Das Herz SUCHEN - Franz Sales Verlag

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Das Herz SUCHEN - Franz Sales Verlag

Liebe Leserinnen und Leser!Das Herz spielt in der Lehre des heiligenFranz von Sales eine wesentliche Rolle –und damit auch in der Ordensgemeinschaft derSchwestern der Heimsuchung Mariens, die vor400 Jahren von Franz von Sales und JohannaFranziska von Chantal gegründet wurden, und inder salesianischen Spiritualität im Allgemeinen.Wenn Franz von Sales von „Herz“ spricht oderschreibt, dann tut er das nicht als Medizineroder Biologe, der sich mit einem wichtigen Körperorganund dessen lebenserhaltenden Funktionenbeschäftigt. Für ihn ist „Herz“ ein anderesWort für die Wesensmitte des Menschen, es istjener Ort, wo die Seele des Menschen zuhauseist. Und genau dort, im Herzen, spielt sich dannauch alles ab, was für den Menschen wirklichvon Bedeutung ist: seine Entschlüsse und Entscheidungen,sein Kämpfe und Auseinandersetzungen.Wenn der französische Schriftsteller Antoinede Saint-Exupèry davon schreibt, dass man nurmit dem Herzen gut sieht, weil das Wesentlichefür das Auge unsichtbar bleibt, dann trifft er damitgenau das, was auch Franz von Sales sagenwill.Auf das Herz kommt es also an. Was im Herzengeschieht ist wesentlich. Gott möchtedaher nicht nur beim Menschen sein, sondernnoch mehr, er möchte im Herzen des MenschenWohnung nehmen. Damit wir Menschen Gottunser Herz öffnen, hat sich Jesus Christus im Toddurch den Hauptmann sein Herz öffnen lassen,damit auch wir im Herzen Gottes Wohnung nehmenkönnen. Gottesliebe ist für Franz von Salesalso der Austausch der geschenkten Herzen:Gott schenkt uns sein Herz, damit wir ihm unserHerz schenken.Es ist daher kein Zufall, dass die Herz JesuVerehrung durch eine Schwester der Heimsuchung,nämlich durch die Herz-Jesu-Visionen derheiligen Margareta Maria Alacoque in der Weltverbreitet wurde.Wir wollen uns indieser LICHT-Ausgabe zum Thema„Das HERZ suchen“ aufdie Spuren der Herzensspiritualitätund derHerzensmystik des heiligen Franz von Sales machen.Franz von Sales schreibt in der Philothea:„Ja, wahrhaftig, wer Jesus in seinem Herzenträgt, gleicht ihm bald auch in all seinen äußerenHandlungen. Darum möchte ich vor allem daserhabene und heilige Wort ‚Es lebe Jesus!‘ indein Herz schreiben. lch bin sicher, dann wirddein Leben, das aus dem Herzen sprießt, wieder Mandelbaum aus dem Kern, als Früchte nurHandlungen hervorbringen, denen dieses Heilswortaufgeprägt und eingegraben ist. Wie dergeliebte Jesus in deinem Herzen lebt, so wird erauch in deinen Handlungen lebendig sein, wirdsein Name geschrieben stehen auf deinen Augen,auf deinem Mund, auf deinen Händen, ja,auf deinen Haaren“ (DASal 1,164).Es grüßt Sie ganz herzlich, IhrP. Herbert Winklehner OSFSInhalt4 Die andere Hälfte der SeeleP. Josef Költringer OSFS6 Aufrichtige FreundschaftHans Leidenmühler OSFS9 Die Heilige des Herzens JesuRaymund Fobesww10 Schnelle Liebe – jetzt gleich !??Leo Schlamp12 Ein denkendes HerzKatharina Grabner-Hayden14 Barmherzige LiebeP. Peter Lüftenegger OSFS16 MeditationUte Weiner18 Veränderungen und Anerkennung400 Jahre Orden der Heimsuchung20 Heimsuchungsklöster Kromeríž/Zagreb22 LICHT-Aktion 2010 – Namibia24 Nachrichten aus der salesianischen Welt31 Bücher2Licht 5/2010


Zum ThemaDie andere Hälfte der SeeleHerz aus Stein – Herz aus Fleisch„Das Herz spricht zum Herzen“ hat Franz von Sales einem Mitbruder imBischofsamt empfohlen und meinte damit, dass es manchmal hilfreicher ist,sich vom Gefühl als vom Verstand leiten zu lassen. Mit genau diesen beidenHaltungen befasst sich P. Josef Költringer OSFS in seinem Artikel.Als ich mit dem Studium der Philosophie undTheologie fertig war, meine Ewige Professabgelegt hatte und geweiht wurde, dachtenviele, dass ich das Ende meiner Suche erreichthätte, zumindest was meinen Glauben und meinegroßen Lebensentscheidungen betraf. Auchich selber war überzeugt, dass es nun gelte, dieeinmal eingeschlagene Straße voranzuschreitenund mich meinen Talenten entsprechend in denDienst nehmen zu lassen.Ein neuer WegDas tat ich auch einige Jahre lang, bis sich dieGelegenheit ergab, für ein paar Wochen nachAsien zu reisen, wo ich eine ganz andere Welterlebte, die mich zu faszinieren begann. Es warnicht so sehr die Neugierde nach neuen Ideenoder Kulturen, sondern die Menschen dorterregten mein Interesse, die mich irgendwienicht mehr los ließen. Ich erinnere mich, dassich meinen Schülern in Österreich nach meinerRückkehr von der Reise gesagt hatte, dass ichmeinte, in Asien meine zweite Hälfte der Seelefinden zu können.So habe ich begonnen, mich immer wiederangeregt über diese „andere“ Hälfte – vorallem mit meinen Mitbrüdern – zu unterhalten.Aber bei unseren Diskursen blieben wir an derPeripherie stecken, weil wir uns zu sehr auf dieAufgaben und auf Äußerliches konzentrierten.So sprachen wir von einer neuen Form vonPastoral, die der Zeit und den Menschen vonheute besser entspräche; wir dachten auch dar-4an, dass die viele Arbeit und unser Gebetslebenbesser verwoben sein müssten; auch wünschtenwir eine engere Zusammenarbeit mit denFrauen und wir meinten, unsere salesianischeSpiritualität würde geradezu fordern, mit unserenSchwestergemeinschaften ein neues Modellvon Ordensleben zu verwirklichen.Kurz, wir waren auf der Suche nach einergelungenen Gemeinschaft von Menschen, inder Spontanität einen Platz hat, den eigenenTalenten nachgegangen werden darf und dieliebende Suche nach Gott eine wichtige Stelleeinnimmt, ... und wir meinten, dass dafürverschiedene äußere Veränderungen notwendigseien.Bis heute hat sich natürlich nichts geändert,die „andere“ Gemeinschaft wurde nicht gegründetund jeder wirkt, so gut er kann, an seinemPlatz dahin.Vielleicht spürt der eine oder andere von unsnoch ein gewisses Unbehagen, aber, und dasmag tröstlich sein, in ein paar Jährchen ist auchdieses flaue Gefühl von unserer eigenen Vernunftwieder überdeckt und vergessen.Dabei hatte die Idee nach Neuaufbruch einenwahren Ursprung, weil wir auf unser Inneresgehört haben. Wenn wir nur klarer und mutigervorangeschritten wären, und uns aufgemachtund das Drängende und Notwendige in die Tatumzusetzen versucht hätten!Aber das haben wir nicht, weil wir in dereinen Hälfte der Seele, die dem vernünftigenund rationellen Denken zugeordnet ist, letztlichstecken geblieben sind.Licht 5/2010


