Kommerzielle oder Open-Source-Software? - niclaw

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74 IT & TechnikOpen-Source-ERP-SystemeKommerzielle oderOpen-Source-Software?ERP-Systeme werden heute am Markt in grosser Zahl angeboten. Bekannte ERP-Systeme sind beispielsweiseSAP, Microsoft Dynamics oder Abacus. Auch kleine und mittelgrosse Unternehmen habenzunehmend ERP-Software im Einsatz. Denn durch Software gestützte Planung und Abwicklung könnenbetriebliche Prozesse automatisiert und optimiert werden.Henriette BaumannCordula E. NiklausERP-Systeme bilden die Grundlage für dieelektronische Abwicklung mit Kunden undLieferanten, was beispielsweise für Zulieferergrosser Unternehmen überlebenswichtigsein kann. Nicht zuletzt liefert das ERP-Systemdie Basisinformationen für die Steuerungund Kontrolle des gesamten Unternehmens.Neue Sterne am HimmelDas Angebot wurde in den vergangenenJahren zunehmend ergänzt durch Open-Source-ERP-Systeme. Dass die meisten dieserOpen-Source-ERP-Systeme lizenzkostenfreierhältlich sind, ist für kleine und mittelgrosseUnternehmen mit eher tiefemIT-Budget natürlich verlockend.Doch wie sind diese ERP-Systeme einzustufen?Wie hoch sind die Risiken? Für weneignen sie sich? Ein kurzer Einblick in dieOpen-Source-Welt erleichtert die Beurteilungdieser Aspekte.Technologisch an der SpitzeCharakteristisch für Open-Source-Softwareist, dass der Quelltext zugänglich und fürBearbeitung und Weiterverbreitung offen ist(s. Glossar). Eine «Community», das heissteine Anzahl Programmierer über Unternehmens-und Ländergrenzen hinweg, entwickeltgemeinsam nach defi nierten Regelnan einem Softwareprojekt. Aufgrund des freiverfügbaren Quelltextes kann jeder interessierteEntwickler einen Beitrag leisten: Weiterentwicklungen,Verbesserungen, Fehlerbehebungenoder auch Dokumentationen.Nicht selten beauftragen grosse Unternehmenihre Entwickler, ihre Arbeitszeit diesenCommunities zu widmen. Dieser Mechanismusführt dazu, dass mit zunehmenderGrösse der Community die Qualität derSoftware steigt, was die hohe Qualität erklärt.Die Zusammenarbeit und Entwicklungerfolgt über das Internet. Dadurch basierenalle verfügbaren Open-Source-ERP-Systemeauf modernen Web-Technologien, offenenStandards, sind plattformunabhängig aufgebautund damit vielen kommerziellenERP-Systemen technologisch voraus.QuellcodeUnter dem Quellcode (engl. source code)oder Programmcode versteht man den lesbaren,in einer Programmiersprache geschriebenenText eines Computerprogramms.Bei kommerziellen Softwareproduktenwird der Quellcode vor derAuslieferung an den Kunden üblicherweisein Maschinensprache übersetzt, und derKunde erhält nur das ausführbare Programm.Damit schützt der Hersteller seinKnow-how, in dem kein Einblick in die Funktionsweisedes Programms gewährt wird. Inden meisten Fällen ist das ausführbare Programmauf nur eine Plattform beschränkt,zum Beispiel Windows, Mac oder Linux. Beieinem Plattformwechsel muss das ausführbareProgramm für die neue Plattform nochmalserworben werden. Open-Source-Softwarehingegen kann auf nahezu allen gängigenPlattformen eingesetzt werden.Nur wenig Länderspezifi kaIm Gegenzug sind länderspezifi sche Funktionalitätenzweitrangig. Zwar sind alle ver-KMU-Magazin Nr. 8, Oktober 2008


