochgedämmten

Gebäudehülle …

▸ … und

effizienter, auf die

Besonderheiten

des Feuerwehrbetriebs

abgestimmten

Gebäudetechnik

mikado 7.2009

Energetisch konstruiert

Streifenfundamente und Bodenplatten

bilden die Gründung des Bauwerks.

Sie bestehen ebenso wie die

Fundamentaufkantungen aus Stahlbeton,

die Bodenplatte der Fahrzeughalle

wurde unbewehrt ausgeführt.

Vorgefertigte Holzrahmenelemente

bilden die Außenwände des Gebäudes.

Die 39 cm starken Elemente

setzen sich von innen nach außen

wie folgt zusammen: Gipsfaserplatte,

OSB-Platte, 24 cm Zellulose-Wärmedämmung,

DWD-Platte, zwei Lagen

Lattung 6/4, Tyvek UV Facade

und vertikale Lärchenholzschalung.

Dank des Aufbaus weisen die Wände

einen U-Wert von 0,17 W/(m 2 K)

auf und reduzieren in Kombination

mit einer Wärmerückgewinnung

den Primärenergiebedarf für die Beheizung

im Regelbetrieb auf rund

21 kW/m 2 a.

Schwarz ist chic

Zur Hinterlegung der offenen Schalungsfugen

ordneten die Planer

eine UV-beständige Ebene oberhalb

der Weichfaserplatten an. Zusätzliche

Anforderung der Planer an die

Bahn war die Farbe Schwarz, um

bei eventuell entstehenden Fugen in

der Schalung einen neutralen Untergrund

zu erhalten. Genau für diese

Anwendung hat DuPont mit Tyvek

UV Facade eine Fassadenbahn entwickelt.

Die Bahn mit der CE-Kennzeichnung

nach DIN EN 13859-2 verspricht

dem Planer ein hohes Maß an

Gestaltungsfreiheit bei hoher bauphysikalischer

Sicherheit.

Basierend auf der „Flash-Spun-

Bond-Technologie“ bietet Tyvek

UV Facade eine wasser- und winddichte

sowie gleichzeitig diffusionsoffene

Funktionsschicht mit einer Dicke

von 220 µm.

Ökonomische Vorteile

Mit dem Neubau der Feuerwehrwache

Neuseddin entstand das erste moderne

Feuerwehrgebäude Brandenburgs,

das komplett in Holzbauweise

errichtet wurde. Auch die weitgespannten

Flachdachkonstruktionen

des zweigeteilten Baukörpers errichteten

die Holzbauer in Brettstapelbauweise

und mit Brettschichtholzbindern.

Für die Planer und die

Bauherren dokumentierten sich neben

den ökologischen und energetischen

Vorteilen auch die ökonomischen

bereits während der Bauphase.

Dank der hohen Vorfertigungsgrade

der einzelnen Bauteile für Dächer und

Wände erzielte man höhere Qualitäten

in der Ausführung und reduzierte

zugleich die Bauzeiten und die damit

verbunden Baukosten.

Sven Tornow, Köln ▪


Detailschnitt: Versprung Fassade

Dachaufbau (von innen nach außen)

Kunststoffdichtungsbahn 1,5 mm

Gefälledämmung 160 mm

Dampfsperre, PE-Folie

Kerto-Platte 40 mm

Kerto-Träger 750 mm

Nadelholz

C 24/S10, 10 x 14

Kertoträger

0,75 x 75

2 % Gefälle

+4,99

+4,95

Holzwelten Gerätehaus

Insektenschutzgitter

+5,40

Tyvek UV Facade

Wandaufbau

(von innen nach außen)

Gipsfaserplatte 15 mm

OSB-Platte 15 mm

Wärmedämmung (Zellulose) 240 mm

DWD-Platte 15 mm

Konterlattung 6/4

(Hinterlüftungsebene) 40 mm

Lattung 6/4 40 mm

vertikale Lärchenholzschalung 25 mm

Dachaufbau D03 (von innen nach außen)

Kunststoffdichtungsbahn 1,3 mm

PS-Gefälledämmung 160 mm

Dampfsperre, PE-Folie

Brettstapelholzelemente 120 mm

+4,05

2 % Gefälle

+3,64

+3,52

▴ Auch in

den Sozialräumen

setzten

die Planer auf

Holz

Steckbrief

Bauvorhaben:

Gerätehaus der

Feuerwehr Neuseddin

Energiestandard:

Passivhausstandard

Bauzeit:

April bis Dezember 2008

Baukosten:

850 000 Euro brutto

(KG 300, 400, 500)

Nutzfläche: 570 m²

Umbauter Raum: 3700 m³

Planer/Architekt:

Roswag & Jankowski Architekten

D-10557 Berlin

www.werk-a.de

Statik:

ZRS Architekten Ingenieure

D-10557 Berlin

www.zrs-berlin.de

Haustechnik:

planungsteam e+b

D-13403 Berlin

www.planungsteam-eb.de

Außenanlagen:

freianlage.de

Landschaftsarchitektur

D-14467 Potsdam

www.freianlage.de

Holzbauer:

Abbundwerk Luckenwalde

D-14943 Luckenwalde

www.natuerlichmitholz.de

www.mikado-online.de 57

TORSTEN SEIDEL/ROSWAG & JANKOWSKI ARCHITEKTEN


DIETMAR HAUCKE, KOBLENZ

ÖKOFEN, MICKHAUSEN

58

Vorschau mikado 8.2009 erscheint am 7. August 2009

Produkte SPEZIAL

Holzpellets-Heizungen

Seit zehn Jahren erfreuen sich Holzpellets zunehmender

Beliebtheit. Zur Zeit heizen in Deutschland

schon über 100 000 Privathaushalte damit. Die steigenden

Kosten für Öl und Gas, ökologische Vorteile

und ein angenehmes Handling sind die Gründe

dafür. Hergestellt wird der Brennstoff aus Holzabfällen:

Sägemehl und Hobelspänen.

Impressum

Offizielles Organ des Bundes Deutscher Zimmermeister (BDZ)

im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V. (ZDB),

Berlin, Offizielles Organ der Europäischen

Vereinigung des Holzbaus (E.V.H.), Luxemburg.