Schönheit im ChaosIch bin schließlich doch losgezogen und fünfzehnJahre in Asien geblieben. Ich erinneremich, wie fasziniert ich immer an Bahnhöfenoder Bushaltestellen die großen Massen vonMenschen in Indien beobachtet habe. Die Frauenin ihren bunten Saris am Boden sitzend, dieKinder halb nackt umherlaufend, die Männermit ihren Turbanen heftig diskutierend …Und trotz dieses Durcheinanders und derArmut gab es so etwas wie eine Aura vonSchönheit und Gnade, die sie alle umgab, undman konnte die immense Energie förmlichspüren, die sie alle verstrahlten. Es war nichtdas Durcheinander, der Schmutz oder Lärm,die Masse von Menschen, die unterschiedlichenReligionen und Kasten, die mich erstaunten,sondern die Lebensfreude und Dynamik, mitder diese jungen wie alten Menschen in denTag hinein lebten. Nach all den Jahren in Indienbleibt diese Beobachtung eines meiner tiefstenErlebnisse. Und ich kann diese Erfahrung nur soerklären, dass sie aus einer Quelle schöpfen, dienicht irgendwo in der äußeren Welt zu findenist, sondern nur in ihrer Seele. Dort ist der Ortund die Quelle für ihre Lebensfreude. Wir imWesten lassen uns von unserem Verstand leiten,der alles ordnet und uns alle irgendwie gleichförmigkleiden, handeln und aussehen lässt. DieMenschen im Osten erscheinen verschiedenwie ein Blumengarten, weil sie nicht nur von ihremDenken sondern von ihrem Gefühl herausleben, sich nicht nur dem Bewussten sondernauch dem Unterbewussten stellen, nicht nurihrem Kopf sondern auch den Signalen desKörpers vertrauen. C. G. Jung kleidete es indie beiden Begriffe „animus“, der männliche,aktive, vernünftige und aggressive Teil der Seele,und „anima“, das weibliche, das mehr passive,intuitive und sympathische Bewusstsein. DieBibel nennt es das Herz aus Stein und das Herzaus Fleisch.Die aus dem Herzen lebenJetzt, nachdem ich wieder zurückgekehrt bin,würde ich gerne diese Diskussion mit meinenMitbrüdern noch einmal führen. Ich weiß allerdingsnicht, ob die vielen Aufgaben, Einrichtungenund traditionellen Stimmen dies nocherlauben. Die damals Träumenden sind heuteselbst in Leitungsaufgaben, und da sei es vernünftiger,auf ein Wunder zu warten, als selbereinen ehrlichen und mutigen Schritt zu setzenund sich von alten Strukturen zu befreien;Farbenfrohes liebenswertes Chaos – Straßenszene in IndienLicht 5/201055


Zum Themagläubiger und scheinbar leichter einen Heiligenherbeizubeten als selber heil und glücklich zuleben; effizienter mit Einsichten aus der Wirtschaftund der Hilfe von Marketing-Strategienalles straffer zu organisieren und abzusichern,als endlich mit dem Leben in kleinen Gemeinschaftenneu zu beginnen.Aber sie täuschen sich, auch wenn alles nochzu funktionieren scheint. Sie übersehen dieMutlosigkeit und Schlaffheit, die Gereiztheitund Überempfindlichkeit, die Kälte und dieTrauer, die uns umgeben. Gesucht wären Menschen,die aus dem Herzen leben, „ganz“ undmit sich selbst zufrieden sind und gerade deshalbein Herz für andere haben, und sich nichtmit Arbeit, mit Geld, Macht oder eine Positionbefrieden. Gesucht sind Menschen, die auf ihreGefühle achten und ihnen vertrauen. Gesuchtsind Menschen, die ein Herz aus Fleisch haben.Das gibt’s aber nicht zu kaufen. Ich weißnicht einmal, ob man es sich erarbeiten odererbeten kann ...Aber wir könnten zumindest beginnen darüberzu reden.nP. Josef Költringerist Oblate des hl. Franzvon Sales. Er istHausoberer, Ausbildungsleiterund Ökonom imSalesianum Rosental inEichstätt, Bayern.Aufrichtige FreundschaftEine Besinnung über die HerzlichkeitNach Franz von Sales ist Herzlichkeit mehr als bloß freundlicher Umgang,sondern vielmehr Begegnung, in der der eine auf den anderen zugehtund etwas von sich preisgibt. Br. Hans Leidenmühler OSFS hatüber diese Haltung nachgedacht.Von alters her gilt die Freundschaft als eineerstrebenswerte und lebensnotwendigeForm des Miteinanders von Menschen. Sowichtig die Freundschaft für ein geglücktesLeben ist, so gefährdet ist sie aber auch. Mitihrem Theaterstück „Kunst“ hat Yasmina Rezaeine eindringliche Tragödie über Freundschaftgeschrieben und darüber, was sie gefährdet.Was trägt eine FreundschaftDie drei Männer Marc, Serge und Yvan sind seitJahren eng befreundet. Eines Tages kauft Sergesich ein modernes Kunstwerk („weißes Bild mit6weißen Streifen“) von einem berühmten Künstlerfür horrendes Geld, und er ist stolz darauf.Dieses Bild ist nun Auslöser für einen Streit, derdie Freundschaft der drei ziemlich ins Wankenbringt und fast in einer Katastrophe endet.Was ist eine Freundschaft wert? Was trägt sieund woran kann sie zerbrechen? In einem fulminantenSchauspiel erlebt der Zuschauer, wiedurch eine scheinbare Kleinigkeit Freundschaftenzerbrechen können und die Brüchigkeit desLebens zu Tage kommt.Serge ist stolz auf sein teures Bild. Für seinenFreund Marc ist der Kauf dieses Bildes der größteUnsinn, den Serge da machen konnte. „DuLicht 5/2010


ist größenwahnsinnig“ sagt Marc und beschuldigtihn, damit die Freundschaft aufs Spiel zusetzen, weil er sich anscheinend so veränderthat. Seinem anderen Freund Yvan zeigt Sergeauch das Kunstwerk; Yvan kann ebenfalls mitdem Bild nichts anfangen, hält den Kauf auchfür einen Unsinn, aber aus Angst, seinen Freundzu enttäuschen, will er ihm nicht direkt sagen,was er davon hält. Marc bezichtigt Yvan wiederumder Feigheit, weil er Serge nicht seine Meinungsagt. So entwickelt sich eine dramatischeAuseinandersetzung und man wundert sich,dass wegen einer Lappalie eine Freundschaft soaufs Spiel gesetzt werden kann.Kommt, gehen wir essenRealität? Ist es nicht so, dass manchmal wegenscheinbarer Kleinigkeiten Aggressionen hochkommenund Beziehungen aufs Spiel gesetztwerden? Diese Kleinigkeiten sind nicht dieeigentliche Ursache, sondern bloß Auslöser füretwas, was unterschwellig vorhanden ist. Wasist eine Freundschaft wert? Wie viel Enttäuschungverträgt eine Freundschaft? Woran kannsie zerbrechen und was hält sie zusammen? Indiesem ganzen Trauerspiel gibt es scheinbarkeine Lösung.Und doch: Als sich der Konflikt unter dendreien immer mehr zuspitzt und der Zuschauersich wünscht: „Macht doch endlich Schluss undtrennt euch!“, kommt der scheinbar banale,aber erlösende Satz von Serge: „Kommt, gehenwir essen!“So wie er diese Einladung ausspricht, miteinem Augenzwinkern, spürt man richtig dieEntspannung, die diese Einladung auslöst. Esmuss doch über all den Meinungsverschiedenheitenund Konflikten etwas geben, das eineFreundschaft letztlich zusammenhält und trägt.Es ist die innere Bewegung der Liebe, die trägt,und nicht die Klärung aller Meinungsverschiedenheiten.Diese innere Bewegung der Liebedrückt sich in kleinen, manchmal unscheinbarenGesten der Zuneigung aus. Das, was letztlicheine Freundschaft trägt, ist vordergründigLicht 5/2010Die innere Bewegung der Liebe drückt sich in kleinen,unscheinbaren Gesten der Zuneigung ausnichts Großartiges, eher etwas Unscheinbaresund Stilles, und wird daher oft leider zu wenigbeachtet.In spürbarer WärmeFranz von Sales spricht von Herzlichkeit, wenner über das Wesen der Freundschaft schreibt(vgl. DA 2,65). Herzlichkeit als Wesen aufrichtigerFreundschaft? Das mag etwas zu einfachund bieder klingen, auch ist der Begriff Herzlichkeitheute nicht besonders attraktiv undentspricht kaum dem Zeitgeist, der mehr aufProduktion und Erfolg ausgerichtet ist. Unddoch: Herzlichkeit ist eine Qualität, die einegroße Wirkung hat in den verschiedenen Alltagssituationenund Alltagsbeziehungen. Bei der77


