Winter | Hiver 2012 | 65 - Mountain Wilderness Schweiz

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Winter | Hiver 2012 | 65 - Mountain Wilderness Schweiz

Winter | Hiver 2012 | 65Wintersport:Das grosseAufrüstenOlympi-Ade?ErneuterVersuch inGraubündenTout n’est pasbon dans lecanon . . .


Editorial 2 _ 3Alpine Mobilmachungvon Pierre Mollet,VorstandsmitgliedDie Skigebiete in den Alpen machenmobil, wie immer um diese Jahreszeit. IhrFeldzug richtet sich gegen Launen deralpinen Natur wie Schneemangel oder Kälte.Diese müssen unter Kontrolle sein, sobaldMitte Dezember die ersten Vertreterder modernen Spassgesellschaft eintreffen.Kunstschnee, beheizte Sesselliftsitzeund Heizpilze an der Schneebar sind dieWaffen in diesem Feldzug, und sie sind nicht verhandelbar.Schliesslich muss Umsatz erzielt, müssen Arbeitsplätze erhaltenund damit Wohlstand geschaffen werden. Es heisst, dasswirtschaftlich auf dem Abstellgleis lande, wer nicht «Fun4U»anbieten könne.Wohlstand kann man nicht generieren, ohne Ressourcen zuverbrauchen. Sind diese Ressourcen begrenzt, hat das Wachstumvon Umsatz und Wohlstand zwangsläufig ebenfalls Grenzen, essei denn, man beschafft sich die Ressourcen anderswo. Zu welchgrotesken Auswüchsen das führen kann, zeigte ein Fall in denfranzösischen Alpen. Dort wurde zuerst mit dem Wasserverbrauchfür Hunderte von Schneekanonen ein ganzes Tal sozusagentrockengelegt. Anschliessend karrte man mit Tanklastwagen wochenlangTrinkwasser aus anderen Regionen herbei, um dieKanonen zu füttern!Noch gibt es in den Schweizer Alpen grosse Gebiete, die vonsolch grössenwahnsinnigen Tourismus-Projekten verschont gebliebensind. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass die Zukunftdes Tourismus in den Alpen wasser- und energieschonend seinmuss. Denn dass sich damit Geld verdienen lässt – zwarvielleicht weniger, dafür dauerhafter – beweist zum Beispiel daskleine Bündner Skigebiet Tenna, welches zwar ohne Schneekanonen,dafür mit Solarstrom auskommt – und weitereauf Seite 7.Wintersport:Höher, grösser,schöner…? Skigebiete imErschliessungsrauschSeite 4Olympi-Ade?Gegner über die OlympischenWinterspiele 2022Seite 8Neige artificielTout n’est pas bondans le canonpage 18wildernews erscheint zweimal jährlich. Geht an die Mitglieder und SpenderInnen von mountain wilderness schweiz_ HERAUSGEBER mountain wilderness schweiz, Sandrainstrasse 3, 3007 Bern, T 031 372 30 00,info@mountainwilderness.ch _ REDAKTION Martin Kempf _ GESTALTUNG grafikwerkstatt upart, Bern_ ÜBERSETZUNG Bertrand Semelet _ AUFLAGE 5 000 Exemplare _ TITELFOTO Winter auf Teufel komm raus?Schneekanonen im Martinisommer 2012 am Oberalppass, Foto Rolf Hangartner _ Foto links Blick von derFinsteraarhornhütte auf den Fieschergletscher, im Hintergrund das Gross Wannenhorn, © Foto: Nicolas Fojtu


Wintersport4 _ 5Höher, grösser, schöner…?Skigebiete im ErschliessungsrauschSkigebietserschliessungenTexte: Samuel Kreuzer undKatharina ConradinFotos: Katharina ConradinSchon 1979 wurde in der Schweiz beschlossen, keine neuenSkigebiete mehr zu bauen. Doch (aus)bauen lässt sich auch, indemman bestehende Gebiete verbindet. Oft betrifft dies diebesonders sensiblen Hochgebirgsräume.Auch wenn der Schweizer Seilbahnverband auf seiner Webseitefesthält, dass in der Schweiz seit den 80er-Jahren «keine neuen, vorherunberührten Regionen mehr mit Transportanlagen erschlossenwerden» – die Realität sieht anders aus. Noch schlummern HunderteProjekte in den Schubladen der Skigebietsbetreiber, ihre Realisationwird oft mit öffentlichen Geldern unterstützt. Zwischen 1993 und 2001steuerte die öffentliche Hand bei Erschliessungen und Ausbautenvon 13 Skigebieten rund 44 Millionen Franken bei. Dank diesenInvestitionen können die Bahnen ihre Kapazitäten erhöhen, obwohldie Skifahrerzahlen in der Schweiz seit Jahren stagnieren. mountainwilderness schweiz verfolgt diese Entwicklungen kritisch.In Andermatt engagieren wir uns mit anderen Umweltverbändenfür eine Redimensionierung der Pläne. In Arosa schauen wir genauhin. In Saas-Fee bleiben wir wachsam, bis die Projekte aufgelegt werden.Und in Tenna freuen wir uns mit, dass es auch anders geht!Obwohl das Matterhorn von Norden schöner ist – Zermatt willRichtung Süden erweitern.Feechopf – Walliser GipfelträumeDie Walliser planen, auf dem Feechopf (3888 Meter) oberhalb Saas-Fee die höchste Aussichtsplattform Europas zu bauen. Wichtig scheint,dass die Aussichtsplattform auf dem Zermatter Klein Matterhorn mit3883 Metern fünf Meter tiefer liegt. Mit der Plattform will man demGast ein atemberaubendes Panorama bieten. Dass dafür vielleicht denGästen auf den umliegenden Gipfeln vor lauter Masten und technischenInstallationen der Atem stockt, scheint nicht zu interessieren.Doch vielleicht bleibt es bei den Plänen. Vor fast 40 Jahren hattesich der Bundesrat gegen einen Ausbau des Feechopfs ausgesprochen,aus Gründen des «allgemeinen Landesinteresses, den Charakterdes Hochgebirges als der letzten von der Technik noch nicht beeinträchtigenLandschaft unbedingt zu erhalten». Im Hinblick darauf,was seit 1973 in den Alpen alles gebaut wurde, ist es umso dringlicher,die letzten unbeeinträchtigten Landschaften zu erhalten.Andermatt – Grandiose DimensionenZwischen Andermatt und Sedrun soll bekanntlich eine Skigebietsverbindungerstellt werden, damit in Zukunft den Gästen in Sawiris’Luxus-Resort ein Top-Skigebiet zur Verfügung steht. Denn dasStaatssekretariat für Wirtschaft SECO stellt fest, dass ein «attraktivesSkigebiet für den Erfolg eines Wintersportortes entscheidend ist».