Verlag:

WEKA MEDIA GmbH & Co. KG ı Römerstraße 4 ı 86438 Kissing

Telefon +49 82 33.23-0 ı www.weka.de ı www.mikado-online.de

Diese Anschrift gilt auch für folgende Personen und

Gesellschaften, sofern nicht anderslautend:

Herausgeber:

WEKA MEDIA GmbH & Co. KG

Gesellschafter der WEKA MEDIA GmbH & Co. KG

sind als Kommanditistin:

WEKA MEDIA Business Information GmbH & Co. KG

und als Komplementärin:

WEKA MEDIA Beteiligungs-GmbH

Geschäftsführer:

Mirko Meurer (MM) ı Dr. Heinz Weinheimer

Zeitschriftenleitung Bauhandwerk:

Christoph Maria Dauner

Chefredakteur:

Dipl.-Betriebsw. (FH) Christoph M. Dauner (cm) (verantw.)

Christoph.Dauner@weka.de

Redaktion:

Dipl.-Ing. (FH) Claudia Vielweib (cv) (CvD)

Claudia.Vielweib@weka.de

Dipl.-Ing. Günther Hartmann (gh) ı Guenther.Hartmann@weka.de

Redaktionsbeirat:

Bernard Gualdi ı Dipl.-Ing. Ekkehard Fritz ı

RA Michael Hafner ı Dipl.-Betriebsw. Joachim Hörrmann ı

RA Alexander Habla ı Dipl.-Ing. Rainer Kabelitz-Ciré ı

Dipl.-Ing. Matthias Krauss ı Matthias Link ı

Dipl.-Designer Jochen Wenzel

Anzeigen:

WEKA MEDIA GmbH & Co. KG

Römerstraße 4 ı 86438 Kissing

Fax +49 82 33.23 71 11 ı Ihre.Werbung@weka.de

Anzeigendisposition:

Amelia Pérez-Moya

Telefon +49 82 33.23 71 35

Amelia.Perez-Moya@weka.de

Verlagsrepräsentantin:

Henriette Stoll-Loof ı Telefon +49 81 43.93 15 10

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 17/2009

Aboverwaltung:

Telefon +49 82 33.23 40 40 ı Fax +49 82 33.23 72 30

service.handwerk@weka.de

Abonnementpreis:

11 Ausgaben (Inland): 98,00 €

11 Ausgaben Studenten/

Meisterschüler: 75,00 €

Einzelheft: 12,80 €

Produktion:

Helmut Göhl (verantw.) ı Silke Schwer

mikado 7.2009

Thema des Monats

Haustechnik

Die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) und steigende

Energiepreise motivieren Bauherren zu einer energie-

sparenden Konstruktion und Hausbesitzer zu Modernisierungsmaßnahmen.

Eine effiziente und durchdachte Haustechnik

muss dabei die Wärmedämm-Maßnahmen ergänzen

und das energetische Gesamtkonzept zu einer runden

Sache machen. Für Zimmerer ist das ein Geschäftsfeld, das

an Bedeutung immer mehr zunimmt.

Außerdem

Perspektiven:

Von der EnEV

2009 profitieren

FRANK LATTKE, AUGSBURG

Marketing

TES EnergyFacade

Das europäische Forschungsprojekt „TES Energy

Facade“ untersucht energetische Modernisierungen

von Altbaufassaden mit vorgefertigten Holzbauelementen.

Dabei arbeiten Hochschulinstitute eng

mit innovativen Holzbauunternehmen zusammen.

Vom Erfahrungsaustausch profitieren beide – und

letztlich die gesamte Holzbaubranche.

Konzeptionslayout, Grafik und Satz:

Popp Media Service ı Herrenbachstraße 17 ı 86161 Augsburg

Lithografie:

high end dtp-service ı Lothar Hellmuth

Druck:

Firmengruppe APPL ı sellier druck GmbH

Angerstraße 54 ı 85354 Freising

ISSN

0944-5749

Erscheinungsweise:

11 Ausgaben jährlich

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Redaktionelle Änderungen vorbehalten.


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Verband aktuell Aus dem BDZ

14. Deutscher Obermeistertag

Stolz auf Holz

Im Rahmen des Bundeskongresses 2009 in Weimar tagten am 9. Mai die Ober-

meister der BDZ-Mitgliedsinnungen. Das Themenspektrum reichte von grundsätzlichen

Betrachtungen zum Holzbau bis zur Berichterstattung aus den Arbeitskreisen.

Die Obermeister spielen im

Informationsfluss zwischen

der Verbandsspitze des

Bundes Deutscher Zimmermeister

(BDZ) und der Basis eine entscheidende

Rolle: Sie sind das

„Bindeglied“ zwischen den Mitgliedern,

den Betrieben und dem

Verband als deren Interessenvertreter.

Die Obermeistertage

mit den zahlreichen persönlichen

Kontakten erhalten eine

lebendige Struktur und bieten

allen Teilnehmern eine wichtige

Informationsplattform.

Auf die Bedeutung des Erfahrungsaustausches

wies denn

auch der BDZ-Vorsitzende Ullrich

Huth in seiner Eröffnungsrede

hin: „Wir wollen wissen,

was Sie als Innungsvertreter

wollen. Sie sollen erfahren, was

wir als BDZ machen. Denn wir

haben ein gemeinsames Ziel:

den Holzbau in Deutschland

www.mikado-online.de

auf allen Ebenen zu vertreten.“

Anschließend ging er auf ein

weiteres Anliegen der Veranstaltung

ein: den Blick auf das

große Ganze.

Forst und Holzbau arbeiten

eng zusammen

Mag das Zimmererhandwerk

mit seinen 10 000 Unternehmen,

60 000 Beschäftigten und

5 Mrd. Euro Jahresumsatz im

Vergleich zur Gesamtwirtschaft

auf den ersten Blick eher klein

erscheinen, besitzt es als Teil

der großen Wertschöpfungskette

von der Forstwirtschaft bis zum

Endverbraucher doch eine große

Bedeutung. Mit rund 70 000

Unternehmen, 750 000 Beschäftigten

und 100 Mrd. Euro

Jahresumsatz braucht sich die

Holzwirtschaft hinter anderen

Branchen nicht zu verstecken,

betonte Huth.

