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GrußwortLiebe Leserinnen und Leser,mit dem Gesundheitsprojekt »Mit Migranten für Migranten – InterkulturelleGesundheitslotsen in Schleswig-Holstein« ist im Frühjahr 2007 der Startschussfür eine mehrsprachige und kultursensible Gesundheitsförderung inSchleswig-Holstein gefallen. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern wollen wirerreichen, dass die hier lebenden Zuwanderer gleichberechtigt die vielfältigenAngebote im Gesundheitssektor wahrnehmen können. Voraussetzung dafürist die gezielte und verständliche Information. Und genau die soll das Projekt»Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheitslotsen in Schleswig-Holstein« ermöglichen.Ziel des vorliegenden Leitfadens ist es, Sie darüber zu informieren, welcheMöglichkeiten Ihnen das Gesundheitssystem bietet und was Sie mit ein wenigEigeninitiative selbst für Ihre Gesundheit tun können. Besondere Beachtungverdienen die Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgeleistungen. Wiralle sollten diese nicht nur kennen, sondern auch tatsächlich nutzen.Wir hoffen, dass das interkulturelle Gesundheitsprojekt und diese Broschüreeinen Beitrag dazu leisten, dass Sie und Ihre Kinder ein gesundes Leben inSchleswig-Holstein führen können!IhreIhrDr. phil. Gitta TrauernichtMinisterin für Soziales, Gesundheit,Familie, Jugend und Senioren desLandes Schleswig-HolsteinHans-Otto SchurwanzBKK-Landesverband NORDVorstand


Inhalt1. Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung 6Krebsfrüherkennung 7Gesundheits-Check-up 8Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgeleistungenwährend und nach der Schwangerschaft 9Kinder- und Jugenduntersuchungen 11Impfungen 14Zahnärztliche Untersuchungen 162. Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgeleistungenbei Personen ohne gesetzlichen Krankenversicherungsschutz 18Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz 18Leistungen nach dem SGB XII (Sozialhilfe) 193. Glossar 204. Adressen 26


1. Leistungen der gesetzlichenKrankenversicherungAls Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse haben Sie Anspruch aufFrüherkennungsuntersuchungen (alle kursiv geschriebenen Begriffewerden im Glossar erklärt) und Vorsorgeleistungen. Je nach Alter undGeschlecht stehen Ihnen verschiedene Untersuchungen kostenlos zu.Wichtig: Zu allen Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgeleistungenmuss die Versichertenkarte mitgebracht werden. Eine Praxisgebühr fälltnicht an.6


KrebsfrüherkennungFrauen können:· ab dem 20. Lebensjahr eine jährliche Krebsfrüherkennung,· ab dem 30. Lebensjahr eine jährliche Brust- und Hautuntersuchung,· ab dem 50. Lebensjahr eine jährliche Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchung und· ab dem 55. Lebensjahr eine Darmspiegelung(zwei Untersuchungen im Abstand von 10 Jahren)in Anspruch nehmen.Zusätzlich werden in Schleswig-Holstein alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren,in regelmäßigen Abständen von zwei Jahren, persönlich und schriftlichzu einem Mammographie-Screening eingeladen. Diese Untersuchung findetin sogenannten Screening-Einheiten statt.Männer können:· ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche Prostata-, Genital- undHautuntersuchung,· ab dem 50. Lebensjahr eine jährlicheDarmkrebs-Früherkennungsuntersuchung und· ab dem 55. Lebensjahr eine Darmspiegelung(zwei Untersuchungen im Abstand von 10 Jahren)in Anspruch nehmen.7


Gesundheits-Check-upFrauen und Männer ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Gesundheitsuntersuchung,die vor allem der Früherkennung häufig auftretenderKrankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen undDiabetes mellitus (Zuckerkrankheit), dienen soll.Während des Gesundheits-Check-ups klärt der Arzt in einem ausführlichenGespräch, welche Risiken durch eventuelle Vorerkrankungen und dieindividuellen Lebensgewohnheiten (so genannte Risikofaktoren) für denPatienten bestehen. Blutdruck und Puls werden gemessen, Herz und Lungeabgehört und Urin- und Blutproben entnommen.8


Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgeleistungenwährend und nach der SchwangerschaftWährend der Schwangerschaft gibt es Früherkennungsuntersuchungenfür die werdende Mutter und das ungeborene Kind.Dazu gehören unter anderem:· Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetesbei der Frau (Urintest)· Untersuchung auf Gestose (regelmäßige Kontrolledes Blutdrucks, Urintest und Untersuchung desGewebes auf Ödeme)· Ultraschall-Untersuchung (Feststellung der kindlichenKörpermaße, des voraussichtlichen Geburtsterminsund der Entwicklung des Kindes im Mutterleib)· Cardiotokographische Untersuchung (CTG) (Aufzeichnungder Wehentätigkeit und der Herztöne des Kindes)Neben den angebotenen Früherkennungsuntersuchungen ist die Vorsorgewährend der Schwangerschaft sehr wichtig. Zu den ärztlichen Vorsorgeleistungengehören unter anderem die Untersuchung der Schwangeren aufRöteln (Blutuntersuchung) sowie die Beratung und Aufklärung zu bestimmtenGesundheitsrisiken, die sich während der Schwangerschaft und nach der Entbindungfür die Frau und das Kind ergeben können. Auch Hebammen bietenin diesem Zeitraum Beratung und Aufklärung an.9


Jede werdende Mutter hat einen Anspruch auf Betreuung durch den Frauenarztund/ oder die Hebamme während der Schwangerschaft, bei der Entbindungund einige Wochen nach der Geburt. Bei einem regulären Schwangerschaftsverlaufohne gesundheitliche Beschwerden genügt eine ärztliche Untersuchungalle vier Wochen. Ab der 32. Schwangerschaftswoche ist alle zwei Wocheneine Untersuchung vorgesehen, bei einer Überschreitung des Geburtsterminssogar alle zwei Tage. Außerdem sollte die Schwangere im4. und im 8. Schwangerschaftsmonat den Zahnarzt aufsuchen.Wichtig: Im Rahmen der Schwangerschaftsuntersuchungenerhält die Frauden so genannten Mutterpass. Hierwerden alle wichtigen Untersuchungsergebnisseund der Schwangerschaftsverlaufdokumentiert. Diesen Passsollte die Schwangere immer bei sichtragen und zu den Untersuchungenmitbringen.10


Kinder- und JugenduntersuchungenBesonders wichtig für die gesundheitliche Entwicklung eines Menschen sinddie ersten Lebensjahre. Ähnlich wie bei den Erwachsenen gibt es auch für Kinderund Jugendliche Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgeleistungen.Hörscreening bei NeugeborenenIn Schleswig-Holstein können Neugeborene vom ersten Lebenstag anauf angeborene Hörstörungen untersucht werden. Für eine normaleSprachentwicklung im Kindesalter, für die emotionale und soziale Reifung desKindes sowie die spätere schulische und berufliche Entwicklung ist die Fähigkeit,gut hören zu können, sehr wichtig. Bei einem Hörtest für Neugeboreneerhält das Baby mit einem speziellen Messgerät eine kurze, schmerzloseund objektive Untersuchung seiner Hörfähigkeit. Hörbeeinträchtigungen,die relativ häufig bei Neugeboren auftreten, können so rechtzeitig erkanntund behandelt werden. Solche Hörtests werden mittlerweile im Rahmeneines Neugeborenen-Hörscreenings an nahezu allen Geburtskliniken undNeugeborenenkliniken angeboten. Die Teilnahme ist freiwillig und erfolgtnur nach schriftlicher Einverständniserklärung der Eltern. Ergibt der Hörtesteinen auffälligen Befund, so sind eine oder mehrere weitere Untersuchungennotwendig. Zunächst findet in derselben Klinik oder bei einem speziellgeschulten, zertifizierten Hals-Nasen-Ohrenarzt ein Kontrolltest statt. Wenndas Ergebnis auffällig bleibt, sollten im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein(Standorte Kiel und Lübeck, Adressen siehe Adressverzeichnis) oder bei einemPädaudiologen (Facharzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen)weitere Tests durchgeführt werden.Wichtig: Bei auffälligem Befund des Hörtests in der Geburtseinrichtung sollteder Kontrolltermin so bald wie möglich vereinbart werden. Zu Terminen im Universitätsklinikumoder beim Pädaudiologen muss immer ein Überweisungsscheinvom Kinder- oder Hals-Nasen-Ohrenarzt mitgebracht werden.11