Oben: Eine Aussichtsplattform auf dem Feechopf (mitte)bei Saas-Fee soll dieses einmalige Panorama «zieren».Unten: Durch das pittoreske Fellital ist eine Skipiste geplant.Die Spuren werden auch im Sommer sichtbar sein.


Wintersport6 _ 7Das Urdental trennt heute die beiden Skigebiete Lenzerheideund Arosa.© Andrea BianchiOb sich die Gäste durch eine Verbindung, die zum Grossteil aussteilen roten oder schwarzen Pisten besteht, tatsächlich locken lassen,sei dahingestellt. Tatsache ist, dass der Businessplan nur aufgeht,wenn Andermatt dereinst in die Top 10 der Schweizer Skigebiete aufsteigtund jährlich 800 000 Skifahrertage erreicht. Dass dieseRechnung aufgeht, bezweifeln sogar renommierte Wirtschaftshochschulenwie St. Gallen oder Luzern – auch wenn auf Bundesebenediskutiert wird, das Gebiet mit bis zu 40 Millionen Franken Steuergeldernzu unterstützen. Ob es sich tatsächlich lohnt, zu diesem Preisein einmaliges Hochtal mit rund 30 neuen Pisten zuzupflastern?Zermatt – Grösser, weiter – ab in den Süden!Das mögen sich die Verantwortlichen der Zermatt Bergbahnengedacht haben. Wieso nicht das rund 350 Pistenkilometer grosseSkigebiet noch etwas erweitern? Zermatt selbst hat kaum mehrErweiterungsmöglichkeiten. Eine Zusammenarbeit mit Saas-Fee wirdaus strategischen Gründen abgelehnt. Wie kann man trotzdemwachsen? Die Idee sieht vor, die Skigebiete von Zermatt und Cerviniamit dem südlich gelegenen Aostatal zu verbinden. Genauer gesagt,mit dem Skigebiet «Monterosa Ski», dem die drei Täler Gressoney,Ayas und Sesia angehören. Das sind 180 km Pisten, 170 km davonsind künstlich beschneit mit rund 780 000 m 3 Schnee pro Wintersaison,wie die Betreiber erklären. Konkret möchte man die drei Täler,die unterhalb des Monte-Rosa-Massivs liegen, mit Zermatt verbinden.Mit dieser Vernetzung würde das Skigebiet auf rund 650 Pistenkilometeranwachsen, womit man in der obersten Liga mit dem Skigebiet«Portes du Soleil» im schweizerisch-französischen Grenzgebietmitspielen könnte. Der finanzielle Aufwand für die Erweiterungwird auf 30 bis 35 Millionen Franken geschätzt – ein Klacksalso im Vergleich zu den geschätzten 130 bis 230 Millionen Frankenfür die Verbindung von Andermatt und Sedrun.Arosa-Lenzerheide: Zurück in die ZukunftMit der geplanten Verbindung der Skigebiete Arosa und Lenzerheideerhoffen sich die Bahnbetreiber 100 000 Mehreintritte pro Jahr.Dies entspricht den Besucherzahlen der Jahrtausendwende; damals,als alles noch ein wenig einfacher war – denn seit 1992 sind die Logiernächteauf der Lenzerheide um 28 % und die Skifahrer-tage um 20 %zurückgegangen. Was seit den Siebzigerjahren zur Diskussion stehtund vor rund drei Jahren von der Bevölkerung abgelehnt wurde, istnun wieder aktuell. Das Skigebiet Lenzerheide ist heute eigentlich zugross, verglichen mit der Anzahl Hotelbetten. Daher will man fusionierenund von der Bettenkapazität von Arosa profitieren. So würdenzum Beispiel die Bahnen der Lenzerheide an Wochentagen durchFeriengäste aus Arosa besser ausgelastet.


Durch den Zusammenschluss grösser werden heisst, 225 Pistenkilometeranbieten zu können und in den Top 10 der Schweizer Skigebietemitzuspielen. Ob die Vergrösserung allein tatsächlich denerwünschten Aufschwung bringt und ob sie nachhaltig ist, wird tatsächlicherst die Zukunft zeigen.Sudelfeld (D) – Besudelte Landschaft?Aus einer Pressemitteilung des Ski-Paradieses Sudelfeld: «Es wirdwärmer. Die Faktenlage der Klimaforscher ist eindeutig; die könnenselbst wir als Skigebietsbetreiber nicht länger wegdiskutieren,ohne gleich als ignorant zu gelten. Also sehen wir den Tatsachenins Auge. Wenn der Schnee nicht mehr vom Himmel fällt,muss die Technik helfen: Schneekanonen, kilometerlangeWasserleitungen, riesige Speicherseen. Die Frage, ob diesumweltpolitisch vernünftig ist, lassen wir dabei unbeantwortetund fragen stattdessen: Ist es für uns gewinnbringend? Und erfreulicherweiselautet die Antwort hierauf: JA! Schliesslich subventioniertuns der Staat und dem genügt es offensichtlich, wenn wir wortgewandtwie eh und je die hierdurch entstehenden Schäden an derNatur banalisieren – das wiederum ist unsere geringste Sorge.Sprechen wir bei unserem Vorhaben also eher von einer «naturnahenAnpassungsmassnahme, um eine nachhaltige Entwicklung desWintertourismus am Sudelfeld zu gewährleisten» statt von aufwendigenBergwaldrodungen und Geländebewegungen, zerstörerischenEingriffen in den Naturhaushalt sowie erheblicher Minderung desmateriellen und ästhetischen Wertes dieser Landschaften.»Dank an Gotlind Blechschmidt, mountain wilderness Deutschland.Und doch geht es auch anders . . .Es gibt aber auch positive Beispiele. Beispiele, die aufzeigen,dass Wintersport auch ohne das Wettrüsten möglich ist. Das SkigebietSelital in der Nähe von Schwarzenburg (BE) verzichtet auf künstlicheBeschneiung und gibt Gästen, die mit dem ÖV anreisen, einenRabatt auf den Schnee-Bus. Das Skigebiet Tenna im bündnerischenSafiental hat in einer Pionierleistung einen Skilift mit Solarpanels aufgestocktund speist Solarstrom ins Netz ein – zusätzlich zu den schongenutzten Dächern. Tenna war in der letzten Saison eines der wenigenSkigebiete in Graubünden, das einen Besucherzuwachs verzeichnete.Auch in St. Antönien läuft der Skilift nur, wenn es schneit. Dafür lockenumso mehr wunderbare Ski-touren die Gäste ins Prättigau.Und auch ganz zuhinterst im Wallis gibt es noch ein kleines Skigebiet,das nicht mit Kanonen aufwartet, dafür mit Pulverschneehängen:das Binntal. Ganz bestimmt gibt es im Wintertourismus noch vieleweitere Perlen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.www.selital.ch; www.safiental.ch; www.st-antoenien.ch; www.skilift.binn.ch© Katharina ConradinOben: In Tenna ist der Skilift mit Solarzellen zurStromproduktion ausgestattet. Auch die Dächer derLifthäuschen werden genutzt.Unten: mountain wilderness Deutschland wehrtesich letzten Winter erfolgreich gegen den geplantenBau eines Speichersees am Sudelfeld in Bayern.© mountain wilderness Deutschland


