Aufgabenstellung - Technische Universität Darmstadt

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Aufgabenstellung - Technische Universität Darmstadt

Herausgeber:Technische Universität DarmstadtFachbereich 15, ArchitekturEl-Lissitzky-Straße 164287 DarmstadtFachgebiet Entwerfen undHochbaukonstruktionmit industriellen MethodenProfessor Dipl.-Ing. Moritz HauschildOrganisation:Dipl.-Ing. Stephan NicolayDipl.-Ing. Gudrun PfahlDipl.-Ing. Armin SchumacherDipl.-Ing. Christian StillerSekretariat:Annette Häußer2 Diplom “Hotel am Römerberg” SS 2003


Der Römerberg in FrankfurtZwischen Dom und Römerberg,Braubachstraße und Main liegt der Kernder Frankfurter Altstadt.Die Besiedlung an dieser Stelle reicht bisin die Bronzezeit zurück und setzt sichkontinuierlich bis in die römische Zeitfort. Auf dem hochwasserfreien, durchFluß und Braubachniederung geschütztenTerrain wurde der Dom St.Bartholomäus auf dessen höchster Stelleerrichtet.Die karolingische Pfalz, die sich vomDomhügel nach Westen bis an denRand des heutigen Römerbergs erstreckte,ist 794 erstmalig erwähnt unddurch Grabungen westlich des Domesnachgewiesen. Aus der Pfalz heraus enwickeltesich nach und nach eine städti-sche Siedlung. Frankfurt wuchs im13.Jh., gefördert durch die staufischenKönige, über die Braubachniederung hinaus.Der alte Stadtkern blieb durch seinekleinteilige Parzellierung gegenüber derEntwicklung der neuen Stadtteile zurück.Die Wohnquartiere und später auchdas Gewerbe verlagerten sich in andereGebiete der Stadt, so dass die Altstadtmehr und mehr in ihrer wirtschaftlichenund sozialen Struktur ausgehöhlt wurde.“geometrischer Grundriss” von 18114 Diplom “Hotel am Römerberg” SS 2003


Situation vor 1945Seit dem sich im 19. Jh. das ZentrumFrankfurts auf die Zeil, Kaisertraße undBahnhofsgegend verlagerte, wurde dasGebiet um den Römerberg zumSanierungsfall. Das Stadtplanungsamthatte dies erkannt und in den 20erJahren mit “Entkernungen” begonnen.Die Situation nach dem Ende des2. Weltkrieges war durch die fast vollständigeZerstörung desAltstadtgebietes gekennzeichnet.Die mittelalterliche Altstadt bis zu ihrerZerstörung 1944.Gassensituation in der Altstadt bis zu ihrerZerstörung.die Altstadt vor der ZerstörungDiplom “Hotel am Römerberg” SS 20035


Wiederaufbau 50er JahreSeit Kriegsende sind für denWiederaufbau im Bereich Dom-Römerberg zahlreiche Planungen durchgeführtworden. Hier eine Chronologieder wichtigsten Wettbewerbe:1948: Generalfluchtlinienplan1949/50: 3 Vorschläge für den Aufbauder Innenstadt durch das Stadtplanungsamt,eine Gruppe freierArchitekten und den Bund tätigerAltstadtfreunde. Die Abb. unten zeigtden endgültigen Plan.Der Wiederaufbau sparte aber denBereich zwischen Dom und Römerberg,das Kernstück der Altstadt, aus.1950/51: Wettbewerb für den Rathauswiederaufbau.Preis und Ausführung gehenan Apel, Letocha, Rohrer und Herdt.1951: Wettbewerb für die Gestaltung derOstwand des Römerbergs. Es entstehenzwei Einzelhäuser, die später wieder abgerissenwerden.1952-56: Wohnungsbau in einzelnenAbschnitten, insbesondere im GebietDom und Römerberg.1962-63: Dom-Römerberg-WettbewerbFür die Bebauung, der noch immerbrachliegenden Fläche zwischen Domund Römerberg, entwickelte die Stadtein Programm für vorwiegend kulturelleZwecke und einen Erweiterungsbaudie Altstadt nach der Zerstörung (Modellfoto)die fehlende Mitte der Altstadt, um 19701. Preis Wettbewerb 1962-63endgültiger Plan des Wiederaufbaus 19536Diplom “Hotel am Römerberg” SS 2003