Kommt das Baby zu Hause oder in einem Geburtshaus zur Welt, kann es denHörtest kurz nach der Geburt bei einem zertifizierten Hals-Nasen-Ohrenarzterhalten. Die Adressen aller für das Screening zertifizierten Hals-Nasen-Ohrenärztesowie Pädaudiologen sind bei den Hebammen, in Geburtshäusern und inden Geburtskliniken erhältlich.U-UntersuchungenDie »U-Untersuchungen« dienen dazu, die körperliche und geistige Entwicklungvon Neugeborenen und Kindern zu beobachten und mögliche Fehlentwicklungenfrühzeitig zu erkennen und zu behandeln.U-Untersuchungen Zeitpunkt OrtU1 direkt nach der Geburt Krankenhaus oder zu Hausedurch die Hebamme,U2 zwischen dem 3. und Krankenhaus oder beim10. Lebenstag KinderarztU3 - U9 7 Untersuchungen bis beim Kinderarztzur Vollendung des6. Lebensjahresoder beim Hausarzt12


Wann die U3- bis U9-Untersuchungen stattfinden, sollten Eltern mit demKinderarzt besprechen. Es ist wichtig, dass jede Früherkennungsuntersuchungzu einem ganz bestimmten Entwicklungszeitpunkt des Kindes vorgenommenwird. Nur so können eventuelle Störungen oder Krankheitenfrühzeitig erkannt und behandelt werden.Wichtig: Zu den Kinderuntersuchungenmüssen die Versichertenkarte und dasU-Heft mitgebracht werden, in demder Arzt die Untersuchungsergebnissefesthält. Weil Kinder im Rahmen derU-Untersuchungen auch die nötigenSchutzimpfungen erhalten können, sollteauch der Impfpass mitgebracht werden.Bei diesen Untersuchungen musskeine Praxisgebühr gezahlt werden.13


Der genaue Impfplan – wann das Kind welche Impfung bekommen sollte– wird am Besten bei der U3 (4. bis 6. Lebenswoche) mit dem Kinderarztabgesprochen. Die Kosten für die hier aufgeführten Impfungen übernehmen inder Regel die Krankenkassen. Eine Praxisgebühr fällt nicht an.Wichtig: Leidet ein Kind an einer Infektion, kann es nicht geimpft werden. DieImpfung muss auf einen späteren Termin verschoben werden.15


Früherkennungsuntersuchungen: Das Ziel von Früherkennungsuntersuchungen ist es,Erkrankungen zu einem frühen Zeitpunkt zu erkennen (wenn noch keine Symptome erkennbarsind) und somit die Chance auf Heilung zu erhöhen.Gestose: Gestose ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche, durch die Schwangerschaftausgelöste Gesundheitsstörungen. Neben einem erhöhten Blutdruck kann es zu einervermehrten Eiweißausscheidung im Urin und zum Entstehen von Ödemen kommen. EineGestose tritt vor allem bei sehr jungen oder älteren Erstgebärenden auf. Weitere Risikofaktorenbei Schwangeren sind Gefäßschäden aufgrund chronischer Nierenleiden, Bluthochdruck oderDiabetes, Rauchen sowie Übergewicht oder Eiweißmangel. Eine Gestose erhöht das Risikoeiner Frühgeburt und der Säuglingssterblichkeit. Außerdem kann es zu einer lebensbedrohlichenKomplikation für die Schwangere kommen.Gesundheitsamt: Gesundheitsämter bieten der Bevölkerung Informationen, Aufklärungund Beratung zum Thema Gesundheit an. Zu den Aufgaben der Gesundheitsämter gehörenbeispielsweise Schuleingangsuntersuchungen bei Kindern vor der Einschulung, die Impfberatungsowie Hilfen für psychisch Kranke, Suchtkranke und Menschen mit Behinderungen.Gesundheitsämter übernehmen auch Aufgaben der Überwachung und Kontrolle. Sie kümmernsich beispielsweise um die Hygiene in Behandlungs-, Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Sieüberwachen das Trink- und Badewasser und beraten in Fragen der Umweltmedizin.Hausarzt: Ein Hausarzt ist ein niedergelassener Arzt, der für den Patienten meist die ersteAnlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen ist. In Deutschland sind als Hausärzte tätig:Fachärzte für Allgemeinmedizin, hausärztlich niedergelassene Fachärzte für innere Medizin.21


Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Dazu gehören eine Reihe von Krankheiten, die sowohldas Herz, die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) als auch die Blutgefäße betreffen.Zu den häufigsten Krankheiten gehören die Arteriosklerose (Verengung der Arterien durchAblagerungen an der Gefäßinnenwand) – oftmals Vorläufer des Herzinfarktes (Verschlusseiner Arterie) – und die Herzinsuffizienz (auch Herzmuskelschwäche genannt), bei derdas Herz das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen kann.Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Die Entstehungdieser Krankheiten kann jedoch häufig vermieden werden. Eine gesunde Lebensweise mitfettarmer Ernährung, ausreichend Bewegung und Verzicht auf Nikotin hat eine schützendeWirkung auf das Herz-Kreislauf-System.Impfpass: In den Impfpass trägt der Arzt ein, wann welche Impfung stattgefunden hat. Weil dieKinderschutzimpfungen in der Regel während der Kindervorsorgeuntersuchungen stattfinden,sollte der Impfpass wie das U-Heft zu allen U-Untersuchungen und der J1-Untersuchungmitgebracht werden. Wenn noch kein Impfpass vorhanden ist, stellt der Arzt einen Impfpassaus. Der Impfpass sollte auch bei Erwachsenen zu jeder Impfung oder bei Reisen ins Auslandmitgenommen werden.Infektion: Bei einer Infektion dringen Krankheitserreger in den Körper ein und vermehrensich dort. Zu den Infektionskrankheiten gehören beispielsweise Durchfallerkrankungen,Atemwegsinfektionen, Masern und Keuchhusten, aber auch AIDS und Malaria.Influenza: eine durch Influenzaviren verursachte Infektionskrankheit, auch Grippe genannt,die fast immer die Atemwege befällt, aber auch mit einem schweren Krankheitsverlauf undKomplikationen wie Lungenentzündung (Pneumonie) oder Herzmuskelentzündung (Myokarditis)einhergehen kann.Krebs: Unter Krebs (Krebserkrankung) versteht man ein unkontrolliertes Zellwachstum. DieKrebszellen verdrängen oder zerstören gesundes Gewebe. Jedes Organ des Körpers kannvon Krebs befallen werden. Nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Krebserkrankungendie zweithäufigste Todesursache in Deutschland (jährlich erkranken etwa 390.000 Menschenan Krebs). Dennoch können immer mehr Patienten geheilt werden. Es gibt sehr vieleunterschiedliche Krebserkrankungen, die sich in den Behandlungsmöglichkeiten starkunterscheiden. Durch Krebsfrüherkennung kann das Risiko, an Krebs zu sterben, verringertwerden.22


Mammographie: Bei der Mammographie wird eine Röntgenaufnahme der Brust angefertigt.Dadurch können Veränderungen des Brustgewebes gut sichtbar gemacht werden.Ödeme: Ödeme sind Wasseransammlungen im Gewebe.Pneumokokken: Bakterien (Streptococcus pneumoniae), die verschiedene Erkrankungenauslösen können. Dazu gehören Lungenentzündung (Pneumonie), Hirnhautentzündung(Meningitis) oder Mittelohrentzündung (Otitis media). Das Risiko einer Erkrankung steigt imhöheren Lebensalter (über 60 Jahre), da die Leistungsfähigkeit des Immunsystems abnimmt.Praxisgebühr: Patienten müssen beim Arztbesuch einmal im Vierteljahr eine Praxisgebührin Höhe von 10 Euro entrichten. Dies gilt nicht für Früherkennungsuntersuchungen undVorsorgeleistungen. Diese sind kostenlos. Sind weitere Arztbesuche im selben Quartalnotwendig, so wird bei jedem dieser Besuche eine Praxisgebühr fällig, es sei denn, dererstbehandelnde Arzt hat eine Überweisung ausgestellt. Für die Inanspruchnahme einesZahnarztes oder Notarztes gibt es jedoch keine Überweisungsmöglichkeit und damit auchkeine Befreiung von der Praxisgebühr. Hier wird ebenfalls pro Quartal eine Praxisgebühr von10 Euro berechnet. Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr müssen keine Praxisgebührbezahlen. Chronisch Kranke können sich von der Praxisgebühr befreien lassen.Risikofaktoren: Es gibt eine Reihe von Umständen, die die Gesundheit gefährden können.Oft sind es gewohnheitsbedingte Verhaltensweisen und ihre Auswirkungen, die vermiedenwerden können. Nicht selten sind es aber auch – zum Teil angeborene – Veranlagungen, diezu Gesundheitsstörungen oder Krankheiten führen. Aber auch Umweltbedingungen, wie zumBeispiel eine erhöhte Lärmbelastung, UV-Strahlung oder Schimmelpilz in Wohnräumen, geltenals Risikofaktoren für das Entstehen bestimmter Krankheiten.23