Zum ThemaHerzlichkeit geht es um Mitmenschlichkeit undum eine Bewegung auf andere Menschen zu.Sie ist mehr als bloße Freundlichkeit. WährendFreundlichkeit meist gut gelingt, ist es schwieriger,Herzlichkeit zu zeigen, weil ich dabei einStück meiner Seele preisgebe. Herzlichkeit hatimmer mit der Überschreitung einer Schwellezu tun: ich gehe in spürbarer Wärme auf jemandenzu, ohne zu wissen, wie es ankommt undob es in die gesellschaftlichen Normen passt.Wenn ich herzlich bin, dann öffne ich meineSeele, dann lasse ich den anderen ein wenig inmein Inneres blicken. Herzlichkeit drückt sichin der Mimik aus, etwa in einem begleitendenLächeln, oder in der Art des Händedrucks oderin dem, wie ich etwas sage. Herzlichkeit ruftHerzlichkeit hervor. Eine herzliche Atmosphäreist nicht nur angenehm sondern auch ansteckend.Mit Herzlichkeit verbindet man nicht diegroßen Gefühle, eher die kleinen, aber darausbestehen ja unser Leben und der Alltag.Und in Konfliktsituationen? Bei der Herzlichkeitgeht es nicht darum, dass ich alle negativenGefühle verdränge und Konflikte schönrede.Das Problem in Konfliktsituationen ist aber,dass wir uns zu schnell in unser Schneckenhauszurückzuziehen und das Problem imHerzlichkeit kann die Mauer des Nein überwindenRaum stehen lassen. In solchen Momenten aufjemanden zugehen, braucht große Überwindung.Ich kann mich zwar „cool“ geben undso meine Unsicherheit überspielen, aber dastut der Freundschaft keinen guten Dienst. Esgibt so etwas wie eine „Mauer des Nein“ in derBeziehung, an der Menschen zerbrechen können.Hier ist der Mut gefragt, auf den anderenzuzugehen, auch auf das Risiko hin, dass ichscheitere. Dazu braucht es ein hohes Maß anSelbstvertrauen. Dieses Wagnis des aufeinanderZugehens hat mit Herzlichkeit zu tun, nämlich:den Mut zu haben, eine Grenze zu überwindenund eine Atmosphäre zu schaffen, in der wirwieder miteinander reden können. Es geht beider Herzlichkeit schlicht und einfach um einenliebe-vollen Umgang miteinander. nHans Leidenmühler istOblate des hl. Franz vonSales. Er ist Provinzsekretär,Exerzitienleiter, GeistlicherBegleiter und lebt in Wien,Österreich.8Licht 5/2010


Die Heilige desHerzens JesuDie Heimsuchungsschwester MargaretaMaria Alacoque – bis heute hoch verehrtDie Verehrung des „Herzens Jesu“ist dem Orden der Heimsuchungeine Herzensangelegenheit.Dies geht nicht zuletzt auf eineSchwester zurück, die im 17.Jahrhundert im Kloster in Paray-leMonial-in Burgund (Frankreich)lebte: Margareta Maria Alacoque,deren Fest die Kirche am 16.Oktober feiert.Tiefe ChristusvisionenAm 22. Juli 1647 wurde sie inVerosvres in Burgund geborenund fasste als Jugendliche denEntschluss, dem Orden der Heimsuchungbeizutreten.Am 27. Dezember 1673 empfingMargareta Maria ihre ersteVision, in der sie Jesus Christusdazu beauftragte, sich fürdie Verehrung seines Herzenseinzusetzen. In den folgendeneineinhalb Jahren folgten weiteredrei Visionen, in der Jesus Christussie bat, sie möge sich dafüreinsetzen, dass jeder erste Freitagim Monat und der zweite Freitagnach dem Fronleichnamsfest demHerzen Jesu gewidmet sein solle.Verehrung der ReliquienAm 17. Oktober 1690 starb MargaretaMaria hochverehrt im Altervon 43 Jahren. Im Orden hattesie lange Jahre einen schwerenStand, bis die Mitschwestern ihrebesondere Beziehung zu Christusbegriffen hatten. Am 13. Mai1920 wurde Margareta Mariavon Papst Benedikt XV. heiliggesprochen.Ihre Gebeine ruhenim Kloster der Heimsuchung vonParay-le-Monial.Anlässlich des Jubiläums derHeimsuchung wurde der Reliquienschreinin die Basilika vonAnnecy überführt. Im Juni undJuli 2010 waren die Reliquienauch in verschiedenen Orten inDeutschland, unter anderem inden Heimsuchungsklöstern Beuerbergund Uedem sowie in derKirche des ehemaligen HeimsuchungsklostersMarkt Indersdorfbei Dachau.nRaymund FobesDie Reliquien derhl. Margareta Maria in AnnecyAlacoque-Lied1. Margareta Maria, du bringstuns dem Herzen näher, das inJesus für uns schlägt, du warstWerkzeug seiner Gnade, denkan uns an diesem Tage, damitJesu Herz uns trägt.2. Du warst Botin seines Herzens,trotz so manch erlitt’nerSchmerzen, bliebst du GottesWillen treu. Bitte Gott umseinen Segen, dass er uns aufunsren Wegen immerzu ganznahe sei.3. Gottes Liebe war dein Leben,wolltest dafür alles geben, bishinein in deinen Tod. Du bistZeichen uns auf Erden, dass wirganz zu Zeugen werden für seinHerz, für unsern Gott.4. Wenn wir an dein Lebendenken, wollen wir uns neuverschenken an das Herz, dasuns so liebt, wollen Liebe weitergeben,an die Welt, in derwir leben, dass sie spürt, dasses Gott gibt.Text: P. Herbert Winklehner OSFS;nach der Melodie „Lasst uns loben“(GL 637) von Erhard QuackLicht 5/201099


Jugend meintSchnelle Liebe,jetzt gleich!??Leo SchlampAls ich mich neulich aus meinem Email-Account ausloggte, kam mir ein Pop-upentgegen: SCHNELLE LIEBE – jetzt gleich HIEReinloggen! Schnelle Liebe? Gibt’s eigentlich einelangsame auch? Und was ist überhaupt diesesGefühl? Wann habe ich mir in meinem Lebenschon gedacht: Das ist Liebe?Berge versetzendes Gefühl, das schnellen Schritteswieder das ruhige Tal suchte und irgendwoso schnell verschwand, wie es auftauchte.Jedoch wusste ich zu dem Zeitpunkt nochnicht, dass ein Kaktus auch lieb sein kann.Der Kaktus der langsamen LiebeEin Jahr der schnellen LiebeVor knapp zwei Jahren zog ich von Scheyern beiPfaffenhofen in Bayern nach Wien. Von einem3000-Seelen-Ort in eineZweimillionenstadt. Schnelleund große Veränderung. Ichhatte gerade mein Abiturgemacht und ging meinerSommerarbeit – Kellnerei imBierzelt – nach. Auf einmalstand SIE da: blond, blaueAugen. Ich dachte mir:Jetzt oder nie! Es stellte sichnachher heraus, dass dieDame aus Amstetten kam,einem Ort, nicht weit vonWien entfernt. Volltreffer!Wohnung, Studienplatzperfekt und jetzt auch nocheine Freundin. Doch soschnell die Liebe in meinLeben kam, verschwandsie auch wieder. Ich wurde ausgenutzt, hintergangen,und von Liebe keine Spur. Ich ändertemein Leben und steckte meine verloreneLiebe in die Arbeit. Was war die schnelle Liebeschlussendlich für mich? Ein anfänglich tolles,An einem Freitag ging ich mit einem Arbeitskollegenin ein Wiener Lokal, das Kaktus. Hierlernte ich, dass ein Kaktus auch lieb sein kann.Meine jetzige Freundin sprach mich an, einDas gute Herz ist Grundlage der langsamen und wahren LiebeMissverständnis eigentlich. Wir lernten uns langsam,Stück für Stück, näher lieben, kennen undverstehen. Zunächst hatte ich Angst, dass es sichwieder nur um schnelle Liebe handeln könnte.Aber die Zeit belehrte mich eines besseren.10Licht 5/2010


