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psychiatrie heute - Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Gesundheit

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Reihe von Hinweisen und einige, z. T. recht umfangreiche Kapitel. Wer sie einmal<br />

überflogen hat, wird vor allem beim Begriff „Maligner (bösartiger) Narzissmus“<br />

auf viele Parallelen stoßen. Dabei sind extreme Ausprägungs-Formen<br />

zwar „grausam“, dafür schneller erkennbar; die Opfer können sich rascher für<br />

Rückzug oder Gegenmaßnahmen entscheiden. Weitaus häufiger und für die<br />

Betroffenen peinsamer sind die mittelschweren „Narzissmus-Fälle“, die es selten<br />

auf die Spitze treiben, dafür lange, mitunter unbegreiflich lange ihre Opfer<br />

quälen – gnadenlos und ohne Schuldgefühle.<br />

VERHALTENSSTÖRUNGEN VOM KINDES- BIS ZUM ERWACHSENEN-<br />

ALTER<br />

Die meisten Psychopathen beginnen laut R. D. Hare schon als Kind Verhaltensstörungen<br />

zu zeigen.<br />

Dazu gehören beispielsweise ständiges Schummeln, Lügen, aber auch<br />

Diebstahl, Zündeln, Schule schwänzen, Störungen des Unterrichts, Rauschdrogenmissbrauch,<br />

Vandalismus, Gewalttätigkeit, Schikanieren von Klassenkameraden,<br />

Ausreißen von zu Hause, verfrühte sexuelle Aktivitäten u. a.<br />

Gerade hier sind aber die Kinder- und Jugendpsychiater sowie -psychologen<br />

eher vorsichtig in ihren Diagnosen, zu viel an möglichen Einfluss-Faktoren<br />

spielt in diesen Entwicklungsphasen bis zur Pubertät mit herein. Der Punkt,<br />

der die meiste Aufmerksamkeit und anschließend therapeutische Korrektur erfordert,<br />

ist das engere und weitere Umfeld. Denn – das ist eine tägliche Erfahrung<br />

– insbesondere Kinder aus sozialen Brennpunkten oder zerrissenen bzw.<br />

selber schon gewalttätigen Familien bieten dann eine ähnliche grenzwertige<br />

bis kriminelle Karriere, die in ihrer negativen Richtung bisweilen wie auf Schienen<br />

laufend erscheint, Generation um Generation.<br />

Ein wichtiger Hinweis sind laut Hare beispielsweise kindliche Grausamkeiten<br />

gegenüber Tieren, ein in der Regel ernstes Zeichen für bedenkliche gemütsmäßige<br />

oder Verhaltensprobleme.<br />

Dann scheint es auch nicht mehr weit zu sein, gegen andere, unterlegene und<br />

jüngere Kinder, ggf. sogar die eigenen Geschwister niederträchtig vorzugehen.<br />

Es ist eben das alte und offenbar schon früh ausgeprägte Problem der Unfähigkeit,<br />

Mitgefühl zu empfinden, wenn man anderen Menschen Leid oder<br />

Schmerzen zuzufügen droht, nicht zuletzt im blind-wütigem Zustand.<br />

29<br />

Int.1-Psychopath.doc

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