Olympi-ade?8 _ 9«Die Annahme, man könne nachhaltige kleinereSpiele durchführen, ist einfach nur naiv»Olympische Winterspiele2022Text: Martin KempfStefan Grass, Leiter des Komitees Olympiakritisches Graubünden,wehrt sich vehement gegen die Austragung der OlympischenWinterspiele (OWS) im Kanton Graubünden. Das grösste Problemdabei ist für ihn das Internationale Olympische Komitee (IOC).Stefan Grass, Leiter des Komitees Olympiakritisches Graubünden:«Wir müssen in Zukunft den Sommertourismus fördern,nicht den Wintertourismus.»© VCS GraubündenStefan Grass, die OWS werden alsnachhaltige Spiele, als «weisse Spiele»mit kurzen Wegen, als umweltverträglichangepriesen. Ist das denn nicht gut?Stefan Grass: Grundsätzlich schon,doch die Aussagen widerspiegeln nurdie Wünsche der Organisatorenund haben nichts mit der Wirklichkeitzu tun. Ähnliches wurde vor denWinterspielen 2006 in Turin und 2010in Vancouver gesagt. Schaut mansich diese Austragungsorte heute an,dominieren Bauruinen und Schuldenberge.Wenn das Internationale OlympischeKomitee nicht umschwenkt undsich vom Gigantismus abwendet, ist dieAnnahme, dass kleinere und nachhaltigeSpiele organisiert werden, nur naiv.In der Machbarkeitsbeurteilung desVereins Olympische Winterspiele Graubünden2022 fällt auf, dass dieOrganisatoren den gesamten Verkehr mitdem ÖV abwickeln wollen. Da stehtnichts von Parkplätzen für Tagestouristenin den Austragungszentren.Ist das realistisch?Grass: Es steht etwas über Parkplätze,doch die befinden sich an den Grenzübergängennach Italien und Österreichund im Raum Sargans. Dass unser öffentlicherVerkehr grosse Menschenmassenaufnehmen kann, hat die Expo.02gezeigt. Damals blieben die Parkplätzepraktisch leer, weil alle mit dem ÖVanreisten, da dieser im Einritt inbegriffenwar. Mit dem neuen Albula-Tunnel, derbis 2021 auch ohne OWS fertig seinwird, und dem Vereina-Tunnel, entstehteine Ringstrecke, auf der die RhäthischeBahn fährt. In der Gegenrichtung werdenBusse eingesetzt. Auf diesen Streckenwerden vor allem Volontäre,Touristen und Sportler transportiert, esdürfte zwischendurch ziemlich engwerden. Ich denke, es ist machbar –ob es für die Einheimischen wünschbarist, bezweifle ich.Wie reisen IOC-Funktionäre und VIPs?Grass: Aus Platzgründen gibt es für dieIOC-Funktionäre und die VIPs keine separatenFahrspuren auf den Strassen, nurder Bahnweg von Kloten nach Chur wirdausgebaut. Ein grosser Teil der VIPs undFunktionäre wird vermutlich per Helikopterund Flugzeug nach Samedan fliegenund dort ein Taxi nehmen. Ob die Einheimischenan diesem Verkehrskonzeptund an den zusätzlichen Flugbewegungen,die es auch durch Transporte anden Austragungsorten geben wird, Freudehaben, ist eine andere Frage. In diesemkleinräumigen Gebiet fühlt sich das Verkehrskonzeptsehr hineingezwängt an.Darüber und über die Durchführung derOlympischen Spiele 2022 wird dasBündner Volk stellvertretend für die ganzeSchweiz am 3. März 2013 vorentscheiden.Wie sieht denn der Rückhalt derOrganisatoren in der Bevölkerung aus?Grass: Entscheiden werden ja nur dieBündner, der Rest der Schweiz hatnichts dazu zu sagen. 1988 wurde dieselbe Frage für den Austragungsort


