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este medizinAusgabe 5 - Dezember 2010www.westerwald-portal.deSchutzimpfungen:Was ist neu?Seite 7Rosazea:Der Fluch der KeltenSeite 5Weiterhin in dieser Ausgabe:Demenzstationen in4Seniorenheimen - Welchesist das optimale Konzept?Sudoku 12Meilensteine der Medizin:Erster Herzkatheterim SelbstversuchSeite 2


Fotos Titelseite: Titelbild - © Daniel Stricker / PIXELIOFehlendeKollegen von Forßmann hatten zuvorentsprechende Versuche am Menschenabgelehnt, da sie ihnen zu gefährlicherschienen. Forßmann dagegenist von seiner Unbedenklichkeitüberzeugt und wagt den Selbst-Freizeitmöglichkeitenfür Rollstuhlfahrer?Das Hallenbad in Altenkirchen istfür Rollstuhlfahrer - auch währenddes öffentlichen Badebetriebs - barrierefrei.Sie können sich per Rufanlageden „Vereinseingang“ (nicht amKassenautomaten) öffnen lassenund alle Räume ebenerdig erreichen.Meilensteine der Medizin:Erster Herzkatheter imSelbstversuchAm 1. November 1928 erscheint inder „Klinischen Wochenschrift“ einemehrseitige Mitteilung über die„Sondierung des rechten Herzens“.Der Autor, Werner Forßmann (1904– 1979), ein junger Assistenzarzt ausEberswalde bei Berlin, beschreibt indieser Mitteilung von seinem Selbstversuchmit einem dünnen Gummischlauch,den er sich die Armvenevon der Ellenbeuge aus bis zur rechtenHerzkammer vorschiebt, ohnedabei besondere Schmerzen zu verspüren.© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIOHallenbad Altenkirchen - auch für Rollstuhlfahrereine tolle Sache ...Das Schwimmbad hat eine großzügigebehindertengerechte abschließbareUmkleide-/Duschkabine.Ein spezieller leichtgängigerSchwimmbad-Rollstuhl kann mitder Sitzfläche über das Toilettenbeckenfahren.Der Rand des Schwimmbeckens istan zwei Seiten 40 cm hoch – aufSitzniveau – und das freundlicheSchwimmbad-Personal hilft jederzeitgerne mit.Besondere Umsicht und Mithilfekönnen Sie dort zu den Trainingszeitender BSG Altenkirchen(Behinderten-Sportgemeinschaft),donnerstags um 20.15 Uhr, erwarten.Dr. Hartmut RodinaAltenkirchenSeite 2Werner Otto Theodor Forßmann(* 29. August 1904 in Berlin; † 1. Juni 1979 in Schopfheim)


Röntgenbild der ersten Herzkatheterisierung (1929, Werner Forßmann, Eberswalde). Der Katheter reicht von der linken Vena cephalikaherabkommend bis in die rechte Vorhof-Herzkammer.versuch: Über einen kleinen Schnittin der linken Ellenbeuge legt er dieBeugevene frei und schiebt einen gutgeölten Blasenkatheter in RichtungHerz vor. Nachdem er ihn etwa30 cm eingeführt hat, verlässt er denOperationssaal und wechselt zurRöntgenabteilung, und beobachtetauf einem Durchleuchtungsschirmmithilfe eines Spiegels, wie der 65 cmlange Katheter bis zum rechten Vorhofdes Herzens vordringt. Ein Röntgenbildhält diese Situation fest(siehe Abbildung oben).Forßmann, der seit dem 1. Oktobereine Assistentenstelle bei dem ChirurgenFerdinand Sauerbruch an derBerliner Charité innehat, wird vondiesem nach Erscheinen des Artikelsmit den Worten vor die Tür gesetzt:Seite 3„Damit kann man ja in der Chirurgieüberhaupt nichts anfangen ... mitsolchen Kunststücken habilitiert mansich in einem Zirkus und nicht aneiner anständigen deutschen Klinik!