Im Licht der FrauEin denkendesHerzKatharina Grabner-HaydenWie jedes Jahr verbrachte ich ein Wochenendemit meinem besten Freund.Erschöpft und ausgezehrt von den Anstrengungenunserer beider Leben, lagen wir am Strandeines österreichischen Sees und ließen unsererweißen Haut die Sonne schmecken. In früherenZeiten war es ein Leichtes über alles Möglichezu reden, über Familie, Beruf und den Anforderungen,denen wir uns ständig ausgeliefert sahen.Meist nahmen wir uns eine Flasche gutenWein und schon ging die Reise in das andereLeben los.Nun, wir sind älter und abgeklärter geworden,wir kennen uns schon lange, es bedarf keinerFlasche Wein mehr oder sonst irgendeinesäußeren Anlasses,wir sahen einanderan und …schwiegen.Schweigen erzählte von Anstrengungen undHerausforderungen, denen wir kaum mehr gewachsenwaren, von Ideen, die wir nur langsamund mäßig umsetzen konnten, von unserengeliebten Kindern, Partnern und Freunden,denen wir aus Zeitnot oder aufgrund sonstigerlapidarer Ausreden nicht zeigen konnten oderwollten, wie sehr wir sie liebten und brauchten.„Wenn dir heute jemand sagen würde, deinLeben sei in Kürze zu Ende, was würdest du dirwünschen?“, schoss es mir durch den Kopf undsofort auch aus meinem Mund. Die Antwortwar wieder Schweigen. Gesundheit, viel Geld,um meinen Kindern noch eine adäquate Aus-Über uns derstrahlend blaueHimmel und dasherrliche Grünzittriger Pappelblätter,diebeim geringstenWindstoß launigangenehm vomsatten Sommersäuselten.So lagen wirstundenlangnebeneinander,wir brauchtennicht reden, unserEin denkendes Herz? Ist es das, was ich wirklich will?12Licht 5/2010


ildung zu ermöglichen, einen Liebhaber, eineWeltreise, einen einzigen Wunsch von Gott?Die Antwort kam wenig später so leicht, wiedie Blätter miteinander im Wind spielten, vonmeinem schweigenden Freund:„Ein denkendes Herz.“Wie ein Pfeil zielgerichtet und treffsicher wardiese Aussage.War es das, was ich wollte, ein denkendesHerz? War das die Antwort, die ich hörenwollte?Gute Freundinnen behaupten ja immer wieder,ein Wellnessurlaub, Weiterbildungsseminare,ein Liebhaber oder einfach einmal sechsWochen lang weg von der Familie und weg vonallen Verpflichtungen wären ein probates Mittel,um das Leben leichter und damit erträglicherzu machen. Alles nett, und nun kommt er, meinFreund, mit dieser Aussage: ein denkendesHerz!Lieben und Denken. Kann, muss sich abernicht ausschließen. Alle sind wir auf der Suchenach Menschen, die wir lieben können und vondenen wir geliebt werden. Anfänglich die großeLeidenschaft und danach das Wehklagen, manhätte die falsche Entscheidung getroffen. VieleBeziehungen gehen in die Brüche, weil überhöhteoder sinnlose Erwartungen den Partnererdrücken. Die edlen Versprechen, in guten wiein schlechten Zeiten zueinander zu stehen undsich beizustehen, verblassen oder verschwindenim Strudel zeitgemäßer Vorgaben unserer Gesellschaft,nur noch in Lebensabschnitten undden dazugehörigen Partnern zu denken; dieLiebe und das Herz zeitlich begrenzt. Auf insneue Glück oder ins Verderben! Dabei kenntdie Liebe kein Maß und keine Zeit, WENN siedenkt, erkennt und wissen will.Ich muss unweigerlich an das letzte Gesprächmit meiner älteren Schwester denken, die sichimmer wieder über mich mokiert, weil ichnichts aus meinem Leben mache, nicht ständigzum Friseur renne, nicht in ihre Kleidergrößenpasse. Sie sei glücklich mit ihrem Beruf, glück-Licht 5/2010lich mit ihrem Mann und überhaupt: Warumich mich noch mit der Kirche, der Bibel undsonst irgendeinem Schmöker befasse, sie wissegenau, was sie täte, sie brauchte das alles nicht,sie sei sich eben genug. Und was in fünf Jahrensei, wäre ihr egal. Wunderbar, dachte ich mir,nur so könnte ich nicht leben.Wir selbst können uns nicht Maßstab sein,wir können uns nicht selbst genügen. Zuhören,Mitdenken, Mitleben, Mitfühlen und Erkennen,sind die Eckpfeiler einer dauerhaften Beziehungzu sich, zu anderen und zu Gott. Die Suchenach einem denkenden Herz, wie mein Freundso treffsicher meinte, ist gleichzeitig auch dieSuche nach richtigen Entscheidungen für daseigene, wie auch für das Leben anderer.Ein denkendes Herz bleibt offen für die Nöteund Sorgen anderer, lernt, macht neue Erfahrungen,schöpft aus dem Reichtum des Neuentdecktenund lässt andere daraus profitieren.Ja, ich möchte weiterhin Suchender bleiben,mein Herz und meinen Verstand, mein Denkenfüllen, mit dem was Gott mir auf dem Wegzeigt.Wir schwiegen wieder. Nur die Pappelblätterhauchten uns den Sommer in die müdenGlieder.Ich beugte mich über meinen Freund, küssteihm die Stirn und bedankte mich für diese wunderbarenGedanken, die eigentlich nicht vonihm stammen konnten, weil ich ihn eben schonso lange kenne.„Altes Testament, erstes Buch der Könige,Kapitel 3 Vers 2-15“. – „Du bist aber trotzdemsehr gescheit.“nKatharinaGrabner-Hayden istverheiratetund hat vier Söhne.1313


Wunderbarer GottBarmherzigeLiebeP. Peter Lüften egger OSFSst Religion nicht mehr Herzenssache,„Iwerfe ich sie weg. Zu viele haben esschon getan – der Widersacher Gottes weiß,er braucht der Kirche nur die Herzensschau zurauben. Aber wir dürfen getrost sein: der DreieinigeGott hat uns zuerst geliebt, und zwar ausg a n z e m Herzen – seine Liebe wird stärkersein.“ So steht es zu Anfang im Buch „EwigesHerz“.Alles, was ewig ist, ist schwer zu erfassen. Esist gleichsam für uns bodenlos.Das Herz ist ein schwieriges Ding: man siehtes nicht und doch: Jeder hat es – sollte „Herz“haben. Ein warmes, weises, mitfühlendes, einstarkes und zugleich zärtlich liebendes – inSumma ein aufmerksames, freigebiges, barmherzigesHerz, weil dieses am Gericht Gottes sogut vorbei kommt – denn „Barmherzigkeit triumphiertüber das Gericht“ (Jak 2,12). Also einHerz, das sich erbarmt – und damit Gott dafürentschuldigt, dass Er eine Welt gemacht hat, inder auch die Bosheit wie aus einem Kuckuckseiausschlüpft und sich breit macht, als wäre dieherzlose Bosheit das Normale, ja Vernünftige.Vernünftig ist es auf keinen Fall, böse zu ein.Es ist hässlich, birgt den Hass. Doch geradedie Bosheit hat die barmherzige Liebe auf denPlan gerufen. Nun, Gottes Gedanken sind nichtunsere Gedanken – zunächst nicht. In dieserWelt zeigt sich gerade am Elend und wie wirzu ihm stehen, wes Geistes Kinder wir sind. Obwir mitfühlend sind? Sind wir ohne Mitfühlenüberhaupt ein Mensch? Unser Denken, Redenund Tun bringt es an den Tag. Und der Tag istlang, es sind deren viele – auch das Leben istlang. Doch es endet immer plötzlich und derTod kommt wie ein Dieb und stellt uns auf dieWaage. Was wir gedacht, geredet und getanhaben, das sind wir geworden. An den Früchtenerkennt ihr den Baum, ob er gut oder schlechtist, sagt Jesus.DEMUT muss ein Grundbefund unseresHerzens sein.Franz von Sales macht sie gleichsam zur Trägerrakete,mit der uns die HOCHHERZIGKEIT zumHimmel steigen lässt. Er schreibt: „Demut ohneHochherzigkeit ist zweifellos falsche Demut.Wohl soll sie bekennen: Ich bin nichts und kannnichts – aber dann sofort der Hochherzigkeitdas Wort lassen, die sagt: Unmögliches gibt esfür mich nicht, wird es auch nie geben, dennich vertraue auf Gott, er vermag alles. Getragenvon solchem Vertrauen, macht sie sich mutig analles, was man sie tun heißt und ihr rät – wärees auch noch so schwer“ (DASal 2,79). Wieermutigend ist das.Der Kampf für das Gute gegen das Bösescheidet die Geister, macht das Herz demHerzen Gottes am ähnlichsten, zeigt uns in sichdessen heiliges Wesen und Natur: den Menschenals sein Ebenbild und das LebenselixierLIEBE. Er zeigt uns den Sinn in der Liebe unddie Gerechtigkeit in ihrer Folge. Liebe lässt unsden Himmel ahnen. Es ist vor allem die barmherzigeLiebe, auf die der Herr hinzeigt, die eruns vorlebt und durch die wir dem Gericht entkommen,da sie über das Gericht triumphiert.Hingegen ein Gericht ohne Erbarmen erwartet14Licht 5/2010


