Fluch und Segen - prb.at

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„Ich könnte mir nieternden Motorrad durcNaturgenießer Clemenssek ist Polystyrolgranulat kein Fremdwort,für ihn gehört es zum Alltag. Seit 2001zeichnet er für alle Agenden der GPH,der Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum, verantwortlich und vertrittin dieser Funktion die österreichische StyporträtFluch und SegenPrivat liebt er das Tanzen und Bergwandern, beruflichgilt seine Leidenschaft Dämmstoffen. Dr. Clemens Demacsekvertritt als Chef der GPH alle Styropor-Hersteller und-Rohstofflieferanten Österreichs und sorgt für ein gutes EPS-Klima.Expandiertes Polystyrol ist für einenGroßteil der Bevölkerungein rein technischer Begriff. DieBezeichnung „Styropor“ dagegenist die allgemein bekannte Bezeichnungfür EPS. Für Dr. Clemens Demac-ropor-Industrie. „Für unsere Mitgliederbin ich Sprachrohr gegenüber der Öffentlichkeitund den Behörden,“ erzählt derGPH-Chef, der das Interview mit einerkurzen Vorstellung seines Büros eröffnet.„Vor Jahren lebte Frank Stronach in diesenRäumen. Vieles erinnert noch an ihn.Wir haben die Einrichtung zum Großteilerhalten, ihr aber teils völlig neue Aufgabenzugeteilt. Stronachs Badewanne dientjetzt zB als Unterbau für die Küchenkästen,“meint er schmunzelnd und brühteinen Kaffee auf der neuen Espressomaschine.Koffein kann Clemens Demacsekbrauchen, er ist alleiniger Vertreter derGPH. „Ich habe zwar einige Helfer imHintergrund, ansonsten ist das Ganze ei-36 Report 4|2010