“1931 berichtet Forßmann von seinenKontrastdarstellungen der Herzhöhlendurch Einführung eines Kathetersim Tierversuch. Doch erst 10 Jahrespäter sind die technischen Voraussetzungengegeben, dass diese diagnostischeMethode in der klinischenPraxis Einzug hält. Forßmann, eindeutscher Mediziner, kann somit alsErfinder des Herzkatheters gelten.Werner Forßmann erhält 1956, gemeinsammit André Frédéric Cournandund Dickinson Woodruff Richards,den Nobelpreis für Medizinfür ihre Entdeckungen zur Herzkatheterisierungund zu den pathologischenVeränderungen im Kreislaufsystem.Zu Beginn des Zweiten Weltkriegeswird Forßmann als Sanitätsoffizierund Chirurg eingezogen. Nach einerkurzen US-amerikanischen Kriegsgefangenschaftlässt er sich 1946 alsLandarzt im Schwarzwald nieder undübernimmt 1950 die Leitung der urologischenAbteilung der Diakonieanstaltenin Bad Kreuznach. 1958 bis1970 ist er Chefarzt der chirurgischenAbteilung am evangelischen Krankenhausin Düsseldorf. Forßmannstirbt 1. Juni 1979 in Schopfheim.Dr. med. Sigurd SchollFacharzt für AllgemeinmedizinWeiherstr. 1, 56593 Horhausen


Foto: © bluefeeling / PIXELIODemenzstationen in Seniorenheimen -Welches ist das optimale Konzept?Weit über 1 Million Menschen leidenin Deutschland an einer unaufhaltsamfortschreitenden Hirnleistungsschwäche,deren häufigste Form dieAlzheimerkrankheit ist. Die Krankheitverläuft bei jedem Betroffenenunterschiedlich. In der wörtlichenÜbersetzung aus dem lateinischenheißt „Demenz“ soviel wie „weg vomGeist“ bzw. „ohne Geist“.Sehr oft werden alte Menschen mitdieser Krankheit in Seniorenheimengepflegt, da eine Betreuung zuhausefür die Angehörigen nicht mehr möglichist. In den Seniorenheimen gibtes immer mehr spezielle Demenzstationen.Der folgende Artikelsoll Ihnen kurz diesesKonzept erläutern undeine Orientierungshilfegeben, mitder man dieQualitätfrüher im Haushalt tätig gewesen zusein. Eimer, Besen, Kochutensilienund Ähnliches sind Gegenstände, diedie Erinnerung wiederbeleben undden Geist aktivieren. Fähigkeiten vonfrüher werden gefördert und erhalten.Gemeinsames Kochen sorgt fürvertrauliche Geselligkeit.Sehr wichtig für die Gestaltung derDemenzstation ist die Möglichkeitder Orientierung. Es sollte zahlreichegut lesbare Beschilderungengeben. Vielleicht hat auch jedesBewohnerzimmer eineeigene „Adresse“,des einzelnen Bewohners fördern.Musik aus vergangener Zeit regt denHörsinn an, spezielle Tastbilder dasFühlen. Sehr schön sind auch Haustiere,z. B. ein Vogel oder ein Hund.Sie sorgen auch wieder für Beschäftigungbeim Beobachten und für Erinnerungen.Verschiedene Gerüche inden Bereichen helfen den Geruchssinnzu erhalten. Wichtig ist auch dieLichtgestaltung in den Räumen. Siesollte auf keinen Fall zu hell und kaltsein.Das würdedie heimeligeAtmosphärezu sehr stören.Vielmehr solltees ein warmesLicht geben, welchesevtl. sogardimmbar ist.Das Heim sollteauch versuchen,einer Demenzstation beurteilen kann.Ganz wichtig ist hierbei das Bewohnerzimmer.Die Zimmer sollen mitmöglichst vielen Gegenständen, Möbeln,Bildern und Fotos aus dem Lebendes Bewohners gestaltet werden.Dies fördert die tägliche Erinnerungund hilft dem Bewohner das Gefühlvon Heimat und Geborgenheit, wieauch Vertrautheit zu vermitteln. Beider Auswahl der Gegenstände undder Einrichtung sollten unbedingt dieAngehörigen mit einbezogen werden.Neben dem Bewohnerzimmer solltees auf der Demenzstation ein gemeinsamesWohnzimmer und eine