SWANTJE KÜTTNER, BDZ

◂ Ullrich Huth (l.) und Georg

Schirmbeck (r.) arbeiten

künftig noch enger zusammen

„Gemeinsamer Markt – gemeinsame

Zukunft“ lautete

denn auch das Motto der Veranstaltung.

Und da der Deutsche

Holzwirtschaftsrat, dem

Huth seit 2008 als Präsident

vorsteht, und der Deutsche

Forstwirtschaftsrat immer enger

zusammenarbeiten, war dessen

Präsident Georg Schirmbeck

der erste Gastredner. Er unterstrich

die Notwendigkeit gemeinsamer

Lobbyarbeit: Wenn

alle Verbände unterschiedliche

Forderungen an den Gesetz-

geber herantragen, verpuffen

alle Anstrengungen wirkungslos.

Nur ein gemeinsames Vorgehen

führt zum Erfolg. Am

Ende seiner Rede verriet er seinen

großen Traum: ein gemeinsames

„Holzhaus“ in Berlin.

Das Wir-Gefühl muss

wachsen

Eine andere große Gemeinschaft

ist die Europäische Vereinigung

des Holzbaus (EVH). Seit fast 20

Jahren existiert sie nun und ist

wichtiger denn je, weil viele Gesetze

heute in Brüssel entstehen.

Huth wies darauf hin, dass auch

die beschlossene Namensänderung

in „Holzbau Deutschland“

eine Anpassung an die Verbände

der Schweiz und Österreichs

sei. Der neue Name sei ein wichtiges

Signal an die Kunden, die

oft unklare Vorstellungen vom

Leistungsspektrum des Zimmererhandwerks

hätten.

Nach einem Grußwort von

EVH-Präsident Georg König

hielt Hans Rupli, Präsident von

Holzbau Schweiz und EVH-Vizepräsident,

einen Vortrag über

die Positionierung des Holzbaugewerbes

in Europa.

Vom Dachstuhl zum Mehrgeschosser,

vom Handabbund

zur computergesteuerten Fertigung,

vom Bauteil zum Bausystem

– in seinem Rückblick auf

die letzten 20 Jahre verwies er

auf die gewaltigen Innovationen

und betonte, dass der Holzbau

sehr stolz auf das Geleistete

sein kann.

Der Holzbau hat auch fast

durchweg hochqualifizierte und

hochmotivierte Mitarbeiter, die

sich mit ihrer Tätigkeit voll identifizieren.

Das sei in der Baubranche

nicht selbstverständlich

und gebe Grund zum Optimismus.

Zudem ist Holz beim neuen

Wettbewerb um Nachhaltigkeit

der beste Primärbaustoff.

Da dies jedoch noch nicht genügend

im öffentlichen Bewusstsein

angekommen ist, braucht

es mehr koordinierte PR-Arbeit.

Ruplis Fazit: „Nur gemeinsam

sind wir stark!“

Das unterstrich auch nochmals

Ullrich Huth in der Diskussion

nach der Rechenschaft

des Vorstands und den Berichten

der BDZ-Ausschüsse und -Fachbereiche:

Wenn 2010 das neue

Corporate Design eingeführt sei,

soll jeder Holzbauer die neue

Fahne vor seinem Betrieb aufhängen.

Denn nur mit einem

kraftvollen Wir-Gefühl kann

die Branche ihre Situation zum

Positiven verändern. gh ▪

I


II

Verband aktuell Aus dem BDZ

Deutscher Holzbaupreis 2009

Holz siegt in allen Bereichen

Er gilt als die wichtigste Auszeichnung für Gebäude aus Holz in Deutschland:

der Deutsche Holzbaupreis. Am 19. Mai kürte der Bund Deutscher Zimmermeister

(BDZ) auf der Ligna in Hannover die fünf Preisträger 2009.

▴ Sieben Geschosse in Berlin: „Richtungsweisend für den Holzbau“

▴ Studenten der TU Darmstadt schufen das Passivhaus „Solar Decathlon“

Der Deutsche Holzbaupreis

wurde in diesem Jahr an

fünf Bauwerke vergeben, die

ganz unterschiedliche Konzepte

im Umgang mit dem Baustoff

Holz aufweisen. Ullrich Huth,

Vorsitzender des BDZ, erklärte,

dass der Deutsche Holzbaupreis

2009 erneut eindrucksvoll

dargestellt hat, was mit Holz als

Baustoff möglich ist. „Alle Wettbewerbsteilnehmer

haben gezeigt,

dass sie sich mit Holz als

Baustoff verstehen. Das tut unserer

Branche gut und kommt

auch unserem Klima zugute.“

Erstmals hat der BDZ einen

Preis in der Kategorie „Bauen

im Bestand“ ausgelobt. Ziel ist

es, dadurch das Können und die

Kompetenz der Holzbaubranche

in diesem Bereich aufzuzeigen.

„Auch hier hat sich Holz mit

seinen wärmedämmenden Eigenschaften

und seinem geringen

Gewicht bewährt und dazu

geführt, dass das Bauen im Bestand

zum zweiten Standbein

des Zimmererhandwerks geworden

ist. Daher habe ich als BDZ-

Vorsitzender bei der Jurysitzung

besonderen Wert auf die Begutachtung

der eingereichten Sanierungsprojekte

gelegt, um hier

unsere Kompetenz als Branche

aufzuzeigen.“

Energiesparprämie für

Bauherren

Um mit Modernisierungsmaßnahmen

die Baukonjunktur in

der derzeit schwierigen wirtschaftlichen

Lage zu beleben,

forderte der BDZ-Vorsitzende

stärkere finanzielle Anreize für

private Haus- und Wohnungsbesitzer.

„Die Abwrackprämie

zeigt uns, wie mit geringen Mitteln

Kaufentscheidungen herbeigeführt

werden können. So

etwas brauchen wir als Holzbaubranche

auch. Unser Vorschlag

mikado 7.2009

KADEN KLINGBEIL, BERLIN / TU DARMSTADT

dafür ist eine Energiesparprämie“,

so Huth auf der Preisverleihung

des Deutschen Holzbaupreises

in Hannover.