Röteln: Röteln gehören zu den Kinderkrankheiten, die auch Erwachsene bekommen können.Eine Infektion mit dem Rötelnvirus während der Schwangerschaft kann schwerwiegendeSchäden beim ungeborenen Kind auslösen, z.B. geistige Behinderung, Taub- und Blindheit. Jefrüher in der Schwangerschaft (bis zur 18. Schwangerschaftswoche) sich eine Frau mit demVirus infiziert, desto größer ist die Gefahr, dass das Kind eine schwere Behinderung davonträgt.Bei der Schwangerschaftsvorsorge wird darum ein sogenannter Antikörper-Test durchgeführt,um festzustellen, ob die Schwangere bereits eine Rötelninfektion durchgemacht hat und somitgegen das Virus geschützt ist, oder ob sie sich vor einer Infektion schützen muss. Besteht keinausreichender Schutz, sollte die Schwangere den Kontakt zu Kindern und Menschenmengeneinschränken oder vermeiden. Der beste Schutz ist jedoch die Impfung im Kindesalter (Mädchenim Alter von 11 bis 13 Jahren) oder als Frau vor Beginn einer Schwangerschaft.Schwangerschaftsdiabetes: Aufgrund der hormonellen Veränderung während derSchwangerschaft können schwangere Frauen vorübergehend an Diabetes mellitus erkranken.Erste Anzeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes können sein: starkes Übergewicht derFrau, übermäßiger Durst, zuviel Fruchtwasser und ein übergroßes Kind. Schwangerschaftsdiabetes,ausgelöst durch einen zu hohen Blutzuckerspiegel, stellt eine gesundheitlicheGefährdung für die Mutter und das ungeborene Kind dar und muss behandelt werden. Beieinem leicht erhöhten Blutzuckerwert reicht das Einhalten einer strikten Diät meist aus. Bleibtder Blutzuckerwert weiterhin hoch, muss der Schwangerschaftsdiabetes mit Insulin behandeltwerden. In der Regel verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt.Screening: Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet Reihenuntersuchung. ImZusammenhang mit Brustkrebs bedeutet Screening eine Untersuchung aller Frauen im Altervon 50 bis 69 Jahren.24


Screening-Einheiten: Diese medizinischen Einrichtungen sind auf Screening-Mammographien spezialisiert und unterliegen strengen Qualitätsanforderungen. Hier werdenMammographie-Aufnahmen erstellt und, sollten Auffälligkeiten festgestellt werden, dieseweiter untersucht. Geleitet werden die Screening-Einheiten von speziell geschulten Ärzten.Symptom: Ein Symptom ist die Beschwerde, die von einer Krankheit oder Verletzunghervorgerufen wird (zum Beispiel Schmerz).U-Heft: In das U-Heft werden die Ergebnisse der Kindervorsorgeuntersuchungen(U-Untersuchungen) eingetragen. Darüber hinaus enthält das Heft wichtige Informationen, z.B.Tabellen mit dem Gewicht und der Größe, die ein Kind in einem bestimmten Alter erreichensollte. Das U-Heft wird nach der U1 noch im Krankenhaus ausgestellt und sollte zu allen KinderundJugendvorsorgeuntersuchungen mitgebracht werden.Versichertenkarte: Die Versichertenkarte wird vor dem Arztbesuch bei der Sprechstundenhilfeabgegeben, damit die Behandlung mit der Krankenkasse abgerechnet werden kann. DieVersichertenkarte wird kurz nach der Anmeldung bei einer Krankenkasse ausgestellt. In derRegel wird sie per Post zugeschickt. Auf dem Speicherchip sind die persönlichen Daten (Name,Geburtsdatum, Anschrift) des Versicherten und die Versichertennummer gespeichert, jedochkeine Information über den Gesundheitszustand oder Diagnosen.Vorsorge: Unter Vorsorge werden Maßnahmen verstanden, die die Entstehung vonErkrankungen verhindern sollen. Ein Beispiel für eine echte Vorsorgemaßnahme ist das Putzender Zähne. Mit regelmäßiger und richtig durchgeführter Zahnpflege lässt sich die Entstehungvon Zahnkaries weitgehend verhindern.25