der Weltwaage – es hält Welt und Frieden imGleichgewicht. Die offene Himmelstür, durchdie das strahlende Licht herabflutet, belebt inuns Vorfreude, Hoffnung, schenkt Frieden.Heißt es doch: „Durch die barmherzigeLiebe unseres Gottes hat uns besucht dasaufstrahlende Licht aus der Höhe.“Wie Martin den Mantel mit Gott teilen – damit Gottnicht erfriert (Gemälde von El Greco)jene, die kein Erbarmen gekannt haben (Jak2,12). Bischof Klaus Hemmerle erzählt voneiner Religionsstunde über die Mantelteilungdes Soldaten Martin für einen nackten Bettler.Ein Zwischenruf: „Der Bettler, das war Gott!“– und noch einer: „Das hat er gut gemacht.“ –„Wieso?“ – „Sonst wäre Gott erfroren!“ Ja, Gottkann erfrieren im Menschen – beim Hartherzigendas Ebenbild auslöschen und Verzweiflungvon unten heraufbringen für die am Mangel anLiebe Erfrierenden. So scheidet die barmherzigeLiebe die Geister. Der heilige Martin ist eineeinfache und leicht zu verstehende Symbolfigurfür alle Heiligen. Es gibt keinen Unbarmherzigenim Himmel, keinen Geizigen, noch Neider.Das „sich erbarmende Herz“ ist das Zünglein anLicht 5/2010Wozu? Das Wichtigste: „Um allen zu leuchten,die in Finsternis sitzen und im Schatten desTodes, und unsere Schritte zu lenken auf demWeg des Friedens – und dem Volk die Erfahrungdes Heiles in der Vergebung der Sünden zuschenken“ (Lk 1,78). Der Weg ist frei.Im „aufstrahlenden Licht aus der Höhe“ blitzteine so bedeutsame Erkenntnis auf, dass dieEngel deswegen zur Erde kamen, um am Leben,Leiden, Sterben und der Auferstehung von denToten ihren Herrn neu zu erfahren, wie sieIhn im Himmel nie hätten erkennen können.Der Himmel hat Platz gemacht für die Vielen,Vielen, die wir sonst nicht drinnen wüssten.Das erbarmende Herz hat sie gerettet. Am vonder Lanze geöffneten, erhöhten Herzen Jesuerfahren sie, dass auch das jedem Geschöpf unzugänglicheHerz des Vaters schon immer offensein musste – sonst gäbe es keinen Kosmos (wasSchmuck heißt), nicht unsere Erde, keine Menschenund keine Menschwerdung Gottes, keineLiebe, keinen Gott – nichts, gar nichts. DerMensch kommt aus Gottes Herzen – dorthinsehnen wir uns insgeheim. Das neue Jerusalemerwartet uns. Ist doch das Herz der Kosmos derLiebe – das Paradies, das neue Jerusalem inmakelloser Schönheit.nP. Peter Lüften egger istOblate des hl. Franz vonSales und arbeitet alsSeelsorger in der PfarreFranz von Sales in Wien,Österreich1515


Meditationdie Türen des Herzens aufstoßenin neue Räumeder Freiheitin denen Gottes Geist atmetund die Kirche erneuertdie Türen des Herzens aufstoßenin neue Räumeder Menschlichkeitin denen Menschen einanderin Würde und Respekt begegnendie Türen des Herzens aufstoßenin neue Räumedes Friedensin denen Versöhnung geschiehtund Wunden heilen könnendie Türen des Herzens aufstoßenin neue Räumeder Hoffnungin denen Menschen Trost erfahrenund sie selbst sein dürfendie Türen des Herzens aufstoßenin neue Räumedes Lebensin denen Gottes Liebeden Tod verwandeltUte Weiner16Licht 5/2010


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Salesianische WegeVeränderungenund AnerkennungP. Herbert Winklehner OSFSVor 400 Jahrengründeten Franzvon Sales undJohanna Franziskavon Chantal dieHeimsuchungMariens.Am Beginn des Jahres 1612erkrankte Johanna Franziskavon Chantal so schwer, dass mansich bereits auf das Sterben derOrdensgründerin vorbereitete.Stetiges WachsenFranz von Sales war sich bewusst,dass der Tod seiner Mitgünderinauch das Ende seines neu gegründetenOrdens der HeimsuchungMariens bedeuten könnte. Dennochlegte er alles in die Händeund den Willen Gottes, wie erin einem Brief an den JesuitenJacques-Philibert de Bonnivard(1563-1619) schrieb:18„Seit zehn oder zwölf Tagenlässt mich ihre schwere Krankheitdie dritte Vaterunser-Bitte sprechen:Dein Wille geschehe. Ichunterwerfe mich dem göttlichenWillen vollkommen. Wenn esihm gefällt, diese Mutter wegzunehmen,bringe ich sie ihm zumOpfer; wenn es ihm gefällt, sieuns zu lassen, sei sein heiligerName gepriesen! Wenn es ihmgefällt, dass unser Bauwerk entsteht,wird er uns den Baustofflassen; wenn nicht, wird er ihnin seiner himmlischen Wohnungverwahren“ (DASal 8,168).Seine Erleichterung über dieGenesung seines „Baustoffes“Votivtafel des heiligen Franz von Sales zur Genesung von Johanna Franziskavon Chantal im Haus der Galerie in Annecy, Frankreichwar so groß, dass er eigenseine Votivtafel zum Dank undLobpreis Gottes anfertigen ließ.Die neue Kongregation konntesich also weiterentwickeln undsie tat es in atemberaubenderGeschwindigkeit. Die Anzahl derSchwestern stieg so rasch an, dassdie Gemeinschaft bereits im Oktober1612 in ein neues, größeresKloster umziehen musste. Das„Haus der Galerie“ war einfachzu klein geworden. Und 1615sollte dann ein weiteres Klosterin Lyon gegründet werden.Lyon befand sich jedoch außerhalbder Diözese Genf-Annecy.Eine dortige Klostergründungbedurfte daher der Genehmigungdes zuständigen LyonerErzbischofs Denis-Simon deMarquemont (1572-1626). Alsdieser die von Franz von Salesentworfenen Ordensregeln las,war er damit allerdings überhauptnicht zufrieden. Sie waren ihmschlicht und einfach zu modern.Vor allem in der Tatsache, dass dieSchwestern das Kloster verlassendürfen, um Arme und Kranke zupflegen, sah er eine große Gefahrfür das Ordensleben. So verlangteder Erzbischof, dass unbedingtdie strenge Klausur eingeführtwerden müsse. Ohne diese werdeer ein solches Kloster weder inLicht 5/2010