IT & Technik75fügbaren ERP-Systeme mehrsprachig und fürbeliebige Kontenrahmen ausgelegt, jedochsind typische Schweizer Ergänzungen wiebeispielsweise der ESR-Einzahlungsscheinoder der elektronische Zahlungsverkehrmeist nicht in der Kernlösung enthalten. Inzwischenentstehen kommerzielle Lösungenfür Zahlungsverkehr und elektronische Rechnungsstellung,die an das Open-Source-ERP-System angebunden werden können. (z.B.swiss-billing).Und die Kosten?In der Tat entfallen die Kosten für Software-Lizenzen und Lizenzverwaltung vollständig,nicht jedoch die Kosten für Bedarfsanalyse,Konfi guration und Anpassung, Einführung,Schulung und Support. Diese Serviceleistungenwerden von kommerziellen Anbieternzu marktüblichen Konditionen erbracht.Aktuelle Studien gehen daher gesamthaftvon einer Einsparungsmöglichkeit von bis zu30 Prozent durch den Einsatz von lizenzkostenfreierOpen-Source-ERP-Software aus.GlossarERP-SystemEnterprise-Ressource-Planning-Systeme (ERP-Systeme) sind betriebswirtschaftliche Softwareanwendungen,die typische Funktionenin einem Unternehmen wie beispielsweise dieProduktion, Materialwirtschaft, Rechnungswesen,Buchhaltung, Vertrieb, Marketing, Logistik,Personalwirtschaft als integrierte Softwareunterstützen.Open-Source-SoftwareOpen Source («quelloffen») ist Software, derenQuelltext zugänglich ist und die offen istfür Bearbeitung und Weiterverbreitung. DieOpen-Source-Initiative wendet den BegriffOpen Source auf all die Software an, derenLizenzverträge den folgenden drei charakteristischenMerkmalen entsprechen:1. Die Software liegt in einer für den Menschenlesbaren und verständlichen Formvor: In der Regel handelt es sich bei dieserForm um die Quelltexte in einer höherenProgrammiersprache.2. Die Software darf beliebig kopiert, verbreitetund genutzt werden: Es gibt keine Nutzungsbeschränkungen,weder bezüglichder Anzahl der Benutzer noch bezüglichder Anzahl der Installationen. Mit der Vervielfältigungund der Verbreitung sind keineZahlungsverpfl ichtungen gegen einenLizenzgeber verbunden.3. Die Software darf verändert und in der verändertenForm weitergegeben werden:Durch den offengelegten Quelltext ist Verändernohne weiteren Aufwand für jedenmöglich. Weitergabe der Software sollohne Lizenzgebühren möglich sein. Open-Source-Software ist auf die aktive Beteiligungder Anwender an der Entwicklunggeradezu angewiesen. So bietet sich Open-Source-Software zum Lernen, Mitmachenund Verbessern an.Weitergehende Informationen sind unter folgendemLink zu fi nden:http://www.opensource.org/docs/osd.Tipps zur Software-AuswahlDie Evaluation von Open-Source-ERP-Systemenunterscheidet sich nur geringfügig vonderjenigen kommerzieller ERP-Systeme undsollte genauso gründlich durchgeführt werden.Die Zahl der verfügbaren Open-Source-ERP-Systemeliegt noch weit unter demAngebot der kommerziellen ERP-Systeme.In der nachstehenden Tabelle sind die wichtigstenOpen-Source-ERP-Systeme aufgelistet.Sie unterscheiden sich hauptsächlich imFunktionalitätsumfang, Reifegrad, in derAusrichtung auf kleine oder mittelgrosseUnternehmen und in der dahinterstehendenEntwicklergemeinde. Einige Systeme stellenBasissoftware dar, die sich optimal für dieindividuelle Weiterentwicklung eignet.Zentrales Element ist der Anforderungskatalog(auch «Pfl ichtenheft»). Die Qualität derKMU-Magazin Nr. 8, Oktober 2008