4. AdressenÖffentlicher GesundheitsdienstKreis DithmarschenFachdienst GesundheitsschutzEsmarchstr. 5025746 HeideTel.: 0481 / 785-4900Fax: 0481 / 785-4931E-Mail: fd-gesundheit@dithmarschen.deInternet: www.dithmarschen.deLandeshauptstadt KielAmt für GesundheitFleethörn 18-2424103 KielServicetelefon: 0431 / 901-4200Fax: 0431 / 901-62113E-Mail: gesundheitsamt@kiel.deInternet: www.kiel.deStadt FlensburgGesundheitsdiensteNorderstraße 58-6024939 FlensburgTel.: 0461 / 85-2602-0Fax: 0461 / 85-2819E-Mail: gesundheitsdienste@flensburg.deInternet: www.flensburg.deHansestadt LübeckGesundheitsamtSophienstraße 2-823560 LübeckTel.: 0451 / 122-5300Fax: 0451 / 122-5390E-Mail: gesundheitsamt@luebeck.deInternet: www.luebeck.deKreis Hzgt. LauenburgFachdienst GesundheitBarlachstraße 423909 RatzeburgTel.: 04541 / 888-382-0Fax: 04541 / 888-162E-Mail: gesundheitsdienste@kreis-rz.deInternet: www.kreis-rz.deStadt NeumünsterFachdienst GesundheitMeßtorffweg 824534 NeumünsterTel.: 04321 / 942-2814-0Fax: 04321 / 942-2800fachdienst.gesundheit@neumuenster.deInternet: www.neumuenster.de26


Öffentlicher GesundheitsdienstKreis NordfrieslandAmt für Jugend, Soziales, Arbeit undGesundheitDamm 825813 HusumTel.: 04841 / 8970-0Fax: 04841 / 2476E-Mail: gesundheitsamt@nordfriesland.deInternet: www.nordfriesland.deKreis PlönAmt für GesundheitHeinrich-Rieper-Straße 624306 PlönTel.: 04522 / 743-386-0Fax: 04522 / 743-467E-Mail: gesundheitsamt@kreis-ploen.deInternet: www.kreis-ploen.deKreis OstholsteinFachdienst GesundheitHolstenstraße 5223701 EutinTel.: 04521 / 788-0Fax: 04521 / 788-600E-Mail: gesundheitsamt@kreis-oh.deInternet: www.kreis-oh.deKreis Rendsburg-EckernfördeGesundheitsdiensteKaiserstraße 824768 RendsburgTel.: 04331 / 202-238-0Fax: 04331 / 202-295gesundheit@kreis-rendsburg-eckernfoerde.dewww.kreis-rendsburg-eckernfoerde.deKreis PinnebergFachdienst GesundheitMoltkestraße 825421 PinnebergTel.: 04101 / 212-421-0Fax: 04101 / 212-685E-Mail: r.huemmelink@kreis-pinneberg.deb.moeller@kreis-pinneberg.deInternet: www.kreis-pinneberg.deKreis Schleswig-FlensburgFachdienst GesundheitMoltkestraße 22-2624837 SchleswigTel.: 04621 / 810-20-0Fax: 04621 / 810-55gesundheitsamt@schleswig-flensburg.deInternet: www.schleswig-flensburg.de27


Öffentlicher GesundheitsdienstKreis SegebergGesundheit für Mensch und TierHamburger Str. 3023795 Bad SegebergTel.: 04551 / 951-342-0Fax: 04551 / 951-301E-Mail: gesundheit@kreis-se.deInternet: www.kreis-segeberg.deKreis StormarnFachdienst GesundheitReimer-Hansen-Straße23843 Bad OldesloeTel.: 04531 / 160-282-0Fax: 04531 / 160-626E-Mail: gesundheitsamt@kreis-stormarn.deInternet: www.kreis-stormarn.deKreis SteinburgGesundheitsamtViktoriastraße 17 a25524 ItzehoeTel.: 04821 / 69-390-0Fax: 04821 / 69-403E-Mail: gesundheitsamt@steinburg.dein IfSG-Ang.: infektionsschutz@steinburg.deInternet: www.steinburg.de28