400 Jahre Heimsuchung MariensFranz von Sales übergibt JohannaFranziska von Chantal die neuenOrdensregeln. Im Hintergrund derheilige Augustinus (Gemälde imHeimsuchungskloster Treviso, Italien)seiner Diözese genehmigen, nochwerde er zustimmen, dass dieseOrdensgemeinschaft päpstlichanerkannt werde.Ordensregeln werden geändertseines Heimsuchungsordenshielte er jedoch fest: die Heimsuchungsoll auch weiterhin offensein für gebrechliche Frauen,die bei anderen Ordensgemeinschaftenaus gesundheitlichenGründen abgelehnt wurden.Aus diesem Grund sollten dieSchwestern auch nicht zum vielanstrengenderen klassischenChorgebet verpflichtet werden,sondern nur zum so genannten„kleinen Offizium“. Außerdemsoll das Kloster weiterhin Frauenaufnehmen dürfen, die sich füreine gewisse Zeit in ein Klosterzurückziehen wollen, um Ruhezu finden und sich in ihremGlaubensleben neu zu orientieren.Franz von Sales und JohannaFranziska von Chantal könnendamit durchaus als die Erfindervon „Kloster auf Zeit“ bezeichnetwerden.Franz von Sales meinte, wenndie Kirche den Heimsuchungsschwesternschon nicht dieErlaubnis erteilt, nach draußenzu gehen, um Bedürftigen zuhelfen, so sollten sie gerade deshalbdie Türen weit aufmachen,damit Hilfesuchende ins Klosterhineinkommen können.Päpstliche AnerkennungMit diesen veränderten Ordensregelnwurde die Ordensgemeinschaftder Heimsuchung Mariensam 23. April 1618 durch PapstPaul V. (1552-1621) päpstlichanerkannt. Einer Ausbreitungüber die ganze Welt stand damitnichts mehr im Wege. Und dieseließ nicht lange auf sich warten.Bis zum Tod des heiligen Franzvon Sales am 28. Dezember 1622gab es bereits dreizehn Heimsuchungsklöster.Neunzehn Jahrespäter, beim Tod der heiligenJohanna Franziska von Chantalam 13. Dezember 1641 waren esbereits 87 Klöster in ganz Frankreichund dem benachbartenAusland.nP. Herbert Winklehnerist Oblate deshl. Franz von Sales,Leiter des Franz Sales Verlagesund Chefredakteurder Zeitschrift LICHTFranz von Sales sah auch indiesen Widerständen des Erzbischofsden Willen Gottes undstimmte schließlich nach einigenGesprächen und Briefen zu, diegewünschten Veränderungenan den Ordensregeln vorzunehmen.Die strenge Klausur wurdeeingeführt und als Grundlage fürdie überarbeiteten Ordensregelnübernahm Franz von Sales dieklassische Ordensregel des heiligenAugustinus.An einigen WesenselementenLicht 5/2010Der päpstliche Legat überreicht Franz von Sales und Johanna Franziskavon Chantal die Anerkennungsbulle von Papst Paul V. (Deckenfresko in derSchulkirche von Amberg, Bayern)1919


aus verschiedenen Klöstern ausFrankreich und der Schweiz.Schon in seiner Begrüßungmachte Bischof Boivineau deutlich,welche Freude es für dieStadt Annecy und die ganze Weltist, dieses Jubiläum zu feiern.Dem Orden der Heimsuchung istes zu verdanken, dass das Werkund die Spiritualität des heiligenFranz von Sales heute in der ganzenWelt verbreitet ist und vielenMenschen hilft, ihr Christsein inder Welt zu leben. Rund 200Jahre lang haben die Schwesterndie Schätze dieser Spiritualität alseinzige salesianische Ordensgemeinschaftaufbewahrt und vorallem in den schweren Jahrender Französischen Revolution(1789–1799) vor der Zerstörunggerettet, ehe im 19. Jahrhundertdurch einen neuen salesianischenFrühling auch andere salesianischeGemeinschaften gegründetwurden und begonnen haben,den Geist des hl. Franz von Saleszu verbreiten.Eucharistie: Gottesliebe wirdzur NächstenliebeIn seiner Predigt konzentriertesich der Bischof zudem auf dassalesianische Eucharistieverständnis.Er erinnerte daran, dassfür Franz von Sales die Eucharistiedas „Zentrum der christlichenReligion“ war. Ähnlich sah esauch die heilige Johanna Franziskavon Chantal, die von Jugendan die Gegenwart Christi in derEucharistie verteidigte und verehrte.Und in den Klöstern derHeimsuchung genießt die eucharistischeAnbetung von AnfangLicht 5/2010Nach dem Theaterstück: die Heimsuchungsschwestern auf der Bühnean einen zentralen Stellenwert,was durch die von der heiligenHeimsuchungsschwester MargaretaMaria Alacoque (1647–1690)angestoßene Herz Jesu Verehrungnoch einmal unterstrichen wurde.In der salesianischen Spiritualitätund damit auch in der Lebensweisedes Heimsuchungsordenswird allerdings ebenso deutlich,dass die Anbetung der GegenwartGottes in der Eucharistie durchdie gelebte Nächstenliebe aufdie ganze Welt ausstrahlen soll. .Originelles TheaterstückDen Abschluss des Festtagesbildete das Theaterstück „Sentinellesdu matin“ (Wächter amMorgen), das der Provinzial derfranzösischen Provinz der Sales-Oblaten, P. Michel TournadeOSFS, verfasste und mit Schülerinnenund Schülern der OblatenschuleCollège St. Michel inAnnecy einstudierte. Selbstverständlichging es in diesem Stückum die Gründungsgeschichte desHeimsuchungsordens und dieBedeutung der Heiligen Franzvon Sales und Johanna Franziskavon Chantal für die Welt des 21.Jahrhunderts. Zwei Jugendlichevon Heute – Solenne und Cédric– treffen einander bei der Statuedes hl. Franz von Sales am Uferdes Sees von Annecy. Cédric fragt,wer dieser „alte Mann“ ist, woraufhinSolenne die Geschichtedes hl. Franz von Sales, seinerBegegnung mit Johanna Franziskavon Chantal und die Gründungder Heimsuchung erzählt.Bischof Boivineau, der dasStück ebenso mitverfolgte, brachteam Ende seinen Dank anSchauspieler und Regisseur P.Tournade zum Ausdruck und dasFest des Tages auf den Punkt: „Esist schön zu erleben, wie lebendigund aktuell die salesianischeSpiritualität ist. Die Heimsuchungsschwesternbrauchensich dafür nicht zu verstecken,sondern sollen diese salesianischeBotschaft der frohen Gottesliebeweiterhin mit ganzer Kraft in dieWelt hinaus tragen.“ nP. Herbert Winklehner OSFS2525


