Konfliktlösung in der Ausbildung - Handwerks-Power

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Konfliktlösung in der Ausbildung - Handwerks-Power

InfosfürBetriebeWir bilden ausKONFLIKTLÖSUNG IN DER AUSBILDUNG


Wir lassen Sienicht alleine!InhaltLiebe Kolleginnen und Kollegen,bei aller Menschenkenntnis und selbst mit großen Erfahrungen in der Ausbildungjunger Menschen ist natürlich nie auszuschließen,dass es in der Ausbildung aucheinmal zu Kontroversen kommt. Natürlich – kleine Reibereien zwischen Meister undLehrling gibt es seit ausgebildet wird. Das bringt der Arbeitsalltag nun einmal mitsich. Leider kann aus kleinen Reibereien aber auch ein handfester Konflikt entstehen,wenn die Ursachen oder Missverständnisse nicht gleich beseitigt werden. Meist gibtes dann eine Reihe von Eskalationsstufen, an deren Ende es oft längst nicht mehrum die kleine Reiberei am Anfang geht.In allen Fällen gilt: Sprechen Sie mit Ihrem Lehrling. Oft hat man nur aneinandervorbeigeredet. Sagen Sie ihm aber gegebenenfalls klar und deutlich, wenn Ihnensein Verhalten nicht gefällt und Sie der Meinung sind, dass das nicht akzeptabel ist.Lassen Sie die kleine Störung erst gar nicht zum großen Streit werden. Was sonstnoch, auch bei weitergehenden, tiefgreifenden Konsequenzen zu beachten ist,vermittelt Ihnen dieser Leitfaden. Wie immer steht Ihnen die Ausbildungsberatungbzw. sogar eine spezielle Konfliktberatung Ihrer Handwerkskammer in solchenSituationen unterstützend zur Seite. Gerade in kritischen Situationen ist es wichtig,daran zu denken: Wir lassen Sie nicht allein.Mehr Kommunikation, weniger Konflikte ........................................4Typische Konfliktsituationen ............................................................6Verhalten und Fehler korrigieren .....................................................8Ermahnung und Abmahnung ............................................................9Kündigung ........................................................................................10Checkliste .........................................................................................15Landeshandwerkspräsident2 3


Das „Allheilmittel“KommunikationEntwickeln Sie sich durch KonflikteRichtig miteinander redenAuseinandersetzungen und kleinere Konflikte mit Kollegen, Mitarbeitern oderLehrlingen gehören zum Alltag in jedem Betrieb. Solche Situationen sind nichtunbedingt nur negativ zu betrachten. Sie sind nicht zu vermeiden und sollten deshalbnicht aus Bequemlichkeit verschwiegen werden. Oft bieten sie die MöglichkeitWidersprüche zur Sprache zu bringen und zu klären. Dann fällt das Miteinanderim Alltag ein Stück leichter oder Arbeitsprozesse laufen plötzlich effizienter.Der Aufwand lohnt sich in jedem Fall. Denn Konflikte stören den Betriebsablauf.Investieren Sie die Zeit in Ihren Lehrling.Viele Differenzen entstehen, weil man aneinander vorbei geredet hat. Oder weilman über vermeintlich klare Themen vollkommen unterschiedliche Ansichtenhat. Nutzen Sie am besten schon das Praktikum oder das Bewerbungsgespräch,um festzustellen, was sich der Bewerber von der Ausbildung erwartet. Stellen Sieselbst auch klar, welche Anforderungen Ihnen wichtig sind. So legen Sie denGrundstein, damit in hektischen Situationen keine Missverständnisse