76 IT & TechnikLizenzkostenfreie Open-Source-ERP-SystemeProdukt Lizenz Link Optaros-BewertungFunktionalität Reife Community TrendAdempiere GPLv2 http://www.adempiere.org *** *** *** ➚ApacheOFBizApache2.0Licensehttp://ofbiz.apache.org *** *** *** ➚Compiere GPL http://www.compiere.org *** **** * ➘ERP5 GPL http://www.erp5.com ** ** * ➙LedgerSMB* GPL http://www.ledgersmb.org *** *** ** ➚Openbravo OpenbravoPublicLicense(based onMPL 1.1)http://www.openbravo.com ** ** *** ➚Opentaps GPL http://opentaps.org *** *** ** ➚SQL-Ledger GPL http://sql-ledger.org *** *** * ➙OpenMFGEnterpriseResourcePlanningSuiteCPAL1.0 http://www.xtuple.com/openmfgTinyERP GPL http://www.tinyerp.com *** ** *** ➚WebERP GPLv2 http://www.weberp.org *** ** ** ➙Bewertung aus www.eosdirectory.com.* Abspaltung von SQL-Ledger. Keine Bewertung im eosdirectory vorhanden. Bewertung durch die Autorinnen.Anforderungsanalyse und des Anforderungskatalogsist entscheidend für die erfolgreicheEinführung des ERP-Systems imeigenen Unternehmen. Durch den Abgleichverschiedener ERP-Systeme mit den Anforderungenkönnen die geeigneten Systemezielgenau in die engere Wahl genommenwerden. Hilfreich ist dabei die Möglichkeit,Open-Source-ERP-Systeme kostenfrei vomInternet herunterzuladen, um sich ein genauesBild von der Lösung zu machen. Allerdingssind die Installationen nicht immereinfach durchzuführen und professionelleHilfe kann durchaus erforderlich werden.Für Anforderungsanalyse und Vorauswahlgeeigneter Systeme stehen unabhängigeBeratungsunternehmen zur Verfügung. Beider Auswahl ist darauf zu achten, dass dieseUnternehmen mehrjährige ERP-Erfahrung(auch mit kommerziellen ERP-Systemen)und Referenzprojekte vorweisen können.Die meisten dieser Unternehmenerstellen zudem Vorgaben für die Konfi gurationund Parametrisierung des ERP-Systems,so dass die länderspezifi schen rechtlichenVorschriften an ein ERP-System erfülltwerden und das gesamte Einführungsprojektbegleiten. Adressen fi ndet man auf denHomepages der Open-Source-ERP-Systeme(siehe Box) oder bei Open-Source-Netzwerkenwie der LiSoG e.V. (www.lisog.org).Beurteilung der CommunityBei kommerzieller Software fl iesst die Beurteilungdes Herstellers in die Entscheidungsfindung ein. Ein Anwenderunternehmenwünscht sich keinen Herstellerkonkurs unddas Erzwingen von Release-Updates wirdzunehmend unbeliebter. Demgegenübermuss bei Open-Source-ERP-Systemen dieCommunity betrachtet werden. WichtigsteBeurteilungskriterien sind dabei die Grösse,die sich in Mailinglisten, Foren und in derWeiterentwicklung der Software verfolgenlässt. Je breiter und aktiver eine Community,desto sicherer ist die Investition in dasOpen-Source-ERP-System.Rechtliche AspekteOpen-Source-Software kann üblicherweiseim Internet heruntergeladen werden (www.KMU-Magazin Nr. 8, Oktober 2008