Wohnküchegeben. Diese sollten einen zentralenBereich bilden, an dem sichdas gemeinsame Leben abspielt, undman sich regelmäßig trifft. Auch hiersollte darauf geachtet werden, dassdiese Räume mit persönlichenGegenständen wohnlich eingerichtetsind. Vielleicht auch alte Fotos derBewohner? Das fördert die Erinnerungund regt zu Erzählungen an.Viele der Frauen sind es gewohnt,etwa in Anlehnung an die frühereHeimatadresse des Bewohners? Auchkann man unter der Adresse ein Fotodes Bewohners anbringen. UnterschiedlicheWandfarben in unterschiedlichenBereichen sind ebenfallssehr hilfreich. Nach Möglichkeit solltesich der Bewohner auch frei bewegenkönnen. Er sollte nicht vor verschlossenenTüren stehen und sicheingesperrt fühlen. Ist z. B. die Demenzstationwie eine Art „Rundlauf“gestaltet? Der Bewohner kann auf derStation spazieren und erreicht immerwieder den Ausgangspunkt. Die Fluresollten dabei sehr geräumig sein.Innerhalb der Flure sollte die Möglichkeitbestehen, sich immer wiederauf Bänken zu setzen, und dabei demLeben und Treiben der anderen Bewohnerzuzusehen. Das sorgt einerseitsfür Beschäftigung, andererseitsbieten die Ruhebänke eine Rückzugsmöglichkeit,ohne von der Gemeinschaftausgeschlossen zu sein, wieetwa auf dem Zimmer. Der gesamteGemeinschaftsraum soll die Sinnedas Leben des Bewohners so abwechslungsreichwie möglich zu gestalten.Man könnte z. B. Kindergarten-oder Grundschulkinder an bestimmtenTagen mit einbeziehen. Siekönnten den Bewohnern Geschichtenerzählen und sich mit ihnen beschäftigen.Die sozialen Kontakte des dementenMenschen werden damitgefördert. Ein gutes modernes Heimwird versuchen, mit den aufgezähltenDingen das Leben des Demenzkrankenso angenehm wie möglich zugestalten und ihn gleichzeitig nachden neuesten Erkenntnissen undKonzepten zu fördern.An oberster Stelle steht aber auch diepersönliche Rolle der Angehörigen.Man sollte versuchen, so oft wie möglichdem alten Menschen einen Besuchabzustatten. Die schönste undbeste Gestaltung der Station kanndiese persönliche Beziehung nichtersetzen.Dipl.-Kfm. Christian Euteneuer,MBASeite 4


Rosazea oder: Der Fluch der KeltenMenschen mit Rosazea (rosenfarbene Gesichtshaut) haben eine „verflucht“ empfindlicheHaut. In Deutschland sind immerhin circa 5% der Bevölkerung betroffen. Nur jeder Zehntedavon befindet sich in fachärztlicher Behandlung.Das Krankheitsbild tritt vor allem,aber eben nicht ausschließlich, beiHellhäutigen („keltischer Hauttyp“)zwischen dem 30. und 50. Lebensjahrauf und geht mit einer erblichbedingten Veranlagung einher, diedazu führt, dass die Blutgefäße imGesicht dauerhaft erweitert sind undsomit die Haut stärker durchblutetwird. Die Rosazea tritt schubförmigin Erscheinung, nimmt einen stadienhaftenVerlauf und lässt sichtherapeutisch in der Regel gut beherrschen.Je früher der Therapiebeginn,desto besser die Erfolgsaussichten.Sie ist leider nicht heilbar. VerschiedeneFaktoren gelten als Auslöserdieser Erkrankung und solltenmöglichst gemieden werden. Hierzuzählen z. B.: Koffein- und alkoholhaltige Getränke Scharf gewürzte Speisen (Chiliu.a.) Ausgedehnte Sonnenbäder(ultraviolette und Wärmestrahlung),Besuch von Sonnenstudios Saunieren Stress Mechanische Reize (Rubbeln derHaut, Nassrasur bei Männern) Hautreinigungs- und Pflegeprodukte,die Alkohol, Paraffin, Vaseline(auch