Chur mit 77 % abgelehnt, 2002 lehntendie Berner ihr Vorhaben mit 78 % ab.Das waren jeweils deutlich klarere Ergebnisseals von den Befürwortern erhofft.Denn es ist so, dass zum Beispiel vieleAngestellte im Tourismusbereich gegendie Position ihrer offiziellen Verbändestimmen, das vorher aber nicht öffentlichsagen. Der Tourismus lebt von derStammkundschaft, die während den Spielenvertrieben wird. Verfolgt man beigrossen Tageszeitungen diverse Kommentarezum Thema, tendiert die Stimmungganz klar gegen die Kandidatur.Was geschieht bei einem Ja bei allen dreiAbstimmungen zu den OWS 2022?Grass: Dann werden für das Vorprojektund die Kandidatur dreissig Millionenvom Bund (vorbehaltlich Parlament),acht vom Kanton, fünf von St. Moritzund zwei von Davos freigegeben. Danachzeigt sich, ob die Schweiz als einerder drei Kandidaten vom IOC angenommenwird. Erhält die Schweiz den Zuschlag,folgen die Host City-Verträge mitdem IOC, und erst dann kommen dieeinseitigen Auflagen. Die Verträge mitEntwicklung von Olympischen WinterspielenIm 1988 nahmen 57 Nationen teil. Im 2010 waren es bereits 82Nationen. Ebenfalls stieg die Anzahl TeilnehmerInnen von 1 423auf 2 629 an. Im Unterscheid zu dieser linearen Entwicklunghaben sich die Kosten exponentiell entwickelt. Die offiziellenGesamtkosten von Turin im 2006 sind noch mit 3.4 MilliardenEuro angegeben, in Vancouver sollen es über sechs MilliardenEuro sein.In Sotschi rechnet man mit über zehn MilliardenEuro.Grundsätzlich waren die Gesamtkosten für die Vorbereitungund Austragung der Spiele immer viel höher, als das Budgetvorsah, und Folgekosten für die Schuldenabtragung, die Instandhaltungder Sportstätten, der Erhalt der Infrastruktur undfür die Umweltschäden waren nie eingerechnet worden.dem IOC sind knüppelhart. Ob dieKosten dann innerhalb des Kandidaturbudgetsbleiben, ist zu bezweifeln.Sie sprechen die Kosten an, welchemit 4,5 Milliarden Franken angegebenwerden. Ist die Schweizer Prognoserealistisch (siehe Grafik)?Grass: Eher nicht. Die Sicherheitskostenwerden mit 250 Millionen Franken angegeben.Das wird bei den Einsätzen vonPolizei, Militär und privaten Firmen ganzbestimmt nicht ausreichen, sollte aberin der Defizitgarantie von einer MilliardeFranken, die der Bund gesprochenhat, inbegriffen sein. Kommt dazu, dassder Ausbau des Wolfgang-Tunnels undder Bahnstrecke Chur-Kloten sowie derSportinfrastrukturen ebenfalls mehrkosten werden, als bisher geplant. Achtbis zehn Milliarden Franken Gesamtkostensind realistischer.Weitere Fragen an Stefan Grass unterwww.mountainwilderness.ch.Neben der alten Schanze (Bild) wird in St. Moritz eine temporäre130-Meter-Schanze erstellt. Dafür muss einiges an Waldweichen, nur wo ist die Frage, denn das Gebiet ist vollumfänglichgeschützt.Pro Natura befürchtet Schäden an SchutzgebietenHans F. Schneider, Geschäftsleiter Pro NaturaGraubünden, engagiert sich ebenfalls im KomiteeOlympiakritisches Graubünden und glaubt,dass nach heutigem Kenntnisstand die OWS2022 rechtlich nicht durchführbar sind. GrosseTeile des Engadins sind im Bundesinventarüber Landschaften und Naturdenkmäler vonnationaler Bedeutung (BLN) erfasst und daherstreng geschützt. Dazu zählen Gebiete in Surlej,aber auch St. Moritz und Celerina, also genaujene Standorte, wo der grosse Teil der Winterspielestattfinden soll. Ähnlich sieht die Lage inLenz/Lantsch aus. Zwar sei Pro Lej da Segl alseinzige Umweltorganisation über die Auswirkungender OWS 2022 auf die Naturlandschaftdes Engadins befragt worden. «Deren Antwortwurde aber bei der Erarbeitung der Machbarkeitsstudie,die im September erschienen ist,nicht berücksichtigt», so Schneider. Den ganzenArtikel über das Gespräch mit Hans F. Schneiderfinden Sie auf www.mountainwilderness.ch.Weitere Links: www.gr2022.ch,www.olympia-nein.ch© Engadiner Post


Das grosseAufrüsten1 km=1 Mio.63,61 km220 km© mountain wilderness schweiz | Autor: Sam Kreuzer | Illustrationen: Santino EtterMit den total 1774 Bergbahnen inder Schweiz ist es möglich, diegesamte Schweizer Bevölkerunginnerhalb fünf Stunden einmal zubefördern.Avec un total de 1774 remontéesmécaniques en Suisse, il est possible detransporter toute la population Suisseen l’espace de 5 heures.Ein Testfahrer im Auftrag von«Kassensturz», der LaaxerSkilehrer und Skicross-AthletChristian Coray, schaffte an einemTag 63,61 km der insgesamt 220Pistenkilometer von Laax.Le moniteur de ski et athlète en skicrossChristian Coray a été mandaté en tantque skieur-„test“ par le „Kassensturz“: enune journée, il a parcouru 63.61 km des220 km de pistes que compte la stationde Laax.Für den Neubau von Beschneiungsanlagenmuss mit Investitionenvon einer Mio. Franken proKilometer gerechnet werden.Pour la construction de nouvellesinstallations d’enneigement artificiel, ilfaut compter un investissement de unmillion de francs par kilomètre.


1 km 8 Mio.Liter Wasser=60GWIn der Schweiz gibt es 7400Pistenkilometer mit einerGesamtfläche von 220 km2. Davonsind rund 36 % (79.2 km2)beschneibar. Die Distanz entsprichtdem Abstand Bern – Miami(Florida, USA).En Suisse, il y a 7400 km de piste avecune surface totale de 220 km2, dont 36% (79,2 km2) peuvent être enneigésartificiellement. Cette distancecorrespond au trajet Bern – Miami(Floride, USA).Jährlich werden in der Schweiz610 Mio. Franken für Wintersportausrüstungausgegeben.Chaque année, 610 millions de francssont dépensés pour des équipementsde sports d’hiver.Der Energieverbrauch dertechnischen Beschneiungsanlagenin der Schweiz beträgt rund 60Gigawattstunden pro Jahr undverursacht jährlich Energiekostenvon 7 bis 10 Mio. Franken.Dies entspricht dem jährlichenEnergieverbrauch von 13000Einfamilienhäusern.La consommation énergétique desinstallations d’enneigement artificiel semonte à 60 gigawatt-heures par annéeet engendre des coûts de 7 à 10millions de francs.Ces chiffres correspondent à laconsommation énergétique de 13000maisons familiales.Um eine Skipiste von einemKilometer Länge und 40 m Breitemit 30 cm Kunstschnee zubedecken, braucht es rund achtMio. Liter Wasser. Dies entsprichtder Wassermenge von dreiolympischen50-m-Schwimmbecken.Pour couvrir une piste – 1km de long,40 m de large, 30cm d’épaisseur – avecde la neige artificielle, il faut un total de8 millions de litres d’eau. Celacorrespond au volume d’eau de troisbassins olympiques de 50m de long.