IT & Technik77sourceforge.net oder siehe Tabellenübersicht).Mit dem Bezug über das Internet undder Installation werden in der Regel die Lizenzbedingungenakzeptiert. Welche Lizenzzugrunde liegt, ist auf der Website des Projektsoder auch im Quellcode ersichtlich.Die am weitesten verbreitete Softwarelizenzist die GNU GPL (GNU General Public License).Weitere gängige Lizenzen sind GNULGPL (GNU Lesser General Public License),Apache Lizenz oder MPL (Mozilla Public License).Bei allen Lizenztypen gibt es keine Gewährleistungfür die Software. In der Praxisheisst das, dass die Behebung von Mängelnentweder von der Community auf freiwilligerBasis bearbeitet wird oder das Anwenderunternehmenbeauftragt eigene IT-Spezialistenoder Servicedienstleister mit derMängelbehebung und kommt für die Kostenauf. Bei GNU GPL müssen Änderungenund Erweiterungen der Software freigegebenwerden, während die Apache-Lizenz ermöglicht,diese unter Verschluss zu halten.Soll eine weiterentwickelte Open-Source-ERP-Software dem Anwenderunternehmeneinen Konkurrenzvorteil ermöglichen, istdieser Aspekt bei der Softwareauswahl vonBedeutung.Einführung der SoftwareAuch wenn Open-Source-ERP-Softwareschnell und kostenfrei beschafft werdenkann, ist die Einführung mit Geschäftsprozessoptimierungen,organisatorischen Veränderungenoder Datenmigrationen verbundenund erfordert daher eine sorgfältigePlanung und Umsetzung. Eine ordentlicheKonfi guration und Parametrisierung ist derMindestaufwand, der betrieben werdenmuss. Dieser Aufwand kann durchaus überdem eines kommerziellen ERP-Systems liegen,das optimal auf eine spezifi sche Zielgruppeausgerichtet und damit vorkonfi guriertist.Die Verfügbarkeit des Quellcodes und dieOffenheit des Systems machen es möglichund attraktiv, das neue ERP-System schnellan die Gegebenheiten des Unternehmensanzupassen und mit Schnittstellen zu anderenSystemen zu versehen. Die nahezu unbegrenzteAnpassungs- und Erweiterungsmöglichkeitist eine der unschlagbaren Stärkenvon Open-Source-ERP-Systemen undeine grosse Chance für die IT-Fitness kleinerund mittlerer Unternehmen. Die Erfahrungenhaben gezeigt, dass Insellösungenzu vernünftigen Kosten integriert oder abgelöstwerden können und die Teilnahmean der elektronischen Geschäftsabwicklungfür kleinere Unternehmen kein Wunschtraummehr sein muss. Da grosse Unternehmenlängst begonnen haben, ihre Lieferantennach diesem Kriterium auszuwählen,kann dies für ein Zulieferunternehmen überlebensnotwendigsein.Interessante Ergebnisse lieferte auch eineim Jahr 2007 in Deutschland durchgeführteUmfrage. Dieser zufolge setzen 6 bis 10Prozent (je nach Branche) der befragten UnternehmenOpen-Source-Lösungen ein. 40Prozent der befragten Unternehmen habeneine eigene Unternehmensanwendung entwickelt,weil sie keine passende Standardlösunggefunden haben (vorhandene Produktewaren zu teuer, man wollte keine Abhängigkeitvon einem Softwareanbieter,keine Lösung hat die Anforderungen erfüllt).Von diesen Unternehmen haben 48 Prozentauf Open-Source-Systemen aufgebaut.Für Unternehmen, die keine Standardlösungenwollen, kann ein Open-Source-ERP-System die ideale Ausgangsbasis für die Eigenentwicklungdarstellen. Eigenentwicklungenwerden damit kostengünstiger,schneller und mit weniger Risiken realisiert.Veränderungen an der Software solltenFachleuten, die mehrjährige Erfahrung mitder Programmierung der gewählten Lösunghaben, überlassen werden. Dabei kann manauch innerhalb der Communities fündigwerden. Referenznachweise und eine detaillierteOfferte sind dabei unerlässlich. Esist aufgrund der Quelloffenheit auch