entstehen,die sich dann zu größeren Problemen entwickeln.Bringen Sie Differenzen zur Sprache und reden Sie offen mit dem Lehrling.Das heißt:Konflikte rechtzeitig erkennenBei Konflikten ist es wie bei einem großen Stein, der an einem Abhang ins Rutschenkommt. Am Anfang kann man ihn noch leicht aufhalten. Wenn der Steinaber schon eine Weile rollt, können Sie ihn nur noch schwer stoppen. Dann tut’sweh! Genauso ist es bei Konflikten mit Ihrem Lehrling. Abmahnungen und Kündigungsind nur der letzte Ausweg, wenn sonst nichts geholfen hat. Denn eineabgebrochene Lehre ist für beide Seiten eine Tragödie.Wenn Sie also Anzeichen einer größeren Meinungsverschiedenheit mit einemLehrling bemerken, greifen Sie gleich ein. Weisen Sie auch Ihre Mitarbeiter daraufhin, beginnende Konflikte sofort zu klären oder Ihnen davon zu erzählen.1) Kein Gespräch ohne Vorbereitung,notieren Sie sich die wichtigsten Kritikpunkte.2) Nehmen Sie sich Zeit, führen Sie das Gespräch an einem ungestörtenOrt durch und weisen Sie Ihren Lehrling darauf hin, dass das Gesprächvertraulich behandelt wird.3) Bemühen Sie sich um einen sachlichen Ton,die Person des Lehrlings ist nicht das Problem.4) Lassen Sie Ihrem Lehrling Zeit, sich zu dem Problem zu äußern.5) Finden Sie eine gemeinsame Lösung.6) Halten Sie die Lösung schriftlich fest.Beide Seiten erhalten eine Ausfertigung der erarbeiteten Zielvereinbarung.Es gibt verschiedene Theorien, die sich gut als Basis für das Führen konstruktiverGespräche eignen, z. B. das Vier-Ohren-Modell. Mehr Informationen lassen sichim Buch „Miteinander Reden“ von Friedemann Schulz von Thun nachlesen.Das „Vier-Ohren-Modell“:SelbstoffenbarungSachinhaltNachrichtBeziehungAppell4 5


Konflikte sindHerausforderungenWenn die „Chemie“ nicht stimmtWas können Sie nun tun?Situationen, in denen die „Chemie“ zwischen Ihnen und dem Lehrling nicht mehrstimmt, sind nichts Außergewöhnliches, aber eine Herausforderung für alle Beteiligten.Der meist noch jugendliche Lehrling kann sich oft nur schwer an dieBelastung der Ganztagesarbeit gewöhnen. Der Biorhythmus muss sich erst nochauf den neuen Tagesablauf einstellen. Außerdem wird er ständig mit neuen Aufgabenkonfrontiert, während für seine Umgebung vieles längst zur Routine gewordenist. Das verlangt von allen Beteiligten viel Geduld und auch die Einsicht,scheinbar unvermeidliche Konflikte als Herausforderungen zu begreifen.Hier sind einige typische Konfliktsituationen und Empfehlungen, was in solchenFällen zu tun ist.Die Leistungen in der BerufsschuleDer Klassiker! Sie haben einen guten Lehrling, der gerne und gut arbeitet. Aberseine schulischen Leistungen gefährden sein Ausbildungsziel. Als erstes gilt es,die Ursache herauszufinden, bevor Sie gemeinsam mit Ihrem Lehrling nach Lösungensuchen können:1) Reden Sie mit dem Lehrer:Gibt es Schwierigkeiten zwischen den Lehrern und Ihrem Lehrling?Hat er Probleme mit seinen Mitschülern?Hat er einfach keine Lust auf Schule?Oder besteht eine Lernschwäche?2) Finden Sie heraus, ob private Probleme das Lernen beeinträchtigen.Wenn es sich um ein rein schulisches Problem handelt, ist die Lösung einfach:Die Arbeitsagentur bietet geförderten Nachhilfeunterricht und eine sozialpädagogischeBetreuung für eine Verbesserung der schulischen Leistungen an. Beidiesem Angebot