Tourentipp12 _ 13Winterfreude für Füsse und GaumenWinter-Schneeschuh-Schlittel-TourText und Fotos: Dani SilbernagelMit dem Schlitten und Schneeschuhendurch die Winterlandschaft.Der Dezember bietet viel. Der kürzesteTag naht, festliche Weihnachtsstimmungumrahmt. Geschmückte Tannenbäume,feine «Guetzli» der Grossmutter sowiedie Vorfreude auf eine rassige Schlittelfahrtzum «Grättima» beleben. Mit etwasGlück ist es zu dieser Jahreszeit dannauch schon weiss bis ins Flachland. Esist die Zeit der warmen Abende amKaminfeuer, an welchen Fondue oder Raclettemit von der Partie sein müssen.Ideal für FamilienausflugUm Bergün am Albulapass liegt ein idealesGelände mit der nötigen Infrastrukturund vielen gemütlichen Restaurants undHotels, um mit der ganzen Familie einpaar gemütliche Tage auf dem Schlittenund den Schneeschuhen durch die Winterlandschaftzu ziehen. VerlasseneLandschaften laden zu fast schon besinnlichenTouren ein. Im Hotel WeissesKreuz kommen dann auch die Gaumenfreudennicht zu kurz. Bergün, einLuftkurort, wurde 1537 vom Bistum Churlosgekauft. 1868 fuhr dann die erstePostkutsche über den Albulapass und1907 wurde das Kurhaus eröffnet. 1952schliesslich diente die Gegend um Bergünals Kulisse für den ersten Heidifilm.Im «Aufstieg» durch hohe Schneemassen zum LardaPalpuogna.Tourentipp in der StilleIn diesem Tourentipp sind wir etwas stillerunterwegs, zumindest im Aufstieg.Wir stellen eine Winterwanderungen mitSchneeschuhen vor. Den Schlussabstiegbewältigen wir für einmal als rassigeSchlittelfahrt, hin zum Gaumenglück.Kurz-Infos zum einstiegAusgangspunktBahnhof Preda (1789 m) an der Bahnstreckeder RhB ins Engadin.EndpuktBahnhof Bergün/Bravuogn (1667 m)Details AufstiegRoute: Preda - Alp Crap – P. 2469, 700 Höhenmeter,Dauer 2 bis 3 Stunden.Märchenhafte Winterlandschaft um die Alp Crap. ImHintergrund die kecken Gipfel der Dschimels


Aufstieg ins WeisseVom Bahnhof Preda führt der Weg nachSüden über die Brücke P. 1770 und demWanderweg nördlich des Flusslauf bis zurBrücke der Alvea entlang. Zum westlichenSeeufer des Larda Palpuogna undsüdlich davon nach Osten zu P. 1921.Weiter über den Wanderweg zur AlpCrap, wo man auf die Passstrasse stösst.Dieser entlang zur Strassenbrücke P.2077. Hier nach Süden weg, dem Wanderwegfolgend Richtung Murtel diglCrap Alp bis P. 2289. Über den nach Ostorientierten Geländerücken zu P. 2469.Ein wunderschöner Aussichtspunkt.Die Details zum Abstieg, zu Anforderungen,Unterkunft und besonderen Tippsfinden Sie in der rechten Spalte.Bei dieser Schneeschuh-Tour ist man im Albula-Gebietin der winterlichen Stille unterwegs.Details AbstiegRouteLarda Palpuogna - Preda, 700 Höhenmeter,Dauer 2 1/2 Stunden, anschliessend Schlittelabfahrtnach Bergün, 120 Höhenmeter, rund 30Minuten. Bis ca. 2400 m zurück und dann nachNordwest über den Rücken zum kleinen Seebei P. 2174 (nicht zu früh nach links, sondernschön über den Rücken absteigen). Nach Westenüber den Bach und in die steilere Mulde(auch hier im rechten Rand bleiben) und direkthinunter zum See Larda Palpuogna. Nun auf derAufstiegsroute oder via Preda Dadains zumBahnhof Preda, wo Schlitten gemietet werdenkönnen.Anforderungen / VerhältnisseMittelschwere Schneeschuhtour, kurze Passagenum 35° Neigung. Oft 20 bis 25° Neigung.Achtung auf Triebschnee im Abstieg zwischen2300 bis 2000 m. Bei Nebel schwer zu finden.UnterkunftVerschiedene Hotels in Bergün oder Preda.Infos, Preise: www.berguen.ch.das buch zum bergSKITOUREN I KLETTERN I BOULDERN I BERGSTEIGENMaterial / LandeskartenÜbliche Schneeschuhausrüstung, LK 1:50 000258 S Bergün/Bravuogn zur Übersicht, 1:25 0001236 Savognin, 1237 Albulapass für die Tourenplanung.Schlitten, Schneeschuhe können inBergün oder Preda gemietet werden. VerschiedeneSportgeschäfte oder am Bahnhof.www.topoverlag.chtopo.verlagdas buch zum bergDERWILDNIS AUF DER SPURBesonderes / TippDie Schlittelabfahrt ist am Abend, wenn dieSonne weg ist, rassiger, da es im Mittelteil einigeFlachstücke hat, die dann wieder vereist sind.Wildruhezonen bei der Tourenplanung beachten,www.wildruhezonen.ch.Flyer «Wild im Schnee» von mountain wildernessschweiz, gratis bestellen unter www.mountainwilderness.ch/shop,dort unter Broschüren(erhältlich in deutsch, französisch, englisch,italienisch).