möglich,diese Arbeiten im eigenen Haus durchzuführen,erfordert aber je nach Produkteine entsprechende Einarbeitungszeit in dieSoftware.Sicherheitstechnische AspekteWährend Open-Source-Software generellals sicherer gilt als kommerzielle Produkte,sind die Sicherheitsmechanismen der Open-Source-ERP-Systeme unterschiedlich gutausgeprägt. Hier muss individuell entschiedenwerden, welche Sicherheitsstufe dasUnternehmen fordert und welche marktüblichenSysteme wie Firewalls, Virenschutzusw. zusätzlich installiert werden müssen.Erfahrungen in der SchweizAuch in der Schweiz gibt es Unternehmen,die ihre ersten Erfahrungen mit dem produktivenEinsatz verschiedener Open-Sour-Die Vor- und NachteileVorteile, Stärken■ Modernste Technologie■ Hohe Qualität■ Kostenersparnis bis zu 30%■ Leichte Anpassbarkeit und Erweiterung■ Unabhängigkeit von einem Hersteller■ Offene Standards■ Direkte Beeinfl ussbarkeit der Entwicklung■ Implementiert wird, was wirklich benötigtwird.Nachteile, Schwächen■ Keine Gewährleistungsrechte■ Höherer Schulungsaufwand■ Dokumentation teilweise nur in Englischvorhanden■ Entwicklersupport nicht gesichert■ Eingeschränkte Integration mit Microsoft-ProduktenKMU-Magazin Nr. 8, Oktober 2008


78 IT & Technikce-ERP-Systeme gemacht haben. In denmeisten Fällen handelt es sich um kleineUnternehmen, die positiv überrascht warenvon der breiten Funktionalität und Stabilität.Schwächen sind in den nicht immer benutzerfreundlichenBenutzeroberfl ächenauszumachen. Dies kann durch Anpassungenbehoben werden. Viele Dokumentationenliegen nur in Englisch vor, was geradeim Buchhaltungsbereich aufgrund dervielen englischen Fachbegriffe zu einem höherenSchulungs- und Supportaufwand führenkann und FiBu-Anwender nicht zu Begeisterungsstürmenhinreissen liess.Ein Beispiel für die Weiterentwicklung desgesamten Unternehmens ist ein in der Grosshandelsbrancheangesiedeltes kleinesSchweizer Unternehmen mit je einer ausländischenProduktions- und Betriebsstätte.Auslöser für eine Softwareevaluation war dieAufl age eines Kunden, künftig nur noch elektronischeRechnungen mit digitaler Signaturentgegenzunehmen. Die Kosten für Upgradeund Anpassungen der bestehenden Fakturierungs-Softwarewaren erheblich; daher fi elder Entscheid auf ein lizenzkostenfreiesOpen-Source-ERP-System mit zudem breitererFunktionalität als die heutige Lösung.Seit eineinhalb Jahren werden die gesamteAuftragsabwicklung, die elektronische Rechnungsstellungund inzwischen auch die Fakturierungmit ESR-Einzahlungsscheinen, Finanzbuchhaltungund Lagerverwaltung überdas neue System abgewickelt. Es wurdennoch zwei weitere Mandanten angelegt, dieelektronische Rechnungsstellung wird fürweitere Kunden angeboten und ausländischeBetriebsstätten können ebenfalls mit dieserLösung ausgestattet werden.Die kulturelle Veränderung benötigte etwasmehr Zeit, doch nach einigen Monaten wurdeden Anwendern bewusst, dass Verbesserungsvorschlägeund Änderungswünsche einwillkommener Beitrag zur Weiterentwicklungder Software sind – und seither sind die Benutzeraktiv dabei.FazitOpen-Source-ERP-Lösungen sind eine ernstzu nehmende Alternative zu kommerziellenSystemen. Die Frage, ob Open-Source-Softwareoder proprietäre Software