porträtvorstellen, mit einem laut knathdie Natur zu fahren,“ sagtDemacsek.ne One-Man-Show. Dazu gehören Pressearbeit,organisatorische Tätigkeiten, dieMitarbeit in Normenausschüssen undEPS-Prüfungen. Die GPH organisiertlaufend Veranstaltungen, etwa die Fachveranstaltung»Schritte in die Zukunft«,“erzählt der GPH-Chef aus seinem Büroalltag.17 Normen-Ausschüsse, ua zu denThemen Bauprodukte, Wärme-, BrandundUmweltschutz verlangen ebenfallsseinen Input. Güteschutz ist einer derGPH-Schwerpunkte. Daher prüft derTechniker den gesamten österreichischenEPS-Dämmstoffmarkt hinsichtlich derwesentlichen Produkteigenschaften, insbesondereDruck- und Zugfestigkeit derPlatten.Gut Ding braucht manchmal Weile„Von der Arbeitsweise her bin ich einTüftler, das ist Fluch und Segen zugleich.Fluch, weil damit ein enormerZeitaufwand verbunden ist, Segen, weildie Projekte, die über mich laufen, bisins letzte Detail ausgefeilt sind,“ betontder Perfektionist und blickt gedankenvollaus dem Fenster seines Büros. „Im Fassadenbauwerden jährlich 10 Mio m² EPSverwendet. Potential zu einer Steigerunggibt es noch.“ EPS hat einen vielfältigenAnwendungsbereich, etwa bei Fassaden,für Böden und Decken, im Perimeterbereich,auf Steil- und Flachdächern oderals Geofoam (für den Straßenbau). Eineoptimale Dämmung ist eine Art Versicherung.Hat man ein Gebäude, daspraktisch keine Heizenergie benötigt,kann man ruhiger schlafen.Früh übt sich...„Mein Interesse für die Technik gehtweit zurück. Mein Vater war im Straßenbautätig. Bereits als Kind war ich aufvielen Baustellen unterwegs, als dreijährigerbin ich schon auf Straßenwalzenmitgefahren,“ erzählt der GPH-Chef.„Ich bin Techniker vom Scheitel bis zurSohle. Über das Bauingenieurstudium ander TU Wien habe ich nicht lange nachdenkenmüssen. Danach war ClemensDemacsek Universitäts-Assistent, währenddieser Zeit erwarb er das Doktorat.Dann bin ich beim OIB gelandet, demösterreichischen Institut für Bautechnik.Einen Schwerpunkt meiner Tätigkeitbildete der Energieausweis. Ich bin Begründerdieser Urkunde und habe den1. harmonisierten Energieausweis Österreichserstellt. Dieser wurde Musterfür alle Bundesländer, erzählt Demacsekstolz. Über das Energieausweisprojektbin ich auf die GPH aufmerksam geworden.Man stellt immer wieder fest,das ganze Leben hängt von Zufällen ab,sinniert er. Zufall war es auch, dass dieGPH an seinem 1. Arbeitstag das 25-Jahr-Jubiläum gefeiert hat. „Oder war esein Zeichen?“, schmunzelt Demacsek.Kein Zufall sind für den Techniker diezahlreichen Vorteile von EPS. „Styroporwird nicht ohne Grund als Perle unterden Kunststoffen bezeichnet. Es ist extremleicht, aber hoch belastbar, dämmtbestens, wird ressourcenschonend mitwenig Energieaufwand produziert undrecycliertes Material kann als Zuschlagstoffin gebundenen EPS-Schüttungenverwendet werden. Styropor verträgt sichalso entgegen aller Vorurteile bestens mitder Umwelt. Natur ist dem Bauingenieursehr wichtig. "Sie fasziniert mich,diese Liebe kam mit dem Wandern. Ichliebe Almlandschaften. Techniker zusein, schließt das Interesse für den Naturbereichnicht aus." Das Flair der Bergehat er längst zu sich nach Hause geholt."Auf einem Familiengrundstück habe ichein sehr üppiges Alpinum angelegt, einenSteingarten mit Schwerpunkt Alpenflora,“bekennt Demacsek.Grün ist auch seine Wohnung in Wien-Mauer mit einer großen Dachterrasse, aufder Palmen, Schilf und Bananenpflanzengedeihen. „Ich bin ein Naturgenießer,liebe die Ruhe und das Beobachten vonTieren. Ich könnte mir nie vorstellen miteinem laut knatternden Motorrad durchdie Natur zu fahren. Aug in Aug miteinem Hirsch, das ist Natur,“ betont derWanderfan überzeugt. „Wenn ich einenBerg raufgehe, ist das ein spielerischerSport. Man ist von der Natur so gefesselt,dass man die Anstrengungen gar nichtwahrnimmt. Mir taugt das.“Zum Ausgleich Tanzbein schwingenZum Abschluss erzählt der 46jährigevon einem weiteren Hobby – dem Tanzen.„Tanzen begleitet mich seit fast dreiJahrzehnten. Bei Balleröffnungen treteich als aktiver Tänzer oder tänzerischerLeiter auf,“ erzählt Demacsek. „DenWiener Opernball in New York habeich schon dreimal eröffnet. Aber ich warauch auf Bällen in Tokio, Prag, Budapest,London und Athen. Tanzen ist meineLeidenschaft, mir ist Harmonie wichtig."Die gibt es beim Tanzen ebenso wiein der Natur. Da kann man Kraft tanken.Und die benötigt der GPH-Chef auchnoch in nächster Zeit.Auf europäischer Ebene ist eine Umwelt-Produktdeklarationgeplant. Nebentechnischen Parametern sollen auch ökologischeangegeben werden. Da wartetnoch viel Arbeit, ebenso wie beim österreichischenEPS-Verband, wirft derDämmstoffprofi einen Blick in die Zukunftund reiht die Polystyrolgranulat-Muster zurück in die Schauvitrine. rReport 4|2010 37

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