Nachrichten / Agenda 14 _ 15ÖV-Guide für WintersportlerBROSCHÜREN-TIPP _ Die ProblematikWintersport und Verkehr Cbesitzt Brisanz: Viele Wintersportlerinnenund -sportler fahren mitMdem Auto in die Berge. GemässYeinem vom Bundesamt für Umweltin Auftrag gegebenen Berichtentfallen rund 20 Prozent derCMVerkehrsemissionen von Sporttreibendenauf den Wintersport.MYGleichzeitig sind die Wintersport-Cfansin besonderem Mass vonder Klimaerwärmung betroffen. CMYDie Hochschule Luzern geht davonKaus, dass künftig die Schneesicherheitin jedem fünften SchweizerSkigebiet nicht mehr gewährleistetsein wird. Mit «Ride & Glide» will der VCS die Wintersportfans fürdiese Problematik sensibilisieren und dazu animieren, mit dem öffentlichenVerkehr in die Berge zu reisen. Neu wartet die dritte Ausgabe miteinem Vergleich des CO2-Ausstosses bei Anfahrt mit dem Auto auf.«Ride & Glide» ist ein Pionierprojekt und die umfangreichste SchweizerBroschüre zum Thema Wintersport und öffentlicher Verkehr. «Ride &Glide» bietet den Wintersportlerinnen und –sportlern umfassende Informationendazu, wie sie am besten in die Schweizer Wintersportgebietekommen. Im Internet sind diese Informationen ebenfalls seit dem26. November auf der interaktiven Homepage www.rideandglide.ch.ÖV-Angebote für die Berge finden Sie auch unter www.alpentaxi.ch.-------------------------------kletterschuletextbild-vcstitel2.pdf 1 19.10.12 16:44warum Wildtiere Ruhe brauchenSPIELEND LERNEN _ Derzeit versuchen Wildtiere, ihre Energiereservennoch auf ein Maximum zu bringen. Denn bald steht der Winter vor derTür: Nahrung ist knapp und es gilt, seine Energie sparsam einzuteilenund zu ruhen. Rücksicht durch die Wintersportler und das Einhaltender Wildruhezonen garantieren ein Nebeneinander von Tier und Menschim Lebensraum Alpen. Zwei Spiele veranschaulichen diese Thematik undsensibilisieren Jugendliche, Familien und Schulen für die Bedürfnissevon Wildtieren. Im Brettspiel «Weisse Wildnis» von WILDTIER SCHWEIZwird der Winter aus der Sicht eines Alpentieres erlebt. Und im Lehrmittel«Wild im Schnee» von mountain wilderness schweiz wird die Thematikauf der Piste aufgegriffen. Bei beiden wird verständlich, warum Wildtiereim Winter Ruhe brauchen. Spannende Spielerfahrungen sind garantiert!Infos und Bestellung unter www.wildtier.ch oderwww.mountainwilderness.ch/wis.-------------------------------Weihnachtsgeschenke von mw schweizMITGLIEDSCHAFT 2013 _ Der Weihnachtsstress naht und damit diealljährliche Suche nach einem passenden Geschenk. mountainwilderness schweiz nimmt Ihnen die Geschenksuche ab: SchenkenSie doch eine mountain wilderness Mitgliedschaft! In der Mitgliedschaftsind sechs bis acht Newsletter im Jahr und die zwei Mal jährlicherscheinende Mitliederzeitschrift «Wildernews» inbegriffen. Zudemprofitieren Mitglieder von diversen Vergünstigungen bei Bergsportgeschäften,Kletterschulen oder Museen und werden regelmässig zuTreffen unter Gleichgesinnten eingeladen. Wer sich für die Bergeund deren Schutz interessiert, darf deshalb nicht fehlen. GebenSie uns die Adresse der oder des Beschenkten und die Rechnungsadressean und wir senden Ihnen das Starterpaket mit Broschüren,die aktuellen «Wildernews», Kleber und den Flyer «Wild im Schnee»für richtiges Verhalten beim Wintersport. Sie erreichen uns überinfo@mountainwilderness.ch oder Telefon 031 372 30 00.Wer lieber etwas handfestes verschenkt, findet in unserem Shop aufder Homepage diverse Kletterführer über das Tessin, den Jura oderdie Berner Alpen, darunter auch Boulderführer. Zudem sind unseregefragten «Stopp-Heliski»-T-Shirts wieder erhältlich. Den Shop findenSie unter www.mountainwilderness.ch/shop.-------------------------------1 % Ihres Gewinns für den Bergschutz1 % FOR THE PLANET _ Immer mehr Firmen möchten sich in denBereichen Natur- oder Umweltschutz engagieren, wissen aber nichtwie. Es gibt eine unkomplizierte Variante, Spenden direkt einerUmweltorganisation zukommen zu lassen, so auch mountain wildernessschweiz. 1 % for the planet ist eine globale Verbindung von Firmen,die 1 Prozent ihres Gewinnes an Kampagnen für sauber Luft,frisches Wasser, Nahrungssicherheit oder geschützte Wildnis überweisen.Letztes Jahr übewiesen 1’250 Firmen über 15 Millionen Frankenan hunderte Organisationen. Wenn Sie mountain wilderness schweizmit einem Teil Ihres Gewinnes unterstützen möchten, finden Siedie kurze Anweisung dazu unter folgendem Link: www.mountainwilderness.ch/mitmachen/spenden.Spenden an uns sind zudem Steuerabzugsberechtigt.-------------------------------Mit dem Handy ganz einfach spendenWWW.kletterschule.chDie Kletterschulefür ein- unD AufsteigerJANUAR 2010SMS-SPENDEN _ Ab jetzt können Sie mountain wilderness schweiz abeinem Betrag von fünf Franken unterstützen. Einfach ein SMS mitdem Text «BERGE 5» an die Nummer 4000 senden – und schon klapptes (aus allen Schweizer Netzen) – ebenso mit 10, 20 oder 50 Franken.Der Betrag wird Ihnen bei Ihrer nächsten Handyrechnung verrechnet.