Die diesjährige Preisverleihung

übernahmen der niedersächsische

Umweltminister

Hans-Heinrich Sander sowie

Georg Schirmbeck, Mitglied

des Deutschen Bundestages und

Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats.

Geehrt wurden

Bauherren, Architekten, Tragwerksplaner

und Holzbaubetriebe

als Urheber der ausgezeichneten

Beiträge.

Mitauslober des Holzbaupreises

sind die Deutsche Bundesstiftung

Umwelt, der Holzabsatzfonds,

die Deutsche Messe

AG, die Studiengemeinschaft

Holzleimbaum e.V., der Verband

der Deutschen Holzwerkstoffindustrie

e.V. und der Bund Deutscher

Baumeister, Architekten

und Ingenieure.

Dem 7-Geschosser in Berlin

(Architekten Kaden Klingbeil)

kommt nach Meinung der Jury

„über den lokalen Kontext hinaus

eine richtungsweisende Bedeutung

für den Holzbau zu“.

Der Errichtung mehrgeschossiger

Wohn- und Verwaltungsgebäude

in Holzbauweise wird

Zukunftspotenzial zugeschrieben.

Erneut würdigt der Deutsche

Holzbaupreis auch die forschende

Seite. Der bereits beim

amerikanischen Hochschulwettbewerb

„Solar Decathlon“ erstplatzierte

Passivhaus-Prototyp

eines Studententeams der TU

Darmstadt überzeugte die Jury.

Sie honorierte „den vorbildlichen

Beitrag, der in seiner hölzernen

Gesamtsicht Material,

Ziele für zukünftiges Bauen und

ästhetische Wirkung beispielhaft

ineinandergreifen lässt.“

Mehr Infos bei: www.mikadoonline.de/bildergalerie


TU DARMSTADT


Ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz

auf arbeitsintensive

Bauleistungen stand

ganz oben auf der Wunschliste

von Walter Kiefer, Obermeister

der Zimmerer-Innung und

Holzbauunternehmer aus Ortenberg,

und Michael Hafner,

Verbandsdirektor von Holzbau

Südbaden. „Damit sind Sie bei

der FDP an der richtigen Stelle“,

erklärte Sibylle Laurischk. „Wir

waren strikt gegen die Erhöhung

der Mehrwertsteuer, fordern

auch für den Tourismusbereich

einen ermäßigten Satz

und stehen für ein deutlich

Verband aktuell Aus den Landesverbänden

Zimmerer-Innung Offenburg

Der Bundestag im Dialog

Unter dem Motto „Was können Sie für uns tun?“ haben die Zimmerer-Innung

Offenburg und der Verband Holzbau Baden das Gespräch mit

der Offenburger Bundestagsabgeordneten Sibylle Laurischk (FDP) gesucht.

Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks

Fachfrau im Zimmererhandwerk

www.mikado-online.de

einfacheres Steuersystem.“ Die

Themenpalette beim Gespräch

war breit und reichte von der

Kommunal- bis zur Europa-

politik. Dazu gehörten öffentliche

Ausschreibungen, Voraussetzungen

für die Meisterprüfung,

Meisterpflicht im

Handwerk, Zeitaufwand für statistische

Pflichtangaben und das

Thema Baugenehmigungen.

Als Zusammenfassung des

Gesprächs übereichten Walter

Kiefer und Michael Hafner die

„Politischen Forderungen der

deutschen Bauwirtschaft“ an Sibylle

Laurischk. Das 32-seitige

Die Absolventinnen (v.l.n.r.): Elfriede Luber, Margit Meier, Luzia Weyer,


Beate Leicht, Tanja Übel, Christine Schwarz, Irmgard Treiber, Gerdi Rosin

Forderungspapier skizziert, wie

die Rahmenbedingungen aus

Sicht der Bauwirtschaft aus-

sehen. „Ich hoffe, dass wir Liberale

nach der Bundestagswahl

mitregieren und bessere Rahmenbedingungen

für das Handwerk

in Deutschland schaffen

können“, erklärte die Offenburger

Bundestagsabgeordnete. Zuvor

hatte Laurischk den Holzbaubetrieb

„Burkart Haus“ in

Renchen besucht.

Der BDZ-Vorsitzende Ullrich

Huth begrüßte die Offenburger

Initiative, gezielt auf die

Politik zuzugehen und für die

Der Fachbereich Unternehmerfrauen

hat im Jahr

2005 die Seminarreihe „Fachfrau

im Zimmererhandwerk“

ins Leben gerufen. Sie ist modular

aufgebaut und in sechs

Themenschwerpunkte gegliedert.

Im Rahmen des Moduls 6

am 24./25. April 2009 erhielten

acht Unternehmerinnen mit Abschluss

der zweiten Modulreihe

die Auszeichnung „Fachfrau im

Zimmererhandwerk“ überreicht.

Ihr Erfolg wurde gemeinsam gefeiert.

Neben dem Fachwissen

und dem Titel ist unter ihnen

noch etwas sehr Wichtiges entstanden

– ein funktionierendes

Netzwerk. Die Seminarreihe

wird fortlaufend angeboten

Forderungen des Holzbaus bzw.

der Bauwirtschaftschaft zu werben.

„Wir können unsere Interessen

nur dann schlagkräftig ins

öffentliche Bewusstsein bringen,

wenn wir auf allen Ebenen

das Gespräch mit der Politik

suchen. Das fängt auf der

Innungsebene an, setzt sich bei

den Landesverbänden und dem

BDZ fort und erfolgt europaweit

durch die Europäische Vereinigung

des Holzbaus (E.V.H.). Ich

kann andere Innungen nur auffordern,

hier nachzuahmen. Nur

so haben wir als Holzbauer eine

Chance zur Mitgestaltung.“ ▪

und ermöglicht so jeder Teilnehmerin,

ihren individuellen

Zeitplan für die sechs Wochenenden

zu erstellen. Die nächste

Seminarreihe „Fachfrau im

Zimmererhandwerk“ startet im

Herbst 2009.

Für die Absolventinnen bieten

die bayerischen Zimmerer-

und Holzbauverbände am

17./18. Juli 2009 ein Aufbaumodul

„Vertiefung Technik“ mit

folgenden Themen an:

▸ Einführung Bauphysik:

Wärmeschutz, Feuchteschutz

▸ Rund um die EnEV

▸ Betriebsorganisation

▸ Wareneingangskontrolle

▸ Holzfeuchtemessung ▪

III


Für den Holzbau birgt die auf

Ökologie und Nachhaltigkeit

ausgerichtete Entwicklung

des Bausektors ein enormes Potenzial.