Petrolatum genannt),Emulgatoren, Duftstoffe und Konservierungsstoffeenthalten Medikamente, die die Lichtempfindlichkeitder Haut erhöhen,z. B. „Wassertabletten“ oder Blutverdünnerwie Marcumar.Für Menschen mit Rosazea handeltes sich um eine Krankheit, die siemehr oder minder stark psychischbeeinträchtigt. Dies ist nicht in allenFällen mit dem Ausprägungsgradverknüpft.Die Krankheit nimmt ihren BeginnSeite 5mit plötzlich auftretenden Rötungen,die spontan vollständig wieder verschwinden.Im weiteren Verlauf tretendie erweiterten Blutgefäße augenscheinlichdauerhaft hervor, vor alleman Nase und Wangen. Durchentzündliche Vorgänge entstehen anStirn, Nase, Wangen und Kinn kleineKnötchen und eitergefüllte Pusteln,wobei es sich keineswegs um eineInfektionskrankheit mit Bakterienhandelt, und somit auch nicht ansteckendist. Fast ausnahmslos kann esbei Männern zu Bindegewebswucherungenbesonders der Nase kommen.Hierdurch ist im Volksmund die diskriminierendeBezeichnung „Knollen- oder Säufernase“ entstanden. In derMedizin wird eine solche Nase Rhinophymgenannt (Siehe Abb. 3).Spätestens wenn die Blutgefäßedauerhaft sichtbar sind, belastet dieRosazea die Psyche in unterschiedlichemAusmaß. Die Menschen sehenjeden Morgen im Spiegel gleichsamals Begrüßung ihr vermeintlich gesundesbzw. frisches Aussehen.„Trinkst Du in Deinem Alter etwanoch Rotbäckchensaft?“, ist nocheine der netteren Fragen. Kommenzusätzlich Papeln und Pusteln hinzu,glauben sich die Menschen in einerzweiten Pubertät, die glücklicherweisenicht existiert. Die Menschen sindmit sich und der Umwelt in „sozialemUnfrieden“. Das Gefühl des wortlosen„Angestarrtwerdens" wird zu einerunerträglichen Belastung, die in Depressioneneinmünden kann. EinSatz wie „Ich traue mich nicht mehrunter Menschen“ ist keine Seltenheitund drückt die Verzweiflung dieserMenschen aus. Gerade Menschen, diemit viel Publikum verkehren, z. B.Verkäufer und Bankangestellte etc.,„schreien“ nach Hilfe. In ihrer Verzweiflungbeginnen vor allem Frauenkortisonhaltige Cremes – vielleichtvon einer guten Freundin empfohlenoder zur Verfügung gestellt – alsAbb. 1: Stadium der GefäßerweiterungenAbb. 2: Stadium der Papeln und PustelnSelbsttherapie anzuwenden. In derAnfangszeit mit einem Supererfolg.Doch, sobald solche Präparate abgesetztwerden, explodiert die Rosazeabuchstäblich und zeigt sich schlimmerals bei Therapiebeginn. In solchenFällen kann der Gang in dieApotheke nicht weiterhelfen. VerantwortungsbewussteApotheker schickensolche Menschen entweder zumHausarzt oder direkt zum Facharzt.Solche Verläufe stellen keine Seltenheitdar. Besser wäre eine rechtzeitige


Betreuung von Menschen mit Rosazeaschon in der frühen Phase derErkrankung, da zum einen in derRegel eine rasche Linderung erreichtund zum andern das Fortschreitender Rosazea gebremst werden kann.Wenn eine Person mit Rosazea sichbeim Facharzt vorstellt, ist es fürdiesen wichtig zu erfahren, welcheAuslösefaktoren der Patient bei sichselbst festgestellt hat. Dies lässt sicham besten durch ein so genanntesBeschwerdetagebuch herausfinden.Die Strategie des Meidens der persönlichgefundenen Faktoren ist dererste Therapieschritt. Im zweitenSchritt erfolgt eine ausführliche Beratungüber Gesichtsreinigung und –Pflege. Alkalihaltige Seifen sind fürdie Gesichtsreinigung völlig