Nachrichten aus der salesianischen WeltVom 17. bis 22. Juni 2010machten sich 28 Schwesternder deutschsprachigen Föderationder Heimsuchung Marienszusammen mit den Sales-OblatenP. Konrad Eßer und P. HerbertWinklehner auf den Weg zuden Orten der Gründung derHeimsuchung. Es war wahrlichein „historisches Ereignis“, wieFöderationsoberin Sr. Lioba Zezulkabetonte. Erstmals wurde esmöglich, dass Vertreterinnen allerKlöster aus Deutschland, Österreich,Kroatien und Tschechienzusammen zu den Gründungsortender Heimsuchung pilgerten.Zur„Heiligen Quelle“Wallfahrt der deutschsprachigenFöderation der Heimsuchung nach AnnecyAuf salesianischen SpurenErster Höhepunkt der Wallfahrtwar der Besuch im „Haus derGalerie“ in Annecy. In diesesHaus zogen die ersten Heimsuchungsschwesternam 6. Juni1610 ein. Bei der Messe andiesem Ursprungsort erneuertendie Schwestern gemeinsam ihreOrdensgelübde.Außerdem besuchten dieSchwestern auch den Geburtsortdes hl. Franz von Sales im SchlossSales bei Thorens. In der Kirchevon Thorens wurde Franz nichtnur getauft, sondern auch zumBischof geweiht.In Thonon, der Hauptstadt desChablais, und vor allem auf dernahe gelegenen Burgruine Allingeswanderten die Schwesternauf den Spuren des MissionarsFranz von Sales, der diesen Teilseiner Diözese zum katholischenGlauben zurückführte. Ein weitererWeg führte in die Einsiedeleivon St. Germain über dem Seevon Annecy, wohin sich Franz von26Die Wallfahrerinnen und Wallfahrer vor dem Kreuz bei Schloss Sales, woFranz von Sales die Vision von der Heimsuchung hatte.Sales am Ende seines Lebens zurückziehenwollte, um Gott durchGebet und mit der Schreibfederzu dienen.An den Gräbern der HeiligenIn einem feierlichen Gottesdienstin der Basilika von Annecy, inder die Reliquienschreine vonJohanna Franziska von Chantalund Franz von Sales aufbewahrtwerden, legten die Schwesternsymbolische Gaben vor den Altar,unter anderem eine Jubiläumskerzeauf der die Namen allerKlöster der deutschsprachigenFöderation aufgelistet waren undein Jubiläumsbuch, in der jede der120 Schwestern der Föderationpersönlich eine Seite gestaltete.Im Anschluss an den Gottesdienstgab es ein Willkommensfestim Kloster mit den dortlebenden Heimsuchungsschwesternund eine Führung in dasKlosterarchiv, wo ein besondererSchatz aufbewahrt wird: das 400Jahre alte Gelübdebuch, in dersich von Anfang an die Schwesternnach ihrer Gelübdeablegungeintrugen. In dieses Buch durftesich nun auch die Pilgergruppeeintragen.Abschluss in BayernBeschlossen wurde die Wallfahrtim bayerischen HeimsuchungsklosterBeuerberg mit einemfeierlichen Dankgottesdienst. AlleTeilnehmerinnen und Teilnehmerder Wallfahrt waren sich einig,dass diese Pilgerreise zur „HeiligenQuelle“ der Ordensgründungeinen tiefgehenden Ausdruck desJubiläumsjahres darstellte. nP. Herbert Winklehner OSFSLicht 5/2010


Erfahrungen mit demHeiligen GeistLicht 5/2010Overbacher Pfingsttreffen 2010Workshop mit Provinzial P. Thomas VanekVom 21. bis zum 24. Maidieses Jahres fand im SalesianumHaus Overbach wieder dasPfingsttreffen statt. Die Organisationlag in diesem Jahr erstmalsin der Hand von F. Tobias MenkeOSFS und seinem neunköpfigenOrganisationskomitee aus Oberstufenschülerndes GymnasiumsHaus Overbach. Außerdemkonnte Menke seine MitbrüderP. Thomas Vanek, Provinzial derDeutschsprachigen Provinz, undP. Sebastian Leitner begrüßen.Gute GemeinschaftMehr als 80 Jugendliche warenmit Sack und Pack und guter LauneRichtung HausOverbach gekommen.Neben Workshops,Vorträgenund Diskussionenfand für einige Teilnehmerauch dieVorbereitung auf dieFirmung statt. AuchSpiel und Sport kamennicht zu kurz.Man merkte esden Teilnehmernan, wie sie im Laufeder Tage zueinanderfanden undeine Gemeinschaftentstand, in der sie bei allenAktivitäten und Erlebnissen auchEntspannung und Ruhe findenkonnten, um schließlich auch zusich selbst zu kommen.Interesse am GlaubenNatürlich stand das Pfingstereignisim Mittelpunkt der Diskussionen.In der feierlichen Heiligen Messeam Pfingstsonntag wurde die Fragenach dem Wirken des HeiligenGeistes nochmals vertieft.Wer meint, „die Jugend“ sei anGlaubensfragen und religiösenThemen nicht interessiert, derkomme nach Overbach underlebe die lebhaften und gehaltvollenDiskussionen. Gerade diekritischen Beiträge brachten dieGespräche weiter. Das Treffenendete am Morgen des Pfingstmontagmit dem Gottesdienst, beidem Provinzial P. Thomas überdas „Chillen“ – das Entspannen –mit dem Heiligen Geist predigte.Danach versammelt F. Tobias allenoch einmal auf der Schlosstreppezum großen Gruppenfoto inder Mittagssonne. nGerald MayerF. Stefan Weig:Beauftragt zumAkolythatStefan Weig OSFS empfingwährend seines F.sechsmonatigen Auslandpraktikumsin Indien am 17. Juli2010 die Beauftragung zumAkolythat. Damit darf er dieheilige Kommunion als außerordentlicherSpender austeilenund die eucharistische Anbetungleiten.n2727


Nachrichten aus der salesianischen WeltIn einem großen Orchestermuss jedes einzelne Instrumentvon Zeit zu Zeit überholt werden,gestimmt werden. Vor einerAufführung hören, horchen dieMusiker auf die Töne in ihr Instrument.Die Saiteninstrumente sindbesonders sensibel zu behandeln,damit das Zusammenspieldes Orchesters wohlklingt zurFreude der Zuhörer.Die „Seelensaiten“im BlickExerzitien der Gemeinschaftdes hl. Franz von Sales, deutsche RegionAuf der Basis der „Philothea“In diesen „Musikrahmen“ habenwir unsere Seele gestellt, alsPater Winklehner OSFS, unserExerzitienbegleiter, das Thema:„Damit die Seelensaiten wiederstimmen“ auf dem Hintergrundder „Philothea“ eröffnet hat.Im Haus der „Schwestern zumGuten Hirten“ in Bad Honnefzwischen Bonn und Koblenz warenuns vier stille Tage geschenkt:nur hören, meditieren, denken,ruhen, schweigen, beten – jedenTag bewusst in der GegenwartGottes.Pater Winklehner hat Franz vonSales zu uns sprechen lassen, beispielsweisedurch Fragen an unsselbst: Wie ging es mir mit Gott,mit meinen Mitmenschen, mitmir selbst, wer ist Gott für mich,wie geht es mir mit den täglichenHerausforderungen, besondersmit den „Mücken“ des Alltags?Eine besondere Zeit habenwir durch den Besuch unseresgeistlichen Generalbeirates PèreBenoît Goubau erleben dürfen.Er kam am Abend des zweitenTages aus Brüssel angereist, umeine Nacht und einen Tag mit unszu sein. In seinem Gepäck hatteer als „Vorlesung in deutscher28Die Teilnehmerinnen mit Exerzitienleiter P. Herbert Winklehner OSFS unddem Generalbeirat Benôit GoubauSprache“ für uns eine Darstellungder „Philothea“. In dieser Arbeithatte er die wesentlichen Extrakteder Philothea herausgearbeitet,kommentiert und für jede einpraktischen Exemplar zum „Dabeihaben“verteilt.Gott war gegenwärtigDas anschließende offene Gesprächführte uns in eine Atmosphäregegenseitigen Vertrauens.In diesem Austausch bestätigtesich der Wert, dankbar einenRaum zu haben, in dem der salesianischeGeist des Miteinanderund Füreinander sehr persönlicheErlebnisse und Erfahrungen aussprechenlässt. Es gab Augenblickefür uns, da wir spürten, dieZeit steht still – so soll es bleiben– an diesem Ort, mit diesenMenschen. Das sind Momente,wo Gottes Gegenwart präsentist. Aber wir sind gekommen, umneue Kraft zu erhalten für unserenAlltag für die „Trockenzeiten“ inunserem Glaubens- und Seelenleben– beten wir darum, dassunsere gestimmten Seelensaitenzur eigenen Freude und zumWohle aller, die uns begegnen,den richtigen Ton finden. nMarie-Therese DeckersLicht 5/2010


