Aufrufe
vor 6 Jahren

passagen - Pro Helvetia

passagen - Pro Helvetia

Switzerland/South

Switzerland/South Carolina, USA Basel/Basel-Stadt, Schweiz

waren für Bewohner des Hintertals nur schwer erreichbar. Missernten trugen zur Krise bei. Insgesamt rund 400000 Schweizer sind im Laufe der Zeit in die Neue Welt aufgebrochen, die Mehrzahl im 19. Jahrhundert. ‹Taufgesinnte›, Schweizer Anabaptisten genannt, suchten nach erschwinglichem Land, Mormonen ein neues Zion in Utah. Bauern und Kaufleute rechneten mit Expansionsmöglichkeiten, Handwerker hofften, der Fabrikarbeit zu entrinnen, und manche waren ganz einfach vom Fernweh gepackt. In der Wahlheimat fanden sie sich meist rasch zurecht; die Schweiz als direkte Demokratie und die USA als zwar nur repräsentative Republik waren sich doch recht ähnlich. Als Westeuropäer hatten die Schweizer auch nicht unter rassischer und ethnischer Diskriminierung zu leiden wie andere Immigranten. New Helvetias: Theobald von Erlach (1541-1565) gilt als der erste Schweizer, der seinen Fuss auf amerikanischen Boden setzte; er stand in französischen Diensten, spätere Auswanderer folgten meist den britischen Kolonialisten. Der Berner Aristokrat Christoph von Graffenried gründete 1710 die Siedlung New Berne in North Carolina, und bald schossen zahlreiche Ortschaften mit Schweizer Namen aus dem Boden – von Tell City, Indiana, bis zu Grütli, Tennessee. Das 1804 gegründete Vevay, Indiana, geht auf Jean Jacques Dufour zurück, der den Weinbau in Amerika einführte; Immigranten aus der italienischen Schweiz begannen um die Jahrhundertwende mit der Winzerei in Kalifornien. Schweizer Familien bewässerten die Wüsten des Imperial Valley im Süden des Staates und legten den Grundstein für die intensive Landwirtschaft, die heute halb Amerika mit Früchten und Gemüsen versorgt. Selbst die Hauptstadt Kaliforniens ist eine Schweizer Gründung: Johann August Sutter, wegen eines Konkurses aus der Schweiz geflohen, hatte da Ländereien erworben und 1839 die Kolonie ‹New Helvetia› errichtet. Als zehn Jahre später Gold entdeckt und er von gierigen Glücksrittern überrannt wurde, gründete sein Sohn die Siedlung Sacramento. Schweizer wissen das naturgemäss besser als Amerikaner. Wie auch, dass es der Welschschweizer Radrennfahrer und Mechaniker Louis Chevrolet war, der 1900 als 22jähriger nach Amerika auswanderte und elf Jahre später die Autofirma startete, die seinen Namen trug – ein Schweizer Markenzeichen made in USA. Swiss Center of North America: Im Unterschied zu anderen Einwanderergruppen haben die Schweizer kein Zentrum, das ihre Geschichte dokumentiert. Das soll sich ändern; 1999 ist New Glarus zum Standort des Swiss Center of North America er- koren worden. Kommt genug Geld zusammen, wird das ein Neubau werden; ein langes horizontales Quader, dessen kühle Architektur schweizerische Nüchternheit ausstrahlt. Kaye Gmur, die Administratorin, wagt noch nicht so recht darauf zu hoffen – vielleicht wird man sich mit dem Umbau des alten Spitals zufrieden geben müssen, wo sie jetzt ihr Büro hat. Bisher sind drei Millionen Dollar zusammengekommen, teils staatliche Gelder aus den USA und der Schweiz, teils Firmenspenden aus beiden Ländern. Kein Museum soll es werden, sondern ein Ort des kulturellen Austausches, der historischen Forschung und der geschäftlichen Beziehungspflege, betont Kaye. Das geplante Zentrum soll auch die Website von Swiss Roots betreuen, über die Amerika-Schweizer ihre Abstammung erforschen und Kontakte knüpfen können. Ab in den Wilden Westen: Die Gründungsgeschichte von New Glarus ist insofern ein Sonderfall, als die Emigration von politisch führenden Persönlichkeiten organisiert wurde. In Sorge um die wirtschaftlich Bedrängten bildeten sie ein ‹Auswanderungs-Comité›, namens dessen zwei Emissäre, der Appellationsrichter Niklaus Dürst und der Schmied Fridolin Streiff, nach Amerika geschickt wurden mit dem Auftrag, im ‹Wilden Westen› Land für Siedler zu kaufen. Am 8. März 1845 brachen die beiden auf. Es dauerte eine Weile, bis sie fündig wurden. Fruchtbaren Boden für Getreide und Viehwirtschaft gab es wohl, doch Wälder für Nutzholz waren rar, und ohne Holz konnte man nicht bauen. Am 17. Juli tätigten sie den Kauf der 480 Hektar Land des künftigen New Glarus. Im ‹Historical Village› des Dorfes steht eines der kleinen Holzhäuser, ein Original der Gründerjahre, das von den bescheidenen Verhältnissen zeugt, in denen die Pioniere lebten. Mitte August 1845 waren 135 von ihnen, dreissig Familien insgesamt, am Bestimmungsort eingetroffen. Nur fünf Familien blieben. Einige zogen weg, andere verkauften ihre Landrechte, einzelne starben. Der Deutsche Wilhelm Streissguth, der als erster Pfarrer amtete, legte in einem Brief vom 2. September 1850 den Glarner Kirchenbehörden Rechenschaft ab über den Zustand seiner Gemeinde. Streissguth, angereist per Bahn, Schiff und Postkutsche «mit ächt amerikanischer Schnelligkeit und Unsicherheit sowohl für das Leben, als das Gepäck der Reisenden», war vorgewarnt, in der Schweizerkolonie stünde nicht alles zum besten. Streitereien und Familienfehden waren ausgebrochen, die Freiheit war zur Zügellosigkeit geworden. Frisch in der Wildnis angekommen, hätten manche den Kopf verloren, schreibt Streissguth, und den Eltern sei die Kontrolle ihrer Kinder entglit- 45

Jahresbericht 2011 (PDF) - Pro Helvetia
Jahresbericht 2010 (PDF) - Pro Helvetia
Evaluieren in der kultur! - Pro Helvetia
Miami Beach «Art» Basel in Übersee - Pro Helvetia
Helvetia WorkLife Pro. Die leistungsstarke Unterstützungskasse.*
Helvetia Unternehmensportrait - Die VitaPlus AG
Passagen 02-11 Satz neu - Zeitschrift für die zweite Lebenshälfte
Aktionärs- brief 2011 - Helvetia Gruppe
Passagen 01-11 Satz neu - Zeitschrift für die zweite Lebenshälfte
Geschäftsbericht Helvetia Leben 2010
Geschäfts- bericht 2010 - Helvetia Gruppe
Geschäftsbericht Helvetia Leben 2011
Helvetia Photovoltaik-Versicherung Was immer Sie vorhaben. Wir ...
Geschäfts bericht 2011 - Helvetia Gruppe
Der Helvetia Kfz-Schadenservice ist für Sie da!
Die Helvetia Kfz-Versicherung AutoCare.
GRI Inhaltsverzeichnis CR-Bericht 2012 - Helvetia Gruppe
Flyer der passage gGmbH, der Hamburger Volkshochschule und
Geschäftsbericht 2011 - Helvetia
Helvetia CleVesto Fondssparplan Was immer Sie ... - Helvetia Gruppe