handelt es sich um die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH).Die abH sollen die Betriebe unterstützen, gravierende Schwierigkeiten in der Berufsschuleoder im privaten Umfeld des Lehrlings zu beheben, um einen Ausbildungsabbruchzu vermeiden. Die abH können bei Ihrer Agentur für Arbeit beantragtwerden. Für den Betrieb und für den Lehrling entstehen durch diesen zusätzlichenAusbildungsaufwand keinerlei Kosten.Die Leistungen im BetriebIhr Lehrling hat Probleme in der Praxis und die praktischen Leistungen stimmennicht mit den Anforderungen vom Ausbildungsrahmenplan überein?Um eine Verbesserung zu erzielen, können Sie Folgendes tun:1) Warten Sie für eine Überprüfung des Ausbildungsstands nicht biszur Zwischenprüfung. Denn diese wird heute in vielen Berufen bereitsals ein Bestandteil der Abschlussprüfung berechnet. Bewerten Siedeshalb regelmäßig die ihrem Lehrling übertragenen Aufgaben.Besprechen Sie die Resultate mit ihm.2) Nehmen Sie sich Zeit Ihren Lehrling ausführlich zu unterweisen.3) Nach Möglichkeit lassen Sie ihn Übungsaufgaben durchführen,die sich am aktuellen Berufsschulstoff orientieren.Wenn alle Stricke reißen:Die Ausbildungszeit verlängernWenn Nachhilfe (in und außerhalb vomBetrieb) und Übungsaufgaben noch nichtden gewünschten Erfolg zeigen, müssenSie unter Umständen die Notbremse ziehen:Stellen Sie gemeinsam mit dem Lehrlingeinen Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit.Dazu setzen Sie sich einfachmit Ihrer Handwerkskammer in Verbindung.Dort erfahren Sie genau, was zu tun ist.6 7


Fehlverhaltenist änderbarDie KonsequenzenDie Gewinnerstrategie:Regeln erklären und gleichzeitig motivierenNeben Leistungsschwächen in Schule oder Betrieb gibt es auch das Thema„Fehlverhalten im Betrieb“. Hier sollten Sie ebenfalls als erstes das Gespräch mitdem Lehrling suchen. Weisen Sie ihn klar und deutlich auf das Fehlverhalten hin.Erklären Sie dem Lehrling noch einmal die „Spielregeln“ in Ihrem Betrieb. SagenSie dabei auch deutlich, dass Sie ein Fehlverhalten in Ihrem Betrieb nicht dulden.Bei Unstimmigkeiten mit einem minderjährigen Lehrling sollten in das klärendeGespräch nach Möglichkeit auch die Eltern eingebunden werden. Kennen Sie diefamiliären Verhältnisse des Lehrlings? Diese erklären oft das bemängelte Verhalten.Die Ausbildungsberatung der Handwerkskammer steht in solchen Fällenebenfalls mit Rat und Tat zur Verfügung.Zeigen Sie dem Lehrling aber auch Ihre Wertschätzung. Motivieren Sie ihn. GebenSie ihm zu verstehen, dass er eine wichtige Rolle im Betrieb spielt, dass er „gemocht“wird. Und fragen Sie nach: Was ist der Grund für das Verhalten? Hat ersich in letzter Zeit verändert? Gibt es möglicherweise Gründe im privaten Umfeld?Je nach Reaktion des betreffenden Lehrlings ist gegebenenfalls eine Steigerungder Konsequenzen zu empfehlen. Oft führt bereits eine einfache Ermahnung zumgewünschten Erfolg. Denken Sie bitte daran, dass der Betrieb in seiner Vorbildfunktioneine wichtige Rolle für das Verhalten des Lehrlings spielt. Geben SieIhrem Lehrling Zeit, sich wieder in den Griff zu bekommen.Arbeitsrechtliche MaßnahmenDie arbeitsrechtlichen Maßnahmen wie Abmahnung und Kündigung sind keinerichtigen Lösungen. Sie sind nur Notausstiege, wenn Gespräche und andere Gegenmaßnahmenkeine Wirkung gezeigt