ungeeignet.Empfehlenswert ist z. B. Antirougeurssanftes Reinigungsfluid vonAvene, das pH-neutral, also hautfreundlichist und Mäusedorn(Ruscus) enthält, der einen gefäßstabilisierendenEffekt aufweist. ZurTagespflege kann aus dieser SerieAntirougeurs leicht angewandt werden.Das Produkt enthält einen UV-Filter. Für die abendliche Pflege eignetsich z. B. Diroseal. Der dritteSchritt umfasst die ärztlicherseitsvorgeschlagene Therapie, die stadienabhängigbedingt ist.Im Stadium der Gefäßerweiterungen(Abb.1) kommt der Laser zum Einsatz,wobei es sich um eine sog. IGeL(Selbstzahlerleistung) handelt, dienach Behandlungsumfang mehrerehundert Euro kosten kann und imHerbst/Winter durchgeführt wird.Die Laserung ist leicht schmerzhaft,was gerne in Kauf genommen wird,Abb. 3: „Rhinophym“Seite 6da die Psyche positiv beeinflusstwird. Ehrlicherweise muss dem Patientengesagt werden, dass der Effektnicht von Dauer ist, aber dieTherapie jederzeit wiederholt werdenkann und keine negative Folgen fürdie Haut zu erwarten sind. Eine kostengünstigeAlternative bzw. eineMöglichkeit zur Überbrückung derSommermonate besteht in der zweimaltäglichen Anwendung eines Nasenspraysmit dem gefäßverengendenWirkstoff Oxymetazolin, z. B. NasivinDosierspray ohne Konservierungsstoffe.Im Stadium der Papeln und Pusteln(Abb.2) wird eine Kombinationstherapievorgenommen, bestehend auseinem örtlich aufzutragenden Präparatmit dem antientzündlichen WirkstoffMetronidazol (z. B. RosicedCreme, es gibt auch verschiedeneRezepturen) und einem niedrig dosiertenAntibiotikum (Doxycyclin)über Monate. Bei nicht ausreichenderWirkung kann ein Versuch mit niedrigdosiertem Isotretinoin in Kapselform(z. B. Aknenormin) gestartetwerden, bei Männern unproblematisch,bei Frauen sind wegen derfruchtschädigenden Wirkung besondereVorsichtsmaßnahmen zu ergreifen(sichere Verhütung!). Hierübermuss die Frau ausführlich schriftlichund mündlich in Kenntnis gesetztwerden.Sonderfall: Während der Schwangerschaftund Stillzeit dürfen nur Präparatemit den Wirkstoffen Azelainsäure(Skinoren Gel) oder Erythromycinäußerlich angewandt werden.Da in diesem Stadium ebenfalls Gefäßerweiterungenvorliegen,können diese erst dann mittelsLaser behandelt werden,wenn die Entzündungenabgeklungen sind.Die Therapie einer„Knollennase“ (Rhinophym)(Abb.3) ist bei starker Ausprägungimmer chirurgischund sollte in einer Hautklinikmit entsprechender Erfahrungvorgenommen werden.Zur Planung des chirurgischenEingriffes ist es von Vorteil,wenn der Patient ein altes Porträtfotoohne „Knollennase“ vorlegenkann.Wenig bekannt ist, dass in allen Stadiender Rosazea eine Augenbeteiligungvorliegen kann. Nach neuerenLiteraturangaben immerhin zwischen30 und 50%. Beim Patienten machtsich das z. B. durch Fremdkörpergefühl(„Sand im Auge“) und Augentränenbemerkbar. Die augenärztlicheMitbehandlung ist auf Grund der,wenn auch extrem seltenen, Erblindungsgefahrangezeigt.Abgerundet wird die Therapie durchdie Einbindung einer kosmetischversierten medizinischen Fachangestelltenoder ausgebildeten Kosmetikerin:Gesichtsbehandlungen mitMäusedornextrakt in flüssiger Formund Massagen nach Sobye. Für Frauenvon besonderer Bedeutung ist dieFrage des Schminkens. Grundsätzlichspricht nichts dagegen, ein Make-upzu benutzen, z. B. den 2-in-1-Korrekturstift Couvrance