Ungebremst ist das Interesse

am energieeffizienten,

umwelt- und klimaverträglichen

Bauen. Besonders erfreut stellten

Heinrich Cordes, Ehrenvorsitzender

des Bundesverbandes

Deutscher Zimmermeister (BDZ),

und Karl Hoffmeister, Vorsitzender

des Verbandes Niedersächsischer

Zimmermeister (VNZ),

fest, dass zahlreiche Architekten,

die bislang noch nicht mit

Holz gebaut hatten, großes Interesse

an dem natürlichen Baumaterial

zeigten. Sie suchten das

direkte Gespräch mit den Experten

vom Holzbau.

Dies bekräftigte auch Michael

Polworth (Haubold-Kihlberg

GmbH), der die gleichen Erfahrungen

auf dem VNZ-Gemeinschaftsstand

machte. Eine andere

Zielgruppe interessierte sich

IV

Verband aktuell Aus den Landesverbänden

Verband Niedersächsischer Zimmermeister (VNZ)

Holzbau begeistert die Ligna-Besucher

„Besucherandrang, eine Fachveranstaltung mit über 100 Teilnehmern und ausge-

prägtes Interesse an den Möglichkeiten des modernen Holzbaus – für uns

war die Ligna 2009 ein voller Erfolg“, bilanziert VNZ-Geschäftsführer Wilhelm Reihl.

auf der Fläche der Firma Gutex

für Dämmstoffe aus Holz. Hier

suchten eher private Bauinteressenten

den Rat des Fachmannes,

dicht gefolgt von den Mittelstandsbetrieben.

Windkraftanlagen aus Holz

Wibke Freese (Fa. Enno Roggemann)

will in zwei Jahren wieder

am Gemeinschaftsstand teilnehmen,

da viele ihrer Kunden

die Ausstellung als Anlaufstelle

nutzten, um sich umfassend

über neue Produkte informieren

zu lassen. Einen zahlenmäßig

nicht so starken Andrang verzeichnete

Holger Griebel, (Timber

Tower GmbH). Jedoch kamen

zu ihm ganz gezielt hoch

interessierte Besucher aus der

Forstwirtschaft. Sie ließen sich

von ihm über die Errichtung von

Besuchermagnet mit 4000 m²


Fläche: der Ligna-Stand des VNZ

mikado 7.2009

◂ Wilhelm Reihl (links) zeigte, wo es

für den VNZ auf der Ligna langging

spektakulären Windkraftanlagen

aus Holz mit Höhen von bis

zu 100 m beraten.

Die benachbarte Lasertechnik

der Firma LAP (Lüneburg)

wurde derart interessiert begutachtet,

dass Karin Schwerter-Strumpf

zur nächsten Ligna

deutlich mehr technisches

Gerät präsentieren will. Verhalten

fiel dagegen das Meinungsbild

von Axel Jentsch, Deutsche

Gesellschaft für Holzforschung

(DGfH), aus. Nur wenige Besucher

fanden den Weg zu seinen

wissenschaftlichen Auswertungen

und Darstellungen.

Nachwachsende Rohstoffe

begeistern

Begeisterung war durchweg auf

der Seite der Besucher festzustellen.

Besonders René Bornkessel

von der Fachagentur

nachwachsende Rohstoffe hielt

die offenen Häuser, die von sehr

engagierten Zimmerern fachlich

fundiert präsentiert wurden,

für ein begehbares Erlebnis.

Rolf Wagner, Holzhandel und

Sägewerk aus Suhl, war gleichsam

begeistert von der Vielzahl

der dargestellten Holzprodukte.

Richtig ist aus seiner Sicht

auch die Bevorzugung einheimischer

Holzarten im Baubereich,

die der gesamten Wertschöpfungskette

Forst und Holz

wirtschaftlich dienlich sind.

Sehr ausführlich informierte

sich Dr. Wolfram Scheiding,

Institut für Holzforschung Dresden,

über die innovativen Detaillösungen

im mehrgeschossigen

Holzbau. Für ihn war die

Ausstellung verschiedener Holzbausysteme

der Zimmerer eine

praktische Umsetzung wissenschaftlicherGrundlagenforschung,

die nun im modernen

Holzbau für die menschlichen

Bedürfnisse umgesetzt wird. ▪


Die „Kulturstadt Europas“

Weimar war Treffpunkt der

DFV-Frühjahrsfachtagung. Erstmals

mit dabei waren auch Mitglieder

der Vereinigungen:

▸ Qualitätsgemeinschaft Holzbau

& Ausbau e.V. (QHA)

▸ ZimmerMeisterHaus (ZMH)

▸ Arbeitskreis Ökologischer

Holzbau e.V. (AKÖH)

▸ 81fünf AG

Als Schirmherr der Veranstaltung

fungierte Ullrich Huth,

Präsident des Bunds Deutscher

Zimmermeister (BDZ). In seiner

Ansprache begrüßte er die Entscheidung

des DFV, nicht nur

diese Veranstaltung für die anderen

Organisationen zu öffnen,

sondern in Zukunft erheblich

enger zusammenzuarbeiten:

„Lassen Sie uns unsere Kräfte

im handwerklichen Holzhausbau

bündeln. Lassen Sie uns

gemeinsam das handwerkliche

Holzhaus als Marke definieren

und seine Vorteile gegenüber

anderen Bauweisen klar und

deutlich kommunizieren.“

Holzhaus zur Marke machen

„Lassen Sie uns als Holzbauer

selbstbewusst auftreten, denn

wir wissen, was wir können –

und müssen das als Teil einer

größeren Gemeinschaft nach

außen bringen. Daher werbe ich

heute nicht zum ersten Mal für

einen Verband der Holzhausbauer

in Deutschland, damit

die rund 500 Holzbaubetriebe

mit einer Stimme sprechen und

das handwerkliche Holzhaus zur

Marke machen können“, appelierte

Ullrich Huth an die Teilnehmer

der Veranstaltung.