haben. Vor allem bei einer Kündigungverlieren beide Seiten. Der Lehrling verliert eine Perspektive und Sie einen Mitarbeiter,der Ihrem Unternehmen voll ausgebildet den Ertrag für Ihre Investitionenerbracht hätte. Für die weiterführenden Konsequenzen bei einem Fehlverhaltendes Lehrlings existiert ein dreistufiges Konzept: Ermahnung, Abmahnung undKündigung. Dieses Konzept soll beiden Seiten die Möglichkeit geben, wieder zueinanderzu finden und den Konflikt für ein verbessertes gegenseitiges Verständniszu nutzen. In jedem Fall sollten Sie zur Unterstützung die AusbildungsberatungIhrer HWK kontaktieren.ErmahnungBeginnen Sie mit einer Ermahnung, in der Sie klar machen, dass Sie das Verhaltennicht länger dulden. Erst wenn das nicht hilft, sollten Sie überlegen, ersteformelle Schritte in Richtung Kündigung einzuleiten. Denken Sie an Abmahnungund Kündigung wirklich erst, wenn alle Stricke reißen; wenn Sie glauben, dassIhnen wirklich nur noch ein Notfallschirm helfen kann. Zu den juristischen Konsequenzenvon Abmahnungen und Kündigung informiert Sie Ihre Handwerkskammer.Anregungen zum Umgang mit Konflikten finden Sie auch im Internetunter www.ziellauf.de, einer Initiative zur Steigerung von Konfliktlösungskompetenzenim Handwerk.Zu den juristischen Konsequenzen vonAbmahnungen und Kündigung informiert SieIhre Handwerkskammer.Anregungen zum Umgang mit Konflikten findenSie auch im Internet unter www.ziellauf.de,einer Initiative zur Steigerung vonKonfliktlösungskompetenzen im Handwerk.Eine korrekte Abmahnung mussfolgende Punkte enthalten:● die Bezeichnung „Abmahnung“,● die genaue Benennung des gerügtenFehlverhaltens (mit Datum),● die unmissverständliche Aufforderung,dieses Verhalten zukünftig zu unterlassen,● die eindeutige Androhung der Folgen(hier Kündigung aus wichtigem Grund),falls sich das Fehlverhalten wiederholt.AbmahnungIst eine Abmahnung tatsächlich unvermeidlich, sollten Sie sich zuvor von einemAusbildungsberater Ihrer Handwerkskammer beraten lassen. Eine Abmahnungist die letzte Aufforderung zum Unterlassen des Fehlverhaltens und nur dannangebracht, wenn eine wirklich schwerwiegende Pflichtverletzung vorliegt – etwaunentschuldigte Fehlzeiten in der Berufsschule. Die Annahme sollte von dem Lehrlingbestätigt werden. Bei minderjährigen Lehrlingen muss die Abmahnung auchgegenüber den gesetzlichen Vertretern ausgesprochen werden. Im Gegensatzzur Kündigung gibt es bei der Abmahnung keine einzuhaltende Frist. Pädagogischwirksamer ist eine Abmahnung, die kurz nach dem Abmahnungsgrund erfolgt.8 9


Zum SchlussAllgemeines zur KündigungHat auch die zweite Abmahnung zum gleichen Verhaltensverstoß keine Besserunggebracht, so bleibt nur noch die Kündigung.Eine Kündigung aus wichtigem Grund muss schriftlich erfolgen. Neben der Aufzählungder Abmahnungszeitpunkte und -gründe müssen die Gründe für die Kündigungklar genannt werden. Ein wichtiger Grund ist nur dann gegeben, wenn nachAbwägen aller Umstände und Interessen die Fortsetzung des Ausbildungsverhältnissesnicht länger zuzumuten ist.Das gilt sowohl für ein fortgesetztes vertragswidriges Verhalten trotz Abmahnungals auch für Straftaten wie Diebstahl, Körperverletzung und Gewaltandrohung.Bei Straftaten ist eine Kündigung aus wichtigem Grund auch ohne vorausgehendeAbmahnung möglich.Kündigung