grün/beigemit UV-Filter.Zusammenfassend lässt sich überRosazea Folgendes festhalten: Hände weg von kortisonhaltigenCremes, da diese bei Langzeitanwendungzu Hautverdünnungund Gefäßerweiterungen führenund bei Absetzen eine deutlicheVerschlimmerung des Krankheitsbildeshervorrufen Frühzeitige Aufklärung über dasKrankheitsbild und dessen konsequenteBehandlung durch denFacharzt Ein Leben mit Rosazea ohne sozialeAusgrenzung ist möglich.Der morgendliche Anblick imSpiegel darf nicht mehr abschrecken.Weitere Informationen erhältlich:Deutsche Rosazea Hilfe e.V.Postfach 202318, 20216 Hamburg;info@rosazeahilfe.deDr.med. Claus Oster-SchmidtDermatologe und AllergologeZum Weyerdamm 557610 Altenkirchen


Schutzimpfungen:Was ist neu?Anzeige:Gegen viele Erkrankungen gibt eseinen verlässlichen Schutz durch eineSchutzimpfung. Impfungen sind umsowichtiger, je schwerwiegender dieErkrankung ist und je häufiger sievorkommt. Damit eine Schutzimpfungallgemein empfohlen werdenkann, muss zudem die Rate vonNebenwirkungen um ein vieltausendfachesniedriger sein als die Rate derKomplikationen bei einer Erkrankung.Außerdem muss sich ein Impfstoffauch als wirksam gegen denbetreffenden Erreger erweisen.Alle diese Faktoren werden regelmäßigneu bewertet und gegeneinanderabgewogen. Dafür zuständig ist inDeutschland die „Ständige Impfkommission“(STIKO) am Robert-Koch-Institut. Diese vom Gesundheitsministeriumeinberufene Expertenrundeveröffentlicht regelmäßig die aktuellenEmpfehlungen für die verschiedenenSchutzimpfungen. In manchenFällen werden die Impfempfehlungenausgeweitet, in anderen Fällen zurückgezogenoder gar nicht ausgesprochen,obwohl Impfstoffe zur Verfügungstehen.Für einige Schutzimpfungen wurdenkürzlich die Empfehlungen ausgeweitet:MasernNeben der bekannten zweifachenImpfung im Kindes- und Jugendalterempfiehlt die STIKO nun allen nach1970 geborenen Personen, die älterals 18 Jahre sind, eine einmaligeImpfung gegen Masern, wenn: sie bisher nicht gegen Maserngeimpft sind oder nur einmal in der Kindheitgeimpft wurden oder wenn der Impfstatus gegenMasern unklar ist.Zur Impfung soll vorzugsweise einSeite 7MMR-Kombinationsimpfstoff(Kombinationsimpfstoff gegenMumps, Masern und Röteln) verwendetwerden. Diese Empfehlung giltinsbesondere für Mitarbeiter im Gesundheitsdienstoder Gemeinschaftseinrichtungen.Nach Kontakt zueinem Masernkranken empfiehlt dieSTIKO allen Ungeimpften ab demAlter von 9 Monaten bzw. in derKindheit nur einmal geimpften Personenoder Personen mit unklaremImpfstatus die einmalige Impfungvorzugsweise mit einem MMR-Impfstoff möglichst innerhalb vondrei Tagen nach Kontakt zu einemErkrankten.Bei Personen, die vor 1970 geborenwurden, ist eine natürlich erworbeneImmunität anzunehmen, die lebenslangerhalten bleibt. Das gilt auch fürzweimal geimpfte Personen. Die Frage,ob eine Impfung schadet, wennzwar ausreichend viele Antikörpervorhanden sind, aber nicht klar ist,wie oft geimpft wurde, kann mit neinbeantwortet werden. Es gibt laut STI-KO in der Fachliteratur keine Hinweiseauf vermehrte unerwünschteArzneimittelwirkungen einer MMR-Impfung bei bestehender Immunitätgegen eine der drei Komponenten.Impfung gegen Röteln beiFrauenDie überarbeitete Impfempfehlungder STIKO hat als Ziel, für alle Frauenim gebärfähigen Alter eine zweimaldokumentierte Impfung