Verband aktuell Verbände & Vereinigungen

Deutscher Fertigbauverband (DFV)

Holzhaus trifft Bauhaus

Zur Frühjahrsfachtagung des Deutschen Fertigbauverbandes am 7. Mai 2009

waren erstmals auch Mitglieder anderer Organisationen aus der Holzfertigbau-

Branche eingeladen. Damit sollen Synergien genutzt und Kräfte gebündelt werden.

www.mikado-online.de

Der Präsident des DFV, Thomas

Lehner, befürwortete ebenfalls

eine Bündelung der Kräfte:

„Wir sollten nicht als viele

kleinere Organisationen einzeln

agieren, sondern wir sollten als

Gesamtverband der Holzfertighausbauer

einen schlagkräftigen

Gegenpol zur Beton- und

Ziegelindustrie bilden. Nur so

werden wir ernsthaft wahrgenommen

und nur so haben wir

dauerhaft eine Chance!“

So klappts auch mit dem

Schallschutz

Dipl.-Ing. Ingenieur Roland

Kurz, Sachverständiger im Bereich

Schallschutz und Prüfstellenleiter

sowie Lehrbeauftragter

an der TH Stuttgart, gab einen

Überblick über die Anforderungen

bei Luft- und Trittschalldämmung.

Kurz wies darauf hin,

dass in den letzten 50 Jahren

gerade einmal zwischen 0 und

2 dB Verbesserung erzielt wurde.

Allgemein nehme jedoch der

Mensch erst ab 3 dB einen akustischen

Unterschied wahr.

Roland Kurz plädierte daher

für ein neues Klassifizierungskonzept

im Schallschutz, denn

die geltende Norm sei für ihn

nicht ausreichend. Ein solches

Konzept stellte er im Anschluss

den rund 60 Teilnehmern der

Fachtagung vor.

Nach der Mittagspause referierte

Dipl.-Ing. Norman Werther

von der Technischen Universität

München über „Kritische

Außenbauten: Flachdach und

Kriechkeller“. Dabei berichtete

er über neue Erkenntnisse und

Auswirkungen auf die Normung

und Ausführung bei diesen Außenbauten.

Mit einem nicht-technischen

Vortrag fand die gemeinsame

Tagung ihren Abschluss: „Kraftvoll

durch die Krise – Wie Sie

auch in rauen Zeiten Leistungskraft

und Lebensglück bewahren“.

Unter diesem Titel beleuchtete

Ralph Goldschmidt

die derzeitige Wirtschaftslage

und wie jeder Einzelne darauf

reagieren kann. Der Kölner Persönlichkeitstrainer

und Unternehmenscoach

hat sich mittlerweile

in der Holzbaubranche als

Referent einen Namen gemacht.

Seine kurzweilige, lebendige

Ehrenpräsident feiert Jubiläum

Vortragsweise, die er stets mit

informativem Inhalt kombiniert,

hat bereits viele Holzbau-Unternehmer

begeistert. Auch in Weimar

wartete Ralph Goldschmidt

mit vielen Tipps und Empfehlungen

auf, wie jeder Einzelne

der angespannten Rezession begegnen

kann.

Am Abend tauschten sich

die Teilnehmer dann intensiv

über Vorträge aus. Noch

in diesem Herbst wollen die

fünf Organisationen ein Konzept

aufstellen, wie man in

Zukunft möglicherweise unter

einem Dach weiter verfährt.

Peter Mackowiack, Stuttgart ▪

Kurt Lehner feierte am 26. Mai 2009

seinen 70. Geburtstag. Der gelernte

Zimmermeister und Freie Architekt hat

1963 in Giengen an der Brenz (Ostalb-

Kreis, Baden-Württemberg) einen

Zimmereibetrieb gegründet und bis

1998 zu einem bedeutenden Holzfertighaus-Hersteller

im Südosten der

Bundesrepublik ausgebaut. Im Jahre

1998 wurde das Unternehmen Lehner

Haus GmbH von seinem Sohn Thomas

Lehner übernommen und weiterentwickelt. Kurt Lehner hat sich

während der Jahre 1998 bis 2005 als renommierter Passivhaus-

Hersteller in der Branche weiterentwickelt und dabei einen

Namen gemacht.

Von 1993 bis 2005 war Kurt Lehner Präsident des Deutschen

Fertigbauverbandes e.V. sowie Vorsitzender der Gütegemeinschaft

Deutscher Fertigbau e.V. In seine Amtszeit fiel die Fusion

des Deutschen Fertigbauverbandes (Sitz in Stuttgart) mit der

Süddeutschen Fertighaus-Industrie (München). Seit nunmehr

30 Jahren fungiert der DFV als die Interessenvertretung des

handwerklich gefertigten Holzhausbaus. Als Öffentlich bestellter

und vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer Ulm

war er viele Jahre auf dem Spezialgebiet Holzfertigbau tätig.

V


An der hessischen Jahrestagung

am 24. April 2009

im Bundesbildungszentrum in

Kassel nahmen mehr als 60 %

aller QVDK-Betriebe in Hessen

teil. Geschäftsführer Helmhard

Neuenhagen konnte neben

einigen Marktpartnern von

DachKomplett auch die Obermeisterin

der Zimmerinnung

Göttingen, Astrid Rehmet vom

Verband Niedersächsischer Zimmermeister,

bei dieser Veranstaltung

begrüßen.

Der Vormittag stand ganz im

Zeichen der Themenfelder Recht

und Technik. Den Anfang machte

Rechtsanwalt Eckard Drosse,

Hauptgeschäftsführer des BauindustrieverbandesHessen/Thüringen,

der in seiner bekannt lockeren

Art den Teilnehmerinnen

und Teilnehmern wesentliche

Unterschiede bei der Anwendung

von BGB und VOB im Bauvertragsrecht

aufzeigte. Trotz

der aktuellen Rechtsprechungen

brach er bewusst nochmals eine

VI

Verband aktuell Verbände & Vereinigungen

Qualitätsverbund DachKomplett (QVDK)

Alle Bereiche im Griff

Lanze für die VOB: „Der Bauvertrag

regelt einen individuellen

Erstellungsprozess, der bei Einbeziehung

der VOB bewusst dynamisch

gestaltet werden kann.“

In seinen weiteren Ausführungen

stellte Eckard Drosse das gemeinsam

vom Zentralverband

Deutsches Baugewerbe (ZDB)

und der Eigentümerschutz-Gemeinschaft

Haus & Grund entwickelte

Bauvertragsmuster in

den Vordergrund.