in der ProbezeitDie Kündigung in der Probezeit kann ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist undohne Angabe von Gründen geschehen. Wichtig ist aber, dass dies schriftlich geschieht.Ausgenommen von dieser vereinfachten Kündigung sind Lehrlinge, diewährend der Probezeit schwanger werden oder deren Schwangerschaft beimAntritt der Ausbildung nicht bekannt war.Bei Widerspruch gegen die KündigungBei einem Widerspruch des betroffenen Lehrlings gegen die Kündigung gibt esnoch eine letzte Chance, eine Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht zu vermeiden:die Anrufung des Ausschusses für Lehrlingsstreitigkeiten (Schlichtungsausschuss).Das muss aber innerhalb von drei Wochen nach Kenntnisnahme derKündigung erfolgen.Vor dem gerichtlichen Kammertermingibt es noch einen Gütetermin,bei dem die Möglichkeiteiner gütlichen Einigung nachwie vor besteht.Da Kündigungsschreibenjuristische Konsequenzenbeinhalten, sollten Sie sichbei Fragen an die AusbildungsberatungIhrer Handwerkskammerwenden.Je länger ein Ausbildungsverhältnis besteht, umso strenger werden die Anforderungender Arbeitsgerichte an eine Kündigung sein. Der Kündigungsgrundoder der Zeitpunkt, an dem Sie den Kündigungsgrund erfahren haben, darf nichtlänger als 14 Tage zurückliegen. Bei minderjährigen Lehrlingen muss die Kündigungauch gegenüber den gesetzlichen Vertretern ausgesprochen werden. DaKündigungsschreiben juristische Konsequenzen beinhalten, sollten Sie sich beiFragen an die Ausbildungsberatung Ihrer Handwerkskammer wenden.Der Erhalt der Kündigung sollte bestätigt werden. Als rechtsverbindlich gilt derquittierte Empfang einer Kündigung, die per Einschreiben mit Rückschein zugestelltwurde.Ein solcher Ausschuss kann bei der zuständigen Innung oder der Kreishandwerkerschafteingerichtet sein. Erkundigen Sie sich am besten bei der Handwerkskammeroder der Innung nach einem Termin. Hier wird mit den Beteiligten einVerfahren durchgeführt, das zu einem Schlichtungsspruch oder Vergleich führt.Der Spruch wird rechtskräftig, wenn keine Partei dagegen Widerspruch einlegt.Bei einem fristgemäßen Widerspruch gegen den Schlichterspruch oder den Vergleichwird der Gang zum Arbeitsgericht in den folgenden 14 Tagen unvermeidlich.10 11


Berufsstart und Konflikte –Tipps der IKK classicA wie ausbildungsfremde Arbeitenbis Z wie ständiges ZuspätkommenMorgens früh aufstehen, sich auf den Tag vorbereiten und mehrere Stunden langkörperlich arbeiten – für viele Auszubildende im Handwerk ist solch ein Tagesablaufgerade zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Zusätzlich müssen sie sich im neuenTeam und im Beruf selbst erst einmal zurechtfinden. Da sind Konflikte vorprogrammiert– das Potenzial reicht von A wie ausbildungsfremde Arbeiten bis Z wieständiges Zuspätkommen.Kommunikation – immer der bessere WegErfahrene Ausbilder kennen das und bleiben gelassen: In den meisten Fällen helfenpersönliche Gespräche, in denen gemeinsam konkrete Vereinbarungen getroffenwerden. Ein guter Ausbilder bemüht sich um Objektivität und Gerechtigkeitgegenüber den Lernenden. Wichtig ist seine Kommunikationsfähigkeit: Dennneben den Lerninhalten vermittelt er die konkreten Anforderungen des Betriebs,wie zum Beispiel Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Selbstorganisation, Eigenverantwortungund