Architekturwettbewerbe 1960-1980für das zu klein gewordene Rathaus.Die Gewinner, die Frankfurter ArchitektenBartsch, Thürwächter und Weber schlageneine betont räumliche Beziehungzwischen Römer und Dom in Form einerFolge von platzartigen Räumen vor.1969 Beschluß der Stadt als erstenAbschnitt den Erweiterungsbau für dasRathaus an der Nordseite des Geländeszu verwirklichen und zugleich dieSubstruktion für den Gesamtbereich mitParkmöglichkeit für etwa 800 Autos auszuführenAusschlaggebend für den Beschluß istder Bau der U-Bahn, die den Dom-Römerberg-Bereich unterquert und andieser Stelle eine Haltestelle bekommt.1971 Beschluß der Stadtverordnetenversammlungund Bewilligung vonPlanungsmitteln für ein kulturellesZentrum, das den bisher ausgespartenTeil der Bebauung zwischen Dom undRömer ergänzen soll.1972/73 Fertigstellung und Bezug desTechnischen Rathauses als ersten Bauabschnitt.Der Entwurf und die Realisierungerfolgt durch das Stadtplanungsamt.1979/80 Wettbewerb Dom-Römerberg:Im Streit um den Wiederaufbau derOstzeile wurde den Wettbewerbsteilnehmernfreigestellt, eine “moderneVariante” mit einzureichen. Der Entwurf,der den Wiederaufbau der Ostzeileberücksichtigte, blieb “Pflicht”.Die historische Bebauung der Römerberg-Ostseiteund der Saalgasse bindet die “Schirn” in dieUmgebung ein.Die Gewinner des Wettbewerbs, Bangert, Jansen,Scholz und Schultes, hatten gar nicht erst versucht,die verschiedenen Zeitstile derRömerbergbebauung mit dem neu verlangtenHistorismus zu verbinden.Sie stellten bewußt die neue Bebauung der“Kulturschirn” dem Vorhandenen entgegen. So sindmit den vorhandenen Architekturelementen derKolonnade, der Rotunde, der Loggia und desGartens einerseits neue bauliche Symbole geschaffenworden und andererseits durch die Anordnungdieser Elemente auch wieder faßbare städtebaulicheRäume entstanden.Situation nach 1980Diplom “Hotel am Römerberg” SS 20037


PlanungsgebietDom St. BartholomäusRathausOstzeileSteinernes HausHauptzollamtNBraubachstrasseZollamtDomplatzPlanungsgebietüberbaubare Fläche“Haus am Dom”archäol.FundeDom St. BartholomäusRömerbergKulturschirnBendergassePlanungsgebiet - überbaubare Fläche8 Diplom “Hotel am Römerberg” SS 2003


RandbedingugenDas Planungsgebiet wird im Norden vonder Braubachstraße mit Anschuss andas Steinerne Haus, im Osten vomHauptzollamt und dem Dom, im Südenvon der Schirngalerie und im Westen vonder Neubebauung zwischenDrachengäßchen und Römerberg begrenzt.Folgende technische Parameter sind beider Bearbeitung der Aufgabe zu beachten:U-Bahn: Das Gebiet wird unterirdischvon Ost nach West von einer U-BahnTrasse durchzogen. Die bestehendenAusgänge müssen erhalten werden.Tiefgarage: Die oberste Ebene kann abgetragenwerden. Die Auf- und Abgängemüssen erhalten bleiben.TG-Einfahrt: Die Planung für dieVerlegung der TG-Einfahrt in RichtungBraubachstrasse sollte als fix angenommenwerden.Techn. Rathaus: Die schrägen Stützenreagieren auf die Tragstruktur der älterenTG.Dom: St. Bartholomäus markierte denGipfel des Römerbergs.Der Krönungsweg vom Römer soll hierwieder enden.Zollhaus: Das Gebäude aus den 30erJahren wird nach den Plänen derArchitekten PAS Jourdan-Müller umgebautund Richtung Dom durch einenNeubau verlängert.Der Archäologische Garten: Die Ruinendes archäol. Gartens können überbautwerden. Im Bereich des Eingangsportalsdes Doms liegen Funde, die nicht überbautwerden dürfen.archäol.FundeDiplom “Hotel am Römerberg” SS 20039