Photovoltaik richtig planen

Ralph Grobecker vom Planungsbüro

Solarsystem Kassel

gab einige seiner Kenntnisse

erneuerbarer Energien an

die Teilnehmer weiter. Planung

und Ausführung von Photovoltaikanlagen

standen bei ihm im

Blickpunkt.

Als weiterer Referent beleuchtete

Güven Kodas von der Firma

Isover die wesentlichen Unterschiede

zwischen starrer Folie

und variabler Klimamembran.

mikado 7.2009

Nach einem kurzen Einblick in

die bauphysikalischen Zusammenhänge

ging der Referent auf

die Materialeigenschaften, Wirkungsweise

und Anwendungsgebiete

dieser Folie mit variablem

s d -Wert ein.

Marketing mit Milieus

Nach der Mittagspause stand

die Jahrestagung ganz im Zeichen

des Aufbruchs. Stefan

Theßenvitz, Trendforscher und

Neuer Marktpartner

◂ Sie heißen Pavatex willkommen

(v.l.n.r.): Zimmermeister Stefan

Fersch, Lothar Zieglmeier (Pavatex),

Alexander Kirst (QVDK) und

Zimmermeister Franz Wörndl

Marketingexperte aus München,

nahm die Teilnehmer auf eine

Reise ins „Goldland“ mit. Themen

wie Wettbewerb, Marktpotenziale,

Zielgruppen und

Milieus animierten die Teilnehmer

immer wieder zu anregenden

Diskussionen.

Im Anschluss stellte Peter

Hellmuth als Vertreter der Mitgliedsbetriebe

zusammen mit

dem Geschäftsführer Helmhard

Neuenhagen das neu entwickelte

Leitbild des QVDK vor,

in dem sich auf unterschiedlichen

Ebenen die Verknüpfungen

der einzelnen Partner im Qualitätsverbund

DachKomplett widerspiegeln.

Zum Abschluss der

Jahrestagung wurden in einem

internen Teil die wesentlichen

organisatorischen Weichen, z.B.

Jahresbeitrag, Schulungsprogramm

oder Messebeteiligung

für QVDK-Hessen, besprochen

und beschlossen.

Helmhard Neuenhagen,

Geschäftsführer Verband Hessischer

Zimmermeister e.V. ▪

Zimmermeister Andreas Crusius brachte es im Verlauf der

Marktpartnersitzung am 5. März 2009 im Hause des Bayerischen

Zimmerer- und Holzbaugewerbes auf den Punkt: „Ich

verwende durchaus verschiedene Dämmstoffe bei ein und

derselben Sanierungsmaßnahme. Da beißt sich nix.“ Materialgerechtes

Sanieren und Modernisieren war dann auch

der Schlüssel für die Aufnahme der Pavatex GmbH in den

Marktpartnerkreis von QVDK. Für Pavatex spricht zudem der

Marktauftritt und die Akzeptanz bei Planern, Zimmerern und

Bauherren.


Verband aktuell Verbände & Vereinigungen

QVDK-Leitbild frisch gemacht

Nach 18 Jahren erfolgreicher

Marktpräsenz wurde

der Qualitätsverbund DachKomplett

(QVDK) von seinen Trägern

– den Mitgliedsbetrieben,

Marktpartnern und Verbänden

– auf den Prüfstand gestellt. Im

Zentrum der Analyse standen

die Fragen nach den Stärken

und Schwächen des QVDK und

Betriebe beraten

www.mikado-online.de

daraus folgernd Lösungen, wie

man den QVDK fit für die Zukunft

macht.

Stärke zeigen

▸ Der QVDK ist in der Markenlandschafthandwerklicher

Dienstleistungen ein

etabliertes Qualitätssiegel

für die Handwerksbetriebe

Zur Komplettleistung der QVDK-Betriebe zählt auch umfassende

Beratung der Bauherren, z.B. in puncto Versicherungen. Tipps

und Wissenswertes zu

▸ Bauleistungsversicherung

▸ Bauherrenhaftpflichtversicherung

▸ Bauhelferversicherung

▸ Wohngebäudeversicherung

▸ Gewässerschadenhaftpflichtversicherung

▸ Glasversicherung

erhalten Mitgliedsbetriebe bei ihrem jeweiligen Landesverband

oder unter www.dachkomplett.de

▸ Der QVDK verfügt als

erste Verbundmarke und

Qualitätssiegel über

18 Jahre Erfahrung

▸ Der QVDK hat robuste

Prozessketten und eine sehr

gute Kommunikations-

Infrastruktur: Verbände

– Marktpartner –

Mitgliedsbetriebe

▸ Die Modul-Schulungen des

QVDK bieten anerkannt

höchste Qualität und

aktuelles Fachwissen

Unter der Federführung der

Fördergesellschaft des Zimmerer-

und Holzbaugewerbes mbH

in München und externer Beratung

von Theßenvitz marketing

wurde der QVDK im ersten

Quartal 2009 auf Herz und

Nieren geprüft. In die Analyse

floss eine kritische Betrachtung

des Wettbewerbs, der Mitgliedsbetriebe

und deren Beziehung

zum QVDK sowie die Bedürfnisse

von Zielgruppen und Milieus

ein.

Den Blick in die Zukunft öffnete

eine umfassende Trendanalyse

über wachsende Märkte in

den Bereichen Renovieren, Sanieren

und Modernisieren. In

Auf einen Blick


mehreren Arbeitsrunden wurden

systematisch die Erfahrungen

aus dem Tagesgeschäft sowie

die Einschätzung der künftigen

Geschäftsentwicklung von Mitgliedsbetrieben

und Marktpartnern

eingeholt.

Auftritt kommt an

Das daraus resultierende Leitbild

wurde am 27. März 2009 in

Bayern und am 24. April 2009

in Hessen im Rahmen der jeweiligen

Jahrestagungen der

Mitgliedsbetriebe des QVDK

vorgestellt, diskutiert und einstimmig

verabschiedet. Es ist

der verbindliche Rahmen für

eine gemeinsame Marktbearbeitung.