spürbare Leistungsmotivation.Kurz: Ein kompetenter Ausbilder fördert und fordert seine Azubis – und bindetsie so an das Unternehmen. Wöchentliche Gespräche helfen, sich über Kritik,Wünsche und Fragen auszutauschen, Lernschwächen rechtzeitig zu erkennenund ihnen entgegen zu arbeiten.Passen Betrieb und Azubi zusammen?Wer sich vorher genau überlegt, was er von seinem neuen Azubi erwartet, aberauch, was am eigenen Betrieb und dem speziellen Ausbildungsberuf für Bewerberinteressant ist, hat es bei der Auswahl leichter und wird später seltener enttäuscht.Je besser Azubi und Betrieb zueinander passen, desto eher bleibt der Nachwuchsim Unternehmen und desto konfliktfreier verläuft die Zusammenarbeit.Ganz wichtig für die Jugendlichen: Die Möglichkeit, nach der Ausbildung übernommenzu werden. Zahlreiche Überstunden, ungerechte Behandlung und dasGefühl, eine billige Arbeitskraft zu sein, sind für Auszubildende hingegen dasgrößte Manko von Ausbildungsbetrieben.Motivation ist das A und O der AusbildungDas Verhältnis des Auszubildenden zum Betrieb hängt in hohem Maße von denEindrücken der ersten Tage ab. Zeigen Sie dem Auszubildenden, dass er im Betriebwillkommen ist! Um Unsicherheiten zu begegnen, geben Sie ihm bereits vorAusbildungsbeginn eine Checkliste mit den wichtigsten Formalitäten an dieHand. Die persönliche Begrüßung, ein ausführlicher Rundgang durch den Betrieb,bei dem alle Einrichtungen erklärt werden und die Vorstellung der wichtigstenKollegen und Ansprechpartner schaffen die Basis für ein gutes Verhältnis. DerAuszubildende startet mit viel Elan, motivieren Sie ihn durch erste Unterweisungenund Aufgaben.Die IKK classic hilftUnter unserer kostenlosen Service-Hotlinefür Arbeitgeber 0 800 0 45 54 00 oder injeder unserer 89 IKK-Geschäftsstellen inBaden-Württemberg beraten wir Sie gernezu unseren Leistungen und Services odervereinbaren einen individuellen Beratungsterminmit einem Firmenkundenberater.Probleme erkennen – Probleme bewältigenDoch manchmal offenbaren Konflikte zwischen Azubi und Betrieb auch grundlegendeProbleme, die sich nicht mit Gesprächen und Vereinbarungen lösen lassen.Dann stellt sich die Frage: Passen Azubi und Betrieb tatsächlich zusammen?Und – falls der Betrieb bereits mehrfach an diesen Punkt gelangt ist: Wurde imVorfeld genug darüber nachgedacht, wie das eigene Anforderungsprofil aussiehtund ob ein Bewerber diesem überhaupt entspricht?1213


Die IKK classichilftChecklisteKonflikte vermeidenKonflikte lösenEin Patentrezept gegen Konflikte gibt es nicht und das braucht auch niemand.Denn jedes Ding hat bekanntlich zwei Seiten – betrachten Sie Ihren Standpunktauch einmal aus dem Blickwinkel Ihres Gegenübers. Hilfe von außen kann dabeisehr hilfreich sein. Fragen Sie bei Ihrer IKK classic nach Seminarangeboten!Manchmal offenbart das Gespräch mit einem Azubi auch grundlegende organisatorischeMängel im Betrieb, an die sich „altgediente“ Mitarbeiter längst gewöhnthaben. Nehmen Sie Stress und andere gesundheitliche Belastungen nichteinfach hin: Nutzen Sie unsere Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung.Sie helfen Ihnen dabei, Ihren Betrieb auch in hektischen Zeiten fit zu halten.Die IKK classic ermittelt die speziellen gesundheitlichen Belastungen im Betriebund bietet darauf aufbauende Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an.Auch bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden unterstützt Siedie IKK classic mit zahlreichen Angeboten wie der IKK Azubibörse(www.ikk-classic.de/azubiboerse) oder speziellen Arbeitgeberseminaren.Hilfe beim Berufseinstieg bietet das kostenlose IKK Azubi-Paket.Konflikte erkennen➔ Sprechen Sie schon beim Bewerbungsgesprächdie Erwartungen des Bewerbers und Ihreeigenen offen an.