Br. Ernst Prause OSFS †verstarb am 19. Juli 2010 im93. Lebensjahr. Er wurde am13. September 1917 in Oberaltstadt(heute: Horní Staré Mesto,Nordtschechien), Diözese Königsgrätz,geboren. Von 1931 bis1933 absolvierte er in Trautenau(Trutnov) eine Bäckerlehre. Bis1939 übte er seinen Beruf alsBäcker aus. Nach Kriegseinsatzund langer Kriegsgefangenschafttrat er 1949 in die Ordensgemeinschaftder Oblaten des hl.Franz von Sales ein. Nach demNoviziatsjahr versprach er am21. November 1950 zum erstenMal seine Ordensgelübde. FünfJahre später, am 21. November1955, legte er die Ewige Professab. Die ersten Jahrzehnte seinesOrdenslebens wirkte BruderErnst in der SpätberufenenschuleFockenfeld: von 1951 bis 1955 alsMelker und von 1955 bis 1980als Hausmeister. Dieser Aufgabewidmete er sich von 1980 bis1998 dann auch im SalesianumRosental in Eichstätt, wo er seit1998 seinen wohlverdientenRuhestand verbrachte.2008 verschlechterte sichsein Gesundheitszustand. Sokam er am 12. Juni 2008 in dasCaritas-Altenheim St. Elisabethin Eichstätt, wo er seine letztenLebensjahre verbrachte. BruderErnst bewies in seinen vielfältigenDiensten als Hausmeister für dieOrdenshäuser in Fockenfeld undEichstätt besonderes Geschickund Können. Ihm war stets bewusst,dass all sein Tun in derGegenwart Gottes geschiehtund daher Gebet ist, so wie essein Ordensheiliger Franz vonSales lehrte. Wir danken Gottfür Bruder Ernst und all seinetreuen Dienste, die er für unsereGemeinschaft getan hat, undbitten, dass Er unseren Mitbruderin die ewige Herrlichkeitaufnehmen möge. n.........................................................................................................................................................................B e s t e l l s c h e i nJA, ich bestelle die Zeitschrift Licht zum Bezugspreis vonEUR 13.- / sFr 26,- (inklusive Porto) pro Jahr.Name/Vorname:_________________________________________________Straße: _________________________________________________________Postleitzahl/Ort:__________________________________________________für mich selbst für ein Jahr bis auf Widerruf.Ich schenke ein Licht-Abonnement für ein Jahr bis auf Widerrufzu meinen Kosten an:Name/Vorname:_________________________________________________Straße: _________________________________________________________Postleitzahl/Ort:__________________________________________________Datum/Unterschrift:....................................................................................Bitte senden Sie mir den besonders gestalteten Gutschein für mein Geschenkabonnement zu.Ich möchte für LICHT werben und benötige ____ kostenlose Probeexemplare zur Weitergabe.Licht 5/2010An dieLICHT-RedaktionP. H. WinklehnerRosental 1D-85072 EICHSTÄTT2929


Leonardo BoffDie Erde istuns anvertraut256 Seiten,gebundenEUR 19,90VerlagButzon & BerckerDas Wunder der Schöpfung, nichtnur der Erde und des Menschen,sondern des gesamten Universumssteht im Mittelpunkt dieses Buches.Leonardo Boff versteht es sehr gut,deutlich zu machen, dass die gesamteSchöpfung ein einzigartiges Wunderwerkist, das leider in großer Gefahrschwebt, vom Menschen vernichtetzu werden. Er fordert daher eineökologische Spiritualität, die nichtnur die Zukunft der Natur, sondernauch des Menschen sichert.Ich nehme dich anund verspreche dir die Treue40 Seiten, broschur, EUR 4,20Echter VerlagDiese bewährte Broschüre enthältdas Wesentliche, das man zur Vorbereitungfür eine kirchliche Trauungbraucht: Sprüche, Bibeltexte, denText des Trauungsritus, Fürbitten,Gebete, Gedichte, Geschichten. Dieäußerst günstige Handreichung liegtnun in einer neuen, ansprechendenAusstattung vor.BücherHenri BouladSturm und Sonne195 Seiten,gebunden,EUR 18,-Otto Müller VerlagJesus Christus ist das Um und Aufder christlichen Religion. Gleichzeitigaber ist er gerade hier in Europa zumStein des Anstoßes geworden. DerJesuit Henri Boulad plädiert in seinenzahlreichen Vortragsreisen in seinergewohnt scharfen, aber gleichzeitigliebevollen Art, sich wieder neu aufdas Wesentliche zu besinnen, Christusund vor allem die Mystik desChristentums, die auf einer funktionierendenChristusbeziehung beruht,wieder in den Blick zu nehmen.R. Haub /P. OberholzerMatteo Ricci undder Kaiser vonChina160 Seiten,gebunden, farbigEUR 14,-Echter VerlagDieses Buch erschien zum 400.Todestag des Jesuiten und Zeitgenossendes hl. Franz von Sales, MatteoRicci (1552-1610). Er gilt heute alsder Begründer der christlichen Chinamission.Zugang zum Kaiserhofverschaffte ihm sein hohes Wissenals Mathematiker und Astronom.Die Autorinnen und Autoren erzählennicht nur sein Leben, sondernbeschreiben auch die turbulente,schwierige und aufopfernde Geschichteder Jesuitenmission im Reichder Mitte bis zum heutigen Tag.Volker WörlZahlen machenuns nicht satt160 Seiten,gebundenEUR 14,90Verlag Neue StadtMit seinem Buch „Die Quittung“hat sich der ehemalige Wirtschaftsredakteurder Süddeutschen Zeitungzur Finanzkrise und was wir darauslernen können geäußert. Nun wendeter sich der Klimakrise zu und plädiertfür ein Umdenken angesichtsdes immer deutlicher erkennbarenKlimawandels. Ihm ist wieder einhochinteressantes und nachdenkenswertesBuch gelungen, das ebendeutlich macht, dass Geld allein nichtnur nicht glücklich macht, sondernauch unsere Zukunft zerstört.DorotheeSeelhöferSimone Weil174 Seiten,broschurEUR 9,90Verlag Topos plusSie wurde nur 34 Jahre alt, warPhilosophin, Gewerkschafterin undließ sich trotz tiefer mystischer Erfahrungennicht taufen … die Redeist von Simone Weil. Ihre innerenund äußeren Erfahrungen, ihr gesellschaftspolitischesEngagement,ihre intensive, bedingungslose Suchenach Wahrheit und Gerechtigkeit unddie Grundgedanken ihres umfangreichenschriftstellerischen Werkeswerden in dieser spannend geschriebenenBiographie wunderbar auf denPunkt gebracht.Licht 5/20103131


B 4577FRANZ-SALES-VERLAGRosental 1, 85072 EichstättNeu imFranz-Sales-VerlagRosental 1 • D-85072 EichstättTel (08421) 93489-31 • Fax (08421) 93489-35e-mail: info@franz-sales-verlag.de„Allen Alles - Die Leidenschaft des ReformbischofsFranz von Sales für den anderen“ vonFranz Wehrl, 208 Seiten, EUR 15,-Franz von Sales in seinem Wirken als Reformbischofsteht im Zentrum dieses Buches, das P. Franz WehrlOSFS, Leiter des Salesianischen Instituts, verfasst hat.Der Titel weist auf zentrale Haltungen hin, aus denenFranz von Sales lebte: Nächstenliebe und Hingabe.Der Autor beleuchtet auch die Beziehung von Franzvon Sales zu Karl Borromäus, der in vielerlei HinsichtVorbild des Bischofs von Genf war, obwohl Franz vonSales anders als Borromäus mehr auf Milde als aufStrenge setzte.Auf heiligen Bergen – Worte der Seelenführungaus den Briefen des heiligen Franz von Sales96 Seiten, Broschur, EUR 7,90; SFr 14,50;ISBN 978-3-7721-0303-2Eine gelungene Auswahl aus den Briefen des hl. Franzvon Sales, voll Weisheit, Wahrheit und Zuversicht.Der eifrige Bischof und erfahrene Menschenkennererweist sich als geistlicher Wegbegleiter für alle, dievoll Sehnsucht nach Gottesnähe sind; aber auch fürjene, die in Prüfung und Leid in Gefahr sind, den Mutzu verlieren. Franz von Sales zeigt ihnen Gottes Näheauch in der Not und weist den Weg zum Glück, das inder Einheit mit Gottes Willen und Heilsplan gründet.Zeitschrift LICHT und Franz-Sales-Verlag im Internet:www.zeitschrift-licht.de und www.franz-sales-verlag.de32Licht 5/2010

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