-------------------------------Mitgliederbeitrag per LSV/DD bezahlenMITGLIEDERBEITRAG _ Neu können regelmässig wiederkehrendeSpenden oder der jährliche Mitgliederbeitrag an mountain wildernessschweiz ganz einfach und unbürokratisch per Lastschriftverfahrenoder DebitDirect (LSV/DD) überwiesen werden. Das Formular dazukann bei uns angefordert werden oder steht auf der Homepagezum herunterladen bereit. Wer ein Bankkonto besitzt, schickt das ausgefüllteFormular an seine Bank.Wer von einem Postkonto überweist, sendet das ausgefüllte Formulardirekt an mountain wilderness schweiz, Sandrainstrasse 3, 3007 Bern.Für Fragen oder Formularbestellung senden Sie ein kurzes E-Mail aninfo@mountainwilderness.ch.-------------------------------Kurzfilme im Spannungsfeld der WildnisPrix Wilderness 2013 _ Kurze Filmspots zum Thema «Wo jederfür sich seine Wildnis findet» stehen im Fokus des Prix Wilderness2013. Der Preis von mountain wilderness schweiz zeichnet besondereLeistungen aus, die eine wegweisende Pionierrolle zur Erhaltungder Wildnis in den Bergen und des Wildnis-Erlebnisses einnehmen.Zeigen auch Sie uns «Ihre» Wildnis, erstellen Sie einen Kurzfilm undsenden Sie uns Ihren Wildnis-Spot.Die Teilnahmebedingungen finden Sie auf unserer Projektwebseiteunter www.mountainwilderness.ch/pw.-------------------------------Veranstaltungs KalenderAktionenMountain wilderness plant für das nächste Jahr eine Reihe anAktionen. Je mehr TeilnehmerInnen und Teilnehmer, desto grösserdie Wirkung - Ihre Unterstützung zählt!Anmeldungen: info@mountainwilderness.ch2./3. Februar 2013Stop Offroad Demo16./17. März 2013Aktion für mehr Alpenruhe (Verschiebedatum 23./24. März)Alle unsere Veranstaltungen publizieren wir auf unserer öffentlichenFacebook-Seite: www.facebook.ch/mountainwilderness.chGanzer WinterDiverse Schneeschuh- und Skitouren mit unseren Partnern Bergpunktund Wildout Naturerlebnisse, Vergünstigungen für unsereMitglieder.Infos: www.mountainwilderness.ch/tourenservice/tourenangeboteSich vernetzenWer gerne mit Gleichgesinnten auf eigene Touren geht, ist beitouren@mountainwilderness.ch genau richtig.✃RidegreenerWENIGER EMISSIONEN _ Schmelzende Gletscher, weniger Schnee intieferen Lagen, vermehrt Regentropfen statt Schneeflocken sowie orkanartigeFöhnstürme: Der Klimawandel macht auch vor den Alpen nichthalt. Heute sind in den Alpen noch 90 % der 666 Skigebiete schneesicher.Verschiebt sich die Höhengrenze bis ins Jahr 2050 wegen der durchden Klimawandel verursachten Erwärmung um 300 Meter nach oben(pro Grad 150 Meter), wird nur noch knapp die Hälfte aller Wintersportgebieteschneesicher sein.Snowboarder und Skifahrer müssen sich eingestehen, dass sie mitihrer Lebensweise nicht ganz unschuldig an dieser negativen Entwicklungsind. Die Autofahrten ins Skigebiet, die den ganzen Winter laufendenGondelbahnen und Sessellifte, die zahlreichen Schneekanonen,die Hotel- und Wellnessanlagen, die Produktion der Kleidermode,Skis und Snowboards sowie die helikopterintensiven Snowboard- undSkivideos verursachen eine Menge CO2-Emissionen.10 Tipps für klimafreundliches Ski- und SnowboardfahrenGerade deshalb sollte jeder Wintersportliebhaber seinen Beitrag leisten:Emissionen vermeiden oder vermindern, so lautet die Devise. Der VereinRide Greener hat praktische Tipps zusammengestellt, wie man daseigene Snowboarden und Skifahren klimafreundlicher gestalten kann.Alleine mit der Zug- oder Bus-Anreise ins Skigebiet spart man CO2-Emissionenein. Sollten die ÖV-Verbindungen ins Gebiet zu schlecht sein,sollte man wenigstens die leeren Plätze im eigenen Auto mit weiterenPersonen besetzen. Zudem ist Recycling am Berg enorm wichtig: Abfallgehört immer in die Mülltonne und nicht in den Schnee.Auch die Produktion der Jacken, Rucksäcke, Boards und Skis produzierteine Menge Emissionen. Darum sollte man vor dem Kauf nachfragen,ob die Materialien recycelt und ökologisch nachhaltig produziert wurden.Und wieso nicht aus einem alten Snowboard ein Splitboard basteln?Damit gestaltet sich auch die nächste Tour etwas angenehmer.Junge Wintersportler können sich vor Ort ein Bild machen und einenTag oder ein Wochenende zusammen mit Ski- und Snowboard-Profis inden Bergen verbringen: An den Ride Greener Days erhalten JugendlicheTipps für klimafreundliches Riding sowie einen Crashkurs für verantwortungsvollesFreeriden. Mehr Infos zu den Ride Greener Days und weiterenzielgerichtete Tipps finden sich auf der Website www.ridegreener.ch.-------------------------------


✃Gemeinsam etwas bewirkenEnsemble pour faire bouger les chosesIch werde Mitglied bei mountain wilderness | Je souhaite adhérer à mountain wilderness(inkl. wildernews, 4 Ausgaben/Jahr und Newsletter) | (incl. 4 numéros annuels du wildernews, ainsi que les lettres d’information).Jahresbeitrag | Cotisation annuelle: Fr. 60.–Wenigverdienende| Personnes à faibles revenus: Fr. 40.–Familien | Familles: Fr. 80.–Juristische Personen | Personnes morales: Fr. 150.–Name | NomVorname | PrénomFirma | SociétéAdressePLZ, Ort | Code postal, villeE-MailTelefon | TéléphoneEinsenden an: mountain wilderness schweiz, Sandrainstrasse 3, 3007 BernEnvoyer à: mountain wilderness suisse, Sandrainstrasse 3, 3007 Berne© Michael Kropac


Neige artificielle16 _ 17Snow FarmingSnow Farming – est-ce à dire qu’on va construire des étables poury entasser de la neige? Pas vraiment, en fait ce terme anglaisdésigne de façon générique les procédés autour de l’élaboration etde la conservation de la neige. Quelques explications.En direct du monde desfabricants d’or blancTexte: Samuel Kreuzer etKatharina ConradinLes domaines skiables suisses encore dépourvus de canons à neige secomptent aujourd’hui sur les doigts d’une main. Pourtant la neigeartificielle ne peut être fabriquée que dans des conditions de températureet d’humidité bien particulières. C’est du moins ce que l’oncroyait jusqu’à récemment. Mais entretemps, des ingénieurs astucieuxont réussi à optimiser la technique de production à un tel pointqu’il est maintenant possible de fabriquer de la neige même par destempératures estivales. Leur prototype, baptisé «All Weather Snowmaker»,une marmite de 11 mètres de haut et 30 tonnes, est désormaisinstallé à Zermatt et permet de produire de la neige dès le moisde septembre – moyennant une consommation colossale d’eau etd’énergie. Plus rien ne viendra donc mettre des bâtons dans les rouesau rendez-vous annuel de début octobre consacré aux tests desnouveaux modèles de skis. Et Zermatt pourra donc «dès le début del’automne jeter les bases d’une belle saison de glisse durant toutl’hiver» (site internet des remontées mécaniques de Zermatt).Le concept de Snow Farming recoupe également la conservation dela neige durant l’été, ou la couverture des glaciers au moyen debâches permettant de ralentir la fonte de la neige et de la glace.Pas de souci, pourrait-on penser, au moins cela évitera de devoir enfabriquer.D’une part la neige doit être préalablement rassemblée en de grostas, en général au moyen de ratracs voire carrément – dans les casextrêmes – par hélicoptère. Le tout est ensuite recouvert de bâches –ou parfois, à basse altitude, de copeaux de bois. Le hic, c’est que laneige fond aussi par le dessous en raison du réchauffement du sol.Selon un rapport allemand, la réflexion se porte aujourd’hui sur unrefroidissement de la base au moyen de tuyaux réfrigérants quimaintiendraient la température du sol à des niveaux limitant la fontepar le dessous. Une autre possibilité en cours d’expérimentationconsisterait à ajouter des adjuvants de type Snowmax à la neige. Lesconséquences écologiques sont elles aussi encore insuffisammentétudiées: quid entre autre des prélèvements massifs d’eau dans l’écosystème?La CIPRA a de ce fait exigé dès 2006 que soit rendue obligatoireune autorisation pour recourir au Snow Farming, incluantun écobilan. Et tout ça pour quel résultat? Tester des nouveaux skisen octobre, pratiquer le ski de fond à travers des forêts toute vertes.Une « expérience à vivre », sans contrainte … assurément!© Michael Kropacen haut: Lutter contre le réchauffement climatique:le procédé «All Weather Snowmaker» permet de produirede la neige même par des températures positives.en bas: Protéger les glaciers avec des bâches fait aussipartie du Snow Farming.Une activité hivernaleAux yeux de mountain wilderness, une politiqueclimatique bien ciblée vaudrait mieux quedes bricolages techniques mis en place à lahâte. Mais c’est aussi l’affaire de chacun: le skidoit rester une activité hivernale. S’y rendreen transport public, monter par ses propresmoyens, éviter les domaines skiables recourantmassivement à l’enneigement artificiel, voilàcomment limiter le gaspillage énergétique, ouvoir www.ridegreener.ch.© Michael Kropac