wirtschaftlicherist, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten,sondern ist vom jeweiligen Einzelfallabhängig. Die Durchführung einerWirtschaftlichkeitsbetrachtung ist daher immererforderlich.Open-Source-Systeme ermöglichen günstigeEinstiegsvarianten und nahezu unbegrenzteÄnderungs- und Erweiterungsmöglichkeitenfür individuelle Anforderungen.Für länderübergreifend tätige UnternehmenPorträtDie LiSoG – Linux Solutions Group e.V. wurde imMärz 2005 gegründet. Sie verfolgt eine klare Geschäftsorientierungund agiert länderübergreifendmit Kontaktbüros in Stuttgart, Zürich undWien im deutschsprachigen Raum. IT-Anbieter,-Anwender sowie wissenschaftliche Partner habensich in der LiSoG zusammengeschlossen, umverstärkt Linux und Open-Source-Software in Unternehmenzu etablieren und das Vertrauen inOpen-Source-Lösungen zu erhöhen. Im Zentrumder LiSoG steht «Collaborative Innovation»: DieLiSoG initiiert Projekte zu aktuellen marktrelevantenOpen-Source-Themen, in denen Mitgliederund Interessierte gemeinsam Lösungenerarbeiten, und treibt sie katalytisch voran. Ausserdembietet die LiSoG eine Networking-Plattformfür Projekte, Partner und Interessierte.Unter den Mitgliedern der LiSoG fi nden sich IT-Anbieter wie IBM, Fujitsu Siemens Computers,Novell, Red Hat, Collax, Topalis, Abraxas, Agami(AT) und Integratio (CH). Als Anwender-Mitgliedersind Einrichtungen des Public Sector wiebeispielsweise die Städte Schwäbisch Hall undFreiburg sowie die Schweizer Bundesverwaltungvertreten. Auch Banken und Versicherungenwie die Baader Wertpapierhandelsbankund die Stuttgarter Lebensversicherung sindMitglied der Linux Solutions Group. Zu den wissenschaftlichenPartnern der LiSoG gehörenHochschulen u.a. in Fribourg (CH), Heilbronn,Karlsruhe, Augsburg (D) und Linz (AT). WeitereInformationen unter: www.lisog.org.sind Open-Source-ERP-Systeme eine interessanteAlternative, da sie internationalentwickelt und in vielen Ländern im Einsatzsind. Unternehmen, für die eine vernetzteGeschäftsabwicklung mit Kunden und Lieferantenwichtig ist und für die E-Commerceund Supply Chain die nächsten Herausforderungendarstellen, sollten Open-Source-ERP-Systemeunbedingt in Betrachtziehen.Trotz der vielen Vorteile bewegt man sichheute mit Open-Source-ERP-Systemen nichtauf ausgetretenen Pfaden, sondern beschreitetneue Wege, die vielfältige Möglichkeitenbieten, aber auch einen HauchPioniergeist erfordern.Seminar9. Oktober 2008, kostenlose Veranstaltung derLiSoG und der Standortförderung Zürich:«Open- Source-ERP-Lösungen im Vergleich»,Zentrum Karl der Grosse in Zürich, www.lisog.org/veranstaltungen.16. Oktober 2008, LiSoG-Veranstaltung «Rechtlicheund sicherheitstechnische Aspekte vonOpen-Source-ERP-Lösungen», mit rechtlichenFallbeispielen und Live Hacking Demo, ZentrumKarl der Grosse in Zürich, www.lisog.org/veranstaltungen.FragenHenriette BaumannDiplom-Betriebswirt (BA), FachautorinLinux Solutions Group e.V.Kontaktbüro Zürich, c/o integratio GmbHRiedhofstr. 354, 8049 ZürichTel. 044 431 72 00henriette.baumann@lisog.orgCordula E. NiklausRechtsanwältin, Fürsprecherin, ll.m.Anwaltskanzlei niclawTödistrasse 17, 8022 ZürichTel. 043 211 39 00cniklaus@niclaw.chwww.niclaw.chKMU-Magazin Nr. 8, Oktober 2008

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