gegenRöteln zu erreichen. Frauen, die alsKind zweimal (meist in Form deroben beschriebenen MMR-Impfung)geimpft wurden und einen Impfausweismit dokumentierten Impfungenbesitzen, sind ausreichend geschütztund müssen zeitlebens nicht mehrgegen Röteln geimpft werden. Es hatsich herausgestellt, dass eine zweimaligeImpfung einen so verlässlichenSchutz gegen die Erkrankung be-Weitere Informationen finden Sie aufunseren Internetseiten:www.westerwald-portal.deWeitere Informationen finden Sie aufunseren Internetseiten:www.westerwald-portal.de


wirkt, dass die Kontrolle des Antikörperspiegelsvor oder zu Beginn einerSchwangerschaft nicht nötig ist.Frauen, die die Impfungen nicht belegenkönnen oder tatsächlich nichtgeimpft sind, werden 2-mal im Abstandvon 4 Wochen geimpft. Frauenmit dokumentierter einmaliger Impfungerhalten nur eine Auffrischimpfung.Keuchhusten (Pertussis)Der Infektionsschutz nach einerKeuchhusten-Infektion oder –Impfung verhält sich anders als dernach einer Rötel-Impfung. Nach 4-12Jahren verliert sich der erworbeneSchutz. Das ist der Grund, weshalbauch Erwachsene nach einer Infektionoder Impfung wieder an Keuchhustenerkranken können. Deshalbsollen alle Erwachsenen einmaliggegen Keuchhusten geimpft werden.Je höher die Impfrate und damitauch der Schutz vor einer Infektion inder Bevölkerung ist, umso unwahrscheinlicherwird die Keuchhustenerkrankungbei Säuglingen, für dieKeuchhusten lebensbedrohlich seinSeite 8kann, auftreten. Die Impfung sollbevorzugt mit einem Kombinationsimpfstoffgegen Tetanus, Diphtherieund Keuchhusten erfolgen. Auchwenn eine Impfung gegen Tetanusund/oder Diphtherie erst weniger als5 Jahre zurückliegt, kann man denImpfschutz gegen Keuchhusten ohneerhöhtes Risiko auffrischen. Insbesonderejunge Eltern sollten sich zumSchutz ihrer künftigen Kinder vorsorglichimpfen lassen, denn häufigerfolgt die Infektion von Säuglingenüber nahe Kontaktpersonen.Die STIKO hat die Impfempfehlungfür die sogenannte Schweinegrippe(neue Influenza A) zurückgezogen,weil die Impfung durch den Zurückgangund das Ausbleiben vonNeuerkrankungen nicht mehr benötigtwird.Obwohl von der Weltgesundheitsorganisationempfohlen, hat sich dieSTIKO gegen eine Impfempfehlunggegen Rotaviren in Deutschlandausgesprochen (Rotaviren verursachenheftige Magen-Darm-Infekte).Der Grund für diese Entscheidung ist© seedo / PIXELIOin der guten Behandelbarkeit derErkrankung hierzulande, dem geringerenInfektionsrisiko als in Ländernmit weniger guter Hygiene und nichtausreichenden Daten zur Impfsicherheitgegen die Rotaviren begründet.Wenn sich die Nebenwirkungsrate alssehr gering herausstellen sollte unddie Erkrankungsfälle in der Zukunftzunehmen sollten, kann es sein, dassdie Expertenrunde auch eine Empfehlungfür diese Impfung aussprechenwird.Die Impfempfehlungen gegen dieTollwut konnten dem geringen Infektionsrisikoin Deutschland angepasstwerden. Da im Jahr 2006 derletzte Tollwutfall bei einem Wildtieraufgetreten ist und Deutschland seit2008 als frei von der Wildtollwut gilt,wird die praeexpositionelle Impfung(Schutzimpfung vor einem Kontaktmit einem erkrankten Tier) aus beruflicherIndikation für Tierärzte,Jäger, Forstpersonal u. a. Personenmit Umgang mit Tieren nicht mehrgenerell empfohlen. Anders wird dieSituation bei der Fledermaustollwutbewertet, die in ganz Deutschland