Sport de neige et environnement18 _ 19Tout n’est pas bon dans le canon …Canons à neigeTexte: Sabine Vershest *Les enneigeurs engloutissent des centainesde millions de litres d’eau.La troupe est prête pour l’hiver.© mountain wildernessLe recours à la neige artificielle rassure les amateurs de glisse autantqu’il ravit les gestionnaires de station. Il se révèle d’une importanceprimordiale pour l’économie alpine en hiver et, comme le constate unmoniteur de ski isérois, «aucune activité ne brasse autant d’argentque le ski» .Mais les enneigeurs ont franchement tendance à consterner les défenseursde l’environnement. Notamment parce qu’ils modifient lecycle de l’eau et engloutissent des centaines de millions de litres.«Il faut 1 m³ d’eau pour produire 2 m³ de neige», rappelle ChristianSudret, nivoculteur aux Sept Laux. En 2004, «27 % despistes des Alpes étaient enneigées artificiellement, soit 23 800hectares» qui ont consommé «95 millions de mètres cubes d’eau»,calcule Katharina Conradin, la directrice de la branche suisse del’association Mountain Wilderness. Ce qui «correspond approximativementà la consommation d’une ville d’un million et demi d’habitantspar an»!Christian Sudret n’en fait cependant pas une montagne: «On utiliseune goutte d’eau par rapport à l’agriculture, et on la rend à lanature.» Mais pas quand celle-ci en a le plus besoin, relèvent lesenvironnementalistes. A moins de la pomper dans des retenues collinairesprévues à cet effet, «l’eau est puisée dans les ruisseaux, lesrivières ou les sources dans des périodes extrêmement arides»,quand le niveau est déjà très bas, rappelle Katharina Conradin. Ellene repart dans le circuit qu’à la fonte des neiges.Au moins, «on ne la souille pas», assure M. Sudret. Aux Sept Laux,non, mais ailleurs? Car certaines stations, bien qu’équipées, n’arriventdéjà plus à «cultiver» leur neige par manque de froid. Aussi envoit-on pulvériser des additifs cryogènes, comme le Snomax, pourfaciliter la production à plus hautes températures. «Les fabricants necessent de souligner l’innocuité des additifs, mais il existe des recherchesqui soutiennent le contraire», et mettent en exergue deseffets néfastes sur la croissance de plantes, relève Mme Conradin.Les Etats alpins eux-mêmes n’ont pas la même analyse de leurimpact puisque les Français ont décidé de ne plus les utiliser, alorsque les Suisses, les Italiens et les Autrichiens les autorisent ou lesréglementent.A cette problématique de l’eau, s’ajoute la nécessité de s’attaquerau terrain, en creusant des retenues collinaires ou en passant le


© Katharina Conradin© Detlef ConradinQuel troupeau est plus important, à long terme …?L’impact sur l’environnement va au-delà de la piste.bulldozer afin d’en faire de belles pistes avec un minimum de neigeune fois l’hiver venu. «On met à plat les pistes en dévers, pour avoirle moins de perte de neige possible, parce que c’est onéreux», expliqueM. Sudret. Mais «passer un coup de bulldozer en altitude, c’estla catastrophe: on enlève le couvert végétal, qui met énormément detemps à se régénérer», déplore Aurélien Dautrey, chargé de missionpour Mountain Wilderness France. Les tentatives de revégétalisationne donnent pas, selon lui, les résultats escomptés. «Il faut vraimentaller se promener dans les domaines skiables l’été. A certainsendroits, il n’y a pas un brin d’herbe, ce n’est que de lacaillasse et de la terre à nu.» L’enneigement artificiel a égalementdes effets sur la faune, poursuit Mme Conradin. «Desenquêtes en Allemagne ont montré qu’au début de la saison de ski,à la mi-décembre, les animaux, comme les gélinottes, modifientsoudainement leurs activités pendant la journée et changent de terroir.Au-dessus de 1 500 m, les chats-huants ont complètement quittéleurs habitats touchés par l’enneigement artificiel.»Mais si l’installation d’enneigeurs pose tellement question, c’est aussipar rapport au manque de vision à long terme de certaines stationsarc-boutées sur la mono-industrie de la glisse, sans réelle réflexionsur la diversification ni la reconversion. «Nous pensons que l’activitéski est condamnée.Ce qui est dément, c’est que toutes les études disent qu’il y aura demoins en moins de neige, et que font les stations? Elles investissenten masse, au détriment de l’environnement, pour faire vite, vite,vite, vite encore du fric pendant les cinq ou dix ans», tempête AurélienDautrey. C’est qu’il en va de l’économie locale (à court ou moyentermes du moins) et du plaisir des vacanciers.* parue le 20 Février 2012 dans La libre Belgique


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