Fachbeitrag "Eile mit Weile im Gesundheitswesen"

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Fachbeitrag "Eile mit Weile im Gesundheitswesen"

JahresberichtEile mit Weileim GesundheitswesenDie Ausgestaltung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) bleibt auch weiterhinder Dauerbrenner auf der nationalen politischen Agenda. Das ist insofern verständlich,als das Thema Gesundheitswesen aussergewöhnlich komplex ist, und wegender vielen Beteiligten kaum ein Gleichgewicht der Interessen geschaffen werdenkann. Das aber wäre die Voraussetzung für tragbare Lösungen, die von allenakzeptiert werden.Hier einige Beispiele aus der Traktandenliste – ergänzt mit Stellungnahmen undEmpfehlungen der Atupri Krankenkasse.Die heutige SituationGanz zweifellos sind die Gesundheitskostenhoch und stellen vieleVersicherte und Familien mit tiefenbis mittleren Einkommen vor Budgetprobleme.Obwohl die Kostendurch die medizinische oder therapeutischeBehandlung verursachtwerden, fokussiert die Öffentlichkeitihr Augenmerk auf die (steigenden)«Krankenkassenprämien». Das verleitetdazu, den Sündenbock bei denKrankenversicherern zu suchen.Dabei geht leicht vergessen, dassdie Krankenkassen einzig für dieVerwaltungskosten direkt verantwortlichgemacht werden können.Und diese betragen im Landesdurchschnittca. 5%. Wenn alsoim Gesundheitswesen greifendeEinsparungen machbar sind, dannvor allem innerhalb der übrigen 95%der Kosten. Für diese verantwortlichsind Spitäler, Ärzteschaft, Pharmaindustrieund Apotheken sowie eineweites Feld von Leistungserbringernaus Therapie, Hilfsmittelproduktionund Komplementärmedizin vonAkupressur bis Homöopathie. Undnicht zuletzt tragen auch die Konsumentinnenund Konsumentenmit ihrer Anspruchshaltung gegenübereiner optimalen Gesundheitsversorgungzur Kostenentwicklungbei.Ein Mangel an WettbewerbDie Politik ist angehalten, unter dengrossen Kostenverursachern denWettbewerb zu stimulieren, welcherbei den Krankenversicherern ja guteFrüchte getragen hat. Der Verwal-tungskostenanteil wurde innertweniger Jahre markant gesenkt unddie Servicequalität stark angehoben.Warum den Wettbewerb also nichtauch unter den Spitälern, der Ärzteschaftoder bei den Heilmittelnfördern? Dazu einige Gedanken.Vertragsfreiheit einführen!Wie in allen Branchen, so gibt esauch in der Ärzteschaft schwarzeSchafe, die alle erdenklichen Möglichkeitenausschöpfen, um einenmaximalen Ertrag zu erwirtschaften.Diesen Kostenverursachern stehendie Krankenversicherer weitgehendwehrlos gegenüber. Mit der Vertragsfreiheitwürden sich denVersicherern gewisse Möglichkeitenfür wirkungsvolle Reaktionenbieten, wenn Preis und/oder1 3 5 7 9 11 13 15 17 19


Qualität bei einzelnen Leistungserbringernaus dem Ruder laufen.Die Grundversorgung ist durchdie Vertragsfreiheit nicht tangiert,im Gegenteil! Unter Wettbewerbsbedingungenwürde bei denLeistungserbringern die Behandlungseffizienzund Qualität steigen.Vereinfachung derSpitalfinanzierung• Heute beteiligen sich Versichererund Kantone etwa zu gleichenTeilen an den Spitalkosten deröffentlichen Spitäler. Um dieKostentransparenz zu erhöhensowie ambulante und stationäreBehandlung nach gleichen Regelnzu finanzieren und damit Voraussetzungenfür einen echten Wettbewerbzu schaffen, wäre derÜbergang zu einem Kostenträger(Monist) gegenüber den Spitälernanzustreben. Sinnvollerweise istdieser Monist der Versicherer, derdiese Funktion bereits heute imambulanten Bereich sowie bei denPrivatspitälern einnimmt. Es istjedoch sicherzustellen, dass dieKantonsgelder im System bleiben,sich also die öffentliche Handnicht von der Finanzierung zurückzieht.Dies ist der wesentlicheStreitpunkt in den aktuellen Verhandlungen.• Ein weiterer, indirekt mit derSpitalfinanzierung zusammenhängenderAspekt, ist der Bedarfan neuen, faireren Kalkulationsmodellenfür Behandlungen. FürAtupri im Vordergrund stehenvor allem kostensenkende undqualitätssteigernde Entgeltungssysteme.Die erbrachten Leistungenund nicht die angefallenenKosten sollen vergütet werden.Wünschenswert wäre ein Wechselvon Einzelleistungstarifen zuBehandlungspauschalen (z.B.Fallpauschalen).Managed Care –Vorteile guter PartnerschaftDie Krankenkassen suchen denWeg zu besserer Qualität und zurKostenreduktion auch in der engenZusammenarbeit mit den Leistungserbringern.Erfahrungen zeigen,dass Managed Care Modelle (z.B.Hausarztnetzwerke und HMO Gesundheitszentren)zur Sicherstellungeiner qualitativ hoch stehendenmedizinischen Versorgung für allebeitragen. Zudem stärken dieseModelle die Solidarität unter denVersicherten und leisten einen Beitragzur Eindämmung der Kostenentwicklung.Atupri befürwortet deshalbdie Förderung und Ausweitungder Managed Care Modelle mit Anreizcharaktersowohl für Versicherteals auch für Leistungserbringer.Die Atupri Krankenkassebringt sich einAls sehr erfolgreicher Krankenversichererhat Atupri die Erfahrung,die Glaubwürdigkeit, die Möglichkeitund die Pflicht, sich in die qualitativenund quantitativen Entwicklungenim Gesundheitswesen einzubringen.Diese Aufgabe ist auch Bestandteilunserer Unternehmensstrategie.Atupri nutzt dafür drei Kanäle. Zumeinen der Informationsaustauschund die Mitarbeit innerhalb derBranchenorganisationen santésuisseund Cosama. Weiter die Informationsvermittlungan unsere Kundinnenund Kunden mit unsererKundenzeitschrift Atupri Magazinsowie an eine breite Öffentlichkeitüber das Internet. Und schliesslichüber Plattformen wie den vorliegendenGeschäftsbericht.2 4 6 8 10 12 14 16 18 20

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