vorkommt. Die STIKO empfiehlt ausdrücklichdie Impfung für Personenmit beruflichem oder sonstigem engenKontakt zu Fledermäusen.Als Patient kann man darauf vertrauen,dass in Deutschland nur Impfungenund Impfstoffe zum Einsatz kommen,die einen hohen Sicherheitsstandardhaben, verträglich sind,Erkrankungen wirkungsvoll verhindernund deren Einsatz dem Erkrankungsrisikoangepasst ist. Beimnächsten Arztbesuch sollten Sie,liebe Leser und Leserinnen, IhrenImpfausweis mitnehmen und sichüber die Komplettierung Ihres Schutzesberaten lassen.Dr. med. Andreas PfeiferFacharzt für Allgemeinmedizin57578 ElkenrothAnzeige:Anzeige:Actavis –der starke Partner im Gesundheitswesen„Wer Großartiges erreichen will, muss seine Ziele hoch stecken.“ Mit dieser Maximeist das Pharmaunternehmen Actavis vor über 10 Jahren angetreten und setzt allesdaran, dass diese Unternehmensphilosophie nach innen und außen täglich gelebtwird – angefangen von den über 10.000 Mitarbeitern weltweit bis zur Qualität derArzneimittel und des umfangreichen Services.Heute gehört Actavis mit 40 Ländervertretungen zu den sechs größten Generika-Herstellern weltweit und in Deutschlandzu den führenden Generika-Anbietern. Zu den Erfolgsschlüsseln von Actavis zählt die komplette Wertschöpfungskette fürdie Vermarktung hochwertiger Generika (patentfreie Arzneimittel) – von der Entwicklung über die Herstellung bis zumVertrieb. Diese Vorteile sichern schnelle Marktpräsenz, günstige Preise und erstklassige Qualität.Der Erfolg von Actavis Deutschland steht auf starken Säulen: Das ständig wachsende Präparateprogramm deckt die wichtigstenKrankheiten ab, besondere Schwerpunkte liegen im Bereich Herz-Kreislauf, zentralen Nervensystem, Haut- undMagen-Darm-Krankheiten. Der Bereich der apothekenpflichtigen Produkte für Selbstzahler wird kontinuierlich ausgebaut.Darüber hinaus verfügt Actavis über das größte generische Portfolio von Klinikpräparaten in Deutschland: von Lokalanästhetikaüber Antiinfektiva bis Onkologika für Krebspatienten.Damit für alle Beteiligten des Gesundheitssystems auch zukünftig die Versorgung gesichert ist und bezahlbar bleibt, stelltActavis Deutschland aktiv die Weichen: dazu gehören u.a. Rabattverträge mit einer Vielzahl von Krankenkassen, von denenbereits heute potenziell über 50 Millionen gesetzlich Versicherte profitieren.Um ein verlässlicher Partner auf lange Sicht zu sein, baut Actavisauf herausragende Qualität durch ständige Zufriedenheitsanalysenfür das Unternehmen und die Mitarbeiter sowie durch zertifizierteInnovationspreise für Produkte, Entwicklungen und Services.Damit dokumentiert Actavis vorbildlich sein Motto:Nur wer Schritt hält in der Dynamik der Veränderungen, wird auchmorgen noch erfolgreich sein.Seite 9


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Anzeigen:SUDOKUI m p r e s s u m400Herausgeber:MEDIS Westerwald GmbH & Co. KGAnschrift:57578 Elkenroth, Kreuzgartenweg 40Tel.: 02687/921622, Fax: 02687/921763Email: info@medis-ww.deInternet: www.medis-westerwald.deInstitutionskennzeichen: 330713262Amtsgericht Montabaur HRA 20327Komplementärin:Medis WW Verwaltungs GmbH,Amtsgericht Montabaur HRB 20617, StNr.:02/211/0059/1Geschäftsführer:Dr. med. Sigurd Scholl, Dr. med. Andreas Pfeifer

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