Hilfe und GesundheitsberatungDer Beauftragte für Flüchtlings-, AsylundZuwanderungsfragen des LandesSchleswig-HolsteinKarolinenweg 124105 KielTel.: 0431 / 988-1292Fax: 0431 / 988-1293E-Mail: fb@landtag.ltsh.dePatientenombudsmann/-frauin Schleswig-Holstein e.V.Postanschrift:Ärztekammer S-HBismarckallee 8-1223795 Bad SegebergTel.: 01805 / 235383 (12 Cent pro Minute)Die Bürgerbeauftragte für sozialeAngelegenheiten des LandesSchleswig-HolsteinPostfach 712124171 KielTel.: 0431 / 988-1240Fax: 0431 / 988-1239E-Mail: Buergerbeauftragte@landtag.ltsh.dePflegeNotTelefon01802 / 494847 (6 Cent pro Anruf)Giftinformationszentrum NordPharmakol. und toxikol. Zentrumder Universität GöttingenRobert-Koch-Str. 4037075 GöttingenTel.: 0551 / 19240Fax: 0551 / 3831881Refugio Zentrum für Behandlung, Beratungund Psychotherapie von Folter-, Flucht- undGewaltopfern in Schleswig-Holstein e.V.Königsweg 2024103 KielTel.: 0431 / 733313Fax: 0431 / 7068966E-Mail: info@refugio-kiel.deLandesvereinigung fürGesundheitsförderung e.V.in Schleswig-HolsteinFlämische Straße 6-1024103 KielTel.: 0431 / 9429429


Ärzte / Apotheken / KlinikenÄrztekammer Schleswig-HolsteinBismarckallee 8-1223795 Bad SegebergTel.: 04551 / 803-0Internet: www.aeksh.deKassenzahnärztliche VereinigungSchleswig-HolsteinWestring 49824106 KielTel.: 0431 / 3897-0Patiententelefon: 04551 / 803-308Arztfindex: www.arztfindex.deMedfindex: www.medfindex.deApothekerkammer Schleswig-HolsteinDüsternbrooker Weg 7524105 KielTel.: 0431 / 57935-10Fax: 0431 / 57935-20E-Mail: geschaeftsstelle@ak-sh.aponet.dePsychotherapeutenkammerSchleswig-HolsteinWalkerdamm 1724103 KielTel.: 0431 / 6611990Fax: 0431 / 6611995E-Mail: info@pksh.deInternet: www.pksh.deApothekerverband Schleswig-HolsteinLandesverband selbständigerApothekerSteekberg 1124107 KielTel.: 0431 / 31936-0Fax: 0431 / 31936-15E-Mail: verband@apotheke-sh.deInternet: www.apotheke-sh.deUniversitätsklinikum Schleswig-HolsteinCampus KielBrunswiker Straße 1024105 KielTel.: 0431 / 597-0Campus LübeckRatzeburger Allee 16023538 LübeckTel.: 0451 / 500-0Kassenärztliche VereinigungSchleswig-HolsteinBismarckallee 1-323795 Bad SegebergTel.: 04551 / 883-0Zahnärztekammer Schleswig-HolsteinWestring 49824106 KielTel.: 0431 / 260926-030


Wohlfahrt und VerbraucherberatungAWO ArbeiterwohlfahrtLandesverbandSchleswig-Holstein e.V.Feldstr. 524105 KielTel.: 0431 / 5114-0DRK-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.Klaus-Groth-Platz 124105 KielTel.: 0431 / 5707-0Caritasverband fürSchleswig-Holstein e.V.Krusenrotter Weg 3724113 KielTel.: 0431 / 5902-0Jüdische GemeinschaftSchleswig-Holstein K.d.ö.R.Wikinger Str. 624143 KielTel.: 0431 / 739909-6/-7Diakonisches Werk Schleswig-HolsteinLandesverband der inneren Mission e.V.Kanalufer 4824768 RendsburgTel.: 04331 / 593-0Sozialverband DeutschlandLandesverband Schleswig-HolsteinMuhliusstr. 8724103 KielTel.: 0431 / 98388-0DPWV Deutscher ParitätischerWohlfahrtsverband LandesverbandSchleswig-Holstein e.V.Beselerallee 5724105 KielTel.: 0431 / 5602-0VerbraucherzentraleSchleswig-Holstein e.V.Bergstr. 2424103 KielTel.: 0431 / 59099-031