Die nächsten Arbeitsschritte

sind bereits inhaltlich und

zeitlich geplant, mehr dazu erfahren

Sie im Laufe des Jahres

2009. Eines steht heute bereits

fest: Der QVDK steht für

▸ Handwerkliche Spitzenleistung

im Verbund

▸ Perfekte Arbeit aus

Leidenschaft

▸ Erstklassige Lösungen nach

Maß

Stefan Theßenvitz, München ▪

Der QVDK ist handwerkliche Spitzenleistung im Verbund

▸ Der QVDK steht für individuelle und erstklassige Lösungen im

Verbund

▸ Im QVDK arbeiten Handwerksbetriebe gemeinsam mit Leidenschaft

an perfekten Lösungen

▸ Jeder im QVDK angeschlossene Handwerksbetrieb fördert

den Verbund-Erfolg durch aktive Mitarbeit

▸ Jeder im QVDK arbeitende Verband verspricht dem QVDK

jederzeit aktive Loyalität

▸ Jeder dem Qualitätsverbund angeschlossene Marktpartner

verspricht dem QVDK die gemeinsame aktive Marktbearbeitung

VII


Die Spannung ist deutlich

zu spüren, als Teamleiter

Roland Bernardi die fünf Mitglieder

der deutschen Zimmerer-Nationalmannschaft

zur Abschlussbesprechung

bittet. An

sich ist das Training zu Ende.

Die letzte April-Woche war die

Mannschaft zusammen und hat

wie immer ein anspruchsvolles

Dachstuhlmodell mit Gaube

gebaut, diesmal aufgesetzt

auf zwei Fachwerkwände. Nur

eine Frage ist noch nicht geklärt:

Wer von den fünf jungen

Gesellen bekommt das eine Ticket

für die Weltmeisterschaft

der Zimmerer im Rahmen von

„WorldSkills 2009“ im kanadischen

Calgary? Roland Bernardi

wird es in Kürze verkünden.

Zuvor hat er die Modelle zusammen

mit seinen Trainerkollegen

Roland Schumacher und

Jens Volkmann vermessen und

sich beratschlagt.

VIII

Verband aktuell Verbände & Vereinigungen

Leistungspartner des Zimmererhandwerks

Auf nach Calgary

Kanada richtet die WorldSkills 2009 aus. Nur ein Zimmerergeselle, der jünger

als 22 Jahre ist, darf Deutschland bei der Berufsweltmeisterschaft

vom 1. bis 6. September in Calgary vertreten. Die Nominierung war spannend.

Zimmern auf Welt-Niveau

Florian Braun aus Oberkirch,

Paul Dobler aus Gersbach, Thomas

Schleicher aus Regnitz-

losau, Philipp Stich aus Schleiz

und Thomas Zinßmeister aus

Kutzhof haben während des

Trainings deutlich gemacht,

dass sie nach Kanada wollen.

Doch im Gegensatz zur Europa-

meisterschaft vertritt bei der WM

nur ein Geselle Deutschland. Um

zu sehen, wer mit einer Aufgabe

auf „Welt-Niveau“ am besten

zurechtkommt, müssen die

Jungs die Aufgabe der letzten

WM 2006 in Japan nachbauen.

Und dann gibt es bei diesem

Training auch noch Zuschauer.

Auch das ist eine Vorbereitung

auf die Weltmeisterschaft. Roland

Bernardi, seit Jahren als

Thomas Schleicher vertritt


Deutschland bei der WM in Kanada

mikado 7.2009

◂ Teamleiter Roland Bernardi (links)

und Trainer Roland Schumacher

internationaler Experte bei den

Berufswettbewerben dabei, berichtet,

dass es in Japan 300 000

Besucher gab.

So viele sind es in Biberach

dann doch nicht, aber dafür

Leute vom Fach. Die Leistungspartner

des Zimmererhandwerks

unterstützen die Zimmerer-Nationalmannschaft

im zweiten

Jahr und Firmenvertreter sind

zum Training geladen.

Harald Sauter ist selbst gelernter

Zimmermeister und heute

technischer Systemberater bei

Agepan. „Die Jungs sind super!

Sie wollen ihre Chance nutzen

und zeigen damit, wie qualitativ

hochwertig die Zimmerer-

Ausbildung in Deutschland ist.

Das unterstützen wir als Agepan

gern.“

Ähnlich sieht es Jens Morscheid

von Fermacell: „Mit

unserer Unterstützung motivieren

wir die jungen Leute,

handwerklich zu arbeiten. Mit

ihrer gezeigten Schnelligkeit,

verbunden mit Präzision, stehen

sie für die Qualität des Zimmererhandwerks.“

Alexander Geißels, Leiter der

Isover Akademie, zeigt sich begeistert

vom enormen Engagement

und der hohen Fachkompetenz

der jungen Männer. „Sie

sind fit, um den ‚Holzbau Made

in Germany’ würdig zu vertreten.

Wir drücken dem deutschen

WM-Teilnehmer die Daumen für

Kanada.“

Die Medien in Biberach berichten

ausführlich über das

Training der Zimmerer-Nationalmannschaft.

Die Jungs stehen

Rede und Antwort. Was es

bedeutet, zur Zimmerer-Nationalmannschaft

zu gehören?

Philipp Stich drückt es prägnant

aus: „Es fetzt! Letztes Jahr

habe ich noch drüber gelesen,

nun bin ich dabei!“ Die Nationalmannschaft

der Zimmerer

besteht jeweils aus den Bestqualifizierten

der letzten Bundesleistungswettbewerbe,

sofern sie

zum Zeitpunkt des nächsten internationalen

Wettbewerbs nicht

älter als 22 Jahre alt sind.

Es kann nur einen geben

Zurück zur Abschlussbesprechung.

Roland Bernardi tut sich

schwer, die Entscheidung mitzuteilen.

„Ihr liegt fachlich alle

eng beieinander, Ihr habt alle

super gearbeitet“ – und dann

nennt Bernardi den Namen des

deutschen Vertreters: Thomas

Schleicher. ▪

www.zimmerer-

nationalmannschaft.de

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