Aufgabe allgemeinDie im 2. Weltkrieg völlig zerstörteAltstadt wurde trotz interessanterWiederaufbaukonzepte teilweise nachKriterien der Nutzungsmaximierung wiederaufgebaut. Der historisch wichtigeKrönungsweg ist kaum noch erkennbar,denn Rampen und Treppen führen heutezum Rathaus, dem höchsten Punkt, dereigentlich vom Dom besetzt war.Diese Situation wird allgemein als nichtmehr hinnehmbar empfunden.Altstadtviertel schafft.Geschäfte, Läden undServiceeinrichtungen sollen ein angenehmesFlanieren ermöglichen.Dabei kann die Situierung desGebäudevolumens auf dem Grundstückdurchaus frei erfolgen, muß aber Teileiner städtebaulichen Gesamtlösungbleiben.Aus diesem Grund soll sie verändertwerden und zwar nicht nach ausschliesslichökonomischen Kriterien,sondern es soll ein Bebauungskonzeptentwickelt werden, das dieMaßstäblichkeit der Nachbarbebauungberücksichtigt und ein neues“Grand Hyatt” Hotel Berlin, 1996Architekt: Rafael MoneoEdle Materialien sind harmonisch miteinander abgestimmtund schaffen eine gastliche Atmosphäre.Hotel Rey Juan Carlos I, BarcelonaArchitekten: Carlos Ferrater und Jose Maria CatanaDer Bautypus des Atriumhotels ist immer noch erfolgreich.“The Paramount”, New York 1990Architekt: Philippe StarckDie Hotelhalle wird bestimmt durch eine theatralisch,konisch zulaufende Treppe zumRestaurantgeschoss.Designversatzstücke aus verschiedenenStilepochen schaffen eine ironisch, heitereAtmosphäre“Teufelhof” Basel, 1989Architekt: Hans PösingerEinige Zimmer des “Teufelhofs” werden vonKünstlern auf Zeit zu bewohnbaren Kunstwerkenumgestaltet.10Diplom “Hotel am Römerberg” SS 2003


Aufgabe HotelDie Grösse des Areals des TechnischenRathauses erscheint sehr gut für einenHotelneubau geeignet. Dieser könnte mitseinem vielfältigen Serviceangebotenzum Beleben des neuen Altstadtviertelsbeitragen. Es soll ein 5-Sterne Hotel geplantwerden, das unverwechselbar denStandort Römerberg in Frankfurt markiertund dabei ebenso ökonomisch organisiertist, wie es für moderne Betriebeunerläßlich ist.Anders, als das Technische Rathaus,kann der Neubau auch teilweise imBereich des Archäologischen Gartensangeordnet werden. Die historischenFunde müssen allerdings weiterhin öffentlichzugänglich sein.Es wird nicht nur eine Stellungnahmezum Städtebau und zum Neubau erwartet,sondern eine Vision von einer umfassendneuen Situation mit Vorschlägen zufußläufigen Verbindungen, Freibereichenmit Bepflanzung und Materialien, die fürdas neue Altbauviertel charakteristischwerden könnten.Das Innere des Gebäudes soll in funktionalerund räumlicher Hinsicht dem einesLuxushotels gerecht werden.So geben doch berühmte Herbergen immerwieder Anlaß für Geschichten undLegenden.Die Durcharbeitung eines Gebäudeteilessollten die räumlichen und materiellenQualitäten aufzeigen.“Sterling Hotel Heathrow”, London 1990Architekt: Manser Assoc.Das abgesenkte Schwimmbecken bietet einPanorama der in Heathrow startenden und landendenJets.Projekt Hotel und Kongresszentrum, Agadir 1990Architekt: Rem Kolhaas, OMAein städtisch wirkendes Foyer nimmt die sanftenSchwingungen der Dünenlandschaft auf“Atlanta Marriott Marquis”, Atlanta 1985Architekt: John Portman & Assoc.Das über 48 Geschosse reichende Atrium hinterläßteinen schwindelerregenden RaumeindruckDiplom “Hotel am Römerberg” SS 200311


RaumprogrammDas Raumprogramm basiert auf denAngaben einer großen Hotelkette.In dem 5-Sterne Hotel kostet einDoppelzimmer ohne Frühstück ab 185Euro.Dafür erwartet der Gast neben exzellentemService einen Ausstattungsstandardwie er in diesen Hotels weltweit üblichist: exklusiv ausgestattete Zimmer undSuiten, Wellness und Fitnessbereich undeine hervorragende Gastronomie mit nationalenund internationalenSpezialitäten.Es ist die Summe dieser Leistungen, diestimmen muß.Das Volumen kann durchaus nach Überprüfungder Ortsverträglichkeit variieren.Das geforderte Raumprogramm ist deshalbals Richtwert zu verstehen:während die NF konzeptbedingt verändertwerden kann, sollten dieVerhältnisse der Programmflächen zueinander,hier in Prozent, beibehalten werden.Sie gewährleisten einen ökonomischenHotelbetrieb.Um die BGF zu erhalten, sollten Sie einenMultiplikationsfaktor von 1,6 für dieFlächen des Gästebereiches, für alle anderenBereiche einen Faktor von 1,3 annehmen.NF in m 2NF in %BemerkungenVorfahrtals überdachter Bereich zum Ein- undAussteigen für mind. 3 LimousinenStellplätze für 3 TaxenStellplätze für Gäste in bestehender TG.Abmessungen S-Klasse Mercedes:5,03m x 2,09mWendekreisdurchmesser 12,10 mEmpfang und LobbyEmpfangshalleRezeption und direkt angegliederterBüroraumBoutiqueBusinesscenterGepäckraum,Garderobe, WCgesamt200403020403303Lobby (Gabler Lexikon):amerik.= Vorraum, Empfangshalle vonHotels ...Serviceleistung für Bürokommunikation(faxen, übersetzen, kopieren,Internetzugang...)VerwaltungDirektion, Sekretariat, sonstigeBüroräume,WäschelagerWerkstattTechnik1803050300Büroräume in räumlicher Nähe zurEmpfangshalleWäsche wird außer Haus gewaschenund gebügeltgesamt5605,6BewirtungHotelbarHotelrestaurantFrühstücksraumWCs und Garderoben nach Bedarf70250200Hotelbar mit direktem Bezug zurEmpfangshalleLesezimmer, Teezimmer, Billardzimmer160gesamt680712Diplom “Hotel am Römerberg” SS 2003