➔ Versuchen Sie, Konflikte frühzeitigzu erkennen.➔ Überlegen Sie bei Differenzen, welche Lösungenfür beide Seiten von Vorteil sind.Konflikte bearbeiten➔ Bleiben Sie sachlich. Nicht der Lehrlingals Person ist das Problem.➔ Betreiben Sie Ursachenforschung beischlechten Leistungen in der Schule oderim Betrieb:● Sprechen Sie mit dem Lehrling und den Eltern.● Reden Sie mit dem Lehrer.● Bei fortgesetzt schlechten schulischenLeistungen greifen Sie auf die „AusbildungsbegleitendenHilfen“ der Bundesagenturfür Arbeit zurück.● Stellen Sie gezielt Übungsaufgaben.➔ Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Lehrling einenAntrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit,wenn die Leistungen nicht besser werden.➔ Bei geringfügigem Fehlverhalten im Betriebhilft häufig ein Gespräch mit Lehrling und Eltern.Geben Sie dem Lehrling ein bisschen Zeit,sich in den Griff zu bekommen.Konflikte lösen➔ Bei fortgesetztem Fehlverhalten sprechenSie eine Ermahnung aus – am besten auchschriftlich.➔ Setzen Sie sich bei beabsichtigter Kündigungmit den Konfliktspezialisten Ihrer Handwerkskammerin Verbindung.➔ Eine inhaltliche korrekte Abmahnung istder erste formelle Schritt zur Kündigung.➔ Denken Sie daran: Eine Kündigungist keine richtige Lösung sondern nurein Notausstieg.➔ Legt der Lehrling Widerspruch gegen dieKündigung ein, kann die außergerichtlicheEinigung vor dem Schlichtungsausschussbei der Handwerkskammer helfen.1415


Bismarckallee 6 • 79098 FreiburgTelefon 0 761/218 00-220 • Fax 0 761/218 00-333ausbildung@hwk-freiburg.dewww.hwk-freiburg.deB 1, 1-2 • 68159 MannheimTelefon 0 621/1 80 02-137 • Fax 0 621/1 80 02-139info@hwk-mannheim.dewww.hwk-mannheim.deAllee 76 • 74072 HeilbronnTelefon 0 71 31/791-0 • Fax 0 71 31/791-200info@hwk-heilbronn.dewww.hwk-heilbronn.deHindenburgstraße 58 • 72762 ReutlingenTelefon 0 71 21/24 12-260 • Fax 0 71 21/24 12-426ausbildung@hwk-reutlingen.dewww.hwk-reutlingen.deWebersteig 3 • 78462 KonstanzTelefon 0 75 31/2 05-341 • Fax 0 75 31/205 6341info@hwk-konstanz.dewww.hwk-konstanz.deTeam BerufsorientierungHeilbronner Straße 43 • 70191 StuttgartTelefon 0 711/16 57-256 • Fax 0 711/16 57-839berufsorientierung@hwk-stuttgart.dewww.hwk-stuttgart.de/schueler.htmFriedrichsplatz 4-5 • 76133 KarlsruheTelefon 0 721/16 00-0 • Fax 0 721/16 00-199info@hwk-karlsruhe.dewww.hwk-karlsruhe.deOlgastraße 72 • 89073 UlmTelefon 0 731/14 25-0 • Fax 0 731/14 25-515info@hk-ulm.de • www.hk-ulm.deTräger der Informations kam pagne „www.handwerks-power.de“und als Vertreter der Ba den-Württembergischen Hand werks -kammern verantwortlich für den Inhalt:Unterstützt von:Baden-WürttembergischerHandwerkstag e. V.Heilbronner Straße 4370191 StuttgartTelefon 0 711/26 37 09-0Fax 0 711/26 37 09-100info@handwerk-bw.dewww.handwerk-bw.de

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