HIV / Sexualität / Sucht / FamilienplanungAIDS-Hilfe Kiel e.V.Königsweg 1924103 KielTel.: 0431 / 57058-0Fax: 0431 / 57058-28Beratungsstelle für Menschen mit Fragenzu HIV und AIDSSüdergraben 5924937 FlensburgTel.: 0461 / 1419430Fax: 0461 / 1419444AIDS-Hilfe Neumünster e.V.Wasbeker Straße 9324534 NeumünsterTel.: 04321 / 66866Fax: 04321 / 260434Landesstelle für SuchtfragenSchleswig-Holstein e.V.Schauenburger Str. 3624105 KielTel.: 0431 / 564770Fax: 0431 / 564780E-Mail: sucht@lssh.deInternet: www.lssh.deAIDS-Hilfe Sylt e.V.Keitumer Chaussee 1025980 WesterlandTel.: 04651 / 19411Fax: 04651 / 927690Lübecker AIDS-Hilfe e.V.Engelsgrube 1623552 LübeckTel.: 0451 / 72551Tel.: 0451 / 704133Fax: 0451 / 7070218AIDS-Hilfe Westküste e.V.Große Westerstraße 3025746 HeideTel.: 0481 / 7676Fax: 0481 / 7890862Pro Familia – Deutsche Gesellschaft fürFamilienplanung, Sexualpädagogik undSexualberatungLandesverband Schleswig-Holstein e.V.Marienstr. 29-3124937 FlensburgTel.: 0461 / 9092620Internet: www.profamilia-sh.de32


Interkulturelle Gesundheitslotsen in Schleswig-HolsteinMit dem Projekt »Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheitslotsenin Schleswig-Holstein« ist im April 2007 der Startschuss für eine mehrsprachige undkultursensible Gesundheitsförderung und Prävention in Schleswig-Holstein gefallen.Der vorliegende Leitfaden ist im Rahmen dieses Projektes entstanden. Wir danken fürdie Unterstützung bei der Durchführung des Projektes und bei der Entwicklung desLeitfadens folgenden Kooperationspartnern:Arbeiterwohlfahrt Landesverband Schleswig-Holstein e.V.Zentrum für interkulturelle Konzepte, Projektentwicklung und BeratungHansestadt LübeckFachbereich Wirtschaft und SozialesBereich 530 – GesundheitsamtÄrztekammer Schleswig-HolsteinArbeitskreis Migration und Gesundheit Schleswig-Holstein34


Wir danken allen Fachkräften und Institutionen, die an der Entstehungdieser Broschüre beteiligt waren:Dr. med. Cordelia Andreßen (Ärztekammer Schleswig-Holstein), Irene Böhme(Gesundheitsamt Lübeck), Antje Dechow (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein –Campus Lübeck), Prof. Dr. med. Gisela C. Fischer (Medizinische HochschuleHannover), Peter Lindner (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugendund Senioren Schleswig-Holstein – MSGFJS SH), Prof. Dr. med. WielantMachleidt (Medizinische Hochschule Hannover), Dr. Anne Marcic (MSGFJS SH),Dr. Klaus Riehl (MSGFJS SH), Wiebke Schindel (Hessisches Sozialministerium),Dr. Marion Scupin (MSGFJS SH), Dr. Birgit Sitepu (MSGFJS SH), Michael Treiber(AWO Landesverband Schleswig-Holstein e.V.), Dr. med. Matthias Wienold (Ethno-Medizinisches Zentrum e.V.), Heiko Wolgast (BKK-Landesverband NORD).Für die Übersetzung des Wegweisers in die jeweiligen Sprachen warenfolgende Fachleute verantwortlich:Farhad Ahma, Khaled Alzayed, Petrit Beqiri, Hai Bluhm, Izabela Dyczek, IzarbeGarcia Sanchez, Zohreh Jalili, Shahram Jennati Lakeh, Photini Kaiser, Tangazar Khasho,Dr. Nilgün Kimil, Martin Müller, Tatjana Pankratz-Milstein, Milos Petkovic, CinziaPizzati-Sturm, Rose-Marie Soulard-Berger.35

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