RaumprogrammBeispiel eines Organisationsschemas zur HotelkonzeptionBankett und KongressNF in m 2NF in %BemerkungenBankettsaalVorbereich2 Möbellager3 KonferenzräumeGarderobe, WCsgesamt400150801507807,8lichte Raumhöhe mind. 5,5mZugang getrennt vom HotelbetriebBewirtung durch Hotelküche!WirtschaftsbereichKochküche, Kaltküche, SpülkücheAnrichte und Ausgabe3 KühlräumeGeschirrlager, GetränkelagerPutzraumBüro Küchenchef2 PersonalräumeUmkleiden, WCs, Duschen700300WarenannahmeEntsorgunggesamt60106010,6getrennter ZugangGästebereichZimmer ( zwischen 20-35m 2 ,bzw. konzeptabhängig auch teilweisegrößer, Suiten...)gesamt6000600060mind. 1 Putzraum pro Etagemind. 1 Wäscheraum pro Etagemind. 1 Getränkelager pro EtageFitness, Wellness, SaunaEmpfang,Fitnessraum, Sauna, SolariumMassagebereich, SchwimmbadDuschen, Umkleiden, WCsgesamt6006006Summe der Nutzflächen netto10.010Diplom “Hotel am Römerberg” SS 200313


Leistungenzu erbringende Leistung:der Delkeskamp-Plan 1864Luftfoto 1999Lageplan M 1:500Erdgeschoss M 1:200Obergeschosse M 1:200Schnitte und Ansichten M 1:200Detailschnitt M 1:50Modell M 1:500Modell 1:200Skizzenbuchmit Konzept und städtebaulicherEinbindung als Dachaufsichtmit Eintragung der Freiflächen,Wegebeziehungen, Straßen,U-Bahneingängeexemplarische Auswahlalle zum Verständnis erforderlichenauf Einsatzplatte fürUmgebungsmodellBeurteilungskriterienErkennbarkeit einer GesamtideeStädtebau:FunktionKonstruktionGestaltungsqualitätenstädtebauliche EinfügungMaßstäblichkeitFußgängererschließungZuordnung und innerer AblaufVerhältnismäßigkeit der eingesetztenMittelDurcharbeitungsgradGebäudecharakterInnenraumqualität14Diplom “Hotel am Römerberg” SS 2003


ZeitplanBekanntgabe des Diplomthemas 24.03.2003Einsicht in die Aufgabenstellung ab12:00 h am Fachgebiet 01.04.2003Ortsbesichtigung in Frankfurt 15:00h 01.04.2003Ausgabe der Diplomarbeiten 10.04.2003Rückfragekolloquium ab 11:00ham Fachgebiet 15.04.2003Konzeptvisite am FachgebietAbgabe der Diplomarbeit bis 12:00 him Prüfungssekretariat 30.06.2003Anhörung der Diplomanden inder Fünferkommission 07.07. - 10.07.2003Benotung durch die große Prüfungskommision 11.07.2003Ausstellung der Diplomarbeiten 14.07. - 18.07.2003Für den Diplomumdruck sind am Tag nach der Abgabe folgende Daten auf CD amFachgebiet abzugeben:- Erläuterungen (ca. 5 Sätze)- alle aufgeführten Planleistungen separat (nicht den ganzen Planlayout) in digitalerForm ausschliesslich als TIF-Format. max. Breite / Höhe 20cm, Auflösung 300 dpiim CMYK Modus.Bitte das Datenmaterial immer mit euren Namensinitialien versehen. z.B.: “hm_diagramm”,“th_Schnitt_c-c”, usw.Das Ganze ist eine freiwillige Leistung, doch wer in den Umdruck will, muß dieUnterlagen bei uns pünktlich in der geforderten Form abgeben.Diplom “Hotel am Römerberg” SS 200315


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